.T?N\ WITHDRAWN Einladung zum Abonnement der Zeitschrift für tropische Landwirtschaft „DER TROPENPFLANZER". Zweck des „Tropenpflanzer''. Der „Tropenpflanzer" bezweckt, die landwirtschaftlichen Interessen Deutschlands in den Tropen und Subtropen zu sammeln, zu fördern und zu vertreten. Der „Tropenpflanzer" bezweckt insbesondere, die wirt- schaftliche Entwickelung unserer Kolonien thatkräftig zu unterstützen. Inhalt des „Tropenpflanzer". Der „Tropenpflanzer" enthält Original- Artikel: Land- wirtschaft der Europäer in den Tropen und Subtropen — Kul- turen der Eingeborenen und deren Hausindustrien — Förderung d er Ausnutzung der Urprodukte, der Viehzucht etc. — Original- abbildungen. — Mitteilungen über „Pflanzungsgesell- schaften" — «Aus deutschen Kolonien" — »Aus fremden Kolonien" — „Vermischtes" — „Neue Lit- teratur" — „Marktbericht" — „Personalnotizen" — „Sprechsaal" — „Mitteilungen des Komitees" — „Anzeigen". Bezug des „Tropenpflanzer". Die monatliche Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" wird bestellt durch die Post (Postzeitungsliste No. 7G93), im Buch- handel oder bei dem Komitee, Berlin NW., Unterden Linden40 I- Bezugspreis jährlich 10 Mk. Sendungen für die Redaktion und Expedition sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee zu Händen des Sekretärs Th. Wilokens, Berlin NW., Unter den Linden 40 1- Der Tropenpflanzer. Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Oro:aii des » Kolonial - Wirtschaftlichen Komitees. Herausgegeben von O. Warburg, F. Wohltmann, Berlin. Bonn -Poppeisdorf. III. Jahrgang 1899. Inbaltsyerzeiclinis. Die arabischen Zifferu geben die Seitenzahlen an. Acacia Perrotii siehe Färbematerialien in Liudi 334. Afrika-Fonds siehe Schutzgebiete 124. Agaven. Americana, siehe Pulque 337. — . — siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 181. — . — . Maguey — siehe Pulque 337. — . — pflanzung siehe Gouveniemeutspflanzung Kurasini 579. — . — . Sisal — siehe Deutsch-Ostafrikauische Gesellschaft 333. Ägypten. Landwirtschaftliche Notizen über — . Von Axel Preyer. Bewässerung IG7, Düngung 167, Baumkultur 168, Ackerbau 168. Albizzia moluccana siehe Kakaokultur in ^amoa 126. — . — stipulata siehe Kakaokultur in Samoa 126. Alkaloid. De Localisatie van het - , in Cinchona Calisaya Ledgeriana en in Cinchona succirubra. Von Dr. J. P. Lotsy. Neue Litteratur 344. AUanblackia Stuhlinannii siehe Mkanifett 203. Andropogon citratus siehe Citrunell-Gräser 165. — . — Nardus siehe Citronell-Gräser 165. — . — Schoenanthus siehe Citronell-Gräser 165. Apocyneen siehe Kautschuk. Arachis hypogaea siehe Erdnufs. Arbeiterfrage in Kamerun siehe Schutzgebiete 124. Arbeiterverhältnisse in Deutsch-Ostafrika siehe Über den Kulturwert 1 'eutsch-Ostafrikas 61. — . — siehe Schutzgebiete 119. — . — siehe Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft 218, 450. — . — siehe Sigi-Pflanzungsgesellscliaft 497. — . — siehe Rheinische Handei-Phuitageu-Gesellschaft 550. — . — in Mexico siehe Kaffeekultur 227. — . — in Samoa siehe Kakaokultur 127. — . — in Surinam sielie Wirtschaftliches über Surinam 405. Arecapalme siehe Exportartikel Lindis 1 3. Arzneipflanzen siehe Landwirtschaft in Shantung 251. Ätherische Öle und Essenzen. Berichte von Heinrich Haensel. Neue Litteratur. Citronellöl 135, Nelken 135, Zimmtol 135, Cassiaöl 135, Ingberöl 135, Sternanisöl 135, Champacaöl 135, Frejarol 135, Linaloeöl 135, Sandelhoizöl 135. Axtstiele. Verbesserte — 131. 1* — IV — Balatagewinnuiig siehe Wirtschaftliches ül)er Surinam 408. Vorkommen 408, Keimkraft 408, Ausbeutung 408, Bereitung ¥)9, Fälschung 409, Preis 410, Ausfuhr 410. — . — siehe Kautschuk. Neue Litteratur ITG. — , — siehe Gummi, Guttapercha und Balata. Neue Litteratur 460. Bambusen. Anbau der grofsen — in Deutsch-Ostafrika. Von Dietrich Brandis * Verwertung 438, Anbau 440, Arten 441, Teakbäunie 442. Bananen als Schattenpflanze siehe Kakaokultur in Sanioa 126. — . — siehe Wirtschaftliches über Surinam 411. — .— siehe Togo 323. — . — mehl. Bereitung 170, Preis 171, 172, Analyse 171, Gebrauchsanweisung 171, Ein fiihrungs versuche 172. Baumwollbau in den deutschen Kolonien. Von Dr. E. Henrici. Bedarf Deutschlands 536, Produktiousländer 536, Eingeborenenkultur 537, Geeignete Ländereien 538, Tabakkultur 540, Dampfpflug 541. BaumwoUöl 542, Maschinen 543, Kosten einer Pflanzung 544, Er- trag 545. Baumwolle siehe Landwirtschaft in Shantung 250, 255. — . — siehe Deutschlands Einfuhrstatistik 389. — .— kultur siehe Togo 319, 320. — . — Produktion der Welt 505. Besiedelung in Deutsch-Ostafrika siehe U))er den Kulturwert Deutsch- Ostafrikas 63. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 76, 298. — . — siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 182. — .— siehe Schutzgebiete 121. Betel nüsse siehe E.xportartikel Lindis 164. Bevölkerung siehe Über den Kulturwert Deutseh-Ostafrikas 62. Bevölkerungsfrage siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 183. Bewässerung siehe Winterfrucht im Namalande 153. Bewässerungsanlagen. Künstliehe — siehe Deutsch-Ostafrika 297. — . — siehe Deutsch-Südwestafrika. Neue Litteratur 275. Blumen siehe Kulturanweisung 128. Böden siehe Über den Kulturwert Deutsch-Ostafrikas 60. — . — siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 177,8. — . — aus Deutsch-Südwestafrika. Von Prof. Dr. Wohltmann. Stauanlagen 103, Bodenqualität 104, Kulturpflanzen 106. Bodenanalysen siehe Liberiakaö"ee und Kakao auf Samoa 552. Boehmeria nivea siehe Ramie. Bohnen und Mais als S t a p e I a r t i k e 1 unserer t r o p i s c li e n K o 1 o n i e n 83 Bohnen siehe Landwirtschaftliclies aus Venezuela 575. — . — siehe Hülsenfrüclite. Borassuspalme siehe Palmflechtmaterial Deutsch-Ostai'rikas 25. Bossan gapflanze siehe Kautsclmk. Botanischer Garten zu Buitenzorg siehe Errichtung eines Lal)ora- toriums 292. — . — in Demerara siehe Reisebericht aus Demerara 533. — . — zu Victoria siehe Schutzgebiete 124. — .— — . — siehe Erriclitung eines Laboratoriums 2!)1. Bourbonkaffee sielie Kalleekranklieiten 386. Brasilien. Das republikanische — in Vergangenheit und (Jegenwart. Neue Litteratur 279. — V — Caesalpinia dasyrrhachis siehe Kakaokultur in Samoa 126. Cajanus indicus siehe Bohnen. Canarinm-Bauin siehe Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 35. Canarium ceylanicum siehe Kolonial- Wirtschaftliches Komitee (Sprech- saal) 183. Carica Papaya siehe Papaya. Carpodimus siehe Kautschuk. Neue Litteratur 175. Cassada-Stärke siehe Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaali 232. Cassia occidentalis siehe Nut/.pflanzen von S. Thorae 269. Cassiaöl siehe Ätherische Öle und Essenzen 135. Castilloa elastica siehe Kautschuk. Champacaöl siehe Ätherische Öle und Essenzen 135. Citronellgras. Die Kultur des — . (Mit Abbildung 28.) Bericht von Schimmel & Co. Kultur auf Ceylon 26, Erntezeit 27, Ertrag 27, Destillationseinrich- tungen 27, Arbeitskräfte 29, Kosten 29, Export 29, Kultur in den Sti'aits Settlements und .lava 30. Citronellgräser in den portugiesischen Besitzungen Afrikas. Vorkommen. Arten, Analyse 166, Bedeutung für deutsche Kolonien 167. Citronellöl siehe Ätherische Öle und Essenzen 135. — . — Export von Ceylon 268. Clitandra siehe Kautschuk. Neue Litteratur 175. Co lombo Wurzel siehe Exportartikel Lindis 163. Cordyla africana siehe Färbematerialien in Lindi 334. Corozo siehe Kolonial- Wirtschaftliclies Komitee (Sprechsaal) 34. Crescentia Cujete siehe Kolonial- Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 183. Crin vegetal siehe Palmflechtmaterial Deutsch-Ostafrikas 23. — . — siehe Blätter der wilden Dattel 125. Cryptostegia madagascarien sis siehe Kautschuk. Neue Litteratur 176. Dadap siehe Kakaokultur in Samoa 126. Damaraland-Farm-Gesellschaft m. b. H. Zweck, Kapital, Leitung 550. Damar-Harz siehe Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 35. Dattel. Verwertung der Blätter der wilden — Ostafrikas. Preis, Verwertung, Vorkommen der Phoenix reclinata 125. — . — siehe Landwirtschaft in Shantung 252. Demerara. Reiseberichte aus — . Dr. P. Preufs Bericht 11. Expedition nach Central- und Südamerika. Georgetown 532, Botanischer Garten, Kautschuk, Zuckerrohr 533. Deutschlands E i n f u h r s t a t i s t i k. Baumwolle, Mais, Kaöee, Kakaobohnen. Tliee 389, Kautschuk und Guttapercha. Pfeffer. Sesam, Gerbstofife, Jute, Indigo, Tabak 390. Deutsch-Ostafrika. Über den Kulturwert — . Von Prof. Dr. Wohltmann. Ein- und Ausfuhr 59, Kaffeepflanzungen, Kokospalmen, Hanf, Vanille, Zuckerrohr, Eingeborenen-Kulturen, Viehzucht, Bodenformation 60, Klima, Niederschläge, Arbeiterverhältnisse 61, Bevölkerung 62, Verkehrsmittel, Besiedelung 63. — .— . Generalmajor Lieberts Ausführungen über die wirtschaftlichen Verhält- nisse in — . Hemmnisse der wirtschaftlichen Entwickelung, Produktion der Ein- geborenen, Sorghumhirse, Reis, Mais, Sesam, Erdnufs, Kokos 74, — \i ~ Kautscluik. lliilzer, Kaü'ee, Kaffee Bourhon, Kaifee Liberia 75. Vanille, Tal)ak, Hanf, Zuckerrohr, Besiedelung, Versuchsstation Kwai 70, Viehzucht. Straufsenzucht, V^erkehrsmittel 77, Ei.senliahn, Gold 78. Deutsch-Ostafrika. Bericht der Reise des Herrn Prof. Dr. Wohltmann 1897/98. Neue Litteratur 17G. Biklen 177/8, Klima, Regenmenge 177, Kulturpflanzen, Kaff'ee 178, Düngungs versuche, J'flanzungen 179, Kokospalmen 180, Agaven, Vanille, Tabak 181, Zuckerrohr, Reis, Viehzucht, Besiedelung, Versuchsstation Kwai, Waldfrage 182, Bevölkerung, V'erkehrsfrage, Tropische Versuchsstation 183. — . — . Ein bisher vernachlässigter Faktor der wirtschaftlicheu Erschlief-sung von — . Von Regierungsrat Dr. Stuhlmann, Flantagenland 296, Künstliche Bewässerungsanlagen 297, Wasserzölle. Besiedelung 298. Deutsch-Ost afrikanische Gesellschaft. Jahresbericht 1898, Kaff'ee, Kokospalmen 332, Sisal-Agaven, Usambara- Eisenbahn 333. — . — Gummi-Handels- und Plantagen-Gesellschaft. Gründung, Zweck, Kapital, Leitung 217. Deutsch-Südwestafrika. Seine landwirtschaftlichen Verhältnisse. Von J. C. Watermeyer. Neue Litteratur 274. Hereroland: Bodenformation, Bewässerungsanlagen 275, Einwände^ rung, Frucht- und Weinanbau, Feigen 276, Hühnerzucht, Viehzucht, Eisenbahn, Einfuhr 277, Namaland: Schafzucht 277, Ackerbau 278. Dioscorea siehe Yams. Dracaena arborea siehe Nutzpflanzen von S. Thome 268. Düngungs versuche siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 179. — . — siehe Kaff'ee. Neue Litteratur 459. Dürre in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 121. — . — siehe Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft 217. — .— siehe Sigi-Pflanzungsgesellschaft 496. Eingeborenen-Kulturen siehe Deutsch-Ostafrika 74. Eisenbahnen in deutschen Kolonien siehe Zum neuen Jahr 5. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 78. — . — in Deutsch-Südwestafrika siehe Schutzgebiete 123. — . — siehe Deutsch-Südwestufrika. Neue Litteratur 277. — . — . Kosten und Rentabilität einer — mit elektrischem Betrieb siehe Togo 325. — . — . Usambara siehe Deutsch-Ostafrikanlsche Gesellschaft 833. — . — im Dienste der tropischen Landwirtschaft mit besonderer Rücksicht auf Togo. Vou Dr. E. Henrici. Bedeutung 442, Betriebsmittel, Spurweite 444, Kosten, Telegraph 445, Beamte, Trace 446, Plantagenland 448. Elaeis guineensis siehe Ölpalme. Elektrische Energie. Einiges über die Anwendung — in PHanzungs- betrieben. Von Axel Preyer. Mit Abbildungen: Elektrischer Krahn 484, Elektrische Lokomotive 485, Fahrbarer Transformator 487, Elektrischer Pflugmotor 489. Vorzüge, Vorbedingungen 479, Kosten, Leistuiigsfähigkeit 480, Akku- mulation. Beleuchtung 482, Heizung, Motoren 483, Elektrisch be- triebene Maschine 484, Feldbahnen 485, Pflüge 486. — Yll — Klfenbein siehe Zum neuen Jalu' 3. ' Ent faserungsniiischinen siehe Gouvemementspflanzimg Kurasini 579. Erderbse siehe Exportartikel Lindis 163. — . — . Afrikanische — Voandzeia subterranea Thou. ^iit Abbildung 1G9. Bereitung als Nahrungsmittel, Analyse 170. Erdnufs siehe Deutsch-Ostafrika 74. — . — siehe Exportartikel Lindis 163. — . — siehe Landwirtschaft in Shantung 250. Erythrina Indica siehe Dadap. — . — umbrosa siehe Kolonial- Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 183. Eselzucht siehe Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft 450. Euphorbia siehe Kautschuk. Euphorbiacee Jatropha Curcas siehe Purgirnufs. Ex^jedition nach Central- und Südamerika siehe Kolonial-Wirtschaft- liches Komitee 279. — — . Dr. P. Preufs' Bericht L 405. Wirtschaftliches über Surinam, insbesondere die Baiatagewinnung und den Kakaobau. — . — . Dr. P. Preufs' Bericht II. Reisebericht aus Demerara 532. — . — . Dr. P. Preufs" Bericht III. Landwirtschaftliches aus Venezuela 573. Exportartikel Lindis. Hirse, Getreidearten, Hülsenfrüchte, Erdnufs, Sesam, Ai-eca catechu, Colombowurzel, Kautschuk 1G3, Betebiüsse 164. — . — des Kongo Staates siehe Kongo- Gesellschaften 503. Fcärbematerialien in Lindi. Herstellung von I'almblattmatten 333, Acacia Perrotii 334, Cordyla africana 334, Schattenbäume 334. Farbstoffe siehe Landwirtschaft in Shantung 253. Faserpflanze. Fleurya aestuans als — 128. Feigen siehe Deutsch-Südwestafrika. Neue Litteratur 27G. Feldbahnen. Die Bedeutung der — für das Kolonialwesen. Von Ober- ingenieur F. Zezula 362. — . — Elektrische siehe elektrische Energie 485. — . — Preise für Lokomobilen und — 558. — . — siehe Gouvernementspflanzung Kurasini 582. — . — Illustrationsalbum der Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnen- bedarf vormals Orenstein & Koppel. Neue Litteratur 609. Feld fruchte siehe Kulturan Weisung 128. Fettnufs siehe Ölsaaten 223. Ficus Vogel ii siehe Kautschuk. Flachs siehe Ramiekultnr 471. Fleurya aestuans siehe Faserpflanze 128. Flüsse. Schiffbare — in Neu-Guinea siehe Nachrichten über Kaiser Wilhelms- Land 135. Forstbetrieb im Rufidschi-Delta siehe Schutzgebiete 121. Frejaröl siehe Ätherische Öle und Essenzen 135. Fröste siehe Winterfrucht im Namalande 154. Fruchtanbau siehe Deutsch-Süd westafrika. Neue Litteratur 276. Früchte siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 576. Galamnufs siehe Ölsaaten 223. Gemüse siehe Kulturanweisung 128. — YTII — Gemüse siehe Landwirtschaft in Shaiitung 251. — .■ — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 57(3. Gerbstoffe siehe Landwirtschaft in Shantung 253. — . — siehe Deutschlands Einfahrstatistik 390. Getreide siehe Winterfrucht im Namalaude 154. — . — siehe Exportartikel Lindis 1G3. — .— siehe Landwirtschaft in Shantung 248. Gewürze siehe Landwirtschaft in Shantung 251. Gold siehe Deutsch-Ostafrika 78. Grevillea robusta siehe Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 183. Gummi elasticum siehe Kautschuk. Gummi, Guttapercha und Balata. Ihr Ursprung und Vorkommen, ihre Gewinnung, Verarbeitung und Verwendung. Von Franz Clouth. Neue Litteratur 4G0. Guttapercha. Von R. Thienemann. Abnahme 534, Kultiu*, Stammpflanzen 535. — . — bäume siehe Köhlers Medizinalpflanzen. Neue Litteratur 343. — . — siehe Deutschlands Einfuhrstatistik 390. — .— siehe Gummi, Guttapercha und Balata. Neue Litteratur 4(30. — . — Les arbres ä — ; leur culture, mission relative ä racclimatation de ces arbres aux Antilles et ä la Guvane. Von Henri Lecomte. Neue Litteratur 458. — . — siehe Les Plantes a Caoutchouc et a Gutta etc. Von Henri Jumelle. Neue Litteratur 174. — . — in Neu-Guinea siehe Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land 134. Hancornia speciosa siehe Mangabeira-Kautschuk. Hanf siehe Über den Kulturwert Deutsch-Ostafrikas 60. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 76. — . — siehe Landwirtschaft in Shantung 250, 255. — .— Mauritius- siehe Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 450. — . — siehe ßamiekultur 471. Heuschrecken in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiet 122. — . — siehe Winterfrucht im Namalande 154. — . — siehe der KafiFeebaum und seine ICntwickelung 383. Hevea brasiliensis siehe Kautschuk. Hirse siehe Deutsch-Ostafrika 74. — . — in Deutsch -Ostafrika siehe Sclmtzgebiet 122. — . — siehe Exportartikel Lindis 163. — . — siehe Landwirtschaft in Shantung 248. Hölzer siehe Deutsch-Ostafrika 75. — . — in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. Hühnerzucht siehe Deutsch-Südwestafrika. Neue Litteratur 277. Hule bäume siehe Kautschuk (Castilloa elastica). Hülsenfrüchte sielie Winterfrucht im Namalande 155. — . — siehe Exportartikel Lindis 163. — . — frostharte — für Deutsch-Südwestafrika siehe Kolonial -"Wirt- schaftliches Komitee (Sprechsaal i 233. Hungersnot in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. Hyphaenapalme siehe Palmflechtmaterial Deutscb-Ostafrikas 24. Ibokaffee siehe KafiFeekrankheiten 386. Indigo-Kultur sielie Zum neuen Jahr 4. \ — IX — Indigo-Kultur. C. J. van Lookeven-Campagne. Neue Litteratur 32. — .— siehe Deutschlands Einfuhrstatistik 390. — . Preise 391. Ingwer. Von Dr. J. Buchwald. Neue Litteratur 393. — . — öl siehe Ätherische Öle und Essenzen 135. Jatarorrhiza palmata siehe Colombowurzel. Jatropha Curcas siehe Kolonial -Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 183. Jute siehe Landwirtschaft in Shantung 250, 255. — . — siehe Deutschlands Einfuhrstatistik 390. — . — siehe Eamiekultur 471. Kaffee-Aufbereitungsanstalt in Bulwa (Deutsch-Ostafrika). Mit Ab- bildung. Wasserkraft, Schälanstalt, Palper 99, Gär- und AVaschbecken, Trocken- haus, Preis 101, Transport 102. — .— — .— siehe Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 218. — .— bau. Erfahrungen über rationellen —. Von F. W. Dafert. Neue Litteratur 559. — . — bäum und seine Ent Wickelung in den Tropen auf Grund von Er- fahrungen in Französisch-Guinea. Von O. Morris. Urbarmachung 375, Saatbeete, Pikieren 376, Auspflanzen 378, Be- schattung 380, Düngung 381, Schädlinge 382, Heuschrecken 383. - Bourbon siehe Deutsch-Ostafrika 75. .— siehe Nutzpflanzen der Capverdischen Inseln und Principe 604. . — siehe Deutschlands Einfuhrstatistik 389. - siehe Über den Kulturwert Deutsch-Ostafrikas 60. - siehe Deutsch-Ostafrika 75. - in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 119. - siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 178. - siehe Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 218. - siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 332. - siehe Sigi-Pflanzungsgesellschaft 497. . — siebe Rheinische Handei-Plantagengesellschaft 550. - Düugungsversuche siehe Üsambara-Kafi'eebau-Gesellschaft 263. . — Ernte in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. . — siehe Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 449. - in Guatemala. Quantität, Wert 555-, Deutsche Kaffeeplantagen, Dividenden 556, Zucker, Kautschuk 557. .— Heraileiakrankheit siehe Reisenotizen über S. Thome, Cabinda. Loanda und Benguella 590. . — k rankheiten in Lindi 386. . — kultur siehe Zum neuen Jahr 5. . .— in Guatemala. Von F. W. Morren. Neue Litteratur 561. .— kultur op Java. A. C Raedt van Oldenbarnevelt. Neue Litteratur 33. . — — . — in Mexiko. Von Heinrich Lemcke. Hauptproduktionsländer, Einfiiiirung der Kultur, Export, Rentabilität 225, Anbau, Schattenbäume 226, Eingeborenen-Kultur, IMantagen- kultur, Arbeiterverhältiiisse 227, Erntebereitung, Transport, Qua- lität 228. . .— siehe Portugiesisch-Ostafrikanische Pflanzungsgesellschaften 500. __ X - Kaffeeland siehe Eisenbahn in 'J'ogo 449. Kaffee. Liberia—. Culture, Preparation et Connnerce du — . V^onF.W.Morren. Neue Litteratur 2:51. . — siebe Dentsch-Ostafrika 75. — siehe Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 449. — Neue Methode der Krntebereitung von — 31. — Einfache Erntebereitung des — 504. — Pfropfung von Hybriden auf — 272. — und Kakao a u f S a ni o a. Pflanzweite 552, Schattenbäuine 552, 554, Bodenanalywe 552, Kakao- kultur 553, Kaffeescliädlinge, Mittel gegen Kaö'eeschädlinge 554, Klima 555. — in Neu-Guinea siehe Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land 134. -^ Pflanzungen in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. .— in S. Paulo 551. — plantage „Sakarre". Katfeepflanzen, Gebäude, Aufbereitungsanstalt, Arbeiter, Kapital 601. — Pulper siehe Kaff"ee- Aufbereitungsanstalt 99. — saat. Von Kai*l Ettling 522. Sanimeln, Preis 523, Verpackung 524. — Schädling. Ein Borkenkäfer als — 30. — Schädlinge in Kamerun. Monohamnius siericola 335. . — siehe KafFeekrankheiten 386. . — siehe Liberia-Kaff"ee und Kakao auf Sanioa 554. — — .^ Mittel gegen — siehe Liberia-Kaöee und Kakao auf Samoa 554. . — in Togo sielie Schutzgebiete 118. . — aus Togo und Kamerun. Gutachten über — 164. siehe Togo 321. Trockenhaus siehe Kaffee- Aufbereitungsanstalt 101. . — siehe Usambara-Kafi'eebau-Gesellschaft 263. siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 577. Verslag omtrent de Proeftuinen en andere Mededeelingen over — . Von Dr. J. G. Kramers. Neue Litteratur 459. Kaiser Wilhelms-Land und Bismarck- Archipel. Nachrichten über — Neue Litteratur 132, Tabak, Kokospalmen, Kapokbäume, Kaff"ee, Kautschukbäume, Guttapercha 134, Flüsse, Kegenmengen 1.35. Kakao in Cabinda und auf den portugiesischen Inseln im Guinea-Busen. Von A. F. Moller 2.x Manihot Glaziovii 25, Pflanzungen, Ernte, Arten, Einführung 26. — . — siehe Nutzpflanzen der Capverdischen Inseln und Principe 604. — . — siehe Deutschlands Einfuhrstutistik 389. — . — in Deutsch-Ostafrika siehe Sigi-Pflanzungsgesellschalt 497. — . — Erutebereitung des — auf Fernando-Po. Mit Abbildung 225. Gärung, Trocknen 224, Dörrapparat 225. — . — Ertrag eines Baumes — siehe Pflanzung ,Esser-Oechelhäuser ' 73. — . — Ist der Kamerun — verbesserungsfähig'^ Gärung 157, Far))e 158, Botanischer Garten zu Victoria 159, Trocken- apparat 161. — . — Zur Frage der Verbesserung des Kamerun — . Von Prof. Dr. Ä. Stutzer. Gärung 215. — . — siehe Ausnutzung und Anbau von Kautscliukpflanzen in Kamerun l!'. — XI — Kakao in Kamerun siehe Pflanzungen der Westafrikanisclien Pflanzungs- gesellschaft „Yictoria" 20. — . — siehe Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Yictoria- 332. — . — in Kamerun siehe Schutzgebiete 124. — . — siehe Der Handel Kameruns 498. — . — kultur in Victoria (Kamerun). Von M. Chalot. Varietäten 78, Krankheiten, Erntezeit, Ernte 79. Gärung und Waschen der Samen. Trocknen 80. Ertrag 81. — . — kultur in Samoa. Ertrag, Schatteubäume, Auspflanzen 126, Ratteuplage, Arbeitei-- verhältnisse 127. — . — Pflanzungen in Kamerun siehe Pflanzung ,Esser-Oechelhäuser" 73. — . — Produktion in Kamerun siehe Pflanzung „Esser-Oechelhäuser" 73. — . — siehe Liberia-Kaffee und Kakao auf Samoa 552. — . — siehe Wirtschaftliches über Suriname 405. Drainieruugssystem 410. Sehattenpflanzen, Bananen 411, Varietäten. Pflanzlöcher, Tragbarkeit. P^rti-ag 412. Erntebereitung 413, Gärung 414, Trocknen 415, Trockenapparate 410, Produktion 418. — . — Statistisches über — . Produktion. Konsum, Vorräte 340, Einfuhr in Deutschland 341. — .— siehe Togo 321. — . — Trockenapparate siehe Wirtschaftliches über Sui-inam 41G. — ■ — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 574. Kamerun. Der Handel — . Gesamthandel, Kukao, Kautschuk. Palmol 498. — . — Land- und Plantagengesellsehaft. Dividende, Arbeiter, Ernte 551. K a m p h e r p r d u k t i n in F o r m o s a 555. Monopol, Produktion. Konsum. Preis 555, Kampheröl 556. Kapok bäume in Xeu-Guinea siehe Xachrichten über Kaiser Wilhelms- Land 134. — . — handel. Einfuhr in Holland, Preise 229. Kapverdisclie Inseln und Principe. Botanische Eindrücke auf den — . H. Baum. Bericht I. Der Kunene — Zarabesi-Expedition. Kardamom siehe Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 449. Kautschuk siehe Zum neuen Jahr 3, 4. — . — Die afrikanischen — pflanzen. Von Prof. Dr. 0. Warburg. Mit Abbildung: Landolphien 311. Ficus Vogelii 303, Kickxia- Arten 304. Export Lagos von Silkrubber 305, Preise, Apocyneen 306, Kautschuk) »äume im Kongostaat. Wurzelkautschuk. Carpodinus und Clitandra 307, Euphorbia 309. 310. Mascarenhasia elastica, Kautscbukbäume auf Madagascar 309. Landolphia 310. Anzapfen der Landolphien, Kautschukbereituug 315, Bossangapflanze 316, Schutzmafsregelu gegen Ausrottung, Landolphia-Kultur 317. — . — bereitung. Von Axel Preyer. Ficus elastica, Castilloa elastica 327. Centrifugierung 329. — . — Cantor Lectures on the plants yielding cominercial ludia - Rubber. D. Morris. Neue Litteratur 34. ^. — siehe Nutzpflanzen der Capverdiseheu Inseln und Principe 604. - XIT ~ Kautschuk. Ei-trafisberechnuiig für eine Castilloa-Kautscliukplantage. Von Tli. F. Koschny 243. — . — . CastiUoa — . Ei-faliniiigen in Bezui»- auf — in Mexiko. Von H. Ludwig. Stammpflanzen 548, Hereitung 548, Pflanzung 549. — .— . Ceara — . (Maniliot (Jlaziovii). Von Prof. Dr. 0. Warburg. Mit Ab- bildungen 50, 111, 114, 115, Preis 49, Stammpflanze 49, Be- schreibung 50, Verbreitung 51, Kulturversuclie 53, Klima 107, An- zucht 108. Stecklinge 109, Auspflanzung 110, Wachstum 112, Ernte 114, P^rtrag 115, Enitebereitung IIG, llentabilität IKJ. — . — siehe Reisebericht aus Demerara 533. — . — siehe Deutschlands Einfuhr-Statistik 390. — . — in Deutscli-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. -. .— . Von Prof. Dr. 0. Warburg. Mit Abbildung 221, Ausfuhr 218. Produktionsgebiete 219, Arten 219, Mascarenhasia 220, lian- dolphien 222. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 75. ■ — . — -Expedition nach Westafrika. Ausreise 135. — ■■ — — . — siehe Kolonial-W'irtschaftliches Komitee 279. — . — — . — . R. Schlechter Bericht I 355. — . — — . — siehe Wm-zelkautschuk 558. — .— . Ficus— . Von Prof. Dr. 0. Warburg. Mit Abbildung Ficus ela.stica ßo.xb. 423, Arten 419. Ficus elastica 421, Beschreibung 422, Ver- breitung 424, Produktion 424, Geschichte 428, Kultur 430, Klima- tische Bedingungen 431, Aussaat 4.32, Auspflanzung 433, Wachs- tum 433, Ernte 434, Ertrag 4315. — . — . Ficus — siehe Überführung der Kickxia von Lagos nach Kamerun 355. — . — . Zur Lösung der — frage in Westafrika. Von Dr. E. Henrici. Castilloa 598, Hevea 599, Samen 599, Transportkosten 600. — . — siehe Kafi'ee in Guatemala 557. — . — . Ausnutzung und Anbau von — j^flanzen in Kamerun. VonDr.Preufs. Raubbau 15, Mafsregeln gegen den Raubbau, Anpflanzungen in Kamerun IG, Manihot Glaziovii, Landolphia florida Benth., Ver- suchsgarten zu Victoria, Hevea brasiliensis, Urostigma Vogelii. Castilloa elastica, Kickxia africana 17. Kakaobau 19. ^. — in Kamerun siehe Schutzgebiete 124. — . — siehe den Handel Kameruns 498. — . — . Keimfähigkeit der Samen des Para — baumes 131. — . — . D a s A u f f i 11 d e n d e r e c h t e n , — liefernden K i c k x i a a fr i c a n a Benth. in Kamerun und deren Einführung in den botanischen Versuchsgarteji von Victoria. Von Dr. P. Preufs 05. Okeng und Ofuntum 66, Plantagenland, Botanisches 67, Früchte. Stecklinge 69, Kulturbedingnngen 70. — . — . Kickxia — . Von Dr. Rob. Ilenriques. Chemische Prüfung, Kickxia africana Benth., Kickxia elastica Preufs 257. — . — . Die Überführung der- Kickxia von Lagos nach Kamerun. Bericht I der Kautschuk-Expedition nach Westafrika. R. Schlechter. Neue Ficus-Arten in Lagos 355, Vorkommen von Kickxia im Yoruba- lande 356, Kickxia-Kultur 357, Landolphieji 358, Gutachten über Liigos-Kautscliukprol)en von Dr. Ilenriques 360. — . — Produktion des Kongostaates, Verordnungen, Tabelle 499. — XIII — Kautschukkultur in deutschen Kolonien, Castilloa elastica, Hevea Bra- siliensis, siehe Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 36. — . — kulturen siehe Portugiesisch-Ostafrikanische Pflanzungsgesellschaften 500. — . — -Landolphien siehe Überführung der Kickxia von Lagos nach Kamerun 358. — . — aiehe Exportartikel Lindis 163. — . — . Les plantes ä Caoutchouc et ä Gutta dans les colonies frau^aises, aux Pi'oduits naturels des colonies et cultures tropicales. Von Henri Jumelle. Neue Litteratur 174, Coagulation 175. Kautschukmilch alsCxenufsmittel, Landolphien, Carpodinus,Clitandra 175, Cryptostegia madagascariensis, Sti-ophantus, Palaquium und Pavena als Guttaperchapflanzen, Balata 176. — .— bäume siehe Köhlers Medizinalpflanzen. Neue Litteratur S42. — . — siehe Gummi, Guttapercha und Balata. Neue Litteratur 460. — .— . Der — und seine Quellen. Von Dr. Rob. Henriques. Neue Litteratur 558. — . — siehe Handelsprodukte von Loanda 502. — .— . Mangabeira — . Von Prof. Dr. 0. Warburg mit Abbildung 148. Hancornia speciosa, Verbreitung 147, Beschreibung 148, Klimatische Bedingungen 149, Kultur, Ernte 150, Handel und Verwertung, Gesetze, betreffend Schutz und Anpflanzung 152, Bedeutung für unsere Kolonie 153. — .— . Manihot Glaziovii in Deutsch-Ostafrika. Von Karl Perrot. Anbauversuche 335. — . — . Mascarenhasia elastica siehe Redaktionsbemerknng 183. — .— bäume inNeu-Guinea siehe Nachrichten über KaiserWilhelms-Land 134. — . — Produktion in Mittelamerika. Von Dr. Carl Sapper. Castilloa elastica 583, Kultur, Mischkulturen 584, Rentabilität 586. — .— bäume siehe Wirtschaftliches über Surinam 407. — .— . Tabernaemontana angolensis als —bäum. Von A. F. Moller. — . — bäume in Togo siehe Schutzgebiete 118. — . — -Kultur siehe Togo 323. , — . — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 574. — .— . Verschiedene —pflanzen von geringerer Bedeutung. Von Prof. Dr. O. Warburg. Mit Abbildungen : Willoughbeia javanica 528, Willoiighbeia coriacea 529. Sapium biglandulosum 524, Forsteronia floribunda, Brosimum Gal- actodendron 526, Couma utilis, Siphocampylus Caoutchouk, Willough- beia 527, Cynanchum ovalifolium, Urceola esculenta, Chonemorpha macrophylla, Leuconotis eugeiüifolius 530, Dyera costulata, Melo- dinus Orientalis, Parameria glandulifera, Anodeudrou, Cameraria,. Aistonia plumosa, Tabernaemontana Thurstoni, Carruthersia scandens, Trophis anthropophagorum, Ficus obliqua, Excoecaria Dal- lachyana 531. — . — . Wurzel — . Nachrichten über den westafrikanischen — . Stammpflanze, Gewinnung 557. — . — — . — siehe — Expedition nach Westafrika 558. Kickxia africana siehe Kautschuk. Klima siehe Über den Kulturwert Deutsch-Ostafrikas 61. Kokusnuf s-A'er Wertungsgesellschaft in Deutsch-Ostafrika. Zweck, Kapital, Leitung, Einrichtungskosten 117, Rentabilität 118. Umwandlung in eine Pflanzungsgesellschaft, Kapital, Rentabilität 498. — XIY — Kokospalmen siehe Über den Kulturwert Deutscli-OstafVikas 60. — . — siehe l>eutsch-Or^tiifVika 74. — . — sielie Deutscli-Ostalrika. Neue Litteratur 180. siehe Westdeutsche Handels- und Plantao:engesell.schaft 218, 450. siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 332. in Neu-Guinea siehe Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land 134 .— siehe Portugiesisch-Ostafrikanische Pflanzungsgesellschaften 50Ü. . — in Togo sielie Schutzgebiete 118. siehe Togo 320. Kokospflanzung. Kostenrechnung einer — in Deutsch-Ostafrika 6U3. Kolahaum. Die Boden- und Klimaansprüche des — . Von i'rof. Dr. Wohlt- nuinn 509. — . — handel in den Haussaländern 504. — . — kultur in Westindien. Standort. Aussaat 81, Pflanzung, Ertrag 82. — . — nuss siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 574. — . — nüsse in Togo siehe Schutzgebiete 119. — . — — . — siehe Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Sprechsaal) 183. Kolonialmuseum. Deutsches — 391. — . — zu Haarlem. Wirtschaftliches über Surinam. Neue Litteratur 50(5. Kolonialschule zu Witzenhausen. Von Dr. Paul Tliiele Mit Abbildung. Gründung 6, Zweck, Einrichtung, Lehrplan 7. Aufnahmebedingungen 12, Arbeitsplan, Lehrkräfte 273. — .— . Nachrichten über die — . Von Direktor E. A. Fabarius. Neue Litteratur 608. Kolonial-Wirtschaftliches Komitee (Anfragen und Auskünfte). Steinnufs, Canariurabaum, Kautschukkultur in deutschen Kolonien 34. Eicinussamen 136. Kolanüsse, Schattenbäume 183. Frostharte Hülsenfrüchte für Deutsch Südwestafrika, Cassadastärke 232. P'remdwörter 344. Eingabe an den Reichskanzler betreffs Errichtung eines Laboratoriums im botanischen Garten zu Victoria 291. — .— . E.vpeditionen des — . Expedition nach Central- und Südamerika 279, 405, 532, 561, 573, 610. Expedition nach Deutsch-Ostafrika 610. Expedition nach den Südsee-Kolonien 610. Kautschuk-Expedition nach WestatVika 135, 279, 355, 558, 561, 610. Kunene— Zambesi-Expedition 280, 489, 502, 507, 557, 558, 610. Ramie-Expedition nach Kamerun 609. Kongo- Gesellschaften. Kapital, Zweck, Ausfuhrartikel 503. Kongostaat. Export des — 1897 siehe Zum neuen Jahr 2. Kopal in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. — . — Sansibar — . Mit Abbildung 265. — • — . Vorkommen in Deutsch-Ostafnka 264, Stammpflanze 266. — . — siehe Handelsprodukte von Loanda 5u2, Kopra in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. — .— von den Marshall-Inseln siehe Schutzgebiete 124. — . — siehe Kokospalmen. Kuhbaum siehe Laudwirtschaftliclies aus Venezuela 574. - xy — Kultliranweisung für Gemüse, Blumen, Feldfrüclite etc. Von Joseph Klar. Aussaat 128, Pflanzbeete, Auspflanzen 129. Kulturgewächse der deutschen Kolonien und ihre Erzeugnisse. Yoa Prof. Dr. R. Sadebeck. Neue Litteratur 173. Kulturpflanzen siehe Deutscli-Ostafrika Neue Litteratur 178. Kunene — Zambesi - f^xpedition siehe Kolonial -Wirtschaftliches Komitee. Ausreise 280. — . — . H. Baum. Bericht I. Botanische Eindrücke auf den Kapverdischen Inseln und Principe 489. — .— . H. Baum. Bericht II. Handelsprodukte von Loanda 502. — . — . Reiseroute 507. — . — siehe Wurzelkautschuk 557. — . — . H. Baum. Bericht III. Reisenotizen über S. Thome, Cabinda, Loanda und Benguella 588. Kurasini. Notizen über die Gouvernements- Pflanzung — . (Deutsch- Ostafrika.' Von Reg. -Rat Dr. Stuhlmann. Mit Ai'bildungen: Kurasini vom Meere aus gesehen 580, Inneres der Faser- Auf- bereitungsanstalt Kurasini 581. Agaven-Pflanzung, Mauritius-Hanf, Sisal-Hanf, Pflanzung, Entfaserungs- maschine 579, Presse, Feldbahn 582, Ertrag, Preise 583. Laboratorium. Warum ist die Errichtung eines wissenschaftlich-technischen — in dem botanischen Garten zu Victoria erforderlich? Von Prof. Dr. 0. Warburg. Botanischer Garten zu Victoria 291, Botanischer Garten zu Buiten- zorg 292, Zweck eines Laboratoriums 294. Landolphien siehe Kautschuk 222. Landwirtschaftliches aus Venezuela. Dr. P. Preufs. Bericht III der Expedition nach Central- und Südamerika. Plantagenbetrieb, Boden, Niederschläge 573, Kuhbaum, Kakao, Kaut- schuk - Castilloa, Kolanufs, Muskatuufs, Tonkabohue 574, Mais, Bohnen, Zuckerrohr 575, Knollenpflanzen, Gemüse, Früchte 576, Vanille, Kaffee 577, Tabak 578. Laterit. Was ist — ? Von Dr. E. Kaiser. Entstehung 206, Zusammensetzung 213. Linaloeöl siehe Ätherische Öle und P^ssenzen 135. Litteratur. Neue — 32, 85, 132, 173, 230, 274, 343, 393, 458, 506, 558, 608. Loanda. Handelsprodukte von — . H. Baum. Bericht II der Kunene — Zambesi-Expedition. Kautschuk, Kopal, Wachs, Sansevierafaser 502. Lokomobilen. Preise für — und Feldbahnen 558. Mais siehe Deutsch-Ostafrika 74. — . — siehe Exportartikel Lindis 163. — . — siehe Deutschlands Einfuhr-Statistik 389. — . — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 575. — . — und Bohnen als Stapelartikel unserer tropischen Kolonien 83. Mangabeirakautschuk siehe Kautschuk. Mangrovenrinden. Gerbstof fhaltige — aus Deutsch-Ostafrika. Von Dr. W. Busse. Neue Litteratur 230. Manihot Glaziovii siehe Kakao in Cabinda 26. — . — siehe Kautschuk. - XVI — Miinihot siehe Cassadastärke. Marktbericht 37, 86, i;}(;, 184, 232, 280, 345, 394, 460, 507, 561, 611. Mascarenhasia siehe Kautschuk 220. Maschinen. Elektrische — siehe Elektrische Energie 484. Mauritius-Hanf siehe (Tonvernenientspflanzuiifi; Kurasini 579. Mededeelingen van het I'roefstation Üost Java. Neue Litteratur. Düngung bei Zuckerrohrkultur, Thierische Schädlinge des Zucker- rohres 33, Düngung von Zuckerrohr, Schädlinge des Zuckerrohres 230. MedizinalpTlanzen. Kohlers — . A'nii Dr. Max Vogtherr und Dr. M. Gurke. Neue Litteratur 343. Arzneipflanzen, Tropische Nutzpflanzen, Kautschuk- und Guttapercha- bäume 343. Medizinische Ausrüstung für Tropenreisende 341. Mkanifett. Mit Abbildung 204. Technische J'rüfung, Chemisclie Prüfung 203. — . — siehe Ölsaaten 223. Moliwe-Pflanzungs-Gesellschaft, Kamerun 71. Gründung, Ländereien 71, Kapital, Aufsichtsrat, Gesellschafter, Vor- stand 72, Land, Personal 497, Monodora grandiflora Benth. siehe Nutzpflanzen von S. Thome 339. Monohammus siericola sielie Katfeeschädlinge in Kamerun 335. Mtama siehe Hirse. Muskatnufs-Cultur in de Minahassa en op de Banda-Eilauden. Von Dr. J. M. Janse. Neue Litteratur. Krankheiten und Schädlinge 393. — . — . Von 0. Kamerling Onnes. Neue Litteratur 506. — . — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 574. Nelken. Gewürz — von Sansibar und Pemba 451. Ernte 451, Märkte 452, Preise 452. — . — siehe ätherische Öle und Essenzen 135. Niederschläge siehe Über den Kulturwert von Deutsch-Ostafrika 61. Nutzhölzer siehe Landwirtschaft in Shantung 253. — . — siehe Wirtschaftliches über Surinam 407. Nutzpflanzen von S. Thome. Von Ad. F. Moller. Dracaena arboroa als Seifenpflanze 268, Pentaclethra niacrophylla als Ölpflanze 269, Cassia oceidentalis als Kafloesurrogat 269, Sym- phonia globulifei'a 339, Monodora grandiflora Benth. 339, Pterocarpus tiuctorius Welw. 340. — . — der C ap V er di sehen Inseln und Principe. Von A. F. Moller. Botanisches 603, Kakao 604, Kaffee 604, Kautschuk 604. Obstbau siehe Landwirtschaft in Shantung 251. — . — . Der Zwergobstbaum und seine Pflege. Von Max Loebner. Neue Litteratur 344. — . — bäume siehe Wirtschaftliches über Surinam 406. Ölpalme siehe Wirtscliaftliches über Surinam 107. —.— siehe Eisenbahn in Togo 448. Ölsaaten. Beurteilung einiger kolonialer — . Sesamsaat aus Togo 223, Sesamsaat aus Kamerun 223, Treculia- Samen 223, Purgirnufssamen aus Togo 223, Fettnufs 223, Galam- nufs 223. Ofuntum siehe Kickxia-Kautschuk ()6. — XVJl — Okeiig siehe Kickxia-Kautschuk (i6. Ouderzoek naar de Plantensto ffen van Nederlandsch-liidie. Von Dr. W. G. Boorsnia. Neue Litteratui- 56(1. Oryza sativa siehe Reis. Palaquium siehe Guttapercha. Palmblattmatten. Herstellung von bunten — siehe Fävbematerialien in Lindi iVoo. Palmflechtmaterial. Das — Deutsch-Ostafrikas. Crin vegetal 23, Phoenix reclinata 24, Hyphaenapahue 24, Rapliia- palme 24, Borassuspalme 25. — . — in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 122. l^alm kerne und Palmöl in Kamerun siehe Schutzgebiete 124. Palmöl und Kerne siehe Der Handel Kameruns 498. Palmölbereitung in Togo 124. Pangani- Gesell Schaft. Zuckerfabrik GOl. Papaya siehe Kakaokultur in Samoa 92i). Papiermaulbeere siehe Landwirtschaft in Shantung 25.'). Parakautschuk siehe Kautschuk, l'ayena siehe Guttapercha. Pentaclethra macrophylla siehe Nutzpflanzen vun S. Tliome 26!l. Personalnotizen 86. 135, 561. Pfeffer siehe Deutschlands liintuhr-Statistik 390. Pfeffermünz -Kultur in den Vereinigten Staaten. Ertrag 605, Kulturland 605, Kosten 606, Gewinn 606, Ausfuhi- (i07, Konsum 607. JMlaiizenspritze. Eine neue — 558. Pflanzung „ Esser-Oechelha user " iKanieruni. Land 7:], Kapital 73, Leitung 73, Kakaopflanzungen 73. Anzahl der Kakaobäume 73, Produktion 73. Pflanzungen siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 179. — . — in Togo. Neugründung 551, Produkte 551. Pflanzungs- Gesellschaften Neue — siehe Zum neuen Jahr 5. — . — . Portugiesisch-Ostafrikanische — 500. Kautschuk-Kultur 500, Kokospalmen 500, Kaffee 500, Zuckerrohr 50(». :^[ais 500. Pflüge. Elektrische — siehe Elektrische Energie 486. Pharmazeutisch-Chemisches Laborntorium der Universität Berlin. Mitteilungen des — . Untersuchung von Wein und lüisinen aus Deutsch Südwestafrika 13. Pliaseolus vulgaris siehe Bohnen. — . — lunatus siehe Bohnen. — . — mungo siehe BoJmen. Phoenix reclinata 125. — .— siehe l-'almflechtmaterial Deutsch-Ostafrikas 24. IMlze siehe Landwirtschaft in Shantung 251. Pithecolobium Saman siehe Kolonial -Wirtschaftliclies Komitee (Sprech- saal) 183. Pia n tagen! ändereieii in 1\;iiimmiiii siehe Schutzgebiete 121. •2 - will — riaiitagL-nhi 11(1 sielie Eisenbaliii in 'l'ogo 448. IMiiiituins siehe Wirtschaftliches über Surinam 411. Podocarpus siehe Schutzgebiete 1-21. Pometia pinnata siehe Kolonial -AVirtHchartlicliL's Komitee (Sprechsaal \H'.). Pterocarpus tinctorius Welw. siehe NutzpHanzeii von S. Thorne 340. Pulque, das Nationalgetränk der Mexikaner. Von Heinrich Lemcke. Maguey- Agavenkultur 3.")7. Rentabilität ;>37, Herstellung des Pulque 337, Konsum 33S. l'urgirniii's sielie Koloiiial-Wirtsi-Iiariliclics Komitee (Sprechsaal 1.S3. — .— siehe Ölsaaten 223. (^Micb rachoholz siehe Deutschlands P]infuhr-Statistik 390. K am ieCaser und die wirtschaftliche Bedeutung dcT Raiiiickiiltur fiir unsere Kolonien. Von Dr. A. Schulte im Hofe. Neue Litteratur 8;"). — . — kultur. Die Bedeutung der — für unsere Kolonien, insbesondere fiir Kamerun. Von Dr. M. Gurke. Verwendung 471, Fasern 471. Jute 471. Hanf 471. Flachs 471, De- kortikations-Maschinen 472, Degummierung 473, Preise 47.">, Bo- tanisches 474, Stoffe 474. Ausfuhr Chinas 47ö, Klima 176, Bodon- beschaffenheit 477, Gesellschaften 478. — . — Pflanzungsgesellschaft in den Straits Settlements uml Sunuitra. Kapital 388, Sitz 388, Maschinen 388, Produktion 388, Preis 388. — . — Plantagengesellschaft. Gründungskomitee 21, Kapital 21 Raphiapalme siehe Palmfiechtmaterial Deutsch-Ostafrikas 24. Rattenplage siehe Kakaokultur in Samoa 127. Raubzeug. Anleitung zum Fangen des — . Von Gille. Neue I Jtteratnr 55!). Reben siehe Wein. Regenmengen siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 177. — . — siehe Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft 45Ö. — .— siehe Sigi-Pflanzungs- Gesellschaft 497. — . — in Neu-Guinea siehe Nachrichten über Kaiser W'ilhelms-Land l:)ö. Reis siehe Deutsch-Ostafrika 74. — . — siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 182. — . — siehe Exportartikel Lindis 163. — . — siehe Landwirtschaft in Shantung 247. 255. — .— kultiir siehe Togo 322. Reisenotizen über S. Thome, Cabinda, Loauda und Benguella 59U. Rheinische Handei-PIantageu-f Jesellschaft. Jahresbericht 1898 550, Katieepfiaiizungen 55uliita<^(;\viuiuui^- und der Kiikaobau. Bericht i. der Expedition nach Zentral- und Süd-Amerika. Dr. J'.PreuCs 405. Zuckerrohr 405. Arbeiter 405,.r5eviilkernng 40(;. Nutzhölzer 407, J'.alata 40S, Kakao IK). — . — . Ausfuhr von - oOli. ."> y tu }> honi ;i glohulil'era .siehe Nutzpflanzen von S. Thome 389. 'I'aliak. N'erbesserung der Qualität de.s — durch Diingung. Von l'rof. Dr. A. Stutzer. Versuche 261, Versuche in JJeutsch-Ostafrika 26:1 — . — . Onderzoek van Deli — . Von Dr. A. van Bylert. Nuue Litteratur .'iO;}. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 76. — . — in Neu-ßuinea siehe Nachrichten ül)er Kaiser Wilhelms-Land VM. — . — siehe Winterfrucht im Namalande 155. — .— siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur isi. — . — siehe Landwirtschaft in Shantung 250. —.— -Kultur siehe Togo 820. — . — siehe Deutschlands Kinfuhr-Statistik 391. — . — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 578. Teakbäume siehe Anbau der grofsen Bambusen 442. 'J'erniiten >iehe Kaffeekrankheiten 3S7. Thee siehe Landwirtschaft in Shantung 252. — . — siehe Deutschlands Einfuhr-Statistik 889. Togo gebiet. Die wirtschaftliche- Nutzbarmachung des — . Von Dr. Ernst Henrici. Handel 318. ßaumwoU-Kulturversuche 319, 32<», Tabak 320, Kokos- palmen 820, Kaffee 821. Kakao 321, Eeiskultur 322, Zuckerrohr 8.22. Bananen 323, Kautschuk-Kultur 328, Elsenbahn 824, Kosten ujid Rentabilitiit einer Eisenbahn 325. Elektrischer Betrieb 8)25. Tdukabohne siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 574. 'I'rachylobium mossarabicense siehe Kopal. T r e c u 1 i a s a m e n si ehe Ölsaate n 22.' > . Urostigma X'ogelii siehe Kautschuk, üs am bara- Kaffeebau-Gesellschaft. Dürre 263, Kaffee 268, Düngung 263, Qualität 264. Vanillebereitung. Das trockene Verfahren der — . — . — in Kamerun. Preis 267, (Qualität 2. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 77. Versnchsgarten Dar-es-.^aläm siehe Schutzgebiete lli). — _ zu A'iktovia siehe Ausnutzunu' und Anbau von KautschukpHanzen in Kamerun 15. — .— plantage Mohorro siehe Schutzgebiete 121. — __st;ation Daboga siehe Schutzgebiete l-Jl. — .— Station Kwai siehe Deutseh-Ostat'rika 76. — . — Station Kwai siehe Schutzgebiete 121. _. — Station Kwai siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 182. _._statii)n. Tropische — in Deutsch-Ostafrika siehe Zum neuen Jahr ('). Versuchsstation. Tropisclie — siehe Deutsch-Ostafrika. Xeue Litte- ratur 183. Yiehfutterpflanze. Spi>rubolus Molleri als — 128. A'iehzucht siehe Über den Kulturwert Deutsch-Ostafrikas (50. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 77. - in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 119. • siehe Deutsch-Ostafrika. Xeue Litteratur 182. - siehe Rheinische Handel -Plantagen-Gesellschaft 550. - siehe Deutsch-Südwestafrika. Neue Litteratur 277. Voandzeia subterranea siehe Brderbse. A^ogelplage siehe Winterfrucht im Namalande 154. Wachs siehe Landwirtschaft in Shantung 253. — . — siehe Handels|n"(»dukte von Loanda 502. ^Valdfrage siehe Deutsch-Ostafrika. Neue Litteratur 182. Waldverordnung in Deutsch-Ostafrika 450. Wasserzi'ille siehe Deutsch-Ostafrika 298. Weinanbau siehe Deutsch-Südwestafrika Neue Litteratur 276. Weinbau in Südwestafrika siehe Zum neuen Jahr 5. — . — — .— . Allgemeine Bemerkungen betreffend den—. Von Prof. Dr. Dove 15. Weine und Rosinen aus Deutsch-Südwestafrika. Die ersten — . Preisausschreiben des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees. Zuerken- nung eines Geldpreises an Oberamtmann Nitze 12, Gutachten von F. \V. Bovchardt- Berlin, Chemische Untersuchung 13. Weinkultur in Deutsch-Südwestafrika siehe Personalnotizen 86. — . .— siehe Schutzgebiete 124. _._. Relikrankheiten. Von Dr. F. Noack. Neue Litteratur 343. Werg von der Ölpalme als Matratzen fuUung 31. Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Victoria-. Pflanzungen. Personal, Arbeiter. Vieh 20. Jahresbericht 1898, Personal, Bauten 331, Bilanz, Pttanzuugen, Ar- beiter, Kosten eines Kakaobaumes 332. Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft. Jahre3l)ericlit 1898, Dürre 217, Ptianzungen, Kokospalmen. Kaflee, Kaffee- Auf bereitungsanstalt, Arbeiterverhältnisse 218. Kaffee-Ernte, Liberiakaffee, Vanille. Kardamom 449, Kokospalmen, Mauritiushanf, l'iselzucht.' Arbeiter, Regenfall 450. Winterfrucht iin Namaland. Von F. Gessert. Bewässerung 15:!, Friiste, Heuschrecken, Vogelplage, Ertrag. <4e- trcide 154, MfilsenlViicIite, Tabak 155. - XXII — ' Wurzel kaut 8 clin k siehe Kautscliuk. Yams in S. Thome. Von A. F. Moller ;J87. Yamswurzel aus dem botanischen (rarten zu Viktoria. Chemische Prüfana' 245. Zea Mays siehe Mais. Zeitschriften für tropische I^andwirtschaft. Fortsciiritte der !ri4. Ziegelei in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 121. Zimmtöl siehe Ätherische Öle und Essenzen 135. Zuckerproduktion siehe Zum neuen Jahr 4. Zuckerrohr siehe t'^ber den Kultnrwert Deutsch-Ostafrikas (jd. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 7(1. — . — siehe Deutscli-Ostafrika. Neue Litteratur 182. — . — . Sugar cane. Von William C. Stubbs. Neue Litteratur 27S. — .— siehe Togo 322. — . — sielie Wii'tschaftliches über Surinam 405. — . — siehe Portugiesisch-Ostafrikanische Pflanzungsgesellsehaften 5fW. — . — siehe Reisebericht aus Demerara 582. — . — siehe Kaffee in Guatemala 557. — . — siehe Landwirtschaftliches aus Venezuela 575. — . — . Düngung beim — siehe Mededeelingen van het Proefstation Oost ava oo. , — . — . Düngung und Schädlinge siehe Mededeelingen van het Proefstation Oost Java 23(). — .— . Kultur, Fabrikation und Statistik. Von Walter Tiemaini. Neue Litteratur 506. — . — . Tierische Schädlinge siehe Mededeelingen van het Proefstation Oost Java 38. — . — . Selectie vaJi — . Mededeelingen van het Proefstatidu Oost Java. Von .1. D. Kobus. Neue Litteratur (i08. Zum neuen Jahr. Von Prof. Dr. 0. Warburg. Hxport des Kongostaates 2. Kautschukein fahr in Antwerpen und Deutschland, Elfenbeineinfuhr in Hamljurg und London .'>, Zucker- produktion. Indigokultur, Kautschukkultur 4, Katfeekultur. Pflan- zungen in deutschen Kolonien, Rinderpest, Weinbau in Südwest- afrika, Verkehr und Transport 5, Tropische Versuchsstation in Deutsch-O.^tafrika (i. Abbildungen. Allanblackia ( Stearodendron) Stuhlmannii Kngl. 204. Balata. Scknittmcthode 408. C'eara-Kautschukba um (IVlanihot Glazioviii 50. Ci tronellöl-DestiUi eranlage 28. Elektrische Lokomotive 485. Elektrischer Kralui 484. Elektrischer Pflugmotor 483. Erderbse. Voandzeia subterranea 1()9. Feldbahnen 364, 3(;5, 366, 367, 368, 36!). 37(», 371, 372, 373. Ficus elastica Roxb. 423. Hancornia speciosa Müll. Arg. 148. — XXlll — Kaf feeaufbereituiigsauritalt in Bulwa (üsambaru^ 100. Kakao-Dörrapparat 225. — . — messer 413. Kolonialschule zu Witzeiihausen 8. Kur'isiiii vom Meere aus «-eselien 580. — .— . Inneres der Faser- Aufbereitiiiigsanstalt 581. Landolpliia florida Benth. 311. — .— Heudelotii D. 1). .Jll. — .— Kirkii Dy. 311. Mascarenhasia elastica 221. San.seviera- Arten. Südafrikanische — 22. Sclanittmetliodeu bei Manihot Glaziovii 111, 115. Trachj'lobium mossambiceuse 265. Transformator. Fahrbarer — -187. Viehdepot in Dar-es-S:i läm 12(i. Viehherde in Pugu 120. Willoughbeia coriacea Wall. 529. — . — javanica Bl. 528. Namen 8 Verzeichnis. Adam 110, 31;l. African Produce Co. Ltd. 604. Aktiengesellschaft für Feld- und K 1 e i n b a h n e n - B e d a r f vor in als r e n s t e i n & K p p e 1 372, 558, 609. Albero 134. A 1 dinge r, Dr. phil. 274. Allweiler, G. 558. Anglo-Continental vorm. Ohlen- dorffsche Guanowerke 179. Antelmann, Bruno 164. Arning. Dr. 273. Arriaga, Dr. 50<). A ahme ad, Dr. Albert 8. 341. Ashmead, Percy H. 341. Aust & Hachmann 267. Ballot 307. B arraclough 57'.). Baron 309. Bau eher 314. Bauer, Prof. Dr. 211. 212, 213. Baum, Hugo 280, 489, 502, 507, 557. 288, 603, 610. P.aumüller. 0. 134. S. K. 11. 1' r i n z Lc o p o 1 d v o n Bayern 72. Beckströra 13. Behrens, Prof Dr. J. 299. Belliere, M. 224. Berg, Bezirksanitmann 218. Berger. Dr. 104. Berkhout 433. v. Besser, Hauptmann 359, 497. Biffen, E. H. 34, 53. 113, 114, 115, 116. 117, 327. 329. S. D. Fürst Otto V. Bismarck 320. Blum, Hans 134. Boesch, Wilhelm 228. V. Boetticher, Oberpräsident Excel- lenz 72. Boorsma, Dr. W. G. 560. Borehardt, F. W. 13. Bornmüller 3.")1. Borsig, A. 488. Boutmy, Dr. 31. Bouyssun, J. 114, 115, 116. V. Brandenstein 217. Brandes, Vizekonsul 457. Brandis, Dietrich 438. \ X I \ Jh'owii. I'.uvcri it Co. \^0. I!iicli:inaii -2(i:i. iJuchwaid. I>r. J. 31>3. Buerun, -luaii l^uis 584. ßuff. Farmer 602. JUirbidiie 527, 530. Büsing'. Adolf 72. Busse, Dr. W. 132, 230, 209, 3(11. 303, 453. de Bussy, .1. JF. 32. 231. oGO. IJutin-Schaai) 31. van Bylei-t, Dr. A. 3!»3. Cabell 405. Cannstatt. 0. 279. Caree et C. Nand 458. V. Cariiap-Querlieiml) 30G. Cavalcanti, Dr. A. JJ. Uclida 152. Ceulen & Cn.. J. A. 4l(;. Clialot, M. 78, 112, 113, 305. Charit 011, Leutnant 429. ('lieiiiisch e Werke vorin. II. & E. Albrecht 179. Cliocola - Plantagenii'e.sellscha l't 557. (Miristy & Co., l'liüinMS 33(;. Clont h, Franz 460. Co 11 ins, James 429, 530. Combanalre, M. A. 531. ( 'oiiii)agnie anversoise des plaii- t a t i n s de Ij u b e f u 503. (.' 111 p a n h i a de M o s s a ni e d e s 28( ), 610. (;onii)anlii a de Mo/. aiiib i (|Ue 5(»1. da ('osta-Ruas, Antonio Tavares 25. V. Cramer-Klett. Freiherr 72. (.Gramer k JJuchholz 179. Cross 53, 110, 114. Czerhaty, Fror. 261. I) alert, Dr. F. W. 159. 559. I) a 111 a r a 1 a n d - F a r m - ( i e s e 11 s c ni. b. H. ,55(i. Delteil 456. Deutscii - Ostal'r i k;i M 1 sc h e Seilschaft 332. Deutsch - Ostafri l. Hirscliberg 271. Hirt & Sohn, Ferdinand 279. Hockmeyer 228. Hofland 433. S. D. Fürst zu Hohen lolie- S c h i 1 1 i n g s f ü r s t , Reichskanzler 291. S. K. H. Fürst von Hohenz oller n- Sigmaringen 72. Ho ij mann & Schnur mann .j()6. Holm wo od, F. 219, 222. Holst, Gärtner 222. Horta, Jose 560, 584, 587. Hufnagel 553, 554. Humboldt 175, 574. Hupfeld, Bergassessiir 551. Huppertz, Prof. 274. L'lkelemba, Societii aiiniiyine 503. van Ingen, H. 33, 608. Inge no hl. Carl 72. Jaillet 176, 271. Janse. Dr. J. M. 392. Jenman 533. Johnson 245. Jumelle, Henri 174, 304, 310. Kaffeeplantage „Sakarre" (JOl. Kaiser, Dr. E. 206. Kamerling ÜJines, 0. 506. Kamerun Land- und Plantagen- Gesellschaft 71. 73, 551. La Kassien ne 503. van der Kellen, Pieter 507, 557. V. Kerpely, Coloman 261. K i r k , .Sir John 58. Klar, Joseph 128, 232. V. Kleist, Hauptmann 220, 221. K nepp er 272. von dem Knesebeck VM. Knutson 57. Kobus, J. D. 33, 230, 608. Koch, Geh. Reg. Rat 76. Köhler, Kaiserl. Gouverneur 125. Köhler, Fr. Eug. 343. Kokos - Yerwertungs - Gesell- schaft 117, 497. Kolbe 386. Kolff & Co. 392, 459, 560. K 1 n i a 1 - M u 3 e u m t e H a ar 1 e ui 50(). K o 1 o n i a 1 s c h u 1 e W i 1 h e 1 m s li o f 608. Kolonial - Wirtschaftliches Komitee 12,135,279,291,292, 355. 405, 48;), 502. 507, 532, 557, 561, 609. XXYl — V. Konen, Geli. Rag. Jlat i'idt'. Dr. 273. Kongo - KisL' n hall Jigesel 1 .. l'llanzung ,, (rfinther - Soppo " G. m. b. H. 73. Philby, H. Montague 113. Pierre 17(J. 310. l'ittier, H. 584, 587. Plantagengesellschaft ('on cep- ci on 5.56. Plehn, Leutnant 520, 610. Plugge, Prof. P. C. 560. Poensgen, Dr. Albert 72. Pogge 314. Poisson 114. Polakowsky, Dr. H. 34;J. XXYII Preufs. Dr. Paul 15, 57, 65, 72, 78, 79, 81, 124. 131. 215, 223, 245, 257, 25it, 267. 27it, 304, 306. 312, 313, 317, 335, 361, 405, 532, 561, 573, 610. Preyer, Axel 160, 327, 478. Produits vegetaux du Haut Kassai 503. Prometlieus, G. m. b. H. 483, Eac kow 359. Kamie- Plantagen - Gesellschaft 21. ß eh bock. Prüf. Th. 102. 274. Reimann, Direktor 601. Eeimer, Dietrich 102. S. II. Fürst Reufs 72. Richard. Kapitän 308. V. Richthofen, Geh. Reg. Rat, Prof. Dr. 195, 247. Ridley 5.30. Rite hie & Co., Martin 429, 430, 435. Rheinische H a n d e i' - P 1 a n t a g e n - (resellschaft 550. Rhenania, chemische Fabrik 177. Robinson, C. H. 504. Rodewald 245. Roeder, Eugen 223. Rohde & Co, ^latthias 223. van Romburgh 51, 56, 433, 437. Rose. Handelskonsul 523. Rosenthal 270. 271. Roxburgh, Dr. 429. S. H. Ilrbgrofsher zog von Sachsen-Weimar 72. Sadebeck, Prof. 170, 173. V. Saint Paul-Hilaire 335. Sander, Stabsarzt Dr. 21. Sander 497. Sapper, Dr. Carl 583. Saussi ne, Prof. G. 81, 115, 521. Saytzeff 206. Schaarschmidt 113. . V. Scheffel, Victor 550. Schenk, Dr. 210. Schimmel & Co. 26, 268, 525, 605. Schlecliter, R. 58, 135, 279, 304, 855, 420, 500, 558, 561, 610. Schiunke 450. »Schmidt, (iustav (vorm. Rob. Oppen- liei)») 344. Schmidt, Hugo 126, 552. Scho eller, Rudolph 72. V. Schrenck, Dr. L. 196. Sehr 06 der, Martin 228. Schroff 270. Schul le, C. M. 134. Schulte im Hofe, Dr. A. 85,., 476, 477, 609. Schumann, Prof. Dr. K. 34, 173, 176, 220, 313, 458. Schweinfurth 313. 314. Seedorff, Konsul 532. Seitz, Dr. 70. Sem 1er 301, 477, 5.53. S i e d e 1 u n g s - (Gesellschaft für Deutsch-S üdwestafrika 21, 602. Siemens, Bros., William 174. Siemens , 220, 222, 264, 296, 309, 310. .312. .579. Stutzer, Prof. Dr. A. 214. 261. Tappenbeck, F. 135. Taubert, Dr. 170. Technisch Bureau voor Kolo- niale Industrie voorheen Gruii- del it Hellendoorn lol. Teige, F. 59, 176. Thiele, Dr. Paul 8, 134, 274, 609. XYIJ V. Thiele- Winckler, Gral' 72. T lii e n e m :i n n , R. 534. Tlionis. VviA\ l>r. II. 13, 170, 171. 24.-). Thiimson, Rob. 525. Thorinählen, Jos. 72. TiemaiH) 133, 271, 50(3. Traun, Dr. 304, 317, 318. Tri 111 en, Dr. 54, 55. 231. U u i ü 11 K 1 e k t r j z i t ä t s - A k t i e 11 - gesellschaft 480. Upmanii, Heijiricli 72. U s a. in b u r a K a tl'e e b a u - G e s e 1 1 - scliaft 9!), 2(;3. Utermülil, Heriiiaini 134. d'Utra, G. 115. Valdau 57. Verbaere, Dr. 2;>1. V e r k au fs sy n d i k at d e r K a 1 i\v 6 r k e 179. Vog-tlierr, Dr. Max 343. Voigt, B. F. 4t;o. Yolkart Brothers 2(;. Volk ans, Prof. 222, 335. van der Yries, Gebr. 22f>. Waby 533. Wal lieh 530. War bürg, Pr.sf. Dr. 0. 1. 33. 34, 35. ;Ui, 49, 72, 107, 125, 133, 135, 147, 170, 174, 214, 218, 223, 257, 2(i7, 2()9, 279, 292, 29(;, 303, 335, 393, 419, 452. 4()0. 50(3. 524, 528, 559, 560. Watermeyer, J. C. 102, 274. Watt 477. Wecke & Voigt.s (302. Well er :3.'!(;. Weinberg, Carl 72. Weise, Oberforstnieister 274. Westai'r ikaii js che Prianzunifs- Gesellschaft ^Biliundi" 73. W e s ta f r i k a n i s c h e P f 1 an z u n gs - Gesellschaft .,Victoria^- 20.73. 331. Westdeutsche Handels- und Plantagen - Gesellschaft 217. 449. White, J. C. 270, 272. White, R. B. 525. Wichelhaus, Prof. Dr. Herrn. 72. Wijnen, H. P. 31. William & Brothers 108, 109, 183, 336. Willi amson, Alexander 19(3, 252. V. Wissinann, Major, Gouverneur von Deutscli-Ostafrika (30. Wo ermann, Adolph 72. Wobltma un, (Jeh. Reg. Rat, Prof Dr. 59, 72, 74, 75, 7(3, 102, 176, 207, 208, 209, 210, 214, 263, 274, 332,. 519, 551, 552. 561, 579. Woldern, S. 149. V. Wolf, Freiherr 72. Wolf, R. 558. Woltze, Franz, Direktor 217. Ximeiiez 132. Zambesi-Conipagnie 501. V. Zech, Graf 519. Zehntner, Dr. 33. 230. V. Zezschwitz, Fr. 343. Zezula. F., Oberingenieur 362. Ziegler, Friedrich 550. Zi iiiinenii ann, Prof. 30. Zimmermann & Co., Akt.-Ges. 487. Zuntz sei. Wwe. 164, 16.5. -^<5^ Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdrackerei von E. S. Mittler & Sohn, Berlin S\V, Kochstr. 68—71. DER TEOPENPFLANZEK. ZEITSCHRIFT ruB TROPISCHE LANDWIRTSCflAFT. 3. Jahrgang. Berlin, Januar 1899. No. 1. Zum neuen Jahr. Abermals sieht unsere Zeitschrift auf ein vollendetes Jahr zurück, und wir freuen uns, sagen zu können, dafs unsere Arbeit nicht vergeblich gewesen ist. Der Kreis der Leser hat bedeutend zugenommen, das Interesse fiir die von uns vertretenen Aufgaben dringt in immer weitere Schichten, immer klarer kommt es den inter- essierten Kreisen zum Bewufstsein, dafs sich auf die Dauer ein Wechselverkehr mit den Tropen im grofsen Stile für Deutschland nur dann aufrecht erhalten lassen wird, wenn wir die dortige Land- wirtschaft kontrollieren können oder sie wenigstens in enger Interessengemeinschaft mit uns zu verknüpfen im stände sind; ersteres ist nur möglich durch wirtschaftliche Entwickelung bezw. Ausdehnung unserer eigenen Kolonien, letzteres durch intensive Beteiligung unserer Landsleute an der Landwirtschaft anderer auf- strebender tropischer Länder. Freilich giebt es noch immer Leute, die dies nicht einsehen, einerseits solche, die noch von unerschlossenen, ohne Kulturarbeit erlangbaren vegetabilischen und tierischen Schätzen träumen, die nur gefunden und gehoben zu werden brauchen, etwa wie dies bei den Diamanten und beim alluvialen Golde thatsächlich der Fall ist — und namentlich mufs der den Namen jetzt mit Unrecht tragende dunkle Erdteil noch iumier traditionell dazu herhalten — , anderer- seits geben sich noch viele dem Wahne hin, dafs dem tüchtigen Kaufmann die ganze Welt gehöre, und Deutschland seine grofsen Märkte für tropische Waren nicht streitig gemacht werden könnten^ so lange der deutsche Kaufmannsstand nur intelligent und rege bleibe. Die meisten sind aber jetzt schon eines anderen belehrt worden; konnte man noch vor wenigen Jahren seine Hoflnungen in Bezug auf neue rentable Urprodukte auf immer entfernter liegende, damals noch unbekannte Gegenden verschieben, so ist dies bei dem Tropenpflanzer, 1899, Heft 1. J 2 heutigen Stande der Erforseliung der Tropen mit dem besten Willen nicht mehr möglich. Aufser Kautschuk und Elfenbein bietet selbst der innerste Kern des dunklen Weltteiles keine die Transportkosten deckenden tierischen und pflanzlichen Urprodukte, und ob dies selbst nach Durchführung der Eisenbahnen im Centrum Afrikas besser werden wird, erscheint uns mehr als zweifelhaft; nur da, wo schiff- bare Flüsse die Kosten erheblich verbilligen, wie im Kongogebiet; am Niger, am Sambesi und später wohl am Nil, ist auch auf die Ausfuhr anderer Produkte zu hoffen, z. ß. Felle, Hörner, Wachs, Drogen, Gummi, Kopal, vielleicht auch Ölsaaten, Gerbstoffe und Faserstoffe, obgleich bei diesen letzteren drei Rohstofigruppen schon relativ geringe Transportkosten auf die Ausfuhr erheblich er- schwerend einwirken: wertvollere Hölzer vertragen zwar schon eher weiten Flufstransport, aber die auf den Hauptströmen Afrikas un- vermeidliche Umgehung der Stromschnellen an den Randgebirgen durch Eisenbahnen wird einen grofsen Export kaum aufkommen lassen.*) Also auf unbekannte wertvolle Naturschätze im Innern ist, abgesehen von Mineralien, nicht mehr zu rechnen, und die be- kannten, auch sonst vorhandenen, dürften kaum einen grofsen Handelsverkehr ins Innere auf die Dauer ermöglichen, da mit den Elfenbein- und Kautschukschätzen Afrikas in wenigen Jahrzehnten ziemlich aufgeräumt sein wird. Es bleibt demnach nur die ernste Inangriffnahme der tropischen Landwirtschaft, von der wir eine dauernde Belebung des Handelsverkehrs zu erwarten haben, also einerseits die Entwickelung des Ackerbaues der Eingeborenen, andererseits die Beförderung des Plantagenbaues. Was nun den zweiten Einwand betrifft, dafs es nur auf die Tüchtigkeit des Kaufmannsstandes ankommt, so sind wir in den letzten Jahren in sehr drastischer Weise belehrt worden, dafs auch die Handelsrichtung der Ausfuhr tropischer Gebiete der Flagge folgt. Antwerpen hat sich in wenigen Jahren infolge der riesigen Elfenbeinanfuhren des Kongostaates zum gröfsten, selbst London überflügelnden Elfenbeinmarkt der Welt entwickelt und droht auch im Kautschukhandel in einigen Jahren ein gefährlicher Rivale Ham- *) Dies erkennt man z. B. jin dem Export des Kongostaates im Jahre 1897, als der gröfste Teil der den oberen Konsro aufschliefsenden Eisenbahn schon fertiggestellt war. "Während der Kautschuk (8 926 8f(0 Eres.) und das Elfenbein (6 004 1 80 Eres.) zum bei weitem gröfsten Teil vom oberen Kongo stammen, kommt das dritte gröfsere Produkt: I'almöl und -Kerne (1894 353 Eres.) aus- schliefslich vom unteren Kongo, fast ausschliefslich auch die Hölzer (74 551 Eres.) und Kopal (91609 Eres.), Sesam (18 919 Eres.), Erdnüsse (16 981 Eres.), Kola- nüsse (7193 Eres.) und Mulla Panga, d. h. Pentaclethrasaamen (796 Eres.); nur wertvollere kultivierte Genufsmittel kommen in steigender Menge vom oberen Kongo (Kaffee 402 760 Eres., Kakao 6437 Eres., Tabak 9792 Eres.). — O burgs und somit Deutschlands man dies aus folgender Tabelle: Es wurden importiert an Kautschuk zu werden. Am besten erkennt 1889 1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 Antwerpen 5 30 21 63 167 275 531 1116 1724 Deutschland 4011 3889 4406 4692 5199 5640 6821 8280 8574 an Elfenbein Antwerpen London 46 47 60 119 223 185 273 266 280 301 Tonnen 357 Während sich die Jahren 1889 bis 1897 51 in den 255 390 359 376 344 284 246 Kautschukeinfuhr Deutschlands also kaum verdoppelt hat, ist diejenige Ant- werpens um das 345 fache gestiegen, während sie 1889 den acht- hundertsten Teil der deutschen Einfuhr betrug, stellt sie jetzt schon ein Fünftel der Einfuhr Deutschlands dar. Dabei ist noch zu be- rücksichtigen, dafs weit über die Hälfte der deutschen Einfuhr erst indirekt, namentlich über England, nach Deutschland gelangt, infolge unserer viel Material verbrauchenden, blühenden Kautschukindustrie, während Antwerpens Einfuhr fast durchaus in direkten Im- porten besteht. Was speziell Afrika betrifft, so fehlt nicht mehr viel, dafs Deutschland von Antwerpen eingeholt wird, 1896 hat Deutschland nur 2600 Tonnen direkt aus Afrika bezogen, während fast der ganze Import Antwerpens aus Westafrika, vor allem aus dem Kongostaat stammt. Hier haben wir also den deutlichsten Beweis, dafs ein tüchtiger Kaufmannsstand allein nicht genügt, um Deutschland zu einer dauernden Machtstellung im Verkehr mit den Tropen zu verhelfen; wir müssen in der Produktion selbst mitwirkend oder wenigstens kontrollierend eingreifen, und das können wir nur durch die landwirtschaftliche Entwickelung unserer eigenen Kolonien sowie durch die direkte Beteiligung an der Landwirtschaft in anderen tropischen Ländern. Diese beiden Ziele bilden die Quintessenz der Thätigkeit dieser Zeitschrift sowie überhaupt der Bestrebungen des Kolonial -Wirt- schaftlichen Komitees. Was die Entwickelung der tropischen Landwirtschaft im letzten Jahre betrifft, so können wir uns kurz fassen. Die Übergangs- periode, in der sie sich befindet und auf die wir in unserer vor- jährigen Neujahrsübersicht näher eingingen, hat nicht nur angehalten, Die Zuckerkalamität 1* sondern sogar ernstere Formen angenommen. — 4 — ist gebliebeu iiud die Zuckerkonferenz der europäischen Mächte an- scheinend resultatlos verlaufen; England hat noch keine ent- scheidenden gesetzlichen Schritte (in Gestalt von Kompensations- zöllen gegen den Prämienzucker des europäischen Kontinentes) zum Schutze der Zuckerkultur seiner westindischen Besitzungen und damit zum Schutze der Rohrzuckerkultur überhaupt, ergrifien, da- gegen gewinnt die Zuckerfrage infolge der Eroberung Kubas, Forto- ricos und der Philippinen durch die Vereinigten Staaten eine ganz andere Grundlage; sind doch alle drei recht wichtige Centren der Rohrzuckerkultur, indem Portorico 80 000 Tonnen, die Philippinen 200 000 Tonnen und Kuba 600 000 bis 700 000 Tonnen Zucker vor dem Aufstaude (augenblicklich nur etwa 150 000 Tonnen, 1873 sogar 846 000 Tonnen) jährlich erzeugen, von denen jedenfalls der bei weitem gröfste Teil, falls Zollgemeinschaft angenommen wird, nach den Vereinigten Staaten gehen wird, zum Schaden der europäischen Rübenzuckerindustrie. Ebenso ist die Frage der Zukunft der Indigokultur nichts weniger als gelöst. Hierbei sieht man aber so recht, welcher Segen darin liegt, wenn eine Kultur in Händen intelligenter europäischer Pflanzer liegt. Während der bengalische Indigobauer stumpfsinnig in der alten Produktionsweise weiter arbeitet, und vielleicht eines guten Tages mit Bestürzung merken wird, dafs er bei noch so grofser persönlicher Einschränkung nicht mehr bei den fallenden Preisen existieren kann, haben sich die europäischen Indigopfianzer in Java zusammengethan und Sachverständige in Europa beauftragt, ihnen mit Hülfe der Wissenschaft im Kampf gegen den künstlichen Indigo beizustellen. Ob es möglich sein wird, auf die Dauer den Kampf aufrecht zu erhalten oder gar den künstlichen Indigo tot- zumachen, ist natürlich nicht vorherzusehen, dafs aber die Produktion des natürlichen Indigos durch diese energischen Anstrengungen eine rationellere, ergiebigere und dadurch widerstandsfähigere werden wird, ist schon jetzt klar ersichtlich. Nichts hat in diesem Jahre die tropische Landwirtschaft so in Anspruch genon)men, wie die Begründung einer rationellen Kautschuk- kultur, welche durch die vielfach abnehmende Urproduktion, den gesteigerten Bedarf und die hierdurch sehr in die Höhe geschraubten Preise nicht nur ermutigt, sondern sogar zu einer Notwendigkeit wird. Wir sind ein gutes Stück weiter gekommen, und auch unsere Zeitschrift kann den Anspruch erheben, nicht müfsig dieser wichtigen Frage zugesehen zu haben; fast jede Nummer trug zur Klarlegung der einschlägigen Verhältnisse bei, und wir können schon jetzt sagen, dafs infolge der Arbeit des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees demnächst ein für die weitere Entwickelung der Kautschukfrage nicht unwichtiges Unternehmen durchgeführt werden wird. — 5 — Die Kaffeekultur litt wie im Vorjahre unter sehr niedrigen Preisen, doch lassen die verminderten Anfuhren und die jetzt be- ginnende Räumuno; der übers-rofsen Vorräte auf etwas bessere Zeiten ■TS o «-1 hoffen. Im Gegensatz hierzu lassen die Preise für Kakao und Vanille wenig zu wünschen übrig. Was nun unsere Kolonien betrifft, so sind, hauptsächlich wohl infolge der niedrigen Kaffeepreise, neue Plantagengesellschaften nur in geringer Zahl ins Leben gerufen, die Kaffeeplantage Sakarre in Ostafrika sowie die Pflanzung ,. Günther Soppo" in Westafrika sind fast einzig erwähnenswert, dagegen werden zwei andere grofse Gesell- schaften für Kamerun demnächst begründet werden, von denen aber nur die eine sich ausschliel^lich auf Landwirtschaft (Kakao haupt- sächlich) werfen wird; ferner haben sich mehrere Einzelpersonen in Deutsch -Ostafrika auf Kaffeekultur und eine sogar auf Weinbau geworfen; endlich haben sämtliche bestehenden Gesellschaften ihre Anpflanzungen bedeutend vergröfsert, so dafs von einer beständig fortschreitenden Entwickelung der Plantagenkultur unserer Kolonien gesprochen werden kann. Dividenden konnten begreiflicherweise die Pflanzungsgesellschaften bis auf die älteste noch nicht verteilen, dafs aber diese Hamburger Gesellschaft, die im Vorjahre ihre erste Dividende von 5 pCt. gab, in diesem Jahre schon 8pCt. verteilen konnte, ist ein gutes Omen. Auch für Neu- Guinea scheint von diesem Jahre an eine bessere Zeit anbrechen zu sollen, da aller Wahrscheinlichkeit nach die diesjährige, demnächst vor den Reichs- tag kommende Regierungsvorlage behufs Übernahme dieses Schutz- gebietes durch die Regierung vom Reichstag angenommen werden dürfte. Südw^estafrika leidet zwar noch unter den Nachwehen der Rinderpest, doch ist in manchen Beziehungen recht Erfreuliches über die wirtschaftliche Entwickelung zu melden gewesen. Die Anfänge der Angoraziegenzucht scheinen zu glücken, und über die ersten im Schutzgebiet gewonnenen Rosinen sowie den dort be- reiteten Wein findet man in dieser Nummer die Gutachten der Sachverständigen. Auch die Verkehrs- und Transportfragen werden jetzt in den verschiedenen Kolonien ernstlich in Angriff" genommen, teils durch Privatgesellschaften, z. B. die Deutsch -Afrikanische Handels- und Landwirtschafts- Gesellschaft (Fahrweg zum Kilimandscharo), die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika (Landungsvorrich- tungen in Lüderitzbucht), teils durch die Regierung; erfreulicher- weise ist der jetzt dem Reichstag vorgelegte Etat reich an Plänen von gröfster Wichtigkeit für die Belebung des Verkehrs, Avie z. B. Hafenanlage und Wasserleitung in Swakopmund, Fortführung der — G — Eisenbahn nach Windhoek und Anlage von Brunnen. Anschlufs des südwestafrikanischen Schutzgebietes an das internationale Tele- graphennetz, Landungsbrücke und Schmalspurbahn im Togogebiet, Schwimmdock in Dar-es-Saläm, Übernahme der Usambara-Eisenbahn und Fortführung derselben bis Korogwe etc. Mögen unsere Volks- vertreter die Bedeutung dieser Maisnahmen nach Gebühr würdigen und nicht durch Abstriche die wirtschaftliche Entwickelung der Schutzgebiete unnütz verzögern. Auch die von uns mit Eifer befürwortete Gründung einer tropisch- landwirtschaftlichen Versuchsstation in Deutsch-Ostafrika durch die Regierung scheint so gut wie gesichert zu sein. Es soll eine solche in diesem Jahre in Usambara, möglichst in Verbindung mit der schon in KAvai befindlichen subtropischen Station errichtet werden ; hoflent- lich wird sie einer intelligenten, selbständig arbeitenden und Praxis und Wissenschaft in gediegener Weise verbindenden Persönlichkeit anvertraut werden. Auch glauben wir erwarten zu dürfen, dafs für die Wahl des Platzes weniger die Ausgedehntheit des Geländes und die gute Verbindung mit Kwai als mafsgebend angesehen wird, als die Zweckdieulichkeit zur Entwickelung der Plantageukultur; es sollte deshalb die Station unbedingt in der wirklichen Waldzoue üsambaras liegen. So wichtig auch für die spätere Zukunft des Schutzgebietes die Entwickelung der Eingeborenen- und Steppen- kulturen sein mag , für's erste ist das Notwendigste die Unter- stützung der Plantagenkultur. Dafs daneben die Hochlands- besiedelungsfrage ernst in Angrifi' genommen werden soll, dafür bürgt die geplante Ausgestaltung der Station Kwai. Möge die Station in nicht zu ferner Zeit zu günstigen Resultaten in dieser wichtigen Frage gelangen! Dann würde Deutschland den Beweis erbracht haben, dafs es ebenso gut zu kolonisieren versteht, wie nur irgend ein anderes Land, ja, es hätte dann sogar etwas für alle Tropenläuder Vorbildliches geleistet. War bürg. Deutsehe Koloiiialselmle zu Witzeuliauseu a. d. Werra.") Von Dr. Paul Thiele, Wirtschaftsleiter und landwirtschaftlicher Lehrer der Kolonialschule , früher Assistent am Versuchsfelde der landwirtschaftlichen Akademie Bonn-Poppelsdorf. (Mit Abbildung.) Mit dem raschen plantagen- wirtschaftlichen Aufschwung, den unsere Kolonien in den letzten Jahren nehmen, macht sich ein grofser Mangel an jungen Leuten geltend, welche für die sich eröffnenden *) Nachdruck mit Angabe der Quelle gestattet. Beamtenstellungeu genügend vorgebildet und tauglicli erscheinen. Jetzt schon sind auf den Pflanzungen allein in den deutschen Kolonien über 100 Beamte thätig; in wenigen Jahren wird der Bedarf sicher auf das doppelte gestiegen sein. Je länger, desto mehr fehlt es an jungen Kräften, welche sich in der Heimat auf den Beruf als Tropen- pflanzer entsprechend vorbereitet haben, um sich leicht und schnell den gänzlich neuen und fremden A^erhältnissen in den Kolonien an- passen zu können. Die bei uns bestehenden Anstalten, von denen neben dem orientalischen Seminar in Berlin höchstens noch Ackerbau- schulen in Frage kommen könnten, sind nicht zur vollkommenen Ausbildung eigentlicher Tropenpflanzer befähigt, da sie durchaus andere Ziele verfolgen. Ebensowenig läfst ein etwaiger Anschlufs an diese Schulen oder eine Erweiterung derselben den beabsichtigten Zweck einer fachgemäfsen Ausbildung erreichen. Wollte man zum Ziel kommen, galt es daher, eine besondere Anstalt, eine „Kolonial- schule", zu gründen, welche für den Dienst in den Kolonien allseitig vorzubilden in der Lage ist. Nachdem nunmehr die Anregungen und Bemühungen kolonialer Kreise greifbare Gestalt gewonnen und zur Gründung der „Deutschen Kolonialschule'' geführt haben, ist es au der Zeit, die Leser des Tropenpflanzers mit der Einrichtung derselben bekannt zu machen und ein Bild davon zu geben, was sie will und wie sie ihre Thätigkeit zu entfalten gedenkt. Die Deutsche Kolonialschule fand ihr Heim auf der unmittelbar an der Werra und ihrem Nebeuflufs, der Geister, gelegenen Domäne Witzenhausen (Bez. Kassel, Station der Bahn Nordhausen — Kassel), welche sich wegen der vorhandenen umfangreichen Baulichkeiten besonders gut hierzu eignete. Das auf der Domäne befindliche grofse, alte Klostergebäude konnte zur Unterlu-ingung des Inter- nats bestimmt werden. Die Einrichtung des letzteren erweist sich schon aus dem Grunde als erforderlich, damit die Schüler während ihrer Lehrzeit unter edeler, christlich - sittlicher und deutsch- nationaler Einwirkung stehen. So organisiert, kann die Schule Sicherheit dafür bieten, dafs durch sie nicht nur technisch vor- bereitete, sondern auch gesetzte und moralisch erprobte junge Leute der kolonialen Kulturarbeit zugeführt werden. Der Lehrplan umfafst zwei Jahre, und zwar dienen die beiden Sommerhalbjahre vorwiegend der praktischen Ausbildung, auf welche das Hauptgewicht gelegt wird, während der theoretische Unterricht hauptsächlich in die beiden Winterhalbjahre verlegt ist. Es liegt dem Lehrplan der Gedanke zu Grunde, dafs die Schüler dereinst bei ihrer kolonialen Thätigkeit der Mehrzahl der kulturellen Hills- mittel, welche uns beim Betriebe der heimischen Landwirtschaft zu — 8 - Gebote stehen, entbehren müssen, nnd es ist die Aufg-abe der Schule, ihre Zöglinge zu ebenso geschickten wie denkenden und selb- ständigen Männern heranzubilden. Die Unterlage hierzu bieten nach praktischer Richtung hin zu- nächst die Unterweisungen bei der Bewirtschaftung der gegenwärtig annähernd 125 ha umfassenden Domänen- und hinzugekommenen Pachtländereien, die einen geregelten und vielseitigen Betrieb ge- statten. Es mufs als günstig hervorgehoben werden, dafs die Feld- mark Witzenhauseu die verschiedensten Bodenarten aufweist. Einmal haben wir es in der Feldmark selbst zu thun mit Verwitterungs- Aiisicht von Witzeiih;iuseu. Links am Ausgansre des Ortes die Gel)äiule der DomäJie und Kolonialsclmle. Rechts das alte Gutshaus. Im Yordergi-unde das Ijandratsgebäude. boden des Buntsandsteins und Muschelkalks, denen sich in unmittel- barer Nähe die mannigfaltigsten Verwitterungsböden anderer CJ esteine. auch des Basaltes anschliefsen, zum andern mit den alluvialen Thäleru der Werra und Geister, sodafs Gelegenheit gegeben ist, nicht nur die verschiedenartigsten Früchte anzubauen, sondern auch die ver- schiedensten Bodenarten zu bearbeiten. Diese ]\lannigfaltigkeit der ]>odeubeschafl'euheit und der Vegetationsverhältnisse wird noch lehr- reicher durch beträchtliche Bodenerhebungen, die bis zu 200 m über den Wasserspiegel der Werra ansteigen iiinl demnach erhebliche — 9 — Unterschiede in den klimatischen Verhältnissen sowie in der An- wendung von Ackergeräten mit sich bringen. Entsprechen allerdings die hier anzubauenden Früchte, von wenigen Ausnahmen wie Mais, Tabak, Hopfen u. a. abgesehen, auch nicht denen, welche später in den Tropen von den Schülern zu kultivieren sein werden, so hat diese Guts Wirtschaft doch den wesentlichen Abortei], dafs die letzteren einen normalen Betrieb kennen lernen, durch eigene eifrige Bethätigung in demselben sich Handfertigkeiten aneignen, Übung in der landwirtschaftlichen Buchführung, im Gebrauch der Geräte erhalten und mit Maschinen vertraut werden. Von den Maschinenfabriken sind zur Erreichung dieses Zweckes alle erforderlichen Maschinen und Geräte zur Verfügung gestellt worden; die Auswahl wurde nach Möglichkeit unter Rücksichtnahme auf die tropischen Verhältnisse getroffen. Soweit es der Raum in einem eigens als Maschinenschuppen herzurichtenden Gebäude gestattet, werden ferner auch besondere, nur für die tropische Agrikultur taugliche Maschinen und Geräte aufgestellt werden, damit sowohl die Schüler als auch w^eitere interessierte Kreise sich über jene orientieren und die neuesten Ver- vollkommnungen derselben kennen lernen können. Als weiteren Vorteil des Wirtschaftsbetriebes müssen wir es bezeichnen, dafs Möglichkeit gegeben ist, den Zöglingen zur An- stellung von Versuchen Anleitung zu geben, sie auf die zu beob- achtenden Gesichtspunkte hinzuweisen, sowie auf Aneignung scharfen Blickes und sicherer Beobachtung hinzuwirken. Alles dieses ist ohne Schulung nicht zu erreichen! Die bergige Feldlage giebt hinreichende und abwechslungsreiche Gelegenheit, im Feldmessen, Nivellieren, Anlegen von Ent- und Be- wässerung, von Wegen und Strafsen, von Terrassen u s. w. praktische Übungen abzuhalten. An den Flufsläufen werden Demonstrationen über Wasser- und Brückenbau abgehalten werden können. Da die Verhältnisse eine starke Viehhaltung bedingen, wird Sorge dafür getragen werden, dafs die Schüler in dem Viehstande die mannigfaltigsten, auch tropische Rassen kennen lernen, soweit sie unter den obwaltenden Umständen nur in Frage kommen können. Wartung, Pflege und Züchtung des Viehes reihen sich von selbst als Lehrgegenstände ein. Auf die Ausgestaltung des einfachen wie modernen Molkereibetriebes wird ein besonderes Gewicht gelegt. Neben dem landwirtschaftlichen findet andererseits in Witzen- liausen ein umfangreicher gärtnerischer Betrieb statt, sowohl in den im Anschlufs an den Wirtschaftshof erworbenen Gärten (Geschenk der Stadt), als auch auf dem Ackerlande. Grofse Obstpflanzungen sind vorhanden und werden aus einer sofort angelegten eigenen Baumschule noch erweitert und ergänzt. Die Schule ist also in der — 10 — Laji'e,. ihre Zöglinge mit Baumsclmitt und Baumpflege sowie Konservierung und Verwertung der Früchte bekannt zu machen. Günstig ist wohl ferner der Umstand, daCs in Witzenhausen eine Konservenfabrik sowie einige Zigarrenfabriken bestehen, die einen aus- gedehnten feldmäfsigeu Gemüsebau sowie umfangreichen Tabakbau ins Leben gerufen haben. Schliefslich ist auch der Anbau von Sämereien, Züchtung von Saatgut -u. s. w. ins Auge gefafst, um den Schülern zu zeigen, nach welchen Grundsätzen man bei der Züchtung und Veredelung der Kulturpflanzen, bei Samen- und Sortenwechsel verfährt, in welcher Weise eine exakte Prüfung der Sorten statt- zufinden hat und Ähnliches mehr. Nicht unerwähnt darf bleiben^ dafs in Witzenhausen noch mit gutem Erfolge an mehreren Berg- hängen ein intensiver Weinbau betrieben wird und auch hierin den Schülern Unterweisung erteilt werden kann, nachdem die Stadt sich hat bereit finden lassen, der Kolouialschule einen Weinberg als Eigentum zu überlassen. Wesentlich unterstützt wird das umfang- reiche Lehrmaterial durch ein zu erbauendes Warmhaus, das den Schülern die hauptsächlichsten tropischen Nutzpflanzen zur An- schauung bringen und für den theoretischen Unterricht in Botanik und tropischer Agrikultur Demonstrationsgegenstände liefern solL Bieten so Landwirtschaft und Gärtnerei einerseits ausgiebigste Gelegenheit, die Schüler in Handarbeiten jeglicher Art sich üben zu lassen, sie fähig zu machen, eine Arbeitsleistung nach Menge und Güte zu schätzen, worauf es hinsichtlich Ausnützung der Arbeits- kräfte und Verkehr mit den Arbeitern wesentlich ankommt, so sollen sich andererseits die Zöglinge auch eine gewisse Fertigkeit in den Handwerken jeglicher Art aneignen. Zu diesem Behufe werden Werkstätten aller Art eingerichtet, welche das Wasser des über den Wirtschaftshof fliefsenden Mühlenbaches und das vorhandene Mühlrad als Triebkraft benutzen. Es handelt sich um Werkstätten für Stell- macherei, Tischlerei, Sattlerei, Schlosserei und Schmiede sowie auch Bootsbau. Ferner werden Unterweisungen in Bäckerei, Schlächterei, Seifensiederei. Zimmerei und Maurerei gegeben, in dem die Schüler bei derartigen Arbeiten auf dem Wirtschaftshofe, oder nach Bedarf auch in der Stadt, beschäftigt werden. Auf diese praktische Aus- bildung wird ganz besondere Rücksicht genommen werden, um die Zöglinge gerade nach dieser Seite hin geschickt, selbständig und unabhängig zu machen, wie es die Verhältnisse in unkultivierten Gegenden bedingen. Die für die Kolonien wichtige Waldfrage kann die deutsche Kolonialsclmle nicht vernachlässigen; ihr kommt dabei zu gut, dafs Witzenhausen selbst der Sitz einer Oberförsterei ist, aufser- dem die Forstakademie Münden sich in unmittelbarer Nähe be- findet. Hierbei sei auch ferner darauf hingewiesen, dafs die — 11 — ]]ilclurigsstätteu Kassels (Gewächshäuser und Park von Wilhelms- höhe), die nahegelegene Universität Göttingen und das land- wirtschaftliche Institut derselben in leichter Weise zu erreichen sind und jede thunliche Ergänzung der Bildungsmittel ermöglichen, soweit dies das innerhalb der Schule eingerichtete eigene natur- wissenschaftliche Institut überhaupt als wünschenswert erscheinen läfst. Schliefslich ist noch hervorzuheben, dafs die an der Anstalt vorüberfliefsende Werra den Schülern es ermöglicht, in Verbindung mit der Bootszimmerei auch die Schiffahrt auf kleinen Flüssen kennen zu lernen und Rudersport ausreichend zu pflegen, wie denn überhaupt Leibesübungen aller Art in weitgehendster Weise betrieben werden sollen. Die Deutsche Kolonialschule will mit dieser praktischen Vor- bereitung für tropische Arbeit neben den Landwirten, Gärtnern und Kauf leuten (ohne Unterschied der Konfession) auch evangelischen Missionsanwärtern und Missionaren dienen, die hierfür das Bedürfnis empfinden und vor oder während ihrer früheren Ausbildung nicht genügend Zeit und Gelegenheit dazu gehabt haben. Auch Regierungsbeamten, Offizieren u. a. will die Kolonial- schule in gleicher Weise eine erwünschte Einführung in die praktischen Bedürfnisse und Aufgaben des Kolonialdienstes bieten. Den Ansprüchen dieser Kreise entgegenkommend, sind neben dem eigentlichen zweijährigen Lehrgange wahlfreie, abgekürzte Kurse eingerichtet. Dieselben sind namentlich auch bestimmt für ältere Schüler sowie für Pflanzer und Kaufleute, welche sich über Anbau, Verarbeitung und Verwertung einzelner tropischer Kultur- pflanzen (Tabak u. s. w.) genauer unterrichten wollen. Der theoretische Unterricht an der Deutschen Kolonialschule umfafst folgende Gegenstände: a) Anbau, Verarbeitung, Verwertung der tropischen Kultur- pflanzen und Preise ihrer Erzeugnisse; Anlage von Pflan- zungen; Gärtnerei; Obst- und Gemüsezucht; Weinbau; Wald- wirtschaft. b) Allgemeine Pflanzenbaulehre, einschl. Bodenlehre, Klimalehre und Düngerlehre; Buchhaltung; Betriebslehre; Viehzucht und Molkerei; Maschinenlehre; Kulturtechnik (Brückenbau, Wege- bau, Wasserbau); Feldmefskunde und Planzeichnen. c) Geologie mit besonderer Berücksichtigung der Edelmetalle und des tropischenBergbaues; Botanik(Physiologie, Anatomie, Systematik und Pflanzengeographie); Chemie mit praktischen Übungen; Tropenhygiene; Tierarzneikunde. d) Geschichte und Geographie mit Bezug auf Kolonisation; Völkerkunde; Kultur- und Religionsgeschichte, Missions- — 12 - gescbichte; Kolonialpolitik und Kolonialverfassung; Völker- und Handelsrecht. e) Sprachen: durch Privatunterricht, wozu Gelegenheit gegeben wird. Aufgenommen werden Schüler im Alter von 17 bis 25 Jahren zu Beginn jedes Halbjahres zu einem jährlichen Lehr- und Pensions- preis von 800 bis 1200 Mark, je nach Anspriichen wie nach Lage und Einrichtung der Zimmer. Die Anstalt (Internat) bietet: Wohnung (Zimmer für einzelne oder mehrere), Kost, Feuerung und Licht, Bettstelle und Matratze. Für Wäsche haben die Schüler selbst zu sorgen oder besondere Vergütung zu zahlen. Gäste („Hospitanten"), die nur abgekürzte Kurse durchmachen wollen, finden Privatwohnung aufserhalb der Anstalt und haben für Unterricht und Übungen 200 bis 400 Mark jährlich zu zahlen. Bei Anmeldungen zur Aufnahme sind vorzulegen: 1. Geburts- und Taufschein; 2. Impfschein; 3. Schulabgaugszeugnis; 4. kurzer Lebenslauf; 5. Zeugnisse der Lehr- oder Dienstherren, falls der Auf- zunehmende schon eine Lehr- oder Berufsstelle innegehabt hat; ß. Nachweis über etwaigen Militärdienst oder Angabe, ob Berechtigung zum einjährigen Dienst vorhanden; 7. polizeiliches Führungszeugnis. Anmeldungen sind zu richten an Herrn Divisionspfarrer Fabarius in Koblenz. Nachdem die Domäne Witzenhausen am 1. Juli 18^8 von der „Deutschen Kolonialschule''' in Pacht genommen, wurde sofort mit den erforderlichen Um- und Neubauten begonnen. Dieselben sind jetzt so weit vorgeschritten, dafs im Frühjahr dieses Jahres die Eröffnung erfolgen kann. Der Zeitpunkt der Eröffnung, ob 15. April oder 15. Mai, wird rechtzeitig bekannt gegeben. Wir werden alsdann in Wort und Bild Gelegenheit nehmen, dem Leser dieser Zeitschrift diese neueste deutsche koloniale Schöpfung näher zu veranschaulichen. Die ersten Weine und Rosinen aus Deutseh-Siidwestafrika. Infolge des Preisausschreibens des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees, Berlin, für a) den ersten selbstgekelterten Wein aus Deutsch-Südwestafrika, b) die ersten selbstbereiteten Rosinen von marktfähiger Beschaffenheit (siehe ..Tropenpflanzer" 1897 No. 9 Seite 224) hat sich Oberamtmann Nitze, AVindhoek, um den Preis beworben und Proben von Wein, Rosinen und Feigen eingesandt. Das Komitee hat iu »einer Sitzung Tom 30. November 1898 dem Ober- amtmaiui Nitze eiuen Preis von 400 Mk. zuerkannt. Die chemische Analyse und Gutachten über die Produkte mögen, soweit sie allgemeineres Interesse haben, hier folgen. — 13 — Gutachten von F. W. ßorchardt, Hoflieferant, Südfrüchte- und Delicatessen-Handlung, Berlin. Der mir zur Probe übersandte Wein aus Deutsch-Südwestafrika hat meinen Beifall gefunden. Der Wein ist leicht und von Geschmack rein und mild, auch hat derselbe nicht, wie viele anderen Südweine, einen Beigeschmack nach dem Boden oder nach Metallen. Bei richtiger fachmännischer Behandlung glaube ich sehr wohl, dafs der Wein vielen Beifall finden wird und dafs ein Geschäft in demselben zu machen ist. Die Rosinen sind zwar sehr süfs von Geschmack, sind aber gegenüber anderen Traubeorosinen, z. B. aus Spanien, zu klein und zu wenig fleischig. Da nun auch der Gehalt an Stengeln ein zu grofser ist, so möchte ich empfehlen, die Rosinen nicht als Trauben- rosinen, sondern einzeln gepflückt, also von den Stengeln befreit, als Rosinen in den Handel zu bringen. Jedenfalls kann ich dem Produzenten nun nach meiner vollsten Überzeugung empfehlen, seine Anbauversuche fortzusetzen und zu vergröfsern. üntersuehung von Traubenrosinen nnd von aus Weintrauben gekeltertem Wein Deutseh-Südwestafrikas. Mitteilung aus dem Pharmaceutisch-Clieinisclieii Laboratorium der Universität Berlin. Von Professor Dr. H. Thoms. Herr Amtmann Nitze in Windhoek hat dem Kolonial- Wirt- schaftlichen Komitee Traubenrosinen und selbstgekelterten Wein übersandt, deren Untersuchung in meinem Laboratorium von Herrn Beckström ausgeführt wurde. Im Folgenden berichte ich über die ^o erhaltenen Resultate. A. Traubenrosinen. Die Traubenrosinen sind von rein süfsem Geschmack und können den besten Sorten Traubenrosinen an die Seite gestellt werden. Die chemische Untersuchung ergab den hohen Gehalt an Zucker von 58,7 pCt. Die Traubenrosinen enthielten 20,04 pCt. Wasser und 1,64 pCt. Asche. Zum Vergleich seien die hier mitgeteilten Zahlen neben solche von anderen Analytikern mit anderen Produkten erhaltenen und in Königs „Nahrungs- und GenuFsmittel" (Verlag von Julius Springer, Berlin) verzeichneten gestellt. 14 Traiibeii/ucker Asclio pCt. pCt. 55,62 1,36 53,97 54,08 58,7 1,()4 Nach König enthalten: Wasser pCt. 1. Trauben rosinen 23,18 2. Trauben von Corinth . . . 34,64 3. Trockene Trauben .... 37,83 Nach der oben mitgeteilten Analyse der Traubenrosinen aus Deutsch-Südwestafrika . . 20,04 ß. Deutsch-Südwestafrikanischer Wein. Dieser von Herrn Amtmann Nitze in Windhoek sel))3tgekelterte Wein rührt von Captrauben der 1897 er Ernte her und lag mir in zwei verschiedenen Marken vor. Der Geschmack dieser Weine, der an den junger hessischer Weine der Bergstrafse oder auch junger elsässischer Weine erinnert, bewies, dafs der Wein noch zu „roh" und zu jung war, um ihn vielleicht in eine Konkurrenz mit guten Weinen Deutschlands treten lassen zu können. Vermutlich waren die Verarbeitung des Mostes und die Kellerbehaudlüug des Weines keine sehr zweckmäfsigen gewesen. Von den beiden Weinsorten konnte die in Flaschen mit grünem Siegel als die bessere liinsichtlich ihres Geschmackes an- gesprochen werden, während das „Gelbsiegel" minderwertiger war. Auch die chemische Analyse bestätigte diesen Geschmacksbefund. Im Nachfolgenden sind die analytischen Daten mitgeteilt und zum Vergleich die bei der Untersuchung von Capweinen, Rheingau-, Pfälzer-, Franken-, Elsässer Weifsweinen erhaltenen Durchschnitts- zahlen beigefügt (vergl. Königs Menschliche Nahrungs- und Geuufs- mittel, I. Bd., Verlag von Julius Springei in Berl in). Deutsch- Rlieln- Elsässer Südwestafrika Pfälzer Franken- Weifs- Grüii- Gelb- Capweiiie Weifs- AVeine weiiie weiue Arathor siegel siegel weine 1881) '•/o 0/0 0/0 0/0 0/0 "/n Oh Spezif. Ge^v. . . o.mm o.jmisö — 1.0005 0.9956 0.9930-0.9990 — Freie Säuren (auf Weinsäure Ijerechiiet) . . 0.4(i875 0.721S7 0.5;) 0.81 0.67 0.51-1.19 0.98 Flüchtige Säui^en 0.02 0.12(5 0.1 ;55 — — — — Alkohol. . . . 10.4:)Vol. II.68V0I. 14.47VoI. 9.9OV0I. 10.07 Vol. 7.75 Vol. 10.3 Vol. Extrakt .... 2.12 2.25 2.517 2.r,o 2.43 — 2.19 Asche .... 0.2JK) 0.2004 0.2332 0.23 0.21 0.160-0.315 0.178 Phosphorsäure . 0.01J>74 o.or.M» 0.0413 0.04(; 0.034 0.018-0.051 0.02:} Glycerin . . 04JM) 0.545 — 0.85 1.12 0.58-1.34 0.512 Gesamt - Wein- säiu^e .... 0.2i>2:) 0.2175 — — — — 0.243 Weinstein . . . o.:i7i:} 0.2(>52 — — — — — Freie "Weinsäure — — — — 0.068 Zucker .... — — — 0.037 0.430 — — 15 — Allgemeine Beiiierkungeii betreffend den Weinbau in Südwestafrika. Von Dr. K. Dove. Wie schon in meinen bisherigen Arbeiten und Berichten betont wurde, eignet sich ein grofser Teil der bewässerbaren Gebiete in Deutsch-Südwestafrika zum Anbau des Weines. Klimatisch erscheint, wie ich an anderer Stelle auszuführen denke, das centrale Hochland am ehesten geeignet, einen leichteren, den Verbrauch in der Kolonie deckenden Wein hervorzubringen. So ist auch in meinen Berichten an die Deutsche Kolouialgesellschaft aus dem Jahre 1892, denen bedauerlicherweise nicht Folge gegeben werden konnte, betont, dafs die Entsendung sachverständiger Weinbauer, etwa im Auftrage einer Gesellschaft, zur Schaffung einer geregelten Verwertung dort an- zulegender Weingärten durchaus erwünscht sei. Was dagegen die Er- zeugung exportfähiger Südweine, Rosinen und dergleichen anlangt, .so habe ich stets den Standpunkt vertreten, dafs hierfür in erster Linie, also in allen normal verlaufenden Regenjahren, die zwischen der Namib und dem Gebiet stärkerer Niederschläge gelegenen Thal- gebiete der gröfseren Flüsse in Betracht kommen. Dahin gehört z. B. das Thalgebiet von Otjimbingue und ähnliche Landstriche. Auch das südliche Namaland dürfte diesen Gegenden zuzurechnen sein. Die im mittleren Teil des Schutzgebiets für diese Art von Weinbau geeigneten Gebiete sind auf meiner bei Perthes er- schienenen Karte der Kulturformen von Südwestafrika (Peterm. Mittig., Erg. Heft 120) angegeben. Über die Möglichkeit, Rosinen und schwerere Weine im centralen Hochlande anders als ausnahmsweise zu erzeugen, vermag ich ein mafsgebendes Urteil erst dann abzugeben, wenn mir genaue Reihen meteorologischer Beobachtungen aus diesem Gebiete vorliegen. Über Ausnutzung und Anbau von Kautschukpflanzen in Kamerun. Von Dr. Preufs, Leiter des botanischen Gartens Victoria (Kameruni. Die Art und Weise der Ausnutzung der Kautschukpflanzen im Kamerungebiet ist durchweg als „Raubbau" zu bezeichnen. Die Bäume werden dabei niedergeschlagen und die Lianen zerstückelt. Mafsregeln gegen diese bei den Eingeborenen übliche Methode sind .seitens des Gouvernements bisher nicht getroÖen worden. Dieselben würden auch nur in der nächsten Nähe der Bezirksämter und Stationen durchführbar sein, und damit wäre nur sehr wenig ge- holfen. Um eventuellen vorbeugenden Mafsregeln für ausgedehnte Bezirke Geltung zu verschallen, wäre eine bedeutend gröfsere Macht- entfaltung des Gouvernements nötig. Die Stationen müfsten zahl- — 16 — reicher angelegt und weitere ins Innere vorgeschoben werden, wo die Kautschukpflanzen noch nicht so stark ausgebeutet sind. Wie die Verhältnisse zur Zeit liegen, ist eine Kontrolle der Eingeborenen in einer auch nur einigermafsen ausgiebigen Weise völlig aus- geschlossen. Eine P]inschränkung des Kautschukhandels wiirde nur unseren Nachbarkolonien zu gute kommen. Für Belehrungen, wie der Schwarze sie auch jetzt durch Stationsleiter, Kaufleute, Missio- nare etc. erhalten kann und auch teils erhalten hat, ist er nur sehr schwer zugänglich, wie ich es selbst seinerzeit in Barombi erfahren habe. Er sieht zwar ein, dafs er die Henne tötet, welche die goldenen Eier legt, indem er den Kautschukbaum niederschlägt, aber er kann nur sehr schwer gegen seine Natur ankämpfen. Er ist ein Kind des Augenblicks und ein sicherer grofser Gewinn heute ist ihm Aveit lieber als die Aussicht auf einen zukünftigen kleineren, mag er sich auch öfters wiederholen. Gröfsere Rechtssicherheit und allgemeiner geregelte Grundeigentumsverhältnisse würden hierin sicherlich Wandel schajBfen, aber diese können nur ganz allmählich platzgreifen. übrigens ist es mit einem Verbote des Baumfällens und mit der Einführung eines sogenannten Anzapfens auch noch nicht gethan. Das sehen wir an der Kolonie Lagos. Dort haben die Eingeborenen von vornherein von intelligenten, durch Europäer belehrten Kaut- schukarbeitern das regelrechte Anzapfen der Bäume gelernt. Aber auch dabei hat man es nicht verhindern können, dafs die Bäume in grofser Anzahl eingingen, und zwar durch übermäfsiges Anzapfen, welches den Baum noch sicherer tötet als das Niederschlagen, denn bei letzterer Methode treibt der Baumstumpf oft wieder aus. Unter den jetzigen umständen halte ich es für sehr schwer, wirkungsvolle, und für ganz unmöglich, geeignete streng durchführ- bare Mafsregeln gegen die schonungslose Ausbeutung der Kautschuk- pflanzen ausfindig zu machen. Die Kautschukbäume wenigstens werden meines Erachtens nur durch Anpflanzungen erhalten und vor der allmählichen Ausrottung geschützt werden können. Anders ist es mit den Lianen, deren Absterben nicht zu befürchten ist, da sie vermöge ihrer grofsen Lebenszähigkeit immer wieder nachwachsen. Diese Quelle des Kautschuks wird wohl allmählich spärlicher fliefsen, aber nie ganz versiegen. Die Lianen werden auch von den Schwarzen der Früchte halber geschont. In Buea zapfte ich im vorigen Jahre einige sehr starke Exemj)lare von Landolphia florida an, welche dort von den Eingeborenen seit Jahren der Früchte wegen geschont worden waren. Ein plantagemäfsiges Anpflanzen von Kautschukbäumen wurde in Kamerum zum erstenmale durch die Schweden Knutson und — 17 - Valdau im Memegebiet bei Bonge versuclit. Als Versuchsobjekt diente Manihot Glaziowii, der Ceara-Kautschiikbaum, welcher durch sein rapides Wachstum in Victoria wohl zu allen möglichen Hoft- nungen berechtigen konnte. Der Versuch wurde jedoch bereits 189o oder 1894 wieder aufgegeben, teils weil beständig Streitigkeiten mit den Eingeborenen wegen des durch Vieh verursachten Schadens entstanden, teils weil sich bald herausstellte, dafs der Baum nur sehr wenig Kautschuk lieferte. Im vorigen Jahre (1897) wurde auf der Soppopflanzung im Kameruugebirge auf Anregung seitens des botanischen Gartens eine ziemlich beträchtliche Anzahl Samen von der bereits erwähnten Landolphia florida Benth, welche einen vorzüglichen Kautschuk liefert, ausgesäet. In diesem Jahre sind die Sämlinge an geeigneten Stellen ausgepflanzt worden. Aufser dieser in ihren ersten Anfängen befindlichen ist mir keine plantagemäfsige Kautschukanpflanzung zur Zeit in Kamerun bekannt. Ob der Versuch von Erfolg begleitet sein wird, bleibt abzuwarten, indessen ist wohl zu hofi"en, dafs bei der mühelosen Kultur im Laufe der Jahre sich lohnende Erträge ergeben werden. Betont mufs jedoch immer werden, dafs der Kaut- schuk hier nur als Nebenprodukt gewonnen werden soll. Zu einer Anpflanzung lediglich von Kautschuklianen eignen sich dieselben meines Erachtens nicht, da sie zu langsam wachsen und man zu lange auf einen Ertrag warten mufs. Im Versuchsgarten von Victoria werden seit Jahren verschiedene einheimische und ausländische Kautschuklianen und Bäume kulti- viert. Zufriedenstellende Ergebnisse sind indessen bisher noch nicht gewonnen worden. Ich habe darüber bereits Anfang 1897 in einem Aufsatz: „Über Kautschukpflanzen und Kickxia africana im Versuchs- garten von Victoria" ausführlich berichtet und verweise auf diesen Bericht, der in der Zeitschrift „Der Tropenpflauzer" (No. 1, 1898) veröfi'entlicht ist. Von der Auffassung ausgehend, dafs einerseits rentable Kaut- schukkulturen nicht zu den Unmöglichkeiten gehören und anderer- seits Kautschuk als Nebenprodukt in Kakao-, Kafl:ee- etc. Pflanzungen gewonnen, reiche Erträge liefern kann, halte ich folgende vier Arten für wert, in Kamerun einer ganz besonderen Beachtung ge- würdigt zu werden: Hevea brasiliensis, Urostignia Vogelii, Castilloa elastica und den im nördlichen Kamerun wildwachsenden, der Kickxia africana ähnlichen Kautschukbaum. Die beiden letzt- genannten Arten hofi:"e ich in nächster Zeit in die Versuchspflanzung einführen zu können, uud Urostigma Vogelii ist in drei kräftig ge- deihenden Exemplaren bereits vorhanden. Die Hevea brasiliensis ist sogar in einer gröfseren Anzahl von Bäumen vorhanden, deren Tropenpflanzer, 1899, Heft 1. O - 18 — älteste jetzt im Alter von sechs Jahren stehen. Sämtliche Bäume zeigen ein gesundes, kräftiges Aussehen, dennoch glaube ich nicht, dafs auch die besten von ihnen früher als im Alter von sieben oder acht Jahren mit Erfolg und ohne dauernden Schaden für ihr Wachs- tum angezapft werden können. Das stärkste Exemplar hat 5 cm über dem Erdboden einen Umfang von 92 cm und 1 m über dem Erdboden einen Umfang von 65 cm. Blüten entwickelten sich in diesem Jahre zum erstenmale und im nächsten Jahre dürfte sich bereits Gelegenheit bieten, die Art durch Samen fortzupflanzen. Von einem Anzapfen der kräftigsten Bäume soll im Interesse der Fortpflanzung vorläufig abgesehen werden. Denn vor allem kommt es jetzt auf eine Verbreitung der Art im ganzen Schutzgebiete an, um z. B. ihr Verhalten gegen die ungeheuren Regenmengen der Westhäuge des Kamerungebirges und ihr Wachstum auf dem Laterit- boden von Südkamerun festzustellen. Es ist leicht möglich, dafs die Pflanze in dem sandigen Lehmboden des Überschwemmungs- gebietes des Sannaga diejenigen Wachstumsbediugungen findet, Avelche denen in ihrer Heimat am meisten entsprechen. Es scheint mir ganz sicher zu sein, dafs die Hevea in nicht zu ferner Zeit in den Kakaopflanzungen von Kamerun allgemein als Schattenbaum kultiviert werden wird, wozu sie sich meinen in Victoria gemachten Beobachtungen nach ganz vorzüglich eignet, während sich z. B. die Manihot Glaziowii als für den gleichen Zweck hervorragend unge- eignet erwiesen hat. Sie hat aufserdem den Vorteil, dafs sie wegen ihres schlanken Wuchses sehr dicht gepflanzt werden kann; an Wegen brauchte die Pflanzweite nur 5 m zu betragen. Ob eine der drei anderen genannten Arten gleich gute oder vielleicht bessere Eigenschaften zeigen wird als die Hevea brasiliensis, kann erst im Laufe der Jahre entschieden werden. Vorläufig beansprucht die letztgenannte das gröfsere Interesse, da die mit ihr gemachten A^er- suche bald in der Praxis zu verwerten sein werden. Ist einmal diejenige Art oder sind einmal diejenigen Arten, welche die meisten Aussichten auf erfolgreichen Anbau bieten, herausgefunden, so mufs mit allen Kräften an ihre Vermehrung und Verbreitung geschritten werden. Der Versuchsplantage in Alctoria würde die Aufgabe zufallen, den Bedarf der Plantagen nach Mög- lichkeit zu decken, und gleichzeitig müfsten die Eingeborenen durch die Gouveruementsstationen zum Anbau von unentgeltlich ihnen ab- zugebenden Kautschukpflanzen angeregt werden. Wollen sie sich dazu nicht bequemen, so können sie zu ihrem eigenen Besten durch einen sanften Druck aus ihrer Apathie aufgerüttelt und gezwungen werden, ihren A^orteil wahrzunehmen. Man kann ihnen, etwa an Stelle einer Kopfsteuer, als Entgelt für den durch das Gouvernement ~ 19 — gewährleisteten Scliutz und die dadurch bewirkte, von ihnen selbst gern anerkannte Rechts- und Eigentumssicherheit die Verpflichtung zur Anpflanzung einer im Verhältnis zu ihrem Grundbesitz stehenden Zahl von Kautschukbäumen auferlegen. Wenn sie sich erst mit der Sache abgefunden und befreundet haben, werden sie später schon aus eigener Überlegung zum Anpflanzen der Bäume schreiten. Wenn das Verständnis für den Vorteil, den der Anbau von Kautschuk- bäumen bringt, sich nur halb so schnell bei den Eingeborenen Bahn bricht, wie es bei den Bakwilis mit dem Kakao in den letzten vier Jahren der Fall gewesen ist, dann drohen der Kautschukindustrie, was Kamerun betriÖ"t, keine Gefahren, denn in Victoria selbst giebt es wohl zur Zeit keinen Einwohner, der nicht seine Kakao- farm hat, und in den umliegenden Dörfern haben die Bakwilis überall zum Kakaobau gegriflen. Jedes auch noch so kleine dazu geeignete Stückchen Land ist oft der Gegenstand langer „Palaver" und die erbittertsten Grenzstreitigkeiten waren anfangs an der Tages- ordnung. Hier hat sich der vom Gouvernement ausgehende Einflufs in deutlichster Weise geltend gemacht, und es wäre wohl wünschens- wert, das Prinzip streng durchzuführen, dafs auf sämtlichen Regie- rungsstationen ein Beamter, unbeschadet seiner sonstigen Funktionen, stets mit Landwirtschaft und Gärtnerei so weit vertraut sein müfste, dafs die Station in ähnlicher Weise nach dieser Richtung hin thätig sein könnte. Ein mehrwöchiger Kursus im botanischen Garten würde zur Erlangung der nötigen Kenntnisse eventuell eiuigermafsen ausreichend sein, vorausgesetzt, dafs der Betreuende Interesse und A'erständnis für die Sache hat. In der geschilderten Art und Weise des Vorgehens scheint mir vorläufig das beste Mittel gegen ein Aussterben der Kautschuk- pflanzen gegeben zu sein. Wirksame Mafsregeln gegen die Aus- rottung durch Raubbau zu finden, halte ich, wie schon gesagt, füi- aufserordentlich schwer. Völlig ausgeschlossen ist es, dafs der stets steigende Bedarf der Industrie auf die Dauer durch die natürlichen Hülfsquellen gedeckt wird. Es ist daher durchaus nötig, dafs der Anbau von Kautschukpflanzen energisch angestrebt wird, selbst wenn zur Zeit die Preise des Produktes noch so liegen, dafs eine Kautschukplantage für sich allein sich nicht rentieren kann. Stei- gender Bedarf und ein stetig geringer werdendes Angebot werden zusammenwirken und die Preise so hoch treiben, dafs dadurch auch die Rentabilität solcher Pflanzungen an sich sicher gewährleistet wird. Bei andauernden Bemühungen und einigen Opfern an Geld sollte in Kamerun die Kultur von Kautschukpflanzen in so aus- 2* — 20 — gedehntem Mafse sicli ermöglichen lassen, dafs mit dem allmählichen Erlöschen der natürlichen Hülfsquellen die plantagemälsige Produk- tion des Artikels einen so bedeutenden Umfang annimmt, dafs wenigstens eine eigentliche Not nicht eintreten kann. Viel Zeit ist allerdings nicht zu verlieren, sondern schnelles Handeln thut not, da die Einführung einer derartigen neuen Industrie stets sehr lang- wierig ist. Die Plantagen sollten vorläufig in stehenbleibenden Waldparzellen, in Schluchten, an steilen Abhängen und auf sehr steinigem Terrain Kautschuklianen in gröfstmöglicher Menge an- pflanzen, bis ihnen besseres Pflanzmaterial in Gestalt eines geeigneten Kautschukbaums geboten werden kann. Eine augenblickliche Gefahr des Versiegens der natürlichen Kautschukquellen liegt meiner Ansicht nach freilich durchaus nicht vor, denn die ausgedehnten Urwälder Kameruns bergen sicherlich noch ganz gewaltige Mengen Kautschuk liefernder Gewächse, deren vollständige Ausnutzung noch eine ganze Reihe von Jahren in An- spruch nehmen dürfte. &. ^ »^ > ^>^»>^> "^ SA Pflanzuiigsgesellscliafteii. C:<^<'<><^c> "3 Über die Pflanzungen der westafrikanischen Pflanzuügs- g-esellschaft „Victoria" wird im ^Deutsclien Kolonialblatt" folgendes berichtet: 1. Victoria-Pflanzung beschäftigt 400 Arbeiter und hat zur Zeit 142000 Kakaobäume stehen, welche mit dem Jahr 1900 in Ertrag treten, aufser- dem etwa 5000 von Eingeborenen erworljene Bäume, von denen in diesem Jahre zum erstenmale geerntet wird. 2. Vorwerk Limbe. 3.50 Arbeiter und etwa 111000 Bäume, von denen etwa 6000 tragen. Hier befindet sich der Kakaodörrapparat. Der Versand beträgt zur Zeit 10 Sack pro Monat. 3. Vorwerk Buana. 70 Arbeiter, 27 000 Kakaobäume. Hier standen 14 400 Kaffeebäume, welche aber durch das Vieh der Eingeborenen fast gänzlich abgefressen sind. 4. Vorwerk Buea, hauptsächlich Gesundheitsatation und Viehzucht 9 Madeira-Kühe, 2 Bullen, 16 Schafe, 7 Ziegen, 4 Pferde. Die Gesellschaft beschäftigt zur Zeit 920 Schwarze einschliefslich schwai'ze Handwei'ker und 21 Weifse, darunter 2 Frauen. Nach dem Pflanzplan wird die Gesellschaft in weiteren zwei Jahren weit über V^ Million Kakaobäume stehen und damit alle übrigen bisher be- stehenden hiesigen Plantagenunternehmungen überflügelt haben. Der Boden ist bekanntlich der denkbar beste, die von Dr. Esser getroffenen Einrichtungen sind sehr zweckmäfsig, die Arbeiterverhältnisse günstig. Somit ist auch an einem guten finanziellen Erfolge nicht mehr zu zweifeln. — 21 — Ramie-Plantag-eng'esellscliaft. Die Gesellschaft, welche mit einem Kapital von 250 000 M. als Deutsche Kolonialgesellschaft gebildet werden soll, beabsichtigt die Einführung der plantagenmäfsiger Kultur der wertvollen Raraiepflanze, deren Faser in der Industrie ausgedehnte Verwendung findet, in Kamerun und Neu-Guinea und hat sich bereits die Dienste eines Fachmannes gesichert. Das Grundkapital ist ein- o-eteilt in 150 Anteilscheine ä 1000 M. und 500 Anteilscheine ä 200 M., auf den Namen lautend. Briefe für das Komitee sind an Redakteur G. Meinecke, Berlin W., v. d. Hej'dt- Strasse 7, zu richten. ■ ^:>;>^>^>^>^> s- ■^ VI Aus deutschen Kolonien. ^SO/ ^:<:<.:<.:ekannten Arten sind zwar acht flachblätterig, aber nur drei reichen ins südliche Afrika hinein, nämlich Sanseviera guineensis, thyrsiflora und subspicata; letztere, bisher nur bei der Delagoabay gefunden, besitzt Blätter ohne roten *) Fängisch gestellt wird der Strick mit einer Laufschlinge auf dem Wechsel in dichtem Busch, sodafs der Bock mit einem Lauf hineintritt. Der Buschmann demonstrierte es sehr drastisch. — 22 - Eand und ohne helle Flecken, während das vorliegende Material wie S. guineensis und thyrsiflora diese auffallenden Kennzeichen besitzt. ])a aber die erwachsenen Blätter der vorliegenden Art ganz auf.serordentlioh viel kleiner und schmäler Südafrikanische Sanseviera-Arten. A — D Sanseviera guineensis L.; A ganze Pflanze mit unterirdisch kriechendem Wurzelstock; B Blüte, C. Fruchtknoten, oben ein Querschnitt, um die drei die Samenanlagen enthaltenden Fächer zu zeigen; D Blatt im Querschnitt; E Blatt von Sanseviera thyrsiflora Thunb. im Querschnitt ; F. Blatt von Sanseviera cylindrica Boj. im Querschnitt. sind als die von S. guineensis und thyrsiflora, so ist es möglich, dafs es sich um eine besondere Art handelt, w-as sich erst nach Einsendung eines getrockneten Blütenstandes feststellen läfst. Die Sansevieren liefern Fasern, die au Güte dem Sisalhanf wenig nach- stehen, falls die Bearbeitung eine rationelle ist; meist werden sie aber durch — 23 — längere Maceration im AVasser gewonnen, was ihre Qualität beeinträchtigt oder ihnen wenigstens eine unansehnliche Färbung verleiht. Bei der vorliegenden, auf trockenem Wege gewonnenen Faser ist dies freilich nicht der Fall, die Faser ist von schöner, heller Färbung und repräsentiert zweifellos eine sehr girte und brauchbare Sorte. Die Sansevierafaser, meist als bowstring-hemp bekannt, weil sie den Ein- geborenen vielfach zur Verfertigung der Bogensehnen dient, wird, soweit sie in den Handel kommt, zur Herstellung von Seilen etc benutzt, nicht jedoch zur Bereitung von Gespinnsten. Die Sansevierafaser ist kürzer als diejenige des Sisalhanfes, besitzt aber etwa die gleiche Zugfestigkeit und ist ebenso hygro- skopisch und elastisch wie dieselbe, während der Manilahanf freilich eine bedeutendere Zerreifsfestigkeit hat als beide. Jedoch -niuis hierzu bemerkt werden, dafs die Zahl der mit Sanseviera angestellten Versuche noch nicht grofs genug ist, um sichere Resultate zuzulassen; wie bei allen Fasern, kommt es sehr auf die verschiedenen Sorten, an (bei Sanseviera sind es ja sogar ver- schiedene Arteni, ferner auf die klimatischen Bedingungen, auf die Ernte- und Bereitungsverhältnisse, und die südwestafrikanische Sanseviera ist in Bezug hierauf überhaupt noch gar nicht geprüft. Dafs sich in Südwestafrika ein lohnender Export von Sansevierafasern ent- wickeln könne, erscheint bei den dort augenblicklich noch üblichen hohen Löhnen und Frachten vorläufig ziemlich unwahrscheinlich, es sei denn, dafs sich die Frauen und Kinder durch die Verarbeitung der Sanseviera zu Fasern einen kleinen Verdienst schaffen wollen oder die Männer sich hierdurch über arbeits- lose Zeiten hinwegzuhelfen geneigt sind. Wünschenswert dürfte es jedenfalls sein, versuchsweise grofsere Quantitäten nach Europa kommen zu lassen zur reellen Taxierung, um daraus die Preise zu berechnen, welche die Gesellschaften und Händler drüben den Produzenten zu bieten im stände sind. Denn ohn« Übernahme einer Verpflichtung, das Produkt gegen bestimmte Preise abzunehmen, dürften sich die Eingeborenen, also in diesem Falle wohl hauptsächlich die Buschmänner, kaum herbeilassen, grofsere Quantitäten Fasern den Aufkäufern zu liefern. Wg. Das Palmenfleclitniaterial Deutsch -Ostafrikas. Herr B. Perrot hat dem Kolonial -Wirtschaftlichen Komitee aus Lindi einen Ballen des dort üblichen Ukindu-Flechtmaterials zukommen lassen, welches jetzt von Sachverständigen geprüft wird Es handelt sich für das Komitee um die Frage, ob es möglich sei, einen Handel in sogenanntem Orin d'Afrique, d. h. vegetabilischem Pferdehaar, in unseren Kolonien einzuleiten. Algier und Oran exportieren jährlich für etwa 12 bis 15 Millionen Francs dieses als Kissenstopf- material beliebten Produktes, welches dadurch hergestellt wird, dafs die Blätter der Zwergpalme in einfaclien Maschinen in sehr feine Streifen zerlegt werden, was an Ort und Stelle geschehen mufs, damit das Produkt in geprefsten Ballen so billig wie möglich versendet werden kann; die Ausbeute des Rohmaterials be- trägt nämlich nur 50 pCt. Da der Engrospreis in Hamburg für ICK) kg nur 8 bis 16 Mk. beträgt, so verträgt das Produkt natürlich keine grofsen Transport- kosten. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee hat sich nun zuerst a)i Togo-Firmen gewandt, und die Prüfung der eingesandten Palmblätter durch die Crin-vegetal- Firma Loeb & Co. in Karlsruhe ergab, dafs sich die Blätter von Borassus — 24 — nicht, wohl alter diejenio'en von Phoenix reclinata zur Herstellung von Crin vegötal eignen. Freilich dürfte es schwer sein, genügende Quantitäten in Togo dicht an der Küste zu erhalten, und auch die Fracht dürfte zu teuer kommen. Anders ist es vielleicht in Kamerun, wo in den Deltagebieten der Flüsse die wilde Phoenix ja massenhaft wachsen soll; ob die Fabrikation aber Rechnung läfst, ist fraglich. In O.stafrika dürfte gleichfalls die teuere Fracht im "Wege stehen, denn Material lieFse sich ja auch dort wohl genügend schaffen, da ja jetzt sclion behufs Mattenanfertigung ein starker Handel in den Blättern besteht. Im Begleitschreiben des von Lindi eingesandten Materials macht Herr B. Perrot folgende Angaben: „Betreffs des in Ostafrika gebräuchlichen Flechtmaterials ist zu bemerken, dafs das ukindu oder mulala genannte von Phoenix reclinata stammt und aus- schliefslich zur Anfertigung der viereckigen, buntgestreiften und der ovalen Gebetsmatten benutzt wird. Dagegen werden die njamwi genannten groben Matten, die makanda ge- nannten Mattensäcke, sowie die kikapo genannten Bustkörbe aus einem Material gefertigt, das aus den Blättern einer Hyphaeneart gewonnen wird. Diese Industrie ist hauptsächlich am Rovuma zu Hause, im eigentlichen Bezirk Lindi werden die genannten drei Sachen nur selten verfertigt. Matten aus Gras werden im Süden des Schutzgebietes nicht gefertigt, diese Kunst ist meines Wissens auf die Insel Mafia und auf das Städtchen Moa bei Tanga und Umgegend beschränkt. Es kommt auch eine Raphiapalme in Deutseh-Ostafrika vor, doch werden die Blätter nicht beimtzt, nur die Blattstiele werden zu Tiiüren verarlieitet, die wegen ihrer Leichtigkeit einerseits und ihrer Festigkeit andererseits sehr beliebt sind. Besonders in Pangani, wo sehr viele dieser von den Suaheli moale ge- nannten Palmen vorkommen, ist diese Thürenindusirie zu Hause. Auch um Lukuledi wachsen eine ganze Anzahl, doch hat der verstorbene Araber Sei im bin Selun in Mtoni, drei Stunden oberhall) Lindi, einen ganzen AVald der- selben abgehauen, um — Zuckerrohr an deren Stelle zu iiflanzen." Stuhlmann berichtet im Kolonialblatt (1898, S. 694) in Bezug auf die Küstengegend nördlich von Rufidji ähnliches: „Von Mbaff'u bis Kissidju mar- schiert man vielfach durch sandige Ebenen, die mit Gestrüpp der Dhumpalme (Hyphaena) bestanden sind, hier und dort sind neben vielen verkrüppelten auch grofse, verzweigte Exemplare zu sehen. An allen Bachläufen fehlt die wilde Dattelpalme (Phoenix reclinata), Ukindo der Eingeborenen, natürlich nicht, aus deren Blättern die feinen Matten (Mkeka) geflochten werden, während man aus der Hyphaena (Mioa oder .Mkotsche) die groben, Yamwi genannten Matten und die Bastsäcke (Kandal herstellt. " S. 695 berichtet Stuhlmann ferner: „Busch- werk und Hyphaenapalmen bedecken den Boden. Während der jetzigen Jahres- zeit werden die Früchte der letzteren I'aline vielfach gegessen. Die kleinen, zum Jamwiflechten benutzten neiuit man Mii'ia, die grofsen, verzweigten Exem- plare Mikotsche." Über die Raphiapalme endlich macht Stuhlmann folgende Angaben: „Ganz besonders beim Dorfe Mssolo linden sich viele dei- Ivautschukbäume und aufserdem viel Rajdiiapalmen . Mwalo der P^ingeborenen. die ganz besonders IV4 Stunde südlich von Mssohj, dann am Ml»aH'u-Bache und an vielen Punkten des Gebietes vom Mbesi-Baclie, vom Mkamba etc. auftreten. Es wäre zu wünschen, dafs die Kaufleute sich einmal mit dieser wichtigen Palme be- schäftigten. Die nahe verwandte Rapbia vinifera in Madagaskar liefert bekannt- lich aus den Blättern den weifsen Bast, den unsere Gärtner zum Blumenunbinden — 25 — benutzen, und die Blattsclieiden bilden die wertvolle Eaphia-Piassava, die in Westafrika eine grofse Rolle spielt." Auch von der Borassuspalme, Moumo der Eingeborenen, sind in dem Gras- lande am Kissidju-Baoli ganz bedeutende Bestände vorhanden. Stuhlmann berichtet darüber S. 694: „Diese in Indien Palmyra genannte Palme gehört dort bekanntlich zu den nützlichsten Bäumen, während sie bei uns noch fast ganz unbeachtet gel)lieben ist. Die Blätter sind sehr wertvoll (sie werden jetzt auch von Togo in beträchtlichen ^Mengen getrocknet nach Europa exportiert, haupt- sächlich für Dekorationen und für Makartbouquets [Red.]), das Holz alter Bäume ist sehr hart und dauerhaft und schön braun gefärbt (im Togolande gelangt das Holz als Agobeans in den Handel, vergl. „Tropenpflanzer" 1898, S. 230 [Red.]l, aus den Blütenstielen wird der beste Palmwein (Toddy) abgezapft. Es stehen hier mehrere Hundert dieser prachtvollen Fächerpalmen, deren hellgrauer Stamm im oberen Drittel leicht angeschwollen ist." Wg. e^ ■ :^>>^>:^>^>^>^> ./^. «««< T^^ V Aus fremden Kolonien. ^ , lA ^ aI Kaffee in Britiscli- Indien. Nach dem „Ceylon Observer" betrug die Kafieeausfuhr Indiens 1897/98 nur 225 008 cwt. und der Lokalkonsum vermutlich 150 000 cwt. Diese Menge wurde auf 290 000 Acres geerntet, so dafs auf den Acre noch keine 1^/2 cwt. kommen. Dei Kaffeebau in Indien und Ceylon verteilt sich folgendermafsen : Bengalen 147 158 Acres, Mysore 145 550 Acres, Travancore 4283 Acres, Ceylon 18 000 Acres. Kakao in Cabinda und auf den portugiesischen Inseln im Guinea-Busen. Vor kurzer Zeit habe ich einen Brief von dem Besitzer Antonio Tavares da Costa Ruas ans Cabinda (Portugiesisch-Kongo) erhalten, worin er schreibt: „Ich habe schon etwa 10 000 Pflanzen von Kakao (Theobroma Cacao L.) in meiner Fazenda (Roga). und dieses Jahr pflanze ich noch mehr. Diese Pflanzen gedeihen hier sehr gut; die ältesten sind 3 und 4 Jahre alt und sitzen jetzt (im August! voller Früchte. Der Cearä Kautschuk-Baum (Manihot Glaziovii. Müll. Arg.) hat hier wenig Anklang gefunden, und einige Besitzer, die diesen Baum gepflanzt hatten, haben es wieder aufgegeben, um Kakao zu kultivieren. Bis vor kurzer Zeit wurde Kakao in den portugiesischen Besitzungen nur auf S. Thome und Principe kultiviert. Auf Principe ist dies die Hauptkultur der Insel. Auf S. Thome wird er sogar bis 600 m und selbst 700 m Meereshöhe noch viel gepflanzt, weil er für den Besitzer (Rogeiro) bedeutend vorteilhafter ist als der Kaffee. - 26 — Auf S. Tliomö und l'rincipe wird schon seit Jahren eine besondere Varietät mit runden Frücliten und zur Zeit der Reife orangegelber Schale mit gutem Erfolge kultiviert. Die Rogeiros von S. Thome nennen sie »Caciio da Venezuella" und „Cacao laranja" (^Orange-Kakao), aufPrinzipe heifst sie „Cacao Caracas". Auf der kleinen Insel Rollas, die im Süden von S. Thome liegt, wird auch Kakao kultiviert, es ist dies dort, wie auf Principe, die Hauptkultur. Für Principe hat sich vor kurzer Zeit eine (iesellscbaft mit dem Sitze in Lissabon gebildet unter dem Namen „Companhia do Principe", um Kakao zu kultivieren. Die Kompagnie hat dieses Jahr die grol'se Ro9a Agua Ize gekauft, die auf S. Thome liegt und dem Banco Ultramarine gehörte. Die Hauptkultur von Agua Ize ist Kakao und Kaffee. Im Jahre 1894 hatte die Roga Sundy auf Principe allein eine Ausfuhr von 10 000 arrobas (1 arroba = 15 kg). Die Kakaoausfuhr von S. Thome betrug im Jahre 1893: nach Lissabon 4 039 047 kg, ins Ausland 12 861kg. Seitdem ist sie noch bedeutend gestiegen, da viele neue Anpflanzungen auf S. Thome ge- macht worden sind. Einige Pflanzungen auf S. Thome und Principe sind schon in Besitz von Trockenhäusern mit Heizungsvorrichtungen für den Kakao. Die Kakaopflanzen wurden auf S. Thome und Principe im Jahre 1822 eingefülirt. <:»|>ortiib]e ScliiiialKpiirbaliiieii vertreten durch: Glässini & jSchollwer, Berlin W. 35 Telegramm-Adresse: Portatira, Berlin. liefert: Feldbahiig'Ieise, Weiclien, Drehsclieiben, Wagen aller Art, Radsätze, Achslager für Plantagen, Fabriken, Kleinbahnen etc. Der illustrierte Katalog: wird a:erne übersandt Verschiedenste Grössen u. Anordnungen f. Antrieb durch Menschen-, Thier- od. Elementarlcraft. Saug-, Saug- u. Hebe-, Saug- u. Druck-, Spritz-, Rotirpumpen. Widder. Röhrenbrunnen. ^/mmu * 5&uif^n^^ Commandit- Gesellschaft S^aioji-M. (MSe/t44if^im für Pumpen- '^'^^A^'*}'^^'^^''^^ & Maschinenfabrikation i^ iL mj HANNOVER .BERLIN, Kanonierstr. . KÖLN, Unt. Goldscmmied 10/16 HAMBURG, Gr. Reicmenstr. 23 WiEN;jWALF,lSCMGASSE 14 • Jilustr. Cataloge portofrei. GARVENS' PUMPEN auch erhältlich durch alle . IV\aschineMhandiungen u. s. w. Verschiedenste Grössen u. Anordnungen, in Decimal-, Centesimal-, Laufgewichts- od. gleicharm. System, transportabel, feststehend, versenkbar, verlegbar. j WAAGEN . mit Entlastungsvorrichtg bzw. Billetdruckapparat. ^^eoA^^ Commandit - Gesellschaf für Pumpen- de Maschinenfabrikation W. Garvens WÜLFEL b. HANNOVER IbERLIN, Kanoniersth. I IKÖLN, Unt. Goldschmied io/<6 'HAMBURG. Gr. Reicmenstr. 23 WIEN, Walfiscmgasse 14 Jllustr. Cataloge portofrei. iARVENS' WAAGE auch erhältlich durch alle Maschinenhandlungen u. s. w. — 41 — Hevea Brasiliensis (Para- Kautschuk), Manihot Glaziovii (Ceara- Kautschuk), CastilloaElastica(Panama- Kautschuk), Landolphia Kirkii (Afrikanischer Kautschuk), Urceola Esculenta (Burma- Kautschuk) werdengeliefert. Zum Beispiel ist am 26. September folgende Order per Telegraph ein- gelaufen : „Sendet mit erstem Dampfer 500 Pflanzen Hevea Brasiliensis und 5000 Samen Manihot Glaziovii." Betreffs Para-, Ceara- und Panama-Kautschuk stehen auf Wunsch Cirkulare mit Preisangaben zur Verfügung. Unsere Spezial-Preislisten über tropische Samen und Pflanzen von Handelsprodukten werden auf Wunsch postfrei zu- gesandt. Bei der Korrespondenz bitten wir, sich der englischen Sprache zu be- dienen. Unsere Agenten in London: P. W. Wolley & Co.. 33 Bassinghallstreet. Telegramm- Adresse: William, Yeyangoda, Ceylon. Telegraphen-Schlüssel": ^ ^^ __-,..^, o x\ Jl A. j. „„d A. B. c. Code. j_ p_ William & Bfotliers, Tropische Samen-Handlung, Heneratgoda, Ceylon. C. Boysen's Buchhandlung Hamburg, Heuberg 9. Sclmellste Lieferung von Büchern, Zeitschriften und Musikalien nach allen Weltteilen. ^=^= Kataloge und Auskünfte kostenfrei. ==^ „C. Boysen^s Bücherschau** reg'el/näss/g- g-ratis. Sämmtliche Werkzeuge zur Tiefboliruug sowie complette BohreinricMungen in allen Systemen fertigt bei civilen Preisen und kürzester Lieferzeit die Fabrik 4t% Wilhelm Böhme, ^t% y\ I>ortuiuiicl (l>eut.selilaiic1). ^\ — 42 Fried. Krupp Grusonwerk, I- Kadeo-Scljäl- H. rolierinascliineii, versiOiiedcner Systriiie, nir Hand-, Kiemen- und Güpel- hctiieh. Vollständige Anlagen zum Sclialcn, J'oUeren und Sortieren von Kaffeefrüchten. Ziickerrolir-Walzwerke. .Miiscliiiioii.und Kinriclituiisren für Öllalirikutioii. hM m jeder Art: Sleinlirocliinascliiiicn zur llcr- stolliiiis von StriissenschoUfr. Walzeiiiiiiililrii, Kollergäiige, l'oclnverkp. Patent - Knselniiihlen. Excelsiormühlen /.um Vermählen aller Arten Körnerfrik'lite, Farbliolz, Drogen, Chemikalien, Gerbstoffe u. s. w. Vollständisre Erzanfhercitnnss- Anluiceiu namenllii-h für (■olil- erze. Preisbücher in Deutsch, Eng- lisch und Französisch liostenfrei. Feiten & Guilleaume, Carlsiverk, Mülheim (Rhein). Eisen-, Stahl-, Kupfer-, und Bronze - Drahtfabrik, Drahtseilerei, Drahtwaarenfabrik, Verzinkerei, Kupferwerk, Fabrik von Tele- graphen-, Telephon- und Lichtkabeln aller Art. Dynamodraht und Installationsleitungen. Zaundraht, Zaundrahtlitzen, Befestig'ungstheile, als: Schlaufen, Haken, Drahtspanner etc., Bindedraht. I jujiijii j ^iiii i i miii i ji ]>rahtseile -^^.iS^p^^^^^^S^^^^^^UP^E^«^. aus Eisen, Stahl und Kupfer. „Triuiuph'' Ntahltlrahiketteii ohne ^ehweiN^^iiug. Vorzüge A'or proschweisston Koffpii : Holte Bruchfestigkeit, Geringes Gewicht. Grosse Beweglichkeit und Gleichmässigkeit der Gliedforin, Eleganz und Billigkeit. — 43 — "A B C" AI Code used. Telegraphic Address: "LEHMANN CHATHAM STREET, MANCHESTER." nm LEHffill Manchester, England. Postal Address: 8. CHATHAM BULLUINGS. CHATHAM öT., MANCHESTER. I Persouai attendance at Manchester Office 1 every Tuesday and Friday. 1,EHMA]VN'S Fibre Extracting Macliines Lelimanii's Fibre Exlractor, No. A. For Aloe Leares, Abaca, Heiiequen, Cabiiya, Phie-apple Leaves, Sisal, Rliea Ol" China Grass, Piassaya and kindred Plants. PREPARING, SPINNING 8c WEAVING MACHINERY for Producing Bagging, Saeking and Sacks, Carpetings &c., from Pine-apple and kindred Fibres, Cotton Droppings, Cotton Tares, Old Bags & Ropes & Jute. Horse-Hair, Flock and Oakum Machinery. Breaking-iip Machines, to break-np for re-mauufacture Old Ropes, Bags, Sack- Cocoa-nut Husk Breakers. Coir Fibre Extractors. Bark Fibre Extractors. Splnning Machines for Coir, Pine-apple, Aloe and similar Yarns. Combined Rope-niaking Machines, for Ropes up to 12 in. Flax and Hemp Breaking, Scutching and Brushing Machines. Plaiting Machines, for SandalPlait, Coir Plait, Round and Square Packing, Sash Cords and Fishing Lines. Willowing Machines for Fibres. Engine Cleaning Waste Machines. mg, &c. Feather Cleaning and Purifying ^lachi- nery. Cotton Gins for China and Japan Cotton. Wool Cleaning Machines. Wadding and^Felt Machinery. Candle-wick Machines. Lanip-wick Looms Sniallware and Hraid Machines. Wire Covering Machines. Kapok Machines & Presses. POWER LOQMS AND ALL PREPARATION MACHINERY FOR ßagging and Saeking. Blankets and Rugs. Camlets and Long f]lls. China Sheetings and Drills. Cocoa-nut Matting. Cotton Bagging. Domestics and T Cloths. Flannels and Flannelette. Manilla Carpeting Mantas and Madapolanis. Sailcloth and Teiit Cloth. Serges, Army and Police Cloths PLANTATION MACHINERY OF EVERY DESCRIPTION. Textile Factories fitted uj) coniplete in any part of tlie World. Coinpetent Managers and erectors sent oiit, and Mills handed over in working order. Special attention given to the equipniei;* of Factories for the production of Ropes, Twines,^ Cords, Bagging and Saeking from Fibres grown on the spot. AU niachines_ of special construction to allow of Transport on Mule Backs where no other facili- ties for carriage exist. Lehmann's Special Fibre Burning Engines and Boilers combined, from 1 to 50 HP., to use the refuse fibres, stalks, &c , instead of coal. All Orders to be acconipanied by a remittance, and a credit on London for payment on presentation of documents. lUustrated Price Lists, Drawings, Plans, Estimates, and fiiU Information free on application. 44 — Eola-IaliriiiigH-n.OeniiH8niitteL aus afrikanischer Kolaiiuss liergestellt bilden die hatmonisclie A'ereiiiigung eines anreg^eiideii Stoffes mit !NUlir- stoffen und entfalten eine überaus günstige AVirkung auf den Organismus. Dieselben sind für Gesunde und Kranke vorzügliche, schmackhafte und erfrischende Genuss- und Nahrungsmittel. Für den täglichen Hausgebrauch, sowie für Touristen, Radfahrer, Ruderer, Jäg-er, Militärs, sowie auch für geistig: Aug'estreng'te besonders empfehlenswerth. li aIh '7lir«l/Ar ''"^ Kola-Extrakt mit Milchzucker und Zucker, bildet mit Milch, Eigelb, IVUId,"tilHjKt'I Cacao, Hafersuppe eine kräftigende Moigenspeise. K0iä"/(UCK6r ""*" Vanille-Sahne gefroren, feinstes Dessert-Eis. Kola-Zucker-Eigelb-Tabletten - Huiigerstiller - f '««»« Labetawetten. KOla~DUrStstlllCr '''»'''«'""'" ""« Kola-Zncker mit Citronensaft oder Pfetferminzöl. L rvln ^Amo-fAc!r/\« feinste Butter-Cakes mit Eigelbsahne, Fleischpepton und Kola, B.01(l"l Cj)lOll-ldKCS vorzüglich auf Touren, Jagd, Reisen u. s. w. In Apotheken und Droguerien erhältlich. llaiiiLurg - Altonaer Nälirmittel - Gesellscliaft iii. b. H. Altoua b. Ilambui'ff. — 45 Joseph Klar, Samenhandlung, 80 Linienstr. BERLITZ, Linienstr. 80, Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers, offerirt nebst tropischen Frucht- und Nutzpflanzen-Samen auch solchen von Gemüsen, soweit sich dieselben nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen als für den Anbau in den Tropen geeignet erwiesen haben. — Da die botanische Centralstelle nur für einmalige Versuche im Kleinen Gemüsesamen liefert, so ofFerire ich für grösseren Bedarf gegen fr. Einsendung von Wark 12, — franko aller deutschen afrikanischen Kolonien gut verpackt 1 Kollektion von Brutto 5 resp. 3 Kilo incl. Emballage. Tllustrirte Kataloge gratis. j .^ j jeglicher Art in den Tropeu eignet sich als Baumaterial für Wände, Fussb()den, Treppen als meine mit circa 40 000 CJtl*. Druck gepressten T^l ^-fc^^^»NVl verschiedener Stärke. Dieselben wirken isolii'end gegen Jt XcLuUVl/XX Kälte und Wärme, sind gesichert vor Termitenfrass, infolge ihrer chemischen Substanzen, ferner feuersicher, fusswarm, schall- dämpfend, fest Avie Stein, zäh wie hartes Holz, dabei bearbeitungsfähig mit Bohrer und Säge und von jedem Bauhandwerker verlegbar. Maximalgrösse 1 L Meter; einfarbig', aber in verschiedenen Farben hergestellt, so dass jedes beliebige bunte Muster zusammengesetzt werden kann. Patentirt in fielen Staaten. Papyrolithwerk, Paul Becker, Dresden -Löbtau. Für nichts besser Häuser R. Beinhauer Söhne, Hamburg Internationales Waarenlager Statnrnhaus gegründet 1828 Rei!seaiisrü.stuugeu für alle Weltt heile. BlechkofTer Stalilblechkoffer (luftdicht scbliessend) Solid-Leder-Koffer (ajüt-KoUer Handtasclien in Ledpr oder Canevas Plaidrollen und Plaidriemen WUschesäfke Reise-Necessaires Essbestecke in Etuis Cantinen mit Kocheinrichtung Keisekissen in Leder Feidllaschen Kriniinstecher (Feldgläser) Hiinseniatten Feldbetten (zusammenlegbar) Zelte SchilTs-Stühle Ferner halten wir stets Lager ron sSinnitliehen Reiseartikeln — Kotlern — Taschen — Porlefonillo- waaren — Brieltaschen — Portemonnaies — Cigarrentaschen — Reisedecken — rohseidenen und Flanellhemden — l'nterzeueen in Wolle und Baumwolle - Socken Stiefeln - Hiiten — Mutzen — Taschentüchern — Reise-.^liinteln und -Röcken — t^ummi-Regenröcken — Bürsten« aaren ~ Seife» und Parfünierien. Badewannen (zusammenlegbar) Anzüge in Wolle, Leinen und Drell Nachtanzüge (Pyjamas) Schlafdecken in Wolle oder Karaeelhaar Wasserdichte Unterlagen (gronnd Sheets) Tropenhelme und Schleier Mosquito->'etze Canevas-Schnhe mit Leder- oder Gummisohlen Leder-Schuhe n n n t Tropensehirme Apotheken Handlaternen tieldtaschen aus Wildleder Revolver Schlagringe Desenstöcke Werkzeuge Jagd-Requisiten, Reit-, Fahr- und Stall-Utensilien. Cakes — ITiee — Chocolade — Conserven in Dosen — Havana-Cigarren. Special-Kataloge gratis und franco. R. Beiuliaiier ^öhne, Hamburg, SoXTS: 1,000,000 1,000,000 — 46 — graines deCaoutchouc deCeara, Manihot Glaziovi, graines de Caoutchouc du Para, Hevea brasiliensis, 1 (\i\(\ t\(\(\ 2^^'"^^ Caoutchouc du 1, V vl/jUl/l/ ^g^jqyg (^^g^illQ^ ^j^g^j^,^ Disponibles au fer et ä mesure de l'arrivee en bon etat en Europe Manihot Glaziovi (toute l'aunee), Hevea brasiliensis (avril ä sep- tembre), Castilloa elastica (juin a septembre). P/antes et graines utiles pour /es pays chauds. Envoi des catalog^ues franco. Godefroy-Lebeuf, Horticulteur, 4 Impasse Girardon, Paris. Ph. Mayfarth & Co., Frankfurt a. M. u. BERLIN N., Chausseestr.2E. bauen und emplelilen: Pflüge, ein- und inelii'scliavig, für alle Budenarten. Einzige, durch Luftdruck selbst- thätiu' iir)tcitL'iide i):itentirtL' Ptlaiizciisprilzo „Syphonia'' zur Vertilgung von rilanzen- schädlingen (Ungeziefer). Trockenapparate für Cacao. Theo, Kall'oo. (U»st und (reiiiüse. O vej!^etal»llis('lie, mineralische u. ehem. rrodukte, Illustrirte Kataloge kostenfrei. Vertreter gesucht. — 47 Aktienyesellschaft für Feld- und Kleinbahnen-Bedarf vormals Orenstein & Koppel, Berlin SW. Telegr.-Adresse: Raiiways Berlin. 5 falriMtatilissßiiieils. Telegraphensclilüssel : A. B.C.Code 4 tli Edition. A I. Code. Staudt & Hundius. Ull^er Special-Code. Ansicht einer von uns nach Transvaal gelieferten Bahnanlage. Ausführung u. Finanzierung transportabler u. fester Eisenbahnen. Fabrikzeichen. Garl JSchlicpcr Reiiiselieifl. Werkzeuge für Plantagen, Minen u. Eisenbahnen. Flach- und Tief bolir-Geräthe. 48 — Heinrich Jordan seg^ündet Berlin SWJ2, Markgrafenstr. 104/107. 1839. Begründet 1839. Tropen-Ausrüistuiig^eii in sämtlichen Artikeln der Textil-Branche ^ Vorzüglicher Sitz. — Tadellose Ausführung aller Bekleidungsstücke. Schlaf-Anzüge = für den Tropen- Aufenthalt unentbelirlich. = HemdefltOCtl der Anzug ||L 5,25 GestrJaym- Flanell - i.5,50 [ngl. Mä ■ i. 8,25 Gestf. halk Flaoell - ii 11,00 Preise giltig für normale Grössen. Schlaf-Anzüge in jeder Preislage. Unterkleid der Zukunft''. Geeigneteste Unterkleidung für die Tropen. J ^ Poröses GeM'ebe — Weisser Tropen -Anzug — vorschriftsinässig; — für di<> Offiziers - Chargen der Kaiserlichen Marine. Weisser, extrastarliitzfrna Mk. 2,00. Verliert die Porosität bei der Wäsche nicht, saugt schnell den Si'hweiss auf und lässt ihn leichtwieder verdunsten. Artikel aus diesem Gewebe: rnterhoiiHlcii — Hoiii- kleidor — rmrlicinden — SchlanieiiKlon ii. s. w. Mos(iuito->'ot/.(', Weisser Tropen-Anzug — vorschriflsniiissis; — für die Herren Offiziere der Kaiserlidieii Sfhulztrii|)|)e Ost-AIVikii — Südwest-Afrika — 'l'diro — Kaiiioruii. Weisser, extrastarker Kutil, mit kurnlilunienblaueiu Paspel. In den Oberweiten SS — 104 cm der Anzug Mk. l(i.75. In den Oberweiten 10^ — 11(> em der Anzug Mk. 17,00. Kronen - Knöpfe ver.silbi'rt oder vergoldet die Garnitur Mk. 3,50. Flanell -Sport- und Reisehemden das Stück Mk. 2,50 — 12,00. Die Firma versendet franko Preislisten und Proben, sowie joden Auftrag von Mk. 20,00 an. Verantwortlich für den wissenschaftlichen Teil des „Tropenpflanzer" Prof. Pr. 0. Warburg, üerlin. Verantwortlich für den Inseratenteil Th. Wilckens, Sekretär des Kolonial-Wirtschaftl. Komitees Berlin. Verlag und Eigontlium des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Berlin. Gedruckt und in Vertrieb bei E. «. Mittler & Sohn io Berlin SW12, Kochstr. 68—71. DER TROPENPFLANZEE. ZEITSCHRIFT Fun 3. Jahrgang. Berlin, Februar 1899. No. 2. Ceara-Kautsehuk. Von Professor Dr. 0. War bürg. (Mit Abbildung.) Diese Kautschuksorte spielt im Handel im Verhältnis zu dem Para-Kautschuk eine untergeordnete Rolle; immerhin werden allein nach England jährlich 200 bis 300 Tonnen davon exportiert, während in den 70 er Jahren der Gesamtexport nach Gross auf 1000 Tonnen geschätzt wurde. In den Handel gelangt diese Sorte hauptsächlich als Ceara Scraps und steht hoch im Preise; für die reinsten Sorten nähern sich die Preise schon den für Para-Kautschuk gezahlten. Gut bereiteter Ceara - Kautschuk erzielt Preise von 3 sh. 6 d. pro Pfund engl. Bei der alten Bereitung des Ceara-Kautschuks findet man jedoch vielfach in demselben Bruchstücke von Pflanzenteilen; oft auch Sand, eine Folge des unten zu besprechenden rohen Sammel- verfahrens, ferner enthält der Kautschuk bis zu 15 pCt. Feuchtigkeit^ so dafs man auf 20 bis 25 pCt., bei mit Erde vermischten Sorten sogar auf 50 pCt. Abfall rechnen kann. Im übrigen ist der Kaut- schuk gut und elastisch und besonders leicht vulkanisierbar, von dunkler Bernsteinfarbe, im Schnitt fast durchscheinend und von starkem, unangenehmem Geruch. Er gelangt in den Handel in Form von kleinen Streifen oder Thrären, die meist aneinander kleben und zuweilen vollkommen zu schweren Blöcken zusammengepresst sind. Die Provinz Ceara im mittleren Brasilien, südlich vom Amazonasgebiet, ist das Ursprungsland dieser Ware. Die Stammpflanze ist ein kleiner Baum aus der Familie der Euphorbiaceae, von den Botanikern Manihot Glaziovii, in der Heimat Manicoba genannt, ein naher Verwandter der bekannten wegen ihrer Knollen überall in den Tropen angebauten Maniokpflanze, aus der das Tapioka und Kassademehl gewonnen wird. Tropenpflanzer, 1899, Heft 2. 4 — 50 — Beschreibung. — Der Ceara-Kautsclmkbjium wird in seiner Heimat 8 bis 15 m hoch mit einem Durclimesser der Krone von 4 bis 7 m. Der Stamm bat eine Dicke von 20 bis 50 cm; die Aufseuscliicbten der rötlich grauen Rinde lösen sich als silberweifse Querstreifen ab in derselben Art wie bei der JJirke. Die Wurzeln bilden nahe unter der Erdoberlläche stärkehalti":e Knollen, deren Ceara-Kautschukbaum, Manihot Glaziovii (in einer Liberia-Kafifeepflanzung auf Ceylon). gröfste die Gröfse kleiner Kartoffeln erreichen; dieselben sind zuerst weich und schwammig und enthalten Milchsaft, später wachsen sie angeblich zu wirklichen Wurzeln aus. Die im grofsen ganzen rundliche Krone verzweigt sich dichotom oder trichotom. korbartig, wie Cross es nennt; die oberseits blaugrünon unterseits helleren Blätter sind drei-, fünf- oder siebenlappig, (die Dreizahl ist die häufigste) und besitzen nur an dem oberen Gelenk des Blattstiels oberseits einen kleinen Büschel von WollLaaren. Der Blattstiel ist — 51 — i'ötlich angelaufen, die am Fufse des Blattstieles rechts und links entspringenden Nebenblätter fallen meist vor der völligen Ent- wicklung des Blattes ab. In seiner Heimat wirft der Baum in der trockenen Jahreszeit seine Blätter ab, in den feuchten Teilen Asiens, wohin er verpflanzt wurde, steht er nie ganz kahl. Die männlichen und weiblichen Blüten sitzen an denselben. Blütenständen in eigentümlicher, aber regelmäfsiger Anordnung; beide sind ziemlich unscheinbar, aber immerhin bedeutend gröfser als bei dem Para-Kautschuk. Die Blütenblätter sind bei den männ- lichen Blüten miteinander verwachsen, bei den weiblichen hingegen frei, auch zeigt der Blütenstiel unter der weiblichen Blüte eine Schwellung, die bei der männlichen fehlt. Die männlichen Blüten bestehen aus fünf verwachsenen Blüten- blättern, deren Vereinigungsstellen in einen kleinen, schnabelartigen Fortsatz enden, aus fünf grofsen etwa 8 mm, und fünf kleinen halb so langen Staubgefäfsen; letztere-» stehen vor den Blütenblättern, erstere vor den Yereinigungsstellen derselben. Die aus vier Pollen- säcken bestehenden Staubbeutel sind kurz. Die weiblichen, etwa 1 cm langen Blüten bestehen aus fünf in einer deutlichen Spitze endenden freien, aber mit drei Falten versehenen Blütenblättern und einem dreifächerigen, in jedem Fache eine Samenanlage um- schliessenden Fruchtknoten, der von einem dreiteiligen kurzen Griffel gekrönt wird. Die Fruchtreife fällt in den Beginn der Trockenzeit, also in Ceara in den September. Die dreifächerige, fast kugelige 2 bis 3 cm grofse, mit drei Längsschlitzen aufspringende Kapselfrucht enthält in jedem Fach einen platt konvexen, in ähnlicher Weise wie beim Eicinus gescheckten Samen. Letzterer besitzt eine überaus harte und dicke Schale und einen fettreichen Kern, der zum gröfsten Teil aus Nährgewebe besteht, während die Keimblätter sehr dünn sind. Bei der Reife öffnet sich die Kapsel elastisch, und der Same fällt heraus auf den Boden, wo man häufig jungen Säm- lingen begegnen kann. Zum Schlufs sei noch bemerkt, dafs die Manicoba auffallend früh zum Samenansatz gelangt, in Ceylon gaben schon 1^2 jährige Bäume Samen, ebenso in Kamerun, aber auch in weniger fruchtbaren Gegenden kann man in drei Jahren schon bestimmt auf einen Samenertrag rechnen. Nach van Romburghs Untersuchung in Buitenzorg enthalten ■die Blätter, Blütenknospen, Blüten, unreifen Früchte, Wurzelrinde und verdickte Wurzeln Blausäure; der Milchsaft hingegen ist blau- säurefrei. Verbreitung: Der Ceara - Kautschukbaum ist in wildem Zu- stande heimisch nur in einem kleinen Teile des mittleren ßrasi- 4* - 52 - liens, nämlich in der Provinz Ceara, besonders in der Serra Grande- und Serra da Uruburitama sowie in den Serras von Maranguape und Pacatuba. PJr scheint sich aber in Kultur den verschiedensten Klimaten anzupassen, wenigstens was das Wachsen und Samengeben anbetrifft, während er in Bezug auf reichliche Erträge von Kautschuk wählerischer zu sein scheint. In seiner Heimat, wo er, wie gesagt, unter dem Namen Manicoba bekannt ist, wächst er vor allem in dem aus Sandstein, Kies oder verwittertem Granit bestehenden heifsen und flachen, etwa 60 m über dem Meere gelegenen Hinterlande von Ceara (etwa 4*^ s. B.); dort ist die mittlere Temperatur etwa 28 bis 32° C. und das Klima den gröfsten Teil des Jahres hindurch sehr trocken, so dafs die Flüsse häufig versiegen. Wenngleich gewöhnlich in der Regenzeit, die von November bis Ende Mai oder Juni reicht, Regenschauer oft mehrere Tage hintereinander fallen, so kommen doch auch Jahre vor, wo es beinahe gar nicht regnet; immerhin kann die jährlich dort fallende Regenmenge nicht ganz unbedeutend sein, da das Land mit ziemlich hohem Wald bedeckt ist, dessen Laub freilich aus kleinen und wenigen Blättern besteht, die nicht viel Schatten geben. Es ist das, was wir in Afrika als Steppenwald bezeichnen würden, in Brasilien nennt man die Formation Sertao. Andererseits gedeiht der Baum aber auch in den gebirgigen an den Abhängen mit feuchtem schattigem Walde bedeckten Gegenden daselbst, wo der Regenfall viel gröfser ist; ja am Monte Alegre befindet sich sogar eine Plantage in 1000 m Höhe, dort soll der Regenfall 2500 mm im Jahre betragen und das Thermometer nachts auf 15° C. fallen; ob freilich die Kultur dort lohnt, ist eine andere Frage. Im Hinterlande von Ceara wird der Baum nur in der Trockenzeit angezapft und zwar schon, wenn der Baum einen Durchmesser von 10 bis 12 cm hat, d. h. wenn er etwa 2 Jahre alt ist; die Methode ist wie in den 70er Jahren so auch heute eine sehr einfache. Schmutz und lose Steine wurden am Boden rings um den Baum mit Hilfe einer Handvoll Zweige entfernt und hierauf grofse Blätter dort ausgebreitet. Dann wird die äufsere Lage der Rinde bis zu vier oder fünf Fufs Höhe hinauf weggeschabt. Die Milch rinnt sofort in gewundenen Strömen hinunter, etwas Milch gelangt bis zum Boden, die andere trocknet langsam am Stamme ein, nach einigen Tagen werden die Kautschukstränge dann von dem Stamme abgezogen und zwar entweder zu Kugeln zusammengerollt oder in losen Massen in Säcke gepackt. Die im Handel noch heute bekannte Ceara scraps sind nichts weiter als diese meist nachträglich durch den Druck in den Säcken zusammenklebenden Kautschukstreifen. E» — 53 — kommen im Handel solche zusammengeklebten Massen bis zu 150 kg Gewicht vor. Um zur Milch zu gelangen, genügt es nach Gross eine dünne Schicht der Rinde abzutragen; die Eingeborenen arbeiteten aber oft so unvorsichtig, dafs fast bei jedem Baum die Rinde völlig durch- schnitten und sogar etwas Holz abgetragen wurde. Die Folge davon war Fäulnifs*), und viele Bäume waren daher hohl, gaben wenig Milch und konnten dann den Winden nicht widerstehen. Der auf den Boden fliefsende Teil der Kautschukmilch koaguliert daselbst in Form kleiner Platten oder Tropfen. Wird die Erde unter dem Baum nicht gefegt oder mit Blättern bedeckt, wie häufig geschieht, so wird der heruntertropfende Kautschuksaft durch Erde und Steine verunreinigt, worüber auch jetzt noch vielfach im Handel Klage geführt wird. Im allgemeinen wird jetzt aber der an der Unterseite der Platten haftende Schmutz in grobmaschigen Sieben wenigstens :zum Teil abgerieben. Neuerdings hat man nun, wie Biffen mitteilt, erfreulicherweise Ijegonnen, das bei Para-Kautschuk bewährte System der Ernte und Bereitung auch bei der Manicoba anzuwenden. Hierbei kann man anscheinend 2jährige Bäume noch nicht abernten, dagegen sind 5- bis 6jährige Bäume schon erntereif; sie sind dann etwa 772 m hoch und haben einen Stammdurchmesser von 20 bis 23 cm. Es werden kleine Sammelbecken aus Zinn angehängt, und jeder Baum wird in der vom Juli bis Dezember reichenden Trockenzeit zweimal vierzig Tage lang angezapft mit einer dreimonatlichen Ruheperiode da- zwischen. Angeblich soll der Baum bei diesem Verfahren 15 bis 20 Jahre leben. Auch die Methode des Räucherns im Rauch brennender Palmnüsse kommt jetzt allgemein in Aufnahme; man erhält hierdurch einen Kautschuk, der eine grofse Menge Wasser enthält, welches teilweise durch die Sonnenwärme zum Ausschwitzen gebracht wird und beim Verdampfen eine braune harzige Masse zurückläfst. Die jährliche Ernte pro Baum beträgt Vs ^^^ 1V-' kg. In seiner Heimat wurde der Baum bis vor wenigen Jahren nur in kleinem Mafsstabe kultiviert, besonders in der Serra Grande und Serra da üruburitama; neuerdings scheint man aber der Kultur der Manicoba daselbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken, nach Biffen giebt es jetzt im Distrikt von Ceara grofse Pflanzungen dieses Kaut- schukbaumes. Kulturversuche: Die Überführung nach Asien wurde durch den vom India office hinoresandten Gärtner Gross im Jahre 1876 *) Nach Mr. Biffen, der kürzlich die Ceara-Distrikte zum Studium des Kautschuks besucht hat, soll der Baum leicht der Trockenfäule unterliegen, denn verfaulte Zweige fallen beständig ab. — 54 — bewirkt, auf derselben Reise, auf der er die Heveapflänzlinge ge- sammelt hatte. Er verscbafl'te sich in Maracanahu, einem Dorfe^ 30 englische Meilen von der unter 4° s. B. gelegenen Stadt Ceara entfernt, 60 junge Pflanzen und 700 Samen. Letztere sowie 42 der Pflänzlinge kamen am 23. November 1876 glücklich nach Kew, und 55 junge Pflanzen kamen dort schon bald an, so dafs im Juni des folgenden Jahres die ersten Pflanzen nach Singapore gesandt werden konnten. Im September 1877 gab es schon 3U0 Pflänzlinge in Kew, von denen 50 nach Calcutta und ebensoviele nach Ceylon gesandt wurden; trotzdem bestand der Vorrath in Ke.w im December des Jahres doch schon wieder aus 448 Pflanzen. Man sieht hieraus, mit welcher Leichtigkeit sich diese Kautschukpflanzen vermehren lassen. Im Jahre 1878 wurden abermals Sendungen nach Indien geschickt, nach Madras und Calcutta, ferner auch nach Java, Fiji,. Queensland, Sidney, Trinidad, Jamaica, Dominica, Sansibar, während von Ceylon aus am Ende desselben Jahres von den erst im Jahre vorher erhaltenen Pflänzlingen schon wieder andere indische Gärten versorgt werden konnten. Es dauerte denn auch nur ganz kurze Zeit, da war dieser Baum überall verbreitet, auch die Pflanzer Ceylons und Javas konnten schon alsbald versorgt werden; das schnelle Wachstum, die Leichtigkeit der Vermehrung, der frühe Fruchtansatz bildete ein grofses Lock- mittel für die Pflanzer, Versuche hiermit zu machen. In einem Jahre wurden von dem botanischen Garten daselbst nicht weniger als 24 550 Samen und 1879 bewurzelte Stecklinge verteilt. Schon im Jahre 1881 wurden aber nach einem Bericht des Dr. Trimen kaum mehr Samen vom botanischen Garten erbeten, da die Pflanzer schon selbst Samen gebende Bäume besafsen. Im Jahre 1883 gab es nach Dr. Trimen in Ceylon schon 977 acres (fast 400 ha) unter Kautschuk- kultur; im Jahre 1887 hatte eine grofse Anzahl von Pflanzungen von 10 bis 20 ha mit 3- bis 5jährigen Ceara - Kautschukbäumen bestanden; aber als es an die Ernte ging, zeigte sich ganz allgemein, dafs nicht einmal die Kosten des Anzapfens herauskamen. Ein Kuli konnte pro Tag meist nur 100 g Kautschuk sammeln, trotzdem die Bäume grofsartig und schnell gewachsen waren. Man glaubte natürlich zuerst, dafs es an fehlerhaftem Anzapfen liege, und erfand allerhand Instrumente, um die Bäume efl'ektvoll, aber ohne ihnen gröfseren Schaden zuzufügen, anzuschneiden; alles war aber umsonst. So schlief denn auf Ceylon die Kultur allmählich wieder ein. Schliefs- lich vernachlässigte man die Anpflanzungen oder schlug sogar die Bäume wieder um, zumal da sie sich auch nicht als Schattenbäume für Kakao und Kafiee bewährt hatten. So finden wir schon im Jahre 1887 einzelne Pflanzungen auf den Aussterbeetat gesetzt, ob- — So- gleich damals schon einige bessere Resultate erzielt wurden. So z. B. lieferten die vierjährigen Bäume auf Kandanuwara schon 7^ his V2 Pfd. engl, pro Baum, und auch W. B. Lamont hatte bei seinen Versuchen in Heneratgoda und Mirigama im Januar und Februar durchschnittlich in IV2 Tagen ein Pfund engl, geerntet, so dafs ihm das Pfund Kautschuk im lokalen Werte von 80 Cents nur 23 Cents für das Sammeln gekostet hat; er rechnet also aus, dafs, wenn jeder Baum jährlich ein Pfund liefere und 30 Cents die Kultur und Ernte koste, 50 Cents als Gewinn übrig bleiben, man würde also bei 100 Bäumen pro acre (250 pro ha) 50 Rupien pro acre (125 pro ha) Reingewinn haben. Trotzdem war 1890 die Kultur so gut wie eingeschlafen; Dr. Trimen berichtete damals, dafs ein Pflanzer die Kosten der Ernte auf 36 Cents pro Pfd. engl, berechne, und dafs 8jährige Bäume wenigstens 3 Unzen, 10jährige 72 Pfd. Kautschuk geben. Eine Ver- schilfung von vier Centnern erzielte damals 1 sh 8^/2 d bis 1 sh 97^ d pro Pfund engl, netto, was einem Nutzen von etwa 37 Cents pro Pfund entsprach. Die Meinung der Pflanzer sei aber, dafs der Ertrag der Ernte nicht die Kultur zahle, weshalb sie zur Erlangung der Ernte die Bäume niederzuschlagen beabsichtigten. Im Jahre 1893 wird berichtet, dafs ein Kuli von 10 bis 12jährigen Bäumen pro Tag 3 Pfund Milch, entsprechend etwa I72 Pfund Kautschuk, erntet, was aber doch nicht die Kosten einer so langjährigen Kultur deckte. Die Bäume wurden umgehauen, und das Endresultat ist, dafs augenblicklich nur noch wenig Bäume auf Ceylon übrig sind. Wenn also auch die Ceara-Kultur auf Ceylon, im ganzen ge- nommen, ein Fehlschlag war, so haben wir doch durch die Ceylon- Pflanzer vieles über die Kultur dieses Kautschukbaumes gelernt, was die Versuche in anderen Gegenden sehr erleichtert und zur Verhütung von Mifsgriflfen dienen kann. So ist z. B. beherzigenswert, dafs der Baum in Ceylon von der Ebene bis 900 m ü. M. ganz gut gedieh, dafs dagegen in einer Höhe von 1200 bis 1300 m nur wenige Pflanzen an geschützten Stellen aufkamen und nur äufserst langsam wuchsen. Nicht viel günstiger sind die meisten anderen Berichte aus Süd- asien. In Singapore und auf der malayischen Halbinsel ist das aufserordentlich feuchte Klima der rentablen Ceara-Kautschuk- kultur durchaus abhold. In Burma soll das Klima sich schon besser eignen. In Kalkutta scheint die Kultur keinerlei Bedeutung erlangt zu haben, ebensowenig in verschiedenen Orten Hinterindiens. In Südindien wuchsen die Bäume bei Nilambur in einer Lichtung des Teakwaldes in fruchtbarem Lande am Nilambur-Flusse überaus schnell, nach zwei Jahren (1881) hatte der höchste Baum schon — 56 — eine Höhe von 9 Metern, und ein Schöfsling begann schon fünf Monate nach dem Auspflanzen zu blühen. Das Anzapfen der jungen Bäume im Februar 1881 ergab zwar viel Saft, aber nur überaus wenig Kautschuk. Auch das Anzapfen der Bäume im April 1895 ergab kein gutes Resultat, wie man damals meinte, weil die Bäume gerade laublos waren. — In Iravallikawa wurden Januar 1895 100 Cearabäume drei Tage lang täglich zweimal angezapft, aber nur 10 Pfund Kautschuk erhalten. Ende Dezember 1896 wurden 309 Bäume angezapft und 24 Pfund erhalten. Der gröfste Baum mit einem Stammumfang von 3 Fufs 9 Zoll brachte 8 Unzen, der kleinste mit 372 Zoll Stammumfang 78 Unze; im Durchschnitt also 1 Unze pro Baum. Anschneiden der Stämme gab nur äufserst wenig Milch, weit mehr das Anschneiden der blofsgelegten "Wurzeln. Die um 6 Uhr morgens angezapften Bäume bluteten 10 bis 15 Minuten, die später angezapften nur 5 bis 6 Minuten, die auf feuchtem Allu- vialboden stehenden Bäume bluteten bedeutend stärker als die auf trockenem Boden stehenden. Die im Januar 1895 geschlagenen Wunden waren vollständig verheilt und die Bäume, die damals ordent- lich Milch gaben, thaten es auch diesmal. Die Anzapfungen im März und April während der vollen Trockenzeit hatten bei den blattlos stehenden Bäumen nur sehr wenig Erfolg; die beste Zeit war Dezember bis Februar. — Im Durchschnitt gaben in 20 m-Abständen stehende Bäume in tiefem feuchten Alluvialboden nach 18 Jahren bei einem Stammumfang von 3 Fufs 7^ Pfund trockenen Kautschuk, also ein ganz klägliches Resultat. Noch schlechter waren die Ergebnisse in Nord-Malabar im südlichen Indien. 23 noch nie angezapfte Bäume mit mittlerem Stammumfang von 21 Zoll ergaben Ende Mai 1897 bei dreimaligem Anzapfen an drei aufeinander folgenden Tagen 8 Unzen Kautschuk. Im Juli während einer Pause in der Regenzeit ergaben 67 im vor- hergehenden September angezapfte Bäume mit einem Stammumfang von 27 Zoll 20 Unzen. Also ein Ergebnis von noch nicht 10 g pro Baum. In Java wurde in Buitenzorg 1884 im Kulturgarten von Tjikeu- meuh eine Pflanzung angelegt; nach zwei Jahren waren die Bäume 472m hoch bei einem Umfange von 0,23 m, 9 Monate alte Bäume lieferten 174 g; lV2Jährige 2.3 g, 4jährige im Durchschnitt 10 g mit sehr starken individuellen Unterschieden. Ein mehr als 20jähriger Baum lieferte 1885 90 g, ein 1888 angezapfter Baum 225 g. Man sieht also, gleichfalls sehr geringe Erfolge, weshalb v. Romburgh auch von der Kultur dieses Baumes für Java abraten zu müssen glaubt. In Queensland wurde etwa im Jahre 1885 eine kleine Plantage bei Mourilyan Harbour angelegt, aber an einem dem AViude sehr ausgesetzten felsigen Abhang; wegen Zerstörung durch einen Cyklon — 57 — wurde die Pflanzung später verlassen und ist jetzt wieder zu dichtem Busch geworden; viele junge Cearabäume sind aber neben den alten aufgeschossen. 181)7 erinnerte man sich der Plantage und gedenkt, wieder Versuche im Grofsen zu machen. In Amerika ist der Ceara- Kautschukbaum aufser in seiner Heimat nirgends in gröfserer Kultur, trotzdem die Pflanze auch in Westindien schon seit 20 Jahren verbreitet ist und daselbst brillant wächst, so dafs der Direktor des botanischen Gartens von Jamaica schon 1884 schrieb, dafs der Baum in Castleton (600 ' ü. M.) mehr zu Hause zu sein schiene als die anderen Kautschuk liefernden Pflanzen. Nach Dr. Nicholls Angabe vom selben Jahre scheint der Baum in Dominica reichlichen Milchsaft und viel Kautschuk in der trockenen Zeit zu geben. Dauernde Erfolge sind aber auch dort nicht erzielt, ebensowenig in Grenada und Trinidad, wo viel Samen verteilt worden sind. In Westafrika wächst der Baum vortrefflich, z. B. auf St. Thome, wo es gröfsere Pflanzungen davon giebt, ferner in den englischen botanischen Gärten sowie auch in Kamerun, wo der Baum ganz erstaunlich schnell in die Höhe schiefst, sich aber gleichfalls als Schattenbaum für Kakao nicht bewährt, zumal da er sehr an Schmier- läusen leidet. Die in der Yersuchsplantage in Victoria (Kamerun) angestellte Probe zeigte nach Dr. Preuss, ^dafs die Milch dieses Baumes selbst in der Trockenzeit sehr viel Wasser enthält. Die Menge des durch allmähliches Gerinnen an der Luft aus der Milch gewonnenen gelblichen Kautschuks war so gering, dafs an eine rentable Kultur dieses Baumes in Kamerun schwerlich zu denken ist." Vor einigen Jahren hatten die Schweden Knutson und V^aldau im Memegebiet bei Bonge eine plantagenmäfsige An- pflanzung versucht, aber schon 1893 oder 1894 wieder aufgegeben, teils wegen des durch Vieh verursachten Schadens und der dadurch mit den Eingeborenen entstandenen Streitigkeiten, teils weil die Bäume nur sehr wenig Kautschuk lieferten. Auch in Cabinda (portugiesisch Kongo) hatten mehrere Besitzer diesen Baum gepflanzt, die Kultur aber bald wieder zu Gunsten des Kakao aufgegeben. Obgleich ziffernmäfsige Beobachtungen nur für Gabun vorliegen, ist doch sicher, dafs die Kautschukerträge in diesen feuchten Gegenden Westafrikas nur sehr kleine und wenig versprechende sind. Eine Aus- nahme dürfte wahrscheinlich der Küstenstrich von Togo machen mit seinem exceptionell trockenen Klima und zuweilen fast ganz aus- bleibenden Begen; auch in Bezug auf den Sand- und Lateritboden stimmt diese Lokalität in Togo mit Ceara überein. Hier hat man in etwas gröfserem Mafsstabe den Baum gepflanzt, der Erfolg ist abzuwarten. Ebenso dürften sich die trockeneren Teile Westafrikas, Südsenegambien und Südangola ganz gut für die Kultur eignen. — 58 — doch beginnt man hier erst jetzt mit ernstlicheren Versuchen. Iir Süclsenegambien giebt es z. B. eine Pflanzung in Sedhiou. In Ostafrika hat man seit lange Versuche gemacht, in Natal, Mauritius und auf den Seychellen; man war in den achtziger Jahren überaus hoffnungsvoll, teilweise sogar begeistert von dem schnellen Wachstum; dafs man seitdem nichts mehr darüber hört, spricht deutlich genug; alle diese drei Gegenden sind auch zu feucht. Hingegen höre ich Yon dem Reisenden und Botaniker Schlechter, dafs bei Inhambane der Baum unweit des Meeres nicht nur vortrefflich wächst, sondern sogar sehr gute Erträge giebt; dort ist ja auch ein etwas trockeneres Klima und sandiger Boden,, doch ist letzterem Kalk und Lehm untergelagert; nur eine Pflanzung soll übrigens dort existieren, doch sollen die 7jährigen etwa 6 m hohen Bäume nach Angabe des Besitzers, eines portugiesischen Händlers, 10 Pfund (?) Kautschuk pro Jahr liefern. Herr Schlechter fand sogar in der Regenzeit den Milchsaft derart konzentriert, dafs er sofort an der Luft koagulierte und aufgewickelt werden konnte j. es scheint dort also ein Idealklima für den Baum zu sein. Auch in Deutsch-Ostafrika macht man an verschiedenen Stellen Versuche, namentlich in den Liberiakaflfeepflanzungen im Hinterlande von Pangani, bisher haben diese Versuche freilich nur ge- zeigt, dafs der Baum hier, wie fast überall, gut wächst. Von der nörd- lichen Küstengegend Deutsch-Ostafrikas verspreche ich mir auch nicht sehr viel in Bezug auf die Kultur, wenig von üsambara und Bondei,. mehi' hingegen von der Umgebung von Dar-es-Saläm und namentlich von Lindi und Mikindani sowie von den inneren Steppengegenden; ebenso von Englisch-Ostafrika. Schon in Dar-es-Saläm waren 1897 die noch jungen Pflanzen des dortigen botanischen Gartens Pracht- bäume, neue Pflanzen gingen überall, sowie Regen fiel, wie Un- kraut auf, und der Baum wird deshalb empfohlen, um brach liegende Flächen damit aufzuforsten, wozu wenige Standbäume genügen würden. In Sansibar wächst der Baum zwar gleichfalls sehr gut, aber schon 1883 berichtet der englische Konsul Sir John Kirk, dafs 5jährige Bäume noch zu klein sind, um sich bezahlt zu machen. Er sagt: „Ich bin ganz sicher, dafs der Baum hier einem Privat- pflanzer von keinem Nutzen ist; einige Bäume geben einen wässerigen Saft fast ohne Kautschuk, und im besten Falle ist die Quantität sehr gering. Vielleicht mag das Produkt im Jnlande, in weniger feuchtem Klima, besser sein, aber ich verdamme den Baum als nutzlos für europäische Ansiedler und ein lästiges Unkraut, wo einmal auf den Plantagen eingeführt.'* (Scblufs folgt.) — 59 - Über den Knltnrwert Üentsch-Ostafrikas. Yortrag des Professors Dr. Wohltmann in Berlin am 9. Januar 1899.*) Nachdem Herr Regierungsrat Dr, Stuhlmaun am 23. März 1898 hier einen ausführlichen Vortrag über Deutsch-Ostafrika gehalten, kann ich mich darauf beschränken, nur das zu behandeln, was mich rein berufsmäfsig und fachmännisch angeht: Landbau und Kultur und was damit zusammenhängt. Wie bei einem jeden Urteil zu berücksichtigen ist, was der Redner in seiner Jugend erlernt hat, was er erfahren hat und was er will, so bitte ich dort, wo meine Ansichten nicht in vollster Übereinstimmung mit denen anderer stehen, den Wert derselben mit jenem Mafsstab zu messeo. Der heutige Charakter der Kolonie ist vorwiegend der einer Handelskolonie, wenn wir dabei aufser Acht lassen, dafs Beamte und Militär, die in ihrer jetzigen Zahl für das Wohl Deutsch-Ost- afrikas durchaus unentbehrlich, besonders stark in der Kolonie vertreten sind. Der Handel hat sich in den letzten zehn Jahren in Bezug auf die Einfuhr aufserordentlich gehoben; dieselbe betrug 1888/89 an Wert 2,5 Millionen Mark, 1897 9,4 Millionen. Dagegen ist die Ausfuhr in genanntem Zeitraum von 6,8 Millionen auf 5,1 Millionen Mark zurückgegangen. Diese Ziflern lehren einerseits ein grofses Bestreben, in der Kolonie Anlagen zu schaffen und. andererseits einen Rückgang des Handels an Naturprodukten. 1897 betrug der Wert der Ausfuhr an Naturprodukten (Elfenbein, Kaut- schuk, Kopal etc.) rund 3 000 000 Mark, an Ackerbauprodukten und Vieh gegen 1 500 000 Mark. Wie werden sich diese Zahlen für die Zukunft gestalten? Elfenbein wird bleiben, vielleicht zurückgehen, Kautschuk kann gesteigert werden, Kopal hat keine sehr grofse Bedeutung; möglichen- falls können Gold, Edelmetalle und Kohlen den Ausfuhrwert der rohen Naturprodukte beträchtlich steigern. Es wird aber unsere Hauptaufgabe sein, wenn wir Deutsch-Ostafrika mit Erfolg bewirt- schaften wollen, die Ausfuhr an Ackerbauprodukten zu heben und die Vielizucht zu fördern. Dazu ist nötig: Ruhe, Frieden und Sicherheit im Lande, eine gute Verwaltung, gute Verkehrswege und Kapital. Der Anfang ist gemacht, und Deutsch-Ostafrika ist reif für rationellen Ackerbau und rationelle Viehzucht. Die grofse Frage ist nun die: „Wie weit eignet es sich dafür, was lohnt sich *) Dieses kurze Eeferat enthält die wichtigsten Punkte der Ansichten de& Redners über Deutsch-Ostafrika. Bezüglich seiner näher begründeten und aus- führlichen Anschauungen verweisen wir auf sein soeben erschienenes Werküberr Deutsch-Ostafrika, Verlag von F. Teige, Berlin-Schöneberg, Hauptstrafse 22. — 60 - und was steht zu erwarten?" Bevor wir diese Fragen beantworten, wollen wir zunächst prüfen: „Was ist bis jetzt geleistet?" Auf den Kaflfeepflauzungen, die vornehmlich in dem üsambara- Gebirge, wo arabischer Kaflee angebaut wird, sich gedeihlich ent- wickeln, weniger in der Niederung, wo Liberia-Kaöee kultiviert wird, konnte ich Anfang 1898 insgesamt etwa 1600 000 gesunde Kaffeebäumchen zusammenrechnen, z. Zt. mag die Zahl derselben wohl bereits 2 500 000 betragen, und in drei Jahren wird man auf •den bis jetzt bereits bestehenden Pflanzungen wohl gut 5 000 000 tragfähige Bäumchen aufweisen können, die alljährlich einen Brutto- wert von 4 000 000 Mark zu liefern vermögen. An Kokospalmen sind z. Zt. auf den Pflanzungen der Europäer wohl bereits über 500 000 Bäume ausgesetzt, dazu kommen die kleinen Gruppeubestände der Eingeborenen. An Hanf stehen in Kikogwe vermutlich z. Zt. bereits über 30 000 Stück Sisal-Agaven, auf der Regierungspflanzung Kurasini 250 000 Stück Fourcroya gigantea. An Vanille stehen in Kitopeni und Bagamoyo und am Mkulu- musi nach den in Aussicht genommenen Betriebsplänen z. Z. etwa rund 70 000 bis 80 000 Pflanzen. Tabak wird seitens der Regierung vornehmlich in Mohorro kultiviert und 1897/98 waren 32,4 ha daselbst mit Tabak bepflanzt. Dazu kommen im Küstengebiete rund: 700 ha Zuckerrohrfelder ■der Araber am Pangaui, die Reisfelder der Eingeborenen am Rufiji, am Umba und am Fufs der Gebirge und die übrigen Kulturen der Eingeboi'enen, von denen Hirse, Sesam, Erdnufs, Kopra und Kokos sowie Mais bereits heute eine Ausfuhr von über 1 000 000 Mark auf- weisen. Die Viehzucht der Eingeborenen beflndet sich in guten Ver- hältnissen, nicht minder verdienen hohe Anerkennung die Viehzucht- stationen der Regierung in Dar-es-Saläm, Pugu, Mafia und Kwai. Was steht nun zu erwarten? Zu dem Zweck einer richtigen Beantwortung dieser Frage haben wir zunächst Boden und Klima zu prüfen. An der Küste liegt vor: alluviales sandiges Flachland mit sumpfigen Niederungen, Hügelland mit Kalk- und Sandsteinboden, weiter einwärts Gebirge archäischen Ursprungs. Im Inneren haben wir Gebirgsländer von 1000 m Höhe und darüber, fruchtbare Alluvien östlich der Seen. Der gröfste Teil des Inneren besteht jedoch aus Steppen und Wüsten, deren Ausdehnung Wissmann auf 7io, Lieber t auf 7io "^on ganz Deutsch-Ostafrika schätzt. Wichtig ist, dafs im Küstengebiet verhältuifsmäfsig wenig Laterit- gestein vorkommt. Der Boden im Gebirge ist mittel, im Flachland — 61 — mäfsig, die Flufsländer des Pangani, Ruüji und Umba sind an der Küste gut bis vorzüglich. Das Klima ist für Ackerbau nicht überall günstig, es fehlt vor allem an vielen Orten an genügenden und an sicheren Niederschlägen. Die Niederschläge sind am gröfsten und sichersten in den Gebii-gen und im nördlichen Küstengebiet, wo sie 1500 bis 3000 mm aus- machen. - Es fehlen uns in Deutsch-Ostafrika Regenstationen über das ganze Land,, die dringend erforderlich sind. Aus den vor- liegenden Thatsachen können wir nun folgern: 1. Gewisse Pflanzen sind für Deutsch-Ostafrika fast gänzlich ausgeschlossen, fast alle, welche reichlich 2000 mm sicheren jähr- lichen Niederschlag beanspruchen. 2. Wo 1500 bis 2000 mm Regen sicher vorliegt, können Kaffee,. Zuckerrohr, Zimmt, Nelken, Pfeffer, Tabak und Vanille gut kultiviert werden, auch ohne Bewässerungsanlagen. 3. Wo unter 800 mm Regen fällt, sind für die meisten Kulturen Bewässerungsanlagen durchaus notwendig. 4. Wo Unsicherheit der Niederschläge und mäfsiger Boden vorliegt, werden diejenigen Pflanzen am besten gedeihen, welche beides vertragen können, das sind von Ölfrüchten Kokos, Erdnufs und Sesam, von Faserpflanzen Agaven, von Stärkemehlfrüchten Maniok, Arrow-root und auch Bataten in höheren Lagen. Im Speziellen ist über die Entwickelung von Pflanzungsanlagen Folgendes zu sagen: Kaffee wird überall in Gebirgen bis zu 1200 m Höhe dort gut gedeihen, wo mindestens 1800 mm jährlicher Niederschlag sicher ist. Zweifelhaft erscheint mir der Anbau von Liberiakaffee in der Niederung. Mit arabischem Kaffee können in Usambara möglichen- falls 15 000 ha bepflanzt werden, das macht 30 000 000 Bäumchen, die einen jährlichen Bruttoertrag von 24000 000 Mark abwerfen können bei vorzüglicher Qualität. Für Zuckerrohr und Tabak sind an der Küste rund 12 000 ha in günstiger Lage und mit guten Bebauungsaussichten vorhanden. Für Kokos und Hanf ist der ganze Küstenstrich südlich von Bagamoyo vorzüglich geeignet, und harren hier viele tausend Hektar des Anbaues mit diesen Pflanzen. Vanille und Gewürznelken an der Küste, Kardamom und Zimmt im Gebirge werden vereinzelt mit Erfolg angebaut werden können. Auch Kautschukanpflanzungen sind zu empfehlen, ausgeschlossen ist leider der Baumwollbau und zwar vornehmlich wegen der Un- sicherheit der Regenzeiten. Die Arbeiterverhältnisse sind günstig; z. Zt. arbeiten bereits rund 5000 Arbeiter auf den Pflanzungen, auf einigen ist der Lohn — 62 — -etvp-as hoch. Düngungen scheinen auf den meisten KafiFeepflanzungen durchaus nötig zu sein, es fehlt dem Boden an Kalk und Phosphor- säure. Meine Diiugungsversuche mit Düngemitteln, welche gerade diese Stoffe enthielten, insbesondere mit Knochenmehl, haben in Nguelo geradezu Wunder gewirkt. Die Hemileia vastatrix wird bei den richtigen Mafsnahmen in den Kaffeepflanzungen bekämpft werden können. Der Eingang der Kaffeekulturen durch dieselbe, wie in Ceylon, ist nicht zu befürchten, wenn richtig gedüngt und die Kaffeekulturen richtig gepflegt werden. Es ist vielfach sehr teuer in Ostafrika gewirtschaftet worden, Tvas zum Beginn auf die Unkenntnis der Verhältnisse und das anfäng- liche „Versuchen" zurückgeführt werden kann. Wichtig ist ferner für die Entwickelung des Landes die Be- völkerungsfrage. Nach den Berechnungen von Dr. Peters lebten gegen 1895 in Deutsch-Ostafrika gut 3 000 000 Eingeborene, das ist in einem Lande, welches etwa zweimal so gi'ofs wie Deutschland, wenig. Kriege, Raubzüge, Unruhen, Sklavenhandel, Kiudesmorde und zeitweise Hungersnöte haben das Anwachsen der eingeborenen Be- völkerung sehr gehemmt. Deutsch-Ostafrika kann 20 000 COO Schwarze und mehr ernähren. Es ist eine der wichtigsten, wenn nicht unsere Hauptaufgabe in Deutsch-Ostafrika, diese Ver- mehrung der Bevölkerung anzustreben und das Menschen- material daselbst richtig zu formen, damit unserem Handel und unserer heimischen Industrie in Deutsch-Ostafrika ein weites und sicheres Absatzgebiet geschaffen wird. Wir werden daher genau nach der Methode der Engländer in Indien und der Fran- zosen in Algerien vorzugehen haben. Unsere Ziele in der Be- völkerungsfrage müssen sein: dem Neger Arbeit und Verdienst zu schaffen, um ihm Kaufkraft zu Teil werden zu lassen, seine Be- dürfnisse und Lebensansprüche zu heben, sein Leben, seine Existenz und sein Fortkommen zu sichern, seine Zahl zu vermehren. Was haben wir daher zu thun, um diese so hochwichtige Aufgabe bald und sicher zu lösen? Wir haben: 1. Ruhe und Frieden im Lande dauernd zu sichern; 2. das Räuberhandwerk gründlich zu beseitigen; 3, Kindsmord abzuwenden; 4. für neue Dorfanlagen zu sorgen; 5. überall Wasser zu beschaffen in Brunnen, durch artesische Bohrungen und Bewässerungsanlagen; 6. die Gefährdungen der Kultur abzuwenden, Heuschreckenplagen, Viehseuchen etc.; 7. den Ackerbau technisch zu fördern, durch Verteilung zweckentsprechender Sorten und Saaten, durch Ein- führung guter Arbeitsgeräte, durch Prämien und dergl., wie bereits von der Regierung in lobenswerter Weise eingeleitet; 8. die Vieh- zucht zu heben, um vor allem auch Milch, Butter und Käse au der — 63 — Küste als neues Nahrungsmittel zu gewinnen: 9. durch Waldschutz und Waldpflege zur Verbesserung des Klimas beizutragen. Alles dieses kostet zwar Geld, aber es ist besser so ausgegeben, als um Hungersnöte zu beseitigen oder für grofse Kriegszüge, Der Eingeborene in Deutsch-Ostafrika in sicherer geregelter Thätigkeit wird uns von unschätzbarem Werte sein; wir müssen ihn fördern und pflegen, das wird uns vielleicht ebenso hohen Gewinn bringen als grofse, umfangreiche Plantagen. Nach meiner Überzeugung kann Deutsch-Ostafrika bei der Genügsamkeit des Negers mindestens 20 000 000 Eingeborene ernähren. Er vermag auch unter un- günstigen Boden- und Klimaverhältnissen seine Nahrungsmittel noch zu gewinnen, während Plantagen nur dort und dann gewinnbringend sind, wenn günstige natürliche Verhältnisse vorliegen. Jedoch wenn wir Bevölkerung, Handel und Wandel schaffen wollen in der Kolonie, bedürfen wir auch guter Verkehrswege. Es fehlt noch an guten Strafsen für Karren- und Wagenbetrieb und an Eisenbahnen. Aus kommerziellen Gründen ist es nötig, die Bahn Tanga — Muhesa mindestens bis Masinde fortzuführen. Aus politischen und strategischen Gründen wäre eine Bahn von Dar-es-Saläm in das grofse Seengebiet aufserordentlich wünschenswert. Wie die Russen die sibirische Bahn, die Engländer die Mombassabahn, die Fran- zosen die Saharabahn bauten, so bedürfen wir, je eher desto besser, einer afrikanischen Centralbahn. Nur kurzsinnige Parteien werden ■das Bedürfnis verneinen können. Schliefslich haben wir noch die Auswanderungsfrage für die kulturelle Entwickelung Deutsch-Ostafrikas zu betrachten. Es handelt sich dabei um die Besiedelung der Gebirge von etwa 1200 m Meeres- liöhe an mit deutschen Bauern. Früher wanderten alljährlich aus Deutschland 150 000 bis 200 000 Menschen aus, z. Zt. nur noch 15 000 im Jahr. Deutsch- land kann insbesondere augenblicklich Auswanderung wenig wünschen. Sie bedeutet stets Kapitalverlust. Wir haben ferner in der Heimat selbst noch genug zu germanisieren und zu kolonisieren. Unser Handel und unsere Industrie bedürfen bei ihrem Aufschwung stets neuer Arbeitski äfte, auf dem Lande fehlt jes vielfach sogar daran. Wir haben Militär nötig. Trotz alledem könnte uns bei unserer nun einmal vorliegenden starken Volksvermehrung Auswanderung, wenn sie wirklich nötig sein sollte, in unsere Kolonien am ehesten passen. Es fragt sich nur, ob und in welchem Umfange sie dorthin möglich. Ich habe zunächst darauf zu verweisen, dafs das germanische Blut sich bis jetzt in allen subtropischen Ländern nui" schlecht ge- halten hat, zum wenigsten nicht rein auf die Dauer; aber abgesehen — 64 — von dieser geschichtlichen Erfaliruug, wieviel Kolonisten können iö den ostafrikanischen Gebirgen denn überhaupt ankommen? Nach meiner Erfahrung in West-Usambara, wo sich nur 6 bis höchstens 10 pCt. Pflugland befindet, kaum 100 Familien, im Par^- gebirge schätze ich etwa 200 Familien, am Kilimandscharo höchstens^ 1000 Familien. Über Uhehe habe ich kein Urteil. Aber ich glaube, dafs, w^enn im Ganzen 10 000 bis 15 000 Köpfe, entsprechend 3000 bis 5000 Kolonistenfamilien, im Laufe der nächsten Dezennien nach Ostafrika übersiedeln könnten, dafs dieses schon eine hohe Ziffer ist» Diese Ziffer hat indessen gar keine Bedeutung im Vergleich zu den früheren und jetzigen alljährlichen Auswanderungen aus Deutschland von 15 000 bis 200 000 Köpfen pro Jahr. Ich mufs daher warnen, die Frage der Auswanderung nach Deutsch-Ostafrika aufzubauschen oder gar sie als Rakete zu be- trachten und sie zu überstürzen. Ehe nicht sichere Verkehrs- verhältnisse und sichere Absatzverhältnisse geschaffen sind, soll man überhaupt nicht daran denken. Man mache einen Versuch in zwei oder drei Thälern im West-Usambara-Gebirge mit sechs oder zehn Kolonistenfamilien und mit Unterstützung des Staates — das ist zu verantworten — und warte ab, welchen Erfolg derselbe nach zwei oder vier Jahren aufweist. Ich spreche in Siedelungsfragen nicht als Laie, sondern als Landwirt, welcher vielfach Erfahrungen in Nordamerika, Brasilien, Westafrika und in der Provinz Posen in Besiedelungsfragen gesammelt hat, und dem ebenso sehr das Ge- deihen unserer Kolonien wie das Wohl und Glück unseres deutschen. Bauern am Herzen liegt. Wir haben somit gesehen, was Deutsch-Ostafrika jetzt bieten und für die Zukunft leisten kann. Wir werden dort aber nur dann etwas erreichen, wenn Arbeit, Sorge, Geduld und abermals Geduld geübt wird. Es ist ein falscher Wahn, als ob man in tropischen Kolonien nur so zuzulangen brauche, um reichen Gewinn zu ziehen j derartig von der Natur gesegnete reiche Tropenländer, wo dieses möglich, giebt es auf der Welt nur wenige. In Deutsch-Ostafrika kostet es viel Arbeit; wir müssen aus Deutsch-Ostafrika erst etwas machen, um zu ernten. Gott sei Dank liegt ein kräftiger Anfang bereits vor. Mit Stolz blicken wir auf das Kulturwerk, das sich nach dem Buschiriaufstande in den letzten acht Jahren aufgebaut hat und welches die durchreisenden Engländer und Portugiesen rückhaltslos anstaunen. Überall erblicken wir Lust und Liebe zur Sache und Mut und Kraft, manchmal zwar auch hochgespannten Optimismus, aber er macht dem Träger alle Ehre, und Optimismus^ mufs man haben, wenn mau kolonisieren will. — 65 — Freilich hat mau in Deutsch-Ostafrika stets mit grofsen Mitteln gearbeitet. Wohl gegen 100 000 000 Mark siud daselbst bereits seitens der Regierung und seitens Privater angelegt, angesichts dessen ist die Frage berechtigt: „Kommen sie auch wieder heraus?" Nun, einmal sind sie nie verloren: Beamte, Handel, Industrie und Schitiabrt haben den gröfsten Teil dieses Geldes wieder nach Deutschland zurückgebracht. Dann sind ferner die Aussichten der Kaflfeepflanzungen günstig; 15 000 ha können uns 24 000 000 Mark einbringen. Die Kokos-, Zuckerrohr-, Hanf- und Tabakpflanzungen werden in kurzer, absehbarer Zeit dort mindestens 6 000 000 Mark Ertrag liefern können. Und schliefslich was sind 100 000 000 Mark, in zehn Jahren ausgegeben, gegenüber dem Etat des Deutschen Reiches, der sich alljährlich auf etwa IV2 Milliarden beläuft! Aber wenn auch wirklich der wirtschaftliche Erfolg in Deutsch- Ostafrika ein langsamerer sein sollte, als wie wir ihn annehmen, jene Summe von lUÜ 000 000 ist bereits reichlich aufgewogen durch den politischen und moralischen Erfolg, welchen wir durch Deutsch- Ostafrika zu verzeichnen haben. Gerade Deutsch-Ostafrika hat bei uns den kolonialen Gedanken, welcher schlummerte, geweckt, eingebürgert und populär gemacht. Weniger dem hanseatischen Handel, noch weisen Vorträgen, noch dem Interesse für unsere anderen Kolonien verdanken wir diese zeitgemäfse Anregung, sondern der Gewalt der geschichtlichen That- sacheu, welche uns in und für Deutsch-Ostafrika packte. Durch Blut und Thränen sind wir mit Deutsch-Ostafrika schmerzlich, aber innig und heilig verbunden und dadurch auch mit allen unseren anderen Kolonien. So mufste es kommen, damit der koloniale Funke in Deutschland sich zur hellen, lodernden Flamme entwickelte. Durch Deutsch-Ostafrika haben wir gelernt, dafs wir draufsen kolonisieren können, dafs wir in der Welt kolonisieren wollen. Seien wir stolz auf diese Kolonie, und Dank den Männern, die ihre Kraft dort eingesetzt! ilber das Aiiffindeii der echten, Kautscimk liefernden Kickxia africaDa ßenth. in Kamerun und deren Einführung in den Versnehsgarten von Viktoria. Von Dr. Preuss, Kamerun. Kurz vor Antritt meines Urlaubs nach Europa im Mai 1897 hatte ich die in dem Versuchsgarten von Viktoria mit der Prüfung von Kautschukpflanzen beschäftigt gewesenen Kautschukarbeiter, Fantis aus dem Hinterlande der Goldküste, an das Gouvernement Tropenpfianzer, 1899, Heft 2. 5 — 66 — nach Kamerun gesandt mit der 13itte, dieselben nach der Station Johann-Albrechtshöh zu befördern, damit sie dort unter Leitung des Gärtners Stand t den von mir 1889 gefundenen Kautschukbaum wieder aufsuchten. Ich vermutete, wie ich schon in einem früheren Berichte: „Über Kautschukpflanzen und Kickxia africana u. s. w." erwähnt hatte, dafs dieser Baum mit dem im Hinterlande von Lagos so enorme Mengen von Kautschuk liefernden, im Kew IhiUetin No. 106 vom Oktober 1895 als Kickxia africana Benth. be- schriebenen, von den Fantis „Ofuntum" genannten Baume über- einstimmte. Jedoch mufste ich annehmen, dafs hier ein Irrtum vorläge, da mir vom botanischen Museum in Berlin nach ein- gesandten unreifen Früchten und Blättern, ein bei Viktoria ziem- lich häufig vorkommender Baum als Kickxia africana Benth. be- stimmt worden war, welcher aber keinen Kautschuk lieferte, von den Fantis „Okeng" genannt wurde und nach ihren Aussagen dem „Ofuntum" von Lagos sehr ähnlich sehen sollte. Bald nach meiner Abreise von Viktoria erfuhr ich leider, dafs der Gärtner Staudt, an den ich gleichzeitig mit den Kautschuk- arbeitern ein ausführliches Schreiben über den Baum abgesandt hatte, gestorben war. Als ich dann Anfang Dezember desselben Jahres wieder in Viktoria eintraf, erfuhr ich auf meine Nachfragen nach den Fantis, dafs dieselben infolge irgend welcher Zufälle, viel- leicht weil sie kein Wort Englisch und niemand ihre Sprache ver- stand, nicht nach Johann-Albrechtshöh gelaugt, wohl aber längere Zeit am Mungo gewesen, dann nach Kamerun zurückgekehrt und auf ihre Bitten in ihre Heimat entlassen worden seien. Ein grofser Ball Kautschuk, den sie vom Mungo mitgebracht hatten, wurde mir zugesandt, jedoch war absolut nichts über die Stammpflanze be- kannt, und ich konnte nur mutmafsen, dafs der Kautschuk von dem „Ofuntum" stammte, da die Fantis den Auftrag von mir er- halten hatten, speziell diesen Baum zu suchen. Meine wiederholten Versuche, aus Lagos andere Kautschukarl^eiter zu erhalten, mufste ich nach monatelangen vergeblichen Bemühungen endlich aufgeben. Da erfuhr ich auf meine Erkundigungen von zwei Balis, welche 1890 bei mir auf der Barombistation gewesen waren und daher den Baum kannten, dafs sie in der Nähe von Ikiliwindi, also eine kleine Tagereise von der alten Barombistation entfernt, einige Bäume wüfsteu, aus welchen die Kumba- Leute früher Kautschuk gemacht hätten. Meine Absicht, mit diesen Bali dorthin zu gehen, wurde leider vereitelt durch den unvermuteten Abmarsch derselben nach ihrer Heimat, von welchem ich nichts erfahren hatte. Ich mufste die Regenmonate hindurch warten, bis einer dieser Bali zurückkam, und machte mich nun am 22. November mit einer kleinen Expedition auf den Weg nach Ikiliwindi. Der — 67 — Bali jedoch, welcher mich führen sollte, erschien an dem Morgen des Abmarsches nicht. Er war mit seinen Landsleuten voraus- geeilt, und ich habe ihn nicht wiedergesehen. Jedoch marschierte ich weiter, übernachtete in ßuea nnd setzte am nächsten Tage meinen Marsch über Lisoka und Ekona-Mbenge bis Mojuka in der Nähe des Mungo fort. Dieser Weg führt von Buea ab durch ein zwar wasserarmes, sanft abfallendes Gelände, welches aber als ein Plantagenland ersten Ranges bezeichnet werden mufs. Besonders zwischen Ekona und dem ersten Übergang über den prächtigen Madali -Flufs, einen rechten Nebenflufs des Mungo, durchschreitet man 1^/2 Stunde lang eine ausg<'dehnte Ebene, welche an Fruchtbarkeit des Bodens und Schönheit der Vegetation alles übertrilft, was ich bisher in Kamerun gesehen habe. Zwischen dem ersten und zweiten Übergänge über den Madali stöfst man plötzlich auf Lateritboden, welcher bis an den Mungo herangeht. Jedoch trägt auch dieser Boden überall eine grofsartige ürwaldvegetation, und die gewaltigen Pisangbüsche in den Dörfern stellen seiner Fruchtbarkeit kein schlechtes Zeugnis aus. Von Mojuka brach ich am 24. November in aller Frühe auf, durchschritt den Supü-Flufs und setzte eine Stunde später bei Nyoke über den Nyoke-Flufs. Als ich dann etwa eine Stunde weit von dem Dorfe entfernt war und die ersten zu Malende gehörenden Häuser vor mir sah, fiel mir plötzlich in der Nähe des Weges im Busch- walde ein etwa 10 m hoher Baum auf, welcher grofse Ähnlichkeit mit der bei Viktoria vorkommenden Kickxia zeigte. Meine Ver- mutung, dafs dieses der gesuchte Baum sei, wurde sofort durch das Anschneiden desselben bestätigt, welches reichlich Kautschukmilch herausfliefsen liefs, die bei dem Zerreiben auf dem Handballen in kürzester Zeit ein Kügelchen trockenen festen, nicht klebrigen Kautschuks lieferte. Ich rief nun die vorausgeeilten Träger zurück, liefs bei der nächsten Hütte halten, zeigte ihnen den Haum und sagte ihnen, wenn sie noch viele von dieser Art auffinden könnten, gingen wir nicht nach Ikiliwindi, sondern zurück nach Viktoria. Schleunigst setzten die Weis die Lasten nieder und schwärmten nach allen Seiten aus in den Busch. Ich besah mir nun den Baum und einen zweiten, den ich sofort wenige Meter weit von dem ersten entdeckte, genauer. Im Wuchs, der runden Gestalt und grauen Rinde des Stammes war er völlig der Kickxia in Viktoria gleich, nur waren die Blätter durchschnitt- lich schmaler, länger, ledriger und am Rande stärker umgebogen und gewellt. Auch schienen mir die Blattspitzeu länger ausgezogen, — 68 — und im ganzen ähnelten die Blätter denen der Coöea arabica, wie es auch früher die Fantis von dem „Ofuntum" behauptet hatten. Ich entdeckte auf beiden Bäumen reichlich Knospen und auch eine Anzahl völlig ausgebildeter Früchte. Die letzteren waren deutlich von denjenigen der bei Viktoria vorkommenden Kickxia verschieden. Sie sind bedeutend kürzer und dicker, haben eine abgerundete breite Spitze und weit weniger stark hervortretende Längskauten und einen etwa ovalen Querschnitt, während diese eine lange scharfe Spitze, scharf hervortretende Längskanten und einen halbkreisförmigen Quer- schnitt haben. — Nach längerem Suchen fand ich auch einige wenige Blüten. Die Hauptblütezeit beginut jedenCalls erst im Dezember. Auffallend ist das gleichzeitige Vorkommen von Blüten und reifen Früchten, wie es z. B. die Strophantus-Arten zeigen. Ich zapfte nunmehr vermittelst eines Hohleisens den einen Baum an und versetzte die sehr reichlich fliefsende Milch sofort mit etwa 15 Prozent Salmiakgeist. Leider ist dieselbe trotzdem sehr dickflüssig geworden und teilweise koaguliert. Der Milch- reichtum schien mir bedeutender zu sein als derjenige bei anderen von mir versuchten Arten wie Manihot Glaziovii, Hevea brasiliensis, Ficus elastica und die Landolphia-Arten. Meine an die Eingeborenen gerichtete Frage, ob sie den Baum kennten, bejahten sie, indem sie einfach: „Maniongo« (d. h. Milch, der landläufige Ausdruck für alle Kautschukgewächse sowie für die Kautschukmilch und auch den Kautschuk selbst) sagten. Die Frage dagegen, ob noch mehr dieser Bäume in der Nähe seien, verneinten sie, wie zu erwarten war. Nur diese beiden Bäume seien vorhanden^ alle übrigen seien niedergeschlagen worden. Inzwischen war schon nach einer halben Stunde einer meiner Weijungen mit einem Zweige eines von ihm gefundenen Kautschuk- baumes zurückgekehrt. Bald kamen auch die übrigen und meldeten im ganzen acht Bäume. Ich überzeugte mich selbst von der Wahr- heit der Angaben. Die Bäume waren aber sämtlich klein und erreichten höchstens Schenkelstärke bei 6 m Höhe oder wenig mehr. Alsdann zapfte ich auch den zweiten Baum an, wobei ich bemerken mufste, dafs die frisch hervorquellende Milch unter Einwirkung der Mittagssonne sofort am Stamme gerann. Ich konnte nur einen kleinen Ball Wickelgummi anfertigen, der aber gute Elasticität zeigte und völlig frei war von allen klebrigen Bestandteilen. Nachdem ich noch eine Anzahl Früchte gesammelt und be- blätterte Zweige mit Knospen für das Herbar eingelegt sowie Blüten in Spiritus konserviert hatte, begab ich mich nochmals mit sämt- lichen Leuten in den Buschwald. Wir fanden noch eine ganze An- zahl kleiner Bäume, darunter auch solche von 30 cm bis 1 m Höhe, welche ich lebend nach Viktoria zu nehmen beschlofs. Auch einen — 69 — gefällten und mit den üblichen zum Gewinnen der Milch gemachten Ringsschnitten versehenen stärkeren Stamm traf ich an. Im ganzen kommen auf einen Hektar speziell in jener Gegend etwa 15 bis 20 Kautschukbäume. Gegen Abend begab ich mich nach einigen gröfseren, dicht bei dem Hauptorte Malende gelegeneu Hütten, um dort zu übernachten. Auch hier standen dicht neben einer Hütte zwei der ßäumchen, und auch hier mufste ich mir von den Bewohnern sagen lassen, es seien die einzigen dieser Art in der ganzen Gegend. Da der Zweck meiner Reise in einer so wider alles Erwarten günstigen Weise nunmehr gelöst war^ so beschlofs ich, nach Viktoria zurückzukehren. Die weitere Verbreitung des Baumes festzustellen, wäre wohl ebenso wichtig wie interessant gewesen, jedoch erforderte die Präparation der Vanille- und Zimmeternte meine Anwesenheit in Viktoria. Es kam nun darauf an, junge lebende Bäumchen so- wie möglichst viele Stecklinge nach Viktoria zubringen, zumal ich nicht wissen konnte, ob die Früchte soweit nachreifen würden, dafs die Samen keimfähig würden. Eine kleine Anzahl Früchte hatte ich übrigens für alle Fälle an dem FJaume gelassen, um sie eventuell im Zustande der Vollreife holen zu können, falls die Überführung der Art in den Versuchsgarten auf andere Weise mifsglückte. Die Stecklinge beschlofs ich. nach allen in den Tropen gemachten Er- fahrungen aus altem Holze zu nehmen. Die Träger erhielten an diesem Tage doppelte Rationen an Reis etc.; teils zur Erleichterung der Lasten, welche durch die lebenden Bäumchen und Stecklinge vergröfsert wurden, teils in der Absicht, sie für den bevorstehenden Eilmarsch nach Viktoria bei guter Stimmung und bei Kräften zu erhalten, denn auf die schnelle Beförderung des Pflanzmaterials kam alles an. Am Morgen des 25. grub ich sieben kleine Kautschukbäumchen mit Wurzelballen aus und verpackte sie nebst einigen Bündeln frisch geschnittener, starker Zweige in Bananenblätter. Ein tüchtiger Regen war in diesem Falle sehr willkommen und nützlich. Alsdann marschierten wir in fast ununterbrochenem schnellen Marsche auf demselben Wege, den wir gekommen waren, zurück bis Lisoka. Am nächsten Tage kurz nach 4 Uhr nachmittags traf ich in Viktoria ein, und es war noch Zeit genug, die Bäumchen einzupflanzen und auch noch die gröfste Anzahl der Stecklinge in Beete zu bringen. Ich hofi"e. dafs alles gut gedeihen wird. Die mitgebrachten Früchte sind inzwischen nachgereift, aufge- sprungen und zeigen sehr wohl entwickelte Samen, welche hoÜent- lich eine recht grofse Anzahl junger Pflanzen liefern werden.*) ' ' ■ *) Diese Hoffnung liat sicli in vollem Mafse bestätigt, während von den Stecklingen kein einziger ankam. — 70 — Erwähnen will ich noch, dafs ich bei dem Rückmärsche auch zwischen Nyoke und Mojuka zwei kleine Kautsclmkltäume antraf. Später habe ich keine mehr bemerkt, woran indessen die Schnellig- keit des Marsches sowie der Regen und die schlechten Wege in Balung schuld sein mögen. In Viktoria hal)e ich nun an der Hand des Kew Bulletin und Englers „Notizblatt des botanischen Gartens etc. in Berlin" Unter- suchungen des mitgebrachten Materials und Vergleiche desselben mit der bei Viktoria vorkommenden Kickxia angestellt und bin zu folgenden, zweifellos richtigen Ergebnissen gelangt: Der am 24. November bei Malende am Mungo von mir gefundene Kautschukbaum ist Kickxia africana Benth. Es ist derselbe Baum, den ich bereits 1889 bei der Barombi-Station entdeckte, und der von den Fantis „Ofuntum" genannt wird. Die Kingeborenen der Dörfer bei Barombi begannen damals bereits aus ihm Kautschuk zu gewinnen, und die Kickxia africana ist also in Kamerun bereits ebenso früh, vielleicht noch früher ausgebeutet worden als in Lagos. Der Kautschuk, der seit 1889 am Mungo und nördlich vom Kamerun- gebirge gesammelt wurde, stammt hauptsächlich von dieser Art her. Herr Regierungsrat Dr. Seitz hat auf einer Reise durch das Gebiet im Norden des Kamerungebirges im letzten Jahre an mehreren Stellen gefällte und geringelte Kautschukbäume gefunden, welche zweifellos derselben Art angehören. Die Kickxia africana Benth. liefert also in der That guten Kautschuk und zwar, wie ich mich überzeugt habe, in reichlicher Menge. Die Mitteilungen über diese Pflanze im Kew Bulletin No. 106 vom Oktober 1895 sind daher nicht anzuzweifeln. Die Angabe in dem „Notizblatt des bot. Gartens in Berlin", dafs ich die Kickxia africana bereits früher bei Victoria gefunden habe, beruht insofern auf einem Irrtum, als die damals von mir gefundene Pflanze eine neue, bisher unbeschriebene Kickxia-Art, die zweite in Westafrika, darstellt, welche jedoch nach allerdings unzureichendem Bestimmungsmaterial in Berlin für Kickxia africana Benth. gehalten wurde. Diese Art heifst bei den Fantis Okeng. Das mir vorliegende Material beseitigt jeden Zweifel über die Echtheit der neuen Art. Mit der letzteren sind die von mir im „Tropenpflanzer" No. 7 vom Juli 1898 beschriebenen Versuche angestellt worden. Es ist höchst- wahrscheinlich, dafs auch der durch Henry Lecomte in der „Revue des cultures coloniales" vom 5. Juli 1897 über Kickxia africana veröiBTentlichte Artikel nicht diese, sondern die neue Kirkxia- Art zum Gegenstande hat, denn die Resultate sind dieselben, zu denen auch ich gekommen bin. Dasselbe gilt für andere z. B. in Liberia durch Angestellte des Herrn Woermanu mit einer Kickxia angestellte Experimente. — 71 — Die Kickxia africana Benth. scheint in der unmittelbaren Nähe der Küste nicht heimisch zu sein, jedoch bedarf sie oifenbar zu ihrem Gedeihen keiner besonderen Höhenlage. Ihr zahlreiches Vor- kommen auf dem Lateritboden, am Mungo sowohl als auch auf dem vulkanischen Boden am Elefantensee etc., beweist, dafs sie an eine bestimmte Bodenart nicht gebunden ist. Ihre Kultur dürfte also in ganz Kamerun möglich sein, was besonders für den Lateritboden des südlichen Schutzgebietes von Bedeutung wäre. Der Kautschuk, den die Kickxia liefert, mufs meines Erachtens bei geeigneter Präparation vorzüglich sein, denn der von mir aus der an der Luft erstarrten Milch hergestellte Wickelgummi besitzt eine ausgezeichnete Elasticität. Die Milch ist weniger wässrig als diejenige von Manihot Glaziowii und fliefst reichlicher als diejenige von Hevea brasiliensis. In der Kickxia africana besitzen wir jeden- falls eine Art, der bei der Frage der Kautschukkultur die höchste Aufmerksamkeit zu schenken ist. Sie wird für unsere Kolonie ohne Zweifel bedeutungsvoller werden als die Hevea brasiliensis und kann eventuell auch in Ostafrika kultiviert werden. Die Vermehrung der Art und ihre Verbreitung in ganz Kamerun betrachte ich zunächst als eine der Hauptaufgaben des Versuchs- gartens in Victoria. Von gröfster Bedeutung, freilich gleichzeitig ungemein schwierig, wäre es auch, geeignete Vorkehrungen zu treffen, um den jungen Nachwuchs vor der Vernichtung zu schützen. Zu diesem Zwecke müfste zunächst einmal das Verbreitungs- gebiet und die Häufigkeit des Vorkommens möglichst fest- gestellt werden. Alte Bäume dürften bereits sehr selten sein. Pflanzungsgesellschaften, welche in den Gegenden, wo der Baum vorkommt, Plantagen von Kakao anlegten, würden in ihm bereits ein Objekt von grofsem Werte vorfinden. Er würde als Schattenbaum zu schonen und zu verpflanzen bezw. neu anzupflanzen sein, wozu er sich vortrefflich zu eignen scheint. jv ■^ • >»»»»:?^» e* Pflaiizuiigsgesellscliafteii. \^ TSI ^^ T) Moliwe-Pflanzung-s-Gesellschaft, Kamerun. Am 16. Januar hat sich in Berlin diese neue Gesellschaft konstituiert. Sie wird auf den etwa 19000 ha grofsen Ländereien in Moliwe und Dibongo die Anpflanzung von Kakao in grofsem Stile in Angriff nehmen. Das gegen 14000 ha umfassende Gebiet der Hauptpflanzung liegt etwa unter 4° 3' nörd- licher Breite und 9° 16' östlicher Länge im Noi-dosten von Victoria, nur 2 km vom dortigen Bezirksamte und einem guten Hafenplatze entfernt. Die neue Pflanzung grenzt im Südosten direkt an die Ländereien von der Kameruner Land- und Plautagengesellschaft, die im vorigen Jahre bekanntlich bereits 8 pCt. — 72 — Dividende verteilt hat. I)il)ongo, etwa 5000 Im umfassend, liegt am Sanaga unterhalb Edea. Nach dem Sachverständigenurteil des Herrn Professor Dr. AVohltmann, Bonn, und des Herrn Dr. Preuss, des Leiters der Versuchsplantage in Victoria, zählt der i\roliweboden zu den näiirstoflVeiclisten und besten der Welt and ist speziell für den Kakaobau und in den hölieren Lagen für den Kaffeebau hervorragend geeignet. Der neuen Pflanzung dürften mit Sicherheit dieselben Erfolge beschieden sein, wie den älteren Kameruner Pflanzungsgesellschaften, gegen die die neue Gesellschaft schon um deswillen bedeutend im Vorsprang ist, als sie sich deren Erfahrungen zu Nutze machen kann. Die Form der Gesellschaft ist die einer Kolonialgesellschaft auf Grund des Reichsgesetzes vom If). März 1888. Die Gesellschaft steht daher unter der Aufsicht des Herrn. Reichskanzlers oder eines von demselben zu ernennenden Kommissars, wie ihre Statuten der Genehmigung des Bundesrats bedürfen. Das Kapital der neuen Gesellschaft sollte ursprünglich 1 00(KJOO Mk. be- tragen, eingeteilt in 5000 Anteile ä 200 Mk. Das erforderliche Kapital ist aber bereits um 100 000 Mk. überzeichnet worden. Der Sitz der Gesellschaft ist Hamburg. In der konstituierenden Versammlung wurden folgende Herren in den Auf- sichtsrat gewählt: 1. Herr Adolph Wo er mann, Hamburg, Gr. Reichenstrafse 27, Mitglied des Kolonialrates, als Vorsitzender. 2. Herr Sholto Douglas, Berlin , Mitglied des Kolonialrates, als stellvertretender Vorsitzender. 3. Königl. Baye- rischer Generalkonsul Dollmann, Hamburg. 4. Dr. jur. Morton v. Douglas, Berlin, 5. K. S. Kommerzienrat August Fischer, Bautzen. 6 Freiherr V. Hewald, Schlofs Podelwis. 7. Hauptmann a. D. Lufft, München. 8. Dr. Albert Poensgen, Mitglied des Kolonialrats, Düsseldorf. 9. Justizrat Eckardt, Kattowitz 0. Schi, als Generalbevollmächtigter des Herrn Grafen Tiele- Winckler auf Schlofs Moschen in 0. Schi. 10. Heinrich Up mann, Hamburg. 11. Professor Dr. Otto Warburg, Berlin 12. Dr. Wohltmann, Professor der Landwirtschaft, Bonn. Zu den Gesellschaftern gehören u a.: Se. Königl. Hoheit der Prinz Leopold vouBayern; Se. Königl. Hoheit der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen; Se Hoheit, der Herzog-Regent Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin; der Erbgrofsherzog von Sachsen- Weimar; der Fürst Reufs; Staats- minister Oberpräsident v. Boetticher; Adolf Büsing, Hamburg; Freiherr V. Cramer-Klett, München; Königl. Kommerzienrat Theodor Gilka, Berlin; Rentner Carl Ingenohl, Bonn; Fr. Luesener-Slomann, Hamburg; Landrat V. Meister, Ernst v. Marx, Homburg v. d. H.; Dr. Mense, Cassel; Staats- anwalt Dr. Mendelssohn, Potsdam: Graf v. Monts, preufsischer Gesandter in München; Geh. Kommerzienrat Dr. Oechelhäuser, Mitglied des Kolonialrates, ' Degsau; Dr. Walther v. Ohleudorff, Hamburg; Königl. Bayerischer Hofrat Paulus, München; Rudolph Schoeller, Zürich; Carl Weinberg, Frank- furt a. M. ; Professor Dr. Hermann Wichelhaus, Berlin; Freilierr v. W olf. Bonn. Der Vorstand wird gebildet von dem mit den Kameruner A'erhältnissen ■seit mehr als 30 Jahren engvertrauten Herrn Johannes Thormählen, Hamburg, Graskeller 21, Mitglied des Kolonialrates. \n den Arbeitsansschufs des Aufsichtsrates wurden gewählt aufser dem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden die beiden in Hamburg woh- nenden Herren Dollmann und Upmann sowie die Professoren Warburg und Wohltmann. Es wird nun sofort mit der praktischen Thätigkeit in Kamerun energisch vorgegangen werden, und sind A'orbereituugsmafsregeln hierzu getroffen. Vo 73 allem ist es auch schon gelungen, einen im Kameruner Kakaobau erfahrenen Pflanzungsleiter zu gewinnen. Dieser war schon seit einiger Zeit auf der be- kannten Pflanzung im Kriegsschiffhafen bei Victoria mit bestem Erfolge thätig. Auch aus diesem Grunde müssen die Aussichten der neu ins Leben gerufenen Pflanzung, die, was besonders aus nationalen Gesichtspunkten mit Genugthuung begrüfst werden mufs, nur mit deutschem Kapital arbeiten wird, als günstige bezeichnet werden. Pflanzung' Esser- Oeclielliaeuser (Kamerun). Neben der mit 1000 000 Mk. gegründeten Moliwe - Pflanzung ist in diesen Tagen noch ein zweites neues grofses Pflanzungsunternehmen ins Leben gerufen worden, und zwar haben Herr Dr. Esser und Herr Geheimrat Dr. Oechelha euser-Dessau bei Lisoka ein 10000 ha gi'ofses Gelände unter dem Namen Pflanzung „Esser- Oeclielliaeuser" in Bearbeitung genommen. Bis zu 1 000 000 Mk. sind hierfür in Aussicht genommen und werden in wenigen Jahren aufgewendet sein. Ein erfahrener Pflanzer, Herr Hilfert aus Texas, ist bereits seit August vorigen Jahres in Victoria anwesend, hat auf der Pflanzung „Günther- Soppo" einen kurzen Lehrgang genossen und pflanzt nunmehr bei Lisoka selbständig und mit eingeborenen Arbeitern, die dort sehr willig sind. Bis Ende 1898 standen daselbst 15 000 Kakaobäume, für das Jahr 1899 werden weitere 50 000 gepflanzt. Wenn, wie im Jahre 1898, in Kamerun mit Pflanzen fortgefahren werden wird, so wird in absehbarer Zeit Victoria (Kamerun) im stände sein, den deutschen Markt vollstäiidig mit Kakao zu vei-sorgen; Ende 1899 werden etwa 1 900 000 Bäume stehen, wovon auf die Westafrikanische Pflanzungsgesellsehaft „Victoria" etwa 500 000 Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Bibundi" „ 400000 Kamerun-Land- und Plantagen-Gesellschaft . . . „ 450 000 Pflanzung „Günther Soppo", G. ra. b. H „ 350000 Pflanzung „Esser-Oechelhaeuser" 65 000 Moliwe-Pflanzung „ 150 000 entfallen werden. Gering veranschlagt, bringt der Baum in Victoria nach drei Jahren etwa 3 Pfund Früchte und bleibt 30 Jah.re ertragsfähig, so dafs also vom Jahre 1903 ab bereits auf eine Ernte von etwa 50 000 Sack ä 100 Pfund gerechnet werden kann. Da diese Kameruner Pflanzungsgesellschaften alle äufserst kapitalkräftig sind und noch grofse Reserven besitzen, so kann man wohl annehmen, dafs sie in den nächsten vier Jahren successive weitere zwei Millionen Bäume pflanzen werden, so dafs die Ausfuhr an Kakaofrüchten in Victoria sich stetig steigern wird. e IV- ^ VI 9 - :?:>■ >;>:> r>r> AllS (leutsclieil KolOIlieU. ^^^<:<:c:c:: g- s Ia ^ Al -^ Generalmajor Lieberts Ausführungen über die wirtschaft- lichen Verhältnisse in Deutsch-Ostafrika. Der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Generalmajor Liebert, hat kürzlich mehrfach seinen Ansichten über die wirtschaftlichen Verhältnisse jenes Landes — 74 — in der Öffentlichkeit Ausdruck verliehen; so am 7. Januar in der Sitzung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, am 9. Januar anknüpfend an den oben im Auszug wiedergegebenen Vortrag von Professor W o h 1 1 m a n n in der Al)teilung Berlin der deutschen Kolonialgesellschaft, am ausführlichsten aber am 14. Januar in einem längeren Vortrag in der Abteilung Hamburg der deutschen Kolonial- gesellschaft. Da diese Auslassungen sich im allgemeinen decken, nur dafs in der Gesellschaft für Erdkunde auch die Leistungen der drüben arbeitenden Männer der Wissenschaft des näheren gewürdigt wurden, so wird es für unsere Zwecke genügen, wenn wir uns hier auf ein Referat des Vortrages in Hamburg beschränken. Der Redner ging zuerst auf die Hemmnisse der wirtschaftlichen Entwickelung ein. Als solche bezeichnete er erstens die Thatsache, dafs Sansibar als Freihafen im englischen Besitz sei; die Bestrebungen, auch Dar- es-Saläm zu einem Freihafen zu machen, scheiterten an der Kostspieligkeit des Abschlusses des Freihafengebietes und der Unentbehrlichkeit der Zolleinnahmen der Stadt. Ein zweites Hindernis ist die indische (Rupien-) Währung, wegen des sehwankenden Silberpreises; doch würde es, da auch die angi'enzenden Länder die gleiche Währung besitzen, vielleicht schwierig sein, dieselbe gegen die deutsche Goldwährung zu vertauschen. Ein drittes Hemmnis bildet die periodische Regenarmut, die namentlich in den letzten Jahren sehr hinderlich gewesen ist; selbst augenblicklich liegen noch keine Nachrichten vor, dafs die kleine Regenzeit eingesetzt habe.*) Ein viertes Hemmnis ist die mangelhafte und namentlich teuere Verbindung des Schutzgebietes mit Europa infolge der langsamen Schiffahrt und der Abgaben im Suezkanal. Sodann besprach der Vortragende die Produktion der Eingeborenen; letztere seien noch sehr bedürfnislos und, da die Natur ihnen den Lebens- unterhalt sehr leicht mache, auch noch wenig arbeitslustig; ferner sei die Be- völkerung noch eine zu dünne, wenngleich die neueren Schätzungen weit gröfsere Zahlen ergeben als die früheren. Die Landschaft Ruhanda soll nach neueren Mitteilungen allein 2 Millionen Einwohner besitzen, Urundi vermutlich gleich- falls (nach Missionarangaben sogar 5 Millionen), so dafs diese beiden, den äul'sersten Nordwesten des Schutzgebietes bildenden Distrikte schon allein so viele ilinwohner besitzen, wie man bisher für das ganze Land annahm. Infolge der Hüttensteuer wird man übrigens bald zu einer genauen Statistik wenigstens der Küstenlandschaften gelangen. Als Exportartikel der Eingeborenen kommen in Betracht Sorghum- hirse (Mtamal, Reis und Mais, ferner die Ölfrüchte Sesam, Erdnufs und Kokos, endlich Kautschuk und Wachs. Sorghum und Mais gehen nach Sansibar, der vorzügliche Ruf idji-Reis viel nach Indien. Die Produktion von Erdnüssen und Sesam ist noch verschwindend gering im Vergleich zu den portugiesischen Nachbarländern, trotzdem es an Ermutigung seitens der Be- hörden nicht fehlt; aber vielfach wird die unentgeltlich verteilte Saat nicht ausgesät, sondern aufgegessen. Hoffentlich wird die am 1. April 1898 ein- geführte, 3 Rupien per Jahr betragende Hüttensteuer einen günstigen Einflufs auf den Anbau der Ölfrüchte zum Export ausüben, da viele Leute nur hierdurch im Stande sein werden, sich das nötige Bargeld zu schaffen. Diese Hütten- steuer wirkt schon jetzt günstig ein und hat trotz der unbefriedigenden Ernte *) Wir sind in der glücklichen Lage, aus Privatbriefen mitteilen zu können, dafs im nördlichen Teil des Schutzgebietes von Ende November an starke Regen gefallen sind, so dafs die Befürchtung, dafs die kleine Regenzeit abermals ausfallen werde, grundlos gewesen ist. (Red.) — 75 — schon im letzten Jahre in acht Monaten mehr eingebracht, als der Voranschlag für das ganze Jabr betrug, Jiämlich 250 000 Mk. gegen 200 000 Mk. Voranschlag, und dabei fehlen noch vier Monate. Die Hälfte der Summe fliefst der Central- verwaltung des Schutzgebietes zu, die Hälfte verbleibt der Bezirksverwaltung für Wegebau, Transportverbesserungen etc. Die Verwertung der in den Kiisten- gegenden überaus gut fortkommenden Kokospalme zur Kopra- und Öl- darstellung wird augenblicklich noch stark beeinträchtigt durch das Anzapfen der Palmen behufs Bereitung von Palmwein, sowie durch die Verwertung der Vegetationsspitze als Salat, was beides verhindert werden mufs. Der Kautschuk stammt grofsenteils von Mahenge und wird vielfach über Kilwa exportiert; die übliche Handelsmethode ist ein unglückliches Trust- ^ System, wobei Araber von den Indern der Küstenstädte mit Vorschüssen ins Innere gehen. Eine Verordnung gegen die Verfälschung des Kautschuks durch Fremdkörper hat schon gute Erfolge erzielt. Wachs wird erst neuerdings ge- sammelt, früher kam es nur von den portugiesischen Gegenden über die Grenze. Überall findet man die Singa (Kanonen) genannten Honigröhren an den Bäumen, deren Inhalt früher ausschliefslich zur Honiggewinnung diente. Schliefslich ist noch das Holz zu erwähnen, womit jetzt auch eine Firma in Lindi einen schwunghaften Handel treibt; es werden hier die verschiedenen harten Hölzer des Steppenwaldes (Poril benutzt, speziell die Akazien; am wert- vollsten ist das GrenadilJ-Holz; die Hölzer gehen besonders nach Marseille und werden zu feineren Tischlerarbeiten benutzt. Auch das termitensichere Mangrove- Holz bildet einen Exportartikel; es ist an der ganzen ostafrikanischen Küste als Bauholz beliebt und geht nördlich bis Arabien und Persien, südlich bis Transvaal, wo es als Grubenholz Verwendung findet. Das schlammige Alluvium des Rufidji-Delta besitzt in einer Ausdehnung von 70 km Mangrove-Waldungen, die in drei unter je einem deutschen Förster stehende Forstgebiete eingeteilt sind. Das Holz geht in ein einer Industriegesellschaft gehörendes Sägewerk. Übrigens hat auch der Sultan von Sansibar Anrecht auf eine bestimmte Quan- tität Mangrove-Holz. — Im Innern, z. B. bei Kilossa, spielt ein Kambala ge- nanntes Eisenholz, eine Akazienart, eine bedeutende Rolle als termitensicheres Bauholz für Brücken etc. — In Ost-Usambara weicht der schöne tropische Urwald langsam den KafFeepflanzungen, doch schützt eine Verordnung den Wald der Bergkämme. Das Plateau von CTsambara besitzt grofse Bestände von Juni- perus procera, welches als Bleistift- und Cigarrenkistenholz in Gebrauch kommen dürfte, sobald die Usambara-Eisenbahn bis Mombo fortgeführt ist. Als Plantagenpi-odukt der Europäer verdient der Kaffee an erster Stelle genannt zu werden, dessen Heimat Ostafrika ist, der dort also völlig zu Hause ist und ein sehr gutes Produkt (Amateur-Katfee) liefert. 1897 wurden 2600 Ctr., 1898 etwa 5000 Ctr. abgeliefert, und es würden noch mehr gewesen sein, wäre nicht die Dürre hinderlich gewesen. Die meisten Pflanzungen befinden sich in Ost-Üsambara, nur die vortreffliche Pflanzung Sakarre liegt in West-Usambara. Bis jetzt sollen noch die Kosten der Pflanzungen etwas hoch sein, es sind sehr schöne Häuser gebaut, und der Lohn der Neger ist noch zu hoch, was damit zusammenhängt, dafs es anfangs schwer hielt, dieselben an regelmäfsige Arbeit zu gewöhnen; jedoch hat man jetzt schon viel mehr Erfahrung, und die dort jetzt existierende Pflanzervereinigung wird das Übrige thun. Jedenfalls ist die in 800 bis 1200 m Meereshöhe betriebene Kultur des arabischen Kaflees sehr zukunftsreich. Der in der Ebene kultivierte Liberia-Kaffee hat dagegen noch keine Erfolge gezeitigt, nach Professor Wohltmann soll auch der Regenfall nicht genügen. Bourbon-Kaff'ee, der an verschiedenen Stellen von Missionaren gebaut wird, gedeiht besser. — 76 — Vanille, die bei Bagomoyo von den kathollHchen Missionaren und bei Kitopeni daselbst von der Firma Hansing mit Erfolg kultiviert wird, liatte in der letzteji Zeit unter der Trockenzeit zu leiden. Tabak ist das Schmerzenskind Ostafrikas. Schon Versuche auf Sansibar scheiterten, da auf Korallenboden damit nichts zu machen war, in Lewa im Fangani-Hinterlande wiederum war der schwere Ijateritboden nicht günstig; der Tabak ergab kein gutes ,und daher kein luhnendea Produkt. In den letzten Jahren stellte die Regierung in dam schwarzen AUnvialboden des Rufidji-Deltas bei Mohorro Versuche im Grofsen an. Die Kulturverhältnisse lagen so günstig wie möglich, aber im Frühjahr 1897, als der Vortragende die Pflanzung be- suchte, waren die Felder nahe am Ei-saufen; eine Kompagnie Askaris wurde sofort hingeschickt und mufste Monate lang arbeiten, ehe die Gefahr vorbei war. Hernach war wieder die grofse Trockenheit hinderlich. Endlich war das Pro- dukt da, wurde auch von den Bremer Sachverständigen sehr schön befunden, nur wollte der 'J'abak nicht brennen. Schliefslich war man nahe daran, die Pflanzung aufzugeben, hat sich aber auf den Bericht von Professor Wohltmann hin doch entschlossen, weitei'e Versuche zu machen, indem man dessen Rat- schläge in Bezug auf Bodenlüftung etc. zu befolgen beabsichtigt. Übrigens hat eine Bremer Firma sich erboten, die Pflanzung nach der ersten guten Ernte zu übernehmen, und das ist ja das Piidziel aller landwirtschaftlichen Versuche der Regierung in Ostafrika, die neuen Kulturen soweit zu bringen, ])is sie von Privaten auf eigene Rechnung übernommen werden können. Von Faserpflanzen wird die Sisal-Agave in Kikogwe, der Mauritius- Hanf in Kurazini bei Dar-es-Salära kultiviert; seit zwei Monaten ist eine Ma- schine daselbst in Thätigkeit, und man hoff't, hiermit die Grundlage einer Massen- produktion zu schaß'en. Betreffs des Kautschuks ist in Berlin ein Konsortium in der Bildung begriffen, um einerseits die wilden Bestände auszubeuten, auderei'seits am Rufidji die Ficus elastica anzupflanzen, die angeblich nach zwei Jahren i? Red.) schon nutzbar sein soll. Zuckerrohr spielt namentlich am Pangani eine gröfsere Rolle; während sich bisher die .Araber zur A'erarbeitung desselben nur primitiver Göpelwerke bedienten, wird die Panganigesellschaft eine modern eingerichtete Fabrik da- selbst errichten, die in diesem Frühjahr schon eintreffen soll; zur Beförderung des Rohres dient ein 20 m langer flacher Dampfer. Schwierigkeit machen die Verti'agsverhältnisse der bei den Indern meist tief verschuldeten Araber. Übrigens wird der gewonnene Zucker nicht dem europäischen Zucker Kon- kux-renz machen, sondern ist zum Konsum von Sansibar und Indien bestimmt. Besiedelungsfrage. Für die Besiedelung kommen die zwischen l(KX) und 2400 m ]\Ieereshöhe liegenden Geljirgslandscliaften in Betracht und der Vortragende ist der Ansicht, dafs daselbst Europäer nicht nur leben, sondern auch arbeiten können. Es sind hiei-zu vor allem die Randgebirge geeignet, neben den Hochflächen von Usambara und Pare die Abhänge vom Kiliinandscharo, ferner Nguru, Uluguru, Uhelie, Livingstonegebirge und gewifs auch gröfsere Ge- biete der centralafrikanischen Hochebene. Die Wolken streichen etwa in 1000 m Höhe, an Wasser fehlt es. deshalb in den höheren Lagen, nicht, der Boden ist sehr dankbar und sowohl für Viehzucht als auch europäischen Ackerbau geeignet, das Klima ist kühl und nach Geheimrat Kochs Untersuchungen oberhalb 1200 m Meereshöhe malariafrei. In der Versuchsstation Kwai in West-Usambara (etwa 1600 ni über dem Meer) gedeihen alle deutschen Getreidearten, Kartofleln, Futterrüben, Wein und Obst- sorten; jedoch besitzen nur die Thäler Windschutz und guten Boden, daher ist — 77 — dort nur für eine beschränkte Anzahl Bauern Ranm; das Land eignet sich dem- gemäfs mehr für Yersuche, und dazu beabsichtigt die Regierung, das Land ganz billig zu liefern, in Bezug auf Vieh und Hausbau entgegenzukommen und zu gestatten, dafs die Vorschüsse hypothekarisch eingetragen werden. Uhehe bietet viel mehr Raum, ein sehr kühles, morgens stark nebeliges Klima, doch ist der Transport schwierig, da, wenigstens in der jetzigen Dürre- periode, der Rufidji voll von grofsen Sandbänken und wegen der gewaltigen Breite des Flufsbettes nur sehr flach ist, so dafs der dafür gebaute grofse Flufs- dampfer augenblicklich wenigstens zur Unthätigkeit verurteilt ist. Auch bleibt ein langer Überlandweg zu überwinden. Seit IV2 Jahren hat der Vortragende für die Einwanderung plädiert, ob- gleich er von verschiedenen Seiten gewarnt wurde; er glaubt aber, dafs Mahnung zur Vorsicht bei den ohnehin schon so bedenklichen Deutschen nicht nötig ist; ist es ihm doch in der ganzen Zeit erst gelungen, einen einzigen Ansiedler heranzuziehen. Die Besiedelungsversuche der Regierung haben sich auf Usambara zu beschränken, Uhehe ist zu ausgedehnt, als dafs das Gouvernement die Be- siedelung übersehen könnte, hierfür sei die Bildung einer Siedelungsgesellschaft nötig; übrigens zeige die dort angelegte Station Dabaga, dafs der Boden gut sei und alles dort gut gedeihe. Viehzucht. Hierfür kommen vor allem die inneren Teile Ostafrikas in Betracht; in Kilimatinde, Unyamwesi, Usukuma, Ruhanda, ürundi, Konde, überall sei ein vortrefflicher Viehstand, der sich seit der Rinderpest vor vier bis fünf Jahren gut erholt habe; das Vieh dieser Gegenden könne aber nur bis 200 km von der Küste getrieben werden, da an der Küste Surra und Texas-Fieber herrschen; das sei auch das Haupthindernis, Ochsenwagenverkehr einzuführen, da das schwere Vieh des Innern nicht an die Küste kommen könne. Schafe und besonders Ziegen sind einheimisch, ebenso Enten und Hühner; Gänse und Truthüliner wurden erst eingeführt, ebenso Maultiere, welche die besten Reittiere Ostafrikas bilden, sehr genügsam sind und gut klettern. Meist werden aber ajistatt dessen die weit billigeren Esel benutzt, und zwar neuerdings eine Kreuzung des Shensi-Esels (d. h. Esel der Eingeborenen) und des weifsen, sehr teuren, zuweilen sogar mit 500 Rupien bezahlten Maskat -Esels. Diese Kreu- zungen, die auf mehreren Stationen gut gelingen, liefern ein ebenso kräftiges wie ausdauerndes Produkt. Die Straufsenzucht wird in den Steppen zwischen dem Kilimandscharo und Meru betrieben, gleichzeitig mit dem Fang der dort einheimischen gröfseren Tiere, wofür Hagenbeck der Abnehmer ist. Ein südafrikanischer Straufsen- züchter ist schon seit vorigem Frühjahre dort, und kürzlich hat sich die Ge- sellschaft in Leipzig mit erhel)lichem Kapital neu konstituiert. Wie grofs der Reichtum an wilden Tieren in jenen Gegenden ist, geht daraus hervor, dafs dem Vortragenden an einem einzigen Tage durch einen von den Wanderobos ausgeführten Treibzug in einem Thal 18 Straufse, 200 Zebras, mehrere Hundert Gnus und Antilopen zugetrieben worden sind. Verkehrsmittel. Eine Reihe in der Trockenzeit fahrbarer Wege ist jetzt fertiggestellt, so dafs der Verkehr bis auf etwa vier Monate im Jahr sehr erleichtert ist; die Nutzbarmachung derselben auch für die Regenzeit würde unerhörte Kosten verursachen. Die Strafse Tanga— Kilimandscharo ist fast durchweg fahrbar; alle 20 km befindet sich ein Rasthaus mit Bett, Tisch und Stühlen, so dafs die Mitnahme eines Zeltes nicht mehr nötig ist. Eine andere Strafse geht von Pangani nach Irangi. Eine dritte Strafse geht von Dar-es-Saläm bis Kilossa (270 km) mit Rasthäusern; sie soll bis Udjidji am Tanganyika weitergeführt werden mit einer Abzweigung nach Muanza am Victoria-Nyanza. — 78 — Hinter Kilimatiiide ist die bedeutende Steigung des ostafrikanischen Graben- randes zu überwinden, auf dem Plateau dahinter liegen die Verhältnisse wieder günstig. Eine andere Strafae ist von Dar-es-Saläm nach dem Rufidji im Ent- stehen, diese soll über Songea nach dem Nyassa weitergeführt werden. Ebenso ist eine Strafse von Kilwa über Donde nach Songea und dem Nyassa in der Entstehung begriffen. Der Eisenbahnbau ist noch sehr im Rückstand; fertig ist nur ein Teil der Usambara-Bahn, etwa 40 km, von Tanga bis Muhesa; jetzt liegt dem Reichs- tag eine Vorlage voi% dieselbe bis Korogwe weiterzubauen, wünschenswert wäre, sie noch 50 km weiter fortzuführen bis zum hinteren Fufs von West-Usainbara. Das Centralbahn- Projekt bis zu den Seen ist schon vor drei Jahren be- arbeitet worden; jetzt liegt ein neues Projekt vor, für welches keine Zinsgarantien, sondern Landkonzessionen verlangt werden, doch bestehen hiergegen in Berlin noch allerlei Bedenken ; die Route würde sein von Kilossa um Uhehe herum bis zum Nyassa. dann weiter nach dem Tanganyika. Goldfunde. Das Vorhandensein gröfsei*er Goldlager im Bismarckriff beim Victoria Nyanza ist jetzt durch einen Bergassessor sichergestellt, und es wird die eventuelle weitere Ausbeutung durch ein Syndikat weitergeprüft, wozu neue Prospektoren ausgesendet werden sollen. Fürs erste würde für die Verbindung nach der Küste die von den Engländern gebaute, in Kawirondo den Victoria Nyanza erreichende Eisenbahn in Betracht kommen. Das Gold liegt in den Quarzgängen der alten Schiefer, und dies berechtigt zu der Hofl'nung, dafs auch weitere Goldlager in dem gleichen Gesteine des centralen afrikanischen Rückens, der sich südlich zum Sambesi hinzieht, in naher Zukunft gefunden werden. Die Kakaokultur in Victoria (Kamerun). In der „Revue des Cultures coloniales" findet sich ein Aufsatz von M. Chalot, Direktor des Versuchsgartens von Libreville in Gabun, über die Kulturen in Victoria in Kamerun, der auch für die Leser dieser Zeitschrift von einigem Interesse sein wird, da er fast uusschliefslich über die Kakaokultur handelt; wir geben ihn deshalb in der Übersetzung vollständig wieder. Seit 1886 begannen die Europäer ernsthaft in Kamerun den Kakao zu kultivieren. Die Eingeborenen hatten schon etwas früher damit begonnen, und so fanden die ersten Pflanzer die für sie notwendigen Samen vor. Trotz des Mangels an Erfahrung seitens der ersten Pflanzer wurden von Anfang an ausgezeichnete Resultate erzielt. Eine Pflanzung, die von Bimbia unter der Leitung von Friederici, die im Jahre 1886 begonnen wurde und 16 ha Kakao urafafste, exportierte schon 1889, also nach drei Jahren, 4700 kg Kakao. Die Bemühungen von Dr. Preufs waren seitdem stets daraufgerichtet, die Kultur des Kakao, auf der die Zukunft Kameruns basiert, zu vervollkommnen. In den Jahren 1893 und 1894 führte er mit grofser Mühe fast alle Kakao- varietäten ein, die in Amerika kultiviert wurden. Augenblicklich findet man im Versuchsgarten 15 ha von folgenden Varietäten besetzt: Forastero, Criollo, Puerto-Cabello, Soconusco, Venezuela, La Guayra, Maracaibo, Guayaquil, Neu- Granada, Surinam, ferner den Kakao von San Thome und mehrere andere Varietäten von Trinidad. Die beste und voi'teilhafteste von allen scheint die Varietät Criollo zu sein, leider fructificiert sie nur wenig, auch wächst der Baum nur langsam. Was man zu erreichen strebt, ist eine Varietät, die grofse Bohnen pro- duziert in einer nur wenig dicken Schale, um zu vermeiden, dafs die Ernten zu — 79 — schnell den Boden erschöpfen. Die Varietäten Maracaibo, La Guayra und Puerto-Cabello sind mit dem Victoria-Kakao identisch, der wahrscheinlich von Fernando-Po herstammt. In den Kultaren vermischen sich mehrere der erwähnten Varietäten mit dem Kakao von A'ictoria, so z. B. der Soconusco- und Guayaquil- Kakao; die übrigen Sorten scheinen ihre besonderen Merkmale zu konservieren. Der Kakao- baam liebt, wie man weifs, die Nachbarschaft des Meeres; die Seeatmosphäre ist ihm zuträglich, aber die Pflanzungen müssen durch Baumreihen gegen die vollen Briesen geschützt werden. In Amerika wird der beste Kakao an der Küste gewonnen, und derselbe wird höher geschätzt als derjenige, der aus dem Binnenlande kommt. Die Spanier nennen ihn Cacao de la Costa. In Victoria pflanzt man den Kakao ausschliefslich aus Samen, die man bei Beginn der Regenzeit gleich am definitiven Platz einlegt. Die Abstände zwischen den Pflanzen sind 5 m zwischen den Reihen und 4 m innerhalb der Reihe. Während der Trockenzeit wird der Boden vorbereitet, die minötigen Bäume werden gefällt und die Löcher gegraben. Sind letztere wieder gefüllt, so steckt man ein kleines Hölzchen darauf, um die Mitte des Loches zu kenn- zeichnen; wenn dann der Regen richtig eingesetzt hat, setzt man drei Samen an jedes Stöckchen oberflächlich ein. Einige Zeit später entfernt man zwei derselben. Bananen werden vorher gepflanzt, um die jungen Pflänzchen gegen die Sonnenstrahlen zu schützen; man läfst sie aber nur drei oder vier Jahre stehen, dann erfüllen die Schattenbäume schon ihren Beruf als Sonnenschutz. Man hat noch nicht die endgültige Wahl unter den Schattenbäumen getroffen, obgleich es im Versuchsgarten eine schöne Auswahl davon giebt, aber es ist schon jetzt eine feststehende Thatsache, dafs Bäume mit kriechenden Wurzeln weder stehen gelassen noch benutzt werden dürfen, da sie den Kakaobäumen sehr schädlich sind. Krankheiten. — In der Pflanzung Bimbia wird eine gewisse Anzahl Bäume durch einen weifsen, unbestimmten Pilz angegriö'en, dessen Mycelium sich zwischen Rinde und Holz der Wurzeln festsetzt. Dieser Pilz, der die Kakaobäume in kurzer Zeit zum Absterben bringt, macht sich zuweilen an der Oberfläche der Wurzeln bemerkbar. Er ist an das Museum in Berlin geschickt, wo man (leider mifsglückte, Red.) Kulturversuche damit anstellt. Dr. Preufs glaubt, dafs man bei einer gröfseren Pflanzung die Krankheit abgrenzen kann, indem man die Pflanzung in Stücke teilt, die durch 6 bis 8 m breite Wege umgeben werden, die man beispielsweise durch Vetiver (Andro- pogon muricatus) oder andere ähnliche Pflanzen einfafst. Erntezeit. — Die gewöhnlich so genannte grofse Erntezeit beginnt Ende Juni und nimmt zu im Juli. In den Monaten August, September und Oktober findet die gröfste Ernte statt. Im November ist sie noch ebenso grofs wie im Juli. Die kleine Ernte fällt in den Dezember und Januar. Mau hat auch eine kleine Ernte im April und Mai, wenn es im Januar gei-egnet hat; in diesem Fall beginnt die grofse Ernte erst im Juli. Zur Zeit der kleinen Ernte giebt es gewöhnlich Sonnenschein, und der Kakao ist dann besser als derjenige, den man in warmer Luft trocknen mufs. Ernte. — Dr. Preufs ist der Meinung, und ich denke wie er, dafs man alle Früchte, die sich an den unteren Zweigen befinden, mit der Baumscheere pflücken soll und den an einem Stiel befestigten Obstpflücker nur für die Früchte brauchen soll, die zu hoch sitzen, um auf andere Weise erreicht werden zu können. Zwei Instrumente sind zum Pflücken der höher angehefteten Früchte in Gebrauch, das eine im Versuchsgarten, das andere bei Herrn Friederici; das erstere scheint vorzuziehen zu sein, da man damit die Früchte sowohl durch — 80 ~ Stols als durch Zug zum Abfallen bringt, oiiiie fürchten zu müssen, so viel Zweige des Kakaobaumes verwunden zu müssen, wie mit dem anderen Instrument, das zu viele schneidende Teile hat. Gärung und Waschen der Samen. — Die Erntezeit ist herangekonmien, morgens hat man begonnen, die Früchte zu pflücken, die man dann zu Haufen vereinigt. Am Nachmittage desselben 'J'ages beginnen einige Leute, dieselben an Ort und Stelle zu öffnen; die Schalen werden am Fufs der Kakaobäume gelassen und die frischen Samen mit Hülfe kleiner Ochsenwagen zum Gärungsschuppen übergeführt, der sich dicht bei einem Wasserlauf befindet. Der Gärungsschuppen bestellt aus einem kleinen, wenig hohen Mauerwerk, dessen Mauern eine Decke aus Wellblech tragen. Im Innern befindet sich ein Boden aus lockerem Flechtwerk, bestimmt, die frischen Samen aufzunehmen. Der von der Gärung herrührende Saft ergiefst sich durch die Lücken des Flechtwerkes und fällt unten auf eine zementierte Fläche, welche eine leichte Neigung besitzt, damit der Saft nach aufsen abfliefsen kann. Das Flechtwerk, auf das man die Samen legt, ist durch 20 bis 30cm hohe Hölzer in drei ge- trennte Abteilungen zerlegt. Um 6 Uhr abends, am 'l'age, wo man mit dem Pflücken beginnt, werden die frischen Samen in das erste Abteil zur Gärung gebracht. Am folgenden Tag bringt man sie in das zweite Abteil und am dritten Tag in das letzte. Die Gärung von 15 hl frischer Samen dauert genau 60 Stunden. Am dritten Tage beginnt man um 6 Uhr morgens mit dem Waschen der Samen, die hierauf zur Trockenhausanlage gebracht werden, welche sich neben dem Wohnhaus be- findet, während der Gärungsschupi)en 1 km davon entfernt ist. Eine kleine Eisenbahn, nach dem System Decauville, verbindet die Trockenanlage mit dem Gärungsschuppen. Trocknung der Samen. — Es giebt drei Verfahren, um die Samen zu trocknen; entweder in der Sonne oder vermittelst heifser Luft oder nach einer gemischten Methode, d. h. je nach dem Wetter in der Sonne oder in heifser Luft. Die Trocknung in der Sonne besteht darin, den Kakao auf grolsen ge- mauerten Tennen auszubreiten, die sich nach unten schwach senken, um das Wegfliefsen des Regenwassers zu ermögliclien; sie sind ungefähr 15 m lang und 4 m breit; ihre Ränder sind nicht mehr als 20 cm hoch. Wenn das Wetter regnerisch ist, und das ist häufig zur Zeit der P>nte der Fall, wird der Kakao in die Dörrapparate gelegt, die sich in einem eigenen Gebäude befinden. Diese Dörrapparate, von der Firma Ph. Mayfarth & Co. in Frankfurt a. M. geliefert, sind die gleichen, wie man sie in Europa zum Konservieren von Früchten gebraucht. Zur Austrocknung, sei es in der Sonne, sei es in den Dörrapparaten, wird der Kakao auf kleinen Hürden von 1 m Länge und 60 cm Breite ausgebreitet, die man aus Europa kommen läl'st. Das Gestell dieser Hürden wird von vier Holzlatten gebildet, die 3 cm dick und an jeder Ecke zusammengeschraubt sind. Der Boden besteht aus Drahtgitter, wozwischen sich dünne Bambusbitten befinden, damit die Bohnen nicht vom Drahtgitter eine schwarze Färbung an- nehmen. Die kleinen Dimensionen dieser Hürden gestatten eine leichte Hantierung. Die gemischte Trockenanlage ist eine Eiiuüchtung, die fast gleich ist der- jenigen, die es in öibaiigue für Kaffee gab, aber die Heizungsanlage besteht aus vier Öfen, die vier dicke gufseiserne, 10 m lange Röhren heizen, die hori- zontal liegen, und auf die man die Hürden mit dem Kakao hinstellt. Bei Sonnenschein zieht man einfach das bewegliche Dach der Trockenanlage fort; die Öfen werden nur in Regenzeiten in Betrieb gesetzt. — 81 — Nach Dt. Preiifs besitzt der in der Sonne getrocknete Kakao eine schönere Färbung als der bei künstlicher Wärme getrocknete. Aufserdem ist bei fehlerhaftem Dörrapparat zu befürchten, dafs die Bohnen einen Rauch- geschmack annehmen. In Deutschland verlangt man, dafs der Kakao ein gutes Aussehen habe. Deshalb wäscht man in Victoria die Bohnen vor dem Trocknen. Der ge- waschene Kakao trocknet viel schneller als derjenige, der nicht gewaschen wurde, und ist von sehr guter Qualität, wenn man gleich nach dem Waschen von schönem Wetter begünstigt wird. Die Angaben, betreffend die Bereitung des Kakao, sind mir in liebens- würdiger Weise von Herrn Friede rici mitgeteilt worden. Die Pflanzung, die er leitet, und welche ich nebst den Einrichtungen, die dazu gehören, Gelegenheit hatte, zu besuchen, besteht gegenwärtig aus 300000 Kakaobäumen, die eine Oberfläche von 375 ha einnehmen. 1897 hatte sie 2600 Sack ä 50 kg, also 130000 kg Kakao geliefert, dabei ist aber nur ein Teil der Pflanzung bisher ertragfähig. In der Umgegend von Victoria giebt es drei grofse Unternehmungen von ebensolcher Bedeutung, auf denen man Kakao kultiviert. Kaffee wird erst in kleinem Mafsstabe gepflanzt. Ertrag. — Dr. Preufs berechnet den jährlichen Ertrag jedes Kakao- baumes auf 2 kg trockener Bohnen. Die Fracht des Kakao von Victoria nach Hamburg beträgt 55 Frcs. per Tonne von 1000 kg. In Deutschland wird der Kamerun -Kakao augenblicklich zum Durchschnittspreis von 1.85 Frcs. per Kilogramm verkauft. ?>>»>»»» > jv -^ : VI Aus fremden Kolonien. , . Ia ^ AI Kolakultur in Westlndien. Im vorigen Jahrgang des „Tropenpflanzer" haben wir ziemlich ausführlich die Kolakultur besprochen, soweit schon bis jetzt Erfahrungen vorliegen; in Afrika sind sie bis jetzt freilich recht gering. In Westindien ist der Kolabaum seit lange eingebürgert und findet sich auf manchen Inseln daselbst recht häufig in Kultur. In dem ersten Heft einer neuen französischen Zeitschrift, dem Bulletin agricole de la Martinique, hat der Professor der Chemie am dortigen Lyceum, Saussine, einen Artikel über die Kolakultur auf den Antillen veröffentlicht, dem wir Folgendes entnehmen. Standort. Die auf den Antillen am besten akklimatisierte Art ist Cola acuminata R. Br. Sie findet sich von der Nachbarschaft des Meeres bis zu Höhen von 1100 bis 1500 m ; aber die Lagen, die ihr am besten konvenieren, liegen zwischen 300 und 600 m, Sie bedarf eines warmen und feuchten Klimas; sie gehört zu derselben Kulturzoue wie die Banane und der Kakao. Sie scheint sich recht verschiedenen Böden anzupassen und flieht allein sumpfige oder Überschwemmungen ausgesetzte Gegenden. Der beste Boden ist ein tiefer, leicht lehmiger nd gut drainierter Boden. Aussaat. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, indem man die gröfsten und reifsten auswählt. Die Aussaat kann an Ort und Stelle oder auf Saatbeeten geschehen; dieser letztere Prozefs ist stets vorzuziehen. Die Samen müssen frisch gesät werden; wenn man sie weit transportieren mufs, legt man sie tagsüber in Kästen, nachdem man sie in frische Blätter gehüllt hat, die man von Zeit zu Zeit befeuchtet. Die Saatbeete werden soweit möglich im Schatten und bei einem Wasser- lafu angelegt; sie sollen ungefähr 1 m breit sein. Man macht in den Beeten Tropenpflanzer, 1899, Heft 2. g — 82 - drei Furchen von 5 cm Tiefe, die eine in der Längsachse und die beiden anderen 20 cm vom Band des Beetes entfernt; man legt die Samen in Abständen von 30 cm aus und bedeckt sie mit Erde. Man begiefst häufig und hält die Oberfläche der Erde rein. Pflanzung Die jungen Pflanzen erscheinen nach 3 bis 5 Wochen; man läfst sie wachsen, bis sie 30cm hoch sind; dann mufs man ausdünnen, indem man die Hälfte der Pflänzlinge in ein neues Saatbeet einsetzt, bis sie fast 1 m hoch sind. Die definitive Auspflanzung, die im Beginn der Regenzeit stattfindet, geschieht in viereckigen Löchern von 30 cm Weite und 50 bis GO cm Tiefe, in 71/2 ra Abständen voneinander. Die Methode ist immer die gleiche; das Loch wird kurz vor dem Auspflanzen angelegt und mit gut bereiteter Erde gefüllt. Wenn man den Pflänzling einsetzt, breitet man die Wurzeln sorgfältig aus und häuft die Erde leicht an. Im allgemeinen ist es notwendig, eine kräftige Stütze anzubringen. Da die jungen Pflanzen des Schattens bedürfen, ist es nötig, wenn kein natürlicher Schatten vorhanden ist, einige Monate vorher Bananen zu pflanzen. Man hat so den Vorteil, Vorernten zu erhalten, aber die Bananen er- schöpfen den Boden. Man pflanzt sie 3 bis 31/2 m von einander zwischen den Kola))äumen. Eine einmal eingerichtete Pflanzung hält sich lange und kann selbst ihrerseits Schatten für andere Kulturen gewähren, besonders für gewisse Lebensmittel. Der Kolabaum erschöpft den Boden nur in geringem Mafse, aber die Zwischenkulturen, die Bananen vorher und die Hülsenfrüchte nachher, saugen den Boden genügend aus, um von Zeit zu Zeit eine Düngung notwendig er- scheinen zu lassen. Wenn der Baum zu alt geworden ist, kann man noch sein Holz zu Bauten benutzen. Ertrag. Im wilden Zustande beginnt der Baum im 5. oder 6. Jahre zu tragen, doch erreicht er seine volle Tragfähigkeit erst im 9. oder 10. Jahre. Bei sorgfältiger Kultur trägt er schon früher und giebt schönere Früchte. Diejenigen von Trinidad und Jamaica erreichen 2 bis 3mal die Gröfse derjenigen, die im wilden Zustande produziert werden. Man kann jälirlich zweimal ernten. Man schätzt unter günstigen Bedingungen den jährlichen Ertrag auf 50 bis 60 kg trockener Nüsse pro Baum, was 100 bis 150 kg frischer Nüsse , entspricht. Die Konservierung der Nüsse erfordert viel Sorgfalt. Infolge ver- schiedener Änderungen, Oxydierungen, Fermentationen oder Schimmelbildungen verliert die Substanz häufig einen guten Teil des Handelswertes und der physiologischen Wirksamkeit. Man kann nur dann eine schöne Ware erzielen, wenn man grofse Quantitäten mit den gesamten nötigen Geräten behandelt. Unter diesen Be- dingungen bringt die Kola selbst dann oft mehr ein, wenn man den Berech- nungen einen Preis zu Grunde legt, der nur halb so hoch ist wie derjenige des Kafiees. Die Kapseln werden vom Baume gepflückt, bevor sie von selbst herunter- fallen, wenn sie eine gelbbraune Farbe angenommen haben und anfangen, sich zu öffnen. Es finden sich 5 bis 15 rote oder weifse Samen in denselben, jeder einzelne 5 bis 25 g wiegend; sie sind von einem klebrigen, gelblich-weifsen Schleim umgeben, den man entfernen mufs. Die weifsen Samen sind gemeiniglich beliebter als die roten; aber wenn sie trocken sind, nehmen sie alle dieselbe braune Färbung an. Wenn die Nüsse getrocknet werden sollen, nimmt man die Samen lieraus, wäscht sie tüchtig in einem Strom kalten AVassers, um die Pulpa, die sie um- giebt, zu entfernen. Hierauf wischt man sie mit einem trockenen Tuch ab und ^3 läfst sie in der Sonne oder in einem Trockenapparat durch künstliche Wärme trocknen. Die Anwendung von Maschinen zum Enthülsen und Trocknen bürgert sich mehr und mehr ein. Einige Autoren empfehlen, die frischen Nüsse in dünne Scheiben zu zer- schneiden und sie in einem Trockenofen bis 60° C. zu trocknen, indem man fortgesetzt die Temperatur steigert bei zu 100°. Da das Trocknen eine delikate Operation ist, so ersparen es sich die Pflanzer manchmal und senden die Nüsse im frischen Zustande fort. Dazu mufs man sie nochmals mit der gi-öfsten Sorgfalt waschen, sie gut abtrocknen und mit der ersten Gelegenheit expedieren. Man hüllt sie in frische Blätter ein und umgiebt das Ganze mit Sackleinen. Wenn man sie einige Zeit konservieren mufs, so kann man sie in Silos legen. Man gräbt dazu an einem trockenen, geschützten Orte ein Loch, kleidet den Boden mit frischen Blättern aus, befeuchtet sie ein wenig und legt darauf die Nüsse in Schichten, die man mit Erde bedeckt. Man mufs sorgfältig die Insekten auszuschliefsen suchen, und demgemäfs alle diejenigen Nüsse ausscheiden, die Spuren von Insektenstichen oder von Schimmelbildung zeigen. JV •>» » /» »>:> ./^. «««««« ■ C - Bohnen und Mais als Stapelartikel unserer tropisclien Kolonien. Bohnen besitzen bekanntlich neben Fleisch den höchsten Nahrungswert, aufserdem veranlafst ihr Genufs eine heilsame, der Hartleibigkeit entgegen- wirkende Gärung. Aus beiden Gründen sind reife Bolinen (ich spreche hier nicht von grünem Bohnengemüse) längst empfohlen worden. Die deutschen Bohnen sind aber nicht sonderlich schmackhaft und erregen bald Überdrufs, so dafs wohl kaum Jemand im Stande wäre, diese Bohnen ohne Widerwillen täg- lich zu geniefsen. P^ Anders hier in Mexiko, wo die Bohnen nicht nur den armen Arbeiter zu hartem Tagewerk kräftigen, sondern auch täglich auf der wohlbesetzten Tafel des Eeichen erscheinen. Ebenso gewöhnt sich die Mehrzahl der hier ansässigen Fremden an den täglichen Genufs der Bohnen, obwohl es namentlich in der Hauptstadt weder an gutem Fleisch, noch an vorzüglichem Gemüse mangelt; und es wird mir versichert, dafs sich deutsche Kaufleute, nachdem sie aus dem tropischen Amerika mit erworbenem Reichtum in das Vaterland zurückgekehrt sind, auch daheim die Bohnen nicht mehr entbehren mögen, sondern sich ihren Hausbedarf aus südlichen Ländern kommen lassen. In Mexiko giebt es ver- schiedene Sorten, und wenn auch manche derselben minderwertig sind, so ge- hören doch die guten Sorten der mexikanischen Bohnen in der That zu den wenigen Nahrungsmitteln, deren man nie überdrüssig wird. An Nahrnngswert dürften sie den nordischen Bohnen nicht nachstehen, zugleich aber ist. im Gegen- satz zu den nordischen Bohnen, die wohlthuende Gäi'ung, welche ihre Verdauung begleitet, so geruchlos, wie die Wein- oder Biergärung. Unstreitig wäre es für die deutsche Volksernährung, sofern eine ausreichende Fleischnahrung nicht beschafft werden kann, von schwerwiegender Bedeutung, wenn die Bohnen als allgemein, häufig und gern genossene Speise Eingang fänden, und da die heimischen Bohnen hierzu offenbar ungeeignet sind, so könnten, wie. mir scheint, unsere Kolonien den Bedarf liefern.*) *) Am bekanntesten als Volksnahrungsmittel ist die schwarze Bohne Brasiliens, die in den deutschen Kolonien in Süd-Brasilien auch für den Export 6* — 84 — Auch der Mais, gleich den Bohnen, erlangt seine feinste Qualität nur in beifseii Ländern, und der Unterschied springt am meisten in die Augen, wenn Pinole, d. h. geröstetes Maismehl bereitet werden soll. Röstet man Mais aus dem hochgelegenen Innern von Mexiko (tierra friu), so schwillt das Maiskorn nicht auf, und das geröstete Maismehl wird erst geniefsbar, nachdem es zuvor gekocht worden ist. An der heifsen Küste aber werden mehrere kleinkörnige Maissorten ausschliefslich für Pinole angebaut. Wird dieser Mais im Sandbade geröstet, so schwillt er in ganz erstaunlicher Weise auf und bildet hübsche Figuren, die der Uneingeweihte für ein Kunstprodukt der Zuckerbäckerei halten möchte.**) Das hieraus erhaltene Mehl ist der beste Pinole, welcher ohne AVeiteres, wenn auch nur mit kaltem Wasser und Zucker angerührt, zu den am leichtesten verdaulichen Nahrungsmitteln gehört, die es überhaupt giebt. Da es nun im lieben Vaterlande bei Kranken und Gesunden leider nicht an schwachen Magen fehlt, so könnten nach meiner Meinung die für Pinole geeigneten Mais- arten, die gewifs in unseren tropischen Kolonien gedeihen würden, auf aus- gedehnten Absatz in Deutschland rechnen, immer vorausgesetzt, dafs sowohl Bohnen wie Mais in unseren Kolonien so billig erzeugt und verschifft werden können, um Jedermann zugänglich zu sein. Cauclas, Dur., Mexico. Ernst Heiligendorfer. Fortschritte der Zeitschriften für tropische Landwirtschaft. Wie stark sich auch in Ländern aufserhalb Deutschlands das Bedürfnis geltend macht nach umfassender und aktueller Berichterstattung über die Fort- schritte der tropischen Landwirtschaft, erkennt man, neben der stets zunehmenden kolonialen landwirtschaftlichen Litteratur (die neueste Erscheinung ist das , Bulletin agricole de la Martinique) auch daraus, dafs die französische „Revue des Cultures coloniales", die erst vor IV2 Jahren und zwar im grofsen Ganzen nach dem Vorbild unserer Zeitschrift, begi-ündet wurde, jetzt schon den Moment gekommen glaubt, um zweimal im Monat erscheinen zu können; freilich wird hierdurch auch der Abonnementspreis bedeutend erhöht, auf 18 Frcs. in Frank- reich und 20 Frcs. in den Kolonien und im Auslande, also fast auf das Doppelte unserer Zeitschrift. Wir glauben diesen Weg nicht betreten zu sollen, sondern ziehen im Hinblick auf die vielen weniger kapitalkräftigen Leser vor, ohne Preiserhöhung den Text der einzelnen Hefte, soweit es nur irgend möglich ist, zu erweitern, indem wir, wie schon die ersten beiden Hefte des laufenden Jahres zeigen, für das erste mit der Zugabe eines Viertelbogens beginnen. Die fran- zösische Revue beabsichtigt, von jetzt an eine möglichst vollständige Liste der neuen französischen und fremden Litteratur zu geben, und will den Lesern auch eventuell gewünschte Übersetzungen zukommen lassen; ein ähnlicher Gedanke hat uns schon zu Verhandlungen mit einem anderen Unternehmen geführt. nach nördlichen Teilen Brasiliens kultiviert wird. Ob diese Bohnenarten wirk- lich verdaulicher sind als die bei uns kultivierten, sollte, bevor man daran denkt sie einzuführen, erst wissenschaftlich festgestellt werden. Läfst sich dies nicht klar erweisen, so dürften die Versuche, die tropischen Bohnen bei uns als Nahrungsmittel populär zu machen, resultatlos bleiben. Hamburger Delikatefs- handlungen (z. ß. Jleinerdinger, Neuerwall) führen übrigens die schwarzen Bohnen, und bevor man die Bohnenkujtur für den Export in den deutschen Kolonien einführt, sollte man erst versuchen, für die mexikanischen oder brasilianischen Bohnen bei uns einen Markt herzustellen, denn was nützt es, ein Produkt zu kultivieren, für das es nachher keinen Absatz giebt. (Red.) **) Diese Maissorte, als sogenanntes Popkorn in Nordamerika sehr bekannt, wächst übrigens auch..in nördlichen Gegenden, z. B. in vielen Teilen der \^er- einigten .Staaten, in Ägypten etc. Neuerdings wird es auch in Berlin auf der Strafse verkauft, vorläufig freilich noch als Kuriosität; ich hörte es z. ß. an- preisen als die Nahrung unserer schwarzen Brüder in den Kolonien, als echtes vVüstenbrot etc., meist aber unter der Bezeichnung Schneeflocken. (Red.) — 85 — -welche, wenn sie, wie wir hoffen. Erfolg haben, uns in den Stand setzen werden 'den Lesern unserer Zeitschrift jährlich einen systematisch geordneten und mit kurzer Inhaltsangabe versehenen Überblick über die neuen Erscheinungen (Bücher und Artikel) der tropischen Landwirtschaft zu geben -f Neue Litteratur. +■ Schulte im Hofe, A., Die Kamiefaser und die wirtschaftliche Be- deutung der Ramiekultur für die deutschen Kolonien. Berlin 1898. 50 S. Deutscher Kolonialverlag (G. Meinecke). Der Verfasser will, gestützt auf seine eigenen praktischen Studien, welche er auf einer Eamiepflanzung in der Nähe von Kalkutta gemacht hat, in seiner Arbeit ein Bild über den derzeitigen Stand der Ramiekultur und über die Rentabilität dieser Faser entwerfen, andererseits auch zur Einführung der Kultur in unseren Kolonien Anregung geben. Die Schrift stellt sich als eine Zusammenfassung derjenigen Thatsachen und Ansichten dar, welche sich bis jetzt in der Litteratur finden, wobei es ersichtlich ist, dafs der Verfasser an -die verschiedenen Berichte, besonders über die Kultur und Gewinnung der Faser, einen kritischen Mal'sstab legt und vielfach seine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen mitteilt. Bei der Aufzählung der zahlreichen Veröffentlichungen, welche über diese wertvolle Faserpflanze erschienen sind, fällt es auf, dafs die in den letzten .Jahren publizierten Mitteilungen vernachlässigt sind; über die Degummierung der Faser und die Versuche, dafür geeignete Maschinen herzustellen, ist gerade seit 1893, mit welchem Jahre das Litteraturverzeichnis des Verfassers schliefst, eine ganze Reihe höchst wichtiger Publikationen erschienen. Das dem botanischen Namen der Pflanze gewidmete Kapitel hätte der Autor wohl gut gethan, einem Botaniker von Fach zur Revision zu übergeben; es würde dann wohl nicht gar so unzulänglich ausgefallen sein. Wenn der Verfasser bei der Beurteilung der Möglichkeit, die Pflanze in verschiedenen Ländern zu kulti. vieren, das Hauptgewicht auf die klimatischen Bedingungen legt, so mufs man ihm darin durchaus beistimmen. Es ist ja wiederholt versucht worden, Ramie in subtropischen und sogar in gemäfsigten Gegenden zum Zwecke der Faser- gewinnung zu kultivieren; aber alle diese Versuche sind schliefslich resultatlos verlaufen, und dies hätte auch vorausgesehen werden können, wenn man bedacht hätte, dafs die Ramiepflanze zur Hervorbringung einer brauchbaren Faser ein- mal ein durchaus gleichmäfsiges, feuchtwarmes Klima braucht, und dafs ferner, um den Anbau genügend rentabel zu machen, die Schöfslinge mindestens viermal, besser aber sechsmal im Jahre geschnitten werden müssen. Länder, deren Klima diese Bedingungen erfüllt, sind aber nur in den Tropen vorhanden. Der Verfasser giebt ausführliche Regen- und Temperatur-Taliellen, aus denen sich leicht ersehen läfst, in welchen Gegenden der Anbau der Ramie möglich ist. In Bezug auf die deutschen Kolonien betont er, dafs das Klima in Ostafrika zu trocken ist und dort nur eine sehr geringwertige Qualität gebaut werden könnte; ■das Gleiche gilt für Deutsch- Süd westafrika, wo auch noch (wenigstens im süd- lichen Teile) die niedrige Jahrestemperatur einen Anbau nicht zulassen würde. Dagegen hat Westafi-ika und besonders Kamerun zum gröfsten Teil ein vorzüg- liches Klima für Ramiekultur, da hier sowohl die Menge des Regenfalles als auch die Durchschnittstemperatur allen Anforderungen für den Anbau ent- spricht. Ebenso ist Neu-Guinea durchaus geeignet für Ramie. Bei der Besprechung der Degummierung der Faser scheint uns der Vei'- fasser doch etwas zu optimistisch zu urteilen. Ob das Problem, die Faser von den dem Verspinnungsprozefs hinderlichen Klebstoffen zu befreien, schon so — 86 — vollständig gelöst ist, wie er voraussetzt, dürfte docli noch zweifelhaft sein. Dafs in dieser Beziehung die letzten Jahre erhebliche Fortschritte gebracht haben, ist sicher, und es ist wohl auch keine Frage, dafs man bei dem jetzt üblichen Verfahren, die Rohfaser zum Zwecke der Degummievung der ab- wechselnden Einwirkung von ätzenden Alkalien und Säuren auszusetzen, auf dem richtigen Wege ist; sicherlich sind diese Verfahren aber noch sehr ver- besserungswürdig und besonders jioch zu kostspielig. Erst wenn darin eine Änderung eingetreten ist, wird es möglich sein, die gereinigte Faser, deren Preis jetzt den des besten belgischen Flachses überschreitet, billiger herzu- stellen. Übrigens vermissen wir bei der Aufführung der Degummierungsprozesse Angaben über das Mac Donald-Boylesche Verfahren, welches doch in den letzten Jahren soviel berechtigtes Aufsehen erregt hat. Zum Schlufs wollen wir nicht unterlassen, auf die Mitteilung aufmerksam zu machen, dafs sich ein ßamiefaser- Komitee gebildet hat, welches bezweckt, die Gelder für die Anlage einer gröfseren Ramie - Anpflanzung zusammen- zubringen. G. 4- Personalnotizen. -^ Am 18. November starb in Klein -Windhoek der frühere Oberaratmann Nitze im Alter von 65 Jahren. Er war einer der thätigsten Ansiedler des deutschen Schutzgebietes in Südwestafrika und gehörte auch zu den ältesten, indem er bereits im Jahre 1892 mit dem ersten, von der Deutschen Kolonial- gesellschaft nach Südwestafrika gesandten Dampfer „Agnes" hinausging, um sich dort in Klein-Windhoek in dem alten Missionshause niederzulassen. Dank seiner sorgfältigen Bearbeitung erlangte dieser Garten eine lokale Berühmtheit, und namentlich gab er sich viele Mühe mit der Weinkultur; schon die Missionare hatten das Haus mit Weinreben umgeben, und Nitze setzte die Anpflanzungen fort. Im vorigen Jahre hatte er die erste gröfsere Ernte, von der aber nur ein kleiner Teil (in drei verschiedenen Sorten) nach Europa gelangte, da der grölsere Teil der Flaschen, wie er uns schrieb, gelegentlich der Unruhen und einer Krankheit seinerseits, drüben ausgetrunken worden war. Es ist jedenfalls der erste ernste Versuch gewesen, in Südwestafrika Wein und Traubenrosinen her- zustellen, und erhielt als solcher, trotzdem natürlich noch keine tadellosen Produkte erzielt worden waren, vom Kolonial -Wirtschaftlichen Komitee einen Ermunterungspreis von 400 Mk. (Das Nähere siehe „Tropenpflanzer'' Heft 1 dieses Jahrgangs S. 12 bis 15.) Hoffentlich schreiten die Erben der Weinpflanzung auf dem von Oberamtmann Nitze eingeschlagenen AVege fort, denn es wäre nach den guten Anfängen sehr schade, wenn die dortige Weinkultur in den Kinderschuhen stecken bliebe. Selbst wenn auch die dort im Hochlande bereiteten Weine keinen Export nach Europa vertragen sollten, so haben sie- doch als Landweine für Südafrika eine nicht unbedeutende Zukunft. -§-f Marktbericht. +• Hamburg, 20. Januar 1899. Die Preise verstehen sich pro 100 kg unverzollt. Arrowroot .//. 45 bis 90. Baumwolle. Nordamer. middling fair ^iL 70 bis 71, good middling JC. 65 bis 66, low middling JL 56 bis 57. Cakao. Caracas JL 140 bis 280, Guayaquil J(. 150 bis 160, Domingo- JL 132 bis 138, St. Thom6 JC. 136 bis 144. — 87 — Caffee, Eio ord. M. 52 bis 62, fein ord. Ji. 80 bis 86, Santos ord. Jt. 52 bis 58, good Ji. 62 bis 66, prima jit. 70 bis 80, BaMa Jt. 52 bis 72, Guatemala M. 118 bis 138, Mocca Ji. 140 bis 210. Afrikanischer (Lib. native) M. 52 bis 62, Java Jt. 130 bis 220, Ceylon Ji. 180 bis 260. Canehl. Ceylon Ji. 156 bis 320, do. Cliips Jt. 76 bis 80. Oardamom. Malabar Ji. 700 bis 900. Cochenille. Ten. gr. Jt. 220 bis 250. Copra. Ostafi-ikanische Ji. 30 bis 31, westafrikanische Ji. 24 bis 28. Curcuma. Bengal. Jt. 40 bis 42, pulv. Ji. 40 bis 41. El f enb ein Ji.9> bis 8. 12V2 für V2 kg, für Kamerun-Zähne von 15 bis 16 Pfd. Erdnufs, Geschälte Mozambique Ji. 23 bis 23,20, Togo Ji. 18 bis 19. Parbhölzer. Blau, Lag. Camp. ,//. 11.50 bis 21, Eoth, Pernarab. Jt. 20 bis 30, Saudel Ji. 650 bis 7, Camwood Ji. 20 bis 30. Gummi. Guttae M. 425 bis 500, Senegal naturell Ji. 130 bis 230. Guttapercha I. Ji. 800 bis 1500, II. Jt. 300 bis 600. Hanf. Aloe Maur. Ji. 52 bis 54, Sisal Ji. 60 bis 68, Mexic. Palma Ji. 38 bis 40, Zacaton Ji. 64 bis 160:^ Holz. Eben-, Ceylon M 20 bis 32, Jacaranda brasil. Ji. 16 bis 70, Mahagoni (per Vi'O cbm) Mesic. Ji. 2 bis 3.50, Westindisches Jt. 2 bis 2.50, Afrikanisches Ji. 1 bis 2.60, TeaJc, Bangkok (per Vioo cbm) Ji. 1.90 bis 2.20. Indisro. Bengal., blau un^ viol. Ji. 1300 bis 1400, ord. gef. und viol. Jt. 700 bis" 800, Madras Ji. 600 bis 800, Guatem. Jt. 500 bis 1000. Ingber. African. Ji. 35 bil 36, Bengal. Jt. 46 bis 48, Cochin. Jt. 76 bis 90. Kautschuk. Para M. 900* bis 1000, Kamerun Ji. 560. Macis. Blüte Ji. 175 bis/235, Nüsse Ji. 260 bis 480. Nelken. Amboina Ji. 93* bis 94, Sansibar Ji. 76 bis 78. Nelkenstengel ^^.14 bis 15. Öl. CocosLufs, sup. Cochin- Jt. 58, sup. Ceylon Ji. 50. Palmöl, Lagos Ji- 45, Accra Ji. 42.50. Eicinus-, Ji. 55 bis 70. Sesam-, franz. Ji- 80 bis 100. Ölkuchen. Palm.,- Ji. llö, Cocos Jt. 130 bis 135, BaumwoUsaat- Jt. 105 bis 110, Erdnufs- Ji. 135 bis 155. Orseille-Moos. Sansib. Ji. 40 bis 100. Palmkerne. Lagos Ji. 22.70 bis 22.80, Accra Ji. 22.10 bis 22.30. Pfeffer. Singapore Ji. 99 bis 100, weifser Jt. 154 bis 200. Piment. Jamaica Ji. 88 bis 94. Piassava. Bahia Ji. 52 bis 96. Liberia Jt. 36 bis 42. Eadix. Chinae Ji. 35 bis 45, Ipecacuanhae Ji. 1000 bis 1800, Senegal Jt. 235 bis 350. Eeis. Eangoon geschält Jt. 17.50 bis 25, Japan M. 24 bis 27. Sago. Perl- Ji. 21 bis 22, Tapioca, Perl- Ji. 24. Sesamsaat. Ostafrikanische Ji. 24.40 bis 24.70. Tabak. Havana Deckblatt Ji. 120 bis 240, Brasil Ji. 80 bis 400. Thee. Kongos, Hankow- und Shanghai-Sorten ord. bis extrafein per V2 kg Jt. 0.65 bis Jt. 3 50, Souchongs Jt. 0.70 bis Ji 3.60, Flowery Pekoes ord. und extrafein .//. 1.70 bis Ji. 6 50, Ceylon Ji. 0.65 bis Ji. 2, Java Ji. 0.62 bis ^^. 2.40. Vanille. Bourbon per V2 kg Ji- 25 bis 38. r¥=r¥¥¥¥^^-*"PPPPPPPf¥¥¥l"f¥T^f¥¥^«^PI^^ Anzeigen, Anzeigen werden vom Sekretär des Komitees, Th. Wilckens, Berlin, Unter den Linden 47, sowie Ton jedem Annoncenbilreau entgegengenommen. Ich suche mit Herren in aussereuropäischen Ländern in Verbindung zu treten, welche gegen entsprechende Vergütung Orchideen, Blumenzwiebeln etc. für mich sammeln würden. Anleitung wird gegeben. Auch Käfer, Schmetterlinge etc. würde ich ankaufen. Carl Schneider, Hagen i. W., Kampstrasse. — 88 — Deutsches Holotttalbaus Bruno Antelmann Hoflieferant Si". K. Hoheit des Gross- lierzogs von Mecklenburg-Schwerin. Hauptgesehäft ii. Versaiid-Abth. C. Jerusalemerstr. 28, Feruspr. I, 937 und la, 5680. Zwei^gesehäft W. Schillstr. 16, Fernspr. IX, 7244. 300 Verkaufsstellen in Deutschland. — Neue werden gesuelit. — o O) -*- 'S u I 'S Kaft'ee, Kakao, Schokoladen. j A'anille, Liköre, Hausseifen. Photog:rai)hieen, Briefmarken, Ethnolog-ika, Luxus^egrenstände. Deutsches Salat- und Speise -Oel aus Erdnüssen unserer Kolonien. Ständiger Verbrauch in den Kaiser- liehen Hofküchen. Ziffarren, Kiautschou- Zigaretten. | Neuheiten. Chinesische Thees. 40 Ansichtspostkarten a.d. Kolonien mit 63 Ansichten und 17 Porträts. Jede Karte 10 Pf. I Arthur Koppel Fabrik von F'eld bahnen für die Kolonieen. CentralJimis: Berlin NW.7, Dorotheenstrasse 32. n "^1] 1 ^■ I^^Ü^ Elektrische Feldbahn in der Zuckerfabrik Zülz (Oberschlesien. - 89 — üo -tdeY Bergwerks- und Hütten- y^ Abteilunof: er, ein feste und transportable Nehnialspurbahnen vertreten durch: Glässini & jSchollwer, Berlin W. 35 relog:raiiini-A(lresse: Portativa, Berlin. liefert: Feldbahng-leise, Weichen, Drehscheiben, Wagen aller Art, Radsätze, Achslager für Plantagen, Fabriken, Eieinbalmen etc. Der illustrierte Katalog wird gerne übersandt Verschiedenste Grössen u. Anordnungen f. Antrieb durch M e n sc he n - , T hie r - od. Elementar kraft. Saug - , Saug - u. Hebe - , Saug- u. Druck-, Spritz-, Tiefbrunnen -Pumpen. Rotirpumpen. Widder. Röhrenbrunnen. (p , Commandit- Gesellschaft Ä für Pumpen- ^<'J/^- & IVIaschinenfabrikation i^:W.-GÄR:VtNS m^^' HANNOVER ^%mc/ie- %a^-4i.. ^ KÖLN, Ünt. Goldschmied 10,15 HAMBURG. G R Rf iCMENSTR. 2 3 WIEN, WALnSCMGASS:E..14 Jllustr. Cataloge portofrei. mitA/mii/CUf^i^.^^/^mei^A/m^ Jllustr. Cataloge portofrei. .f^^«^»^ GARVENS-^PUMPEN MOM- M. anii&:rc%m^^-&6i!^/y6im. MascKiiienhandlijngen u. s. w. Verschiedenste Grössen u. Anördnungeh, In Decimal-, Gentes im äl - , L au fgßw i ch t s - - od, gleijcliarm. System, ; • transpöirtabel, feststehend, versenkbar, veriegbar. l^AÄGEN m ; t, t p t. a s t u n g $ v'ö r r i c h t g :!ü^n^:^ B i:i;i' e t d r u c !<.» p p a r a t z/Mrt/^m\ /ttmff » 54^ Commandit - Gesellschaft w^e. für Pumpen- * , & IVIaschinenfabrikation ^ W. Garvens WÜLFEL b. HAriNGVER U [BERLIN, Kanonierstr. 1 KÖLN, Unt. Goldschmied io/'ö I HAMBURG, Gfi Reichenstr, 23 » WIEN, WALflSCHGASSE 14 ö- • /^ 1 Jllustr. Cataloge portofrei. ^^ä4,n■crM>4^m'0^RVEUS' WAAGEN f ^n auch erhältlich durch alle ^^ '/i//f/n^'/VMm.\ Maschinenhandlungen u. s. w. — 90 — Deutsche Kolonialschule zu Witzenhausen an der Werra. Eröffnung Ostern 1899. Praktisch - wissenschaftliche Vorbereitung für Plantagegärtner^ Wirtschaftsbeamte, Kaufleute u. s. w. in den Kolonien. Prospekte versendet Geschäftsstelle z. Z. Coblenz a. Rhein. Sämtliclie Werkzeuge zur Tiefbohrniig sowie complette Bolireinriciltungen in allen Systemen fertigt bei civilen Preisen und kürzester Lieferzeit die Fabrik ^ Wilhelm Böhme, ]>oi*tniiiii€l (]>eut.selilaiicl). Matthias Rolide & Co., Bambnrg Spediteure der Kaiserlich Deutsclien Marine. Spedition. Kommission. Export. Import. SpezialverkeliT nacli den Deutschen Kolonien. Heinrich Uaeiisel, Pirna, Sachsen. Fabrik ätherischer Oele und Essenzen. Spezialität: Verarbeitung von Rohstoffen aus unseren Kolonien auf ätherische Oele. — 91 — [xixi;a:tzixiJxi;j Trr . -i! i i;rrTr;Trn: axaxxii g?TTi:TT Xi;iT iTir rrTT^-TTTxrrxixxxjj^TTT-T~rT^ V. Tippelskircli & Co, BERLIN NW. 7. ]^euNtäcltiiselie Kirehstrasise 15. Spezialgeschäft für Ausrüstungen aller Art nach überseeischen Ländern,, insbesondere auch vollständige Ausrüstungen für Eeisen nach den Tropen und für Gesellsehafts-Eeisen. Sachgemässe Zusammenstellungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und nach dem CJrtheil erfahrener Reisenden werden auf Wimsch angefertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und Dauer der Reise erbeten. Da Tropenanzüge nur nach Maass gefertigt werden, ist bei Ertheilung von Bestellungen hierauf eine Lieferfrist von einigen Tagen erforderlich. Preislisten stehen zur Verfügung. SAMEN für dieKOLONIEN VILMORIN-ANDRIEUX UND C" 4, Quai de la Megisserie, 4, PARIS (Frankreich). Besondere Sahnen -Kulturen für den Export, Special-Auswahl von Gemüse-, ßluiiien-, Baum-, Sträucher- und Palmeu- Sämereieu. Samen von Tabak, Baumwolle, Ramie, Jute, ludigo und anderen Laudwirth- schaftlielien Sämereien für die Kolonien. Samen von folgenden KAUTSCHUK -SORTEN: Manihot Glaziovii, Hevea Brasiliensis, Castilloa ehistica, Landolphia owariensis etc. Ferner: Eumex hymenosepalus, Theobroma Cacao, Sterculia acuminata (Kola-Nuss), Caryophyllus aromaticus, Myristica fragrans, Piper nigTum, Thea viridis, Vanilla aromatica und planifolia (in StecMingeri) , Kaifee- Sorten U.S.W, lieferbar nach Ernte und Ankunft aus den Froduktions-Ländern. S2)ecial- Verpackung für heisse Länder. KOLONIAL-KATALOG franco auf Verlangen. "»Ji 92 — Fried. Krupp Grusonwerk, Kaffee -Scliäl- u. Poliermasclnnen, versi-hiedener Systeme, für Hand-, Riemen- und Güpel- b et rieb. Vollständige Anlagen zum Schälen, l'olieren und Sortieren von Kaft'eefrüchten. Zuckerrohr- Walzwerke. Maschinen . nnd Einrichtungen für Ölfahrikation. /erWeioerofigsuiascIiioeii jeder Art Steinl»rechniaschinen zur Her- stcllinig von Strassenschotter, Walzenmühlen, Kollergänge, Pochwerke. Patent - Kugelmühlen. Excelsiormühlen zum Vermählen aller Arten Körnerfrüchte, Farbholz, Drogen, Chemikalien, Gerbstoffe u. s. w . Vollständige Erzanfbereitnngs- Anlagen, namentlich für Oold- erze. Preisbücher in Deutsch, Eng- lisch und Französisch kostenfrei. Feiten & Guilleaume, CarlsTf erk, Mülheim (Rhein). Eisen-, Stahl-, Kupfer-, und Bronze - Dralitfabrik, Drahtseilerei, Drahtwaarenfabrik, Verzinkerei, Kupferwerk, Fabrik von Tele- graphen-, Telephon- und Lichtkabeln aller Art. Dynamodraht und Installationsleitung-en. Zaundraht, Zaundrahtlitzen, Befestigungstheile, als : Schlaufen, Haken, Drahtspanner etc., Bindedraht. l>rahtiüeile ''^«"■'^•;/£f'^i^-^i^i^//^«Äy6ä^ aus Eisen, Stahl und Kupfer. „Triumph^' ^tahlclrahtketteii ohue ^ehweis-ii^iiiig. Vorzüge vor g^eschweissten Ketten : Hohe Bruchfestigkeit, Geringes Gewicht. Grosse Beweglichkeit und Gleichmässigkeit der Gliedform, Eleganz und Billigkeit. "A B C" AI Code used. Telegraphic Address: "LEHMANN CHATHAM STREET, MANCHESTER." ERIEST LEBMMN 93 — Postal Address: 8, CHATHAM BUILDINGS. CHATHAM ST., MANCHESTER. Personal attendance at Manchester Office every Tuesday and Friday. ^■9 Manchester, England. L,EHMAIVM'S Fibre Extracting Machines Lehmann's Fibr'e Extractor, No. A. For Aloe Leaves, Abaca, Henequen, Cabiiya, Pine-apple Leaves, Sisal, Rhea or China Grass, Piassava and kiudred Plants. PREPARING, SPINNING & WEAVING MACHINERY for Producing Bagging, Sacking and Sacks, Carpetings Are, from Pine-apple and kindred Fibres, Cotton Droppings, Cotton Tares, Old Bags & Ropes & Jute. Horse-Hair, Flock and OakuniMachinery, Breaking-up Machines, to break-up for i'e-manufacture Old Ropes, Bags, Sack- ing, &c. Feather Cleaning and Purifying Machi- nery. Cotton Gins for China and Japan Cotton^ Wool Cleaning Machines. Wadding and Feit Machinery. Candle-wick Machines. Lamp-wick Looms. Smallware and Braid Machines. Wire Covering Machines. Kapok Machines & Presses. Cocoa-nut Husk Break ers. Coir Fibre Extractors. Bark Fibre Extractors. Spinning Machines for Coir, Pine-apple, ~ Aloe and similar Yarns. Combined Rope-making Machines, for Ropes up to 12 in. Flax and Henip Breaking, Scutching and Brushing Machines. Plaiting Machines, for SandalPlait, Coir Plait, Round and Square Packing, Sash Cords and Fishing Lines. Willowing Machines for Fibres. Engine Cleaning Waste Machines. POWER LOOMS AND ALL PREPARATION MACHINERY FOR Bagging and Sacking. Blankets and Rugs. Camlets and Long EUs. China Sheetings and Drills. Cocoa-nut Matting. Cotton Bagging. Doraestics and T Cloths. Flannels and Flannelette. Manilla Carpeting Mantas and Madapolams. Saiicloth and Tent Cloth. Serges, Army and Police Cloths. PLANTATION MACHINERY OF EVERY DESCRIPTION. Textile Factories fitted up coraplete in any part of the World. Competent Managers and erectors sent out, and Mills handed over in working order. Special attention given to the equipment of Factories for the production of Ropes, Twines, Cords, Bagging and Sacking from Fibres grown on the spot. All machines of special construction to allow of Transport on Mule Backs where no other facili- ties for carriage exist. Lehmann's Special Fibre Burning Engines and Boilers combined, from 1 to 50 HP., to use the refuse fibres, stalks, &c., instead of coal. All Orders to be accompanied by a remittance, and a credit on London for payment on presentation of documents. lllustrated Price Lists, Drawings, Plans, Estimates, and füll Information free on application. 94 — |[ola-Iahriittgs-n.Deniis8ittiltel ans afrikanischer Kolanuss hergestellt, bilden die harmonisclie Vereinigung eines anreg-euden Stoffes mit Nähr- stoffen und entfalten eine überaus günstige Wirkung auf den Organismus. Dieselben sind für Gesunde und Kranke vorzügliche, schmackhafte und erfrischende Genuss- und Nahrungsmittel. Für den täglichen Hausgebrauch, sowie für Touristen, Eadfalirer, Ruderer, Jäg-er, Militärs, sowie auch für geistig Ang-estrengte besonders empfehlenswerth. L'^aIq T iifArai* ^^^ Kola-Extrakt mit Milchzucker und Zucker, bildet mit Milch, Eigelb, ll.Ui(l"tillCK.l;i Caoao, Hafersupjie eine kräftigende Morgenspeise. KOlcl'ZUCkOr ™'*' VanlUe-SaLne gefroren, feinstes Dessert-Eis. Kola-Ziieker-Eigclb-Tablctten - Hungerstillcr - f^^"^*« Labetawetten. Kolflj'DnrStstillCr TaWcttcn ans Kola-Zacker mit Citronensaft oder PfeiTerminzöl. Kola-Sofflatose-Tabletten ^^^^-•-^--'^•" -^^^^-^-^ (Fieiscb-Eiweiss),con Kola-Bitter-Extraet Kola-Peptoii-Cakes centrirtes Nahrungs- und Erfrischuugsmittel für Bleich- süchtige, Schwache, sowie geistig und körperlich An- gestrengte. das Beste für den Magen. feinste Butter- Cakes mit Eigelbsabne, Fleischpepton und Kola, vorzüglich auf Touren, Jagd, Keisen u. s. w. In Apotheken und Droguerien erhältlich. Hamburg - Altouaer Näiirmittel - Gesellschaft m. b. H. Altona b. Hamburg. — 95 — Joseph Klar, Samenhandlung, 80 Liiiieiistr. BERLI:N^, Liiiieustr. 80, Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers, offerirt nebst tropischen Frucht- und Nutzpflanzen-Samen auch solclien von Gemüsen, soweit sich dieselben nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen als für den Anbau in den Tropen geeignet erwiesen haben. — Da die botanische Centralstelle nur für einmalige Versuche im Kleinen Gemüsesamen liefert, so offerire ich für grösseren Bedarf gegen fr. Einsendung von Mark 12, — franko aller deutschen afrikanischen Kolonien gut verpackt 1 Kollektion von Brutto 5 resp. 3 Kilo incl. Emballage. Tllustrirt'e Kataloge gratis. I Für Häuser , «... . j jeglicher Art in den Tropen eignet sich als Baumaterial für Wäude, Fussbödeii, Treppen als meine mit circa 40 000 Ctl*. Druck gepressten verschiedener Stärke. Dieselben wirken isolirend gegen Kälte und Wärme, sind gesichert vor Termitenfrass, t infolge ihrer chemischen Substanzen, ferner feuersicher, fussAvarm, schall- 1 dämpfend, fest wie Stein, zäh wie hartes Holz, dabei bearbeitungsfähig mit 2 Bohrer und Säge und von jedem Bauhandwei-ker verlegbar. Maxiraalgrösse f 1 D Meter; einfarbig', aber in Tcrschiedenen Farben hergestellt, so dass jedes I beliebige bunte Muster zusammengesetzt werden kann. ♦ Patentirt in fielen Staaten. 1 nichts besser \ Platten I Papyrolithwerk, Paul Becker, Dresden -Löbtau. R. Beinhauer Söhne, Hamburg Internationales Waarenlager Statmnhaus gegründet 1828 Rei!seaiisrü^tuus:en für alle Welttlieile. Blechkoffer Stalilbleehkoffer (luftdicht sohliessend) Solid-Leder-Koffer Cajiit-Koffer Handtaschen in Leder oder Canevas Plaidrollen und Plaidriemen WUschesUcke Reise-Necessaires Esshestecke in Etuis Cantineu mit Kocheinrichtung: Kelsekissen in Leder Feldflaschen Krininistecher (Feldgläser) Hängematten Feldbetten (zusammenlegbar) Äelte Schiffs-Stfihle Badeiranuen (zu^ammenlegViar) Anzüge in Wolle, Leinen und Drell Nachtanziige (Pyjamas) Schlafdecken in Wolle oder Kameelhaar Wasserdichte Unterlagen (ground Sheets) Tropenhelme und Schleier Mosquito-»tze Canevas-Schuhe mit Leder- oder Gummisohlen Leder-Schuhe „ „ , „ Tropenschirme Apotheken Handlaternen Geldi ascheu ans Wildleder Revolver Sehlagringe Degensföcke Werkzeuge Ferner halten wir stets Lager von sämmtlichen Reiseartikeln — Koffern — Taschen — Portefeuille- Tvaarcn — IJrieltaschen — Portemonnaies — Cigarreutaschen — Keisedecken — rohseidenen und Flancllhemden — Unterzeugen in Wolle und Baumwolle Socken Stiefeln - Hüten — Mützen — Taschentüchern — Reise-Mauteln und -Röcken — Gummi-Regeuiöcken — Rürstcnwaaren — Seifen und Parfümerlen. Jagd-Requisiten, Reit-, Fahr- und Stall-Utensilien. Cakes — Thee — Chocolade — Conserven in Dosen — Havana-Cigarren. Special-Kataloge gratis und franco. ». Beiuluuier ^öhue, Hamburg;, SSu'S: 9G 1,000,000 1,000,000 graines deCaoutchouc deCeara, Manihot Glaziovi, graines de Caoutchouc du Para, Hevea brasiliensis, 1 (\t\(\ (\(\(\ 2**^*"^^ Caoutchouc du IjUUl/ji/ Ulf Mexique,Castilloa elastica. Disponibles au fer et a mesiire de l'arrivöe en bon ^tat en Europe Manihot Glaziovi (touie l'anne'e), Hevea brasiliensis (avril a sep- tembre), Castilloa elastica (juin ä septembre). P/antes et g-ra/nes uti/es pour les pays chauds. Envoi des catalogues franco. Godefroy-Lebeuf, Horticulteur, 4 Impasse Girardon, Paris. ph. Mayfarth & Co., Frankfurt a. M. u. BERLIN N., Chausseestr. 2E. bauen und empfehlen: Pflüge, ein- und mehrscharig, für alle Bodenai'ten, Einzige, durch Luftdi'uck selbst- thätig arbeitende patentirte Pflaiizeiispritze zur Vertilgung von Pflanzen- schädlingen (Ungeziefer). g.; Tro ckenappara te fiir Caeao, Tliee, Kattee, Obst und Geinttse, vegetabilisclie, iiiiiieraliselie u. ehem. Produkte. Illustrirte Kataloge kostenfrei. Vertreter gesucht. — 97 Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnen-Bedarf vormals Orenstein & Koppel, Berlin SW. Telegr -Adresse: Raiiwsys Berlin. 5 Falirit-ElalilJsseiDents. TeVgrapliensclilüssel : A. H. C. Cod« 4 th Edition. A I. Code Staudt & Hundius. Un.-er Special-Code. Feldbahn mit elektrischem Betrieb. Ausführung von Industrie- und Plantagen-Bahnen. Bau und Finanzierung von Kleinbahnen und Trambahnen. Illustrierte Kataloge in allen Sprachen gratis und franko. ^//|l\f^ Fabrikzeichen. Carl jSchlieper Reuii^elieicl. Werkzeuge für Plantagen, Minen u. Eisenbahnen Flach- und Tief bolir-Gerätlie. 98 Heinrich Jordan -Begründet Berlin SW12, Markgrafenstr. 104/107. ^^föso"*®* Tropen - Aus$r üniitung^en in sämtlicheii Artikeln der Tex til-Branche — Vorzüglicher Sitz. — Tadellose Ausführung aller Bekleidungsstücke. Schlaf-Anzüge = für den Tropen- Aulenthalt unentbehrlich. == der Anzug ||L 5,25 - i. 5,50 - i. 8,25 - i. 11,00 Gdr. BaufniN.-Flapell Preise giltig für normale Grösseu. Schlaf -Anzüge in jeder Preislage. Xiitrrkloid der Zukunft". Geeigneteste Unterkleidung für die Tropen. — Poröses Gewebe — - Weisser Tropen- Anzug — rorschriftsmiissig — für die Offiziers - Qliargeu der Kaiserliclien Marine. Weisser, extrastarker Kutil in den Oberweiten SS— 104 cm der Anzug Mk. Q^TIS- Grössere Nummern der Anzug Mk. 10,0U. Auf Wunsch jede andere beliebige Form. Perlmutter- Durchsteckknöpfe das Dutzend Mk. 2,00. Wolle aus - Baumwolle Leinen. Verliert die Porosität bei der Wäsche nicht, sangt schnell den Schweiss auf und lässt ihn leicht wieder verdunsten. Artikel aus diesem Gewebe: rntorlieiiHlou — Bein- kleidor — 'l'asheiiiden — Sflilafhciiidcu u. s w. Mosquito -Netze. Weisser Tropen- Anzug — TorscIiriltsmUssig — für die Herren Offiziere der Kaiserlifhen Schützt nippe Ost-Afrika — (Sii(K Flanell-Sport- und Reiselieinden das Stück Mk. 2,50 — 12,00. Die Firma vorsendet franko Preislisten und Proben, sowie jeden Auftrag von Mk. 2U,00 an. Verantwortlich für den wissenschaftlichen Teil des .Tropenpflanzer" Prof Dr 0. Warburg, Herlin. Verantwortlich für den Inseratenti-il Th. Wilckens, S'kretär des Kobinial-Wirtgchafil. Komitees, Berlin. Verlag und Eigenlhum des Kolonial-Wirtscliaftlicheii Knnutees. Berlin. Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn in Berlin SWil-, Kochstr. 68—71. DER TEOPENPFLANZEE. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 3. Jahrg'ang-. Berlin, März 1899. No. 3. Die Kaffeeanfbereitungsaustalt in Bulwa (Deutsch-Ostafrika). (Mit Abbildung.) Die Usambai-a-Kaffeebau-Gesellscliaft ist die erste Gesellscliaft in Deutsch- Ostafrika, die eine vollständige nach modernen Prinzipien eingerichtete Kaffee- aufbereitungsanstalt besitzt, die seit einigen Monaten fertig aufgestellt ist. Da sie füi- später zu errichtende Anlagen anderer Gesellschaften gewissermafsen als Vorbild dienen wird, so dürfte es weitere Kreise interessieren, diese Anlage in AVort und Bild kennen zu lernen. Wir danken der Direktion der Gesellschaft für die freundliche Überlassung der Photographie und Notizen. Die Anstalt ist für Betrieb durch Wasserkraft eingerichtet, die etwa 10 Pferdekräfte beträgt und in einer künstlichen Rinne aus einem fliefsenden Bach abgeleitet wird. Sie besteht aus zwei gesonderten Teilen, der Mühle oder Schäl- anstalt und dem Trockenhause. Die Sehälanstalt ist ein oö'ener Fachwerkschuppen aus Holz- pfosten mit Wellblechdach, der das Wasserrad, den Fulper und die Gär- und Waschbecken zum Reinigen der durch den Pulper vom Fruchtfleisch befreiten Kafleebohnen enthält und die Zuleitungsrinne in sich aufnimmt. Er ist 22 m lang, 14.15 m breit und 2 Stock- werk hoch, hat in Abständen von 7 m 4 Reihen Pfosten von je 5 Pfeilern in Abständen von je 3.5 m. Die Zuleitungsrinne des Wassers für das Wasserrad ist 70 m lang, 600 mm breit, 400 mm hoch und von galvanisierten Eisen- platten gefertigt. Das Wasserrad hat eine Höhe von 5500 mm, eine Breite von 900 mm und ist ebenfalls von Eisen; es treibt vorläufig einen Pulper und die Windmühle zum Trockenhaus. Der Pulper, der auch für Handbetrieb brauchbar ist, ist ein Walkerpulper von John Gordon & Co. in London. Tropenpflanzer, 1899, Heft 3. 7 100 l '■•' '1^ r- K — 101 — Gär- und Waschbecken, vier an Zahl, sind ausgegraben und ge- mauert, ihr Umfang entspricht den Pfeilerabständen, ihre Tiefe ist in geneigter Ebene, um den Wasserabflufs zu erleichtern, 80 cm bis 1 m, ihre eisernen Abflufsthüren sind 80 cm breit. Der Betrieb geschieht in der Weise, dafs die roten Kaffee- beeren im Oberstock des Schuppens, 2.5 m über dem Erdboden, abgeliefert, gewogen und durch einen Trichter mit Wasserzuflufs in den Pulper gestürzt, vom Pulper vom Fruchtfleisch befreit werden und dafs dann in besonderen Wasserrinnen das Beerenfleisch zur Dunggrube und die Bohnen zu den Gärbecken geschwemmt werden, wo sie 24 bis 36 Stunden verbleibeu, um dann durch Waschen von allen Resten des Fruchtfleisches völlig gesäubert zu werden. Die Hülsen fliefsen durch eine besondere Rinne in das Dungbecken, die fertig gesäuberten Bohnen kommen ins Trockenhaus. Das Trockenhaus ist 16 m lang und 9 m breit, ruht auf einem Fundament von Stein und ist ganz aus Wellblech erbaut. Es hat zwei Trockenböden und ist mit den nötigen durchlochten Stahl- blechen zur Ausbreitung der Bohnen, sowie mit Vorrichtungen zur Zuführung von heifser, trockener Luft aus den Kaloriferen und zur Absaugung des Dunstes ausgerüstet. Es ist vorerst nur in einer Länge von 9 m zum Dörren in Benutzung genommen und wird erst mit gesteigerter Erntemenge in seiner ganzen Ausdehnung für seinen eigentlichen Zweck gebraucht werden. Der Rest dient inzwischen als Kaffeespeicher. Das Trocknen der Bohnen wird durch die künstliche Dörrung im Trockenhause, die zwei Tage erfordert, ziemlich eben so gut erzielt als durch die Sonne in freier Luft. Weitere Beschleunigung der künstlichen Dörrung ist nicht rätlich, da sie die Beschaffenheit des Kaffees verschlechtert. Die Anstalt ist konstruiert und, soweit sie nicht aus Mauer- werk und Holz besteht, geliefert von dem Technisch Bureau voor Koloniale Industrie voorheen Grandel & Hellendoorn in s'Graven- hage in Holland, weil deutsche Maschinenfabriken sich mit solchen Werken bisher wenig beschäftigten, nun aber wohl doch auch sich ihrer Fertigung bemächtigen werden, so dafs man in Zukunft sie wird berücksichtigen können. Die Herstellungskosten betragen für die Maschinen mit Zu- behör und die Eisenteile, die aus Europa beschafft sind, etwa 23 000 Mk. und an Frachtkosten bis Tanga etwa 3000 Mk. Der Transport von Tanga nach Bulwa und der Aufbau an Ort und Stelle mit den zugehörigen Bauten aus Stein u. s. w. hat ungefähr ebensoviel gekostet. — 102 — Die A'erscliillung nach Taiiga gescliah durch Dampfer der Deutsch-Ostafrika-Linie von Antwerpen aus. Der Transport von Tanga nach Bulvva bis Muhesa mit Bahn, von dort auf den Köpfen der Schwarzen. Die Schwierigkeit dieser letzten Art der Be- förderung bedingt es, dafs die einzelnen Frachtstücke nicht schwerer als ein oder zwei Trägerlasten von je cirka 30 kg sein durften. Die Fabrik hatte demgemäfs die einzelnen ^Maschiueu- teile u. s. w. zu Stücken von 30 oder höchstens 60 kg Gewicht kon- struiert, und nur die Wasserradwelle in einem einzigen Stücke von 90 kg Gewicht geliefert, so dafs der Trausport auf der 40 km langen Strecke von Muhesa nach Bulwa verhältnismäfsig leicht be- wirkt werden konnte. Die Fertigung und Lieferung der Maschinen u. s. w. erfolgte ungefähr innerhalb sechs Monaten, die Ausführung der nötigen Bauten mit Einschlufs der Aufstellung der Maschinen hat ungefähr ebenfalls ein halbes Jahr gedauert. Böden aus Dentscli-Siidwestafrika. Von Professor Dr. F. Wohltmann, Bonn-Poppelsdorf. Während sich in unseren anderen deutschen Kolonien das ge- heimnisvolle Dunkel, das in den ersten 10 Jahren über dem Kultur- wert derselben schwebte, allmählich gelichtet hat, und sich die wirtschaftliche Zukunft derselben in immer klareren Umrissen vor unseren Augen bereits aufgeklärt hat, galt Deutsch-Südwestafrika noch bis vor kurzem als ein ungelöstes wirtschaftliches Rätsel. Selbst tüchtige Kenner des Landes vermochten die Frage: wie wird sich Deutsch-Südwestafrika entwickeln, und wie wird sich die wirtschaftliche Zukunft dieser Kolonie gestalten? nicht sicher zu beantworten. Die im verflossenen Jahre glücklich beendete Bereisung dieser Kolonie seitens des Begierungsbaumeisters Herrn Th. Rehbock und des landwirtschaftlichen Sachverständigen, Herrn J. C. Water- nieyer, Analyst im landwirtschaftlichen Ministerium in Capstadt, — deren Ergebnisse jetzt vor uns liegen, — hat das Dunkel über der wirt- schaftlichen Zukunft Deutsch-Südwestafrikas endlich gehoben. Die von diesen Herren gelieferten ausgezeichneten Arbeiten,*) denen man so- fort beim ersten Anblick vollstes Vertrauen zu schenken veranlafst wird, belehren uns, dal's in Deutsch-Südwestafrika in der That gröfsere *) Erschienen im Verlag von Dietrich Reimer, J3erlin 1898. — 103 — Wassermassen zu gewinnen und zu sammeln sind, um ausgedehntere Bewässerungsanlagen als bisher einrichten zu können. Wäre dieses nicht möglich, dann würde sich die wirtschaftliche Entwicklung Deutsch-Südwestafrikas nach meiner Auffassung ebenso langsam wie unsicher gestalten, und ohne Auffindung wertvoller Metalle und Mineralien die Kolonie stets zwar ein sehr grofses, aber doch ver- hältnismäfsig wertloses, kostspieliges Besitztum für uns sein. Nachdem nun die Wasserfrage, d. h. die Gewinnung von Wasser für gröfsere Rieselanlageu durch die ßehbocksche Arbeit mir für mehrere Gegenden gelöst zu sein scheint, und Reh bock uns mehi-ere Projekte, im einzelnen ausgearbeitet, für Anlage von Staudämmen und Rieselfeldern vorgelegt hat, ist die nächste Frage: Inwieweit ist der Boden in Deutsch-Südwestafrika für dauernde Bebauung und Bearbeitung von Natur geeignet? d. h. besitzt er von Natur einen genügenden Reichtum an Pflanzennährstoffen, um ohne kostspielige Düngung eine längere Reihe von Jahren der Kultur dienen zu können? Hierauf ist auf Grund der von Herrn Rehbock mitgebrachten und bereits untersuchten Bodenproben eine günstige Antwort zu geben. Für Berieselungsländer ist es die erste Bedingung, dafs der Boden von derartiger mechanischer Beschaffenheit ist, dafs sich nirgends stagnierende Nässe bilden kann; er mufs daher von leichter Beschaffenheit sein. Am günstigsten ist lehmiger Sand und sandiger Lehm, ebenfalls geeignet ist reiner Sandboden, nahezu ausgeschlossen dagegen schwerer zusammenbindender Thonboden. Ein geringer Humusgehalt ist eher vorteilhaft als nachteilig. Wenn ein solch' physikalisch günstiges Berieselungsland obendrein reich an Pflanzen- nährstoffen ist, dann stellt es das sicherste Ackerland der Erde dar, vorausgesetzt natürlich, dafs stets genügende Mengen von Riesel- wasser vorhanden sind. Aber auch dann, wenn das zu bewässernde Land nur einen mittleren oder mäfsigen Pflanzennährstoff"-Gehalt auf- weist, ist die Bewässerung immer noch mit Erfolg zu bewerk- stelligen, denn man darf nicht aufser acht lassen, dafs mit jeder Bewässerung dem Boden im Rieselwasser grofse Mengen Pflanzen- nährstoffe zugeführt werden, welche diejenigen zu ersetzen im Stande sind, die durch die Ernten dem Boden entzogen wurden. Es können daher sogar ganz nährstoffarme Böden noch zu Rieselfeldern heran- gezogen werden, wenn das Rieselwasser genügende Mengen Nähr- stoffe enthält, und eine richtige Auswahl der anzubauenden Pflanzen getroflen wird. Die von Herrn Rehbock mitgebrachten Bodenproben lassen nun erkennen, dafs ihre physikalischen Eigenschaften durchaus den — 104 - Rieselungszwecken entspreclien, und dafs andererseits ihre chemische Zusammensetzung, d. h. ihr Reichtum an Pflanzennährstoften, in der Mehrzahl zu den besten Hoffnungen berechtigt. Die Proben wurden bis zu einer Tiefe von GO— 70 cm entnommen, und es gelangten Oberkrume und Untergrund gemischt zur Untersuchung. 10 Proben, 7 von Hatsamas, 1 von Osis, 1 von Aris und 1 von Grofs-Windhoeck, wurden von Herrn Dr. Berju im Bodenlaboratorium der land- wirtschaftlichen Hochschule in Berlin untersucht, 23 in meinem Laboratorium von Herrn Dr. Mehr in g. Die in Berlin untersuchten Böden sind in dem Rehbockschen Reisewerke S. 171 in einer Analysentabelle aufgeführt, auf welche ich hiermit verweise. Aus derselben erlaube ich mir hier das Mittel sowie die Maximal- und Minimal- Werte der 7 Analysen wiederzugeben, welche den Boden von Hatsamas betreffen, jenes Gelände, welches von Rehbock als zuerst in Angriff zu nehmendes Berieselungsland empfohlen ist. Es enthält der Boden von Hatsamas: im Mittel in maximo in minimo pCt. pCt. pCt. Bestandteile unter 1 mm Dm-chmesser: 93 98.7 84.2 Feste Rückstände nach Methode Thaer: 78.6 96.3 57.5 An Pflanzeimälirstoffen: Stickstoff 0.045 0.150 0.017 löslicli in heifser Salzsäure (1 stündiges Kochen ?) Kalk 0.45 1.31 0.19 Magnesia 0.76 1.68 0.35 Phosphorsäure 0.084 0.120 0.040 Kali 0.58 1.16 030 Die in meinem Laboratorium untersuchten Böden habe ich in beigefijgter Tabelle zusammengestellt. Die Zahlen beziehen sich auf die Feinerde (unter 2 mm). Für den kalten Auszug wurden 450 g Feinerde 48 Stunden mit P/i- 1 kalter Salzsäure von spec. Gewicht 1,15 behandelt; für den heifsen Auszug wurden 10 g eine Stunde lang auf dem Sandbade erhitzt.'*) *) Die Untersuchung des Bodens in kaltem und heifsem Salzsäure- Au f- schlufs hat sich nach meinen früheren Arbeiten aus verschiedenen Gründen l)ei der Kali-Bestimmung durchaus notwendig erwiesen; bei der Bestimmung der anderen Stoße genügt der kalte Salzsüure-Aufsclilufs. 105 "3 Ol '73 00 GO nä 1-1 :=.i^ cö —1 ^ ^1 •i—l c3 cä O Sh Co -* c- 03 JS 03 .= • 1-^ -i-3 •rH (M o ■^ ü W ^ ^ -t-» !3 r*i ES > (D ;£ :— 1 P Ti 02 3^ . o CD ID in 'S > CS S E o 03 OD O « ^ Ol •>! 00 o o -^ t— t^ ;D iX-4 o ■«S'C^iMO OOOO •35 •*IOCO ■^ 0-- CM O CD O rHOq Ö i-H r* •+< CO ■*coio o -* 'X "O o od co' M^ o r- ^ ci CO CO O t— < lO *1* C^J " o o o öö 1— < -^ Ci CO l>*i-< ■»t* CO C5 -*< CO — I lO "-i cooo — COt~0O o co^-4 ö CO — O r^ •^ l^ CO t— I -C t- -H l-( OO 00 CO !>• >— < 0"00 t— ^^ ^H f-l CO »ö o 05(NÖÖ CO 00 00 lO t- O O CO »O CO ^H o öööo -<■ o C~CO0O -H 00 O 3i C5 -* c; o o ^H iC to ^- CO r-l C- GO O o.-iö (MO MCO ; 00 QO o Co'tM Ö Ö O C-J — 'O CC (M rt -H Oi CO — ^ ö ö ö ö CO CD X t~ CO ^H lO -t^ o "M CO O CO — CO r- o -r CO o o O CD ^ r- rr> o Cl 0> o — • o o iöo ö ■X ö «T CO CD X t- CO lO CO o O CO t-- o ^- CO r- O 00 ^H CD O co' (M' —i' ö O CD CO 05 O 0-- Ol 'CO f-H CO O CO ö ö ö ö o CO -.D O Öi-io — I O -H o CO 'T c; c^ C- C>J -^ o r- o CD o CD -r CO CO 0(M0 ■* rooa — o OOOO X ö X X CO -TT C- O ö — iö X C^ I— < c- X X c:> — JO •— •# o -* 0 X >- ^- t^ :0 01 »O O Ol o' ö ö o' CO i-H ö o <=. -n I-H 05 CO mo o ö^'o' CO C^ CO o CO Ol CO tO c:5 CO CO o O CO CO o' c- X O CO 1- r^ CD 01 t-O lO ö o' o" o' ^ -1- CD Ot)< Ol ^ o o Ort o' ■^^ CO ^H liS rt C5 Ol Ol 05 X O O -*oioi ö t^ Ol CO CO O — X c- rH lOO — ' oö ö ö Ol ö 005 o COT»! Ol lO 05 o Ö rt ö Ol O IM lO ro .^ c:5 Ol COOIOO CDCO'CÖ Ö C rt — 03 Ol Ol o o oa t^-H CO ö o' ö o' 05. x' c^ c- O r- Ol X -* ^ X CO ^ o cdciico' ö CO rt O l-O c:5 CO C5 o ^ Ol O r- ö o" ö ö CO CR ö lO lO i6 CO Ol ö t^ CD Ol CD -r — .O — I .-H X ^H CD ö o' o ö lO lO lO o -^ »o CO — O Ol O Ol CO iO CD 05 05 Ol :ooqo t- CO cöö 'O ^H Ol 01 CO "O -*• 05 X O 05 o' ö o o' C iOC5 I- X CO t- r-l O -t< oöö -p O -+I 05 O-C O-H i.O X -.D O CO lO [-■ ö O Ol "O »o X HO C5 05 t- C- O Ol Ö — ■ Ö rt -* XcO t^ O CO 10 05 Öi-iÖ r^ t^ O CO CO ^^ o Xr)( COO 01 pH i-l O* t- ■* CO Ol X O Ol 't* O Ol O Ol öo'ö ö Ol XOl COO OO -r t>- o Ö rt ö o Ol V »-H CO X lO i-O C5 in O X Ol ,~ o cd Ol rt o' ZJ 2-^^cts *-7 •• ^ ."^ o SS 3 cH 2 « O CD Ol CD X 05 X lO — cc oco ö ö ö ö ^ :— ci "^ 9 9 3 V — :i^ &§;= 'S iqBjsS un.iassBAi -aq i[DOu jassBvv niapuaSnuaä wq Hoop "punijuqjii}.! sa.iaäBui sB.vn.i ■Si^aEsjoi CD 05 0363 1330 0.016 lOC-XOl XCO — o X X o o Ol »-H rt Ö 467 0.255 0.11.5 0.053 05 o Ol o" •♦ ■^ Pi.= .2 CM 2 — ä o -^ ,-- eö 10 Sb'^ !._ ■ 3 5« o ." " CJ fe "^ o [> o ., r; ? tci- ■- -a ==* "^ •pnB[u_^ ■piIBS-^J'Bnf') .Idl(0I9JlI8Sia •8.in!!SJomIson|]B ■8iniäS.ioqdsoqj UI pueSnuaSnn 'HOieJziEnb jqas »J Ml 'S IS yj w-^ ^i! ^iS&Hti; w — 106 — Die Untersuchungen lehren nun, dafs sich insbesondere die Böden von Hatsamas, von de Naauwte, von Namseb, von Osis, von Goanikamtes, von Nonidas und von Grofs-Windhoek durch einen guten bis hervorragenden Kalk- und Magnesiagehalt auszeichnen. Desgleichen ist auch der Gehalt der Phosphorsäure der meisten Böden, insbesondere der von de Xaauwte ein befriedigender bis guter. Das bedeutet, dafs diese Böden vornehmlich geeignet sind, Körner zu produzieren, da der Körnerbau in erster Linie phosphorsauren Kalk und phosphorsaure Magnesia im Boden beansprucht. Nicht minder eignen sich die Böden besonders für den Anbau von Klee und Luzerne und ebenso zum Anbau von Knollen-, Wurzel- und Futtergevrächsen, wie Futterriiben, Zuckerrüben, Kartofi'eln u. s. w., die einen gewissen Kaligehalt des Bodens beanspruchen. Mit Kali sind fast sämtliche Böden Deutsch-Südwestafrikas in ganz hervor- ragender Weise ausgestattet, was ihrem ariden Charakter nach ganz natürlich ist. Ich kann daher mein Urteil über die zunächst für Berieselung in Deutsch-Südwestafrika in Frage kommenden Böden dahin zu- sammenfassen, dafs vom boden-chemischen und boden-physikalischen Gesichtspunkt aus der Anlage von Rieselfeldern daselbst nicht nur nichts entgegensteht, sondern dafs vielmehr die Mehrzahl dieser Böden geradezu dazu ermuntert, dafs sie in Kultur genommen werden, d. h., dafs man sie durch Bewässerung in wertvolles Acker- land umwandelt. Je eher und in je gröfserer Ausdehnung dies geschieht, desto früher wird sich Deutsch-Süwestafrika wirtschaftlich zu entwickeln beginnen. Denn Bewässerungsanlagen sind daselbst nach meiner festen Überzeugung die Grundbedingung allen Fort- schritts. Sie werden nicht nur den Ackerbau ermöglichen, — ohne sie ist derselbe daselbst durchaus unsicher und aussichtslos — sondern auch den sichersten Stützpunkt für die Viehzucht und ins- besondere für die Aufzucht des Jungviehs bieten. Vollständig einverstanden mit den Vorschlägen, welche Reh- bock in seinem Werke über Deutsch-Südwestafrika bringt, halte ich es für am vorteilhaftesten, dort mit dem Bau von Bewässerungs- anlagen zuerst zu beginnen, wo am sichersten und billigsten durch Staudämme b'ewässerungswasser in grofser Menge zu ge- winnen ist. Ich halte insbesondere auch das Projekt von Hatsamas für ein äufserst glückliches, das zuerst und Inildigst in Angriff ge- nommen zu werden vordient. — 107 — Ceara-Kautschuk. Yon Professor Dr. 0. Warburg. (Mit Abbildung.) (Schlafs). Klima. Die klimatischen Bedingungen sind durch das wilde Vor- kommen sowie durch die verschiedenen Erfahrungen in den verschiedenen Ländern einigermafsen festgelegt. Der Baum wächst in fast sämt- lichen nicht gerade übei'mäfsig trockenen Gegenden der Tropen und zwar von der Ebene au bis zu etwa 1000 m ü. M.; in höheren Gegenden wird das Wachstum ein äufserst langsames. Starken Winden darf er nicht ausgesetzt werden, da das Holz sehr brüchig ist. Der Baum gedeiht natürlich vegetativ in guter Erde am besten, nimmt aber auch mit stark sandigem Boden und Laterit vorlieb j ob er aber in guter Erde ebensoviel Kautschuk liefert wie auf armem Boden bei sonst aleichen Verhältnissen, wissen wir nicht. In seiner Heimat findet man den Baum niemals in marschigem Boden, am besten soll er in dem lehmigen Boden der Berge wachsen, aber er gedeiht sogar schon in dünner Erdkrume zwischen Granitblöcken, wie er überhaupt schon mit ärmlichem Boden zufrieden ist; vor allem ist darauf zu achten, dal's man ihm einen Boden giebt, auf dem kein Wasser zum Stagnieren kommt; da er Kieselsäure liebt und sogar Steine nicht scheut, so dürften die saudigen oder lehmigen Lateritabhänge, wie sie in Afrika in unendlicher Auswahl vorkommen, vor allem für die Kultur des Baumes ins Auge zu fassen sein. Von grofser Bedeutung ist die Regenperiodizität; in sämtlichen Gegenden mit reichlichem Regenfall und kurzer bezw. wenig aus- gesprochener Trockenzeit giebt der Baum zwar viel Milch, doch enthält dieselbe nur äufserst wenig Kautschuk, Nur in Gegenden mit langen, etwa fünf bis sechs Monate umfassenden ausgeprägten Trockenzeiten, in denen der Baum seine Blätter vollständig abwirft, also in Gegenden mit ausgeprägtem Steppenklima, scheint an. eine eventuell lohnende Kultur gedacht werden zu können; in der Regen- zeit kann er aber viel Wasser vertragen, ja es sollen sogar nach den Erfahrungen im Cearagebiet zwischen 1250 bis 2500 mm Jahres- durchschnitt am günstigsten sein; andererseits soll der Baum aber gelegentliches völliges Ausbleiben des Regens vertragen können, wie er auch z. B. im Küstenlande des Togogebietes die letztjährige vollständige Dürreperiode gut vertragen hat. Neben diesem Distrikt dürfte nach den oben gegebenen Daten auch der südlichste Teil Deutsch-Ostafrikas recht sehr für die Kultur der Manicoba in Be- tracht kommen, vielleicht auch, wenn die Minimaltemperatureu es erlauben, selbst das Amboland in Deutsch-Südwestafrika. In Neu- Guinea und Kamerun hingegen wird man wegen der Aussichts- losigkeit vorläufig auf Versuche im grofsen verzichten dürfen. — 108 — Anzucht. Im Gegensatz zur Hevea und Castilloa bewahrt der Same der Manicoba seine Keimkraft aufserordentlich lange, angeblich über ein Jahr. Er eignet sich deshalb zu beliebiger A'ersendung von einer Gegend der Welt in die andere und steht bei dem aufser- ordentlich reichlichen und frühen Samenertrag der Bäume in geringem Werte. Folgendes sind diePreise der von J.P.William and Brothers in Heneratgoda, Ceylon, angebotenen, in Ceylon kultivierten Samen: es kosten (immer 5000 Samen pro 1000 17 sh, 10000 Samen 15 sh, 20000 13 sh, 30 000 12 sh, 40 000 11 sh, 50 000 10 sh) franko per Post und als Frachtgut in jedem direkt von Colombo aus erreichbaren Hafen. Man thut vielleicht am besten, sich wenn möglich die Saat direkt von Ceara von notorisch viel Kautschuk liefernden Bäumen zu ver- schaffen. Die Sicherheit, keine degenerierte Sorte zu erhalten, die vielleicht die ganze Arbeit illusorisch macht, wiegt die geringen Mehrkosten reichlich auf. Der schon mehrfach erwähnte Handels- gärtner A. Godefroy-Lebeuf in Paris bezieht übrigens Samen direkt aus Ceara und bietet sie zu folgenden, freilich nicht ganz niedrigen Preisen an: 100 Samen für 15 Frcs., 1000 für 100 Frcs., 10 000 für 400 Frcs. und 100 000 für 3000 Frcs. Es gehen etwa 832 Samen auf ein Pfund engl. Da die Samenschale so aufserordentlich hart ist, so gelangen ältere Samen ohne Nachhilfe nur in sehr unvollkommener Weise und nach langer und unregelmäfsiger Zeit zur Keimung. Man hat deshalb zu dem Hilfsmittel gegriÖen, dem Keimliug das Sprengen der Samenschale dadurch zu erleichtern, dafs man eine kleine Öffnung herstellt. Schon 1881 wurde in Ceylon empfohlen, die beiden*) Enden des Samens abzufeilen, bis gerade der Kern sichtbar ist; dies kann auf einem Reib- oder Schleifstein oder noch besser mit einer Feile geschehen. Nachdem auf diese Weise der Kern eine Öffnung erhalten, thut man gut, den Samen für ein oder zwei Sekunden in eine Mischung von 1 Teil Petroleum auf 10 Teile Wasser zu legen, um so dem Kern einen Schutz gegen Ameisen und Insekten zu gewähren. Die so präparierten Samen w^erden in geschlossenen Zinnkästen zwisclien Coir-(Kokosfaser)abfall innerhalb zwei Tagen zum Keimen gebracht und sodann in die Pflanzbeete in gute Erde gesetzt, wo sie sich nach drei bis vier w^eiteren Tagen zu kräftigen gesunden Pflänzchen entwickeln, so dafs sie angeblich schon zehn Tage nach Beginn der Operationen zum Auspflanzen bereit sind. An Stelle des Coirabfalles kann man natürlich auch *) Yon anderer Seite wird empfohlei), nur au dein Ende des Keimwürzelchens den Samen anzufeilen, d. h. dort, wo ein zweilappiirer Wulst am Samen hervor- tritt, die sog. caruDCula, und zwar soll man nicht das eigentliche Samenende abfeilen, weil man das Würzelchen dabei leicht verletzt, sondern die beiden Seitenkanten nahe am Ende des Samens. — 109 — feuchten Sand nehmen, und anstatt der Feile kann man eine Zange oder eine starke Scheere, ja selbst ein gewöhnliches Messer be- nutzen, wenngleich hierdurch häufiger als beim allmählichen Feilen der Samenkern verletzt werden dürfte. Hat man wenig Samen, so wird man zur Feile greifen, hat man Saat im Uberflufs, wird man die schnelleren anderen Methoden wählen. Während bei gewöhn- lichem Einpflanzen 60 bis 70 pCt. nicht aufgeben, ja manchmal sogar bis über 90 pCt., so beträgt bei sorgfältiger Anwendung dieser Methode der Verlust kaum einige, höchstens vielleicht 10 pCt. Etwas langsamer geht die Keimung, wenn man die an- gefeilten Samen gleich ins Freie auf Saatbeete pflanzt, etwa 1 cm unter der Erde in Abständen von 5 bis 8 cm; bei trockenem Wetter mufs zweimal täglich begossen werden; die Samen sollen dann nach zwei bis drei Wochen keimen. Es giebt aber auch gute Verfahren, die das Anfeilen der Samen entbehrlich machen. So z. B. kann man die Samen sechs Tage in kaltes Wasser legen: freilich bleibt die Keimung hierbei miregel- mäfsig und dauert zwei bis vier Monate oder sogar mehr. Eine andere Methode mit ähnlichen Ergebnissen (?) soll darin bestehen, dafs man das Saatbeet 1 Fufs hoch mit Stroh, trockenem Gras und ähn- lichem Material bedeckt und die Masse abbrennt. Ein anderes Verfahren ohne operativen Eingrifi", das nach J. B. Ferguson dennoch vorzügliche Ergebnisse liefern soll, besteht darin, in einen Kasten eine 10 cm dicke Lage reinen Pferdemistes zu thun, darauf die Samen dicht nebeneinander zu legen und mit einer gleich dicken Pferdemistschicht zu bedecken. Die Masse wird alle Tage reichlich begossen. Die Samen beginnen dann nach sieben bis zehn Tagen zu keimen. In jedem Falle mufs man die gekeimten Samen alsbald in ein Beet überpflanzen, nach Godefroy-Lebeufs Angabe am besten in Abständen von 30 cm; hier bleiben sie bis zur definitiven Auspflanzung, die stattfinden kann, wenn die Pflänzchen eine Höhe von 30 cm erreicht haben; ebenso gut kann man aber noch länger warten, bis sie etwa 50 cm hoch sind, William and Brothers empfehlen aber als einfachste und nach ihren Erfahrungen beste Methode, gar kein künstliches Hilfs- mittel anzuwenden, sondern die Samen an einem ofienen, der Sonne und dem Eegen ausgesetzten Ort auszusäen und nur dafür zu sorgen, dafs der Platz frei von Unkraut bleibt. Innerhalb weniger Monate keimen die Samen dennoch, einige freilich erst nach zwei bis drei Jahren. Stecklinge. Da man zuerst die Beschleunigungsmethoden nicht kannte und auch nicht genügend Saatmaterial hatte, vermehrte man den Baum durch Stecklinge. Nichts ist leichter als Stecklinge dieses Baumes zu setzen. Gross sagt, sie trieben ebenso leicht Wurzeln — 110 — wie Weiden; mau solle 1 Fufs lange starke Zweigenden nehmen und sie 15 cm tief einsetzen; bei Mangel an Stecklingen genügt es schon, ganz kleine Zweigstücke, wenn sie nur eine Knospe besitzen, nur 3 cm tief in die Erde zu stecken. Dafs man die Ableger, wie Gross angiebt, in harten Boden in Löcher pflanzen solle, die mittelst eines Brecheisens in die Erde hinein gestofsen sind, um dann das Loch mit Kieselsteinen auszufüllen, ist ebensolcher Unsinn wie sein Vorschlag, die Stecklinge auf den blofsen Felsen zu legen und mit einem Steinhaufen zu l)edecken. Richtig hingegen ist, dafs man auf die Qualität der Erde kein grofses Gewicht zu legen braucht. Trotz all dieser Vorteile der Stecklingkultur ist man doch seit- dem von dem Auspflanzen von Stecklingen mehr und mehr abge- kommen, da es keine so kräftigen Bäume wurden wie die aus Saat gewachsenen und angeblich auch weniger Milchsaft gaben, was freilich methodisch noch nicht erwiesen ist. Man meint, es hänge damit zusammen, dafs aus Stecklingen erzogene Bäume keine Knollen- wurzelu bildeten, was mir aber weder sicher zu sein scheint noch auch wahrscheinlich, da doch der nahe verwandte Maniok fast stets aus Stecklingen aufgezogen wird. Ein Herr Adam in Sedhiou in Südseuegambien fand, dafs die aus Samen gezogenen Bäume zwar schneller wachsen, aber den Winden schlecht widerstehen, auch erst viel später Samen tragen und zur Stecklingvermebrung geeignet sind als die Stecklingspflanzen. Die Samenpflanzen liefern erst nach etwa zwei Jahren, die Stecklingspflanzen schon nach sechs Monaten die ersten Stecklinge. Die Stecklingspflanzen sind buschiger und dickstämmiger. Auspflanzung. Hierzu bedarf es eines windgeschützten Terrains und eines durchlässigen, am besten eines sandigen oder kiesigen, vor Überschwemmungen geschützten Bodens; sanfte Abhänge sind demnach ebenen Flächen vorzuziehen. Schattenbäume braucht der Ceara-Kautschukbaum im allgemeinen nicht, doch sollen die jungen Pflanzen im relativ trockenen Senegambien des Schattens nicht ent- behren können, vermutlich weil man sie dort sofort in die Plantage aus- pflanzt. Eher könnte man ihn selbst als Schattenbaum verwenden, aber zu einem solchen eignet er sich im allgemeinen schon aus dem Grunde wenig, weil in den Gegenden und Lagen, wo er mit Aussicht auf Erfolg kultiviert werden kann, andere Kulturen, die eines Schattens bedürfen, kaum betrieben werden können.'^') Aber auch wegen der Form des Baumes, der breiten, während der Regenzeit dichten, in der Trockenzeit kahlen Krone, sowie Avegen der Vergänglichkeit und wegen *) Da der Baum starke Winde nicht verträgt, eignet er sich auch im allge- meinen nicht aLs Alleeliauin und zu Einfriedigungen, was in Bezug auf Knfantins Vorschlag, ihn in dieser AVeise liei der Arachiskultur auf sandigem Buden zu verwerten, zu berücksichtigen ist. 111 — des brüchigen Holzes ist der Baum als Schattenbaum ungeeignet. In den Plantagendistrikten Ceylons hat man ihn vielfach augepflanzt, aber Manihot Glaziovii Müll. Arg. A Blütenzweig, B weibliche Blüten, C männliche Blüten, D junge Frucht im Durchschnitt, E reife Frucht, F Same von aufsen, G Same im Längssclmitt. da er dort als Kautschukbaum keinen nennenswerten Ertrag lieferte und als Schattenbaum sich als höchst minderwertig erwies, ihn bald wieder umgehauen. Auch im botanischen Garten von Victoria zeigt — 112 — er sich als ungeeignet, dem Kakao als Schattenpflanze zu dienen, sowohl aus allgemeinen Gründen, als aucli, weil er eine Brutstätte für Schmierläuse*) war. Über die bei der Auspflanzung zu beobachtenden Abstände ist zu bemerken, dafs man besser thut, sie recht weit zu nehmen, da- mit jeder Baum seinen Bedarf an Licht und Wärme zur Genüge befriedigen kann; m nach jeder Bichtung dürften genügen. Wo Stürme zu befürchten sind, mufs enger gepflanzt werden, 5 oder selbst 4 m, da der Baum ja so wenig widerstandsfähig ist. Will man den Baum als Schattenpflanze kultivieren, so richtet sich der Abstand nach dem Schattenbedarf der anderen Kultur, l:»ei Li)jeria- kafiee dürften 5 m das Richtige sein. Es ist auch vorgeschlagen, die Manicoba in einer Art Forstkultur anzubauen, wie wir es für die Para- und Castilloa-Kautschukbäume gesehen haben, d. h. in 2 bis 2V2 m Abstand zu pflanzen und später auszudünnen. Praktische Er- fahrungen hat man aber noch nötig, und es ist kaum wahrschein- lich, dafs die sich gegenseitig halb beschattenden in der Ausbildung ihrer Krone beschränkten Bäume ebenso reich an Kautschuk sein werden, wie die freier stehenden Pflanzen. Ich deniie es mir am praktischsten, humusarme Laterithänge, die man doch aufforsten will, mit der Manicoba zu bepflanzen und mehr Gewicht auf passende Plätze zum Auspflanzen als auf regelmäfsige Abstände zu legen. Das Auspflanzen geschieht wie gewöhnlich in vorher präparierten und einige Wochen der Sonne ausgesetzten, je nach der Gröfse der auszusetzenden Bäume, 50 bis 100 cm tiefen und breiten Löchern; nur die allererste Zeit ist es nötig, die Pflanzen durch Farren oder Palmblätter gegen die Sonne zu schützen sowie eventuell zu be- giefsen; auch das ünkrautjäten spielt bei dem schnellen Wachstum der Bäume und der Inferiorität des gewählten Bodens nur eine untergeordnete Rolle und kommt überhaupt nur in der ersten Zeit zur Anwendung. Eine Beschneidung ist gleichfalls, schon wegen des Milchsaftverlustes, zu vermeiden. Da Vieh und andere Tiere die Blätter der Manicoba fressen sollen, sind sie möglichst fern zu halten; auf Java sollen sogar die WikLschweine nicht nur die Samen fressen, sondern auch die Wurzeln nicht verschonen.**) Man meint sogar, die Blätter könnten in trockenen Klimaten, wo Gras schlecht wächst, als Viehfutter dienen (?). In Cey- lon werden Stecklinge davon als Heckenpflanzen benutzt. Wachstum. Die meisten vorliegenden Berichte über das rapide Wachstum des Baumes geben ein ganz falsches Bild der Kultur. *) Für Liln-eville im französischen Kongo giebt Chalot an, dafs die Blätter auf der Unterseite l)ei IJeginn der Trockenzeit grau werden und oft von WuUläusen bedeckt sind, die aber bei IJeginn der liegen wieder vcrscliwinden. **) Die jungen Pflänzlinge sollen auch unter Grillenfrafs leiden. — 113 — Sie sind entweder Ergebnisse der sorgfältigen Kultur des Baumes in dem guten Boden der botanischen Gärten, die sich in Gegenden ohne längere Unterbrechung des Wachstums während der Trocken- zeit befinden; oder aber es sind besonders hervorragende Leistungen auf Kaliee-, Kakao- und Theeplantagen, gleichfalls aus Gegenden, die sich für die wirkliche Kultur des Baumes nicht eignen. So z. B. giebt H. Montague Philby (1886) für Ceylon (Cocoawatte) folgende Mafse an: .,, TT-i Beginn der Stammurafang Stammumfang 6' oberlialb Alter rjolie yei-zweigung am Boden des Bodens 1 Jahr 18' — 10" 6V2" 2 „ 26 14' 22 14 3 „ 37 15 30 24 4 „ 43 17 42 25 5 ,, 48 22 45 33 Mr. Chalot, Direktor des Versuchsgartens zu Libreville in Französisch-Kongo giebt folgende Mittelwerte im „Bulletin de la Soci^te nationale d'Acclimatation de France'" (April 1898): Alter Höhe Höhe des Beginnes der Verzweigung Stammumfang 1 Jahr 3.70 m 1.60 m 0.20 m 2 „ 5.25 — 0.45 3 „ 8.25 — 0.55 4 ,, 10.00 — 0.70 Dies sind zwar Durchschnittswerte, doch werden sie selbst in fruchtbaren Gegenden nicht immer erreicht; so haben wir oben ge- sehen, dafs die in Buitenzorg angelegte Pflanzung nach zwei Jahren erst 472 m hoch war, während andererseits freilich in Ceylon die 272jährigen Bäume teilweise 7 bis 9 m hoch waren, und in Nil- ambur in Öüdindien die höchsten Bäume sogar schon in zwei Jahren 9 m hoch waren. Für Jamaica giebt der Pflanzer Schaar- schmidt an, dafs ein 1 72 jähriger Baum schon über 7 m hoch sei bei 25 cm Stammumfang 4 Fufs über der Erde. Wie sehr die Bodenbeschaffenheit hierbei in Frage kommt, erkennt man daraus, dafs ein Ceylon-Pflanzer berichtet, der eine Sämling sei schon nach neun Monaten über 7 m hoch gewesen, während ein anderer ebenso alter auf hartem Boden gepflanzter in der gleichen Zeit kaum I72 m erreicht habe. Inbetrelf der Wachstumsgeschwindigkeit in der eigentlichen Heimat besitzen Avir nur eine Angabe von Biffen. In Baturite im Ceara-Distrikt fand er zwar einjährige Pflanzen von 3 bis 4 m Höhe, doch ist dort oflenbar das Wachstum im allgemeinen ein langsameres, denn die fünf- bis sechsjährigen Bäume sind daselbst erst 7 m hoch bei einem Stammumfang von 62 bis 68 cm. Das mag als Grundlage für die Kultur des Baumes in Gegenden mit langer ausgeprägter ""Trockenheit dienen. — 114 — Ernte. Darüber ist man allgemein einig, dafs es sich in feuchten Gegenden nicht rentiert, den Baum vor dem vierten oder fünften Jahre anzuzapfen; im Ceara-Distrikt wird hingegen der wilde Baum (nach Poisson) meist schon im dritten, oft sogar schon (nach Gross) im zweiten Jahre angezapft. Will man aber den Baum schonen, so läfst man ihn auch dort (nach Biffen) fünf bis sechs Jahre wachsen, bevor man ihn anzapft Die Art und Weise des Anzapfens ist gewöhnlich die alther- gebrahcte des Abschabens der Rinde und des Herabtröpfelulassens. Wir haben oben gesehen, dafs man sich aber neuerdings im Ceara- gebiet wenigstens kleiner Zinngefäfse zum Auffangen bedient; das ist ganz allgemein anzuraten. Was die richtigste Methode des Anschneidens ist, läfst sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen; nicht nur die Menge des Ertrages, sondern auch die Schädigung des Baumes resp. der mehr oder weniger leichten Vernarbungsmöglich- keit spielt hierbei eine Rolle. Am genauesten hat J. Bouysson, luge'nieur agronome, Soci^t^ du Haut Ogooue im französischen Kongogebiet, die Sache studiert er fand, dafs die von uns als Grätenschnitt \j . bezeichnete \ / Methode, Vertikalachse mit Diagonalseitenästen, n^ mehr schädige als der vielleicht als Doppel- ^/ zu bezeichnende ^-i — -> — -f'— „.,-.„^t,^„.i^ n den ßaum kandelaber folgendermafsen aussehende ^ Schnitt. Die seitlichen Schnitte sind ungefähr 80 cm über- einander angebracht, die Distanz der vertikalen Schnitte ist nur etwa 10 cm. Da, wie er fand, die Kautschukmilch hauptsächlich aus der Unterseite eines jeden Schnittes hervor- tritt, also durch einen von der Basis des Stammes nach oben zu wirkenden Druck, so thut man gut, den ersten halben Ringschnitt nebst den vertikalen dünnen Zuleitungsschnitten so hoch wie möglich anzubringen, zwei Tage später dann 60 cm tiefer abermals ein solches System anzubringen und gleichzeitig neue Längsschnitte zwischen den bis- herigen am ersten System zu ziehen; schliefslich wird noch ein drittes System nahe dem Erdboden in derselben Weise angelegt. Auf diese Weise erhielt er bei drei Schnittsystemen die doppelte Quantität Kautschuk wie bei dem Grätenschnitt oder bei dem Doppel- kandelaberschnitt. Vielleicht dürfte es sich empfehlen, anstatt die verschiedenen Systeme mit einander zu verbinden, die Milch jedes einzelnen in einem Zinnbehälter aufzufangen, damit möglichst wenig am Stamm selbst gerinnt, oder jedes System in mehrere aufzulösen, um die für das Leben des Baumes gefährlichen Halbringschnitte zu vermeiden, also etwa in folgender Weise: — 115 — 1 9 / 9 V V 1^ \=^ \/ 3 \ J 4 ^ V V V V 6 J 6 Man könnte vielleicht aus dem dreimaligen An- schneiden ein sechsmali- ges machen, wie es die Nummern der beigefüg ten Zeichnung andeuten. Da der Milchsaft nur wenige Minuten läuft, so genügen in diesem Falle, je nach der Dicke des Baumes, zwei bis drei Zinnbehälter, um den gesamten Milchsaft im Laufe der sechs Tage aufzufangen. Ertrag. Was den Ertrag betrifft, so sind die Nachrichten natürlich sehr verschieden. Chalot giebt für Libreville auf Grund eigener Versuche an, dafs der Baum einer gut gehaltenen Pflanzung nach dem vierten Jahre nicht mehr als jährlich 150 bis 200 g Kaut- schuk giebt, Bouysson erzielte bei dem dreifachen Kandelaberschnitt, von oben anfangend, bei den Bäumen 140, 150 und 175 g, also im Durchschnitt 153 g, von unten anfangend dagegen nur 110 g, bei dem Doppelkandelaberschnitt 95 g und bei dem Grätenschnitt 80 g Kautschuk. 100 g Milch ergaben nach ihm angeblich 72 g trockenen Kautschuk.^) Auf Ce^^on (Kandanuwara) lieferten die 4jährigen Bäume 110 bis 225 g, nach anderen Angaben 8jährige erst 85 g, 10jährige 225 g; in Südiudien war, wie wir oben sahen, das Ergebnis ein noch viel geringeres, viele alte Bäume gaben im Durchschnitt kaum 30 g, andere 18jährige' Bäume kaum lOU g, mehr als 225 g brachte kein Baum; in Malabar erzielte man sogar im Durchschnitt nur 10 g. In Java gaben 4jährige Bäume im Durchschnitt 10 g, ein 20 jähriger Baum nicht mehr als 90 g, während das Maximal- erträgnis eines Baumes 225 g betrug. In der Heimat hingegen soll der Baum (nach Biffen) im Durchschnitt V2 bis I72 kg, aber im Mittel 1 kg geben, demnach mindestens die fünffache Menge der feuchten Gegenden Südasiens und Westafrikas.'^*) *) Nach Biffen gab die Ceara-Kautscliukmilch beim Centrifugieren die gleichen Resultate wie die Castilloamilch, d. h. also 28 bis 30 pCt. Kautschuk. **) G. d'Utra giebt im Boletim do Institute agronomico do Estado de Säo Paulo (Nov. 1898) an, dafs zweijährige Bäume im Durchschnitt 75 g, sechsjährige nach Saussine in Martinique 400 bis 500 g Kautschuk geben, so dafs 1 ha mit ^16 Bäumen (SVaxSVsm) dann 367 kg geben würde im Werte von 3305 Milrei?. Tropenpflanzer, 1899, Heft 3 g — 116 — Selbstverständlich ist deshalb auch die Menge Kautschuk, die ein Arbeiter täglich ernten kann, sehr verschieden. In Libreville- lieferte ein Arbeiter bei zehnstündiger Arbeitszeit von fünf bis sechs IJäumen täglich in der Regenzeit im Durchschnitt 550 g Milchsaft, entsprechend 177 g Kautschuk; von Ceylon wird bericlitet, dafs ein Kuli täglich 300 g Kautschuk ernten könne, ja selbst eine Ernte von 675 g pro Tag wird berichtet, was aber doch nicht zur Deckung der Kosten genüge. Für die Ceara-Gegend lagen uns bisher keine Nachrichten vor; dafs die Arbeiter von dort vielfach ins Amazonas- gebiet gehen, deutet vielleicht darauf hin, dafs die Gewinnung des Para-Kautschuks ihnen mehr abwirft. Erntebereitung. Der Koagulation des Ceara-Kautschuks wird erst neuerdings, wie wir oben sahen, die gebührende Rücksicht ge- schenkt, indem im Ceara-Hinterland das für den Fara-Kautschuk verwandte Verfahren immer mehr zur Anwendung gelangt. Nach Biffen kann die Koagulation auch durch Schütteln oder durch Hin- zufügung von Wasser oder durche ine Salzlösung veranlafst werden. Im ersteren Falle kleben die Kautschukpartikelcben einfach an ein- ander, in den übrigen Fällen wird der in dem Milchsaft enthaltene Biweifsstoflf Globulin zur Koagulation gebracht, wie übrigens auch durch Erwärmung auf 74 bis 76° C, und umschliefst dann dabei die Kautschukpartikelchen, ebenso wie das Eiweifs, welches zum Klären von Gallerte benutzt wird, die suspendierten Fartikelcheu aufnimmt. Wenn man diesen weichen Kautschukklumpen in dünne Schnitte zerlegt und diese zwischen Zuckerrohrwalzen oder in eine schwere Presse bringt, so wird die Flüssigkeit gröfsteuteils herausgeprefs t und ein ziemlich reiner Kautschuk erhalten, der beim Trocknen nicht den Fäulnisgeruch der gewöhnlichen Ceara-Scraps zeigt. Auch das Centrifugalverfahren gab nach Biffen gute Resultate, wie bei Hevea etwa 28 bis 30 pCt. trockenen Kautschuk. Vermutlich wird man also auch für den Ceara-Kautschuk und für die Castilloa schon bald ein mechanisches Verfahren zur Reinabscheidung des Kautschuks ausgearbeitet haben, sei es mit Hülfe einer verbesserten Centrifuge, sei es durch Koagulation und Auswaschen mit angesäuertem Wasser, Rentabilität. Wir sind hiermit so ziemlich zum Schlufs ge- kommen; dafs sich die Kultur in den feuchten Teilen Asiens und Westafrikas nicht lohnt, erscheint jetzt ganz sicher. Herr Bouysson behauptet sogar, dafs jeder Kautschukbaum, der unter 1 kg gäbe, die Anpflanzung zum Zwecke der Milchsaftgewinnung nicht lohne. Wenn wir dies auch nicht unterschreiben können, da eine Reute von 2,50 Mark pro Baum an Ort und Stelle vom fünften oder sechsten Jahre an doch sicher eine so einfache Kultur bezahlt machen sollte, so ist es doch ebenso gewifs, dafs bei einer Ernte von 150 bis 170 g — 117 — Kautschuk pro Baum wie im französischen Kougogebiet oder von etwa 100 g wie in Südasien, an eine Eentabilität einer Kautschuk- pflanzung als solcher nicht gedacht werden kann. Über die für die Kultur passenden Gebiete aufserhalb Cearas fehlen uns die that- sächlichen Grundlagen; geben dort die Bäume gleichfalls, wie Biffen für Ceara angiebt, V2 bis 1 V2 kg Kautschuk pro Baum, vom fünften oder sechsten Jahre an für eine längere Reihe von Jahren, so dürfte sich die Kultur schon als solche lohnen; doch mufs dies für jeden Distrikt erst erprobt werden. Hingegen ist es jetzt schon den Pflanzern anzuraten, dem Baume behufs Aufforstung trockener Hänge die gebührende Achtung zu schenken. Namentlich aber sollten die Dorfgemeinden veranlafst werden, solche Arbeiten in der Umgebung ihrer Ansiedelungen aus- zuführen, speziell dort, wo doch aus klimatischen Gründen, oder zur Vermeidung von Überschwemmungen in der Regenzeit, Aufforstungen so wie so wünschenswert sind. ___/^ w „,- ~~ "^i — : — : Vi o>>>>»>:'>:: <«.•cc<><:<^ , Pflaiizuiii;sgesellscliafteii. ^ ..^ Kokos-Verwertung's-Gesellschaft in Deutsch-Ostafrika. In Cassel hat sich ein Komitee zur Gründung einer Kokos-Verwertungs- Gesellschaft in Ostafrika gebildet, es beabsichtigt im Hafen von Dar-es-Salaam die Errichtung einer Fabrikanlage, welche die heute meist unverwertlich ge- lassene Faser der Millionen von Kokosnüssen zu einem für die deutschen Fabriken geeigneten Rohmaterial vorbereiten soll. Nach dem Prospekt ist mit dem Plan nur ein geringes Risiko verbunden, da die Maschinen und Gebäude nicht teuer sind, das Rohmaterial vorhanden, der Absatz gesichert ist. Die eingezogenen Erkundigungen bei den Kennern ostafrikanischer Verhältnisse sowohl als bei den Besitzern deutscher Kokoswebereien sind derartig ermutigend ausgefallen, dafs das Komitee glaubt, mit der Gründung der Gesellschaft vor- gehen zu sollen, nicht nur im Interesse einer nutzbaren Kapitalsanlage, sondern auch, um die deutschen Fabriken, die bisher vollständig von England und seinen Kolonien abhängig sind, von diesen zu befreien und so zur Lösung einer nationalen Aufgabe beizutragen. Als Sitz der Gesellschaft ist vorläufig Cassel in Aussicht genommen, das Grundkapital ist auf vorläufig 600 000 Mk. festgesetzt, wovon 400 000 Mk. für die Fabrikanlage und 200 000 Mk. für Anlage einer Kokospflanzung bestimmt sind. Als Form der Gesellschaft wird eine Kolonial-Gesellschaft mit Anteilen von 200 Mark gewählt. Der Pflanzer Georg Passarge, der über 7 Jahre in Deutsch-Ostafrika praktisch thätig war, ist für die Oberleitung gewonnen worden. Als Anlagekosten werden 100 000 Mark angegeben, davon 30 000 Mk. für Maschinen, einschliefslich Fracht und Montage, 20 000 Mk. für Fabrik, Lager und Wohngebäude, 8000 Mk. • für Mobilien, 8000 Mk. für Inventar, 4000 Mk. für Grundstücke und 30000 Mk. für Reserve. 8* — 118 — Nach der dem Prospekt lieigefügten Rentabilitätsberechnung würde bei einer täglichen Verarbeitung von HO 000 Nüssen und einer Arbeitszeit von 250 Tagen sich das Anlagekapital von 400000 Mk. mit 16.28 pC't. jährlich ver- zinsen, bei einer täglichen Verarbeitung von 100 000 Nüssen und einer Arbeits* zeit von 300 Tagen würde sich das auf 600 000 Mk. erhöhte Grundkapital mit 24.67 pCt. verzinsen. Eine Kokosplantage von 100 000 Palmen würde in Deutsch-Ostafrika etwa 180000 Mk. Kapital erfordern. Die erste Ernte, im 8. Jahre, würde bei 40 Nüssen pro Palme und bei einem Verkaufspreis von 40 Mk. pro 1000 Nüsse einen Bruttoertrag von 160000 Mk. und nach Bezahlung der Zinsen von 6 pCt. auf das Kapital von 180 000 Mk., sowie nach reichlichen Abschreiliungen einen Reingewinn von 54 798 Mk. ergeben oder 30.44 pCt. des Anlagekapitals nach 7 Jahren, gleich 4,35 pCt. pro Jahr. Vom 9.— 12. Jahre würde sich bei 60 Nüssen per Baum, bei gleichfalls grofsen Abschreibungen, das Anlagekapital nach der Berechnung mit 79,44 pCt. pro Jahr verzinsen. Bis Mitte Februar waren schon 450 000 Mk. gezeichnet, Herr von Lübbecke, Vorsitzender der Deutschen Kolonialgesellschaft, Abteilung Cassel, (Amalienstrafse 14). nimmt weitere Zeichnungen entgegen. Ain 15. März wird sich die Gesellschaft konstituieren. g -^ VI Aus (leutsclieii Kolonien. ^^ ^r^^^r^^i^-^- Die deutscli-afrikanisclien Schutzgebiete im Jahre 1897 98. Der offizielle Jahresbericht über die Entwickelung der deutschen Schutz- gebiete im Jahre 1897/98, der als Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt 1899" erschienen ist, enthält, wie auch in den früheren Jahren, eine Reihe von Notizen über die fortschreitende Kultur unserer Kolonien, deren Mitteilung unseren Lesern von Interesse sein dürfte. Li Togo hat die Anpflanzung des Kautschukbaumes Manihot Glaziovii grofsen Umfang angenommen, nachdem während der vorjährigen Dürre die Be- obachtung gemacht war, dafs dieser Baum durch den Regenmängel nicht im mindesten Schaden gelitten hatte. Stecklinge, welche lange vor Eintritt der Regenperiode gepflanzt und wälu-end dieser ganzen Zeit nie befeuchtet worden waren, schlugen bereits nach den ersten Regengüssen mit solclier Kraft und Gleichmäfsigkeit aus, als wenn sie die sorgfältigste Pflege erhalten hätten. Es sind jetzt bereits 21000 Kautschukbäume vorhanden. In der Kaffeekultur waren «ach der vorjährigen Dürre bei den Plantagenbesitzern Zweifel über die Ren- tabilität entstanden, die zu einem vorübergehenden Stillstand im Anbaue führten; nachdem aber in diesem Jahre die Regenzeit uugewölmlicli stark eingesetzt und ■den fast verloren geglaubten Kulturen neues Leben verliehen hat, sind auch neue Anpflanzungen wieder begonnen worden. Die Anzahl der vorhandenen Kaffeebäume ist seit dem A'orjahre von 91000 auf 98000 gestiegen. Von Kokos- ])almen sind jetzt gegen 90000 vorhanden gegen 72000 im A'orjahre. Unter den Kokosplantagen verdient diejenige der Plantagengesellscliaft Kpeme, deren älteste Bestände nunmehr ein Alter von etwa sieben bis acht Jahren haben, besondere Erwähnung. Die diesjährige Ernte läfst bereits einen Ertrag von 10000 Nüssen erwarten, so dafs beabsichtigt wird, einen Versuch mit Kopra- gewinnung zu machen und das Produkt auf den europäischen Markt zu bringen. — 119 — Die für den Handel im Hinterlande unentbehrliche Kolanufs kommt, soweit bisher bekannt, als Urprodukt im Togoland nur in der zwischen Misahöhe und Kete-Kratschi gelegeneu Landschaft vor und auch hier nur in unzureichender Menge. Es ist daher bereits vor mehreren Jahren seitens des Gouvernements an verschiedenen Plätzen mit der Anlage von Kolakulturen vorgegangen worden, um so allmählich das Schutzgebiet in Bezug auf den J]xport der Kolanüsse un- abhängig von der Goldkiiste zu machen : Um vorläufig den Bedarf zu decken, ist die versuchsweise Einfuhr von Kolanüssen aus Kamerun in Aussicht ge- nommen; schon in der nächsten Zeit wird die erste Sendung erwartet. Der im vorigen Jalire angelegte Versuchsgarten des Gouvernements, dessen Aufgabe es sein soll, mit der Heranziehung von Nutzpflanzen Versuche anzustellen und den Plantagenbetrieb mit Rat und That zu fördern, wird hoffentlich allmählich für die Entwickelung der Plantagenunternehmungen im Togogebiete von gröfserer Bedeutung werden. Im allgemeinen ergiebt sich aus dem Berichte, dafs die wii'tschaftliche Entwickelung von Togoland in dem Berichtsjahre einen durchaus normalen und aussichtsvollen Fortgang genommen hat. Trotz der vorausgegangenen grofsen Dürre sind im Innern grofse Landkomplexe zum Zwecke plantagenmäfsiger Be- wirtschaftung erworben worden, ein Beweis, dafs das Vertrauen in den Wert der Kolonie in erfreulicher Zunahme begriffen ist. In Ostafrika hat die Landwirtschaft im allgemeinen im vergangenen Jahre schwer unter ganz abnormer Dürre zu leiden gehabt, nachdem im Vor- jahre ebenso ungewöhnliche Nässe gewesen war. Sowohl die kleine Regenzeit im November als die grofse im April sind fast ganz ausgeblieben ; dazu kam, dafs im Dezember 1897 wieder die Heuschrecken auftraten, wenn auch nicht in so grofsen Massen, wie in früheren Jahren; immerhin haben die Reis- und Zuckerpflanzungen doch recht bedeutend gelitten. Die Bemühungen des Gouverne- ments, den Anbau der Ölfrüchte zu fördern, scheitei-ten bisher an der Indolenz der Eingeborenen, welche bei Karawanen und auf den europäischen Pflanzungen zu leicht Verdienst finden; Arbeitskräfte sind jetzt überall billig und massen- haft zu haben und die Pflanzungen können Arbeiter in jeder gewünschten An- zahl bekommen. Um die Viehzucht der Kolonie in gi-öfserem Mafse zu heben, sind vom Gouvernement mehrere Anlagen ins Leben gerufen worden: Auf der Insel Mafia ist eine Viehstation von zunächst 60 ha Grofse angelegt worden, deren Vieh trotz des auf der Insel endemischen Texasfiebers jetzt durchweg gesund ist; der Rindvieh- und Eselstall in Dar-es-Saläm mit ungefähr 36 Stück Rindvieh und etwa 60 Stück Maskat- und Massai-Eseln werden in den nächsten Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach gute Zuchterfolge geben, und auch die neu angelegte Viehstation in den Pugu-Bergen entwickelt sich gut. In Pangani hat die anhaltende Dürre auf die Kafleepflanzungen nachteilig- gewirkt, besonders sind die Pflänzlinge sehr geschädigt worden. Über die Sisalplantagen in Kikugwe und Kurasini ist in unserer Zeitschrift bei-eits mehr- mals ausfüln-lich berichtet worden. Auch die Plantage in INlundu (im Bezirk Pangani) legt sich nun auf Sisalkultur und in den geeigneten Niederungen auf Kokosanpflanzungen, da der Kaffee dort wenig Aussicht auf Erträgnisse zeigte. Auf der Vanillenplantage Kitopeni entsprach die Ernte infolge der Trockenheit nicht den Erwartungen; die Einrichtungen für die Präparation der Vanilleschoten wurden aber nach neuesten Mustern vervollständigt, so dafs das Produkt selbst sich bedeutend verbessert hat. Auch in dem Versuehsgarten in Dar-es-Saläm haben die Pflanzen diesmal stark unter der Trockenheit zu leiden gehabt; um in Zukunft unabhängiger von 120 li Viehdepot in Dar-es-Saläm. (Nach einer Photographie von Tror. Wohltmann. Viehherde in Pugu. (Nach einer Photographie von Prof. Wohltmann.) I - 121 — dem Re,s:en zu sein, ist wenigstens für einen Teil des Gartens mit der Anlage eines kleinen Rieselwerkes begonnen worden. Der Hauptzweck des Gartens ist die Anzucht von Zierpflanzen und Alleebäumen; von letzteren haben sich Poin- ciana regia wegen des immergrünen Blätterschmucks und der zeitweiligen Blütenpracht für die Alleen der Stadt und Albizzia Lebbek, wegen des aus- gezeichneten Holzes für Anpflanzungen aufserhalb der Stadt als die besten Bäume erwiesen; es sind von ihnen an die Bezirksämter der Küste viele tausend Exemplare versandt worden. Auf der Versuchsplantage Mohorro sind die aufgestapelten 111 Zentner Tabak zum Versand gekommen und haben loco Bremen den Preis von 98 Pf. pro Kilogramm erzielt. Von den neu ausgesetzten Pflänzlingen ist leider ein sehr erheblicher Prozentsatz infolge der Trockenheit eingegangen. Ein Teil der Felder ist versuchsweise mit Thomasschlacke und Kainit, ein anderer mit Holz- asche gedüngt worden; über die Wirkung dieser Düngung sind aber die Unter- suchungen noch nicht abgeschlossen, da der Tabak noch nicht ganz fermen- tiert hat. Die Kulturstation Kwai in Usambara hat im verflossenen Jahre weitere Fortschritte gemacht; es ist eine Anzahl von Gebäuden errichtet worden, bei deren Bau man Selbstgebrannte Ziegel von ganz vortrefflicher Qualität ver- wendet; das nötige Holz liefert meist Podocarpus, ein dort zahlreich vor- kommender Nadelbaum, dessen Holz Ähnlichkeit mit Fichtenholz besitzt. Von den vielen Versuchspflanzungen nehmen die europäischen Getreidearten das Hauptinteresse für sich in Anspruch. In erster Linie hat sich der Tabora- weizen vorzüglich bewährt, so dafs ihm kein europäischer Weizen annähernd gleichkommen wird. Von Roggen steht der Winterroggen obenan, während der Sommerroggen kaum rentabel sein wird. Gerste und Hafer versprechen eine gute J]rnte. Ebenso gut gedeihen Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Kaö'ee wächst, -entsprechend der Höhenlage der Station, sehr langsam, und die jungen Pflanzen leiden auch stark unter der Kälte. In Bezug auf die Möglichkeit, das Usambara-Gebirge mit deutschen Bauern zu besiedeln, wird hervorgehoben, dafs trotz des verhältnismäfaig gesunden Klimas und der die Ernährung betrefi'enden, der Heimat ähnlichen Lebens- bedingungen, eine Ansiedelungskolonie doch nur dann einen wirtschaftlichen Aufschwung nehmen könne, wenn der Staat mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln eingreift. Der Ansiedler mufs bei seiner Ankunft ein geräumiges Unter- kommen finden; das ihm vor der Hand unentgeltlich zu überweisende Land muls die Gröfse von 100 bis 200 ha haben; es müssen ihm einige Stück Vieh, die er in der zweiten oder dritten Generation zurückzuerstatten hat, überwiesen, sowie etwa 15 Arbeiter zur Verfügung gestellt werden. Um sich über die ersten schweren Jahre hinwegzuhelfen, braucht der Ansiedler mindestens eine Summe von 10000 Mark für die Errichtung der Wirtschaft. Auf der neu angelegten Versuchsstation Daboga in Uhehe ist jetzt ein Landwirt damit beschäftigt, eine den heimischen Verhältnissen entsprechende Bauern Wirtschaft anzulegen, um die Frage, ob und wie eine Ansiedelung von Europäern dort möglich ist, praktisch zu lösen. Im Rufidschi-Delta wird nunmehr ein Forstbetrieb mit drei Forstbeamten ' eröflhet werden : das freie Holzschlagen wird dort aufhören, und das Gouverne- ment wird das Fällen und den Verkauf der Hölzer in die Hand nehmen. Aus den Berichten über die einzelnen Verwaltungsbezirke ist Folgendes zu entnehmen: Im Bezirk Tanga zeigt die wirtschaftliche Entwickelung — wie z. T. schon oben hervorgehoben — infolge der grofsen Dürre ein recht trübes Bild. Die — 122 — eingeborene Bevölkerung konnte überhaupt nichts i)flanzen oder die keimende Saat vertrocknete wieder, so dal's in den meisten Landschaften des Bezirkes Hungersnot herrschte. Auf den europäischen Pflanzungen sind die Arbeiten meist auf ein ganzes Jahr in Rückstand gekommen, weniger in den Kaffee- pflanzungen; von denjenigen der D. 0. A. G., die bei der letzten Ernte etwa 2000 Zentner verschiö'ten, werden in diesem Jahre etwa 60()0 Zentner erwartet. Auch Bulwa, welches bereits eine Erstlingsernte von mehreren hundert Öack verschifft hat, erwartet in diesem Jahre einen gröfseren Posten. Der Cardamom der Pflanzungen der D. 0. A. 6. ist ganz hervorragend gut gediehen und hat infolge der sorgfältigen Behandlung Preise bis zu 8 ^iark pro Pfund gebracht. Im Handei-Distrikt in Ost-Usambura hat die Administration der Pflanzungen des Prinzen Albrecht eine neue Kafl'eepflanzung bei Sangarawe, die D. O. A. 6. eine solche bei Monga eröffnet. Nach den Untersuchungen des Geheimrats Koch ist das Texasfieber nur im Küstengebiete endemisch; eine Verordnung des Gouverneurs verfügte daher eine Sperre für Viehtransporte aus dem Küsten- gebiete nach dem Innern. Auch im Pangani-Bezirk herrschte Hungersnot infolge der Dürre und der Heuschrecken, die den ganzen Bezirk überflutet und besonders die Zuckei-kulturen und Reispflanzuugeu geschädigt, z. T. ganz vernichtet haben. Im Bezirk Saadani liegt die Kultur der Nahrungsmittelpflanzen noch sehr im Argen. Die Zuschüttuug der vor der Station gelegenen Sümpfe wurde zum grofsen Teil vollendet und das Terrain mit Kokospalmen bepflanzt, so dafs Saadani in wenigen Jahren den erfreulichen Anblick einer ausgedehnten Palmeii- pflauzung bieten wird. Den Hauptausfuhrartikel neben Elfenbein bildeten die getrockneten, in Streifen geschlitzten Blätter der Mlala-, Mkindu- und Mkoclie- Palmen, ferner die aus denselben hergestellten Matten- und Flechtwerkstreifen. Die Ausfuhr der Blätter belief sich in dem Berichtsjahre auf üljer »36000 Pfund, und von Matteji und Streifen sogar auf nahe an 163000 Pfund, deren Haupt- masse Useguha lieferte. Die etwa 15 cm breiten und 2 bis 3 m langen Flecht- werkstreifen gehen in Rollen nach Sansibar und werden dort als Emballage für den Nelkenversand verarbeitet. Der Bezirk Bagamoyo produziert an Handelsartikeln in erster Linie Kaut- schuk und Kopal. Der Nguru-Kautschuk ist der bessere und ei-reicht einen Preis von 68 Rupien pro Frasilali (35 englische Pfund), während der üsaramo- Kautscliuk nur 63 Rupien pro Frasilah bringt Der Ko]ialhaudel nahm einigen Aufschwung; von der besten Sorte wurde das Frasilah mit 25 bis 27 Rupien bezahlt. Im Bezirk Kilwa ist besonders die Kopragewinnung auf der Insel Matia zu erwähnen, die sich in den letzten Jahren sehr gehoben hat; während im Jahre 1895/96 nur 450(X) Pfund Kopra zur Verschiffung gelangten, sind im Berichtsjahre über 1300000 Pfund Kupra neben IIOOOOO Stück Kokosnüssen verladen worden. Zur Zeit stehen auf Chole-Mafia nahe an 1700O0 Kokos- palmen. I]in deutscher Pflanzer hat sich bereits dort angekauft, und zwei gröfsere Gesellschaften beabsichtigen, noch in diesem Jahre dort gröfsere Plan- tagen anzulegen. In Mohorro hat sich die Zuckerkultur sehr gehoben; die Schambenbesitzer beginnen jetzt, sich eiserner Zuckerpressen mit Göpelbetriel) zu bedienen. Das Haupterzeugnis des Bezirkes Lindi ist Mtama, welches weit über den Bedarf hinaus gebaut wird, so dafs alljährlich erliebliche Mengen an andere Bezirke des Schutzgebietes abgegeben und auch ins Ausland exportiert werden. Auch der Sesamexport ist nicht unerheblich, und infolge der neuen Haus- und Jlüttensteuer wird sich derselbe noch steiirern. Grenadilleholz wird in grofsen — ^ 123 — Mengen ausgeführt. Noch grötser ist der Kautschukexpoi't. Bemerkenswert ist , dafs seit diesem Jahre infolge der neuen Kautschukverordnung die Qualität des Kautschuks sich erheblich gebessert hat, weil die Bällchen jetzt nur geschnitten in den Handel gebracht werden dürfen. So wurden z. B. von der D. 0. A. G. exportierte sogenannte Muerabälle in Hamburg mit 3,75 bis 4 Mark pro Pfund bezahlt. Im Bezirk Kilossa dürften die zahlreich vorhandenen Nutzhölzer besonders für die Zukunft ein wertvolles Produkt darstellen. Harte, ameisensichere Holz- arten finden sich in teils parzellenartigen, teils forstähnlichen gröfseren Beständen vornehmlich in der Mkata-EbeJie, au den gröfseren Flufsläufen und am Fufs der Gebirge. Vor der Hand ist allerdings an eine Ausfuhr derselben nicht zu denken. Auch der Bezirk Kilimatinde zeichnet sich durch Reichtum an guten Nutz- hölzern aus, deren Yermehrung durch Neuanpflanzungen und Verbot des Holz- schlagens von Seiten der Stationsleitung besonders im Auge behalten wird. Das Bukoba-Gebiet ist ohne Zweifel ein hervorragendes Kaö'eeland; liei Einführujig guter Sorten und bei grofsera Plantagenbau würde für die Zukunft unter Voraussetzung der nötigen guten Verkehrsmittel Bukoba-Kaflee als wichtiger Handelsartikel in Betracht kommen. Während im deutschen Nyassa-Gebiet im vergangenen Jahre ein nennens- werter Handel noch nicht vorhanden war, hat sich dies im letzten Jahre ganz erheblich geändert, besonders seitdem vom Bezirksamt in Langenburg die Auf- forderung an die Eingeborenen ei'gaugen ist, den als vorzüglich bekannten Kautschuk des Gebietes zum Verkauf zn bringen; wohl im ganzen gebirgigen Teile des Bezirks sind Kautschuklianen reichlich vorhanden. Die Entwickelang von Deutsch-Südwestafrika haben im verflossenen Jahre besonders zwei Faktoren lähmend beeinflufst: die Rinderpest und die Fieberepidemie. Trotz des bedeutenden Verlustes an Vieh in den Bezirken Windhoek und Otyimbingwe, sowie im Nordbezirk ist aber infolge der recht- zeitigen Anwendung der Kochschen Impfmethode doch eine ansehnliche Anzahl Rinder erhalten geblieben. Es konnte daher nach kaum zwei Monaten der Ti-ausportverkehr auf den Hauptverkehrsstrafsen wieder aufgenommen und der zuerst befürchtete Mangel an Nahrungsmitteln für die Weifsen ferngehalten werden. Allerdings ist der seit dem Jahre 1896 gewaltig im Aufblühen begi-ififeue Viehhandel in den meisten Teilen von Damaraland gänzlich lahm gelegt worden; da jedoch die Hereros die ihnen gebliebenen Kühe sorgsam hüten, so besteht die Hoffnung, dafs in wenigen Jahren wieder soviel Nachwuchs vorhanden ist, dafs die jetzige Schlachtviehnot überwunden und der Feldhandel neu belebt sein wird. Eine schnellere Entwickelung wird dem Lande vermutlich durch den fort- schreitenden Bahnbau gebracht werden. Schon durch die fertiggestellten 70 km, durch welche der schlimmste Teil der Namib- Küste überbrückt wird, ist viel gewonnen; auch hat der Bahnbau bewii-kt, dafs eine Anzahl früherer Transport- fahrer dies Gewerbe aufgegeben und sich ausschliefslich dem produktiveren Farmbetriebe zugewandt hat. Überhaupt ist eine starke Strömung zur Sefs- haftmachung und zur Ergreifung des landwirtschaftlichen Berufes bemerkbar, die im Interesse des Schutzgebietes nur mit Freuden begrüfst werden kann. Be- günstigt wird dies Bestreben durch die neuerlich herabgesetzten Preise für Regierungsland und die günstigeren Zahlungsbedingungen und andererseits auch durch die mit gröfserer Energie und gröfseren Mitteln in die Hand genommene Lösung der für die Landeskultur so aufserordentlich wichtigen Wasserversorgungs- frage. Sowohl in der Anlage von Brunnen und Pumpwerken als auch von — 124 - • Staudämmen sind im verflossenen Jahre recht erhebliche Fortschritte gemacht worden. Gärten sind an mehreren Orten neu angelegt worden und haben gute Erträge geliefert. Wein wurde in gröfserem Mafsstabe in Klein-Windhoek au- gepflanzt, so dafs bereits ein kleineres Quantum gekeltert werden konnte. Ebenso Avurde grol'ses Interesse der Baum- und besonders der Obstbaumkultur zugewandt. Die in Klein-Windhoek gepflanzten Bäume sind vorzüglich gediehen und tragen bereits Früchte. Auf den Marsh all-Inseln kommen für den Handel nur die Kokospalmen- kulturen in Frage, deren Ertrag den de.'; Vorjahres überschritten hat. Grofse Neuanpflanzungen, nämlich 80 000 bis 100000 Palmen, sind auf Nauru gemacht worden. Die Ausfuhr von Kopra betrug im Berichtsjahre nahe an 4000 Tonnen. In Kamerun nimmt der Plantagenbau einen immer gröfseren Umfang an; die Nachfrage nach Plantagenland steigert sich fortgesetzt, so dafs in kurzer Zeit das anbaufähige Land am Kamerun-Berge, zwischen der Küste und dem Mungo, vergriffen sein wird. Das ganze Land von Najoke, Mungo aufwärts bis zur Linie Mundame — Johann Albrechts-Höhe, und aufserdem aber auch die ßakossi-Berge, welche Gebiete ziemlich gutes Plantagenland enthalten, sind nocli ganz frei. Zwischen Mundame und Johann All »rechts - Höhe sind zwei Unternelimen, dasjenige von Jantzen und Thormählen und das des Dr. Scharlach zur Zeit im Entstehen begriffen. Mitte 1898 waren im Victoriabezirk ins- gesamt bepflanzt mit Kakao, Kaffee und Tabak 1309 ha; es hat u. A. die West- afrikanische Plantagengesellschaft Victoi'ia in zwei Jahren 275 000 Kakaopflanzen in den Boden gebracht. Auch im Südbezirk ist der Plantagenbau im Aufblühen begriffen; so hat Herr Sholto Douglas eine neue Plantage in Angriff' genommen, und mehrere andere Firmen und Gesellschaften haben Land neu erworben. Eine der älteren Gesellschaften hat bereits im vergangenen Jahre 8 pCt. Dividende zur Verteilung gelangen lassen. Die Arbeiterfrage hat sich bedeutend gebessert durch die Anwerbung von 700 Yaundeleuten, so dafs Aussicht vorhanden ist, mit der Zeit einen regelmäfsigen Arbeiterbezug aus dem Schutzgebiete selbst für die Plantagen zu sichern. Von den hauptsächlichsten Produkten kamen Palmöl und Palmkerne im Betrage von 87 000 Mk. mehr als ijn Vorjahre, Kaut- schuk 348 000 Mk. mehr und Kakao 78 000Mk. mehr zur Verschiffung. An den Bericht über Kamei-un schliefst sich der ausführliche von Herrn Dr. Preufs erstattete Jahresbericht über den botanischen Garten und die Versuchspflauzung in Victoria, der sehr viel wichtige Mitteilungen über die Kultur von Kakao. Kaffee, Vanille, Kardamom und anderen Nutzpflanzen bringt. Die Denkschrift über die Verwendung des Afrika-Fonds als Beihilfe zur Förderung der wissenschaftlichen Bestrebungen giebt eine Übersicht über die Leistungen auf den Gebieten der Geographie. Botanik. Zoologie, Geologie, Völkerkunde und Sprachforschung sowie über die Thätigkeit der botanischen •Centralstelle. G. Die Palmölbereitung in Togo. Da das Palmöl von Togo keine so hohen Preise erzielt wie dasjenige von Lagos, und einige Interessenten bei uns anfragten, ob es nicht vielleicht an der Bereitung des Öles liege und ob nicht eine Itessere Bereitung möglich sei, wandten wir uns an das Kaiserliche Gouvernement in Togo und erhielten darauf folgende Antwoi't: Die Bereitung des Palmöls vollzieht sich in der Lagoskolonie in der- selben Weise wie im 'J'ogogebiete. — 125 — Der Eingeborene scliüttet die reife Frucht in einen hölzernen Trog, sehr oft in ein Kanu, und zerstampft dieselbe mit den Füssen. Nachdem alsdann das Ol abgeschöpft ist, werden die zurückgebliebenen Fasern und Kerne mit Wasser übergössen, um dieselben gründlich auszuwaschen. Darauf werden Kerne und Fasern herausgenommen und die Flüssigkeit zum Kochen gebracht, tim die Wasserbestandteile derselben auszuscheiden. Das so gewonnene Palmöl wird in Kalabassen verwahrt, bis sich eine hin- reichende Menge angesammelt hat, um den Transport nach den meist entfernten Marktplätzen lohnend erscheinen zu lassen. Die Öffnungen der Kalabassen werden mit Lehm verschlossen, und dadurch wird allerdings zugleich eine Ver- unreinigung des Öls verursacht. Eine absichtliche Beimischung wertloser Stoffe zum Zwecke der Täuschung seitens der Eingeborenen dürfte schwerlich statt- finden: ein solches Verfahren wäre überdies nutzlos, du in den Faktoreien das Öl in Gegenwart der Verkäufer durch wiederholtes Abkochen einer nochmaligen Reinigung unterzogen wird. Ich neige indessen zu der Ansicht, dafs hierbei nicht mit der wünschenswerten Sorgfalt zu Werke gegangen wird, imd habe daher Veranlassung genommen, die Kaufleute in ihrem eigenen Interesse auf eine sorgfältigere Behandlung des Palmöls hinzuweisen. (gez.) Köhler, Kaiserlicher Gouverneur. Verwertung" der Blätter der wilden Dattel Ostafrikas. Im Januarheft des diesjährigen Tropenpflanzer findet sich Seite 23 ein Aufsatz über das Palmen-Flechtmaterial Ostafrikas, in dem speziell auf die wilde Dattelpalme (Phoenix reclinata) als ev. Lieferant von Crin vegetal aufmerksam gemacht wurde. Infolge der Sendung einer gröfseren Probe dieser in Lindi "massenhaft behufs Matteuflechterei auf den Markt gelangenden Ukindu-Palmfiedern durch B. Perrot sind wir in der angenehmen Lage, auf eine väel günstigere Verwertung der Palmblätter aufmerksam machen zu können. Während der Engrospreis für Crin vegetal in Hamburg nur 8—16 Mark für 100 kg. beträgt, und die Blätter bei der Herstellung des Crin vegetal noch mindestens 50 pCt. Abfall geben, so meldet uns die Hamburger Importfirma für Fasern, Steidt- mann & Nagel, für die ganzen Blattfiedern, wie sie in Lindi auf den Markt kommen, dafs der Artikel in Hamburg mit Mark 60 — 70 per 100 kg bezahlt wird, und dals die Firma glaube, zu diesen Preisen gröfsere Quantitäten ver- kaufen zu können. Diese Preise dürften schon den Versuch des Exportes lohnen, worauf auch speziell die in Saadani ansässigen Firmen aufmerksam zu machen sind, da dieser Platz ja ganz besondex-s viel Palmenflechtmaterial nach Sansibar exportiert. Übrigens schreibt uns Herr B. Perrot in einem anderen Briefe, dafs am Rande des Lutambasees, besonders an den. Ufern der Inseln, zahlreiche Phoenix i'eclinata wachsen, darunter ganz riesige Exemplare, wie er sie anderweit noch nicht gesehen habe. In der Benennung herrscht unter den Eingeborenen Unklarheit. Die einen nennen malala, was die andern ukindu heifsen, und umscekehrt. . Wg^. JV '^- 7M C <<^<^<:c:«^ - .>>>^ > » -> - >H Aus frenideii Kolonien. ^ ^^ Kakaokultur in Samoa. Im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift (S. 387 fif.) gaben wir die Über- setzung eines Berichtes des amerikanischen Pflanzers Moors über die Kakao- — 126 — knltur von Samoa. Von berufener Seite erhalten wir eine Zuschrift, welche in manchen Punkten eine bedeutend weniger optimistische Ansicht vertritt. Der A'erfasser schreibt: Ich will nur diejenigen Angaben des Moorsschen Artikels berühren, die mit den von kundiger Seite gemachten Erfahrungen nicht übereinstimmen: Eine volle Ernte wird erst im fünften Jahr von dem Baum erzielt. Nach den mehrjährigen Eeststellungen der deutschen Handels- und Plantagen-Gesell- schaft wird der Pflanzer mit einer Mittelernte von 75 Früchten für den Baum, was 5 Pfund bereiteten Kakaos entspricht, zufrieden sein können. Hierbei würde 1 acre [= 0,4047 ha) unter der Annahme, dafs er mit 200 Kakaobäumen bestanden ist, bei einem Preise von 75 Pfg. für das Pfund Ijereiteten Kakaos einen Jahresrohertrag von 200 x 5 X 0,75 oder 750 Mk. abwerfen. Auch ist die Befürchtung ausgesprochen, dafs es nach einer Anzahl von Ernten künst- licher Düngung bedürfen wird. Die Anlage einer Kakaopflanzung im Busch, wobei nur die schwachen Bäume und das Gestrüpp beseitigt, die starken Bäume geschont werden, hat sich in allen Fällen schlecht bewährt. Die starken Waldbäume, von ihrer schattigen Umgebung befreit, verlieren schnell ihre Leltenskraft und verrotten. Beim Um- stürzen üben sie stets eine mehr oder minder zerstörende Wirkung aus, die gar nicht kontroliert werden kann. Der einsichtige Pflanzer wird deshalb, auf die Bequemlichkeit dieser Methode verzichtend, seine Kakaopflanzung auf einer Fläche anlegen, die voll- kommen vom Busch geklärt ist. Will man Gewifsheit haben, dafs die Pflänz- linge in dem ersten Stadium des Wachstums gut gewartet, insbesondere ange- feuchtet werden, dafs nur kräftige Pflanzen ins Feld konmien, so wird man Strohhülsen, von Kokospalmblatt geflochtene Körbchen oder ähnlich hergestellte Behälter mit guter Erde füllen und je eine Kakaobohne hineinversenken. Nach sechs Wochen werden die Pflänzlinge soweit sich entwickelt haben, dafs sie unter Ausmerzung aller schwachen Exemplare ins Feld versetzt werden können. Man spart an Arbeit, läuft aber namentlich bei unerwarteter Trockenheit gröfsei'es Risiko, wenn man die Kakaol )ohnen sogleich an der Stelle einlegt, wo der Baum zu stehen hat. Ein deutscher Pflanzer hat in dieser Weise seine Kakaopflanzung angelegt. Durch Auslegen mehrerer Bohnen an derselben Stelle wird die Gefahr schwacher Bäume zu beseitigen gesucht. Für Beschattung des Kakaos, die von erfahrenen Leuten abweichend von Moors als unerläfslich auch für den zur vollen Entwickelung gelangten Baum betrachtet wird, sorgt hier zu Lande in der ersten Zeit die Natur, indem überall auf frisch gekläi'ten Flächen verschiedene schnell wachsende Bäumchen, ins- besondere die Papaya (Carica Papaj'a) in voller Üppigkeit aufschiel'sen. Diesen Baum benutzt der Pflanzer Schmidt für Beschattung, bis die von ihm zugleich mit dem Kakao gepflanzten eigentlichen Schattenbäume genügend entwickelt sein werden. Unter den eigentlichen Schattenbäumen ist zunächst der Dadap (Erythrina Indica) zu nennen, der in allen Teilen der Samoa-Tnseln vorkommt. Persönliche Beziehungen eines in Samoa lebenden Deutschen ermöglichten es diesem, von dem Direktor des botanischen (iartens in Buitenzorg Samen ver- schiedener anderer in Java gebräuchlicher Schattenbäume — Albizzia raoluecana Albizzia stipulata, Caesalpinia dasyrrachis — zu erhalten.*) Diese Baumarten *) Nach briefliche)! Mitteilungen des Pflanzers Schmidt in Samoa erweist sich die Albizzia moluccana auch auf Samoa als hervorragend schnell wachsend, er besitzt einjährige Bäume von 20 bis 25 Fufs Höhe; doch zeigt sich auch der grofse Nachteil der ßrüchigkeit der Aste. Caesalpinia dasyrrachis entwickelt — 127 — können, da Hunderte von Exemplai*en an den verschiedensten Plätzen auf- gewachsen sind, als eingebürgert gelten. Die Banane als Schattenspender in Betracht zu ziehen, wird mir als nicht rätlieh bezeichnet, weil sie zu stark be- schatte, dem Boden zu viel Kraft entziehe und beim Umfallen oft den jungen Kakaopflänzchen beträchtlichen Schaden zufüge. Den günstigen Vorbedingungen gegenüber, die die Kakaokultur hier findet, sind ferner folgende Nachteile nicht zu verschweigen: a) Die auf den Samoa-Inseln herrschende Rattenplage. Die Oberfläche des Landes ist fast überall mit Eruptivgestein bedeckt, das auch dazu benutzt ist, um die vielfach vorhandenen Mauern (Eigentumsgrenzen, Schutzwehren etc.) auf- zuführen. In den zahlreichen Löchern, die in dem Gestein vorkommen, finden die Ratten einen sicheren Unterschlupf, der ein nahezu unüberwindliches Hinder- nis für ihre Ausrottung darstellt. Es liest sich bei Moors sonderbar, dafs diese Plage, von der das ganze Land betroffen ist, nur auf den deutschen Pflanzungen bemerkt sein soll. Die Ratte im Verein mit einer hier vorkommenden Drossel- ^rt (Sturnoides atrifusca) verzehrt alljährlich einen grofsen Teil des Ertrages der Kakaobestände. Ein durchgreifendes Mittel gegen die Rattenplage ist noch nicht gefunden. Auf einer kleinen Pflanzung hat man eine Minderung der Ver- luste durch Rattenfrafs dadurch erreicht, dafs man die zwischen den Kakao- bäumen aufspriefsenden Papayabäumchen, deren Früchte dem Ungeziefer zusagen, wachsen liefs, anstatt sie wie vordem zu beseitigen. Auch die Anbringung blecherner Schutzringe an den Stämmen der Kakaobäurae hat sich bewährt. Der Rattenschaden fällt fort, wenn die Kultur von Eingeborenen in der Nähe ihrer Wohnungen betrieben wird, da in diesem Fall die Hauskatzen die Säuberung besorgen. Mir ist ein 32 acres grofser Besitz eines samoanischen Häuptlings bekannt, auf dem zerstreut drei von seiner Familie bewohnte Hütten stehen. An den zahlreichen, sehr kräftig entwickelten Kakaobäumen, die auf diesem Gelände stehen, habe ich noch nie eine Spur von Rattenschaden entdeckt. Das von Moors angeratene Mittel zur Vertilgung der Ratten scheint mir, mit Rücksicht auf den Schaden, der den Kakaobäumen aus dem Wühlen der Schweine droht, nicht höher als die Vertreibung des Teufels durch Beelzebub bewertet werden zu können. b) Die Schwierigkeit der Beschaffung von Arbeitskräften. Die bereits rwähnte starke Durchsetzung des Bodens mit Eruptivgestein läfst die Anwen- dung von tierischen oder mechanischen BLülfsmitteln bei Einrichtung und Pflege einer Kakaopflanzuiig in Samoa als ausgeschlossen erscheinen. Ein Unternehmer ist deshalb im wesentlichen auf menschliche Arbeitskraft angewiesen, und diese ist kostspielig. Ein Mann wie Moors legt in dieser Beziehung nicht den rein geschäftlichen Mafsstab an. Er wie andere Einwohner Apias machen Anlagen auf ihrem in der Nähe der Stadt belegenen Grundbesitz in erster Linie zu ihrem Vergnügen und zu ihrer Erholung. Wie der Bürger einer heimischen Mittelstadt, der in seinem vor dem Thor belegenen Gärtchen sich der Natur erfreut und Er- frischung findet, keine Reinertragsberechnung anstellt, so rechnen die Einwohner Apias, die ihren nahen Grundbesitz zu ihrem persönlichen Vergnügen kultivieren, nicht geschäftsmäfsig. Will man aber auch die hohen Kosten der Arbeiterhaltung, die Moors angiebt, in den Kauf nehmen, so mufs als ungünstiges Moment hervorgehoben werden, dafs Handhabung von Zucht und Ordnung unter den hiesigen Arbeitern sich recht langsam, *'/4 jährige Bäume sind erst IV2 m hoch; Albizzia stipulata vermag sich selbst einjährig, ja sogar trotz Zurückschueidens bis auf die Wurzel, nicht ohne Stütze zu halten (Red.). — 128 — bei den gegenwärtigen politischen Verluiltnissen l)esonders schwierig ist. Nur soweit die Arbeiten in der Pflanzung als ein Ganzes gegen Pauschalsummen ver- geben werden können, wird sich bei reichlicher Bemessung der Zeit für die Aus- führung ein dem Unternehmen günstiges Ergebnis erzielen lassen. Q IV '^ V o :'>:■ > ■^ >>>?» > Yermischtes. ^ Fleurya aestuans als Faserpflanze. Fleurya aestuans Gaud. var. Linneana Wedd. (Ortiga) ist in S. Thome von 50 bis 1000 m Höhe sehr häufig. Die Eingeborenen und hauptsächlich die Angolares, machen aus den Fasern dieser Urticacee Angelschnüre und Fäden, um Netze zu verfertigen. Sie bereiten die Fasern auf eine ähnlichen Weise, wie wir den Flachs. Leider werden sie von den Kolonisten bisher zum Export nach Europa nicht benutzt; sie würden sicher gute Abnehmer dafür in den Papierfabriken finden. Die Fasern haben etwas Ähnlichkeit mit denjenigen von Ramie (Boelimeria nivea Gaud.). In der Kolonial- Ausstellung von Oj^orto im Jahre 1894 waren unter den Produkten von S. Thome einige schöne Proben dieser Fasern, von den Angolares bereitet, ausgestellt. Ad. F. Moller -Coimbra. Sporobolus Molleri als Viehfutterpflanze. Sporobolus Molleri Hacke), ist eine einjährige Agrostidee, die ich in S. Thome zwischen 700 bis 1400 m Höhe getrofi'en habe. Dieses Gras ist eine vortreffliche Yiehfutterpflanze, wie ich aus Erfahrung behaupten kann. Auf gutem Boden wird sie 40 cm hoch und auf gewöhnlichem 12 cm. In S. Thome wächst sie auf Basalterde, aber gedeiht auch auf anderem Boden und in niedriger Meereshöhe. Ich habe sie hier im Botanischen Garten oftmals mit gutem Er- folge von Mai bis Oktober im Freien kultiviert. Sie verlangt etwas Feuchtig- keit im Boden und eine geringste Temperatur von 12 ° C. Sie wurde im Jahre 1885 durch mich zum ersten Male nach Europa gebracht. Ad. F. Moller-Coimbra. Kulturanweisung für Gemüse, Blumen, Feldfrüchte etc. in den Kolonien. Von Joseph Klar (Berlin). Auf Wunsch eines grofsen Teiles meiner sehr geehrten Kundschaft in den Kolonien gestatte ich mir, einen kleinen Kulturauszug niederzuschreiben, der es eventuell ermöglicht, namentlich den Laien bei der Anzucht von Gemüsen, Blumen etc. behilflich zu sein. Um mich möglichst kurz zu fassen, schicke ich vorauf, dafs bei Aussaaten (Mistbeete sind dort ausgeschlossen) ins freie Land, d.h. wo die Pflanzen stehen bleiben sollen, man sich vergegenwärtigen muss, dafs letztere hier zu vollständigen Pflanzen heranwachsen müssen, also Platz benötigen zm- voll- kommenen Ausbildung. Man mufs also die etwaige Gröfse einer Pflanze genau im Auge behalten. Läfst der Kidtivateur dies aufser Betracht, so säet derselbe meist zu dick. Die Samen gehen infolgedessen zu stark auf, und es beginnt sofort der Kampf ums Dasein. Eine Pflanze zehrt ä conto der anderen, und es- — 129 — werden hierdurch nur krüppelige Exemplare erzielt, die schliefslich die Ernte illusorisch machen. Die Folge bei Wurzelgewächsen, z. B. bei Mohrrüben, ist nur eine Krauterzeugung, während es sich um möglichst starke Wurzeln handelt. Bei krautartigen Pflanzen, etwa Spinat, würden die nicht grofs werdenden Gewächse sehr bald Blüten bringen und in Samen gehen resp. ersticken. Je gröfser daher eine Pflanze von Natur ist, desto dünner sind die Samen auszusäen. — Dies ist in erster Linie zu beachten, und dafs bei jeder neuen Aussaat der Boden nach Kräften umgegraben wird, darf ich wohl nicht erst erwähnen. Die Samen sind sämtlich so tief unter die Erde zu bringen, wie sie selbst grofs sind und an Yoluinen einnehmen, indem sie behutsam angedrückt werden. Zwiebeln und Mohrrüben wollen besonders fest liegen. Die Samen werden am besten mit einer Holzharke untergeharkt und mit einem Spaten angeklopft. Oder man streut leicht Erde auf die Aussaat und klopft mit einem Spaten oder Brett die Fläche an. Bei grofsen Kulturen, wie Getreide, Klee etc., bedient man sich bekanntlich der Eggen etc. etc. Fruchtwechsel ist auf alle Fälle notwendig, d. h. nicht immer der gleiche Artikel auf dasselbe Land. Bei dem Bezüge von Sämereien dort empfiehlt es sich, die Kisten mit den Samen nicht früher zu öffnen, als bis man willens ist, sie auszusäen. Selbige liegen in bekanntlich verlöteten Zinkkisten besser resp. trockener als anderweitig aufbewahrt. Die durch vorhandene Feuchtigkeit leicht erzeusi;e Schimmelbildung auf den Sämereien tötet zum gi'ofsen Teil die Keimkraft der- selben, was auch bei zu langem Liegen in der Kiste der Fall ist. Es sind an Ort und Stelle unmittelbar vor der Eegenzeit zu säen: Anis, Basilicum, Mangold. Boretsch, Coriander. Dill, Fenchel, Bohnenkraut o. Kölle, Kerbel, Kümmel, Lavendel, Löö"elkraut, Melisse, Pflück- u. Wurzelpetersilie, Pimpinelle, Portulack, Paprika o. spanischer Pfeffer, Raute, Sauerampfer, Senf, Mohn, Tripmadam, Kruperbseu, Puffbohnen, Mohrrüben, Cichorieuwurzel, Hafer- und Pastinakwurzel, Eapontica, Schwarz- u. Zuckerwurzeln, Kerbelrüben, Salatrüben, Mai-, Herbst- u. Wasserrüben, Rabinschen, Gartenkresse, Spinat, Garten- melde, Zwiebeln, Radies, Sommer- u. Winterrettig. Von letzterem je zwei Samen in 30 cm weiter Entfernung, da er sonst hoch und in Samen geht. Radies, Sommerrettig, Kopfsalat und Kresse sollten alle, vier Wochen ausgesät werden, falls die Hitze nicht zu grofs ist, sie dürften nie auf dem Tische fehlen; ferner: Getreide, Klee, Gräser und Futterkräuter, desgleichen einjährige Blumen. Folgende Artikel sind auf geschützten Beeten heranzuziehen, welche in diesem Falle tiefer als die Wege zu legen sind. Man bedient sich hierzu etwa aus dem Busch geholter Palmenblätter und konstruiert sich eine Art Stellage. Es empfiehlt sich auch schliefslich, sich mit schatteugebenden Pflanzen zu versehen, um auf diese Weise natürliche Schatten- resp. Schutzvorrichtungen zu schaffen. Letztere kann man auch noch wirtschaftlich ausnutzen. Da dürften schnellwachsende Pflanzen, wie Sonnenrosen, Pferdezahn-Mais, Hanf, Stangen- bohnen, Polygonum sachalinense, der neue Futterknöterich etc., sowie sämtliche Acacia- und Eucalyptus- Arten sich hierzu eignen. Dieselben wüi'den etwa von Norden nach Süden zu pflanzen sein und zwar je eine Reihe in 3 bis 4 m Zwischenräumen. Die Aussaat in diesen Schutzbeeten wird stärker oder dicker gemacht, da die Pflanzen, sobald sie greifbar sind, verpflanzt werden. Die Entfernunor der einzelnen Pflanzen voneinander richtet sich auch hier - 130 — ■wieder nach dem Umfang der betreffenden Objekte, von etwa 20 bis 50 cm. Doch ist darauf zu sehen, dafs die Gewächse im V^erband zu stehen kommen, da dieselben alsdann besser den Eaum ausfüllen: Artischocken, Cardy, Esdragon, Tomaten, Majoran, Jihabarber, Rosmarin, Salbey, Thymian, "Wermuth, Beifiifs, Schnittlauch. Sämtliche Kohlarten, Kohkabi, Kohlrüben, Sellerie, Kopfsalat. Sommer- und Winter-Endivie, Eierfrucht, Madeira-Zwiebel, Porree, Tabak, sämtliche Gehölze, Obstbäume, Coniferen. Die letzteren drei liegen sehr lange, bevor sie keimen. Ferner: sämtliche ausdauernden, sowie zweijährigen Nutz- und Blumenpflanzen etc. Man kann einesteils die Samen nicht so dünn aussäen, wie die Pflanzen später zu setzen sind, andererseits werden feinsamige Gewächse leicht nach der Aussaat verweht resp. zerstört. Spargel wird auf rigoltem Boden auf Im breiten Beeten verpflanzt. Auf solche Entfernungen werden 40cm breite und ebenso tiefe Gräben gemacht, in welche auf je 30 cm eine Pflanze zu bringen ist. Dieser Graben ist innerhalb drei Jahren mit der erübrigten Erde und kurzem Dung wieder zu füllen, um im 4. Jahre erst gestochen werden zu können. Einige schnellwachsende, mit ihren Wurzeln nicht tiefgehende Kräuter können inzwischen hier mit angebaut werden. Gurken, Melonen und Kürbis sind in der Mitte von meterbreiten Beeten in Rillen zu legen. Der verbleibende Raum ist ebenfalls mit schnell- wachsendem Kopfsalat, Kohlrabi, Spinat, Kresse etc. zu bebauen. Sobald die Gurken etc. anfangen zu ranken und mehr Platz brauchen, ist die Zwischen- kultur beendet. Die Mai-Erbsen oder Stapel werden in 40cm weit voneinander ge- zogenen Rillen verteilt und mit 1^ am hohen Reisern versehen, an welchen die Erb.sen hochgehen. Krupbohnen sind je 6 Stück 40cm auseinander zu legen, Stangen- bohnen je V2 Jn ebenfalls 6 Stück um eine etwa 3 m hohe Stange, die am besten vorher fest in den Boden eingerammt wird. Auch bedient man sich der abgeernteten Mais- und Sonnenrosenstämme, aber nur in der Not. Steckzwiebeln jeder Art sind einzeln etwa 10cm auseinander flach unter die Erde zu stecken. Sie liefern die ersten Zwiebeln und das Zwiebelgrün. Champignons lassen sich in kühlen Räumen ziehen, indem man frischen Pferdedünger auf Haufen bringt und denselben so lange umpackt, sobald er raucht, bis der Dünger nicht mehr dampft. Der Mist ist aldann beetartig 20 cm hoch zu packen und, wenn die Wärme vollständig verflogen, wii-d die Brut hühnereigrofs in 25 cm Entfernung in das Beet eingefügt. Sobald die Infizierung vor sich gegangen, die kenntlich ist durch schimmelartiges Aussehen der Anlage, wird eine 4 cm hohe Erdschicht auf das Beet gebracht. — Nach kurzer Zeit zeigen sich die Pilze, welche auszudrehen — nicht zu schneiden — sind. Die Beete müssen stets dunkel gehalten sein. Die Madeira-Zwiebel, als gröfste ihres Geschlechtes, mufs auch ver- pflanzt w-erden; dieselben werden bekanntlich ausgehöhlt, mit Hackefleiseh gefüllt und geschmort. Stachys tuberifera, aus Japan eingeführte Kartoffelart, ist ähnlich wie die Kartoffel zu legen. Die Knollen werden silberhell, wie sie sind, gewaschen, kochen in 10 Minuten mit etwas Salz weich, und läi'st sich ihnen durch irgend eine Sauce dementsprechender Geschmack verleihen. Auch kann man die KnöUchen alsdann braten. — 131 — Kartoffeln werden am billigsten durcli Samen. herangezogen und ver- pflanzt. Die Knollen sind nacli etwa 3 Monaten fertig ausgebildet. Diese Kulturwinke dürften den werten Interessenten im Bedarfsfalle gute Dienste leisten, da sie kurz und bündig gehalten sind. Immerhin läfst sich hierauf hin aufbauen, und mufs man sieh den Verhältnissen erst noch anpas.sen. Keimfähigkeit der Samen des Parakautschukbaumes. Der Leiter der Plantage Pitas Estate, Kudat, British North Borneo, schreibt uns unterm 25. Dezember 1898: ,,In allen Besprechungen über Kautschuk liest man. dafs die Samen von Hevea brasiliensis binnen etwa zehn Tagen, nachdem sie vom Baume gefallen sind, ausgepflanzt werden müssen, wenn man nicht das Risiko laufen will, dafs nichts von der Saat mehr aufkommt. Nun sandte mir die Firma William Brs., Heneratgoda (Ceylon), Anfang August 1000 Stück Hevea brasiliensis Saat in Postblechbüchsen und 50 Stück in Kohlenpulver verpackt. In P'olge verschiedener Umstände konnte ich die Saat, welche hier Mitte September eintraf, erst am 30. Oktober auslegen, und nach 3 bis 5 Tagen waren etwa 90 pCt. aufgebrochen; ja selbst die ausgebliebenen 10 pCt. kamen 10 Tage später auf, und heute habe ich fast 1000 tadellose Pflänzehen im Beet stehen, die bereits zarte Schüsse kräftig entwickeln und demnächst ausgepflanzt werden sollen.'" Verbesserte Axtstiele. Herr Dr. Preuss, Leiter des botanischen Gartens zu Victoria - Kamerun schreibt uns unter dem 11. Februar 1899: „Viele Pflanzer und auch ich selbst haben bei Arbeiten, wie das Baum- fällen und Holzschlagen, es oft geradezu als eine Kalamität empfunden, dafs die Axtstiele der gebräuchlichen, sogenannten amerikanischen Äxte so aufser- ordentlich leicht abbrechen. Allerdings ist ja daran zum grofsen Teile die Art und "Weise schuld, in welcher der Neger die Axt gebraucht, denn er hebt dieselbe nicht nach der Schlagrichtung aus der Schlagfalte heraus, sondern drückt nach jedem Schlage den Stiel mehr oder weniger kräftig zur Seite, um die Schlagfalte zu vergröfsern. Hierbei bricht dann der Stiel unmittelbar unter dem Eisen ab. Kaum mehr als 5 Prozent der Axtstiele brechen au anderen Stellen." „Durch Belehrung und dann Bestrafung ist ja manches zu bessern, aber auf die Dauer wird dies beiden Parteien recht lästig, und weit vorteilhafter wäre es, wenn es den Schwarzen nicht so leicht gemacht würde, die Axtstiele zu zerbrechen, d. h. wenn letztere gerade im Stielloch dicker und stärker gemacht würden. Dies sollte sich meiner Meinung nach ohne grofse Schwierigkeit erreichen lassen können, indem man das Stielloch erweiterte. Es kommt gar nicht darauf an, ob die Äxte dadurch etwas schwerer werden oder nicht, denn die amerikanischen Äxte nehmen sich ohnehin oft wie Spielzeug in den kräftigen Armen der Schwarzen aus. Auch könnte eventuell das Blatt der Axt weniger breit gemacht werden, als es in der Regel der Fall ist. Durch Herstellen einer geeigneten Axt würde in der That den Pflanzern ein grofser Dienst geleistet werden." Tropenpflanzer, 1899, Heft 3. — 132 — —S-f Neue Litteratur. +• > W. Busse, Studien ül)er die Vanille, Separatabdruck aus den ^Ai-beiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte", Bd. XV. Mit zwei Tafeln. 113 S. gr. 8*^. Berlin, Verlas: von Julius Spriiiyer 189S. Der Verfasser, Hülfsarbeiter im Kaiserlichen Gesundheitsamte, hat sich schon durch gründliche Arbeiten über andere Gewürze, nämlich Pfeffer, Muskat und Macis, um die Wissenschaft und praktische Nahrungsmittelkunde verdient gemacht die vorliegende Studie zeigt aber insofern wieder einen l)edeutenden Fortschritt, da sie auch andere Gebiete als die Anatomie und Chemie eingehend behandelt, nämlich die Geschichte, die Botanik, die Entwickelung und Aus- dehnung der Vanillekultur, die Erntebereitung und die Handelssorten. Auf diese Weise entwickelt sich die Studie in der That zu einer Art Monographie, die wegen der kritischen und durch reiche Litteraturkenntnis unterstützten Durcharbeitung einen ganz bedeutenden Fortschritt in der Kenntnis dieser wichtige]] tropischen Kulturpflanze markiert. So sehr wir es auch von unserem Standpunkte aus bedauerji müssen, dafs „der Zucht der Vanillepflanze hier keine Beiücksichtigung zu teil geworden ist", so müssen wir es doch, im Hin- blick darauf, dafs es eine amtliche Publikation des Gesundheitsamtes ist, durchaus anerkennen, dafs es „aufserhalb des Rahmens der Aufgabe lag, das Gebiet der tropischen Landwirtschaft (im engeren Sinne) zu berühren '' Auch ohne diesen Abschnitt bietet die Arbeit dem Pflanzer eine Fülle des Inter- essanten und, wenn wir uns auch an dieser Stelle darauf beschränken müssen, nur einiges aus dem reichen Inhalt herauszugreifen, so werden wir uns doch dadurch schadlos halten, dafs wir in späteren Heften dieser Zeitschrift die Mächtigsten Teile des Kapitels über die Erntebereitung sowie das über die sogenannten Vanillevergiftungen Gesagte wörtlich wiedergel)en. Aus dem geschichtlichen Teile mag hier nur erwähnt werden, dafs die allzu wörtliche Übersetzung des alten aztekischeu Namens der Vanille tlilxochitl (sprich tlilschötschitl), zu deutsch „Schwarzblume", zu vielfachen Irrungen Ver- anlassung gegeben hat, die von 1651 bis 1829 reichen. Der Ausdruck Vanille stammt vonXimenez, der 1615 das lateinische Werk von flernandez in dem Recchi sehen Auszuge ins Mexikanische übertrug und dabei siliqua mit vainilla (vaina = Scheide, Hülse, Schote, vainilla das Diminutiv) üliersetzte. Im botanischen Teil werden nicht weniger als 13 Vanillearten behandelt, doch scheint für den Gewürzhandel so gut wie ausschliefslich nur Vanilla planifolia Audr. in Betracht zu kommen, die aber, wie wir hinzufügen wollen, nach den jetzigen Gesetzen der botanischen Namenbildung wohl in Zukunft Vanilla fragrans (Salisb.) genannt werden mufs. Sie ist zweifellos von Mexiko bis Guyana und I'eru ursprünglich wild, aller Wahrsclieinlichkeit nach auch in Brasilien, dagegen vermutlich nicht in Westindien. Viel verwechselt wurde mit ihr eine gleichfalls von Mexiko bis Guiana verbreitete, nicht aromatische A'anille, die trotzdem als A'anilla aromatica Sw. bezeichnet wurde, besser aber wohl den Namen Vanilla inodora Schiede verdient; sie besitzt ähnliche Früchte wie die echte Vanille und mag als Fälschung in Betracht kommen. Von gröfserer Bedeutung ist die Vanilla pompona Schiede mit sehr viel dickeren Früchten; sie ist von Mexiko bis nach Brasilien verbreitet, kommt auch in Trinidad vor und wird in Martinique und Guadeloupe sogar kultiviert; sie liefert die nach Heliotrop duftenden westindischen Vanillons, die nur in der Parfümerie, nicht als Gewürz Verwendung finden; ob die Vanilla guianensis Splitg. aus Guiana, die ihr Aroma angeblich schnell verlieren soll, eine be- sondere Art ist, oder ob Blüten von V. inodora mit Früchten von V. pompona — Joo — fälsclilicli zusammen beschrieben sind, bleibt zweifelliaft. V. Palmarum Ijindl. von Guiana und Brasilien hat zu kleine Früchte, Y. phaeantha Reich, fil. von Westindien besitzt nur wenig Aroma; über V. claviculata Svv. von Westindien und Yucatan, Y. methonica Reich, fil. u. Warsz. in Columbien, V. odorata Presl von Ecuador, Y. bicolor Lindl von Britisch- Guiana, Y. Gardneri Rolfe und Y. Chamissonis Klotzsch, beide aus dem mittleren oder südlichen Brasilien, sind wir noch durchaus ungenügend in Bezug auf ihre Yerwertung unterrichtet. Was die Ausdehnung der Yanillekultur betrifft, so ist noch immer Mexiko das Hauptland {1892/93 92 577 kg.), dessen Produkt aber fast ausschliefslich nach Amerika geht; Reunion hatte zwar 1890/91 und 1892/93 Mexiko überholt, ist aber in den letzten Jahren bedeutend zurückgegangen (1896/97 65 000 kg); die Seychellen produzierten 1897 etwa 20000 kg, ebensoviel im selben Jahre Tahiti, Mauritius 1890 etwa ßOOOkg, Madagaskar 1894/95 2500 kg, über Guade- loupe und Martinique liegen nur alte Angaben vor, erstere Insel produzierte 1883 5506 kg, sämtliche übrigen Gebiete, darunter Java und Deutsch -Ostafrika, erreichen noch lange keine 1000 kg, so dafs demnach die Weltproduktion kaum 220 000 kg erreichen dürfte. Yon hohem Interesse ist die Beobachtung, dafs die früher so wertvolle Tahiti -Yanille „heute als Gewürz vollkommen unbrauchbar und ihre Verwendung lediglich auf die Parfümerie beschränkt ist", da sie jetzt durchaus den Geruch der heliotropartig riechenden Yanillons besitzt, ob infolge des Bodens und Klimas oder von Bastardierungen, ist vollständig unklar; jeden- falls ist die dortige blühende Yanillenkultur in grbfser Gefahr. Zur Beruhigung aller Yanillenpflanzer schliefsen wir die Besprechung mit der Wiedergabe desjenigen, was der Yerfasser über die Gefährdung der Yanille durch das künstlich hergestellte Yanillin sagt: „Als durch die l)ewundernswerten Arbeiten von Tiemann und Haarmann der wichtigste aromatische Bestandteil der Vanillefrucht zum Gegenstande einer neuen Industrie geworden war, hatte es zunächst den Anschein, als würde das natürliche Produkt, die Yanillefrucht, durch den künstlich erzeugten Körper verdrängt werden. Die Yanillezüchter aller Gebiete und die beteiligten Kreise der Handelswelt gaben sich, wie aus den Berichten der damaligen Zeit hervor- geht, weitgehendsten Befürchtungen hin. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahrzehnte haben jedoch diese Befürchtungen nicht bewahrheitet, im Gegenteil sie haben gelehrt, dafs das eigenartige Aroma der Yanille nicht im Yanillin allein besteht, sondern dafs noch andere, durch die chemische Analyse bisher nicht ermittelte Stoffe daran mitbeteiligt sind Daher hat sich das Yanillin nicht als vollwertiger Ersatz für das alte Gewürz bewährt. Wenngleich die Anwendung jenes Körpers sich ungemein verbreitet hat, so ist doch andererseits die Yanilleproduktion seit Beginn der Yanillinfabrikation ständig im Wachsen begriffen und — was das gegenseitige Verhältnis beider Konkurrenten am besten beleuchtet — das Yanillin ist von Jahr zu Jahr billiger geworden*), während die Yanille sich in annähernd gleicher Preislage gehalten hat, in neuester Zeit sogar im Preise gestiegen ist.**) Diese Thatsachen sind für Vanillekultur und -Handel von grofster Be- deutung, indem sie die einstigen Befürchtungen vollkräftig widerlegen und zu weiteren Unternehmungen in den 'J'ropen anregen." War bürg. *) Eine Zusammenstellung der Vanillinpreise von 187(1 bis 1897 findet sich im Bericht von Schimmel & Co. vom April 1897, S. 72;73. **) Yergl. den Bericlit der Handelskammer von I^eipzig, abgedruckt im „Tropenpflanzer^ 1898, S. 224. 9* — 134 ~ Nachrichten ülier Kaiser Wilhelms-Laiid iiiiil den Bismarck- Archipel. Herausge,u;eben von der Neu-Guinea- Kompagnie zu Berlin. 1898. Durch dieses neueste Heft zieht sich als roter Faden die hoffentlich hald in Aussicht stehende Übernahme der Landeshoheit seitens des Reiches. Sind auch die Bedingungen für die Kompagnie augenblicklich hart, so ist doch nur auf diesem Wege eine gedeihliche Entwicklung des Schutzgebietes zu erreichen. In dem Beamtenpersonal der Pflanzungen haben folgende Veränderungen stattgefunden: Ausgescliieden sind: Pflanzungsassistent Albers, Assistent Thiele, von dem Knesebeck und Haus Blum. Gestorben ist der AdminLstrator 0. Bauinüller. Neu eingetreten sind : Assistent Emil Müller, C. M. Schulle und Hermann Utermöhl. Wiedereingetreten sind: Hauptassistent Carl Müller und Pflanzungsassistent Li n berger. Friedrich Wilhelmshafen, welches zur Hauptverwaltungsstation ausersehen ist, wurde in Bezug auf Gebäude und Anlagen einer gründlichen Reparatur untei'worfen. Gleichzeitig wurde die benachbarte verlassene Tabakspflanzung Jomba wieder eröffnet. Die Regenverhältnisse sollen hier günstiger liegen als in Stephansort, auch hat früher der Jomba-Tabak den höchsten Durchschnittspreis erzielt. Durch Vermittelung der Missionen ist es gelungen, Eingeborene der benachbarten Dörfer bei Rodung des wiederaufgekommenen Busches zu Akkord- arbeiten heranzuziehen. Bis Ende September waren G0(30 Kokospalmen und 2350 Kapokbäume, hauptsächlich an den Wegen gepflanzt, während nächstes Jahr mit Anlage der Talnxksfelder vorgegangen werden soll. Von der Tabaksernte in Stephansort kamen 35050 Kilo in Bremen zum Verkauf und erzielten zum Teil 2.70 Mk. pro V2 Kilo. Der Tabak wird als „schönes zartes Gewächs mit guten, durchgehend hellen Farben bei tadellosem Brand" bezeichnet. Die 1898er Ernte ist infolge frühzeitig eingetretener Trockenheit und zu geringer Arbeitskräfte, hervorgerufen durch den Untergang des Anwerbe- danipfers „Johann Albrechf, ((uantitativ gegen die des Vorjahres zurück- geblieben. Für 1899 werden 200 Felder geplant. Von den 230 ha, die mit Baumwolle bepflanzt sind, war die erste Ernte noch nicht vollendet, ca. 20100 kg Rohbaumwolle waren geerntet. Auch hier gelang es, die Eingeborenen zum Ein- sammeln der Baumwolle im Akkord zu bewegen. Die Kaffeepflanzung ist nicht vergröfsert worden, doch sollen die Pflanzen gut stehen. Die Anzahl der Kokospalmen betrug 34 000 Stück, aufserdem noch etwa 10 000 in Constantinhafen und Erimahafeu. Die vier- und fünfjährigen Palmen werden stark durch einen Käfer geschädigt. Kapok gedeiht vorzüglich, und sind an Wegen 9400 Bäume ausgepflanzt, Die Versuchspflanzung von Lsonandra gutta, Castillua elastica. Hevea brasiliensis und Ficus elastica ist gut gediehen. Es wurde je eine Kautschuk- probe von Castilloa und Ficus eingesandt Die Prüfung durch Sachverständige ergab ein befriedigendes Resultat. Es soll daher diese Pflanzung vergröfsert werden. Das Werben von Kopra durch Traderstationen um Berlinhafen sowie im Bisraarck-Archipel ist begründet und hat als ersten Ertrag 82 Tons geliefert. Die Pflanzung Herbertshöhe umfafste Mitte 1898 626 ha bepflanzte Boden- fläche, an Kokospalmen 46 2(K). Die Baumwolle ergab 1897 nur 12150 kg, d. h. auf den ha nur 28.25 kg, eine Mifsernte. Dagegen wurden 1898 in der ersten Ernte von 382 ha 8500 kg Lintbaumwolle gesammelt. Die Kokospalmen gaben die Erstlingsernte von 10 Tonnen Kopra. — 135 — Durch eine Expedition unter Leitung des Herrn E. Tappenbeck ist es gelungen, den Zusammenhang des 1896 entdeckten Ramu-Flusses mit dem Ottilien-Flufs naclizuweisen und diesen Flufs mit dem Seedampfer Johann Albrecht etwa 110 Seemeilen von der Mündung aufwärts zu befahren. Es ist hierdurch eine äufserst wichtige Wasserstraft^e für das Innere des Schutzgebietes festgestellt. Der Unterlauf des Flusses zieht durch sumpfiges Schwemmland, das erst in einiger Entfernung von der Küste für die Pflanzung geeignet sein dürfte. In diesem Gebiet zeigt sich in unmittelbarer Nähe des Flusses nur spärliche Bevölkerung. Die meteorologischen Beobachtungen zeigen, dafs 1897 regenreicher als die Vorjahre war; auf Tami wurde die bisher in Kaiser Wilhelms-Land noch nicht gemessene Regenhöhe von 7253 mm beobachtet; auch im Bismarck- Archipel war die Regenmenge reichlich. . . eh. Berichte von Heinrich Haensel, Fabrik ätherischer Öle und Essenzen. Pirna a. d. Elbe 1898. Wie alljährlich liegen die vier Quartalsberichte dieser Firma jetzt in ge- schmackvollem Einbände zusammengeheftet vor. Die Berichte enthalten wieder viel Wissenswertes und Neues, teils interessante statistische Notizen, teils auch chemische Untersuchungen. Man kann sich beim Durchblättern dem Eindruck nicht entziehen, dafs es doch von hohem Interesse und grofser Wichtigkeit sein würde, wenn sich auch die deutschen Pflanzer mehr als bisher auf die Er- zeugung ätherischer Öle werfen würden, enorme Summen, die jetzt ins Ausland fliefsen, würden dann deutschen Produzenten zu gute kommen. Allein an Citronellöl exportierte z. B. Ceylon 1897 nicht weniger als 528 000 Kilo (1893 «rst 298 000, 1894 419 000 Kilo), der Jahreskonsum der Welt an Nelken wird auf 5 bis 6 Millionen Kilo geschätzt, Zimmtöl, Cassiaöl, Ingberöl, Stern-Anisöl, Champacaöl und viele andere in tropischen Kulturen gewinnbare Öle spielen eine bedeutende Rolle im Handel, neben vielen Produkten wilder Pflanzen, z. B. Frejaröl, Linaloeöl, Sandelholzöl, wofür sich aber auch in unseren Kolonien teilweiser Ersatz finden dürfte, wie es bei dem ostafrikanischen Sandelholz ja schon thatsächlich der Fall ist; namentlich sollten auch die myrrhenartigen Ge- wächse Deutsch-Ostafrikas, sowie die vielen aromatischen Pflanzen Südwest- afrikas untersucht werden. Gerade die Firma Haensel thut ihr Bestes, neue ätherische Öle aus unseren Kolonien in Aufnahme zu bringen, wie es die viel- fachen Versuche mit Kamerun-Kardamomöl z. B. beweisen. Die in unseren Kolonien ansässigen Pflanzer und Beamten sollten nun auch ihrerseits ihr Bestes thun, Proben von ätherischen Ölen oder von dem wohlriechendem Rohmaterial behufs Prüfung einzusenden Warburg. -l--f Personalnotizen. -f-^ Am 11. Februar ist der durch seine Reisen in Südafrika bekannte Herr R. Schlechter von Hamburg mit dem Dampfer „Adolph Woermann" nach Kamerun abgereist, um dort im Auftrage des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees die dort vorhandenen Kautschukbäume und die Gewinnung des Kautschuks zu studieren, daselbst verbesserte Methoden einzuführen und die dort noch nicht kultivierten Sorten der Kautschuk- Grofskultur zugänglich zu machen, — 13G — Kolonial -Wirtscliaftliches Komitee. (Ajifragen und Auskünfte.) W. Kpeine iu Togo. Über die Rici uus - Samen schreilit uns die Import-Firma E. IT. Worlee & Co. auf unsere Anfrage: Bisher sind die Hauptmärkte für diesen Artikel Murseille und Liver- pool gewesen, für Deutschland spielte dieser Artikel noch keine Rolle, weil keine Öl-Schlägereien vorhanden waren. Xon afrikanischer Saat sind übrigens mehrfach Versuclissendungen am Flam burger Markt gewesen, die Ware ist schon gut, wird sogar direkt von den Fachleuten gelobt, — aber es waren immer nur kleine Loose hier, zum Verarljeiten ein zu geringes Quantum, und die Mühlen wollen dieserhalb ihre Maschinen nicht erst reinigen hissen. Nur wenn entsprechend grofse Quanten angebracht werden, ist Aussicht auf ein Geschäft vorhanden, und wurden wir dann die Sache mit Vergnügen in die Hand nehmen. Der durchschnittliche Marktwert für diese Saat wird so gegen Mark 12 per 100 Kilo sein, ohne Verbindlichkeit. Vielleicht, dafs ab und zu einmal ein etwas höherer Preis erzielt werden könnte, aber im grofsen und ganzen dürfte es ratsam sein, nicht mehr als etwa Mark 12 zu kalkulieren. Ricinus öl kann natürlich in Deutschland ebenso gut geschlagen werden wie in Frankreich, und sind auch verschiedene Ölfabriken bereit, den Artikel in die Hand zu nehmen, sobald die Leute auf regelmäfsige gröfsere Zufuhren rechnen können. Es kann sich nur darum handeln, ob die afrikanische Saat ebenso billig geliefert werden kann, wie ostindische Saat! Dieses scheint bis jetzt nicht der Fall zu sein. + Marktbericht. +-^— Hamburg, 1. März 1899. Die Preise verstehen sich pro 100 kg unverzollt. Arrowroot Jl. 45 bis 90. Baumwolle. Nordamer. middling fair^^. 75.50 bis 76.50, good middling JL 69.50 bis 70 50, low middling J6. 59.50 bis 60.50. Cakao. Caracas ,1/. 140 bis 280, Guayaquil JL 150 bis 160, Doraiuga JC. 134 bis 138, St. Thome JL 138 bis 144, Kamerun JL 140 bis 144. Caffee. Rio ord. M. 52 bis 62, fein ord. J(. 80 bis 86, Santos ord. JL 52 bis 58, good JL 62 bis 66, prima JL 70 bis 80, Bahia JL 52 bis 72^ Guatemala JL 118 bis 138, Mocca JL 140 bis 210. Afrikanischer (Lib. native) JL 62 bis 64, Java JL 130 bis 220, Ceylon JL 180 bis 260. Camphor, raffiniert JL 340 bis 350. Canehl. Ceylon J6. 1,56 bis 320, do. Chips M. 76 bis 80. Cardamom. Malabar JL 700 ))is 900. Coctiin. hj'drochlor. ,//. 350 bis 355 für 1 kg. Cochenille. Ten. gr. JL 220 bis 250. Copra. Ostafrikanische .iL 15 bis 15.75, westafrikanisclie JL 12 bis 14. Cortex, Cascarillae Jt. 95 bis 120, Chinae i-egius JL 225 bis 510. Quiltay JL 33 bis 43. El fenbein JL8.12^/'2 bis 8.25 für Vskg, für Kamerun-Zähne von 15 bis 16Pfd. Er d n u fs. Geschälte Mozambique JL 23 bis 23,20, Togo JL 17.50 bis 18.50. Farbhölzer. Blau, Lag. Camp. JL 11.50 bis 21, Roth, Pernamb. JL 20 bis 30, Sandel JL 7 bis 8, Camwood JL 20 bis 30. Gummi. Guttae JL 425 bis 500, Senegal naturell ,//. 130 bis 230. Guttapercha I. JL 800 bis 15(X», II. JL 300 bis 600. Hanf. Aloe ]Maur. JL .52 bis 54, Sisal Jt. 60 bis 68, Mexic. Palma J(. 38 bis 40, Zacaton JL 70 bis 160. Holz. Eben-, Ceylon J(. 20 bis 32, .Tacaranda bra.sil. JL 16 bis 70, Mahagoiii (per i/ioo cbm) Mexic. JL 2 bis 3.5eut!«iclilaii(l). ^^ Matthias RoMe & Co., Hamburg Spediteure der Kaiserlich Deutschen Marine. Spedition. Kommission. Export. Import. Spezialv erkehr nacli den Deutschen Kolonien. Heinricli Haensel, Pirna, Saclisen. Fabrik ätherischer Oele und Essenzen. Spezialität: TemeiifFBlß, coicßiitrlrtfi, Hielt trieiifle ättieriscliß Oele. Verarbeitung von Rohstoffen aus unseren Kolonien auf ätherische Oele. 141 Fried. Krupp Grusonwerk, MagÜellorE- Kaffee -Seil äl- u. Poliermaschineii, verschiedener Systeme, für Hand-, Riemen- und Göpel- betiieb. Vollständige Anlagen zum Schälen, Polieren nr.d Sortieren von Kaffeefrächten. Zuckerrohr-Walzwerke. Maschinen.nnd Einrichtungeu für Olfabrikation. /erkleineryngsfiiascliinefi jeder M Steinbrechmaseliiueii zur Her- stellniis; von Strasseiiscliolter. Walzeumiilileii, KollergUiige, Pochwerke. Patent - Kugelmühlen. Excelsiormühlen zum Vermählen aller Arten Kömerfrüchte, Farbholz, Drogen, Chemikalien, Gerbstoffe u. s. w. Vollständige Erzaufbereitiuiss- Anlagen, namentlich für Gold- erze. Preisbücher in Deutsch, Eng- lisch und Französisch kostenfrei. Feiten & Guilleaume, Carls werk, Hüllieiui (Rlieiu). Eisen-, Stahl-, Kupfer- und Bronze - Drahtfabrik, Drahtseilerei, Drahtwaarenfabrik, Verzinkerei, Kupferwerk, Fabrik von Tele- graphen-. Telephon- und Lichtkabeln aller Art. Dynamodraht und Installationsleitungen. Zaundraht, Zaundrahtlitzen, Befestigungstheile, als : Schlaufen, Haken, Drahtspanner etc., Bindedraht. Uralitseile 'äf'^^iÄ'^^t^*//*««^^^«^'«»^^^*'^^ iius Eisen, Stuhl und Kupfer. „Triumph" ^talilclrahtketten ohne Schweissiiiig. Vorzüge vor gesclivveissten Ketten : Hohe Bruchfestigkeit, Geringes Gewicht. Grosse Beweglichkeit und Gleichmässigkeit der Gliedform, Eleganz und Billi' ecessaires Essbestecke in Etnis Cantinen mit Koelieinriclitung Relsekisseii in Leder Feldflasoheii Krlininstecher (Feldgläser) Hänseiiiatteii Feldbetten (zusammenlegbar) Zelt« Schiirs-Stiihle Badewannen (zusammenlegbar) .inzüge in Wolle, Leinen und Drei! Xachtanzüee (Pyjamas) Schlaldecken m Wolle oder Kameelhaar Wasserdichte Unterlagen (ground Sheets) Tropenhelme und Schleier Mosqiiito-Xetze Canevas-Schuhe mit Leder- oder Gummisohlen Leder-Schuhe , , , , Troi)enschirme Apotheken Handlaternen Oeldtaschen aus Wildleder Revolver Schlaaringe Deffenstöcke Werkzeuge Ferner halten wir stets Lager von siimnillichen Reiseartikeln — Kofl'ern — Taschen — Portefenille- waaren — Briettaschen — Portemonnaies — Cigarrentaschen — Keisedecken — rohseidenen und' Flanellheniden — Fnterzeugen in Wolle und Baumwolle - Socken Stiefeln — nuten — Mützen — Taschentüchern — Reise-Münteln und -Röcken — (Jiininii-Regenröcken — Bürstenwaaren — Seifen. und Parfiimerien. Jagd-Requisiten, Reit-, Fahr- und Stall-Utensilien. Cakes — Thee — Chocolade — Conserven in Dosen — Havana-Cigarren. Special-Kataloge gratis und franco. R. Beinhaiier Stöhne, Hamburg, ffioSnT43: 1,000,000 1,000,000 — 144 — graines deCaoutchouc deCeara, Manihot Glaziovi, graines de Caoutchouc du Para, Hevea brasiliensis, 1 t\t\i\ i\(\t\ §**^*"^s Caoutchouc du Disponibles au fer et a mesure de l'aiTivde en bon etat en Europe Maniliot Glaziovi (toute rannee), Hevea brasiliensis (avril ä sep- tembre), Castilloa elastica (juin ä septembre). P/antes et g-ra/nes utiles pour /es pays chauds. Envoi des catalogues franco. Godefroy-Lebeuf, Horticulteur, 4 Impasse Girardon, Paris. Ph. Mayfarth & Co., Frankfurt a. M. u. BERLIN N., Chausseestr. 2E. bauen und empfelilen: "P-fl i*T rvr\ ein- und melirscharig. X iiUgv/j für alle Bodenarten. ■ Einzige, durch Luftdruck selbst- thätig arljeitende patentirte Pflaiizciispritzc yySyphonia'' zur Yertilgimg von l'flanzen- schädlingen (Ungeziefer). Trockenapparate für C'aeao, Tliee, Kafleo, Ob.st und («emiise. vegetabilische, mineralische u. ehem. Produkte. Illustrirte Kataloge kostenfrei. Vertreter gesucht. 145 — Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnen-Bedarf vormals Orenstein & Koppel, Berlin SW. Telegr.-Ädresse : Raibys Berlin. 5 Falirii-Elalillsseiiients. Telegrapliensclilüssel : A. B. C.Code 4th Edition. AI. Code Standt & Hundius. ün«er Special-Code. Feldbahn mit elektrischem Betrieb. Ausführung von Industrie- und Plantagen-Bahnen. Bau und Finanzierung von Kleinbahnen und Trambahnen. Illustrierte Kataloge In allen Sprachen gratis und franko. Gustav Heyde I>re!$»8 — 104 cm der Anzug Jlk. 16.75. In den Oberweiten lOs — IK» cm der Anzug Mk. IT.OCh Kronen - Knöpfe versilbert oder vergoldet die Garnitur Mk. 3^50. Flanell -Sport- und Reiseliemden das Stück Mk. 2,50 — 12,00. Die Firma versendet franko Preislisten und Proben, sowie jeden Auftrag von Mk. 20,00 an. Verantwortlich für den wissenschaftlichen Teil des „Tropenpflanzer" Prof. Dr. 0. Warburg, Kerlin. Verantwortlich für den Inseratenteil Th. Wilckens, Sekretlir des Kolonial-Wirtschaftl. Komitees, Berlin. Verlag und Eigenthum des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, l?erlin. Gedruckt und in Vertrieb bei E. b. Mittler & Sohn io lierlin SWii-, Kochstr. 68—71. DER TEOPENPFLANZEE. ZEITSCHRIFT TUR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 3. Jahrgang. Berlin, April 1899. No. 4. Mangabeira-Kaatsehnk. Von Proleesor Dr. O. W arburg. (Mit Abbildung.) Dies ist das Produkt der Hancornia speciosa, eines zu den Apocyneen gehörenden Baumes, der in den trockeneren Gegenden des mittleren, südlich vom Amazonasgebiet gelegenen Brasiliens zu Hause ist. Er findet sich daselbst in den sogenannten Campos cerrados und wird hauptsächlich in den Provinzen Bahia und Pernambuco gewonnen, doch ist sein \^orkommen keineswegs auf diese Gegenden beschränkt; er wächst noch massenhaft in Goyaz und Minag Geraes und tritt daselbst nach Eduall*) „manchmal so zahlreich auf, dafs sie als charaktergebende Pflanze der Vegetation der Campos cerrados ihren Stempel aufsetzt." In der durch die Kaö'ee- kultur so berühmten Provinz S. Paulo findet sich der Baum zwischen Rio Grande im Norden und Paranapanema im Süden, also fast bis zum Wendekreis, doch scbeint er dort die Küstenstriche und das Küstengebirge, die Serra do Mar, zu meiden. Als Hauptgegendeu daselbst werden folgende angegeben: Serra Azul, Cravintras, Sao Simua, Araqaara, Casa Branca, Riberäo Preto. Wahrscheinlich kann er sich als kleiner, auch seinem Aulseren nach der Campos- vegetation augepafster Baum im wilden Zustande und freien Kon- kurrenzkampf nur in solchen Gegenden halten, die eine ziemlich ausgeprägte Trockenperiode besitzen, wenngleich er in Kultur natürlich auch in feuchten Gegendeo gedeiht. Westlich geht er durch Matte Grosso bis zu den Grenzen Perus: sogar in Paraguay wurde in Jacuati südöstlich von Concepcion dieselbe oder eine sehr *] Cnätavo Edwall, Die Mangabeira, der Katitselmkbaum des Staates S. Paulo, Deutsche Zeitung S Paulo No. 99, 1898. Der Verfaeaer war so freundlicli. uns einen Separatabdruck zuzaschtung zu schenken. Viele Kaifeepflanzer werfen sich nämlich daselbst nebenbei auf den Anbau von Mangabeira-Bäumen, RO dals es jetzt schwer halten soll, Saatmaterial zu bekomiuen. Von der Regierung des Staates, welche hoff't, durch den Kautschuk- Ausfuhrzoll (augenblicklich 13pCt. des Wertes) ihre durch die Kaffee- entwertung zerrütteten Finanzen in die Höhe bringen zu können, wurde der interimistische Dii'ektor des agronomischen Institutes zu Campiuas, Dr. A. B. Uchoa Cavalcanti, beauftragt, die in Frage kommenden Gegenden zu bereisen, und ferner ist von dem Kongrefs des Staates S. Paulo ein Gesetz angeijommen zum Schutze und zur Ermunterung der Anpflanzung dieser Bäume, das entschieden die weiteste Beachtung verdient. Der Wortlaut des Gesetzes ist in freier Übersetzung folgender: Artikel I. §' 1. Eine Prämie von 25 Contos de reis (= 25 000 Milreis, also etwa 16 000 Mk.) wird demjenigen bewilligt, der innerhalb 4 Jahren nach Veröfientlichung dieses Gesetzes den Beweis erbringt, dafs er an einem beliebigen Ort des Staates weniger als 60 km von einer Eisenbahn entfernt die gröfste Anzahl Manga- beiras gepflanzt und kultiviert hat, und zwar fortlaufend während eines Zeitraumes von mindestens 2 Jahren, indem zwischen den einzelnen Bäumen der zur Entwickelung derselben nötige Raum gelassen ist. ■ § 2. Eine Prämie von 15 Contos erhält deijenige, welcher die zweitgröfste Anzahl gepflanzt hat. § 3. Eine Prämie von 15 Contos erhält derjenige, welcher die .unter § 1 vorgesehenen Bedingungen, aber in einer gröfseren Ent- fernung von einer Eisenbahn als 60 km erfüllt, § 4. Eine Prämie von 25 Contos erhält derjenige, weicher innerhalb derselben Frist und weniger als 60 km von einer Eisen- bahn entfernt wenigstens 2 Jahre lang die gröfste Zahl Mangabeira bearbeitet hat, das Terrain eingezäunt und alle anderen Baumarteu entfernt hat. — 153 — § 5. Eine Prämie von 15 Contos erhält, derjenige, der als Nächster die gleichen Bedingungen erfüllt. § 6. Eine Prämie von 15 Contos ■ erhält derjenige, der die Bedingungen des § 4 aber in einer gröfseren Entfernung von einer Eisenbahn als 60 km erfüllt. § 7. Eine Prämie von 10 Contos erhält derjenige, der innerhalb des erwähnten Zeitraumes erweisen kann, dafs er in einer vom Standpunkt der Landwirtschaft aus vorteilhaften Weise irgend einen anderen Kautschuk liefernden Baum, z. B. die Manicoba (Manihot Glaziovii), akklimatisiert hat. Artikel II. Eine Prämie von 15 Contos de reis erhält derjenige, der innerhalb des angegebenen Zeitraumes erweisen wird, dafs er die beste Exti'aktionsmethode des Milchsaftes entdeckt habe. Artikel III. Die Regierung wird übrigens ins Einzelne gehende Ausführungsbestimmungen des Gesetzes geben. Artikel IV. Alle entgegengesetzten Bestimmungen sind auf- gehoben. Trotzdem erst relativ wenig über die Kultur der Mangabeira bekannt ist, so läfst sich doch schon mit ziemlicher Sicherheit über- sehen, dafs es ein für die Kautschukkultur sehr wichtiger Baum werden wird. Die aus seiner Verbreitung erweis bare Anspruchs- losigkeit in Bezug auf Boden und Klima, die frühe Erntereife, die grofsen Durchschnittsernten, die Thatsache, dafs er sich als Obst- baum selbst in der rohen Kultur der Indianer bewährt, also jeden- falls leicht zu kultivieren ist, das alles sind Momente, die ihm eine grofse Zukunft prognostizieren. Erwägen wir ferner noch, dafs er sich gerade auf der für Kaffeebau geeigneten, im ganzen aber nicht sehr hochwertigen roten Erde des westlichen S. Paulos bewährt, so kommen wir zu dem Schlufs, dafs dies der richtige Baum für die Roterden unserer afrikanischen Schutzgebiete ist, und dafs wir ihn namentlich in Usambara sowie im Togoland (bei Misahöhe z. B.) so schnell wie möglich in GroCskultur nehmen sollten; er verspricht dort bei weitem mehr als die Manicoba (Manihot Glaziovii) und die Heveas und wird, da er klimahärter, frühreifer und kleiner als die Castilloa ist, wahi'scheinlich auch bedeutend bessere Eesuitnte geben als letztere Art. Etwas über Winterfrucht ini Hanialand. Yon F. Gessert, luachab. Die Winterfrucht ist für das Namaland von besonderer Wichtig- keit, da im Herbst die gröfsten Wassermengen verfügbar sind. Der meiste Regen fällt zwar im Sommer, aber wenn durch diesen — 154 — sich die Flufsthäler mit Wasser gefüllt haben, kommt es bei er- neuten Güssen am leichtesten zu Ueberschwemmungon. Da nun die Regenmenge an sich in den wenigsten Jahren Äckerbau erlaubt, so ist es eben das' Überschwemmungsgelände, das sich durch billige Wehre und Dämme sehr erweitern lälst, welches den billigsten Ackerboden gewährt, der eine künstliche Bewässerung im engeren Sinne nicht erfordert. Bei der Getreideaussaat ist darauf zu achten, dafs die Blüte nicht in die Monate Juli und August fallen darf, die häufig Nacht- fröste aufweisen. Eine Lufttemperatur unter 0° habe ich zwar nie beobachtet — die Farm liegt etwa 900 m hoch — , wohl aber Bodentemperaturen bis zu — 4°, als Folge der starken nächtlichen Ausstrahlung, die starken Thau und öfters Reif verursacht. Der Weizen bestockt sich bier sehr gut, und sind auch die Halme kurz, so ist doch der Stroh ertrag nicht unbeträchtlich. Der Körnerertrag ist dem vorzüglichen Boden entsprechend sehr hoch, vorausgesetzt, dafs man im Kampf mit den zahlreichen Schädlingen obsiegt. Die Blätter der jungen Pflanzen werden von Heuschrecken und Hasen mit besonderer Vorliebe gefressen. Der Heuschrecken- schaden besteht fast nur im Zeitverlust, da die Pflanze wieder neu treibt; diese Plage hört mit den ersten Frösten auf; im Frühjahr und Sommer werden die Schwärme durch die vielen heftigen See- winde tief ins Innere des Kontinents verscheucht, und auch im Herbst treten sie nur mitunter hier zu Lande schädigend auf. Arger hausen die Hasen und Mäuse, Die s(;hlimmsten Feinde sind die Vögel. Man thul gut, den Weizen möglichst früh im Jahr zur Reife kommen zu lassen, wenn die Vögel noch allerwärts im Weide- feld Sämereien linden, also etwa Anfang Oktober. Bin Weizenfeld, das erst im November Ähren trieb, mufste ich grün- schneiden lassen, da die endlosen Schaaren von Siedelsperlingen, Finken, Tauben, und wie all diese niedlichen Gesellen heissen, mehr Wächter zu ihrer Verscheuchung forderten, als die mutmafsliche Ernte ge- lohnt hätte. Aber dies alles sind Feinde, mit denen man auch in anderen Ländern in Streit liegt und ihrer Herr geworden ist. Die lange Trockenheit ist keineswegs schädlich, durch Dürre litt bei geeigneter Bodenbearbeitung im Winter keine Pflanze. Vorzüglich gedeiht die Gerste. Ihre kurze Vegetationsdauer erleichtert es, sie zur richtigen Zeit auszusäen. Ich hatte leider nicht viel, es hatten sich nur einige Körner in die>Weizensaat ver- irrt. Von 6 Stöcken erhielt ich 34 g Körner, obwohl die meisten Ähren angepickt waren! Sehr zufriedenstellerjd gedeiht der Hafer, wenn auch über Kürze des Halms zu klagen ist. _ iö5 — Die RoggeDsaat verdarb leider auf dem langen Seeweg. Jedoch ist es nicht zu bezweifeln, dafs sich auch Roggen hier als Winter- frucht bewährt. Alierwärts, besonders aiii Zuaammenlauf zweier Flüsse verschieden starken Gefälles hat man Auswahl des Bodens vom schwersten bis zum leichtesten. In der richtigen Weise bestellter Boden bleibt länger feucht in den. tieferen Schichten, als die Winterfrucht steht; dies beweidt das eingeführte und einheimische Unkraut wie Kresse und Tsamas, wilde Wassermelonen. Will man Kafferkorn, das hier mehrjährig ist und immer wieder von neuem treibt, sobald es genügend Wasser erhält, als Winterfrucht bauen, so mufs es ziemlich früh zur Aus- saat kommen, damit die Wurzel genügend erstarkt, dafs der Frost der die Pflanze oberflächlich tötet, diese nicht vernichtet, und ebensowenig die Dürre. Im Spätherbst lälst sich ein Grünfutter- schnitt ei-zie^len. In manchen Fällen wird es sich empfehlen, das Kafferkorn unter anderes Getreide als Deckfrucht zu säen, da es zu seiner Entwicklung eine so hohe Wärme verlangt, dafs es erst wieder zu treiben beginnt, wenn die Deckfrucht bereits schnittreif ist. Ermöglichen nun nicht 7rühregen die Ährenbildung, so gewinnt man mindestens eine zweite Ernte dieses vorzüglichen Grünfutters gerade in der Zeit, wo man desselben am meisten bedarf. Linsen und besonders Erbten litten sehr vom Frost des besonders strengen Winters. Da die Eülsenfrüchte jedoch in Ägypten im Winter gebaut werden und hia- wohl kaum stärkerer Frost eintritt wie dort, so steht zu erwartcL, dafs härtere Arten mit mehr Erfolg angebaut werden können. Da vorigen Winter nur die Blätter, nicht die Ranken der Ba- taten erfroren waren, pflanzte ich im Herbst diese mit Weizen als Deckfrucht. Doch Heuschrecken frafsen den Weizen, die Bataten- blätter verschonen sie bekanntlicli, und ehe das Getreide genügend wieder herangewachsen war, hatten Nachtfröste die Ranken zumeist zolltief in de,ri Boden hinein getctet. Auch Tabak gedeiht ohne künstliche Bewässerung auf üeber- schwemmuugsland und im Herbst besonders gut, da in dieser Jahres- zeit am wenigsten heftige Winde auftreten. Man pflanze den Tabak früh genug, dafs vor den Nachtfrösten der erste Schnitt reift. Im Frühjahr schlägt die Pflanze wiedei- aus. So unvollkommen diese Erfahrungen auch sind, das st^ht jeden- falls fest, dafs der Boden des Nam^ilandes wie der mancher anderer arider Länder die Eigentümlichkeit hat, nach einmaliger gründlicher Durchnässung vor der Bestellung die Frucht zur Reife zu bringen. Die eingehendsten diesbezüglichen Beobachtungen dürften bisher in Nord-Amerika gemacht sein. Im Yearbook of U. S. von 1897 sagt — 156 — Miltoii Whitney in einem Aufsatz „Some interestiug soll problems": ^Das Veiiialten einiger dieser liodenarten (der ariden Südwest- Staaten) zum Wasser und zur Feklfrucht ist: sehr aulfallend. Sie nehmen Feuchtigkeit begierig auf, verlieren sie nur langsam durch Verdunstung und liefern den Bedarf der Pflanzen dennoch regel- mäfsig und reichlich, so dass sie langer Dürre widerstehen können, während welcher die Feldfrucht zu wachsen fortfährt ohne Zeichen des Wassermangels." Bekanntlich werden in regenreichen Länderu wie den Oststaaten von Amerik;;, und Deutschland die Pflanzen welk, wenn der Regen nur wenige Wochen aussetzt. So ist es begreiflich, dafs das Märchen aufkam, im Namaland sei Ackerbau ohne künst- liche Bewässerung nicht möglich. Seit dem 24. April fiel hier nur 0,7 mm Regen. Trotzdem war kein Zeichen von Trockenheit bis Ende November zu sehen bei dem, was noch stand, vornehmlich Schilfrohr, das ich als Notfutter anbaute. Fragen Avir uus nun nach der Ursache dieses Verhaltens der Pflanzen, so dürfte diese in der Hygroskopie des salzreichen Bodens zu suchen sein, denn dort, wo nach einmaliger gründlicher Durchfeuehtung, sei es durch Regen oder Ueberschwenimung, trotz langer Dürre eine Ernte gewonnen wii-d, wie in Indien, Mesopotamien, Ägypten, der südwestlichen Union, ist der Boden meist stark alkalisch. Ist der Kamenm-Kakao verbesser «iigsfäliig? Die Güte und der Marktwert der Kakaobolineii wird im veseuüicheii Gra'de mit bedingt durek die bei der Erutobereitung angewandten Metlioden. Der big jetzt von Kanierrm kommende Kakao erzielt zwar recht gute Preise, besitzt auch eine sehr schöne und gleiehmäfsige Farbe, jedoch ist der Gesclimack etwas bitter, so dafs er mit etwa einem Viertel seines Gerticlites Ariba-Kakno vermischt wird, um eine gute für die Fabrikation geeignete Waare 7,u geben. Den Ursachen liiervon nachzugehen, Avurde das kolonial-wirtschaftliche Komitee hauptsächlich veranlafst durch den Verband deutscher Chokolade- Fabrikanten, dessen Syndikn? uns eclion früher Meraxif aufmerksam machte und uns dann wieder nnter dem 3. C%tober 1898 schrieb: .^Ich verfehle nicht, darauf hinzuAveisen. dafs die Frage der Förderung des Kakaobaues, namentlich \n Kamerun, für welche wir naturgemäfs ein sehr grolses Interesse haben, auch bei den Ver- handlungen unseres letzten Verbandstages gestreift wurde. Es wurde aber leider erneut festgestellt, dafs zur Zeit Kamerun-Kakao noch nicht uuA'ermiöcht verwendbar ist. Es wäre uns v/ichtig, zu er- fahren, ob sich dies voraussichtlich später ändern läfst. Nach Meinung von Hamburger Sachverständigen rührt der Mangel davon her, dafs die Bohnen, vielleicht nm ihnen das schönere rote An- sehen zü wahren, ungenügend gegoren haben. — 157 — Auskunft hierüber wäre uns erwünscht, auch sind wir gern bereit, im beiderseitigen Interesse an allen die Verwertung von Kakao betreffenden Maisnahmen des Komitees beratend mitzuwirken." Das Komitee wandte sieh sofort einerseits an den Vorstand der zwei bei weitem bedeutendsten Kakaopfianzungeu Kamerana, Jantztin & Thormälilen in Hamburg, und andererseits an den Leiter des botanischen Gartens in Victoria (Kamerun) Dr. Preufs. Brstere Firma antwortete uns unter dem 8. Oktober Folgendes: „Auf Ihre geehrte Zuschrift vom 5. d. Mts. erwidern wir er- gebenst, dafs es wohl bei fast allen Kakaosorten der Fall ist, dafs Mischungen stattfinden, und der Kamerun -Kakao durchaus keine Ausnahme bildet. Auf den Pflanzungen in Kamerun machen die Bohnen eine sachgemäfse Gärung durch, und die schöne rote Farbe wird nur dadurch erreicht, dafs die Bohnen gewaschen werden, was in anderen Ländern vielfach nicht geschieht." Dr. Preufs, Leiter des botanischen Gai'tens in "Victoria, beantwortete unter dem 18. November 1898 unsere Anfrage ausführlich und zwar fölgendermafsen: „In Beantwortung Ihrer sehr geehrten Zuschrift vom 5. Oktober^ betreffend die Gärung des Kakaos in Kamerun, lasse ich Ihnen eine Abschrift des diesen Gegenstand behandelnden Abschnittes in meinem letzten Jahresberichte zugehen: Bis au diesem Zeitpunkte werden wir in Kamerun hoffentlich auch hinter das Geheimnis einer sachgemäfsen Fermentirung gelangt sein. Zwar ist es nicht absolut sieher, dafs der herbe und strenge Geschmack des Kamerun-Kakaos, welcher ihn ohne Beimischung von anderem Kakao z. B. zur Bereitung von Kakaopulver ungeeignet macht, nur an der Fermentierungs- und Trocken-Methode liegt, aber ich halte dieses für höchst wahrscheinlich und für viel sicherer, als dafs die Boden- oder Knlturverhältnisse oder sonstige klimatische Einflüsse daran schuld sind. Meiner Meinung nach liegt die Ursache in der Heftigkeit und viel zu kurzen Zeitdauer der Gärung.*) Der Kakao gärt nicht gründ- lich aus. Im botanischen ' Garten werden jetzt Versuche gemacht, die Gärung auf längere Zeit auszudehnen, indem man den gärenden Kakao an jedem Tage eiaige Stunden abdeckt und ausbreitet. Die Zeitdauer beträgt jetzt 68 bis 70 Stunden. Der Geschmack und *) Li Übereinstimmung hiermit schreibt die Redaktion des Gordian, Zeitschrift für die Kakao-, Schokoladen- und Zucker waren-Industrie: Was heifst „herber" Geschmack bei Kamerunbolmeu? sflerb" schmecken nur die Kakao- bohnen, die nicht reif geröstet sind, die ihre (Jerbsäure im Gärangsstadium nicht verloren haben. Aber in solchen Fällen schmecken auch die Bohnen aus "Venezuela „herb". Also der , herbe" Geschmack ist keine Eigentümlichkeit der in Kamerun gewachsenen Bohnen allein, sondern aller nicht gar gerösteten Büh]ien. — 158 - das Aussehen der »Nibs« haben hierdurch entschieden gewonnen, aber die schöne Farbe, welche man demjenigen Kakao geben kann, welcher nur 48 Stunden in Fermentation gewesen ist, und welche leider auf den Preis einen so grolsen Einflufs nat, nur weil sie »besticht«, — diese schöne Farbe ist bei länger ausgedehnter Gärung verloren und auch durch Trocknen der Bohnen im intensivsten Sonnenschein nicht wieder zu erlangen. Auch entquillt bei ängerer Gärung vielen Bohnen ein dunkelbrauner Saft, welcher die Farbe beeinträchtigt und sich beim Trocknen als feiner gelber Überzug auf die Nibs legt. « Mit dem Trocknen des Kakaos ohne vca*hergegangenes Waschen sollen gleichfalls Versuche angestellt werden, da auch behauptet wird, das Waschen schädige den Kakao an Aroma (abgesehen vom Gewichtsverlust). Aber der ungewaschene Kakao trocknet viel schwerer als der gewaschene, und um grofs>- Mengen von ersterem zu trocknen, dazu bedürfte es besserer Trockenvorrichtungen, als sie in Kamerun bekannt sind. Alle diese Versuche würden weit schneller und ohne die grofsen Opfer an Arbeitskraft, Zeit und Geld zum Ziele fühi-en, wenn mau die Kultur und die Aufbereitung des Kakaos in den alten Ff oduktions- ländern von Südamerika studieren könnte. Soweit der Jahresbericht, der übrigens jetzt bereits gedruckt sein dürfte. Zur weiteren Erläuterung füge ich noch Folgendes hinzu: In früheren Jahren (1892 bis 1896) wurde auf das Aufsere des Kakaos bedeutend mehr Wert gelegt als jetzt. Damals wurde z, B. der Kakao des Versuchsgartens und der Debunja-Pflanzung wegen der schönen Farbe stets zu höheren Preisen verkauft als derjenige der anderen Plantagen. Er ging dann nach Rufsland, wo er im Detail- handel vertrieben wird, und es ist leicht erklärlich, dafs dabei be sonders ein schönes Aufsere gewünscht war. Seitdem der Kamerun- Kakao aber in Deutschland mehr und mehr Anklang gefunden hat und fast ausschliefslich hier verarbeitet vnrd, haben sich die Ver- h-altnisse insofern geändert, als das Hauptaugenmerk auf den Ge- schmack und das Aussehen der Nibs und nicht auf die Farbe der Schale gerichtet wird. Früher konnte ein Kakao von schönem roten Äusseren inn^n violett oder auch gar schiefergrau sein, or wurde doch gut bezahlt. Jetzt werden stets nur rotbraune Nibs verlaugt. Die Plantagen haben infolgedessen sämtlich die Gärungs- zeit von 48 auf mindestens 60 Stunden verlängert. Dafs auch diese Zeit noch nicht genügt, beweist der Umstand, dafs der Kamerun- Kakao immer noch nicht allein für sich verarbeitet werden kann. — 159 — Ich habe aus dem botanischen Garten im November 61 Sack Kakao verschifft an Spediteur Ernst Kraft in Hamburg, welcher eine Gärungszeit von 68 bis 70 Stunden durchgemacht hat. In nächster Zeit, d. h. Anfang Januar, werde ich Kakao verschiffen, welcher teils 48, teils 70, teils 94 Stunden gegoren hat und teils gewaschen worden ist, teils nicht. Es ist mein Wunsch, diesen durch eine absolut zuverlässige Fabrik unvermischt verarbeiten zu lassen, um ein sicheres urteil über den Wert zu erlangen. Wahrscheinlich bringe ich diesen Kakao selbst nach Europa, und vielleicht ist mir das Komitee beim Auffinden einer geeigneten Fabrik behülflich." Wie man sieht, stehen sich hier zwei Ansichten gegenüber, die eine wird vertreten von den Schokoladefabrikanten und unterstützt von dem Leiter des botanischen Gartens von Yictoria; beide behaupten, der Kamerun-Kakao mufs verbessert werden: auf der anderen Seite stehen die Pflanzungsinteresseuten, die sagen, eine Verbesserung sei nicht nötig, der Kakao luache sehr gute Preise und könne ja von den Fabrikanten mit uiilden Sorten gemischt werden. Die Konsequenzen in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung Kameruns hat dann Dr. Preufs in seinem Jahresbei-icht der Versuchsstation Victoria ge- zogen, und da dei-selbe im allgemeinen „Jahresbericht über die Entwickelung der Deutschen Schutzgebiete im Jahre 1807/98", als Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt" Aufnahme fand, so gelangten die Ausführungen in viele politische Tageszeitungen und haben im gröfaeren Publikum Besorgnisse erregt. Die in Betracht kommenden Schlufssätze sind hier wiedergegeben: „Der botanische Garten steht jetzt vor einem entscheidenden Moment in seiner Entwickelung, und die Entscheidung ruht voll- ständig in den Händen des Auswärtigen Amtes, Kolonialabteilung. Soll das bisher innegehaltene rasche Tempo in der Entwickelung beibehalten, soll der Versuchsgarten auch fernerhin seine Bedeutung für das Schutzgebiet behalten und erweitei*n und seine führende Stelle in den wirtschaftlichen Bestiebungen nicht verlieren, sondern befestigen, so mufs dem Leiter des Gartens Gelegenheit gegeben werden, seine Kenntnisse der tropischen Agrikultur durch ein Studium in den ältesten Kulturländern in einer für diesen Zweck genügenden Weise zu vervollständigen, so dafs er auch jeder Zeit den Pflanzungen als Helfer und Berater zur Seite stehen kann. Eine Weiterentwickelung des Gartens aus sich selbst heraus, wie bisher, kann von jetzt ab nur sehr langsam und mit einem unverhältnismäfsig grolsen Aufwand von Arbeitskraft und Geld vor sich gehen. Der Garten würde seine führende Stellung verlieren zum grofsen Schaden des Schutzgebietes. In Erwägung aller dieser Dinge habe ich dem Auswärtigen Amte, Kolonialabteilung, den Vorschlag unterbreitet, mich eine Studienreise zunächst einmal in die ältesten Kakaoländer von Central- und Süd-Amerika machen zu lassen, um die dort üblichen Gärungs- ~ 160 — und Trocken-Methoden und die dazu erforderlichen Einrichtungen kennen zu lernen, ferner um die Kultur der Vanille, des Perubalsam- baumes, des Kaffees und des Kautschuks etc. zu studieren und das beste Pflanzenmaterial nach Victoria lu schaifen. Das Projekt ist fallen gelassen worden wegen Geldmangels, obgleich allein die dies- jährigen ßrutto-Einnahmen des botaüischen Gartens beinahe zur Ausführung der Reise genügt hätten. Ich kann nicht glauben, dafs dieser ßeschlufs ein definitiver sein soll, denn die Notwendigkeit der Ausführung des Planes liegt auf der Hand. Sie ist unendlich viel dringlicher für Kamerun als für Ostafrika, wo jetzt, wie ich höre, der Leiter der landwirtschaftlichen Station Kwai nach Indien geschickt werden soll, um die Kultur tropischer Gewächse zu studieren, obgleich er noch niemals mit solchen Kulturen sich be- schäftigt hat und auch in Ostafrika verhältnismäfsig wenig Gelegen- heit dazu haben wird, denn die wertvollsten Kulturpflanzen, welche gerade in Kamerun so vorzüglich gedeihen, kommen in Ostafrika wegen der minderwertigen Bodenverhältnisse etc. nicht fort, und an den wenigeu Stellen, wo sie eventuell gedeihen köunten, ist keine Aussicht auf Rentabilität der Kulturen vorhandec. Zu Gunsten Ostafrikas ist der frisch aufblühenden und leistungsfähigen bota- nischen Versuchsstation in Victoria gerade im entscheidenden Momente die Möglichkeit zur weiteren Entwickelung genommen worden. Eine solche Bevorzugung vor Kamerun verdient es seinem Werte nach entschieden nicht. Kamerun befindet sich zur Zeit in einem ganz bedeutenden, wirtschaftlichen Aufschwünge. Ein Kapital von vielen Millionen ist in grofsartigen Pflanzuugsunternehmungen angelegt worden. Riesige Länderkomplexe sind bepflanzt worden. Aber eine grofse Gefahr droht gerade den neueren in üTofsartigem Stil angelegten Unternehmungen. Man ist nicht genügend mit der sachgemäfsen Aufbereitung der Ernte und noch weit weniger mit den erforder- lichen Gärungs- und Trocken-Einrichtungen bekannt, auf die alles ankommt. Man verliefs sich darauf, dafs die Regierung durch die Versuchsplantage für eiue rechtzeitige Kenntnis dieser Dinge sorgen würde. Geschielit dieses nicht bei Zeiten, so sind .Mifserfolge und wirtschaftliche Rückschläge von so ernster Natur zu befürchten, dafs Kamerun sich schwer davon erhclen würde. Nur durch un- ausgesetzte Bemühungen in den letzten drei Jahren ist es dem Gouvernement gelungen, die vielversprechenden Unternehmungen in dem mit Unrecht so verrufenen Kamerun ins Leben zu rufen. Soll alle die Mühe umsonst aufgewendet sein, nur weil die Möglichkeit nicht ausgenutzt wird, den Erfolg zu sichern? (gez.) Preufs, Leiter des botanischen Gartens." — 161 — Die Tageszeituiigen haben seibstveratändlich nicht den ganzen Abschnitt abgedruckt, sondern je nach ihrem Standpunkte einige wenige Sätze daraus entnommen. Dadurch mul'sten natürlich im gröiseren Publikum, welches der wirtschaftlichen Anfsehwuiig Kameruns nicht kennt, Befürchtungen erweckt tperden, die indirekt ^\ieder den Pflanzungsgesellschaften schädlich sein konnten. Um diesen befürchteten Wirkungen im gröfseren Publikum entgegen- zutreten, ist dann aus den Interesaentenkreiaen ein längerer Artikel hervor- gegangen, der zuerst im ^Handelsblatt der Hamlmrger Bürsenhalle* erschien, dann aber auch in viele andere Blätter überging, den wir aber ans Mangel an Raum leider nicht ganz zum Abdruck bringen können. Er richtet sich vor allem gegen einen nach Ansicht der Interessenten in den Ausführungen von Dr. Preufs liegenden Vorwarf, als ob die beteiligten Pflanzungsgesellschaften es versäumten, die Erfahrungen der älteren Pflanzungen Mittelamerikas sich zu Nutzen zu machen. Der Schlufs des Artikels beschäftigt sich mit dem Trocknen des Kakaos in Kamerun nnd dem Geschmack desselben; es heifst daselböt: y,Der Kakao wird zur Zeit mit Hilfe der Dörrapparate aus der bekannten Frankfurter Fabrik von Gebr. Mavfarth ge- trocknet. Diese haben sich zur völligen Zufriedenheit be- währt: es ist nur zu wünschen, dafs die Fabrik Apparate liefert, die ein gi'öfseres Quantum als das bisherige auf einmal trocknen können. An und für sich aber wird der Kakao durch die May- farthschen Apparate so vorzüglich getrocknet, dafs Gärung und Trocknung nichts zu wünschen übrig lassen. Dies beweist am besten der Umstand, dafs der Kakao auf dem Hamburger Markt stets einen sehr guten Preis erzielt hat, dafs Reklamationen seitens der Käufer wegen mangelhafter Qualität bisher nicht erfolgt sind und dafs die ganzen Jahresernten regelmäfsig im voraus haben verkauft werden könneu. Ganz verkehrt ist es, wenn der etwas herbe Geschmak der Kakaobohnen in jenem Artikel auf mangel- hafte Trockeuvorrichtungen zurückgeführt wird. Der herbe Ge- schmack kann kaum als ein Mangel bezeichnet werden, denn er hängt mit der grofsen Ergiebigkeit der Bohnen für die Fabrikation zusammen, was jedenfalls ihren Wert für den Fabrikanten erhöht; der Fabrikant ist nur erfreut; wenn er ausgiebigen Kakao erhall. Den strengen Geschmack beseitigt er durch Mischung mit leichteren Sorten. Das geschieht bei der Kakaofabrikation stets, ebenso wie in anderen Artikeln, z. B. mit Kaflee. Der Erfolg jeder Pflanzung hängt in erster Reihe von der Qualität ihres Produktes ab. Diese Qualität ist bei Kamerun -Kakao, wie allgemeiii erkannt wird, erst- klassig, in zweiter Reihe kommt es sodann auf die Behandlung des Produktes an, und zwar in beiden Richtungen, dafs die Vor- aussetzungen für diese Behandlung genügen, um stets die ganze Ernte bewältigen zu können, und zweitens, dafs die Behandlung selbst eine der Eigenartigkeit des Produktes angepafste ist. In baidan iBf^iekTirncen können die Pflanzungen nicht von anderen — 162 — Ländern lernen, sondern haben sich aus sich selbst entwickeln und belehren müssen. Das ist im vollen Umfange geschehfjn, und wenn die Einrichtungen, welche sie jetzt zum Theil gemacht, zum Theil bestellt haben, vollendet sein werden, kann man wohl behaupten, dafs andere Plantagen Sachverständige mit Erfolg nach Kamerun werden schicken können, ohne dafs die Kameruner Pflanzer nötig haben, Ahnliches zu tliun. Soweit der Artikel, der, wie raaii sieht, nur auf die Trocknung, nicht auf die Gärung des Kakaos in Kamerun des nähereu eingeht. Dr. Preufs vermutet aber, dals gerade die kurze Gärung die Ursache des bitteren Geschmackes ist. Selbst wenn augenblicklich bei den noch nicht sehr bedeutenden Quantitäten, um die es sich in Kamerun handelt, der bittere Geschmack noch nicht preisdrückend in Betracht kommt und auch durch die schöne Farbe kompensiert wird, so ist hierauf nicht für alle Zukunft zu rechnen. Auch die bisherigen Trocknungsvorrichtungen in Kamerun genügen, wie Dr. Preufs mitteilt, schon bei der jetzigen, noch nicht sehr grofsen Produktion absolut nicht mehr, so dafs infolgedessen grofse Mengen von Kakaobohnen ein- fach verfaulen und gar nicht auf den Markt gelangen. Es mufs das Bestreben aller beteiligten Kreise darauf gerichtet sein, einen ebensogut vvie bisher aussehenden und rein schmeckenden aber weniger bitteren Kakao in Kamerun herzustellen; ob der bittere Geschmack durch klimatische Verliältnisse, durch die Varietät oder durch die Bereitung bedingt wird odfcir ubev durch eine komplexe Wirkung zweier oder aller drei Faktoi'eJi, kann nur durch systematische Arbeit in Kamerun selbst festgestellt werden; nur die Annahme, dafs jeder Kakao bei jeder .Bereitungsweise in Kamerun den gleichen bitteren. Geschmack annehme, ist von vornherein ziemlich ausgeschlossen. Über die in anderen Produktionsgegendeu üblichen Gärungs- und IVocknungs- methoden läfst sich wohl kaum durch Konsiliarberichte und die vorliegende Litteratur genügend Klarheit gewinnen, um analoge Versuche in Kamerun an- stellen zu können. Eine Studienreise in die fl'auptproduktionsländer des Kakao ist der einfachste Weg, um zur Klarheit und zu praktischen Vorschlägen zu gelangen. Zu]!!. Schlufs möge noch darauf hingewiesen werden, dafs auch in Trinidad über den bittereu Geschmack geklagt wird, der erst in den letzten zehn Jahren, nnd zwar immer starker, hervortritt, so dafs der Direktor des dortigen botanischen Gartens, Har t , kürzlich ernste Besorgnisse wegen der immer schlechter werdenden Qualität äafserte, da die Fabrikanten dann nicht mehr imstande seien, so viel davon zu benutzen, wie seither. Er schiebt die Veischlechterung aber nicht auf die Gärungs- und Trocknungsmethoden, sondern auf die zunehmende Kultur geringer Sorten und auf das geringe Interesse, nach wissenschaftlichen Prinzipien die besten \ind wertvollsten Sorten zu züchten und zu kultivieren; es sei buhe Zeit, sagt Hart, mit der Arbelt der Verbesserung der Qualität zu be- ginnen. In ditsetu Funkte, wissen wir ja, steht der schöne Garten von Victoria in Kamerun, dank der Fürsorge von Dr. Preufs, mit seinen 72 dort kulti- vierten Spielarten des Kakao allen anderen voran. (Bed.) «•■ »»»>>>:»> 163 <«« < :«<«<: cC - VI ^ ^ ins deutschen Kolonien. • n^ ^ ^ • Die Exportartikel Lindis. Lber die Exportartikel Lindis in Deutsch - Ostafrika belehrt uns eine Mustersendung B. Perrots. Die Ausfuhr von Lindi setzt sich danach zu- sammen aus 4 Gretreidearten, 5 Hülsenfrüchten,- 1 Ölfrucht, 1 Geuufsmittel, 4 Kautschuksorten und 1 Medizinaldroge. Die vier Getreidearten sind; 1. die grofse Hirse i Sorghum vulgare), Kisuaheli mtama, 2. Die Kerzenhirse (Pennisetum spicatum\ Kisuaheli mavele, 3. Reis lOryza sativa!, Kisuaheli mpunga, 4. Mais (Zea Mays), Kisuaheli muhindi. Die Hülsenfrüchte sind: 1. die Gartenbohne (Phaseolus vnlgarisi, Kisuaheli künde, 2. die Mungobohne (Pliaseolus mungo), -Kisuaheli chirokko, 3. die Erbsenbohne (Cajanus indicus), Kisuaheli mbalazi, 4. die Erduui's (Arachis hypogaea), Kisuaheli njugu nyassa, 5. die Erderbse i.Yoaudzeia 6ubterrauea\ Kisuaheli njugu mave. Die Mondbohne i.Pbaseolus lunatus), Kisuaheli fivi, wird nur in geringer Anzahl füx persönlichen Bedarf gezogen und kommt, als Exportartikel nicht in Betracht. Die Ölfrucht ist aufser der erwähnten Erdnufs Sesam (Sesamum indicum), Kisuaheli ufuta. Das Genufsmittel ist die Nufs der Arecapalmc (Areea Catecha), Kisuaheli mpopoo. Die Medizinaldroge ist die Colomboworzel ( Jathrorrhiza palmata\ Kisuaheli kaüma. Die vier Kautschuksorten stammen von Nyassa, Mufera. Mävia, Matsehamba und werden demnächst ausführlich besprochen werden. ^Dafs Lindi die Kornkammer für ganz Ostafriltü ist, zeigen die grofsen Getreideexporte nach allen ostafrikanischen Häfen, von Mombassa bis Delagoabay, ja selbst nach Aden und Suez werden gröfsere Quantitäten versandt. Als vor drei Jahren die Hungersnot in Indien akut war, sind ganze Massen von Getreide dorthin versandt worden. Wenn erst die ostafrikanischen Neger gelernt haben werden, ihre Reisgelände richtig auszunutzen, dann wird auch der bis jetzt noch kolossale Reisimport nach Deutsch-Ostafrika sich auf ein Minimum reduzieren. Der Anbau voji Sesam im Bezirk Lindi ist durch das Gebot der Station, dafs ein Drittel sämtlichen angebauten Landes mit Sesam bestellt werden mül'ste, im vorigen Jahre bedeutend gröfser gewesen als sonst, und es war schon im Juli bereite etwa doppelt soviel auegeführt worden als im ganzen vorigen Jahre. Wenn die Neger erst eingesehen haben, wie viel gröfser ihr Gewinn beim Sesambau ist als am Mtamabau, dann wird sich der Sesamexport noch bedeutend erhöhen,* zumal da nach der Niederwerfung der räuberischen Wangoni die friedliehe Entwickelcng des Landes einen grofsen Aufschwung nehmen wird. Auf eine Vergrofsernng des P^dnufsbaues habe ich nicht viel Hotfnung, da der Anbau des Sesam leichter und müheloser und der Ertrag gröfser ist. Auch eignet sich lange nir-ht jeder Boden für die Erdnufs, während Sesam überall, auch auf steinigem Terrain, wächst. Tropenpflanzer, 1Ö99. Heft 4. IX — 164 — Dem Artikel Colombowurzel wird jetzt hier immer grufserc Aufmerk- samkeit geselieiikt, denn die Colombowurzel kommt hier ziemlich zahlreich vor, doch sind die heimischen Preise za achwankend, um dieses Geschäft vorläufipf forcieren zu können. Die wenigen Betel palmen. die im hiesigen Bezirk wachsen, decken lange nicht den Bedarf an Betelnüsseii, dieselben kommen meist von der Insel Mafia oder hus Sansibar " Gutachten über Kaffee aus Togo und Kamerun. Das kolonialwirtschaftliche Komitee erhielt im Sommer vorigen Jahres von der Regierung eine Probe Liberia-Kaflee von Misahöhe im Togosrebiet, und zu Beginn dieses Jahres eine Probe arabischen Kafiees von Johann- Albrechtehöhe in Kamerun znr Begutachtaiig. Die bekannten Kafifeefirmcn J. A. liUtze und A. Zuntz sei. Wwe. sowie das deutsche Kolonialhaus Bruno Antelmann erteilten folgende Gutachten: Liberia-KaiTee vou Misahöhe (Tog^o). J. A. Lutze: Die mir zur Beurteilung übergebene Probe Liberia-Kaffee habe ich heute geprüft und dabei geCundeJi, dafs die Qualität de.g Kaffees der- jenigen der mir öfter von Holland offerierten Liberia -Kaffees ungefähr gleichkommt. Die grünliche Farbe des mir vorliegenden Kaffees weicht indessen von derjenigen der holländischen Kaffees, welche im allgemeinen gelb sind, ab. Liberia-Kaffees werden in Deutschland fast gar nicht oder nur sehr wenig gekauft, ich z. B. führe dieselben in meinem Geschäft gar nicht. Aus diesem Grunde kann ich auch eine genaue Preislage nicht abgeben, ujigefähr halte ich den Kaffee für 40 bis 45 Pf. pro Pfund frei ab Hamburg ohne Zoll wert. A. Zuntz ^el. Wwe.: Die mir dieser Tage übersandte Probe Liberia- Kaffee aus Misahöhe, Togo, habe ich eingehend probirt und im Geschmack vor- züglich befunden. Der Kaffee nähert sieh darin sehr den centralamerikanischen Sorten (^Portorico) und durfte nach heutiger Marktlage mit 66 bis 6S Pf pro '/2 kg zu bewerten sein. Das Aussehen ist ja vorderhand noch kein schönes, doch zweifle ich nicht, dafs sich der Kuffee bei entsprechender Behandlung auch nach dieser Richtung hin wesentlich verbessern wird. Sollte der Verkauf der diesjährigen Kolouial- ernte in Dire Hände gelegt werden, so bitte mir die Muster der betreffenden Kaffees zugängig zu machen, da ich Nehmer zu den jeweiligen Tagespreisen bin. Bruno Antelmann: Der uns freundlichst überlassene Liberia-Kaffee von Misahöhe (.Togo) ist gefälliger für das Auge als der bis jetzt bekannte Togo- Kaffee, weil hier die Bohnen grofs und egal und nicht so verkrüppelt als bei dem anderen sind. Der Geschmack ist noch etwas scharf, das dürfte wohl aber namentlich dem frischen Zustand der Bohnen zuzuschreiben sein, denn Sie haben mir eine noch grüne nicht genügend getrockneti; Bohne zur Begutachtung über- lassen. Ich glaube, dafs der Preis an der Börse dem Liberia-Kaffee gleich- gestellt wird, der wohl aiiL'"onblicklich 30 bis 40 Pf. pro V2 kg unversteaert kosten dürfte. Ich wäre bereit, die I^nte, von der Sie sprachen, zu übernehmen, weil ich der Meinung bin, dafs durch den Vertrieb durch das deutsche Kolonialhaus dieser Kaffee von Misahöhe am besten bei unseren Kolonialfreunden bekannt — 165 — wird: denn bis dato ist in den breitertn Schichten koionialer Kreise wenig über die Misahöhe-Pflaiizungen bekannt geworden. Spricht man erst darüber, wie über den Usambara-Kaffee und den Kamerun- Kakao, dann werden sich auch Wiederverkäufer t -xfür interessieren müssen und g«nz acceptable Preise gern an der Börse zahlen. Arabischer Kaffee tou Jobaan-iJbreehti>liöhe fKamemn). J. A. Lutze: Höflichst Bezug nehmend auf die geehrten Schreiben vom 16. Februar und 3. März d. J., erwiedere ich in Abwesenheit meines Herrn Weber ganz ergebenst, dais eine maisgabende Beurteilung des Kaffees nach der Qualität leider nicht möglich ist. da bei den verschiedenen Versuchen sämmtliche Proben teils mehr, teils weniger einen unangenehmen , geilen" Ge- schmack zeigten. Um aber den Kaffee dem Aufseren nach richtig zu beurteilen, wäre eine fertig geschälte Probe notwendig, nm das Yerhältnis von dürren und beschädigten Bohnen, die der Kaffee zu besitzen scheint, feststellen zu können. Nach dem bisher gewonnenen Bild hat der Kaffee — von der Provenienz abgesehen — zu den heutigen gedrückten Notierungen keinen höheren Wert als 55 bis 58 Pf pro V/2 kg anverzollt ab Hamburg. A. Zuntz sei. Wwe.: Ich bestätige Ihnen den Empfang Ihi'es geehrten Gestrigen nebst einer Probe Kaffee aus Kamerun, die ich einer Untersuchung unterzogen habe. Nach dem Aussehen der Ware und der«n Geachniaek rnufs der Boden Kameruns für die Entwickelung des Kaffeegewächses günstig sein. Eine Regenerierung der Frucht, wie sie bei Neuanpflanzungen im Anfange üblich ist, scheint lei diesem Produkte nicht eingetreten zu sein, was ein günstiges Zeichen ist. Der Kaffee hat einen absolut reinen Gesclimack und ist auch sehr kräftig, nur fehlt ihm etwas von dem feinen Aroma, welches andere deutsch-ostafrikanische Kaffees, z. B Usambara-Kaffee, in vermehrtem Mafse zeigen. Ich führe dies aber mehr auf den Umstand zurück, dafs die herüber- gesandte AVurc nicht im Produktionslaode geschält, sondern in den Hülsen herübergesandt worden ist. Diese Art des Versandes wirkt auf die Qualität des Kaffees ungünstig ein, wie z. ß. aucli Guatemala- Kaffee, der in Hüls&ß nach dem Kontinent gesandt wird, nicht im Entferntesten so fein ist wie dnufeen geschälte Ware. Ich würde den Kaffee nach heuriger Marktlage auf 50 bis 60 Pf. pro V2 kg' unverzollt taxieren, glaube aber, dafs sich für denselben, wenn im Produktions- lande geschält und zubereitet, ein höherer Preis erzielen lassen würde, um so »ehr, als dentsch-ostafrikanische Kaffees ein gesuchter Artikel sind und sogar 3iicht unerhebliche Phantasiepreise bedingen. « jV '^ — V« a •y»»>>s^»>^ Aus fremden Kolonien, c^^^^^«^ Oitronell-Gräser in den portugiesischen Besitzungen Afrikas. Andropogon cilratus Hort, ex DC. (A. Schoenanthns Wall, non L.), das Lemongras von Indien, wird in S. Thome, in Principe luid auf der kleinen Insel Eolas, die im Süden von S. Thome liegt; viel kultiviert. Auf diesen Inseln heisst diese Graminee ,Capim da Gabäo, Chä do Gabäo, Belgata". In allen Plantagen und in der Nähe der Wohnungen der Eingeborenen trifft man 11* — 166 - einige Exemplare dieser Pflanze an, in einigen mehr, in anderen weniger, aber nie mehr als ein paar Dutzend. I-^^-h habe diese Pflanze vom Littoral bis zu 1450 m Höhe angetroffen. Als ich im August 1885 auf dem „Pico de S. T'home" (dem höchsten Gipfel der Insel, 2142 m Höhe) war, habe ich auf dem Gipfel dieses Berges einige Andropogon -Pflanzen zum Andenken gepflanzt. An- dropogon citratus ITort. ex DC. soll eine Form oder Varietiit von A. Schoe- nanthus L. sein; er blüht sehr selten. Das Gras wurde vor vielen Jahren in S. Thome von Gabun aus eingeführt und ging dann von dieser Insel nach Principe und ßolas. Es wird ferner auch auf den portugiesischen Inseln im Guinea- Busen kultiviert, aber nur als Medizinal-Pflanze. Das Dekokt seiner Blätter ist nämlich ein vorzügliches schweisstreibendes Mittel, vielleicht das einzige dort gebrauchte; es wird hierzu in gleicherweise von Weissen wie von Negern benutzt. Es ist auch ein gutes Reizmittel, Blähungsmittel und Mittel wider die Krämpfe. Als ich dort war, sowie auch später, habe ich oftmals den Pflanzern von S. Thome mündlich und schriftlich gerathen, diese Pflanze im Grofsen anzubauen, um das Ol daraus zu gewinnen, aber bis jetzt hat sich leider niemand darum bekümmert. Vor vier Jahren habe ich einen Freund, welcher in S. ITiome lebt, gebeten, eine Probe von Andropogon- Öl zu be- reiten. Obgleich er keine für Essenzen geeignete Destillirapparate hatte, so hat er doch 1 kg Öl in einem gewöhnlichen Destillirkolben bereitet. Diese Probe hat er mir geschickt: ich habe das Öl in Lissabon Seifen- und Essenz- fabrikanten gezeigt, die aber behaupteten, dass es keinen Wert habe. Mein Freund schrieb mir, dafs die Leute in S. Thomö über das Öl lachten und gleich- falls sagten, dafs es keinen Wert finden würde Im Jahre 1897 äendete ich eine Probe dieses Öles an Dr. P. Siedler in Berlin, und nach kurzer Z«^it schrieb er mir, dafs sie als eine ausgezeichnete Qualität bezeichnet werden müsse. Herr Kommerzienrat Haensel in Pirma hatte die Güte, das Öl zu untersuchen; die Resultate sind in hohem Grade bemerkenswert. Herr Dr. Siedler hat im Anfang 1898 in der Sitzung der Deutschen Pharm ezeutischen Gesellschaft über das Andropogon-Öl von S. Th' me gesagt: „. . . Während nämlich Citronellöl (von Andro]^jogon Nardus L.) und das Lemon- graaöl des Handels nach links drehen, ist das vorliegende Öl optisch so gut wie inaktiv, verhält sich also nach dieser Richtung wie reines Citral. Auch der Geruch des Öls deutet auf einen hohen Citralgehalt. Die Resultate sind ...US nachstehender Tabelle ersichtlich. Da da^^ Gra.? auch in Kamerun*) massen- haft vorkommt, wäre eine Ausnutzung desselben zum Zwecke der Bereitung des wertvollen Öl8 sehr wünschenswert. Nachträglich erfahre ich durch Herrn Kommerzienrat Haensel, dafs Lemongrasöl augenblicklich der Gegenstand wilder PreisBi)ekuiationen ist und in London auf 30 Mk. per Kilogramm getrieben werden soll. Refrakto- «« , P.w Polarisation Tueterzahl Brechungs- Spez. Gew. z^iis index im 100 mm- Wollny 20 ° bell5°C. ß^jj^ 20° Na -Licht Citroncllül 0,895-0,910 —10,86 82.0 1:4794 Lemongrasöl des Handels . 0,895—0.910 — 4,18 94,6 1,4SG4 von S. Thom6 0,8953 =h 0,00 80,9 1,4789 Eine quantitative Bestimmung des Citralgehalts würde das Bild noch vervollständigen." *) Der Andropogon von Kamerun ist eher A. Schoenanthus. - 167 — Ich habe schon diese ermunternden Resultate nach S. ITiome geschickt, aber die Leute rühren «sich nicht. Da die Deutschen viel mehr uiiteruefimend sind als die Portugieaen, hoffe ich, dafs sie recht bald Andropogon citratus Hort, ex DC. in Kamernn kultivieren and das Öl fiibrizieren werden. Auf den Kapverdischen Inseln im portugiesischen Seuegambien (Guine); poTtugiesiacheii Kongo und Angola wächst Andropogon Sehoenanthue L. In den portugiesischen Kolonien West-Afrikas heifst diese Pflanze „Belgata". Auch sie wird dort viel als schweifstreibendes Mittel gebraucht. Das medi- zinische Öl ^Seri* wird aus den Wurzeln von A. Schoenanthus L. herge- stellt. In Beuguella. Mossamedes und anderen Orten von Angola aromatisirt man den aas Zuckerrohr hergestellten Branntwein vielfach mit den Blättern von Andropogon Schoentuithus L. Dieser aromatiaierte Branntwein soll sehr gut gegen SlähuTig, Magensäure etc. sein; auch ein Likör wird davon gemacht. Uebrigens waren auf der Koloniai-Ausstellung von Oporto im Jahre 1894 auch Brajmtweinproben aus S. Thome ausgestellt, die mit den Blättern von Andro- pogon citratus aromatisirt waren. Im portugiesischen OstafrikafMozambiquel wäx;hst Andropogon NardusL. {A. Schoenaiithus Thuiib. nou L.). Die Franzosen nennen das Öl dieser Pflanze „Essence de citron ou de citrooelle", das von Andropogon citratus „Bseence de melisse de i'Tnde ou de Nerveine" und das von Andropogon Schoenanr.hus ^Essence de Rusa, Qingetnbre et Geranium.* Ad. F. ^oller-Gt^irabra, Landwirtschaftliclie Notizen aus Ägypten. Die kunstveiche Bewässerung des Landes ist im Delta etwa folgender- Tnafaen eingerichtet: Der Staat reguliert die verschiedenen Anne des Nils, baut Kanäle und hält sie im Stand. Ferner legt er grofae Draingräben an, die in den niedrig gelegenen Küstenseen münden. Die Gemeinden und gröfseren Pfianzungeu entnehmen von den Staatskanälen das Wasser für eina gröfsere Fläche Landes, heben es, wenn nötig, mittelst Dampfpurapen und leiten es in einem kleinen Kanal mitten durch ihr Gebiet. Aufserdem sammeln sie in einem offenen Draingraben das überschüssig abfliefsende Wasser ihrer Felder und fähren es dem Regierungsdrain zu. Von den kleinen Kanälen zweigen kleine Gräben ab, weiche die einzelnen Grundstücke der Fellachen bezw. die einzelnen Gevierte grofserer Besitzungen bewässern. Falls vorher zm' Hebung des Wassers auf höhergelegene Äcker keine Dampfpnmpe vorhanden war, treten hier die ver- schiedenen Hebevorrichtungen der Eingeborenen in Thätigkeit: eine Art Pater- nosterwerk mit Giipel (Säkiye) oder ein Wasser- Hohlrad (Tabut) oder -endlich ■eine primitive Wasserschwingvorrichtung für den Handbetrieb (Scha'ini':. Das von den einzelnen Feldstücken in offenen Gräten abgeleitete Wasser geht in den Hauptdrain der Gemeinde bezw. Pflanzung. Sehr sorgfältig ist die Vorbereitung des Ackers, indem jedes Grundstück in klein» Rechtecke, jedes der letzteren in Kämme geteilt ist und naclieinander init der Hacke die Erddämmchen eines Rechtecks geöffnet und geschlossen werden zur Regulierung des Wasserzuflusses. Die Düngung des Bodens geschieht trotz der grofsen natürlichen Frucht- Tjarkeit desselben allgemein mit Sorgfalt und Regelmäfsigkeit. Die im Gebiete der jährlichen Nilüberschwemmung gelegenen Felder (Rai genannt) erhalten durch die Ablagerung des im Wasser suspendierten feinen Schlammes eine bedeutende Zufuhr an Pflanzennährstoffen. Das an Fläche weitaus gröfsere — 168 - aulserhalb des Überschwemmungsgebietes befindliehe Fruchtland iScharaki) ist dagegen zur Erhiiltuug seiner Produktivität reichlich ^/.\x dünge». Der Boden selbst ist im Hauptkulturgebiet des Deltas Alluvium des. Stromes, ein sehr ieiner, humusreicher, uiilder bis schwerer Thonboden, streckenweise auch Lehmboden. Die Düngung gesehiekt bei den Fellaelien mit grol'sen Quantitäten von getrocknetem iSilschläram, der mit Kamelen vom Flusse und dessen Kanälen zu den Feldern transportiert wird. Als Behälter dienen }iier1?ei grofse steil konische, unteii mit Klappe versehene Körbe (Misbilla), die auf dem Acker bei geöflneter Klappe inj Fortschreiten des Tieres ihren Inhalt allmählich entleeren. Diese Schlammdiiiigung geschieht vor der Saa* sow'ie auch als Kopfdüngung. Der tierische Mist wird bei den Eingeborenen in Ermangelung von Holz Tneist als Jjrennraaterial benutzt, kommt also für die Düngung nur zum kleineren Teile in Betracht. Viel intensiNer wird auf grofseren Pflanzungen gedüngt, ■wo menschliche Fäkalien, Rindvieh-, Büffel-. Maultier-, Schaf- und Taubenmist gesammelt und aufs Feld gebracht wird. Hinsichtlich der Tauben soll der von denselben in den Saaten angerichtete Schaden unerheblich und zudem bei der grol'sen Menge dieser überall gehaltenen VöiCel unvermeidlich sein. YÄne rationelle Grün- düngang wird ferner ausgeführt durch Unterpflügen des halbhohen Klees nach zahlreichen Grünfuttersehnitten. Von künstliehen Düngemitteln wird nur Thomasschiackenmehl angewandt, das sich ;iuf dem verhältnismäfsig phosphor- säurearmen Boden gut bewährt. Endlich ist die Zufuhr von Kalk zu erwähnen, welche besonders kombiniert mit Mistdüngung vorzügliche Resultate ergiebt. Der schon oben berührte Holzmangel in Ägypten hat seinen Grund in der von alters \\e.Y geübten Vernachlässigung der Baumkultur. Den bedeutenden Vorteilen, welche eine rationelle Anpflanzung von Nutz- und Fruchtbäumen hätte, z. B. Verbilligung der Nutz- und Brennholzpreise. günstige Beeinflussu.ng des Klimas, Schutz der Kulturen vor Winden, Kälte, zu grofser trockener Hitze, steht der eine Nachteil der Raumbeanspruchung entgegen. In richtiger Erkenntnis dieser Umstände ist man neuerdings bemüht, zunächb-t Reihen- pflanzungen \'on nützlichen Bäumen an den Kanälen, Landstrafsen und Eisen- bahndämmen entlang anzulegen. Man findet: Albizzja Lebbek, besonders in den Städten; Acacia nilotica und farnesiana. letztere gern als Hecken verwendet; eine Casuarina: Ficus S-ycoraorus , deren Feigen als Speise beliebt sind; dann Ficus Carica und Citrus- Arten, welche aber nur in Gärten oder vereinzelt bei Gehöften an- gepflanzt sind; endlich die überall sichtbare und nach Süden hin in grofseren Beständen vorkommende Phoenix dactylifera. Die merkwürdige Thatsache, dafs die heutigen Ägypter den .Ackerbau fast noch ebenso betreiben, wie ihre N'orfahi'en vor etwa 4000 Jahren, erklärt sich einerseits daraus, dal's die alten Bewässerungs-, Dünguuga- und Kultur- methoden wirklich unter den eigentümlichen Verhältnissen des Landes immer noch rationell genannt werden können; andererseits ist die menschliche Arbeite- kraft so billig (z. B. ein erwachsener Mann erhält pro T.^g 40 Pfennig), dafs die Einführung teurer europäischer landwirtschaftlicher Masclüruin, abgesehen von Dampfpumpen, sich im allgemeinen durchaus nicht lohnen würde. Dem- entsprechend giebt es nur höchst vereinzelt Pflanzungen im Beaitz und unter Leitung von Nordeuropäern, wozu auch der konservative, einem Landverkauf abgeneigte Sinn der Eingeborenen beiträgt. Aber sicherlich sind die Tage des primitiven Ackerbaues auch hier gezählt, denn zugleich mit dem Wachstum des — 169 — mächtig aufstrebenden Handels und der Industrie werden die Arbeitslöhne steigen und alsdann auch in der Landwirtschaft die modernen Methoden siegreich ihren Einzug halten. Kairo, Februar 1899. Axel Preyer. g ./°K. Yermischtes. -\^/- "V «<««cgc«< - Afrikanisclie Erderbse Voandzeia subterranea Tlioii. (Mit Abbildung.) Diese eigentümliche, ihre ein- bis zweisanügen Hälsen in der Erde vergrabende Leguminose spielt im tropischen Afrika, und zwar besonders in Deutsch-Ostafrika, aber auch bei den Ovambos in Deutsch-Südwestafrika eine ziemlich bedeutende Voandzeia subterranea Thou. A ganze Pflanze mit unterirdischen Blüten, B unterirdischer Blütenzweig, C Blüte, D Frucht von aufsen, E Frucht im Längsschnitt, F Same (selten grolse Form». — 170 — Rolle als Nahrungömittel. Die Samen seheii aus wie übergrofse Erbsen, sind fast kugeligf and von sehr verschiedener, aber stets prononzierter Färbung. Die Pflanze heifst in XJoyoro ,mpandi'', am Kilimandscharo „puo", im Shiregebiet ylitlo", in Bornu „ngangala"; an der ostafrikanischeu Küste wird sie i)fters wie 'die Erdnuls (Araehis) „njugu" oder „njugu raave" genannt. In der ^.^'lianzenwelt iDeutseh-Ostafrikas" (B. S. 115) sagt Dr. Taubert: „Di-e Samen werden gekocht -- die rotbraun oder schwärzlich gefärbten sollen leichter kochen als die weil'sen und gefleckten — sehr mehlig; je jünger sie sind, desto wohlschmeckender sind sie. Sie w^erden bald einfach gekocht und mit Salz oder flüssiger Butter oder Ol geröstet, bald zu Brei gestampft; sie schmecken ähnlich wie Erbsen und sollen schwer verdaulich sein." Professor Sadebeck sagt hingegen in seinem (neuen Buch über die Kulturgewächse der deutscheu Kolonien i^S. 135): »Die ölreichen jungen Samen werden nebst den jungen Hülsen in Ostafrika als ■Gemüse gegessen. Einen bemerkenswerten .Handelswert haben die Samen trotz ihres reichen Fettgehaltes noch nicht gefunden." Hiernach sollte man annehmen, dafs es sich v/ie bei der Arachis (Erdnufs) um eine Ölfrucht handelt. Da mir dies aber nach den von Baganioyo und Dar-es-Saläm herstammenden I'roben der Ausstellung des Kolonial -Wirtschaftliehen Komitees sehr ujiwahrs-cheinlich zu sein schien , und da überdies keinerlei Analyse dieses interessanten Produktes vorlag, so veranlalste ich Professor Thoms, diese Erbsen zu analysieren; das Ergebnis bestätigte die Vermutung, dafs es sich hier durchaus nicht um eine Ölfrucht handelt, sondern am eine einfache gewöhnlic