.tvir,rz .-.TivniT OF J'O' VinTHpRAWN /3n ^^^kUhh^^Uj^^ 2. Jahrgang. DER TEOPENPFLANZER. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWiaiSCHAFT MIT AVISSE> SCHAFTLICHEX UND PRAKTISCHEX BEIIIEFTEX. ORGAN DES KOLONIAL-WIRTSCHAFTLICHEN KOMITEES. HERAUSGEGEBEN O. WARBURG, BERLIN. F. WOHLTMANN, BONN-POPPBIjSDORP. UNTER MITWIRKUNG VON Dr. K.DO VE, Professor an der Universität Jena. Dr. M. FESCA, Professor, Berlin, früher Leiter des Landwirtschaftlichen Instituts in Tokio. Dr. K. HIN DORF, Köln, Mitglied des Koloaialrates , Direktor der Rheinischen Handei-Plantagen-Gesellschaft. Dr. A. KIRCHHOFF, Professor der Erdkunde an der Universität Halle. Dr. J. KÜHN, Geheimer Oberregierungsrat, Professor der Landwirtschaft und Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Halle. Dr. C. LAUTERBACH, Landwirt, Stahelwitz bei Breslau, Dr. M. MAERCKEK, Geheimer Regierungs- rat, Direktor der Agrikultur -chemischen Versuchsstation, Professor an der Universität Halle. lt. PARKINSON, Landwirt, Ealum in Neu- Pommern. 1!. und K. PERROT, Wiesbaden-Lindi. Dr. P. PREUSS, Direktor des Botanischen Gartens in Victoria, Kamerun. Dr. R. SA DE BECK, Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Museums und des Laboratoriums für Warenkunde in Hamburg. Dr. H. SC HINZ, Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Gartens in Zürich. Dr. K. SCHUMANN, Professor der Botanik, Kustos am Kgl. Botanischen Museum iu Berlin. Dr. G. SCHWEINFURTH, Professor, Berlin. Freiherr v. S D E N, Excellenz, Gouverneur z.B., Vorra bei Nürnberg. Dr. P. SORAUER, Professor der Botanik, Redakteur der Zeitschrift für Pflanzenkrank- heiten, Berlin. Dr. A. STUTZER, Professor der Agrikultur- Chemie, Königsberg. Dr. H. THOMS, Professor der Chemie, Leiter des Pharmazeutisch-chemischen Laboratoriums der Universität Berlin. Dr. A. TSCHIRCH, Professor der Pharmako- gnosie und angewandten Chemie, Direktor des Pharmazeutischen Instituts, Bern. Dr. L. WITTMACK, Geheimer Regierungsrat, Professor an der Landwirtschaftlichen Hoch- schule, Berlin. Erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis jährlich 10 Mark, einschliefslich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte* (Postzeitungsliste No. 7693). Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflaczer" Berlin N^¥., Unter den liiudeu 40 >• Einladung zum Abonnement der Zeitschrift für tropische Landwirtschaft „DER TROPENPFLMZEr. Zweck des „Tropenpflanzer". Der „Tropenpflanzer" bezweckt, die landwirtschaftlichen Interessen Deutschlands in den Tropen und Subtropen zu sammeln, zu fördern und zu vertreten. Der „Tropenpflanzer" bezweckt insbesondere, die wirt- schaftliche Entwickelung unserer Kolonien thatkräftig zu unterstützen. Inhalt des „Tropenpflanzer". Der „Tropenpflanzer" enthält Original- Artikel: Land- wirtschaft der Europäer in den Tropen und Subtropen — Kul- turen der Eingeborenen und deren Hausindustrien — Förderung der Ausnutzung der Urprodukte, der Viehzucht etc. — Original- abbildungen. — Mitteilungen über „Pflanzungsgeseli- sc haften" — »Aus deutschen Kolonien" — »Aus fremden Kolonien" — „Vermischtes" — „Neue Lit- teratur" — „Marktbericht" — „Personalnotizen" — „Sprechsaal" — „Mitteilungen des Komitees" — „Anzeigen ". Bezug des „Tropenpflanzer". Die monatliche Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" wird besteilt durch die Post (Postzeitungsliste No. 7693), im Buch- har.del oder bei dem Komitee, Berlin NW., Unter den Linden 401- Bezugspreis jährlich 10 Mk. Sendungen für die Redaktion und Expedition sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee zu Händen des Sekretärs Th. Wilckens, Berlin NW., Unter den Linden 40 1- -•o»- Der Tropenpflanzer. Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees. Herausgegebeu von O. Warburg, F. Wohltmann, Berlin. Bonii-Poppelsdurf. n. Jahrgang- 1898. Inhaltsverzeichnis. Die arabisclien Ziffern gebeu die Seitenzahlen an. Ackerbau in Toiio siehe Hinterland von Togo 188. Agave, l'Aloes americain et ses differents produits. Von A. L. Piuart und H. Bourgeois. Neue Litteratur 70. Agaven. Verwertung der — , in Nordamerika 284. Bereitung des Pulque, Fasergewinnung, Verbreitung, Ausfuhr. Agobeams (Holz der Borassuspalme). Sprechsaal 230. Akazie. Eine zum Gelbfärben benutzte — , Deutsch-Ostafrika. Mit Abbildung. Acacia Perrotii Warb. 313. — .— erioloba siehe Gummifrage 17. — . — horrida siehe Gummifrage 17. — . — Gummi- — . in Angola 128; siehe auch unter Gummi. Akazienrinde. Sprechsaal 328. Ananas. Sprechsaal 263. Ansiedelung in Deutsch-Südwestafrika 218. Aussichten für Ansiedler. Landerwerb. Preis der Farmen 218. Arbeiter siehe Deutsch-Ostafrika 121. — . — in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 91. — . — siehe Marshall-Inseln 127. Ätherische Öle und Essenzen siehe Bericht von Heinrich Haensel, Pirna. Aufforstung in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 91. Bananen. Sprechsaal 263. — .— in S. Thome 189. Verschiedene Arten. — . — kultur in Costa Rica 158. Pflanzung. Ernte. Produktion. — . — . mehl. Sprechsaal 231. — . — siehe Branntwein aus Bananen 66. Baumwolle. Eine angeblich neue Sorte — , 68. Ertrag. Vorkommen. Bedeutung. — . — . Baumwolle - Bulletin von J. Planta & Co., Alexandria. Neue Litte- ratur 225. — .— siehe Deutsch-Ostafrika 123. Bergkakao siehe Kakao. Bericht von Heinrich Haensel. Fabrik ätherischer Öle und Essenzen 1897 100. Kamerun-Kardamom, LemongTasöl, Gewürznelken, Zimmtkultur 100. Besiedeln ng siehe Deutsch-Ostafrika 124. — .— von Deutsch-Südwestafrika siehe Siedelungsgesellschaft 253. 1 — IX — Bildungsgang eines Kaufmanns und Pflanzers für die Kolonien. (Sprechsaal) 1()8. Böden. Über tropische — und ihre Bearbeitung von Prof. Dr. Fesca. mit Abbildungen 109. — Pflüge 112. Gesetzgebung. Lateritboden im Naraa - Land 110, Pflüge, Be- wässerung 111. Boletin do Institute agronomico de Estado de STio Paulo era Cam- pinas. Neue Litteratur 225. Botanischer Garten von Buitenzorg siehe Versuchsstation. — .— in Victoria (Kamerun) 187. Französisches Urteil. Branntwein aus Bananen und Mangos in Gabun 6ü. Herstellung. Ertrag 66. Brunnen siehe Deutsch-Südwestafrika 116. Bullet tree zum Heizen. Sprechsaal 104. Cacaoyer. Culture du — . Von P. Gueriu. Neue Litteratur 38. - Caesalpinia dasyrrhachis. Sprechsaal 263. Canarium-Samen. Sprechsaal 388. Harz. Preis. Verwendung. Carapa procera siehe Crabbaum. Cardamom siehe Kardamom. Cassada-Stärke. Sprechsaal 296. — .— oder Manihot - Stärke aus Deutsch - Westafrika. Von Prof. Dr. Thoms 278. Chemische Untersuchung. Castilloa-Kautschuk siehe Kautschuk. Chemische Mittel gegen Pflanzenkrankheiten. Von L. Hollruug. Neue Litteratur 262. Ghinarindenkultur in den portugiesisch-westafrikanischen Ko- lonien. Von Ad. F. Moller 149. Cinnamomum Camphora siehe Kampherbaum 87. Coca siehe Nutzpflanzen von S. Thome und Gabun 157. Cocain. Sprechsaal 230. Gewinnung. Handel Hamburgs. Cocapflanzungen und Cocainfabrikation in Indien 324. Coffea borbonica siehe Kaffeekultur in Lindi. Crabbaum. Carapa procera D. C. Sprechsaal 200. Crin d'Afrique vegetal. Sprechsaal 134 230. Zwergpalme. Fächei'palme 230. Dampfsägemühlen für die Kolonien. Von Th. Hoech 105. — . — Nochmals — in den Kolonien. Von H. Rackow 213. Maschinen. Anlage des Sägewerks 213. Darrapparate. Sprechsaal 135. Deutsch-Afrikanische Handels- und Landwirtschafts-Gesellschaft. Syndikat für Gründung der — 384. Kapital. Konzessionen. Deutsch-Ostafrika. Dr. Stuhlmann über die wirtschaftliche Bntwickelung — . Geschichtliche Übersicht 119, Sklavenhandel, Hüttenbesteuerung, PJrfor- schung 119. 120, Mineralschätze, Handel, Gesundlieitsverhältnisse, Missionen, Schulen, Karten 121, Landbesitz, Arbeiter, Eisenbahn, Kaftee, Kardamom 122, Baumwolle, Sisalhanf, Tabak, Nelken, Mangroven 123, Viehzucht, Be- siedelung 124. Deutsch-Ostafrikii. Die landwirtschaftliche Bedeutung des Uluguru- Gebirges in — 354. Bericht JJr. Stuhlraann, Wasserreichtum, Waldbestand, Boden, Tropische Erzeugnisse 355. Deutsch-Ostafrikanisclie Gesellschaft 217. Generalversammlung. Pflanzungen. Sisal, Kokospalmen 217. Deutsch-Ostafrikanische Plantagengesellschaft 252. Pflanzungen. Arbeiter. Kapital. Deutsch - Siidwestafrika. Vortrag des Kaiserlichen Landeshauptmanns Major Leutwein über — , 65. — . — . Die wirtschaftliche Lage — 116. Diamanten, Guano, Robbenfelle, Landwirtschaft, Bewässerung 116, Viehzucht, Rinderpest 117, Viehpreise 118. — . — . Die landwirtschaftliche Station Spitzkoppjes in — 353. Brunnen, Viehzucht, Bestand, Dammanlage 353. Deutsche Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika 351. Geschäftsbericht, Rinderpest, Ziegen- und Pferdezucht 351. Diamanten siehe Deutsch-Srtdwestafrika 116. Ecuador. Nach — . Von P. Joseph Kqlberg. Neue Litteratur 102. Bisenbahn siehe Deutsch-Ostafrika 122. — . — siehe Hinterland von Togo 188. Elektrische Feld bahnen in Kamerun, mit Abbildungen 384. — . — Kleinbahn in Kamerun 283. Farmen in Deutsch-Südwestafrika siehe Siedelungsgesellschaft 253. Fasermaschinen. Lehmanns — für Sisal, Agave, Coir etc. 319. Faserpflanzen in Deutsch-Südwestafrika siehe Schutzgebiete 94. Feldbahnen in den Kolonien 152. Mit 5 Abbildungen: Zuckerrohrwageu und Ti-ansport von Zuckerrohr am Nil 152. ^ Fruchthandel und Export von Jamaika 96. Früchte siehe Marshall-Inseln 127. — . — siehe Nutzpflanzen von S. Thome und Gabun 157. Gartenbau in Deutsch-Südwestafrika siehe Schutzgebiete 94. Gehalt für Pflanzungsleiter. Sprechsaal 104. Gemüse siehe Deutsch- Ostafrika 353. — . — siehe Marshall-Inseln 127. Gerbstoffe siehe Gummiplantage in Nama-Land 14. — . — in Deutsch-Südwestafrika siehe Schutzgebiete 94. Gesundheitsverhältnisse siehe Deutsch- Ostafrika 121. Getreide in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 90. — . — siehe Uhehe 60. Gewürznelken in Sansibar. Ti-ocknen der — 257. Maschinenanlage. Preis. — . — Bericht von Heinricli Haensel 101. — . — Neueres über — -Kultur in Sansibar 129. Künstliche Trocknung, Trockenofen. — , Kultur auf Sansi))ar und Pemba 356. Rentabilität, Preise, Produktion, Vorrat, Verbrauch, Sklaverei, Ar- beiterfrage, Aussichten 356. — .— siehe Deutscli-Ostafrika 123. Gold siehe Kaiser Wilhelms-Laud 126. Grevillea robusta. Sprechsaal 268. Gründüngung als Mittel gegen Hemileia und Dürre 98. 1* — YI — Guano siehe Deutseh-Südwestafrika 116.. Gummi siehe Landwirtsch. aus Deutsch-Südwestafrika 220. Gummiakazien siehe Akazien. — . — arabicum aus Angra Pequena von Prof. Dr. Thoms. Chemische Untersuchung 15. Einfuhr in Hamburg. Preis IG. — . — -Plantage in Nama-Land. Von F. Gessert Acacia horrida. Anlage. Bewässerung. Gerbstoff 14. — . — frage. Einige Bemerkungen zur Südwestafrikanischen — . \"on Prof. Dr. 0. Warburg. Abbildungen : Acacia horrida, Dornbaum und Acacia erioloba, Kameel- dorn 18. Arten der Bäume 17. — . — in Südwestafrika von F. Gessert 220. Guttaperchakultur. Die erste private — 391. Gründung einer Gesellschaft, Kapital, Land, Rentabilität. Ein neues Verfahren. — . — Cantor Lectures on — . Von Dr. Eugene F. N. Obach. Neue Litte- ratur 226. Geschichte der Pflanzen, Anpflanzungen auf Sumatra, Gewinnung. — . — Grüne — 67. Gewinnung, Anpflanzung in Kamerun und Neu-Guinea. Handel siehe Deutsch-Ostafrika 123. Hanfbau in Deutsch-Ostafrika. Von Prof. Dr. Wohltraann 211. Mit Abbildungen: Sisalhanf und Mauritiushanf. Hemileia und Dürre. Gründüngung als Mittel gegen — f>8. Heuschrecken siehe Deutsch-Ostafrika 353. Hevea brasiliensis siehe Kautschuk. Hochlandkaffee siehe Kaffee. Holz der Borassus-Palme siehe Sprechsaal 230. Holzarten in Kamerun siehe Schutzgebiete 90. Holznutzung und Waldschutz in unseren Kolonien. Von Prof. Dr. Wohltmann 27. Holzölbaum. Der chinesische — 131. Hüttenbesteuerung siehe Deutsch-Ostafrika 119. Ingwer-Kultur in Jamaika 128. Kaffee. Erfahrungen bei der Anzucht von — pflanzen in Töpfen. Von A. Brunner 248. Schatten, Pflanzbeete, Humuserde, Bewässerung, Auspflanzen. — . — kultur im Bismare k- Archipel. Von R. Parkinson 335. Versuche, Aussichten. — .' — . Über die gegenwärtige Lage des — baues in Brasilien. Von Dr. F. W. Dafert. Neue Litteratur. 198. Maschinen, Düngen, Arbeiter-Produktionskosten. Zukunft. — .— in Britisch-Indien 383. — siehe Deutsch-Ostafrika 122. — in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 92. -. Neue —Ernte 323. Produktion, V^erladungen, Vorrat. — ernte siehe Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft 212. -. Erntebereitung am Strauche schwarz gewordener verdorbener Kirschen. Von Kurt Hoffmann 380. -. Über eine neue — Fälschung 224. -. Gründüngung uls Mittel gegen Hemileia und Dürre 98. — YII — Kaffee. Humburg als —markt 70. Einfuhi-, Ausfuhr, Wertli. - Hochland (Sprechsaal) 263. . — Hybriden 164. .— De Dierlyke Vijandeu der— kultur op Java. Von Dr. J. C. Kouiugäberger. Neue Litteratur 131. - in Kamerun siehe Schutzgebiete 90. im Kongostaat. Ausfuhr. Konsum Belgiens, Wilde Kaffeesorten 84. - Eisen fleckkrankheit. Sprechsaal 388. Ursache, Mittel. . — Laus. Schimmelpilze als Vertilgungsraittel der grüne» — 324. Liberia — 288. Pulper, IVockenapparate. ■ Liberia — Kultur und Erntebereitung (Sprechsaal) 40. Liberia — . Von F. W. Morren, übersetzt durch Karl Ettling, nach S. 296 (S. 1 bis 36) mit Abbildungen: Liberia-Kaffeebaum S. 1, Sehatten- bäume S. 21. Extrabeilage: Kultur, Bereitung uud Handel. — .— Erntebereitung des Liberia — . Von Prof. Dr. AYarburg 41. Abbildungen : Liberia-Kaffeepulper und Vorbereiter von Butin Schaap 44. 45. Produktion von Liberia-Kafl'ee 41, Preisaufgabe füi- den besten Liberia- Kaffeepulper 42, Bericht über den Butin Schaapscheu Pulper 43, Bericht von Butin Schaap 45, Ernte und Ertrag 47. — . — kultur in Lindi (Deutsch-Ostafrika) 381. Folgen der Desinfektion der Samen, Liberia-Kaffee, Schädlinge, Coffea borbonica. Auspflanzen. — . — Bereitungsmaschinen siehe Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft 216. — .— in Mexico. Eimte, Ausfuhr 318. — .— siehe Mischkultur 200. — . — Nematoden der — wurzel. Von Prof. Dr. A. Zimmermann. Neue Litteratur 359. — .— okuliren (Sprechsaal) 167. — . — bau in Paraguay. Von Walter Krüger 106. Samenbeete, Auspflanzen, Pflanzweite, Schattenpflanzen 107. Schädlinge, Ernte, Arbeitslöhne 108. — • — Pfahlwurzelfäule des — , eine Nematodenkrankheit. Von F. Noak. Neue Litteratur 326. — .— Zur Methode des — pflanzens in Deutsch-Ostafrika. Von Prof. Dr F. Wohltmann 169. Mit Abbildung: Fehlerhaft gepflanzter Kaffee 174, Höhenlage, Regen- menge, Bodenformation 170, Saatbeete 171, Pflanzloch 172, Pflanzen 174. — • — Was sollte eine — pflanzung kosten und bringen 162. — .— Preise siehe Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft 216. Produktion der Welt. Gesammtproduktion, Gesammt verbrauch, Stocks 195. Pulper (Sprechsaal) 263. . — Saatbeete von H. Rackow 143. plantage Sakarre, Aktiengesellschaft, Usambara 114. Land, Lage, Pflanzungen, Kapital 114, Gründung, Kapital, Aufsichts- rath, Vorstand 383. — .— siehe Wirtschaftl. Notizen vom Sanaga 281. — VIll — Kaffee Schädling (Sprechsaal) 230. Blattrüsselkäfer. — . — Bin Borkenkäfer als —Schädling 385. Küsselkäfer, ein Feind der Kaffeepflanzen (Sprechsaal) 103. — . — Ein neuer — Schädling auf Reunion 316. — . — Schädling siehe Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft 115. — . — stenophylla Don. (Sprechsaal) 72. — . — in Togo siehe Schutzgebiete 90. — . — Waarnemingen en Beschouwingen naar Aanleiding von eene Reis in de — . Von Dr. J. G. Kramers. Neue Ijitteratur 325. Kaiser Wilhelms - Land und Bismarck - Archipel. Wirtschaftliches aus — 125. Gold, Pflanzungen, Forschungsreise 126. Kakao. Das Schneiden der — bäume. Von H. Rackow 279. — .— Bergkakao 129. — . .— siehe Usambara-Kaä"eebau-Gesenschaft 216. Pflänzlinge, Ertrag, Vorkommen 129. — . — Die Zubereitung der —Ernte auf der Bimbia-Pflanzung (Kamerun). Von E. Friederici 9. Pflücken, Bereiten 9, Gärung, Waschen 11, Trocknen, Trocken- apparat 12. — .■ — Pflanzungen für Kamerun siehe Bibundi 58. — . — Kultur in Samoa 387. Pflanzungen der Eingeborenen, Ti'ockenheit, Plantage, Zwischenkulturen, Ertrag. — . — Die Zukunft der — kultur auf Grund der Statistik 159. Einfuhr in Hamburg 159. — . — siehe Culture du Cacaoyer 38. Produktionsländer, Verbrauch, Preise 160, Ertrag einer Pflanzung 162. — . — Saatbeete von H. Rackow 145. — . — Schalen zur Fälschung von Piment 164. — . — siehe Wirtschaftl. Notizen vom Sanaga 281. Kaktus. Plante fouragere pour terrains chauds et arides, le Cactus inerme. Von A. Godefrooy Lebeuf, Paris. Neue Litteratur 165. Stachelloser Kaktus. K a m e r u n - U i n t e r 1 a n d - G e s e 1 1 s c h a f t . Pflanzungen, Handel, Mangrovenrinde 29, Leiter 187, Handelsartikel, Anlage von Stationen, Anlage von Pflanzungen, Leitung, Personal, Aufsichtsrath 216. Kamerun Land- und Plantagengesellschaft 353. Dividende. Kampherbaum (Sprechsaal) 40. — . — Die Kultur des — 87. Mit Abbildung: Kampherbaum, Cinnamonum Camphora. Verbreitung, Wachstum, Produkt, Aussaat, Gewinnung. Kardamom, Kamerun (Sprechsaal) 139, 104. — . — Bericht von H. Haensel 100. — . — Über eine neue — Art aus Kamerun. Von Dr. W. Busse. Neue Litteratur 197. siehe Deutsch-Ostafrika 122. — . — in Kamerun siehe Schutzgebiete 90. Kautschukbaum. Werk über die Kultur des — . Sprechsaal 72. — IX — Kautschuk. Castilloa. — . Von Prof. Dr. (). Warburg 3o7. Mit Abbildung: Oastillo aelastica Gero. Verbreitung 337, Beschreibung 338, Blüte 338, Andere Arten 340, Gewinnung 341, Ersteigen der Bäume 344, Ausfuhr 346, Kultur 347, Klimatische Bedingungen 349. — Schattenbäume, Bezugsquellen für Samen und Pflänzlinge, Anzucht aus Samen 366, Pflanzung 368, Pflanzweite 368, Wachstum 370, Eratebereitung 373, Ertrag 375, Anlage verschiedener Pflanzungen 376, Kostenanschlag 378. — .— Para — . Von Prof. Dr. 0. Warburg 265. Mit Abbildung: Hevea brasiliensis. Stammpflanzen 265, Ursprung, Handelsplätze, Produktion. Wert 265, Ausfuhrzölle, Ausfuhr, Verpflanzung durch Samen und Steck- linge 266, Klimatische Bedingungen 269, Heveaarten 271, Kei- mung 272, Anzucht, Wachstum 273, Pflanzweite 274, Plantage, Ernte 277, Erntebereitung 301, Ertrag 303, Ertragsberechnung 307. Bedeutung für die deutschen Schutzgebiete 308, Berichtigung 328. — . — Die — frage. Von Prof. Dr. 0. Warburg 73. Kautschukpflanzungen, Neugegründete Gesellschaften, Samen und Pflänzlinge 73. — . — konsum im Verhältnis zur Produktion 78. — . — proben aus Westafrika. Sprechsaal 296. — . — pflanzen von Süd- Angola 96. — . — Die Kultur der — pflanzen. Von Prof. Dr. Schumann 74. Raubbau, Kautschukpflanzungen, Stecklinge, Hevea brasiliensis, Cas- tilloa elastica, Manihot Glaziovii 77. — . — Englische Urteile über die Aussichten der — kultur 193. — . — pflanzen und Kickxia africana in Victoria (Kamerun). Von Dr. Preufs 201. Fantis, Anzapfung, Gerinnung der Milch 202, Okeng- und Ofüntum- Kautschukbäume 206. — . — Über —Surrogate. Von Dr. ß. Henriques 79. — . — Neues — Surrogat 393. — . — Gewinnung des Wurzel — am Kongo. Pflanzen, Gewinnung. Preis, 34. — . — siehe Nutzpflanzen von S. Thome & Gabun 157. — . — bäume siehe Schattenbäume in Victoria 314. — . — in Togo siehe Schutzgebiete 90. — . — in Kamerun siehe Schutzgebiete 90. Kentjong-Kever siehe Zuckeri'ohr. Kickxia africana siehe Kautschuk. Kilimandscharo - Straufsenzucht- Gesellschaft m. b. H., Zebrazucht, Straufsenzucht 115. Kinakultur. Von P. J. v. Broekhuijzen. Neue Litteratur 393. Kinobaum als Schattenbaum für Kaffee 130. Kokosfaser siehe Sprechsaal 134. — . — nusskultur Sprechsaal 40. — .— Die Hyäne ein Feind der — palme 325. - palmen siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 217. .— — .— in Togo siehe Schutzgebiete 90. - — .— siehe Mischkultur 200. - Pflanzung siehe Sprechsaal 327. Anlage, Preis, Ertrag. Kokos. Kopraernte siehe Marshall-Inseln 127. Kokosnuss-Ver Wertungs-Gesellschaft 218. Prospekt, Fabrikanlage, Pflanzungsunteriiehinen. Kolakultur. Von Prof. Dr. 0. Warburg 51. Vorkommen 1, Samen, Verwertung 5. Export von Kamerun, Preise 53, Bericht des Dr. Plelui über Kolakultur in Misahöhe, Togo 53, Kolakultur in Französisch-Guinea 57. — . — Die Kultur der — niiss in Westindien 221. Standort, Aussaat, Auspflanzung, Ertrag, Bereitung, Preis. — .— Giebt es eine —Manie 289. — . — nuss in Kamerun siehe Schutzgebiete 90. Kolonial-Schul-Gesellschaft m. b. H. Zur Gründung einer — . — 115. Gründung, Aufsichtsrat 193. Kauf der Domäne AYitzenhausen 257. Kolonial-Wirtschaftliches Komitee. Anfragen und Auskünfte 39, 230, 263, 295, 327, 361, 394. Arbeiten Sprechsaal 295. „Kpeme", Plantage G. m. b. H. Sitzung, Aufsicbtsrat 216, Stand der Pflanzungen, Windmotor, Land- wirtschaftliche Maschinen 312. Kulturen der Kolonien. Kolonial- Wirtschaftliches Komitee. Neue Litte- ratur 102. Landwirtschaft in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 91. — . — in Deutsch-Südwestafrika siehe Schutzgebiete 94. — . — siehe Deutseh-Südwestafrika 116. Landwirtschaftliches aus Deutsch-Südwestafrika. Von F. Gessert 62. Impfung, Melonen, Sorghum, Sonnenblumen, Vogelplage 62. — . — aus Südwestafrika 187. Wollschafe, Ziegenzucht, Bewässerungsanlagen 187, Obstausfuhr, Vogel- plage, Einderpest, Gummi 220. — . — aus dem Ruvumagebiete (Deutsch-Ostafrika) 33. Landwirtschaftliche Bedeutung des Uluguru-Gebirges siehe Deutsch- Ostafrika. Landwirtschaftliche Station Spitzkoppjes siehe Deutsch-Südwestafrika. Landwirtschaftlicher Verein in Südwestafrika 178. Statutenentwurf. Lemongrasöl siehe Bericht von H. Haensel 100. Liberia-Kaffee siehe Kaffee. Lindi (Deutsch-Ostafrika). Kulturen in — 353. Gemüse, Wanderheuschrecken 353. Litteratur, Neue 37, 70, 100, 131, 165, 197, 225, 262, 293, 325, 359, 393. Mähmaschine für Handbetrieb. Sprechsaal 72. Mangifera indica siehe Mangos 284. Mangos in den portugiesischen Kolonien 284. • — . — siehe Branntwein aus Mangos 66. Man gr Oven siehe Deutseh-Ostafrika 123. — . — siehe Wirtschaftliche Notizen vom Sanaga 281. — . — rinde. Sprechsaal 328. — . — von Ostafrika 95. — . — siehe Kamerun-Hinterland-Gesellschaft 29. Manihot Glaziovii siehe Kautschuk 77. Maniok-Stärke. Sprechsaal 296. — XI — Mauiok-Stiirke siehe Cassada-Stärke 278. Marktbericht. 1*), 41, 104, 135, 168, 232, 264, 328, 361, 395. Marshall-Inseln. Die — im Jahre 1897 127. Kopraernte, Früchte, Gemüse. Arbeiter 127. Matekultur 258. Anpflanzung, Ernte, Bereitung, Ausfuhr, Verbrauch, Bedeutung für Kamerun. Mauritiushanf siehe Hanfbau 211. - Melkbosch siehe Sprechsaal 72. Melonen siehe Landwirtschaftliches aus Deutsch-Südwestafrika 62. Mimosarinde siehe Akazie. Mineralschätze siehe Deutsch-Ostafrika 121. Missionen siehe Deutsch-Ostafrika 121. Muskat nussbäume mit Kokospalmen und Kaffee in Mischkultur. Sprech- saal 200. Nelken siehe Gewürznelken. Neu -Guinea (Britisch). Ausfuhr von — 318 — .— Tabak 219. Bericht über den Verkauf in Bremen, Preis. Nutzpflanzen. Die wichtigeren — und deren Erzeugnisse aus den deutschen Kolonien. Von Prof. Dr. R. Sadebeck. Neue Litteratur 38. — . — von S. Thome und Gabun 157. Früchte, Coca, Kautschuk. Obstausfuhr siehe Landwirtschaftliches aus Deutsch-Südwestafrika 220. Öls amen. Samen des „Melkbosch" genannten Buphorbienstrauches. Sprech- saal 72. Okeng siehe Kautschuk 206. Ofüntum siehe Kautschuk 206. Opiumproduktion in Victoria (Australien) 67. Palmen siehe Wirtschaftliche Notizen vom Sanaga 281. Palmkerne siehe Hinterland von Togo 188. Palmöl in Togo siehe Schutzgebiete 90 Palmöl- und P almkern ex port der deutsch-westafrikanischen Kolonien 155. Ausfuhr. Verwendung. P a n g a n i - G e s e 1 1 s c h a f t. Gründung, Verwaltungsrat 30. Papierfabrik in Niederländisch-Indien 35. Para-Kautschuk siehe Kautschuk. Pentadesnia butyracea Don. siehe Talgbaum. Personalnotizen 39, 72, 103, 134, 167, 196, 230, 263, 827. Pferdezucht siehe Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika 351. Pflanzenkrankheiten. Handbuch der chemischen Mittel gegen — . Von L. HoUrung. Neue Litteratur 262. Pflanzung „Günther Soppo", G. m. b. H. 155. Pflanzungen in Deutsch-Ostafrika. Von ß. Fitzner. Neue Litteratur 37. — • — in Togo siehe Schutzgebiete 90. — .— in Deutsch- Ost afrika siehe Schutzgebiete 92. Pflanzungs-Gesellschaften in den Kolonien siehe Zum Neuen Jahr 1. Pflüge siehe Ti-opische Böden in Deutsch-Süd westafrika 109. Piment. Über Fälschung des — mit Kakaoschalen 164. Pithecolobium polyeephulum Benth. Spreehsaal 263. - XII — Programme of Collections to be made t'or Indian Museum and Imperial Institute during 1898—1899. Neue Litteratur 393. Ramie. Sprechsaal 388. Saat, Pflanzen, Bezugsquellen, Preis. Regenval en Reboisatie in Deli. Von Ivan Breda de Haan. Neue Litteratur 293. Rheinische Handei-Plantagen-Gesellschaft in Köln 350. Jahresbericht, Pflanzungen, Einzahlungen, Aufsichtsrat 350. Rinderpest siehe Deutsch-Südwestafrika 116. — siehe Kolonial- Gesellschaft für Südwestafrika 351. — siehe Landwirtschaftliches aus Deutsch-Südwestafrika 62, 220. — siehe Schutzgebiete 94. — Impfung. Die Folgen der — im Nama-Land. Von F. Gessert 309. Robben feile siehe Deutsch-Südwestafrika 116. Saatbeete. Etwas über — . Von H. Rackow 143. Kaffeesämlinge, Anlage, Kakaosämliuge 144, Tabak 146. — .— siehe Kaffee 248. — . — siehe Sigi-Pflanzungs-Gesellscliaft 59. Saat-Etablissements von Joseph Klar. Haupt-Preiskourant des — . Neue Litteratur 71. Sauaga. Wirtschaftliche Notizen über den — . Von Dr. Preufs 281. Mangroven, Palmen, Station Lobethal, Kakao, Kaffee, Klima. Schattenbäume in Victoria (Kamerun). Von Dr. Preufs 314. Kautschukbäume. Schimmelpilze siehe Kaffee. Schulen siehe Deutsch-Ostafrika 121. Schutzgebiete. Die deutsch-afrikanischen — im Jahre 1896/97 90- Togo: Pflanzungen, Kautschuk, Kaffee, Kokospalmen, Palmöl 90. Kamerun: Arbeiterfrage, Botanischer Garten zu Victoria, Kakao 90, Kaffee, Vanille, Kardamora, Hölzer, Kola, Kautschuk. Deutsch-Ostafrika: Schädlichkeit der Waldbrände, Aufforstung. Land- wirtschaft, Pflanzungen, Hemileia, Arbeiterfrage, Regierungs- versuchsgärten 91. Deutseh-Südwestafrika: Viehzucht, Impfung, Wasserdämme, Landwirt- schaft, Gartenbau, Faserpflanzen, Gerbstoffe 94. Sesam -Kultur in unseren Kolonien. Von Prof. Dr. 0. Warbm-g. Versuche mit Togo-Saat 80, Versuche in Südwestafrika 30. — . — . Prüfung und Wertbestimmung einer Probe — saat aus Togo. Von Prof. Dr. Thoms 50. S i edel ungsg es ellschaft für Deutsch-Südwestafrika 253. Farmen, Viehbestand, Besiedelung, Bewässerung, Verwaltungsrat. Sigi-P flau Zungsgesellschaft 59. Sitzung, Bericht über die Pflanzung, Land, Leiter 59, Generalversamm- lung, Bericht über die Pflanzungen, Saatbeete 311, Fällen des Ur- waldes, Anpflanzungen, Personal, Arbeiter, Grenzregulierung 311. Sisal in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 92. Sisalhanf siehe Deutsch-Ostafrika 123. — . — siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 217. — . — siehe Hanfbau 211. Sklavenhandel siehe Deutsch-Ostafrika 119. — XIIT — iSojabuhne. Die — . Von Prol'. Dr. M. Fesca 283. Mit Abbildung. Anbau in Japan, Bedeutung für Schantung, Ausfuhr. Anpflanzung, Verwertung, Nährstoffe, Dünger, Bohnenkäse. Sonnenblumen. Riesen — samen. Sprechsaal IGT. — . — siehe Landwirtschaftliches aus Deutsch-Südwestafrika 62. Sorghum-Arten. Verarbeitung von — auf Stärke und Nebenprodukte. Von Dr. Busse 36. — . — Salpeteraufspeicherung in der — Pflanze 99. Spitzkoppjes siehe Deutsch-Südwestafrika 116. Stauanlagen in Südwest afrika siehe Tropische Böden 109. — . — siehe Deutsch-Südwestafrika 94, 116, 187, 253. Steinnufspalme der Salomons-Inseln 255. Ausfuhr, Botanisches. Vorkommen, Verwertung. Tabak. Statistisches über — 99. Produktion, Verbrauch, Preise 99. — . — Saatbeete 146. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 123. — .— in Ostufrika siehe Uhehe 60. — . — siehe Neu-Guinea 318. — . — Versuchsstation siehe Versuchsstation. Talgbaum, Pentadesma butyrücea Don. Sprechsaal 361. Tapioca siehe Cassada-Stärke 278, 296. TaroBchnitte aus Neu-Guinea. Von Prof. Dr. H. Thoms 246. Chemische Untersuchung, Nährwert. Thee, Assam-. Haar Cultuur en Bereiding op Java. Von Ch. van der Moore. Neue Litteratur 166. — . — -Kultur in Nordamerika 37. — . — , sa culture et sa manipulation. Von V- Boutilly. Neue Litteratur 295. Togo. Aus dem Hinterlande von — 188. Ackerbau, Viehzucht, Palmkerne, Transportschwierigkeiten. Notwendig- keit einer Eisenbahn. Trockenofen siehe Gewürznelken 129. Trocken schrank siehe Vanille 24. Tsetsekrankheit und Texasfieber. Geheimrat Koch über die — in Deutsch-Ostafrika 63. Uhehe und seine Zukunft. Von Generalmajor Liebert 60. Bericht des Generalmajors Liebert, Bodenbeschaffenheit, Boden- formation 60, Bewässerung, Klima, Bewohner, Nutzpflanzen, Tabak 6L Uluguru -Gebirge siehe Deutsch-Ostafrika. Usambara-Kaffeebaugesellschaft. Kaffeebaumbestand, Schädlinge, Kaffee-Aufbereitungsanstalt, Qualität des Kaffees 115, Hauptversammlung, Geschäftsbericht, Personal, Arbeiter, Maschinen, Ernte, Preis für Kaffee, Bergkakao, Neuzeich- nungen 216. Vanille. Einfuhr und Preise von — in Hamburg 224. Vanillin. — .— . Die Erntel)ereitung der — mit Chlorcalcium. Von J)r. Siedler. Mit Abbildung: Trockenschrank 24. — .— . Einfache — Trocknung 359. — . — contra Vanillin 97. — . — . Zur Frage 164. — . — in Kamerun siehe Schutzgebiete 90. — XIV — Vermessungen und Nivellements am Kiimerungeb irge. Über die Ausführung von — . Von E. Friederici 83. Mit Abbildung: Bosesches Nivellierinstrument 85. Versuchsstation für Tropenkulturen in Usambara. Von Dr. B. Hin- dorf 137. Notwendigkeit, Zweck 137, geeigneter Platz, Gröfse, Höhenlage 138, Nebenstationen 139, Aufgaben 140, wissenschaftliche Hülfsmittel 141, Vorbilder 142. — . — . Die Notwendigkeit einer — und ihre Kosten. Von Prof. Dr. 0. Wur- burg 180. Fremde Versuchsgärten 181, Kostenaufstellung 183, Anbuu- versuche. Ausbildung von Tropenlandwirten 184. — . — . Zur Frage der — für Tropenkulturen. Von Prof. Dr. Sorauer 209. Vorlieugung gegen Pflanzenkrankheiten. — . — Daboga in Uhehe 256. Bodenformation, Anbau, Landwirtschaft, Arbeiter. — . — . Die Notwendigkeit einer tropischen — in Togoland. Von Dr. Grüner 297. Notwendigkeit, Lage, Regenmenge, Arbeiter, Eisenbahn. — . — . Der botanische Garten in Buitenzorg, ein Vorbild für unsere tropischen — . Von J. Chailley-Bert 329. Gröfse, Einrichtung, Studium, Versuche, Kaffee. — .— . Englische — in Afrika 258. — . — . Tropische — im Kongostaat 39L — .— . Tabak — der Deli-Pflanzer 319. Verlängerung. Kosten. Buitenzorger Garten. — . — in Deutsch- Ostafrika siehe Schutzgebiete 92. Viehbestand in Deutsch-Südwestafrika siehe Siedeluugsgesellschaft 253. Viehpreise siehe Deutsch-Südwestafrika 116. Viehzucht in Kamerun 316. Zuchtvieh. — . — in Togo siehe Hinterland 188. — . — in Deutsch-Südwestafrika siehe Schutzgebiete 94. — . — siehe Deutsch-Ostafrika 124. — . — siehe Deutsch-Südwestafrika IIG. Vogelplage. Mittel gegen die — . Sprechsaal 72. 104. — . — siehe Landwirtschaftl. aus Deutscli-Südwestafrika 62, 220. Waldbrände in Deutsch-Ostafrika siehe Schutzgebiete 91; Wawalan siehe Zuckerrohr. Westafrikanische Pflanzungs-Gesellschaft Bibundi 58. Stand der Kakaopflanzungen. Bäume Arbeiter. Urteil Dr. Esser 311. — . — . „Victoria". Arbeiter 58. Anzahl der gepflanzten Bäume. Gerodetes Land. Leiter. Aufsichtsrat 186. Westdeutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft Düsseldorf 218. Hauptversammlung. Pflanzungen. Arbeiter. Kapitalerhöhung. Westindien. Die wirtschaftliche Luge in — 156. Zuckerrohrkultur. Windmotor siehe „Kpeme" 312. Wollschafe siehe Landwirtschaftl. aus Deutsch-Südwestafrika 187. Wurzelkautschuk siehe Kautschuk. Ziegenzucht siehe Kolonial-Gesellschaft für Südwestafrika 351. — . — siehe Landwirtschaftl. aus Deutsch-Südwestafrika 187. - XV — Zimtnt. Sprechsaal 263- — .— . Bericht von H. Haensel 100. Zintgraff. Dr. Eugen. Nachruf auf — 21. Zuckerproduktion. Die Zukunft der — 290. Produktion. Wert. Rübenzucker. Steuer. Zuckerrohr in Angola. Von A. F. Moller 317. — . — Einfluss des Regens auf das — . Von H. Brüning 363. Mit zwei Abljildungen. Zuckerrohranpflanzungen in Peru. Bewässerung. Regenfall. — . — . De Kentjong-kever. Verdere waarnemingen omti-ent den Wawalan. Von Dr. L. Zehntner. Neue I^itteratur 326. - konferenz in Brüssel 163. -. Neue Litteratur über — 101. -. Mededeelingen van het Proefstation Oost-Java. No. 48. Neue Litteratur 387. -. Mededeelingen van het Proefstation Oost-Java. No. 49. Neue Litteratur 387. - aus Sämlingen 37. - Die Webervögel im — auf Java. Von Dr. L. Zehntner. Neue Litteratur 130. -. Wakker en Went. Zuckerrohrkrankheiten. Neue Litteratur 133. - kultur siehe Westindien 156. - transport siehe Feldbahnen 122. — . — wagen siehe Feldbahnen 152. Zum Neuen Jahr. Von Prof. Dr. 0. Warburg. Entwickelung der tropischen Landwirtschaft 1. Pflanzungs-Gesellschaften in deutschen Kolonien 3. XVI - Sprechsaal. Kolonial - Wirtschaftliches Komitee. (Anfragen, und Auskünfte.) Seite Agobeams 230 Akazienrinde 328 Ananas 263 Arbeiten desK o Ion ial- Wirt- schaftlichen Komitees . . 295 Bananen 268 Bananenmelil 231 Bildungsgang eines Kauf- manns und Pflanzers für die Kolonien 168 Bullettree 104 Caesalpinia dasyrrhachis . 263 Canarium-Samen 388 Cassada-Stärke 296 Cocain . . . • 230 Ooffea stenophylla Don. . . 72 Cr ab bäum . . . . . . . 200 Crin d'Afrique vegetal 134, 230 Darrapparate 135 Gehalt für Pflanzungsleiter 104 Grevillea robusta 263 Kaffee (Hochland-) 263 — .— . Liberia — kultur und Brnte- bereitung 40 Kaffeekrankheit (Eisenfleck-) 394 Kaffeeokulieren 167 Kaffeepul per 263 Seite Kaffeeschädling 230 — . — Rüsselkäfer, ein Feind der Kaffeepflanzen 103 Kamerun-Kardamom . . 39. 104 K a m p h e r b a u m 40 Kautschukbaum. Kultur des — 72 Kautschukproben aus West- afrika 292 Kokosfaser 134 Kokosnusskaltur 40 Kokospflanzung 327 Mähmaschine fürHand betrieb 72 Mangro v^enrinde 328 Maniok-Stärke 296 Mittel gegen die Yogelplage 72, 104 M u s k a t n u s s b ä u m e m i t K k s - palmen und Kaffee inMisch- kultur 201 Ölsamen 72 Pithecolobium polycepha- lum Benth 263 Ramiesaat 394 Riesensonnenblumensamen . 167 Talgbaum, Pentadesma buty- racea Don 361 Zimmt 263 Abbildungen. Acacia erioloba, Kameeldorn 19 Acacia horrida, Dornbaum 18 Acacia Perrotii Warb 313 Castilloa elastica Cero. Kautschuk 339 Feldbahn. Elektrische — in der Zuckerfabrik Groenendijk 385 — . — . Elektrische — in der Zuckerfabrik Zülz 386 Feldbahnen. Zuckerrohrwagen 152. 154 Transport von Zuckerrohr in Ägypten 153 Hevea brasiliensis Müll. Arg. Kautschuk 271 Kaffee. Fehlerhaft gepflanzter — 174 — . — . Liberia — bäum 296/1 — . — . Liberia-Schattenbäume 296/21 — . — . Liberia — pulper von Butin Schaap 44 — . — . Vorbereiter des Liberia — pulper von Butin Schaap 45 Kakaofruchthaken 9 Kampherbaum (Cinnamomum Camphoi'a) 88 — XYII — Seite Maiiritiusliuuf Foiircroya gigaiitea 212 Nivellierinstrument. Bosesches — 85 Pflüge. Neuer Steel-Swift 112 Neulandpflug 112 üntergrundpflug ll-> Sisalhunf Agave Sisalana 212 Sojabohne Glycine hispida Max 235 Vanille. Clilorcalcium-Trockenschrank für — 25 Zuckerrohr mit Luftwurzeln und Seitenschossen infolge über- mäfsigen Regens 364 Zuckerrohr mit Verengungen und Verkürzung der Glieder in- folge übermäfsiger Trockenheit 364 Namensverzeichnis. Ahn, Dr. jur. Alb. 186. Aktiengesellschaft H. F. Eckert 112. S. K. H. Prinz Albrecht von Preufsen 59 d'Almeida, Gebr. 90. d'Almeida, Jose 227, 228. Anderson 99. Andre & Co. 70. Andreae, Otto. Geh. Kommerzien- rat 186. Antelniann, B. Kfm. 30. Arning, Stabsarzt 193. Bailey, Kolonialbotaniker 318. Baker 287. Band, H. W. L. 296/5. 22. 26. 27. 28. Baudouin 50. Baumann, 0. Bankier 30. Baumüller 126. Banse, E. 216. Beerwald, Dr. 125. Bennelt, George 24. 198. 314. V. B e n n i gs e n , Dr.. Finanzdirektor 114. Berg, Bezirksamtmann 33. Berkhout 274. 305. 306. Bernegau. L. 52. 53. Biffen 372. Binger 51. 53. Binnendijk 296/1. 3. Blum 126. Bolliger, Reinaldo. Chemiker 225. Boog 312. Booth, W. S. 287. Borchardt-Ott, W. 187. Borchardt, F. W. Hoflieferant 264. Bornmüller 186. Bourgeois, H. 70. Bourke, Kapitän 286. BoutiUy. V. 295. 316. Boutmy, D. 288. Brandt 94. V. Brauchitsch 283. V. Braun, F. 164. van Breda de Haan 293. Brill, K J. 133. V. Brockdorff 95. V. ßroekhuijzen, P. J. 387. Bruce. Dr. 63. V. Bruchhausen, Porstassessor 355. Brunner, A. 98. 248. Brüning, H. 363. Buchwald. Dr. J. 114. Bull, William 296/2. Burck, Dr. 164. 296/24. Busch, 0. W. C. 116. Busse, Dr., Oberbergrat 193. Busse, Dr. 36. 67. 197. 324. Cantley 227. Cantor, Dr. Theodor Edward 226. Carmo. A. Gomes 225. XVIII — Caroll, H. D. 68. Carrey, E. 275. Carrey, G. 111. 295.' Carstens, 0. 39. Cater, ßowland W. 341. Cavaleanti, A. B. UcliCa. Direktor 225. Ceulen & Co., J. A. 296/27. Chailley-Bert, J. Prof. 329. Chalot, M. 66. 158. 187. Chamberlain 290. Chavenne, Dr. 21. Clough, R. Stewart 266. 275. 303. Co Hins 306. 310. 371. Colsraann, Fabrikbesitzer 193. Cooke 394. Coville 286. Crawfords 37. Crole 166. Crofs, Robert 266. 272. 275. .302. 338. 340. 347. 370. Crofsmann & Bro., W. H. 323. da Cruz, Theodoro Jose 96. V. Cuuy. Geh. Justizrat, Prof. Dr. 254. Cunze, Dr. 30. Dafert, Dr. F. W. 1.34. 184. 198. 225. 263. Dahl, Prof. 247. David, Dr. J. J. 225. Davin, Inspektor 367. Deutsch-Afrikanische Land- wirtschafts-Gesellschaft 125. Deutsch-Afrikanische Handels- und L a n d w i r t s c h a f t s - G e s e 11 - Schaft 378. D e u t s c h-0 stafrikanischeGesell- schaft 217. Deutsch-Ostafrikanische Plan- tagen-Gesellschaft 252. Deutsches Kolonialhaus Bruno Antelmann G. m. b. H. 297. van Delden, A. J. W. 296/4. 26. Derry. Direktor 269. Dewey, Lyster H. 87. Dietrich, Dr. K. 52. Dilthey, Amtsgerichtsrat 351. Dobrin, Carl 36. Dodge, 285. V. Douglas, Dr. jur. Morton 216. Douglas, Sholto 186. 216. Dove. Dr. K. 118. Ebermayer 290. Eif ling, Karl. Generalmajor z. D. 384. Elliot. Robert. H. 164. 296/25. Enfantin 158. Engelmann, W. 200. Engelmann, Dr. 286. Engler, Geh. Reg. Rat, Prof. Dr. 19. Eschen bürg, Senator 254. Esser. Dr. jur. 23. 155. 186. 216. 230. 311. Ettling, Karl 126. 296/1. Fabarius, Divisionspfarrer 193, 257. Faul, Philipp 378. Fennel, Otto Söhne 84. Fertig. F. 43. Fesca, Prof. Dr. M. 48. 109.233.246. Fitzner, R. 37. Flegel 21. F lückiger 50. Foret-Benoit 225. V. Fran§ois 95. Frank, P. 92. Friederici, E. 9. 39. 83. Friedrich 312. Fritsch. Dr. 286. Gaertner, Kulturtechniker 72. Garcez 284. Garega 23. Georgi. VVilh., Fabrikbesitzer 216. Gessert. F. 14. 17. 62. 94. 109. 110. 220. 309. Geyger 283. Glaser, C. 278. Godefroy-Lebeuf, A. 130. 165. 366. Göhring-Schmidt 102. Gordian 224. Gordon, John 42. 296/27. van Gorkom 296/23. Götze, Gärtner 295. Gouger 227. Graichen, Dr. W. Ag. 48. Grüner, Dr. 297. Guerin, P. 38. Guilleaume, Arnold 351. Günther, M. 155. Guppy 255. Gurke, M. 95. Gurney 223. van Gyzelen, A. B. M., Kapitän 296/3. - XIX — Haarmanii & Reimer 165. 224. Hai) er lau dt, Prof. 23G. Haensel, Heinricli 100. 198.264.357. Hagenbeek 115. Hahn, Jos. 20. Hall ström, Kommerzieiirat 30. Hamburg-Altonaer Nährmittel- Gesellschaft m. b. H. 52. Hanausek, Prof. F. F. 164. Handmann, Otto, Konsul a.D. 187. 216. Hardinge, Generalkonsul 357. Hart, J. H. 37. 223. 370. 374. Hart wich, Prof. C. 15. 18. 246. Hausley 337. Havard, Dr. 285, Havemeyer 290. Heckel 333. Heckmann, Fabrikbes. 193. Hedde, Gärtner 327. Henriques, Dr. Robert 80. He ms heim 255. Hermann 118. Hesselba rth, Pflanzer 230. Hilger, Verlagsbuchhändler 30. Hill, F. H. 296/8. Hiller, Max 186. Hindorf, Dr. R. 102. 137. 180. 193. 327. 351. Hitze, Oberamtmann 32. Hoech, Th. 105. 213. Ho e seh, Victor 186. Hoffmann, Kurt 380. Höh enlohe-Oeh ringen, Se. Durch- laucht Fürst Kraft't von 384. Hollrung, M. 262. Hooker 340. — Sir William, Jackson 226. Hopf er 167. Höpfner 94. Huizer, J. L. 296/27. Humboldt 285. Jaeger, H. 29. 216. Jahn, A. &. Co. 290. Jantzen & Thormählen 193. Janne, Louis 97. Jewesburg 228. mich 114. van Ingen 133. 387. Johnston, Sir Harry 258. Jürgens, Carlos 258. Kaarsberg, Gärtner 327. Kaffeeplantage Sakarre, Aktien- Gesellschaft 114. 383. Kamerun-Hinterland -Gesell- schaft 29. 187. 216. Kamerun Land- und Plantagen- Gesellschaft 353. Kärger, Dr. 231. Kärnbach, L. 126. 228. V. Kaufmann, Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Richard 186. Keller, C. C. 293. — Franz Leuzinger 267. 275. Kellner 243. 246. Khatir, Thomas 58. Kiderling 158. Kiepert, Prof. Dr. 121. Kievits 296/15. K i 1 i m a n d s c h a r - S t r au f a e n z u c h t Ges. m. b. H. 115. Kilmer 128. Klar, Joseph 71. 388. van Kleef, J. 296/3. Klink, Hans 127. Knox, James 289. Kobus, J. D. 101. 387. Koch, Geheimrat Prof. Dr. 63. 72. Köhler, Ernst 167. Kohlstock, Dr., Stabsarzt 65. 72. 295. 352. Kokosnufs-Verwertungs- Gesell- schaft 218. Kolbe 103. Kolberg, P. Joseph 102. Kolff & Co. 166. 293. 325. Kolonialschule, G.m.b.H. 115.257. Kolonial- Wirtschaftliches Ko- mitee 15. 32. 39. 72. 103. 134. 167. 200. 230. 263. 295. 327. 361. 394. König, D. 278. Koningsberger, Dr. 103. 131. 230. Koppel, Arthur, Feldbahnfabrik 152. 384. Koppeschaar, Johann 216. Kramers, Dr. J. G. 325. Krauch, C 278. Krüger, Walter 105. Krupp, Friedr., Grusonwerk 263. Kund 2L de Lacerda, J. F. 195. Lan^on 125. 2* XX — Lange, Prof. Dr. R. 243. Laurent, Prof. 35. Laut erb ach, Dr. C. 102. Lecomte, Henri 208. Lefebvre, M. 368. Lehmann, Ernest 319. Lei st, Rieh., Dr. jur. .384. Leutwein, Major, Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika 65. Levy, Carl, Bankier 186. Lewis, F., Förster 307. Lidgerwood 296/27. Liebert, Generalmajor, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika 60. 256. Lindau, G. 262. Lingard, Dr. 63. Loag, Fr. 126. — J. 126. v. Löbbecke 1!»3. 218. Lo es euer, Dr. 260. zu Loewenstein -Wertheim- Freudenberg. Se. Durchlaucht Prinz Alfred 155. 186. Logan 229. van Loon, A. 393. Low 269. Lucas, A., Kommerzienrat 351. v. Ludwig 94. Lyman, S. 158. Lyon, J. M. 43. van M a a n e n 48. Maar Schalk, N. F. A. 296/2. Mähly, Dr. 51. Maercker, Hans 384, Mann 269. Marggraff 126. Markiiam, Clements R. 76. 341. 347. Marloth 17. 18. Mathieu, G. 216. V. Matuschka, Graf Manfred 351. May, G. E. 290. Meckelmann, A. 216. Meinecke, G. 30. 102. Meurin, Leo 126. Meusser 247. Millson 341. 368. Mittler, E. S. & Sohn 60. Moddermann, H. S. G. 296/8. Mohr, Alb. 366. Möller, J. 231, Molle 247. Moller, A. F. 87. 97. 128. 149. 189. 284. 317. 385. Money 166. Montgomerie, William 227. 228. van der Moore, Ch. 166. Moorhouse, J. P. 67. Moors, H. J. 387. Moritz 355. Morren, F. W. 167. 263. 288. 296/1. Morris, Dr. D. 156. 162.194. 223. 295. Motmann 46. van Motman, P. R. 288. 296/26. Müller, Direktor Dr. 30. — Superintendent 193. Mulford, A. Isabel 284. Muller 296/2. Mundt 377. Musgrave, Reg. Sekr. 418. Nanninger, Dr. A. W. 101. Naud, C. 295. Neubaur, Dr. Paul 384. Neu-Guinea-Compagnie 336. 348. Neumann, Direktor 30. Nicholls 196. Niemann, Wilhelm, Hoflieferant 264. Nitze, Oberanitmann 94. Noack, Fritz 210. 225. 326. 388. Nymann. Dr. 327. Ob ach, Dr. Eugene F. N. 226. Ockel, Förster 256. O'Hara, Konsul 348. V. Oppenheim, S. Alfred Frhr. 351. Overduijn 296/27. 0x1 ey 228. Paesler, Dr. 29. Paetel. Gebr. 22. — Hermann 37. Pangani-Gesellschaft 30. 125. Pappe, L. 17. Parkinson, R. 335. Parry, Dr. 286. Passarge, Pflanzer 218. Paucksch, H., Akt.-Ges. 199. Pease 100. Peill, Leopold, Kommerzieiu-at 186. Penon 130. Perrine, Dr. 287. — XXI Perrut 72. 92. 193.314.325.353.381. Pctei-s, Dr. 120. Pteifer, Eugen 351. Pflanzung „Günther Soppo", G. m. h. H. 155. Pfüller 312. Philipp, Robert 127. Pinart, A. L. 70. Plantage „Kpeme", G. ni. b. 11. 216. 312. Planto & Co. 225. Plehn, Dr. 51. 53. Popp, Dr. 193. Potel, Ilenrique, Chemiker 225. Preuls, Dr. 101. 134. 157. 187. 201. 281. 299. 308. 314. Prinee, Hau[)tnaann 60. 256. Prinz Alb recht v.on PreuTsen, Königl. Holieit 312. van de Putte, J. L. Fransen 296,2, V. (.^luast 92. Raayniaakers, F. 385. V. Rabe, Rudoli", Generalmajor z. D. 384. Raekow, H. 27. 143. 213. 279. 311. Ramsay 229. Raoul, M., Prof. 103. 196. Rediker, Generalarzt 193. Reh bock, Reg.-Baumeister 253. Reichard, Paul, Direktor 216. Reimann, Fabrikl)es. 30. Renk er, Gustav 384. Rheinische llandei- Plantagen- Gesellschaft 351. V. Richthofen 233. Riegler, Dr. 134. van Rieuisdijk 288. 296/34. Rigole, Dieudonne 229. Rodatz, Hans 126. M. Rohde & Co. 296. Rohde. Dr. 352. 353. van Romburgh. P. 47. 272. 368. Sack. Rudolf 196. Sadebeck, Prof. Dr. 38. 207. Sagot, P. 196. Sander, Dr., Stabsarzt 32. Sau SS ine, G., Prof. Dr. 220. Scaton, W. J. 76. Schaap, D. Butin 43. 288. 296/35. Scharlach, Dr., Rechtsanwalt 1!)3. Scheidt, Fabrikbes. 193. V. Schellendo r f, Bronsart 115. Scheller, Konsul 216. Schiller, Dr., Max 384. Scliinz, Dr. 18. Schlechten dahl 193. Schlettwein 352. Schnitzler, Dr.. Rieh. 351. Schöller, Kommerzienratli 193. Scholl er. Dr. Max 351. Schölten 282. V. Schrenck, Dr. 236. Schröder, Rentier 30. Schuhart, Kfm. 30. Schulze, F. 216. Schumann, Prof. Dr. K. 74. 166. 229. De Seconde 94. Seemann, Dr. 343. Seidel, 0. 116. Seidel & Mühle 94. 95. Seitz, Georg, Finanzrat 186. S emmier 40. 51. 259. Senff241. Serulla, llippolite, Eugene 227.229. Shepherd, F. R. 37. Shinn 50. Siedelungsgesellscliaft für Süd- westafrika 187. 253. Siedler, Dr. 24. 89. 100. 128. 129. 130. 131. 159. 164. 225. Siemens, Werner 227. Siemens, William 227. S i g i - P f 1 ;i n z u n g s g e s e 1 1 s c h a f t 59. 311 da Silva Mendes Leal, Jose 149. Sixt, Ernesto 225. Skopnik, Hugo 126. Smyth. Generalkonsul 296/1. 26. Smith, Konsul 344. Society for the encouragement o f a r t s , m a n u f a c t u r e s a n d c o m - merce 226. von Soden, Excellenz, Freiherr Julius 186. Sorauer, Prof. Dr. 209. Spengler, Konsul 157, 186. Sprague, Warner & Co. 231. Springer, Julius 246, 278. — xxir Spruce, Dr. 347. St au dt, Gärtner 207. Stevenson 388. St ölte, Ei-icli, Rechtsanwalt 216. St Ulli mann, Dr. F., Regierungsrat 103. in. 162. 263. 354. O'Sullivan, Vizekonsul 357. Swayne 254. Tappenbeck, Ernst 21. 127. V. T e i c h m a n n - L o g i s c h e n , General- lieut. z. D. 30. Templer, P. A. 162. V. Thiele- Wink 1er, Graf 216. Thompson, M. 129. Thoms, Prof.Dr.H. 15. 18. 50.246.278. Torrey 287. Toumey, Prof. 286. Tradeseant 226. Trelease 166. Treub, Direktor Dr. 131, 228, 319. Trimen. Dr. 76, 305, 373. Troost, Lieutenant E. 197. V. Tuch er, Freiherr 254. Unibeck, Generalsuperintendeut 193. Usambara- Kaffeebaugesell- schaft 115. 216. Vaisse & Co. 257. Verkaufs Syndikat der Kali werke 98. Victor, J. K. 188. van Vloten 217. Voigt, Dr. A. 326. 360. Voigts 95. Volkens, (r. 95. 353. Wacker, Dr. J. H. 101. Wagner, Paul 240. Walker 296/26. 27. Walker Sons & Co. 42. Walser, C. 94. Warburg, Prof. Dr. 0. 17. 33. 34. 38. 39. 41. 50. 68. 74. 89. 97. 102. 104. 134. 157. 162 164. 167. 180. 194. 200. 225. 226. 227. 230. 247. 255. 261. 265. 295. 301. 314. 325. 326. 337. 358. 361. 365. 385. Watts, F. 37. Wecke & Voigts 94. 354. Wegner, Premierlieut. 56. 297. We igelt 126. Weiss, Hufschmied 230. Weiss enborn 59. 312. Welwitsch 149. Wer nicke, Wilh. 126. Wesen fei d, Rechtsanwalt 193. Westafr. Pflanz. -Ges. „Bibundi" 58. 311. Westafr. Pflanz.-Ges. „Victoria" 23. 58. 186. Westdeutsche Handels- u. Plan- tagen-Gesellschaft 218. Wheeler 94. Whyte, Alexander 258. Wich mann 296/27. Wickham, H. A. 75. 266. 268. 275. 302. 303. Se. Durchlaucht Fürst zu Wied 115. 193. Wiese 125. Wigmann, H. J. 47. 296/26. Wijnen 288. Wilkens 125 VVilkinson 288. William, J. P. Brothers 366. 394. Williamson 233. Willis, Direktor 274. 305. Wirtz, G. 224. Wishaw 227. Witte, Direktor 296/3. Wöckel 54. Wohlgerauth, Vermessungsgeh. 72. Wohltmann, Prof. Dr. F. 27. 116. 155. 167. 193. 196. 210. 211. 299. Wolf, Dr. Th. 102. Worlee, E. H. & Co. 16. 18. 223. 231. 296. Wray, L. 229. 306. Wülfing, Otto, Fabrikbes. 216. Zech, Graf 31. Zehntner, Dr. L. 101. 133. 326. 387. Zeitschel, Karl 384. Zimmermann, Prof. 385. Zintgraff, Dr. Eugen 21. 39. 186. TBOPENPFLANZEE. ZEITSCHRIFT TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. ORGAN DES KOLONIAL-WIRTSCHAFTLIOHEN KOMITEES. URKÄÜSQBOEBGN VON 0. WARBURG, F. WOHLTMANN, BONN-POPPPI^DOuF. 2. Jahrgang. Berlin, Januar 1898. No. 1. Inhaltsverzeichniss: Zum j)enen Jahr. — E. Priederici: Die Zu- bereitung der Kakao-Ernte auf der Bimbia-Pfla nzung (Kamerun). — F. Gessert: Gummiplantage im Nama-Land. — Prof. Dr. H. Thoms: Gninmi arabicum aus Angra Pequena. — Dr. 0. Warburg: Einige Bemerkungen zur Südwestafrikanisohen Gummifrage. ]Mit 2 Abbild. — Dr. Eugen Zintgraff t — Dr. H.: Die Erntebereitung der Yanille mit Clilorqaieium. Mit Abbild. — Professor Dr. F. Wohltmann: Holz- nutzung und VValdscbutz in unseren Kolonien. — Pflanzungsgesell- schaften: Kamerun-Hinterland-Gesellschaft. — Pungani-Gesellschaft. — Aus deutschen Kolonien: Sesamkultur in unseren Kolonien. — Landwirtschaft- liches aus dem Ruvumagebiete t Deutsch-Ostafrika !. — Aus fremden Kolonien: Kaffe im Kongostaat. — Papierfabrik in Niederländisch- Indien. — Gewinnung des Wnrzelkautschuks am Kongo. — Vermischtes: Verarbeitung von Sorghum- arteu auf weifse Stärke und Nebenprodukte. — Theekultur in Nordamerika. — Zuckerrohr aus Sämlingen. - Neue Litteratur. — Personalnotizen. — Mitteilungen des Kolonial - Wirtschaftlichen Komitees. — Markt- bericht Zum neuen Jahr. Zur Zeit der Jahreswende ist es Brauch, einen Überblick zu geben über die Ereigni.sse und Bestrebungen des vergangenen sowie über die Hoffnungen und Ziele des beginnenden Jahres. So wollen auch wir, dieser iSitte folgend, versuchen, mit kurzen Strichen das- jenige zu skizziren, was an wichtigeren Ereignissen in der Interessen- sphäre dieses Blatte.s sich im letzten Jahre zugetragen hat, sowie dari'iber Auskunft zu geben, mit was für Wünschen und Bestrebungen "Wir in das kommende Jahr hineingehen. Wir wollen hierbei unterscheiden einerseits die Fragen der cropischen Landwirtschaft im allgemeinen, zu denen bei der relativen — 2 — Geringfügigkeit der deutschen Interessen unser Blatt nieLr referierend als beratend und handelnd Stellung zu nehmen hat, andererseits die EntwickeluDg des Landbaues in unsert^n Kolonien, welche unser Blatt ja ganz spezieil zu vertreten berufen ist. Im Gegensatz zu der viel energischer betriebeneu und auch von den Regierungen mehr unterstützten Landwirtschaft der ge- mäfsigten Zone ist die Entwickelung der tropischen Landwirtschaft im allgemeinen nur eine langsame, dennoch befindet auch sie sich in einer stetigen und ununterbrochenen und zweifellos in der letzten Zeit auch eine beschleunigte Tempo annehmenden Umwandlung. "Wir können in einem Überblick über das verflossene Jahr demnach zwar nicht von plötzlichen Umwandlungen berichten, ebensowenig von stürmischen Entwickelungen oder von mit Enthusiasmus auf- genommenen Neuerungen, aber doch von manchen neu in die Er- scheinung tretenden Änderungen, die erst in der Zukunft bedeutungs- voll zu werden versprechen und von denen einzelne vielleicht zu schroffen Krisen führen dürften. Eins der wichtigsten Momente ist zweifellos die zunehmende Bedeutung des tropischen Afrika für den Welthandel in tropisch- landwirtschaftlichen Produkten. War bei den früheren ungeordneten politischen Zuständen die Möglichkeit, die in sehr primitiver Kultur gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Ein- geborenen für den Welthandel zu verwerten, nur iur sehr küstennahe Gegenden gegeben, so ist jetzt infolge der durch die europäischen Mächte erzwungenen Sicherheit grofser Ländergebiete und ferner auch durch die, namentlich an den gi'ölseren Strömen (z. ß Sambesi, Kongo, Senegal) vorgeschobenen Handelsstationen die Basis für einen ausgedehnten l?innenlandshandel gegeben, der in einigen Jahren infolge der an verschiedenen Punkten in Angriff genommenen Eisenbahnbauten sich bedeutend steigern wird, was vielleicht schon im nächsten Jahre infolge der Eröffnung der Kongobahn fühlbar sein M'ird. Wenn sich auch bis jetzt noch dieser Handel hauptsächlich mit den von den Eingeborenen nicht kultivierten, sondern nur ge sammelten Urprodukten des Landes, wie Kautschuk, Gummi arabicum, Palmöl und -Kerne befafst, so nimmt doch auch der Austausch von Kulturprodukten, wie Erdnüsse, Sesam, Kolanüsse immer gröfsere Dimensionen au. Hauptsachlich aber ist es der Kaffebau unter europäischer Leitung, der in Centralafrika, im Kongostaat und in Deutsch-Ostafrika merkbaren Aufschwung zu nehmen beginnt. Was das südliche Asien betrifft, so machte die zunehmende Ent- wickelung Ceylons zu einem der wichtigsten Theeländer auch im letzten Jähre weitere Fortschritte, während in Java der Ersatz des - 3 - arabischeii Kaffes durch den Dach verbesserten Methoden bereite teil Liberiakaöe schon im vorigen Jahre gröfsere Bedeutung erlangte. Durch die jetxt.wie es ächeint, erreichte billigere Dar^^tellung dcK küDst- lichen Jndigos ziehen sich für die Indigopflanzer Bengalens und Javas drohende \\^oiken zusammen, die aber zweifellos ebenso den Ansporn geben 'verdeu zu einer Verbesserung der ludigokuü.tir und Ernte- bereitung, wie es die Zuckerrubenkonkurrenz für den Zuckerrobrbau der Tropen getlian hat. JS'euerdings erregt auch die üutt;jpercha- herstellung aus Blättern mehr Interesse, wenngleich die Frage noch durchaus nicht über das Versuchsstadium heraus ist. Australien besitzt in den eigentlichen Tropen zwar nur mafsig grofse für den Laudbau sich eignende Sti-ecken, doch sorgt die Queeusländer Regierung, namentlich seit dem letzten Jahre, durch Versuche und Belehrung mit Hilfe eines grofsen landwirtschaftlichen Instituts und einer seit einigen Monaten erscheinenden opulent ausgestatteten Zeitschrift in hervorragender Weise für die Interessen dieser Zone. Wenn wirklich, wie es nach neuesten Nachrichten scheint, restringierende Gesetze die fast vollständige Ausschlieisung asiatischer Arbeiter erzwingen werden, so dürfte freilich der tropische Landbau in Queensland einer schweren Zeit entgegengehen. Während sich in Polynesien die Fidschi-Inseln allmählich immer mehr zu einem grofsartigen Fruchtexportland für Australien ;ius- bilden, lassen die unglücklichen politischen Verhältnisse in Samoa nicht die Stetigkeit aufkommen, die allein grolsc Kapitalien ver- anlassen könnte, sich dem Laudbau zu widmen. Ebenso ist, in den Sandwich-Inseln die politische Lage, die noch verschärft wird durch die noch ungeklärte Frage der Zulassung japanischer Arbeiter, der Entwickelung der Landwirtschaft nicht günstig. In Amerika finden wir in Peru, Kolumbien, Centralamerika und Mexiko die Kafl'ekultur im Aufschwung begriflen, in den central- araerikanischen Staaten sogar trotz der politischen Wirren; nament lieh in Guatemala ist, wie bekannt, deutsches Kapital in hervor- ragendem Mafse, angeblich mit 70 Millionen Mark, in den Plantagen beteiligt. xMexiko beginnt jetzt auch mit grofserer Energie als bisher sich auf tropische Kulturen zu werfen, Henequen-(Sisal)faser, Ixtlefaser und besonders Vanille gelangt in steigenden Mengen zur Ausfuhr. Im Gegensatz hierzu ist die Lage Guianas durch die Zuckerkrise eine sehr traurige, nachdem Holländisch-Guiana schon seit Jahren vorangegangen, ist auch Britisch-Guiana jetzt hierdurch in seiner wirtschaftlichen Existenz ernstlich geiährdet, ebenso auch ■die w^estindischen Inseln, soweit sie auf Rohrzuckerkultur angewiesen sind. Die von der englischen Regierung ausgesandte Kommission kam awar mit einer Reihe von Vorschlägen nach Hause, doch läfst sich — 4 — nicht übersehen, ob das einzige, wirklichen Erfolg versprechende Mittel, nämlich Kompensationszölle von seiten Englands gegen die Ausfuhrprämien anderer Länder auf Rübenzucker, bei den komplizierten Yerhältnissen der englischen Volkswirtschaft Aussicht hat durchzu- dringen, selbst wenn die Regierung eine diesbezügliche Vorlage machen würde. Andererseits scheinen sich ja jetzt schon durch das eigene Interesse der Zuckerrüben bauenden Kontinentalmächte veranlafste Konferenzen vorzubereiten, mit dem ausgesprochenen Zweck der Unterdrückung oder Verringerung der Prämien, also Mafsregeln, durch weiche die Zuckerrohrkultur wieder bessere Chancen er- langen wird. Viel Wert wird von den sachverständigen kolonialen Kreisen aaf den Ersatz der Zuckerrohrkultur Westindiens durch andere Kulturen gelegt, auf den französischen Inseln wirft man sich vor alleru auf Kakao, auf den englischen Inseln Westindiens legt man sich einerseits auf Gewürze (z. B. produziert Granada neben Kakao schon jetzt viel Muskatnüsse und Gewürznelken), andererseits auf Faseratoffe (die Bahamas erzeugen schon augenblicklich enorme Massen Sisalbanf), vor allem aber sucht man die Kultur von Früchten und Nahrungsmitteln für den Export nach Nordamerika zu fördern und hegt grofse Hoffnung, den bisher relativ noch geringen Pmchtexport nach Europa durch besondere Frachtdampfer- verbindung schon in den nächsten Jahren enorm heben zu können. Es erscheint zweifellos, dafs gerade von Englisch- Westindien, wo in Jamaika und Trinidad rührige botanische Gärten bestehen, in der nächsten Zeit die tropische Landwirtschaft wichtige Wandlungen zu erwarten hat. In Brasilien ist der hervorstechendste Zug einerseits die stets fortschreitende, wirklich riesige Dimensionen annehmende, schon über 100 Millionen Mark jährlich an W^ert repräsentierende Kautschuk- ausbeutung, welcher in Holländisch-Guiana die zunehmende Balata- gewinnung parallel geht, andererseits die durch die in diesem Jahre überaus stark gefallenen Kaffepreise hervorgerufene prekäre Lage vieler brasilianischer Kaffeptiauzer. Hat bisher der Preisfall haupt- sächlich die gewöhnlichen niedrig bewerteten Santossorten betroffen soAvie auch die geringen afrikanischen Liberiakaffes, so sind neuer- dings auch gute Sorten, wie z. B. der Javakaffe, von der sinkenden Preisbewegung ergriffen, ohne dafs es bisher möglich ist zu ent- scheiden, ob es die Folge einer für die nächste Zeit andauernden und nicht durch den vermehrten Konsum auszugleichenden Über- produktion ist, oder ob zufällige Momente, besonders gute Ernten etc. den Preislall als etwas ephemeres erscheinen lassen. Im Gegen- satz hierzu zeigen die Kakaopreise, trotz der noch vor wenigen — 5 — Jahren bemerkten anscheinenden Überproduktion, wenigstens für die guten Sorten, steigende Tendenz und dürften, da die Ver- mehrung der Kakaoplantagen nur eine örtlich sehr begchränkte ist und auch erst nach einer Reihe von Jahren Einttuis auf den Kakao- niarkt gewinnen kann, auch für die Zukunft fest bleiben. Nach dieser kursorischen und natürlich notwendigerweise lücken- haften Umschau über die allgemeine Lage der tropischen Landwirtschaft wenden wir uns unserem eigentlichen Gebiete, der Landwirtschaft unserer Kolonien zu. Es ist ein Jahr ernster und fleifsiger Arbeit gewesen, bei der natürlicherweise noch weit mehr gesät als geerntet wurde. Vornehmlich sind es die beiden Plantagengebiete üsambara und Kameinnberg, welche wesentliche Fortschritte aufzuweisen haben, einerseits durch die Gründung neuer Gesellschaften, z. B. Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft und Hamburg- W^st-Üsanibara- Plantagen- Gesellschaft in üsambara, Westafrikanische Pflanzungs-Gesellschaft „Victoria" und „Bibuudi" in Kamerun, andererseits durch grofse Neupflanzungen auf den bisherigen Plantagen. Erwähnung verdienen die Thatsachen , erstens dafs die 1893 gegründete üsambara Kaffe- bau-Gesellschaft in diesem Jahre ihrfe erste, sehr gut beurteilte Ernte erzielte, und zweitens, dafs die Kamerun-Land- und Plantagen- Gesellschaft als erste aller unserer kolonialen Pflanzungsgesellscbaften schon in diesem Jahre in der Lage war, ihre erste Dividende (5pCt.) zu verteilen; da diese in den Händen weniger groiser Hamburger Kaufleute befindliche Pflanzung von durchaus SKch- verständigen und vorsichtigen im Geschäftsleben stehenden Männern geleitet wird, so ist diese Dividendenverteilung jedenfalls ein erfreuliches Symptom der Rentabilität gut geleiteter Kakao- pflanzungen am Kamerun gebirge. Die Fortschritte der Pflanzungen in unseren Kolonien im letzten Jahre lassen sich augenblicklich im einzelnen noch nicht übersehen, nur so viel mag erwähnt werden, dafs nach unseren Zusammen- stellungen die Zahl der angepflanzten Kaflfebäume in Deutsch-Ost- afrika IV2 Millionen (darunter '/s Million Liberiakatfe), die der Kokospalmen der europäischen Pflanzungen daselbst '/a Million zweifellos überschritten hat. Die Ernten des nächsten Jahres werden naturgemäfs noch geringe sein, da die Hauptanpflanzun^on erst in den allerletzten Jahren gemacht worden sind. Erwähnens- wert sind ferner die Versuche, die mit Sisalhanf und Kautschuk (früher mehr Manihot Glaziovii, jetzt mehr Landolphialianen) bei Tanga, mit Manritiüshanf bei Dar-es-Saläm (Knrazini) gemacht worden, wo schon etwa 110 000 Pflanzen ausgesetzt sind, ferner die weitere Fortschritte machende Vanillenkultur bei BagamoyÖ und Tanga, sowie der Anbau von Sorghum (Mtama) bei Kikogwe, von - 6 — Kapok bei Lindl, vo?i Ganibir, Teakholz, Johore-Eiseuholz, Kapok und Kautschuk bäumen bei Lewa. Endlich ist niich i\ie Grijndung^ der zm- Ausbeutung des PaDgani-Zuckerrohres gebildeten Pangani- Ge^ellsehaft als ein erfreulicher Fortschritt zu bezeichnen. Von Regierungsplantagen ist aufser der erwähnten Mauritiushanfpflanzung so'vvie eiuer Kokosplantage bei Dar-es-Saläm vor allem -die Tabak- pflanzung bei Mohorro im Rufidjidelta bemerkenswert, woselbst für 1897 von den bepflanzten 40 Feldern eine erste Probeernte von 150 bis 200 ZenTnern erwartet wurde. Die Versuchsstation Kwai im Hochlande (1700 Meter ü. M.) von Usambara, die siah mit dtyii Anbau unserer Getreide- und Gemüsearten, mit Tabak- und Weinbau sowie mit Viehzucht befafst, dürfte vor allem für die Frage der Besiedelung der Hochländer mit deutschen Bauern wichtige Daten liefern, doch ist im Auge zu behalten, dais Versuche im kleinen nie den richtigen Mafsstab für Kentabilitätsberechnungen im grolsen werden liefern können; die Versuchsstation kann nur die Möglichkeit der Besiedelung erweisen, alles andere bleibt den Erfahrungen der Kolonisten selbst vorbehalten. Was diese Station für die kühlere Zone des Berglandes erstrebt, das müssen wir auch für die Flanfeagengebiete der unteren Zone verlangen. Ebenso wie Karberun in seinem prächtigen botanischen Garten in Victoria einen Centralpunkt für die verschiedensten Tropenkultui'en besitzt, dessen segensreicher Einfiufs für die Kolonie schon jetzt sichtlich in Er- scheinung tritt, ebenso mufs auch Ostafrika in seinem Hauptplantagen- gebieie, Bondei oder Handei, einen botanischen Regierungsgarten nebst Versuchsstation für Tropenkulturen erhalten. Es wird unsere Aufgabe sein, lortgesetzt darauf zu dringen, und hoffen wir schon in der nächsten Zeit eine eingehendere Besprechung dieser wichtigen Frage von berufener Seito bringen zu können. Über Kamerun brauchen wir weniger zu sagen. Die Zukunft des henlichen Plantagenlandes am Fufse des Kamerunberges liegt zweifellos im Kakaobau; das ist jetzt so allseitig erkannt, dafs es keines weiteren Beweises bedarf; der Tabakbau wird wohl fort- gesetzt werden, kann aber kaum auf eine grofse Ausdehnung hoffen, ebensowHnig der übrigens gute Resultate liefernde Kaöebau. Die Anlegung von Kaffepflanzungeu in anderen Teilen des Schutzgebietes ist erst jetzt etwas mehr in Flufs gekommen, und namentlich will sich die im letzten Jahre bei Sopo (700 bis 800 Meter ü. M.) am Kamerunberg angelegte Pflanzung von Günther und Rausch neben Viehzucht auch auf den Kaffebau werfen. Zimmt- und Parakautsehuk- bär.me gedeihen im Victoriagebiet und dürften vielleicht ebenso wie Pfeffer und andere Gewürze noch eine gröfsere Zukunft für die Kolonie haben. _ 7 - Das Togogebiet ist in gewissem Sinne noch am rückständigsten, nur die Anlage von Kokospalmen- und Liberiakafi'ekulturen hat Portschritte gemacht, ferner hat man auch mit Kautschukbäumen gröfsere Versuche angestellt; worauf es aber hauptsächlich ankommt, das Hinterland ist noch gar nicht dem Plantagenbau erschlossen, und dieses, z. B. die Gegend von Misahöhe, hierfür zugänglich zu machen, mufs die wichtigste Aufgabe für die Zukunft sein: auch hier dürfte sich die Anlegung einer botanisch-landwirtschaftlichen Versuchsstation nicht mehr lange aufschieben lassen. Auch um an Stelle der fortwährend im Preise fallenden Palmkerne und des Palmöls andere Ausfuhrobjekte der Eingeborenen zu schaffen, ist eine solche Station dringend notwendig; die Kultur von Kolanüssen, Sesam, Erdnüssen, event. Shibutterbäumen etc. wird hierdurch in viel inten- siverer und methodischerer Weise gefördert werden, als es bisher der Fall sein konnte. Südvvestafrika hat in diesem Jahre durch die Rinderpest eine so ernste Krise durchgemacht, dafs von grofsen landwirtschaftlichen "Fortschritten nicht die Rede sein konnte. Durch den in diesem Jahre etwas gesteigerten Export von Gummi arabicum ist die Auf- merksamkeit auf dieses Produkt gelenkt, ebenso wird die Frage der Gewinnung von Gerbstoffen in dieser Kolonie unser Interesse dauernd beanspruchen. Die Nutzbarmachung des Ambolandes für die Produktion tropischer Exportprodukte ist bisher kaum angeregt; auch der Weinbau in den subti-opischen Teilen des Landes ist noch in den allerersten Anfängen. Neuerdings beabsichtigt eine Firma in Grofs-Namaland gröfsere Strecken mit Weizen, Mais und Tabak zu beptianzen, dennoch bleibt es nach wie vor zweifellos, dafs das Schutzgebiet im grofsen und ganzen im wesentlichen auf die Ent- wickelung der Viehzucht und Wollproduktion angewiesen ist. Neu-Guinea macht trotz seiner enormen latenten Hülfsquellen nur ganz erstaunlich langsame Fortschritte; Hauptgründe sind neben der Entlegenheit der Insel die schwierige Arbeiterfrage, die Un- zugänglichkeit des Landes infolge der Urwälder und die relative Ungesuudheit, daneben freilich auch das nicht mehr zeitgeniäfse System der Verwaltung eines so grofsen Gebietes durch eine einzige Gesellschaft. Hofientlich wird sich das Verhältnis noch in diesem Jahre ändern und dann ein frischerer Zug in die Verwaltung hinein- kommen. Es wäre sehr zu wünschen, dafs unsere Regierung bei den Verhandlungen mit China ihre spezielle Aufmerksamkeit darauf lenkt, dafs wir uns die Möglichkeit eines direkten und ständigen Importes von aüdchinesischen Arbeitern nach Neu-Guinea auch für die Zukunft siehern, denn aller Wahrscheinlichkeit nach wird, was — 8 — man auch dagegen einwenden mag, doch schllefsHch die Zukunft dieser Insel in der Besiedelung mit Chinesen liegen. Während Neu -Guinea sieh speziell für Tabak eignet und gerade die letzte Ernte sehr gute Preise erzielt hat, wirft man sich im Bisraarckarchipel immer mehr auf Baumwolle und Kokos- kultur, früher mehr in Verbindung mit einander, jetzt, indem man auch Kokospalmen direkt in die Grassavannen pflanzt. Die Baum- wolle (Sea Island) iat von besonders feiner Qualität, leider aber ergab das letzte Jahr aus klimatischen Gründen nur ein Dritte) des erwarteten Quantums. Dafs man sich nicht mehr als bisher auf den Anbau von Kaffe wirft, ist seltsam; ebenso dürfte es im öst- lichen Kaiser Wilhelmsland vorzügliche Lagen für Kakao geben. Die Marschallinseln sind natürlich nach wie vor auf Kokospaimen- kultur angewiesen, doch läfst sich die Quantität der goernteten Produkte namentlich durch sorgfältige Kultur noch bedeutend ver- mehren. Die Aufgaben unserer Zeitschrift für das nächste Jahr ergeben sich aus dem Gesagton von selbst. Nachdem es im ersten Jahre des Bestehens derselben in erfreulicher Weise gelungen ist, das Interesse der an der tropischen Landwirtschaft beteiligten Kreise zu gewinnen, wie es sich in dem über unsere EvAvartung grofsen Leserkreise einerseits, in den vielen Zuschriften und Anfragen andererseits ausspricht, handelt es sich in diesem Jahre durum, vor allem unser Augenmerk auf einzelne aktuelle Fragen zu lenken, deren möglichst vielseitige Besprechung durch Sachverständige zu veranlassen und gleichzeitig auf die praktische InangritliLahme derselben nach Kräften hinzuwirken. Als einige der wichtigsten ."Fragen seien erwähnt die schon oben angeregte Einrichtung von Ver- suchsstationen, die Entwickeluug der LiberiakaffekuUur. der Kaut- schuk- und Guttaperchakulturen, die Gummi arabicum-Frage, die Eingeborenenkiilturen für Togo und Ostafrika und vor allem die wichtige Frage einer event. Besiedelung der tropischen Bergländer durch Deutsche. Möge es der Zeitschrift gelingen, ihre Aufgabe, den m den Tropen und Subtropen zerstreuten Deutschen bei ihren laiidvvirt- schaftlichen Bestrebungen hülfreich zur Seite zu stehen und beson- ders die wirtschaftliche EntWickelung unserer eigenen Kolonien in energischer Weise zu fördern, in dem kommenden Jahre in vollem Mafse zu erfüllen. Wg. — 9 - Die Zubereitung der Kakao-Ernte anf der ßimbia-PIlanzang (Kamerun). Von E. Friederici (Kaineruü). lü den Kakaofabriken zivilisierter Länder weraen die Kakao- bohnen enthülst und zerkleinert und nach Zusatz von Cheffiikalien, diö in der Regel Geschäftsgeheimnis der Inhaber sind, teils ent- ölt und zu Pulver verarbeitet oder unter Zusatz ron Kakaobutter und Zucker als Ohokolade in den Handel gebracht. Es ist klar, dafs die Art und Weise, wie diese Manipulationen ausgeführt werden, der Grad der dabei angewendeten Reinlichkeit und die Be- schaffenheit der Zusätze einen bedeutenden EinÖufs auf Geschmack und Aroma des fertigen Handelsproduktes haben, aber es muss dem Fabrikanten auch ein gutes Rohprodukt zu Gebote stehen, damit er ein gutes Fabrikat liefern kann. Die Güte der von den Plan- tagen verschifften Bohne hängt nun, aufser von der gewählten Spielart, teils von Boden und Klima, teils von der Erntebereitung ab. Da die Einflüsse des Standortes und der Spielart nur bei Neu- Anlagen in Betracht kommen, so wollen wir nachstehend die Praxis der Erntebereitung auf der Bimbia-Pftanzung einer kurzen Be- sprechung unterziehen. Wenn die Kakaofrucht goldgelb durch das grüne Laub leuchtet, ist sie reif und mufs nun abgeschnitten uhd auf Haufen gebracht werden. Die Arbeiterkolonue, welche diese Aufgabe zu erfüllen hat, ist mit je einem kurzen Messer und einem auf eine Stange gesetzten bellebardenartigen Haken von nebenstehender Form, sowie mit einem taschenartigen Sack ausgerüstet. Zu den Taschen werden leere Reissäcke im oberen Teil etwas ausgeschnitten und an den Enden wieder zusammengenäht. Als Stangen zu den an fünf -Flächen ge- schliffenen Kakaohaken verwenden wir meist indischen Bambus. Die Kolonne wird an einem Wege von einem erfahrenen Vor- arbeiter unter Aufsicht eines Weifsen angestellt, so dafs je 2 Leute eine Reihe Kakaobäume des betreffenden Distriktes zugewiesen er- balten, welche sie, von Stamm zu Stamm vorrückend, abernten müssen. Da der Kakao mit einer kurzen Ruhepause in den Mo- naten März oder April fortwährend sowohl reife wie unreife Früchte trägt, so sind diese Leute fast das ganze Jahr hindurch mit der Ernte beschäftigt. Jedoch treten nach der Menge der gerade vor- handenen reifen Früchte verschieden lange Pansen ein und die Stärke derKolonne, welche in den Haupternte-Monaten September, Oktober, November, Dezember 50 Mann und darüber betragen mufs, wird o — 10 — entsprechend reduziert. In den Zeiten, in weichen nui- wenig Früchte reif sind, werden sie an die Wege gebracht, da sie sonst von der folgenden Kolonne schwer aufgefunden würden : m der Haupterntezeit bestimmt jedoch der Weifse Reihen in gewissen Abständen, in welchen die Früchte auf Haufen gebracht werden. Der weifse Aufseher sowohl wie der Vorarbeiter gehen beständig hinter der langsam vorrückenden Reihe auf und ab und achten darauf, dafs einerseits keine reifen Früchte übergangen, andererseits keine unreifen geerntet werden, dafs das Abschneiden mit glattem Schnitt möglichst nahe an der Frucht geschieht und dafs gleichzeitig an den abgeernteten Stämmen etwaige Wasserreiser am Wurzelknoten ausgebrochen oder rehfüfsig abgeschnitten werden. Sind nun ge- nügend Früchte auf Haufen gebracht, um eine gute G-arung der Bohnen zu erzielen, so wird an einem Nachmittag eine zweite, gröfstenteilfl aus jugendlichen Arbeitern bestehende Kolonne an die Haufen geführt, um die Kakaobohnen aus den Früchten zu entnehmen. Die Schale wird durch einen oder zwei Schläge mit einem kurzen Prügel gesprengt, und nun entleert der Arbeiter die Bohnen mit den Fingern in eine Holzkiste. Die Schalen werden dem Bestand zurückgegeben und möglichst über die abgeerntete Fläche A^erteilt. Die Bohnen mit dem anhaftenden säuerlich- süfsen Schleim werden, sobald diese Kisten gefüllt sind, in einen in der Nähe haltenden Karren mit hölzernem Kasten geschüttet und^ wenn der Karren voll ist, nach dem Gärungshause befördert. Als Zugtiere haben sich bei uns aus Madeira eingeluLrte Ochsen sehr gut bewährt. Das üärungshaus ist aus Steinen und Cement in einem ge- schützten, von einem Bache durchschnittenen Thal massiv aufgebaut und mit einem Pappdach über Holzboden versehen. Durch Öffnen und Schliefsen von Luken kann die Temperatur in demselben re- guliert und ziemlich gleichmäfsig gehalten werden. Im Innern sind über 'iioem aus dichten hölzernen Gretings bestehenden Fufsboden 3 Abteilungen für den Kakao hergestellt, während die in der Gä- rung abträufelnde Flüssigkeit über einem geneigten Cementboden nach aufsen in Kompostgruben geleitet werden kann. An der ersten Abteilung ist von aufsen ein hölzerner Trichter angebracht, durch welchen die Kakaobolinen aus den Kastenkippkarren in den Gärungs- raum gleiten. Durch die Gärung, welche unter Seibaterhitzung der in gewisser Höhe, die sich nach der jeweiligen Menge und nach der Witterung richtet, aufgeschichteten Kakaobohnen stattfindet, soll der ursprüng- lich sehr bittere Geschmack gemildert werden, ohne dafs das Aroma und die Ausgiebigkeit leiden. Als Kennzeichen genügender Gärung — 11 — dient die Verwandlung der violetten Farbe der Samenlappen in eine chokoladenbraune. Die Erhitzung ist zu stark gewesen, wenn die äufsere Schale gröfsere schwarze Brandflecke bekommt. Da man den Kakao nun nicht zu beliebiger Tageszeit aus der Gärung nehmen kann, sondern des Trocknens wegen die frühen Morgen- stunden benutzen mufs, so regulieren wir die im übrigen stets nach demselben Schema vor sich gehende Gärung nur durch Erhöhen bezw. Erniedrigen, durch Umschaufeln, durch Überspannen der in der Gärung befindlichen Schichten mit Segeltuch und durch Lüften oder Abschlieisen des Gärungsraumes. Eine Gärungs- zeit von 60 Stunden hat sich für uüs am besten bewährt. An jedem Morgen schippen wir mittels hökerner Kornschaufeln den Inhalt der beiden hinteren Abteilungen um ein Fach weiter, nachdem der Kakao der dritten Abteilung um 6 Uhr morgens in die Waschtröge befördert ist. Aufserdem wird jede Abteilung täglich mindestens- mittags und abends im Haufen umgestochen. Die Gärung verläuft normal^ wenn das Innere der Schicht am ersten Morgen nach der Ernte eine Temperatur von 30 - 33, am zweiten von 35 —38, am dritten nicht über 43' Celsius zeigt. Über 45° uarf man den Kakao sich nie erhitzen lassen. Zuweilen tritt diese Temperatur schon annähernd am zweiten Mittag ein. Dann mufs natürlich der Gärungsprozefs durch Abdecken, Umschaufelu und durch Lüften unterbrochen und die Schicht muss niedriger ausgebreitet werden. Am dritten Morgen, also 60 Stunden nach Beginn der Gärung, werden die Luken an 3 Seiten der dritten Abteilung geöönet, und ein Arbeiter schaufelt den Kakao in die vor denselben angebrachten Waschtröge, welche mit ca. 3 mm breiten Ritzen zum Abflufs des schleimigen Wassers versehen sind. An jedem dieser hölzernen Tröge stehen sich zwei Mann gegenüber, die zunächst aus dem senkrecht über dem Troge befindlichen Wasserfafs einen kleinen Strahl zulassen und dann das Fafs sofort wieder schli eisen. Mit dieser kleinen Quantität Wasser wird der Kakao solange stark mit Händen und Armen umgerührt, bis der den Bohnen noch anhaftende Schleim Fäden zieht und ein zwirnartiges Ansehen bekoirimt. Dann wird der Zapfen herausgenommen und ein starker Wasser- strahl ergiefst sich auf den Kakao^ der auch dabei fortwährend umgerührt wird. Läfst man gleich von Anfang an zuviel Wasser zu, so kann man den Kakao nicht so rein waschen, als wenn man das angegebene Verfahren beobachtet, bei welchem die Bohnen ge- wissermafsen in der sie umgebenden Seife gewaschen werden. Die Wasserfasser speisen wir mittels eines kombinierten Pumpwerkes aus- dem vorüberfliefsenden Bach. Wenn das Wasser klar aus den Trögen abläuft, ist der Kakao rein, er wird dann in die bereitstehenden — 12 - • Loren gefüllt und zu den Trockenjtpparaten gefahren, vreJcbe sich auf dem ca. 1 km entfernten Haupthofe befinden. Auf den meisten Pflanzungen wird der Kakao gar nicht ge- waschen, sondern unmittelbar nach vollendeter Gärung getrocknet. Wir bleiben bei der Wäsche,^} einmal weü der Kakao dann rascher trocknet, was bei starker Inanspruchnahme der Trockenapparate in der Regenzeit ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, andererseits, weil er durch die Wäsche ein besseres Ansehen be- kommt. Allerdings ist mit dem gi-üudiichen Waschen ein Gewichts- verlust verbunden, jedoch findet dieser ein natürliches Äquivalent in den höheren Preisen, die für gewaschenen Kakao gezahlt werden. Durch Berührung mit Eisen, Cement und Erde erhält die Hülse der Kakaobohne, so lange sie noch feucht ist, schwarze Flecken, die allerdings der Qualität nicht schaden, aber den Anschein er- wecken können, als sei der Kakao in der Gärung verbrannt. Wir bringen ihn deshalb überall nur mit Holz in Berührung und lassen bei der ganzen Behandlung die äufserste Sauberkeit Avalten. Täglich werden die Tragekisten, die Kasten der Ochsenkarren und Loren, die freigewordenen Gärungsräume und die Waschvorrichtungen ge- schrappt. Nur so erzielen wir ein Produkt von stets gleichmärsigem, tadellosem Ansehen. Die bei der Wäsche abfliefsende Schlempe wird in einem Siebe über einer Grube aufgefangen, und der in dem 8ieb ver- bleibende Rückstand liefert ein gutes Schweinefutter. Aus den Loren kommt der Kakao zunächst auf Tische aus Rottanggetlecht in Holzrahmen, welche mittels gufseiserner Räder auf Schienen unter ein langes Wellbiechdach geschoben werden können. Dieses Dach, welches auf 3 Seiten dem Erdboden fest aufliegt, ist unterkellert, und in dem Keller ziehen sich in Ab- ständen von ca. 1^2 m 4 sanft ansteigende Heizungsrohre durch, welche in einen hohon Wollblechschornstein münden, während am anderen Ende Feuerungen eingemauert sind. Bei Sonnenschein werden die Tische ins Freie befördert, bei Regenwetter unter Dach gebracht und unterheizt. Rauch ist von den Trockenräumen ängstlich abzuschliefsen, und es mufs deshalb strenge darauf gesehen werden, dafs nicht nur die Rohrleitungen stets dicht sind, sondern auch, dafs von den Feuerungen kein Rauch in den Trockenraum eindringen kann, da der Rauchgeschmack, den *) DI«s ist auch deslialb erPreuüch. weil liierdurch die wenig anmutige Dijrl bei allgemeiuem Bekaniitv,'erden dem Koasuin, wenigstens in Deutschland, nicht gerade förderliche Px'ozedur des „Betanzens", d. h. der Bearbeitung mit den Füfsen. wegfällt, wie sie z. B. in Trinidad üblich ist. (Vergl. „Tropen- pflanzer 1897 S. 319.) ßed. — 13 — der Kakao sehr leicht annimmt, den Preis ungeheuer drückt. Während des Trocknens lassen wir den Kakao mittels leichter Rechen aus Holz und Rottaug häufig umwenden. Da wir nun aber unsere Bohnen weder in der Sonne noch bei Anwendung künstlicher Wärme in dieser Trockenvorrichtung inner- halb 24 Stunden fertigstellen können, und am nächsten Morgen diese Tische für die frische Tagesportion frei sein müssen, lassen wir den angetrockneten Kakao je nach der Witterung entweder auf etwas geneigten Flächen, welche mit Schieferplaiten belegt oder mit Cement überzogen sind, oder aber in Mayfarthschen Darren nachtrocknen. Wir bringen den frischgewaschenen Kakao nicht in diese Darren, weil er sowohl auf den verzinkten eisernen Horden wie auf dem Cement die erwähnten, den ßrandßecken zu starker Gärucg ähnlichen schwarzen Flecke bekommt. In den Trockenvorrichtungen lassen wir im allgemeinen die Temperatur nicht über 60° Celsius steigen, doch bekommt der mit künstlicher Wärme behandelte Kakao niemals eine so schöne rötliche Färbung der Hülse, wie der in der Sonne getrocknete. Wenn eine Hand voll Bohnen beim Drücken ein stark knisterndes Geräusch verursacht und die einzeln probeweise durch- brochenen Bohnen einen harten, muscheligen, nicht reifigen Bruch zeigen, ist die Partie genügend trocken. Sie wird jetzt zum Ab- kühlen ausgebreitet und zum Versand in Säcke gefüllt. Bei der Verschiffung mufs man streng darauf halten, dafs der Kakao nicht mit Palmkernen oder stark riechender anderer Ladung in denselben Raum kommt. Wir wissen sehr woLl, dafs wir in Vorstehendem nicht etwa ein muster giltiges oder für alle Verhältnisse passendes Verfahren der Erntebereitung geschildert haben. Ein solches kaun es über- haupt gar nicht geben, denn jeder Pflanzer wird und mufs den Eigentümlichkeiten der Spielart, des Standortes, den Anforderungen des Absatzmarktes, den Arbeiterverhältnissen und der örtlichen Lage Rechnung tragen. Wir konnten und wollten nur das Ver- fahren darstellen, welches wir als erprobt zur Erzieluog eines guten Preises für unseren Kakao in Anwendung bringen. Auf gröfseren Plantagen — die Bimbia-Pflanzung liefert z. Z. erst ca. 120 Tons Kakao pro Jahr — sind natürlich namentlich andere Trockeuhäuser nötig. — 14 — CuJöffliplantage im Kania-land, Yon F. Gosse rt in Inachab. Gr. Nama-Land Der wichtigste Baum des Naoia-Landes is' der Doriibaum, Acacia horrida. Er liefert das einzige Produkt, das zur Zeit in grölseren Mengen ausgelTihrt wird, den Gumnai; der seines hohen Preises wegen die Transportkosten trügt. Der Gummi des Landes ist offenbar von guter Qualität und ist entsprechend gesucht, ich erlnelt ivieder- holt AntVagcu vvegen Lieferung. Nun könnte allerdings sehr viel mehr Gamuii ausgel'üiirt werden, wenn der Handel genügend orga- uisicrl wäre. Doch es dürfte »ich mehr empfehlen, als die endlos langen FluTsthäier mit spärlichem Bestände absuchen zu lassen, Plantagen anzulegen. Mit einer gewissen Wassermenge gedeiht der BauEQ ausgezeichnet and rasch, überdauert lange Dürren vor- züglich und dürfte deshalb hier das sicherste Plantagenprodukt iielern, solange nicht durch Versuche von anderen Pflanzen gleich gute Eigenschaft erwiesen ist. Der Dornbaum gedeiht nui* in Flufa- thäieru. wo er auTser demEegen auch Rieseiwasser des abkommenden Flusses erhält. Doch lafst sich seine Kultur sehr ausdehuen durch niedrige Dämme von 50 cm Höhe quer durch das Thal je nach dem Gefälle des Flusses in 100 bis 300 m Abstand. Diese Dammanlagen werden in den durchaus flachen, steinlosen Thälcrn, in denen das Flufsbett nur eine seichte Furche bildet, sehr billig aufgeworfen. Eine auch für Weizen genügende Bewässerung liifst sich so für 20 bis 30 Mk. pro Hektar herstellen. Ist der Dornbaum einmal angepflanzt, so bedarf er keiner Pflege mehr. Ein Hauptertrag liegt in der Binde, die reich an Tannin ist und hier allgemein zum Gerben verwandt wird. Bei den jetzigen Transportpreisen ist zwar au eine Ausfuhr derselben nicht zu denken, doch es ist an- zunehmen, dafs ähnlich wie in Australien auch hier bei dem Reichtum an Fellen aller Art und tanuiureichen Pflanzen in absehbarer Zeit bedeutende Gerbereien entstehen werden. Der Dornbaura isi wie viele Akacien kurzlebig. Frühzeitig wird das eigentümlich süfse Holz von ßohrvvürmern angefalleü. Doch ist das Holz so überaus hart, dafs uralte, ganz durchlöcherte Stämme noch genügend fest sind, um schwere Lehundächer zu tragen Für Pfosten zu Ein- zäunungen sind die jungen Bäume vorzüglich geeignet, vermutlich auch zu Eisenbahnschwellen. Läfst sich das Holz auch nicht zu Brettern ä'dgen, schon nicht wegen der Bohrlöcher alter Stäuime, so ist es zu kleineren Arbeiten, zu Pfiugbäumen, Radspeichen, Wagendeichseln, Axtstielen etc. ausgezeichnet geeignet und unver- wi'iatlich. Die Zweige sind der langen Dornen wegen gut für Um- zäunungen. Noch andere Nebenverdienste lassen sich aus seiner — 15 — Kultur ziehen. Auch werden die Zweige boi anhaltender Dürre abgeschiageu, um als Notfutter für das Kleinvieh zu dienen. Der Brennwert des Holzes ist ein hoher Die Wurzeln treiben nach Abschlagen des Baumes von neuem viele überaus schnell wachsende Sprossen. Zur Blütezeit ist der Baum von Bienen sehr gesucbt. Das recht ansprechend duftende ätherische Öl der Blüten dürfte eine erfreuliche Bereicherung der Parfümerie bieten. Wegen dieser vielfachen Verwertbarkeit des Baumes jteht eine reiche Ver- zinsung des angelegten Kapitals ganz aufser Frage. fioniini arabicum ans Angra Peqnena. Mitteilungen aus dem Pharn)aceutiacli-Cliemisehe]i Laboratorium der Universität Berlin. Von Prof. Dr. H. Thoms. Auf Seite 285 vorigen Jahrganges des „Tropenpflanzers" befindet sich ein Referat einer Arbeit Prof. C. Hartwich's über ein Gummi arabicum, welches über Hamburg in den Handel gebracht worden ist. Dieses Produkt wird zu einem Preise (100 Mk. für 100 kg) angeboten, welcher hinter dem des Senegal- und des Cordofan- Guramis erheblich zurückbleibt. Nach Hartwich bildet das Gummi rundliche Stücke mit zahl- reichen Sprüngen; die Farbe wechselt von wasserhell bis gelblich, einige Stücke zeigen einen schwach rötlichen Farbenton, andere sind Ton ausgesprochen brauner Farbe. Im Wasser löst sich das Gummi vollständig auf und giebt damit einen nicht ganz klaren Schleim, der erheblich zäher und dickflüssiger ist als ein solcher von gleicher Konzentration aus Cordofan- und Senegal -Gummi. Das Gummi stammt nach Ansicht Hartwich's wahrscheinlich von Acacia horrida Willd. Zweifelsohne hat das mir kürzlich vom Kolonial -Wirtschaft- lichen Komitee zur Prüfung übergebene Gummi arabicum dieselbe Provenienz wie das Prof. Hartwicl) vorgelegene. Allerdings bestand mein Muster im wesentlichen aus weifsen, rissigen Stücken und solchen mit rötlichem Farbentou. Stücke von dunkelbrauner Farbe vermochte ich nicht aufzjünden. Soll ein Gumroi arabicum zu pharmaceutischen Zwecken ver- wendet werden können, so mufs ein Teil mit zwei Teilen Wasser sich zu einem klebenden, geruchlosen, schwach gelblichen Sehleime von fadem Geschmacke auflösen. Diese Voraussetzungen er- füllt die mir übergebene Gummiprobe nicht. Sie liefert mit dem doppelten Gewicht Wasser einen dicken, zähen Schleim, worauf — 16 — y» ^>» » » j^ jroaiizuiigsgeseil sch atten. <^<-^<«^ Kamerun - Hinterland - Gesellschaft. Die Kiimerun-Hinterlaud-Gesellächaft mit dem Sitz in Berlin hat im Mai vorigen Jabres ihr Geschäft in Kamerun eröffnet. Ihre Thätigkeit bestand bisher lediglich im Handel mit den Eingeborenen, nimmt aber jetzt, vornehm- lich veranlafät durch die Reise des einen Direktors, Herrn H. Jaeger, einen weitei-en Umfang an, insofern sie auf ihren Besitzungen am Sanaga An- pfianzangen mit Kakao, Kaffe und Kautschuk beginnen will. Auf den Missionen Lobethal und Marienberg, sowie bei Edea und gegenüber von Dibongo am Sanaga bestehen schon derartige Anpflanzungen, die recht gut gedeihen. Die Kamerun - Hinterland - Gesellschaft, die grol'sen Wert darauf legt, neue, bisher noch nicht ausgenutzte Produkte in den Handel zu bringen , stellt zu diesem Zwecke jetzt vielfach Untersuchungen an, über die wir wohl später öfter Gelegenheit haben werden, zu berichten. So hat sie die Mangroverinde im Laboratorium der Gerbereischule in Freiberg i. S. durch Dr. Paesler analy- sieren lassen und dabei einen aufserordentlich hohen Gerbetofi'gehalt, bis 45pCt., konstatiert, der nur von den besten Qualitäten anderer Gerbstoifpflanzen, wie Algarobilla, Dividivi und Mimosenrinde erreicht wird; das bekannte Quebrachoholz in Argentinien, das soviel nach Deutschland eingefiihrt wird, erzielt durchschnittlich nur 20 pCt. GerbstofiFgehalt und Eichenrinde 25 pCt. Wenn nun auch die Mangroverinde dem Leder eine rote Färbung giebt und dadurch vielleicht auf dem deutschen Markt einen nicht so hohen Preis erzielen wird, 80 wiegen doch andererseits die Vorteile eines sehr hohen Gerbstofl'- gehaltes wie die geringen Produktionskosten wohl jenen Nachteil auf AVas die Gewinnung einer neuen Gerbstoffpflanze für Deutschland bedeutet, geht aus dem vielen Suchen nach aolchen hervor, in letzter Zeit auch besonders in Deutsch- Südwestafrika. Deutschland bezieht jährlich für etwa 16 Millionen Mark Gerb- stoffmaterialien vom Auslande. — 30 — Ferner hat die KameriiR-HiDterland-Gesellschaft die Sumpferde, in welcher die Ma.Tixi'Ove wächst und die noch nicht fest gebildete Erde darstellt, in der Landwirtschaftlichen Hoehaehule von Geheimrat Professor Orth analysieren lassen und gefunden, dafs dieselbe einen weichen, fruchtbaren Kulturboden darstellt. Zwar ist der Kalkgehalt mit 0.3!^ pCt. ziemlieh gering int Prozent- satz, der aber mit der Weiterbildung der P>de, vornehmlich bei der Ver- arbeitung von inehr organischen Substanzen sich nicht unweseritlich erhöhen dürfte, was z. B. bei den Uebergangsstellen zum festeren Lande wahrscheinlich der Fall ist. Der Hurausgehalt erzielt 10..")0 pCt. Stickstoff etc. Pangani - Gesellschaft. Am 15. Dezember hat sich die Pangani-Gesellsehaft mit einem Grundkapital von 550 000 Mk. konstituiert und zwar als deutsche Koloniaigesellschaft auf Grund des Gesetzes vom Jahre 1888. In den Verwaltungsrat wurdci gewählt die Herren; Bankier 0. Baumann, Frankfurt a. M., Dr. Cunze. Frank- furt a. M., Kommerzienrat Hallström, Nienburg a. S., Redakteur G. Mei- necke, Berlin, Direktor Dr. Müller, Berlin, Direktor und Fabrikbesitzer Rei- mann (Vorsitzender), Rentier Schröder, Meifsen, Generallieutenant z. D. V. Teichman - Logischen. Zu Rechnungsführern nnd ihren Stellvertretern wurden die Herren Kaufmann Schuhart, Hamburg, Direktor Neumann, Bernburg, Kaufmann B. Antelmann, Berlin, und Verlagsbuchhändler Hilger, Berlin, gewählt. Gegen die verschiedenen, schon im Dezemberheft dieser Zeit- schrift 'S. 314) erwähnten Konzessionen der Regierung hat die Gesellscliaft die Verpliichtung, eine zur Herstellung von weifsem Zucker geeignete Fabrik mit einem Kostenaufwande von mindestens ICO 000 Mk. zu errichten und den Be- trieb derselben spätestens am 1. Juli 1900 zu eröffnen; auch darf der Wieder- vf;rkaufsprei.s für den Hektar unkultivierten Landes den Betrag von 25 Rupien nicht übersteisren. \/ — ——^ ^- lus den tsche ii Kol onieii, J<^^<^^^^ Sesaankultur in unseren Kolonien. im Augastheft des „Tropenpflanzer^ von 1897 (S. 199: haben wir darauf auf- merksam gemacht, dafs das neue Margarinegesetz die Bedingungen für eine bedeutendere Sesamkultur in unseren Kolonien liefert, M-ovon speziell Deutsch- Ostafrika und Togo profitieren könnten. Etwa gleichzeitig hat das Auswärtige Amt die Behörden der verschiedenen Schutzgebiete zur Berichterstattung über die Sesamfrage aufgefordert, deren uns freundlichst zur Verfügung gestellten Gutachten wir folgendes entnehmen: Die kaiserliche Verwaltung von Kamerun berichtet, dafs Kamerun mangels der erforderlichen klimatischen Bedi)igungen für die Sesamkultur zur Zeit wenigatons, bis eine dauernde und direkte Handelsverbindung mit Adamaua geschaiftn ist, nicht in Betracht kommen kann. Viel giin.stiger lautet; v/ie vorauszusehen war, der Bericht der kaiserlichen Verwaltung des Togogebietes; es wird ausgeführt dafs „der Kultui- der Sesampflanze seitens der Landeshanptmnnuschaft schon seit längerer Zeit Auf- — 31 — merksarakeit gewidmet worden ist. Die ausserordentliche Dürre des vergangenen Jahres, welche einen so starken Ausfall in der Ausfuhr von Palmöl und Kernen im Gefolge hatte, mufale den Blick auf andere Kulturen lenken, die im stände sind, einen Ersatz für diesen Ausfall zu bieten. Der Landeshauptmann hatte daher bei der Anlage des neuen Versuchsgai'tens bei Lome im Mai d. Js. sofort einen Versuch mit Sesam machen lassen. Die Pflanze hat sich auf dem gelockerten Lateritboden recht gut entwickelt. Was die Sesamkultur der Eingeborenen der Schutzgebiete anlangt, wurde zur Zeit, soweit bekannt, nir- gends*) Sesam gepflanzt. Doch haben in früherea Jahren die Eingeborenen zweifellos Sesamkultur betrieben. Sie kennen jetzt noch die Pflanzen, ihi-en Anbau und ihre Verwendung, und es finden sich auf verlassenen Kulturfeldern verwilderte Exemplare." Es ist die Ansicht des Laudeshauptmanns, dafs sich die Wieder- aufnahme der Kultur, sofern sie sich als ioLnend erweist, unschwer wird be- wirken lassen, und ferner wird der Wunsch ausgedrückt, durch Übersendung von Saat in den Stand gesetzt zu werden, im nächsten Sommer die Versuche in gröfserem Mafsstabe zu wiederholen, den Plantagen Samen zu Versuchs- zwecken abzugeben und einige Häuptlinge der nächsten Nachbarschaft, über die eine wirkliche Kontrole ausgeübt werden kann, zum Anbau anhalten zu können. Gleichzeitig wurde uns eine gi-öfsere Probe der im Versuchsgarten bei Lome geernteten Sesamsaat zur Begutachtung übersandt, die sich schon bei äufserlicher Betrachtung als eine vortreffliche weifse, dicksamige und fettreiche Sorte herausstellte. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee sandte Proben davon an die Bremen-Besigheimer Ölfabriken in Bremen und an den Verein deutscher Ölfabriken in Hamburg; V^eide gaben recht günstige Gutachten ab. Die Bremer Fabrik schreibt unter dem 26. November 1897, dafs das Muster eine recht gute Qualität repräsentiere und deren Wert heute 25 Mk. per 100 kg netto, Säcke gi-atis cif Bremen, ausgeliefertes Gewicht Londoner Analyse, sein würde. Der Verein deutscher Ölfabriken, Fabrik Hamburg, teilt uns unter dem 1. Dezember 1897 mit, dafs „die bemusterte Sesamsaat eine sehr brauchbare Qualität zeigt und das Beste ist, was wir von Sesamsaaten aus den deutscheu Schutzgebieten bisher gesehen haben. Von dieser Saat ist jedes Quantum jederzeit verkäuflich. Der Preis richtet sich in der Hauptsache nach dem Ausfall der Sesamei'nte in Indien und den .Preisen für indische Sesamsaaten. Heute würde der Wert für die bemusterte Saat etwa 24 bis 25 Mk. pro 100 kg netto, einschl Sack, ab Quai Hamburg, Kasse mit 1 pCt. Dekort sein. Ein genauer Wertmesser läfst sich erst nach Verarbeitung einer Partie dieser Saat geben. Je nach der sich bei der Verarbeitung ergebenden Ölaus- beute und der Qualität des Öles ermäfsigt oder erhöht sich der Preis für die Saat. Von Wichtigkeit ist, zu wissen, ob die Saat in gTÖfseren Mengen an- geVjracht wird und regelmäfsig geliefert werden kann; denn nur in diesem Falle hat dieselbe Interesse für die Ölfabrikation und kann ein angemessener Preis bezahlt werden. '' *) Dies bezieht sich wohl nm- auf die küstennahen Gegenden, denn, wie wir schon im August im ..Tropenpflanzer" (S. lOf») angaben, wird nach Mitteilung von Graf Zech Sesam bei Kete Kratji viel kultiviert. Nach den uns freund- lichst zur Verfügung gestellten Proben sind dort zweierlei Sesamai-ten in Kultur, das gewöhnliche Sesamum indicum in einer guten hellen Sorte und ferner Sesaraum radiatum, eine ziemlich selten kultivierte Art, die eich durch netzig gefelderte Samen von dem gewöhnlichen Sesam unterscheidet. Leider sind die Proben, die noch geteilt werden mufsten. zu sicheren Wertprüfungen zu klein, doch sind uns vom Herrn Grafen Zech gi-öfsere Proben in Aussicht gestellt. — 32 — Die kaiserliche Landeshauptmannschaft von Süd westafrika hat einerseits Gutachten des Herrn Stabsarzt Dr. Sander und des in Klein-Windhoek ansässigen Ansiedlers, Oberamtmann Hitze, eingesandt, andererseits selbst Auskunft erteilt. Stabsarzt Dr. Sander hält nur den nördlichen und nordöstlicher Teil des Ovarabo-Landes zum Anbau von Sesam für geeignet, da nur dort*) genügende Niederschläge vorhanden sind. Einem praktischen Anbau stehe aber der Preis entgegen, denn bei 240 Mk. für die Tonne Sesamsaat können für abselibare Zeit noch nicht einmal die Landtfansportkosten gedeckt werden. Oberaratmann Hitze steht auf demselben Boden und bemerkt ferner: Die enorm hohen Lebensmittelpreise weisen den hiesigen Landmann aufser auf Gemüse- auf Kartoffelbau an. Der Morgen bringt (bei Berücksichtigung der Kalamitäten, als Heuschrecken, Nachtfröste etc.) bei guter Behandlung den Darchschuittsertrag von 50 Centnern englisch in zwei Ernten, die im Jahre auf demselben Lande reichlich ermöglicht sind, also 100 Centner. welche beim Preise von nur 50 Mk. (der Centner kostete seither 60 bis 70 Mk.i 5000 Mk. ergeben. Angenommen, Sesam brächte in zwei Ernten zwei Tonnen iwas nach Analogie aiier andei-en Ölsaaterträge ausgeschlossen) zu je 240 >lk., so wären 480 Mk. Ertrag, in Europa zahlbar, während obiger hohe Geldbetrag dem Kartoffelbauer im Hanse bezahlt wird. Die I;andeshauptmann8chalt selbst schneist sich im allgemeinen den Aus- führungen die.ser Gutachten an, glaubt indeö, dals aufsei" dem Ovambo - Land auch das Konzessionsgebiet der South - West - Africa - Company Ltd. für den Sesambaü geeignet sein dürfte. Voraussetzung für einen lohnenden Sesambau ist es jedoch, dafs diejenigen Gebiete, in denen derselbe betrieben wird, mit der Küste durch einen Schienenweg verbunden sind. Um die Möglichkeit des Anbaues in den genannten Gegenden und in dem centralen Teile dee Schutzgebietes praktisch zu erproben, wird eine Probe Sesamsaat zu Versuchszwecken erbeten, auf Wunsch des Auswärtigen Amtes hat das Kolonial - Wii'tschaftliche Komitee das erbetene Quantum nach Windhoek gesandt; es sei aber hierbei bemerkt, dafs Sesam durch uralte Kultur in Indien und Vorderasien ebenso verschiedene Klimavarietäten besitzt wie beispielsweise Weizen, und dals wir bei den dem Handel entnommeiien Proben durchaus kerne Garantie besitzen, für Deutech-Südwestafrika passende Varietäten erhalten zu haben. Sehr viele Mifserfolge bei Neueinführungen beruhen lediglich auf Verkennung der sehr wichtigen Thatsache, dafs es bei hoch- kultivierten Nutzpflanzen ebensoviel verschiedene Hassen giebt wie bei Menschen, und dafs sich, wie sich nicht jede Menschen- rasse beliebig irgendwohin verpflanzen lassen kann, so es auch bei den Kulturpflanzen nicht möglich ist. Nur die vergleichende Klimatologie kann uns die Materialien an die Hand geben, zu bestimmen, von woher wir die für ein jedes einzelne Gebiet passenden Nutzpflanzen beziehen sollten. *') Wir können diese Ansicht nicht teilen , da manche Sesamsorten mit kui-zen und mäfsigen Niederschlägen vorlieb nehmen, und ferner gerade bei Sesam die Niederschläge sich durch Irrigation gröfstenteils ersetzen lassen. Viel schädlicher ist zuviel Regen, wie z. B. in Kamerun und in Neuguinea, die von dort uns früher eingesandten Proben waren demnach auch sehr ölarm und minderwertig. Andererseits kommen in Südweetafrika, selbst in hochgelegenen Gegenden des Herero-Landes, wilde Sesamarteu vor, die ZM'ar kleinsamig .sind, aber dennoch verdienen, einmal in Vörsuchskultur genommen zu werden, z, B. Sesfimum Schinziauum und S. Schenckiamum. — 33 — Ohne deu Untersuchungen eines Klimatologen vor^-eifen zu wollen, möchten wir annehmen, dafs was Sesam betrifft, die für Windhoek passenden Sorten am besten von Arabien oder dem syrischen Hochlande bezogen werden (vielleicht durch unsere Konsulate in Beiruth und Djedda zu erhalten), wogegen für das nördliche Dainara- und Ovarabo-Land indische (vom Konsul in Karachi erhältliche) Sorten aus Punjab, Scinde und Oudh zu versuchen sfcin dürften. Die klimatischen Bedingungen der Sesamknltur, Anbau und Erntebereitung sollen in einer späteren Nummer dieser Zeitschrift näher besprochen werden. War bürg. Landwirtschaftliches aus dem Ruvtimagebiete (Deutsoh- Ostafrika). Dem in den Mitteilungen von Forechungsreisenden und Gelehrten aus deu deutschen Schutzgebieten (1897 S. 206 fi'.l enthaltenen Bericht des Bezirksamt- manns Berg in Mikindani entnehmen wir einige Bemerkungen von allgemeinerem landwirtschaftlichen Interesse: „Der Buvuma und seine Gebiete verdienen meines Erachtens eine günstigere Beurteilung, als sie ihnen in der über den Süden der Kolonie vorhandenen Litteratur, die allerdings einer früheren Zeit angehört, zu teil wird. Die ge- ringe Schiffbarkeit des Flusses für gröl'sere Fahrzeuge und die beschränkte Anbaufähigkeit seines Uferlandes als Plantagengebiet haben naturgemäfs eine Änderung nicht erfahren können, dagegen haben "Verkehr, Ackerbau, Besiedelung ganz entschieden zugenommen. "Von Mikindani und Kionga fahren kleinere Dhaus mit der Flut bis Migomba (Megombani), um die Landeserzengnisse zur Küste zu schaffen, welche von den oberhalb am Flusse wohnenden Eingeborenen in Einbäumen und vom Makondehochlande über Land dorthin gebracht werden. Händler gehen auf dem Wasserwege bis weit in den Luyenda hinein, um mit ihrer aus Wache, Kautschuk, auch Elfenbein bestehenden Ladung oft erst 2ur Zeit des niedrigsten Wasserstandes zurückzukehren. Die Wayao am Luyenda kommen in ihren Booten hauptsächlich mit Tabak bis zur Küste. Für die Fahrten der Eingeborenen bilden die Petersfälle keine Sperre, da sie in den durch Inseln geschaffenen Seitenkanälen hinreichendes Fahrwasser finden. Bei Makotshera vornehmlich, zum geringeren Teile bei Mtira, haben seit Ende Februar rund 46(X) Wayao übergesetzt, welche mit Elfenbein, Wachs und Kautschuk allein nach Mikindani kamen. Der weitaus gröfste Teil des ganzen Kautschuks, welcher hier auf den Markt gelangt, passiert den unteren Ruvuma; das gleiche ist mit dem vom Msaruflu.sse stammenden Wachs der Fall, welches am oberen Ruvuma überall gesammelt wird." „Für den Handel charakteristisch ist der Oberlauf des Ruvuma auf beiden Ufern als ausgesprochenes unc' reiches Wachsgebiet; sein Unterlauf bietet auf dem rechten Ufer Kautschuksj^mmlern das lohnendste Feld für ihi-e Thätigkeit; zwischen beiden vermittelt der Luyenda. Während der Honigvogel seinen an- haltenden Lockruf fast am ganzen Ruvuma ertönen läi'st, ist Kautschuk diesseits desselben auf dem Südrande des Makondehochlandes nahezu verschwunden und kommt weiterhin überhaupt nicht vor. Kopal liefern beide Ufer in der Nähe der Küste. Für Elfenbein kommt nur das rechte Ufer in Betracht, welches in diesem Monat 200 Zähne hergeliefert hat. Tabak kommt in gröfseren Mengen ebenfalls lediglich aus jenen Gegenden. Mtama (Sorghum^, Erdnüsse, Sesam, Reis entsenden die Gebiete des unteren Flusses." 34 - „Für Plantagenzwecke mag das unmittelbar am Rnvuma gelegene CJebiet allerdings vielleJcht xvenig in Frage kommen; immerhin ist diese Frage durch Sachverständige noch nicht beantwortet; ebensowenig für die Seitenthäler des Flvisses. Den Eingeborenen bietet sieh am ganzen Flufslaufe, soweit ich ihn auf dem Marsche zwischen dem Lukumbule und der See kennen gelernt habe, ein durchaus güustiees Arbeitsfeld." ?-^>--»;-; 5V ~"^ """^ VI a Aus freiiuleii Kolonien, 1^^^^Ocm hohen Kautschuksträuchern am Kwango, einem Nebenflufs des Kongo, in folgender Weise gewonnen: Nachdem man die Pflanzen aus der Erde herauogerissen (man erntet einmal im Jahre), läfst man dieselben \^erwelkeu, dann schneidet man die Wurzeln in 20 cm lange Stücke, die, zu kleinen Büscheln vereinigt, fünf bis sechs Tage der Soöne ausgesetzt werden. Dann werden die Wurzeln zehn Tage in kaltes AVasser gelegt, um eine Zersetzung des Holzes und der übrigen fremden Be- standteile zu bewirken, worauf sie mittelst einer gioseen Holzlatte stark ge- schlagen werden. Das übrigbleibende wird gekocht und dann nochmals geschlagen, um es noch mehr zu reinigen. Nachdem das so erhaltene Produkt an der Sonne getrocknet worden ist, enthält es 50pCt. Kautschuk und gelangt in Stücke geschnitten in den Handel, indem es in mehreren Gegenden die Münzeinheit bildet. Dieser an der rotbraunen Farbe und durch das runzelige .Aus.sehen leicht kenntliche Kautschuk erziel^ infolge der vielen Verunreinigungen in Antwerpen einen Preis von nur 3.60 Francs das Kilo; ein reines Produkt dieser Qualität würde 8 Francs das Kilo wei't sein. Wild wächst die Pflanze be.^onders in der Sandebene des Kwango und in der Gegend zwischen Inkissi und Stanleypool: um Kwango, wo sie auch kultiviert wird, heifst sie bei den Eingeborenen Lunda. Auf diese wahrscheinlich zur Gattung Carpodinus oder Ciitandra gehörende wichtige Kautschukpflanze haben wir schon früher („TropenpHanzer" S. 133 ff.) aufmerksam gemacht und ihren (vorläufig natürlich erst versuchsweisen) Anbau empfohlen. Wie wir aus obigem ersehen, wird der Wurzelkautschuk von den - 36 - Eingeborenen durch eine rohe Art vun Fermentation*) freigemacht, ein Prozefs, der sich unter sachkundiger Leitun»;^ durch Europäer zweifellos sehr verbessern lieise und auch beim Kautschukfeldbau im Grofsbetrieb unter Leitung von Europäern sehr gut anwendbar sein dürfte. iV" .J^K. >• >» :> »» ) Yermisclites. ^^^^^^ 1. • Verarbeitung von Sorghnnaarten auf weifse Stärke und Nebenprodukte. Die Sorghum- ( Andropogon- j Arten hat man bisher lediglich als Viehfutter benutzt oder bisweilen auf Spiritus- verarbeitet. Die Samen enthalteji jedoch etwa GO pCt. wertvoller Stärke, deren Gewinnung kein Interesse bot, weil jene, nach dem gebräuchlichen Verfahren dargestellt, hartnäckig einen den Körnern innewohnenden tiefroten oder rotgelben Farbstoff zurückhält und infolge- dessen weder zur Fabrikation von lYaubenzucker oder Dextrin etc., noch in der Wäscherei benutzt werden konnte. Ein Verfahren, reine weifse Stärke aus den Sorghum-Samen darzustellen, hat sich neuerdings Carl Dobrin (vergl. Patentschrift No. !)4 954 vom 6. No- vember 1897) patentieren lassen. Es besteht im wesentlichen darin, dafs die ganzen oder gebrochenen Köx'ner oder deren einzelne Teile der Behandlung mit einer verdünnten Lösung von Alkalisuperoxyd oder der Mischung eines Alkali- oxydhydrates mit Wasserstoffsuperoxyd unterworfen, sodann mit Wasser ge- waschen und mit Säure oder Natriumbisulfat behandelt werden, worauf man Stärke und Schalen in gebräuchlicher Weise voneinander trennt. Setzt man die alkalische Reaktionsflüssigkeit dem Einllufs der Luft aus, so entfärbt sie sich, bis sie hellgelb ei'scheint; bei Neutralisation mit der sauren Lösung scheidet sich dann ein weifser Niederschlag von Kleber aus, welcher durch die alkalische PlüSi^igkeit ans dem Eohstoff extrahiert worden war. Der Kleber wird gewaschen getrocknet und kann zu den bekannten Zwecken, besonders in Mischung mit den entfärbten Schalen, als Viehfutter Verwendung finden. Ein stickstoffhaltiges Düngemittel erhält Dobrin durch unmittelbare Mischung der Farbstoli'lösung mit der saueren Flüssigkeit in Geötalt eines braunen Niederschlages. Unter der Voraussetzung, üafs die nach dem Dobrin sehen Verfahren gewonnene Hirsestärke mit den aus anderen Rohprodukten erzielten Stärkesorten des europäischen Handels hinsichtlich des Preises die Konkurrenz aufnehmen kann, dürfte damit eine neue Einnahmequelle für die afrikanischen Schutzgebiete erschlossen sein. W. Busse. *! Es ist übrigens nicht nnwahrsclieinlich, dafs auch bei der Herstellung des ostafrikanischen Landolphia - Wurzelkautschuks die Lockerung und Lösung der Zellwände durch Gärung eine Rolle spielt, doch wird in den bisher vor- liegenden Berichten ein Gärprozefs nicht erwälnit. — 37 — Theckultur in Nordamerika. Der Theeanbau in dea A'eveiiiigten Staaten dürfte China und Indien für das erste noch wenig Kopfschmerzen bereiten. Ein bekannter Botaniker, der vor kurzem im Auftrag des Landwirtschaftsmiuisteriums der Vereinigen Staaten die Theekultur von Summerville in Südcarolina besuchte, berichtete, wie der „Indische Mercuur' schreibt, dafs nach seiner Berechnung die Pflückkostea daselbst achtmal so gross seien wie in Asien, und das Pflücken könne natürlich nicht maschinell betrieben werden. Dennoch hat man dort Vertrauen in diese neue Kultur, Es ist daselbst jetzt eine Schule für Farbige errichtet worden, in der das Theepflückeu einen Teil des Unterrichtes ausmacht, wodurch die Jungen» zu guten Theepflückern herangebildet werden. Der Bericht wünscht, dafs die Kenntnis der Theekultur durch Schulunterricht verbreitet werde. Zuckerrohr aus Sämlingen. Wenn Jemand in früheren Jahren vorgeschlagen hätte, das Zuckerrohr zu fiäcn, statt es aus Stecklingen zu ziehen, so wäre er wahrscheinlich ausgelacht worden; nunmehr sind abei sowohl zu Demerara wie auf Bai'bados erfolgreiche Versuche mit Samenzucht gemacht worden, und der Superintendent des Bo- tanischen Gartens auf Ti'inidad, Herr J. H. Hart, hat auf diesem Wege sogar Sorten erzielt, die 25 pOt. Zucker mehr liefern sollen, als die"" bisherigen Varietäten im Durchschnitt. Kr ist bereit, solche Sämlinge abzugeben, und weist darauf hin, dafs junge Fflanzen überhaupt ein zuckerreicheres ßohr liefern, als aus alten Wurzeln aufsteigende Schöfslinge. Vielleicht lälst sich damit am besten einer Kalamität abhelfen, die in den Zuckerplantagen der Leeward- Inseln ausgebrochen ist, wo ein Pilz, der nach seinem Entdecker als Rind-Pilz bezeichnet wird, gerade die beiden bis dahin ergiebigsten Sorten, das Bourbon- und Keni-Keni-Rohr, befällt und verwüstet. Ein Bericht der Herren V. Watts und F. R. Shepherd empfiehlt als Ersatz andere Sorten (White Transparent, Red Ribbou, Caledonian Queen, Queensland Creole u. A.) zu pflanzen, die von diesem Pilze vex'schont bleiben, aber allerdings weniger reichlich Zucker liefern. Es ist eine alte Erfahrung, dass Schöfslingskulturen, wenn sie lange Jahre hindurch keine Auffrischung durch Sameuzucht erfuhren, besonders leicht verheerenden Pilzkrankheiten zum Opfer fallen. (Nature.) •E^i^ .«-f Neue Lltteratur. +^ Fitzner, R., Die Pflanzungen in Deutsch-Ostafrika. Ein Nachtrag zu des Verfassers „Deutsches Kolonial -Handbuch". Sammlung geographischer und kolonialpolitischer Schriften, herausgegeben von Rudolf Fitzner. Berlin 1897, Verlag von Hermann Paetel. Kl. 8o, 43 S. Preis 80 Pfennig. Es ist ein Sonderabdruck aus der von dem Verfasser dieser Broschüre redigierten geographischen Zeitschrift ,Aüs allen Weltteilen", ein Aufsatz, der nach den neuesten amtlichen und privaten Quellen den augenblicklichen Stand der Plantagenwirtschaft in Deutsch - Ostafrika eingehend und erschöpfend be- handelt, und von denen, die noch immer an dem wirtschaftlichen Wert unserer Kolonien zweifeln, eingehend studiert werden sollte. Naturgemäfs wird durch die Besprechung der Plantagen im Norden des Gebietes der gröfste Teil der — 38 — Broschüre eingenommen, aber auch dem nach den ceueren Berichten viel- versprechenden Süden sind einige Seiten gewidmet, die lioflentlich mit dazu beitragen werden, das Tnieresse I'vir diese bisher mit Unrecht vernachlässigten Gebiete zu erwecken. Es kann diese Schrift allen denen, die sich in ein- gehenderer Weise über den jetzigen Stand der Plantagenkultur in Deutsch- Ostafrika orientieren wollen, aufs wärmste empfohlen werden. Warbnrg. (JutTin, P., Cnlture du eacaoyer. Etüde faite ä la Guadeloupe. Paris 1896. Augustiu Challamel. 8*^. 64 S. Es ist dies ein ;)n der Bibliothcque d'agriculture coloniale erschienener Leitfaden der Kakacikultur. Nach eirer kurzen ßeschreibuug der Pflanze wird die Kullnr und Erntebereitung ausführlicher behandelt, während der Appendix eine Kostenberechnung sowie die chemische Zusammensetzung des Kakao (nach Zipperer) und der Schokolade (nach Koenig) enthält. Der Kakaoexport Guadeloupes, der 18;>1 erst IfiülTkg betrug, war 1894 auf 299 914 kg gestiegen nnd wird sich weiter vermehren, da nie gi'öfseren Pflanzungen erst nach 1887 angelegt sind und kuuni ein Dritttel der künftigen Ernter, bisher geben; jnehr als IV2 bis 2 Millionen Kilo wird die Insel nicht produzieren können, da es an geeigneten Lagen fehlt. Wegen der schlechten Erntebereitung ergab der Kakao der französisch - wesdndiachen Tnseln bisher mn* niedrige Preise. Der Leitfaden ist nbertüchtlich und klar geschrieben und enthält manche dem Kakaopfian?:er beachteus'M'erte Ratschläge. Die wichtigeren Nutzpflanzen und deren Erzeugnisse aus den deutschen Kolonien. Ein mit Erläuterungen versehenes Verzeichnis der Kolonialabteilung des Uamburgischen Botanischen Museums. Von Professor Dr. R. Sadobfck, Direktor des Botanischen Museums zu Hamburg. Ans dem Jahrbuch der Hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten. (3. Beiheft.) XI \". Iei96. (Mitteilungen aus dem Botanischen ^luseum.) Hamburg 1897. Kommissionsverlag von Lucas Gräfe & Sillem. Gr. S**. 138 S. In 130 Huf lö Abteilungen verteilte Kapitel werden in technischer An- ordnung die Bestände der sehr reielien kolonialen Abteilung des Botanischen Museums aufgezählt und grofsenteila mit praktisch oder wissenschaftlich wert- vcllen Erläuterungen versehen. Die Schrift soll einen Führer durch diese Samm- lung abgeben, und deshalb werden auch die Nummern, welche die Ausstellungs- objekte tragen, beibehalten. Hierdurch wird die etwas unregelmäfsige Anordnung der Gruppen erklärt, z. B. die Einschaltung der Nahrungsmittel, Früclite, Getreide, Zucker etc. mitten zwischen die technidchen Abteilungen Gospinnst- faserpflanzen und Kautschukpflanzen, die isolierte Stellung des Tabak zwischen Cateehu und Gambir liefernde Pflanzen einerseits und Hölzern ajidererseits, anstatt bei den Genufsmitteln oder Medizinalpfianzen !etwu bei dem Haschisch), sowie die teilweise unsystematische .Anordnung der Kapitel iiineriialb der einzelnen Abteilungen, z. B. im Abschnitt Gespinnstfasern, wohin, nebenbei bemerkt, der Kaphiabast, die Piassavaarten und die3Iattenstreifen der Ukindu- palme doch nur sehr uueigentlich zu rechnen sind. Trotzdem sind, namentlich Infolge eines ausfnhrlichen Registers, die Kapitel auch für den Nichtbesucher d.es Museums leicht auffindbar und bieten durch Berücksichtigung der neueren Litteratur und Hinzufüguug eigener Beobachtungen dem Leser viele schätzens' werte Informationen; die kurze Bahandlung der Abschnitte XIV bis XYII — 39 — findet ihre Erklärung in deu geplanten eingehenderen und umfassenderen Be- sprechungen nach weiteren Untersnchungen des Verfassers. Der Begriff ^koloniale Prodr.kte" wurde ^ie in dem Hamburger Museum, so auch naturgemäi's in diesem Führer »veiier gefal'sfc, als es im allgemeinen üblich ist; manche Pflanzenstotfe, die noch nicht in unseren Kolonieu erzeugt werden, deren Kultur aber dort eingeführt zn werden verdiente, z. B; Patchouly, Jlang- Jlang, Illipe-Nüsse. Jute, ferner auch solche, die bislier nur als Importartikel dorthin bezw. als Versuche in den Agrikulturstationen in Betracht kommen, z. B. schwarzer Pfeffer, Muskatnufs, Zimtcassie etc. sind in dieser Schrift mit aufgenommen, was aber den Wert derselben eher erhöht als beeinträchtigt. Hoffentlich wird diese Schrift, ebenso wie die reichhaltige koloniale Samm- lung des Harn Vftn-ger Museums, dazu beitragen, weitere Kreise auf die Bedeutung der tropischen Landwirtschaft hinzuweisen und das Interesse dafür, namentlich in dem erst in neuester Zeit sich intensiver für koloniale Fragen interessierenden Hamburg zu erhöhen. "Warbuvg. _ — ^§-.j. Personalnotizen. +-i- Herr E. Friederici, Leiter der Pflanzung Kriegsschiffhafen, kehrte mit dem Dezember-Dampfer nach Kamerun nach viermonatlichem Urlaub zurück. Herr 0. Carstens aus Düren, Landwirt, fährt mit dem Januar - Dampfer nach Kamerun aus, um in den Dienst der Westafrikanischem Pfianzungsgesall- schaft Bibundi zu treten. Am 3. Dezember verstarb Dr. Eugen Zintgraff in Teneriffa isfolge von Malaria. Seine Thätigkeit als Forsclier, Kolonialpolitiker und Mensch ist in einem besonderen Artikel dieses Heftes von berufener Seite eingehend ge- schildert. Was uns den Verlust besonders beklagenswert erscheinen läfst, ist die Thatsache, dafs Zintgraff einer der wenigen Forschungsreisenden war, die ihre Kenntnis des Landes später in den Dienst der direkten wirtschaftliehen Erschliefsung des Landes gestellt haben; seiner Thätigkeit haben wir die jetzige Ausnutzung des Fufses des Kamerun-Berges für den Kakaobau gi-ofsenteils mit zu verdanken, indem es seinen persönlichen Bemühungen gelaug, in Deutschland Kapitalisten hieruir zu interessieren. Er selbst übernahm dann auch die wirt- schaftliche Leitung der 189(') durch Zusammenlegung mehi-erev Konzessionen entstandenen Westafrikanischen Püanzangsgesellschaft Victoria in Kamerun. Bei seiner Kenntnis des Landes und Energie hätte er der wirtschaftlichen Ent- wickelung Kameruns noch gi-ofse Dienste leisten können. Kolonial -Wirtschaftliclies Komitee. (Anfragen und Auskünfte.) Von Hamburg geht uns folgende Klage zu, die uns zeigt, welchen Schäden dem Handel und der kolonialen Produktion zugefügt werden kann, wenn die Zollbehörden keine genaue Kenntnis der kolonialen Produkte besitzen; es heifst in dem Briefe: Leider sind die Zollverhältnisse dem Import einzelner unserer Kolonial- produkte hinderlich; z. B. liefert Kamerun einen Samen, Avelcher im Ä ufaern einige Ähnlichkeit mit Ceylon-Kardamom hat, aber als Gewürz ganz unbrauchbar ist, da von schlechtem, ganz von Kardamom abweichendem Geschmack. Niemand würde auf die Idee kommen, das als Gewürz zu betrachten, dennoch verlangt man Gewürzzoll. — 40 — Dieser Same, von Am. Clusii stammeiul, liefert aber ein für die Parfümerie wertvolles ätberisehes Öl, ist in Afrika sehr billig, kann aber in Deutschland nicht verarbeitet werden, weil die 50 Mk. Zoll für 100 kg kein Ziel geben. V. C. Q., Tibati-Adamaxia. Tlirem Wunsche, Beschreibung und Abbildung des Kampherbaumesi zu erhalten,, werden wir in einer der nächsten Nummern gern entsprechen. Der ELnsendung des Farbstoffes sehen wir gern entgegen. Kp., Toa:o. Wir sind jetzt im Besitz ausführlicher Angaben über die neueste F.ntwiekelung der Liberia -Kaffekultur und Erntebereitung und werden einen grüfscren Teil der nächsten Nnramern dieser Zeitschrift diesen wichtigen Fragen widmen. Auch werden wir den Butin - Schaapschen Palper nebst Vor- bereiter abbilden lassen. K. A., Cassel. Über die Kokosnufskultnr liegen uns genaue Ertrags- und Gi-ewinnberechnungen ungenblicklich nicht vor. allgemein gültige werden sich auch nicht geben lassen, sondern nur unter Berücksichtigung von lokalen Faktoren aufgestellte. Wir werden versuchen, uns aus einigen der wichtigeren Produktion Sorte Aufstellungen zu verschaffen. Folgende Angaben werden Ihnen immerhin einen gewissen Anhalt geben. Im Bismarckarchipel rechnet man jährlich auf ß- bis 8jährige Bäume 10 bis 20 Nüsse, auf 9jährige 60, auf 12jährige gut 80 Nüsse. In Ceylon rechnet raan 50 Nüsse, in Sansibar sogar nur 40 Nässe (bei viei*maliger Ernte) im Durchschnitt auf den Baum, doch liefse sich diese Zahl bei sorgfältiger Bewirt- schaftung erhöhen. Im Bismarckarchipel pflanzt man 100 Bäume auf den Hektar ; überhaupt dürfte es sich kaum empfehlen, Kokospalmen enger zu pflanzen als in Abständen von 10 m; da etwa sechs Nüsse im Bismarckarchipel 1 kg Kopra geben, so giebt 1ha 9 jähriger Bäume etwa 1000 kg Kopra, 1ha älterer Bäume hingegen 1400 kg. In Sansibar rechnet raan sogar schon auf fünf Nüsse 1 kg Kopra. Die Kultur ist eine sehr einfache, aufser dem Anpflanzen ist vor allem geregeltes Jäten und Bekämpfen der vielen Schädlinge von Wichtigkeit, bezw. auch Düngung, worüber Semler, Tropische Agrikultur, 2. Aufl., Bd. I. S. 042 IT., das Nötige bringt, doch wird z. B. auf Sansibar überhaupt nicht einmal ge- jätet. Die Kosten lassen sich übrigens durch Zwischenkulturen sehr vermindern; im Südseegebiet ist es die Baumwolle, die erst nach sieben Jahren gekappt wird, und dann geben die Palmen, wie erwähnt, achon Erträge. Für trocknere Gregenden, wie Ostafrika, dürfte sich Erdnufs und Sesam vor allem empfehlen, neuerdings macht maii auch Versuche mit Sisal. Bei einem Durchschnittspreis von 12 Mk. pro 50 kg ostafrikanischer Kopra in Hamburg würde ein tragender Baum 40 Nüsse == 8 kg Kopra) einen jähr- lichen Bruttoertrag von 1.92 Mk. geben, ein Hektar demnach 192 Mk , bei sorgfältiger Kultur natürlich mehr, im Bismarckarchipel z. B. bis 2J)0 Mk., doch gehen davon sämtliche Erntebereitunge- and Transportspesen ab, auch gilt dies nur für eine Plantage vom 10. bis etwa zum 60. Jahre; vom 70. Jahre an hören die Palmen schon fast auf zu tragen, vom 80. bis 100. Jahre gehen sie dann ganz ein. Die Erntebereitung geschieht meist in ziemlich primitiver Weise, demnach sind denn auch die Kosten der Maschinen gering, 'l'rockenhäuser und auf Geleisen gehende Wagen oder rollbare Zinkdäclier zum Schutz gegen Regen sind wohl im Grofsbetrieb unerläfslich, gi-osse Dörrapparate dagegen nur in feuchteren Ländern. Wg. DER TKOPENPFLANZER. ZEITSCHRIFT FUE TROPISCHE LAIDWIRTSCHAFT. 2. Jahrgang. Berlin, Februar 1898. No. 2. Eriitebereitiiiig des Liberia-Kaffees. Eine wichtige Frage in Bezug auf die Zukunft des Liberia-Kaffees ist die sorgfältige Bereitung desselben; fast könnte man sagen, es ist eine Lebensfrage, denn bei der überall zunehmenden Produktion von Kaffee, die sich wiederspiegelt in dem starken Sinken der Preise desselben, vor allem der schlechteren Sorten, dürfte man über kurz oder lang wohl zu dem Punkte gelangen, wo es sich nur rentiert, bessere Qualitäten zu produzieren. Die Preise des Liberia -Kaffees sind nun zwar bedeutend niedriger als die der feineren Sorten arabischen Kaffees, andererseits sind aber auch die Produktions- kosten geringer. Dafs die schlechten Sorten des Liberia- Kaffees zuerst unterliegen werden, ist recht wahrscheinlich, ob aber guter Liberia-Kaffee sich im Konkurrenzkampf mit den billigen Sorten arabischen Kaffees (Santos) wird halten können, hängt davon ab, welche Fortschritte die Bereitung desselben in der nächsten Zeit machen wird. Es ist dies um so wichtiger, da gerade in den nächsten Jahren grofse Quantitäten von Liberia-Kaffee auf den Markt kommen werden. Vor allem ist in Java enorm viel Liberia-Kaffee gepflanzt worden, und wenn im vorigen Jahre schon 50000 Ballen von dort nach den Niederlanden gesandt wurden, gegen knapp 30 000 im vorhergehenden Jahre, so ist dies, wie es in dem Jahresbericht der Soekaboemischen Landbouwvereeniging heifst, „erst der Anfang der grofsen Ernten, so dafs die Voraussage keineswegs unbegründet ist, dafs Java in Bezug auf Liberia-Kaffee innerhalb weniger Jahre die- selbe überwiegende Stellung auf dem Weltmarkt einnehmen wird, wie ^s jetzt mit seiner Zuckerindustrie der Fall ist". Ebenso giebt es grofse Liberia -Pflanzungen auf der malayischen Halbinsel, in Borneo, Surinam, Westindien, Afrika, die erst jetzt oder in den nächsten Jahren grofse Ernten zu geben beginnen. Schon jetzt ist das Sinken der Preise für Liberia -Kaffee aufserordentlich fühlbar; — 42 — während der erwähnte Jahresbericht angiebt, dals der Java-Liberia im vorigen Jahre 55 bis 65 Gulden per Pikol netto erzielte, sind die Preise vor kurzem bis auf 27 bis 36 Gulden gefallen; sie sind aber immerhin noch um mehr als die Hälfte höher als die gleich- zeitigen Preise für Santos-Kaffee und nur wenige Gulden niedriger als die gleichzeitigen Preise für guten arabischen Kaffee aus Java.'^) Westafrikanischer Liberia, der in Hamburg im Januar noch mit 52 bis 56 Mk. per 50 kg bezahlt wurde, ist jetzt nur 32 bis 38 Mk. wert. Dieser Preissturz, der ungefähr mit demjenigen des Santos- Kaffees parallel geht, ist weit bedeutender als derjenige des wert- volleren arabischen Java-Kaffees. Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Erntebereitiing lag bisher in dem Fehlen eines guten Pulpers; die gewöhnlichen Pulper für arabischen Kaffee versagen durchaus infolge der Ungleichheit der Gröfse der Beeren einerseits und vor allem infolge der zähen, faserigen Beschafienheit des Beerenfleisches, das nur schwer durch die rauhen Zylinder oder Platten des Pulpers zerrissen wird; da das Fleisch ferner teilweise zu festen Stücken von der ungefähren Gröfse der Liberia -Bohnen zerbricht, so lassen sich diese Stücke auch nur schwer von den Bohnen durch Siebe trennen. Seit drei bis vier Jahren hat man nun besondere Liberia -Pulper zusammen- gestellt, von denen John Gordon 's improved Coflfee Pulper (London) und der fünfscheibige Pulper von Walker Sons & Co. in Ceylon am meisten Beifall gefunden haben. Das Prinzip des Gordon-Pulper beruht darauf, dafs die mit Beerenfleisch durch den Pulper hindurch- geschlüpften kleineren Beeren durch einen Elevator wieder nach oben befördert und dann durch einen anderen engeren Teil des Pulpers hindurch müssen. Andere Konstruktionen, z. B. auch Walkers, beruhen auf vorheriger Trennung der verschiedeneu Beerengröfsen durch Siebe und nachherige Abtrennung der Fleisch- stücke von den Bohnen gleichfalls durch Siebe. Alle diese Maschinen sind aber unvollkommen, und es bleibt viel Frucht- fleisch an den Bohnen haften, welches erst durch vier- l;»is fünf- tägige Gärung entfernt werden kann. Nachdem schon 1893 ein Pflanzerverein auf Java vergebens einen Preis ausgesetzt hatte,' um einen guten Liberia-Kafleepulper zu erzielen, nahm sich im Januar 1896 die Soekaboemische Laudbouw- vereeniging der Sache an und stiftete im Verein mit der Batavia- schen Landbouwvereeniging einen Preis von 5000 Gulden, der später durch Beiträge des Malangschen Pflanzervereins und ver- *) Neuerdings, d. h. im Januar, ist sowohl der arabische Java-Kaifee als auch der liberische Kaffee javanischer Provenienz wieder um einige Gulden im Preise gestiegen. - 43 — schiedeuer Handelsgesellschaften sowie Privatleute auf 6290 Guldeu erhöht werden konnte. Die Preisaufgabe lautete, bis zum 15. De- zember 1896 einen Liberia-Kaffeepulper einzusenden, der folgenden Bedingungen entspräche : 1. Als Minimum des per Stunde zu bereitenden Kaffees wurden 2 Pikol angesetzt, bei einem Maximalaufwand von drei Pferdekräften. 2. Maximalhöhe der ganzen Maschine 2 m. 3. Völlige Abscheidung von Fleisch und Bohnen. 4. 1 pCt. als Maximum von Bruch- oder beschädigten Bohnen. 5. Keine Beschädigung der Hornschale. 6. Dauerhaftigkeit. Von den drei einlaufenden Bewerbungen: D. Butin Seh aap aus Kandangan, Residentschaft Madioen, J. M. Lyon aus Singapore und F. Fertig aus Hamburg erhielt die Maschine des Ersteren, als allein den Anforderungen entsprechend, einstimmig den Preis. Die von Fertig eingesandte ' Maschine führte nicht nur den gröfsten Teil der Schalen mit den Bohnen mit, sondern es w^urde auch eine grofse Zahl Bohnen ganz oder teilweise zerbrochen; auch verarbeitete sie nur 1 Pikol per Stunde. Die von Lyon eingesandte stellt zweifellos eine grofse Verbesserung dar, alle Beeren wurden ge- schält, Bruch und Beschädigung betrug IpCt. , die Dauerhaftigkeit liefs nichts zu wünschen übrig, die Höhe betrug 1.90 m, zwei Pikols wurden in 38 Minuten mit sehr geringer Treibkraft geschält, doch war die Beschädigung der Hornschale 5 pCt. und die Trennung von Bohnen und Schalen liefs viel zu wünschen übrig. Der Bericht über den preisgekrönten Schaap sehen Pulper sei hier wörtlich übersetzt: Bericht der Kommission über den Pulper des Herrn Schaap. Prüfung in Dramaga am 29. August 1896. Bei nachstehendem Bericht raufs man berücksichtigen, dafs der Zeitpunkt der Prüfung für den Einsender sehr ungünstig war. Abgesehen davon, dafs zu dieser Zeit die Beeren nicht so gut und gieichmäfsig reif sind wie zu der Zeit, wo der gi-öfste Teil des Produktes geerntet wird, war die langwährende Trocken- heit die Ursache, dafs dies gerade jetzt in viel gTÖfserem Mafse der Fall war. Die Beeren reifen grün an den Bäumen, und es ist eine natürliche Folge davon, dafs auch nicht ganz reife Bohnen gepflückt werden. Aufserdem waren viele Beeren infolge der Trockenheit teilweise an den Spitzen vertrocknet und schwarz, in welchem Falle vielfach eine vollkommene Trennung unmöglich ist oder eine Beschädig-ung der Bohne oder der Hornschale entsteht. Die Yorbereitungsmaschine verarbeitete bequem 300 Regierungs - Gantangs (= gut 2V2 Pikol) fertiggestellten Kaffee in der Stunde mit einer Pferdekraft. Der Pulper verarbeitete die geforderte Menge von zwei Pikol fertiggestellten Kafifee bequem in 57 Miimten mit noch nicht zwei Pferdeki-äften. Die Höhe des Pulpers beträgt 1.03 m. 44 Weungleieh die Abscheidung von Bohnen und Schalen nicht ganz voll- kommen war im buchstäblichen Sinne des Wortes, so war doch die Anzahl der mit den Bohnen mitgeführten Schalen äufserst gering, und bei der Untersuchung stellte sich heraus, dafs diese Schalen dem bei weitem gröfsten Teile nach von um-eifen oder bereits teilweise vertrockneten Bohnen herstammten. Die Untersuchung der fortgeführten Schalen war sehr überraschend. Sie wurden von zehn Frauen genau untersucht, und das Eesultat war, dafs von den 228*) Gantangs (= 2 Pikol Kafiee) fünf ganze Bohnen gefunden v/urden, die offenbar durch eine momentan zu grofse Wasserzufuhr über die Öffnung ge- Liberia-KatFeepulper von Eutin Schaap. Sprüngen waren, sowie 100 gebrochene Stücke von Bohnen, die sich bei der Untersuchung beinahe alle als ganz unreif herausstellten. Nachlese der weggeführten Schalen ist also bei diesem l'ulper ganz un- nötig, und jeder Pflanzer, der mit den bisher existierenden Pulpern gearbeitet hat, weifs den grofsen Vorteil speziell dieses Punktes voll zu würdigen; aufser grofser Arbeitsersparung ergiebt sich auch eine bedeutende Verminderung des inferioren Kaffees. Es ist die feste Überzeugung der Kommission^ dafs bei dem Pulpen guter, reifer Beeren die Trennung vollkommen sein wird. Gantang *) 190 Ceylon = 190 + 20 pCt. Regierungs- Gantangs. Ein Regierungs- 8.5766 Liter. 45 . Die einzeln vorkommeiulen gebroclienen oder beschädigten Bohnen waren, abs:esehen von einer einzigen Ausnahme, alle unreif. Dasselbe kann von der Hornschale gesagt werden. Der Pulper mufs zweifellos als haltbar bezeichnet werden. Die Kommission kam zu dem Beschlufs, dafs, da kein besserer Pulper von anderer Seite eingesandt worden ist, der ausgebotene Preis Herrn Seh aap in vollem Mafse zukomme. Die Redaktion des „Tropenpflanzer" hat sich, um Näheres über diesen preisgekrönten und wohl zweifellos augenblicklich besten Pulper zu erfahren, an Herrn Eutin Schaap selbst gewandt und ist jetzt in der Lage, neben der Übersetzung des von dem Erfinder des Pulpers eingelaufenen Schreibens auch die Abbildungen des Pulpers und des dazu gehörigen Vorbereiters geben zu können. t Vorbei'eiter des Liberia-Kaffeepulper von Eutin Schaap. Kafifeeland Kandangan, Madioen, 12. November 1897. An die Redaktion des „Tropenpflanzer", Berlin. Ihr Schreiben vom 11. Oktober habe ich in guter Ordnung erhalten und werde sehr gern Ihrem Wunsche entsprechen und Ihnen unter Zusendung zweier Photos eins oder das andere über mein System eines Liberia-Pulpers mitteilen. Daa Enthülsen des Liberia-Kaffees ist infolge der Dicke und Härte der Schale sowie infolge der grofsen Verschiedenheit der Bohnen, was Form und Gröfse betrifft, mit vielen Schwierigkeiten verbunden, indem es darauf ankommt, die Schalen so rein wie möglich von den Bohnen zu trennen mit einem möglichst minimalen Prozentsatz von Bruch. Zu diesem Zweck setzte die Soekaboemische und Bataviasche Landbouw- ^ereeniging, um einem grofsen Bedürfnis zu entsprechen, einen Preis von 10000 Gulden aus für den am liesten arlieitenden Lilieria-Pulper. Hierdurch angeregt, warf auch ich mich auf diese Frage und kam glücklicher- weise zu meiner Erfindung, die, allmählich verbessert, schliefslich zu einem voll- kommenen Erfolg führte. — 46 — Der Liberia-Kafi'ee, der so reif wie raögiieli gei)flückt werden niufs, wird sofort nach Empfang, am besten trocken ohne Zufuhr von Wasser, in regel- mäfsigen Mengen in den „Yorbereiter" (voorbewerker) gelassen. Dieser Vor- bereiter, der ganz gesondert steht und arbeitet, dient hauptsächlich und allein dazu, um die harte dicke Schale der Liberia-Kaffeebeere dehnbar und weich zu machen, wodurch das weitere Pulpen des Liberia-Kaffees leichter und sauberer von statten gehen kann. Die Liberia-Beeren, welche durch den Torbereiter bearbeitet worden sind, werden sodann mit Wasser in einer Leitung nach dem Pulper geführt. Sie fallen in den über dem Pulper placierten Empfangstrog und stürzen sich von dort gleichmäfsig in zwei Teilen in die Vorder- und Hinteraliteilung des Pulpers. Der Pulper arbeitet nämlich mit einem doppelten Zylindersatz ; was man an der Vorderseite auf de- Abl>ildung sieht, befindet sich auch auf der Hinterseite. In dem Pulper werden die Beeren sofort durch den gerieften Zylinder geprefst; Schale und Bohnen fallen dann weiter zwischen zwei Zylinder, die sie beide so vollständig wie möglich voneinander trennen. Die Resultate sind sehr überraschend. Bei den ausgeschiedenen Schalen findet man keine einzige Bohne, so dass man sie ruhig wegfliefsen lassen kann, während die Kaffeebohnen so gut wie vollständig frei sind von Schalen mit einem minimalen Prozentsatz (I/2 bis 1 pCt.) gebrochener Bohnen oder mehr oder minder beschädigter Horiischaleu. Als ich auf dem bekannten Land Dramaga (Buitenzorg) des Herrn Motmann mit meinen ISfaschinen die Probe machte vor einer von der Soekaboemischen und Bataviaschen Landbouwvereeniging ernannten Kommission, waren die Resultate derart und die Herren der Kommission so aufsergewöhnlich zufrieden, dafs sie einstimmig beschlossen, mir den Preis zuzuerteilen, da mein System in Kon- kurrenz mit einigen anderen allen gestellten Forderungen am l)esten entsprochen habe. Seitdem wurden bereits an verschiedene Plantagen auf Java 75 Exemplare geliefert. Um zu zeigen, von welchem Werte mein System des Liberia-Pulpers für die Herren Kaffeepflanzer ist, will ich noch folgendes mitteilen: Auf dem Land Dramaga wurde jnit zwei grossenWalk er -Pulpern gearl)eitet mit Siebeinriclitung und Jakobsleitern ; die Maschinen wurden damals für die besten Liberia-Pulper gehalten. Das Pulpen liefs aljer sehr viel zu wünschen übrig: bei den Bohnen sehr viel Schalen, bei den Schalen sehr viel Bohnen, die durch Handarbeit herausgesucht werden mufsten. Hierfür waren täglich im Mittel etwa 75 Frauen nötig, wofür Herr Motmann, der jährlich eine Ernte von ungefähr 5000 Pikol macht, täglich 10 bis 15 Gulden ausgeben mufste. Bei der Benutzung meiner Maschine kommt diese Ausgabe ganz in Wegfall, so dafs Herr Motmann nicht zögerte, sofort vier meiner Pulper nelist Vorl)ereiter zu liestellen, üljerzeugt, dafs er in einem Jahr die Kosten derselben ganz wett machen könne. Aufserdem erhält man bei dem Walker-Pulper etwa 20 pCt. gebrochene Bohnen, also inferioren Kaffee, während mein Pulper mir 1/2 l)is 1 pCt. gebrochene Bohnen liefert. Es ist unnötig, weiter mitzuteilen, wie grofs der Vorteil hiervon ist bei einer Gesamternte von 5000 Pikol. Es bereitet mir auch viel Vergnügen, dafs diese meine Erfindung der schönen Liberia -Kaffeekultur so sehr zu gute gekommen ist. Von allen Seiten höre ich das höchste Lob meines Systems, und wenn selbst ein englischer Sachverständiger dies erklärt mit den kurzen Worten: It is simply perfection, dann kann man sicher annehmen, dafs mein System des Liberia- Pulpers thatsächlich den gewünschten Anforderungen entspricht. — 47 — Zum Überflufs kann ich noch mitteilen, dafs der Preis des Vorbereiters (vooi'bewerker) 300 Gulden ist und dafs er ungefähr 100 Ins 110 Umdrehungen in der Minute machen mul's. Der Preis des Pulpers ist 900 Gulden, und dieser mufs 130 bis 140 Umdrehungen in der Minute machen. Beide Maschinen werden von der Maschinenfabrik (Constructiewinkel) „de Bromo" in Pasoeroean (Java) geliefert, während für alle Länder in Europa und deren Kolonien bereits Patente dafür genommen sind. In der Hoffnung, Ihren Wünschen hiermit gerecht geworden zu sein, zeichne :ch hochachtungsvoll D. Eutin Schaap. Indem wir uns vorbehalten, auf die eigentliche Kultur des Liberia -Kaffees auf Grund der javanischen Erfahrungen demnächst zurückzukommen, wollen wir hier noch einige Auszüge über die Ernte und Erntebereitung bringen. In Bezug auf die Ernte teilen die Herren P. van Romburgh und H. J. Wigmann vom bota- nischen Garten in Buitenzorg in der „Teysmannia" (1897, S. 51) folgendes mit: „Obwohl die gröfste Ernte des Liberia- Kaffees in die Zeit von Juni bis September fällt, kann man das ganze Jahr hindurch reifen Kaffee pflücken. Diese Eigenschaft des Liberia -Kaffees wii'd von den verschiedenen Pflanzern verschieden l)eurteilt, einige halten sie für vorteilhaft, andere sehen sie als nachteilig an. Das Pflücken der Kaffeebeeren geschieht bei nicht zurückgeschuittenen Bäumen mit Hülfe von Baml)usleitern, Auch läfst man wohl Knaben in die Bäume klettern, welche die Früchte pflücken und hinunterwerfen. Man soll nur gut reife Beeren einsammeln lassen und darauf sehen, dafs sie vom Stiel abgedreht, aber nicht abgerissen werden, da hierdurch der Baum unnötig beschädigt wird. Über den Ertrag ist es nicht leicht, Zahlen zu erhalten, da die meisten Unternehmungen Pflanzungen von verschiedenem Alter liewirtschaften und die Ernten derselben nicht besonders lierechnen. Man kann aber bei gut unter- haltenen Pflanzungen in Westjava auf folgende Ernten rechnen: von 3jährigen Pflanzungen etwa 1 Pikol per bouw*) 4- ^ «^ 55 55 55^y-55 55 „ Bei 10- bis 12jährigen Pflanzungen kann die Ernte auf 10 bis 11 Pikol steigen. Einige Pflanzer behaupten sogar, von einzelnen Stücken bis zu 16 Pikol geerntet zu haben. Solche hohe Erträge mufs man aber bis jetzt noch zu den Ausnahmen rechnen. Was als ein grofser Vorteil der Liberia -Kafifeekultui' gegenüber der des Java- Kaffees angesehen werden kann, ist die Stetigkeit des Ertrages, vorausgesetzt natürlich gute Instandhaltung und abgesehen von aufser- gewöhnlichen Umständen. Von einer etwa 70 ha grofsen Liberia-Kafleepflanzuug in Britisch- Borneo linden sich im „Queensland Agricultural- Journal" folgende thatsächlichen Ergebnisse verzeichnet. Es lieferte die Plantage *) 1 Pikol in Niederländisch-Indien = 61.689 kg; 1 bouw = 7096 qm. 1.96 Pikol 40.02 •n 130.35 » 220.19 n 304.13 » 359.66 — 48 — in den ersten 21 Monaten im 25. bis 30, Monat (6 Monate) . . „ 31. , 36. „ (6 „ ) . . , 37. , 42. , (6 „ ) . . . 43. , 48. , (6 „ 1 . . , 51. „ 53. „ (3 „ ) . . Über die Erntebereitung nach dem Pulpen sagt Dr. W. Ag. Graiclien, Administrateur der Pflanzung „Gemampir" aus Java, im „Indischen Landbouw-Courant" (1897, S. 368), nachdem er darauf hingewiesen, dafs die letzten in Java entstandenen Generationen von Liberia-Kaftee um 28 pCt. besser sind als die ersten, was sich sowohl in dem dem arabischen Kaffee gleichkommenden Geschmack, der Dünne der Schale und der Gleichmüfsigkeit der Bohnengröfse als auch in der Möglichkeit, Liberia -Kaffee mit Erfolg auch bei 4500' ü. M, zu kultivieren, ausspricht: „Nach dem Palpen müssen die (häufig noch zu zahh'eichen) Kaffeebeeren von den Schalen getrennt und dann der Kaffee sechs- bis siebenmal 24 Stunden in reines Wasser untergetaucht, oder, wenn man Ül^erflufs an frischem Wasser hat, mit einem möglichst kräftigen Strahl AVasser bespritzt oder begossen werden. Der Kaffee wird mit stumpfen hölzernen Harken kräftig umgerühi't und in den Waschbecken auf Sieben von Eisendraht oder Bambus gut rein gewaschen, dann wird er in die cementierten Trockenbassins transportiert, recht dünn aus- gebreitet und fortwährend mittelst Harken oder den bekannten dünnen Holz- schaufeln mit langen Stielen umgearbeitet. Je nach dem Wind und der Sonne kann der Kaffee in Hornschale iiach weiteren 9 bis 21 Tagen nach dem Packhaus gebracht werden, um dort, in Haufen gelegt, langsamerhand die gelbe Wachsfarbe oder auch eine intensive gelbe Farbe zu erhalten. (Wie bekannt, hat der Boden und die Düngung einigen Einfluss auf die Farbe.) Mit künstlich getrocknetem Kaffee, z. B. mit dem Trockenhaus -System van Maanen, erzielen wir gleichfalls schön färb igen, helleji Kaffee, jedoch ist der Gewichtsverlust recht erheblich. Proben mit Schwefeldämpfen uiid Ein- richtungen der Gruson-Werke bringen eine bemerkenswerte Änderung in der Farbe des Liberia-Kaffees zu Wege, ohne den Geschmack irgendwie zu ändern." Zum Schlufs mag noch zur näheren Beleuchtung der Frage, ob man Liberia- oder arabischen Kaffee pflanzen soll, das Urteil von Professor M. Fesca über diesen Gegenstand'^) hier wiedergegeben werden. „Die Frage, welche der beiden Kaffeesorten für den Anbau den Vorzug ver- dient, ist besonders in letzter Zeit vielfach aufgeworfen. Früher hielt man die Kultur des arabischen Kaffeebaumes für rentaliler. da der araliisclie Kaffee bedeutend höher bezahlt wurde als der liberische. In den letzten Jahren sind aber die Preisunterschiede nur gering gewesen: 1894 wurde auf Java der arabische Kaffee mit 68 Gulden jn-o Pikol (61.76 kg) bezahlt, der liberische *) M. Fesca, Über Kaffeekultur, Journal für Landwirtschaft, 1897, S. 13 bis 41. — 49 — mit 56 bis 62 Gulden pro Fikol;*) da nun der liberische Kaffeebaum weit höhere Erträge liefert als der ara))ische, so ist man jetzt vielfach geneigt, dem Anbau desselben den Vorzug zu geben. Der liberische Kaffeebaum kann aber selbstredend nur unter ihm zusagenden Verhältnissen höhere Erträge liefern. Zunächst verlangt derselbe wegen seiner tiefer gehenden Wurzelverbreitung einen tiefgründigeren Boden, seheint aber, wohl infolge tiefgehender Wurzelverbreitung, etwas geringere Ansprüche an die Bodenqualität, besonders hinsichtlich des Humusgehaltes zu stellen. In erster Linie ist aber die Höhenlage zu berücksichtigen; im engeren Tropengürtel kann in einer Meereshöhe unter 500 m nur der Anbau des Liberia-Baumes, in einem solchen über 700 m nur**) der des arabischen in Frage kommen; nur in Höhenlagen zwischen 500 und 700 m treten beide Arten in Konkurrenz und sind anderweitige Verhältnisse für die Wahl der anzubauenden Art mafsgel^end, Aufser der Tief- gründigkeit des Bodens kommen dabei namentlich die Niederschläge in Betracht; der Liberia-Kaffeeljaum, welcher das ganze Jahr hindurch Blüten und Früchte bildet, verlangt auch möglichst gleichmäfsige Vei'teilung der Niederschläge das ganze Jahr hindurch, möglichst gleichmäfsigen Wechsel von Eegentagen mit sonnigen Tagen, so dafs Fruchtansatz und Fruchtreife möglichst gleichmäfsig ge- fördert werden, während dem arabischen Kaffeebaume, wenngleich derselbe länger anhaltende Dürre, welche das Wachstum unterbricht, auch nicht liebt, doch der Eintritt einer kürzeren trockenen Periode, welche dem Ausreifen der Früchte günstig ist, zusagt. Die Kegenverteilung in Ostjava ist daher der Entwickelung des arabischen Kaffeebaumes, die in Westjava und Sumatra, auch die an der Westküste des tropischen Afrika der Entwickelung des liberischen Kaffeeljaumes günstiger. Li wirtschaftlicher Hinsicht ist die Kultur des arabischen Baumes mit nur einer Haupternte im Jahre für den Kleinbetrieli geeigneter als die des das ganze Jahr hindurch Früchte liefernden Liberia-Baumes; denn da die frischen Früchte sofort verarbeitet werden müssen, so mufs die Tagesernte eine genügend hohe sein, um die Verarbeitung zu lohnen. Die Minimalleistung der Schäl- maschinen (Pulper), welche ich zu sehen Gelegenheit hatte, beläuft sich auf 400 kg Früchte pro Tag, entsprechend etwa 40 kg trockener Bohnen. Wo eine derartige Menge von Früchten täglich geerntet wird, dürfte allerdings die gleichmäfsigere Verteilung der Arbeit auf das ganze Jahr, wie sie die Liberiu- Kaffeekultur gestattet, von Vorteil sein. Freilich erfordert die Ernte des Liberia-Kaffees etwas mehr Arl)eit als die des arabischen; das Pflücken der Früchte von den höheren Bäumen ist beschwerlicher, auch müssen die in der Gröfse sehr ungleichmäfsigen Liberia-Kaffeefrüchte vor dem Schälen sortiert werden. Ein entschiedener Vorzug des lilierischen Baumes ist, dafs derselbe weniger von der Blattkrankheit leidet als der arabische, wenngleich er keineswegs immun gegen diese Krankheit ist; man schlägt daher vielfach vor, Hj^briden beider Kaffeebäume zu pflanzen. Mit solchen Hybriden verbindet nun freilich der praktische Pflanzer häufig wunderbare Vorstellungen; er denkt sich darunter einen Baum, der nicht an der Blattkrankheit leidet, der die hohen Erträge des liberischen mit der feineren Qualität des arabischen Baumes vereinigt etc., kiu'z einen Baum, der nur die guten Eigenschaften seiner beiden Eltern im höchsten *) Jetzt sind die Preise beider Sorten, wie wir oben sehen, bedeutend niedriger. (Ked.) **) Nach den neuesten Erfahrungen ist dies nicht mehr ganz richtig, wie wir auf der vorigen Seite salien. (Red.) — 50 — ■Grade besitzt. Die erfolgreiche Züclitung derartiger Hybriden ist aber, wie bereits an früherer Stelle bemerkt, noch nicht erwiesen; es müssen erst exakte Kreuzungsversuche mit Hülfe künstlicher Kastration, künstlicher Befruchtung und Isolierung der Blüten angestellt und derart gezüchtete Kreuzungsprodukte auf ihren Kulturwert, ihre Fortpflanzungs- und Vererb ungsfähigkeit geprüft werden. '^ Mit der Kultur des Liberia-Kafiees, den verschiedeDeu Scbatteu- bäumeu etc. werden wir uns in einem späteren Artikel dieser Zeit- schrift befassen. Wg. Prüfung und Wertbestiniumug" einer Probe Sesanisaat aus Togo. Mitteilungen aus dem Pharmaceutisch-chemischen Laboratorium der Universität Berlin. Ton Prof. Dr. H. Thoms. Ein Export von Sesamsaat aus Togo bat bisher nicht statt- gefunden. Es war daher von Interesse, zu untersuchen, welches der Ölgehalt von in Togo produzierter Sesamsaat war, und ob die Qualität dieses Öles den guten Handelsmarken Sesamöl gleichkommt. Diese Frage ist auf Grund meiner Untersuchung zu bejahen. Nach Shinn läfst sich aus den Samen durch Pressung 48 pCt. Öl gewinnen. Plückiger fand durch Extraktion von Sesamsaat mit Äther 56.33 pCt. Öl. Die mir übersandte Probe Samen aus Togo lieferte bei der Extraktion mit Äther und nachfolgender Peinigung mit Petroleumbenzin 53.27 pCt. Öl. Für die Qualität eines Sesamöles sprechen die Säure- und Esterzahl, bezw. Verseifungszahl, sowie die Hüb Ische Jodzahl und das spezifische Gewicht. Diese sämtlichen Zahlen bewegen sich in den Grenzen, wie man sie für ein gutes Sesamöl festgestellt hat. Die nachfolgende Zusammenstellung erläutert dies: Gutes Sesamöl. Sesamöl aus Togo. Spez. Gewicht bei 15° 0.921-0.924 (Benedikt u. Wolfbauer) 0.918 bei 20°C. Säurezahl — 2.92 Esterzahl — 189.84 Verseifungszahl . . . 192—193 (Thörner) 192.76 Jodzahl 106 (Hübl), 106.4—109 (Filsinger) 106.9 Auch die Band ouinsche Reaktion, welche als charakteristisch für das Sesamöl angeführt wird, giebt das Sesamöl aus Togo aus- — 51 — gezeichnet. Diese Reaktion wird, wie folgt, ausgeführt: Man über- giefst 0.05 g Zucker mit Salzsäure von 23° B6 (D = 1.18) und schüttelt mit dem doppelten Yolumen Öl. Es tritt nach kurzem eine schöne rote Färbung ein. Aus der vorstehenden Untersuchung geht zur Genüge hervor, dafs die Sesamsaat aus Togo als Material für die Gewinnung von gutem Sesamöl mit Vorteil benutzt werden kann. Kolakiiltur. Von Dr. 0. Warfjurg. In der Februar-Nummer des ersten Jahrganges des „Tropenpflanzer" (S. 29) wurde darauf hingewiesen, wie wichtig für das Togoland die rationelle Kultur der Kolanufs sei, und in der zweiten Auflage von Semlers „Tropischer Agri- kultur" Bd. I., S. 407 bis 429 wurde der Versuch gemacht, das bisher über Yer- lireitung, Kultur, Erntebereitung und Verwertung der Kolanufs Bekannte über- sichtlich zusammenzustellen. Die als Anhalt für die Kultur dieses Baumes dienenden Materialien waren nur spärlich in der Litteratur vertreten, um so erfreulicher ist es, dafs wir jetzt in der Lage sind, mit Erlaubnifs des Aus- Av artigen Amtes einen von Herrn Lieutenant ß. PI ehn erstatteten Bericht über die in den Jahren 189G/97 bei der Station Misahöhe gemachten Anbauversuche der Kolanufs hier veröffentlichen zu können. Wenngleich sich der Bericht natürlich nur mit den Anfängen der Kolakultnr beschäftigen kann, so unterliegt es doch keinem Zweifel, dafs hier die Grundlagen geschaffen werden für einen rationellen Kola- Plantagenbau, und die einzige Befürchtung, die ich nicht unterdrücken kann, ist die, dafs die Station Misahöhe vielleicht zu südlich liegt für nutzbare Kolakultur. In dem Hinterland der Goldküste fand der französische Eeisende Binger die ersten sterilen Kolabäume bei Koransa (8° 5') in Nord - Aschanti und bei Gruraania (8°) im Annogebiet, die ersten tragenden ebendaselbst bei Kamelinso (7° 50') und die letzten schon bei Attakru (7°); Misahöhe liegt aber noch etwas südlich vom siebenten Grad.*) Dafs die klimatischen A'erhältnisse ähnlich sind wie in den westlicheren eng- lischen Gegenden, beweist die Kultur der Kolanufs in der Landschaft Tapa unter 7° 30', also genau dem Hauptcentrum der Kolakultur in Aschanti ent- sprechend. Ich möchte deshalli glauben, dafs gerade diese Gegend vor allem ins Auge gefafst werden sollte, zumal da die geringe Entfernung vom Yolta einen Inlligen Transport des Produktes gewährleistet. Erfreulich ist die geringe Empfindlichkeit des Baumes gegen Belichtung und Bodenverschiedenheiten, auch die durch das Aufgehen der auf dem Markte in kete Kratji gekauften Kolanüsse erwiesene lange Keimungsfähigkeit dürfte der Kultur zu gute kommen; im hohen Grade auffallend ist aber die von mir konstatierte Thatsache, dafs sogar die in dem gewöhnlichen Prozefs der Ei-nte- bereitnng ihrer dünnen Samenhaut beraubten und dann einen monatelangen Transport nach Europa und Lagerung in Hamburs; durchmachenden Kolanüsse j) Andererseits geben aber Baseler Missionare und Dr. Mähly an. dafs die Kola im unteren A'oltagebiet in den Gegenden Akam und Okuawu vor- komme, also zwischen 0^30' und 7° 30'. — 52 — ihre Keimkraft nicht verlieren, wie die dem botanischen Garten in Berlin von mir im vorigen Jahre übergebenen frischen Nüsse deutlich gezeigt haben. Es ist also eine leichte Sache, sich gute Kolanufs- Qualitäten zur Anzucht zu ver- schaffen, man kauft eben einfach das beste Marktprodukt in den ersten afrika- nischen Exportplätzen für frische Kola; zur Weiterführung der Plantage dürfte sich, um Degeneration in weniger geeigneten Gegenden zu verhüten, Stecklings- zucht bewähren, mit gelegentlicher Wiedereinführung neuen Saatgutes. Dies bezieht sich natürlich nur auf die fürs erste hauptsächlich in Aussicht zu nehmende Kolakultur für den Konsum der Afrikaner. Will man hingegen, was ich aber nicht unbedingt befürworten möchte, für den Export nach Europa Kola kultivieren, so koinmt es nicht sowohl auf die bei den Eingeborenen als Kau- mittel beliebten Sorten an, sondern auf möglichst cofieinreiche Sorten. Während die Kolanüsse für den afrikanischen Konsum frisch auf den Markt gebracht werden, am besten wohl stets in der landesüblichen Verpackung, dürfte es für den Kolaexport nach Europa vorteilhaft sein, die in die einzelnen Keimlappen zerlegten Nüsse an der Sonne zu trocknen, hingegen nicht über Feuer zu dörren, da durch den Röstprozefs nachweislich viel Coffein verloren geht. Die Bedeutung der Kolanufs für Europa besteht darin, dafs die Kolanufs der billigste bisher bekannte Coffeinlieferant ist und event. noch billiger werden kann; sie wird deshalb vor allem als Kaffeesurrogat oder als Verbesserungsmittel anderer Kaffeesurrogate in Betracht kommen. Augenblicklich ist die Verwendung noch eine mehr medizinische, die wichtigsten bisher gebräuchlichen Präparate sind: Kolatinktur, Kolapillen, Kolawein, Kolaextrakt, Kolafluidextrakt, Kola- liqueur, Kolaessenz, Kolaliqueuressenz, Kolaschokolade, Kolabittei", Kolakakao, Kolamalzkaffee, Kolaraalzextrakt, Kolasuppenwürze, Kolahafermehl, Kolaeigelb- creme, Kolaliraonadebonbons, Kolasomatosetabletten, Kolazucker, Koladurststiller, die englischen Präparate Kolakolo, Kolaphosphat etc., sowie als B\ittermittel Kolafutterstoff. Um die Untersuchungsmethoden in Bezug auf die wirksamen Substanzen hat sich neuerdings speziell Dr. K. Dieterich - Helfenberg verdient ge- macht durch eine Arbeit „Über die AVertbestimmung der Kolanufs und des Kolaextraktes" („Phai-maceutische Zeitung" 1897, No. 76), woraus hervorgeht, dafs der Coffeingehalt der käuflichen Kolanüsse stai'ken Schwankungen unter- liegt, so dafs sehr coffeinreiche geröstete Nüsse trotz des Röstens noch einen coffeinreicheren Fluidextrakt geben als coffeinarme getrocknete Nüsse; bei richtiger Herstellung darf ein Kolafluidextrakt nicht viel unter IpCt , mindestens mufs er aber 0.95 pCt. Gesamtalkaloid (gereinigt) enthalten. In einer gleichfalls im vorigen Jahre erschienenen Broschüre des Nahrungs- mittelchemikers und Korpsstabsapothekers L. Bernegau „Die Bedeutung der Kolanufs als Genufs- und Heilmittel und die Bedeutung der Kolakultur für die deutsch-afrikanischen Kolonien" (Selbstverlag der Hamburg-Altonaer Nährmittel- Gesellschaft Besthorn & Gerdtzen, Altona a. B ) wird vor allem ein wasser- löslicher pulverförmiger Kolaextrakt empfohlen, der das Coffein sowie die Gerbsäure und Kaliverbindung des Coffein neben dem Kolaaroma enthält, und der zur Herstellung eines für Volks- und Armeenahrung dienliehen coffein- haltigen Getreide- und Malzkaffees geeignet erscheint, welcher in der anregenden Wirkung dem Kaffee gleich, im Geschmack dem Kaffee sehr ähnlich sein soll, dabei aber viel billiger ist; nach dem Begleitschreiben ist nämlich schon jetzt das Kolapulver mit 2.1 pCt. Coffein doppelt so billig wie Kaffee mit V2 bis IV2 pCt. Coffein. Auch läfst sich das Kolapulver nach demselben Verfasser (vergl. „Tropenpflanzer" 1896, S. 179) sehr gut als diätetisches appetitanregendes — 53 — Beifuttermittel für Tiere verwenden, da es von denselben gut ausgenutzt und vertragen wird. Pferde sowie Masttiere, die viele Monate lang 20 g Kola täg- lich erhielten, befanden sich danach in vorzüglichem Nährzustande; namentlich die Cofifeingerbsäure übt nach Beriiegau einen günstigen P^influfs auf den Organismus aus, so dafs die Kolanufs von nicht geringer Bedeutung für die Landwirtschaft zu werden verspricht. Die vermehrte Bedeutung der Kolanufs für Europa spricht sich namentlich deutlich in den exportierten Kolanufsquantitäten von Kamerun aus; aus diesem Schutzgebiete wurden exportiert: 1894 ... 2075 kg Kolanüsse im Werte von 2013 Mk. 1895 ... 11947 „ „ „ , „ 11319 „ 189G ... 42087 „ „ „ „ , 23 597 „ Dabei giebt es noch keinerlei Kolaplantagen in Kamerun, und bei den schlechten Konimunikationsverhältnissen kommen für den Export nur küsten- nahe Gebiete in Betracht, während sehr kolareiche, im Innern liegende Gebiete, ■wie z. B. Yaunde (vergl. „Tropenpflanzer^ 1897, S. 256) erst später dem Kola- handel erschlossen werden dürften. Wenn trotz des Sinkens der Preise von 97 Pfg. per Kilo im Jahre 1894 auf 56 Pfg. im Jahre 1896 der Export um das Zwanzigfache gestiegen ist, so ist damit bewiesen, dafs die Produktious- d. h. Pflück- und Transportkosten gering sind; ob freilich Europäer bei Plantagen- kultur bei so niedrigen Preisen werden auf die Kosten kommen können, erscheint noch fraglich, obgleich der reiche Ertrag der einzelnen Kolabäume sowie die geringen Erntebereitungskosten Preise, bei denen die Kafieekultur unrentabel wird, noch erträglich erscheinen lassen. Immerhin sollten, bei der Unsicherheit der Preislage und des europäischen Marktes, eventuell anzulegende Plantagen sich vorerst ausschliefslich auf die Gewinnung frischer Kolanüsse für den Konsum in Afrika werfen, da diese zweifellos einen gleichmäfsigen Absatz haben und bedeutend bessere Preise erzielen ; kostet doch z. B. in Kete Kratji, a,lso ziemlich nahe dem Hauptproduktionsgebiet, eine Last, d. h. 25 kg (2000 bis 2500 frische Kolanüsse), etwa 25 Mk.,*i so dass das Kilo immerhin auf 1 Mk., die ISufö also auf 1 bis IV4 Pfg. zu stehen kommt, und dies für frische, also ziemlich wasserreiche Nüsse, während die obigen Preise für die Exportkola Kameruns sich auf getrocknete und also bedeutend leichtere Nüsse beziehen. Zum Schlufs mag noch erwähnt werden, dafs man bei Anlage einer Kola- plantage nicht vergessen sollte, durch rechtzeitige Anpflanzung für die Be- schaffung der für die Verpackung gebräuchlichen Blätter zu sorgen; es scheinen im allgemeinen die grofsen Blätter der Sterculia cordifolia hierzu benutzt zu Averden, eines in Westafrika weit verbreiteten und häufigen Baumes. Der erwähnte Bericht des Lieutenant Plehn lautet folgendermafsen: Die ersten Anfänge eines rationellen Anbaues der Kolanufs wurden in Misahöhe im Frühjahr 1S96 gemacht. Erfahrungen über die Art des Anbaues lagen nicht vor. Die einzige Landschaft des Misahöher Bezirks, in der die edle Kola vor- *) Die Baseler Missionare geben an, dafs in Salaga eine Last Kolanüsse etwa 30 Mk. koste, was Binger als irrtümlich ansieht, indem er den Preis einer La^t von 2500 Nüssen auf nicht weniger als 96 Mk. berechnet, so dafs jede Nufs auf nicht weniger als 4 Pfg. zu stehen käme; wahrscheinlich finden je nach der Saison und dem Ernteausfall grofse Preisschwankungen statt. — 54 - kommt, ist die Landschaft Tapa, die in bergiger Gegend unter 7° 30' n. Br. etwa 400 m hocli und etwa einen Tagemarscli vom Volta entfernt liegt. Der Boden ist ein fast ziegelroter reicher Laterit. Der Anbau der Kola geschieht dort durch Stecklinge, die regellos meist in den neuangelegten Farmen ausgesteckt werden. Die Behandlung der Pflanzungen ist eine sehr rohe, man überläfst die Stecklinge einfach sich selbst, und die bereits fruchttragenden Bäume werden durch rücksichtsloses Herunterreifsen ganzer Äste bei der Ernte vielfach geschädigt. Die Gesamterträge sämtlicher Bäume sind unbedeutend und übersteigen im günstigsten Falle kaum 20 Lasten ä 25 kg pro Jahr. Die Qualität der Nüsse ist eine gute, sie werden auf dem Markt in Kete den aus Ashanti kommei^den gleichgeschätzt. Ein der Kola überaus ähnlicher Baum, der auch genau geradeso aussehende Früchte trägt, kommt in der Landschaft Avatime, etwa einen Tagemarsch SW von Misahöhe (siehe neue Togokarte) häufig vor, doch werden die Früchte desselben von den Eingeborenen für ungeniefsbar erklärt. Die Haussa nennen sie goro n'rua (Wasser- Kola). Im Mai 1896 nun wurden in Misahöhe durch den Wanderlehrer Wo ekel 3500 Nüsse gelegt. Das Saatgut hatte ich auf dem Markt von Kete kaufen lassen. Die Saatbeete wurden am Fufse des Stationsberges etwa 320 m hoch in der unmittelbaren Nähe eines kleinen, beständig fliefsenden Baches in dessen Alluvium angelegt. Es wurden der Nässe des- Bodens halber Dämme von etwa 30 cm Höhe und 50 cm Breite auf- geschüttet, auf ihnen Rillen gezogen und in dieselben die Nüsse dicht aneinander gelegt. Sie wurden darauf etwa 3 cm hoch mit lockerer Erde bedeckt. Für sorgfältige Reinhaltung der Beete von Gras und Unkraut wurde gesorgt. Die ersten Keime erschienen nach etwa sechs Wochen, doch keimte das Gros der Nüsse erst nach etwa drei Monaten und viele gingen erst nach sechs Monaten auf. Diese so sehr verschiedene Keimdauer erklärt sich wohl durch die gröfsere oder geringere Aus- trocknung der Nüsse während des langdauernden Transportes von Ashanti nach Kete und von dort nach Misahöhe. Die jungen Pflänzchen wuchsen ungemein üppig und hatten im Frühjahr zum Teil bereits eine Höhe von etwa 30 cm erreicht. Die sehr stark entwickelte Pfahlwurzel wurde bis 40 cm lang. Erst im Februar und März 1897 begann ich mit dem Aus- pflanzen, das Keimresultat war ein so günstiges, dafs die 3500 Nüsse 2350 zum Verpflanzen geeignete Pflänzchen lieferten. — oo — Für die Plantage wählte ich das der Station gehörige rechte Ufer des erwähnten Baches, der die Grenze des Stationsterrains nach dem Dorf Yo hin bildet. Der gröfste Teil des für die Plantage ausgewählten Landes fällt in die schmale Niederung des Baches, in. dessen Schwemmland, doch wurde auch noch ein Teil der Höhe, die von hier aus zur Station ansteigt, mit dazugeuommen. So wurde erreicht, dafs in der Pflanzung, die ja vornehmlich Versuchszwecken dienen soll, Boden in allen Graden von Feuchtig- keit, von Nässe bis zur Trockenheit, vertreten ist. Auch die Be- schattung des Bodens wurde durch teilweises Fortschlagen der Bäume möglichst verschiedenartig gestaltet, so dafs von völliger Besonnung bis zum tiefen Baumschatten alle Grade der Belichtung vorkommen. Der Boden ist bis auf einige wenige Sandstellen reich, was aus der Üppigkeit der vorhandenen Vegetation hervorging. Die Bodenvorbereitung geschah zunächst durch Wegschaflen des Schilfgrases, das dicht über der Erde abgesichelt, in Haufen zusammengeharkt und verbrannt wurde. Auf der freien Fläche wurden in 5 bis 6 m Verband Plätze von 30 bis 40 cm im Quadrat umgegraben und in 30 cm Tiefe rajolt. In diese Plätze wurde mit einem spitzen Holz ein trichterförmiges, tiefes Loch gestofsen und hier hinein die Pflanze gesenkt. Als erschwerend für die Anlage mufs hier erwähnt werden, dafs ich mit völlig rohen, ungeschulten Leuten arbeitete, die ich. erst mühsam anlernen mufste, und dafs mir keinerlei europäisches Personal zur Verfügung stand. Gerade diese ersten Pflanzen sind daher nicht besonders sorgfältig behandelt worden. Als weiterer ungünstiger Umstand kam hinzu, dafs nach dem Auspflanzen der Regen über 14 Tage lang völlig aussetzte. Die Folge war, dafs bei einem grofseu Teil der Pflanzen die Blätter vertrockneten, so dafs ich die Anlage bereits verloren gab. Zu meiner Freude trieben sie jedoch nach dem ersten Regen an den Blattwinkelu neue Knospen und begrünten sich bald wieder völlig, so dafs kaum eine Pflanze zu Grunde ging, wenn auch ihr Wachstum erheblich verlangsamt wurde. Es mag dies als Beweis gelten für die grofse Vegetationskraft und Zähigkeit der Kola. Ich legte nun im Frühjahr 1897 noch zwei Saatbeete mit zu- sammen 3630 Nüssen in derselben Weise an wie das erste Saatbeet,, nur wurden die Nüsse in den Rillen etwas weiter (etwa 8 bis 10 cm) voneinander entfernt gelegt, da bei zu dichtem Stande der Pflänzlinge beim späteren Ausheben sehr leicht Verletzungen der Wurzeln vor- kommen. — 56 — Es wurden aufserdem noch 1400 Nüsse direkt in der Plantage ausgelegt und zwar in Rajollöcliern von 30 cm im Quadrat. Von diesen Nüssen war am 18. Juni bereits ein Teil gut aufgegangen. Es steckten somit zur Zeit meines Fortganges von Misabölie 7380 Stück Kola als Nüsse und Pflanzen in der Erde. Hierzu kamen 1000 Nüsse in Ametsbove und 1500 in Worawora, die ich den dortigen Missionsstationen zum Ausstecken übersandte und die, wie ich hörte, gut aufgegangen sind. Der Misahöhe-Bezirk wies somit am 18. Juni 1897 in Summa 9880 Stück ausgepflanzte Kola auf. Eine Vergröfserung der Misahöher Plantage wurde von meinem Nachfolger in der Stationsleitung, Herrn Premierlieutenant Wegner, eifrig in Angrifl' genommen. Was die geringen Erfahrungen betrifl't, die ich in der kurzen Zeit in Bezug auf die Kolakultur machen konnte, so scheint mir die Kola einerseits eine ausgesprochene Lichtpflanze zu sein und andererseits einen reichen, frischen bis feuchten Boden zu bevorzugen. Fortzukommen scheint sie auf fast allen Bodenarten, doch gedeiht sie schlecht im dichten Schatten. Den weiteren Betrieb der Plantage hatte ich mir folgender- mafsen gedacht: Um den Betrieb durch Vermeidung des kostspieligen Umpflanzens möglichst billig zu gestalten und um der Pflanze die Strapazen zu ersparen, die das Umpflanzen durch Verletzung der Wurzel u. s. w. bei dem ungeschickten Negerpersonal unvermeidlich mit sich bringt, sollen die Nüsse direkt in der Plantage gelegt werden. Es sollen in 5 bis 6 m Verband Plätze von 30 cm im Quadrat rajolt und auf jeden Platz zwei Nüsse gelegt werden. Pflanzbeete sind nur an- zulegen, um ein älteres Material zum Auspflanzen etwa entsprechender Lücken parat zu haben. Die Plätze, auf denen die Nüsse liegen, sind sorgfältig rein zu halten, in den Zwischenräumen dürfte es genügen, wenn das auf- schiefsende Gras von Zeit zu Zeit kurz gesichelt wird. Bei weiterem Heranwachsen der Bäume ist darauf zu halten, dafs die Kronen behufs reicher Fruchterzeugung stets von einem breiten Lichtgürtel umgeben sind. Es läfst sich dies durch ein allmähliches vorsichtiges Lichten leicht bewirken. Alle weiteren Kulturmafsregeln sowie etwaige Modifikationen der von mir vorgeschlagenen werden sich später durch die an Ort und Stelle gemachten Erfahrungen von selbst ergeben, Grund und Boden zur Vergröfserung der Plantage ist in der nächsten Umgebung von Misahöhe reichlich vorhanden. — 57 — Diesem interessanten Bei'icht ist nur wenig liinzuzufiigen. Älteren Angaben entnehmen wir, dafs frische Samen schon nach drei Wochen keimen, dafs der JJaum im allgemeinen erst im vierten oder fünften Jahr zum ersten IVfal blüht, wenngleich in Kamerun schon 1 bis lV2ni hohe Bäume zur Fruktifikation gelangt sind; es wird also wahrscheinlich, wie beim Kaffee, die erste Blütezeit vom Boden und vom Klima abhängig sein, V^ollernten sollen erst vom achten oder zehnten Jahre an zu erwarten sein. Wie beim Kaffee kann man zwar eine Ilaupterntezeit unterscheiden, doch giebt es daneben noch eine bis zwei, häufig kaum weniger bedeutende Nebenernten; in Jamaika rechnet man 500 bis 600 Früchte bei jeder Ernte, das würde also, da jede Frucht im Durchschnitt mindestens vier Nüsse enthält, bei den dortigen zwei jährlichen Ernten 4000 bis 5000 Nüsse, also etwa 40 bis 50 kg geben. Natürlich geben einzelne Bäume häufig noch gröfsere Erträge, z. B. bis zu 100 kg, doch ist ein Plantagenbetrieb auf solche Ausnahmefälle nicht zu basieren. Rechnet num bei 5 m Abstand der Bäume auf jährliche Durchschnittsernten von etwa 10 kg per Baum, so würde der Hektar 4000 kg frische Nüsse, also bei einem Preis von nur 1 Mk. für 100 Nüsse mindestens einen Ertrag von 4000 J\lk. bringen. AVenngleich diese Berechnungen erst durch die Praxis zu erproben sind, so glaube ich nicht, dafs die Erträge und Preise zu hoch angesetzt sind; dies geht nebenden viel höhere Zahlen gebenden Berichten aus Jamaika auch aus einem in der .-Revue des Cultures Coloniales" veröffentlichten Brief eines Kaffee- und Kola- l)flanzers in Kojah (Französisch-Guinea) hervor, jedoch liegen bisher keine Durchschnittswerte von Plantagen vor, und diese sind stets um ein Mehrfaches geringer als die von einzelnen alleinstehenden, genau kontrollierten Bäumen er- zielten Resultate; dennoch glauben wir, indem wir nur den vierten bis fünften Teil einer Einzelernte in Reclmung gestellt habeji, genügende Vorsicht an- gewendet zu haben; höchstens wäre es möglich, dafs der Abstand der Bäume voneinander mit 5 m zu gering angesetzt ist. Es hängt davon ab, ob der Baum häufige Beschneidung verträgt, und wie sich hierbei der Fruchtansatz gestaltet. So lange wir hierüber nichts wissen, dürfte es ratsamer sein, die Kolabäume in gröfseren Abständen, etwa 8 m voneinander, zu kultivieren, da späteres Aus- dünnen auch seine Schattenseiten hat. Aus dem eben erwähnten Brief aus Französisch-Guinea mögen einige Aus- züge der für etwaige Kolapflanzer bemerkenswerteren Stelleji hier folgen: Man kann vor acht Jahren nicht auf gröfsere Ernten rechnen, dann vermag der Baum aber 3000 bis 5000 Nüsse zu geben: da der Minimalpreis am Phitze 1 Mk. für 100 Nüsse beträgt, so würde der jährliche Minimalertrag 30 Mk. pro Baum sein, wenn mau noch G Mk. (gewifs übertrieben viel) für die Pflege und Ernte rechnet, so bliebe doch noch ein Reingewinn von 24 Mk. Bis zum vierten oder fünften Jahre erfordert der Baum etwas Pflege, von dann an hat man nur nötig, die Schlinggewächse und parasitischen Pflanzen zu entfernen. Die Eingeborenen überlassen die Pflanzungen nach dem Auspflanzen der Bäume durchaus sich selbst und ernten aus Furcht vor Diebstahl zu frühzeitig, obgleich die ausgewachsenen grossen Nüsse viel bessere Preise erzielen; in Bathurst wurden solche ausgesuchten Nüsse iui vorigen Jahre z. B. für 8 Pfennige das Stück verkauft. - 58 — Für die Kolakultur ist es von grofser Wichtigkeit, beim Aus- pflanzen sehr behutsam zu sein, da die Pfahlwurzel im Verhältnis zu dem Stamm der jungen Pflanze besonders lang ist und nicht ver- letzt werden darf; einjährige Pflanzen waren z. B, nur 60 bis 70 cm hoch und hatten dabei eine Wurzel von 1 bis IVi'm. Die Ein- geborenen pflanzen deshalb auch die Pflänzchen schon zwei bis drei Monate nach der Aussaat um, d. h., wenn sie etwa 10 cm hoch sind; vielleicht dürfte sich dies auch für die Europäer empfehlen, nur mufs man dazu natürlich die Aussaat in den Beginn der Regenzeit verlegen. Aufser dieser aus 5000 Bäumen bestehenden Plantage besitzt ein Advokat in Sierra Leone eine Pflanzung von 6000 Bäumen, die schon zu tragen beginnen, ferner hat noch der Minister des Königs von Rio-Pongo, ein Mulatte namens Thomas Khatir, vor drei Jahren eine Pflanzung von ungefähr 5000 Kolabäumchen angelegt. V „„ ^ : : SA - »»:>:>:>:> Pflaiizuiigsgesellschafteii. Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Bibundi. Die Kakaopflanzungen dieser Gesellschaft bestanden im November vorigen Jahres schon ans 162 800 Bäumen, die auf 343 ha verteilt waren, und zwar hatte Bibundi: ältere Anpflanziuig: 135 ha mit 75 600 Bäumen neue ^ Isongo: ältere „ neue „ Mokundange: ältere „ neue Die bis dahin eingebrachte Krnte bestand aus 500 Sack Kakao, etwa 100 Sack mehr als im A^'orjahre, a)jgesehen von den etwa 50 Sack, die noch zu erwarten waren. Da als neu ertragbringend in diesem Jahre nur 12 ha hinzu- gekommen waren, so mufs der Ernteausfall als ein günstigerer betrachtet werden wie im A'orjahre. An Arbeitern waren im Durchschnitt i)ro Tag -187 beschäftigt, nämlich 358 in Bibundi, 48 in Isongo und 81 in Mokundange. 80 .. „ 32 000 14 „ , 7 200 33 „ , 13 200 12 „ „ 7 200 60 .. .. 27 600 Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Victoria. Die Arbeiterverhältnisse haben sich sehr erfreulich gestaltet. An Ort und Stelle befanden sich am 10. Dezember 1150 Leute und zwar 431 Bali-, 151 Kru-, 317 Jaunde-, 15 Banj'ang-, 8 Bakundu-Leute, nebst den erforderlichen Maurern und Zimmerleuten. Gepflanzt waren bis 1. Dezember vorigen Jahres 75 539 Kaffee- und Kakaopflanzen. — 59 — Sigi-Pflanzungsgesellschaft. In seiner am 8. Januar in Essen stattgehabten Sitzung hat der Aufsichtsrat der Sigi-Pflanzungsgesellschaft beschlossen, weitere 25 pCt. der Stamraeinlage von den Gesellschaftern, zahlbar bis zum 5. April d. Js., durch den Geschäfts- führer der Gesellschaft einfordern zu lassen und den nachfolgenden Bericht zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen: „Unser Oberpflanzer, Herr Weifsenborn, ist um die Mitte April v. Js. mit 140 Mann von Tanga in unserem Gebiet bei Gonja eingetroffen. Es sind zunächst in geeigneter Höhenlage die vorläufigen Wohnungen gebaut worden. Unser westlichstes Gebiet erschien Herrn Weifsenborn für eine Bebauung zu stark abfallend und zu steinig, während ein Teil des tief am Sigi gelegenen Landes für die Kaffeekultur zu niedrige Lage hat. Da zudem der Besitz dieses letzteren Stückes mit dem Prinzen Alb recht von Preufsen, Regenten von Brauuschweig. streitig war, so genehmigte der Aufsichtsrat ein Angebot der Deutsch -Ostafrikauischen Gesellschaft, uns dieses Land gegen nach Norden und Osten angrenzendes, bedeutend höher gelegenes, für die Kultur von arabischem und Liberia-Kaffee gut geeignetes Land in gleicher Gröfse um- zutauschen. Im Nordosten dieses Gebietes, am Fufse des Segoma, ist sodann mit der Urbarmachung begonnen. Dieselbe konnte, durch sehr reichliche Zahl von Ar- beitern unterstützt, kräftige Fortschritte machen, derart, dafs gegen Ende Oktober v. Js. annähernd 100 ha Urwald geschlagen worden war, eine Leistung die als sehr anerkennenswert zu bezeichnen ist. Diese günstigen Arbeiterverhältnisse sind für unsere Niederlassung ein sehr wichtiger Faktor ; in der Hauptsache sind sie auf die leichtere V^erbindung mit Tanga und auf die guten Ernähi-ungsverhältnisse zurückzuführen. Die Löhne sind die gleichen wie auf den übrigen Unternehmungen in Usa)ubara, ebenso auch die Trägei-löhne. Das Gebiet nahe dem Segoma, von Westen über Süden nach Osten ge- legen, ist für arabischen Kaffee, das tiefer gelegene Land für den Anbau von Liberia-Kaffee und für Kakao geeignet. Den Boden bezeichnet Herr Weifsen- born als von guter Qualität und die Niederschlagsverhältnisse als sehr günstig, günstiger, als er sie während seines 20jährigen Aufentlialtes auf Java kennen gelernt hat. Es sind verschiedene Gebirgsbäche vorhanden, die bei gutem Gefälle reichlich Wasser zur Anlage einer westindischen Bereitung des Kaffees bieten. Die Anlage sehr grofser Saatbeete ist für arabischen Kattee im Oktober und für Liberia-Kaffee in der ersten Hälfte des November bewerkstelligt; die Java-Saat ist gut aufgegangen. Im März, bei Beginn der grofsen Regenzeit, werden die ersten Auspflanzungen vorgenommen werden. Zur Zeit sind neben Herrn Weifsenborn zwei deutsche Assistenten an- gestellt, die Zahl der Arbeiter erreichte in den letzten Monaten des vorigen Jahres 350 bis 400. Der Durchschnittslohn betrug für Monatsarbeiter 10 Rupien für 30 Arbeitstage und 8 Pesa täglich poscho (für Verpflegung). Ein gutes Wohnhaus für die Europäer und ausreichende Arbeitshäuser sowie Wirtschafts- schuppen sind fertiggestellt." — 60 jv- ^ — —f^-^rz — : — vj ■ »>»/>»^>>> ff~ Aus deutschen Kolonien. <^:<:<«c««:c - Uhehe und seine Zukunft. Schon im vorigen Jahrgang des „Tropenpflanzer'' wurde S. 256 und ol6 das Siedelungsgebiet in Uhehe kurz l)erührt. Nachdem im vorjährigen Kolonial- blatt S. 653 ein ausführlicher Bericht von Hauptmann Prince über Uhehe er- schienen war, hat Generalmajor Lie))ert jetzt selbst seine Tagebuch-Eindrücke von dem Lande in einer sehr lesenswerten, bei E. S. Mittler & Sohn, Berlin, er- schienenen kleinen Schrift „Neunzig Tage im Zelt" wiedergegeben. Wir wollen hier das uns ganz besonders interessierende und sehr wichtige Kapitel ,:Uhehe und seine Zukunft" mit einigen unbedeutenden Auslassungen wiedergeben: „Hauptmann Prince, gegenwärtig wohl der beste Kenner des Landes, teilt dasselbe seiner Bodengestaltung und Bodenbeschaffenheit nach in fünf Zonen, die in der Richtung von Südost nach Nordwest sich folgen: 1. Die Ulanga-Ebene, heifs, tropisch, für Reis-, Tabak-, Gummige- winnung sehr lohnend, wegen der Überschwemmungen des Flusses und sonstiger klimatischer Bedingungen dem Europäer indessen nicht zuträglich. Höhe durch- schnittlich 300 m über See. 2. Das sehr ausgedehnte Uhehe-Gebirgsland, das auf den bisherigen Karten weder nach seinem Elächenraume, noch nach den landesüblichen Namen seiner Teilgebiete richtig zur Darstellung gekommen ist. Seine Höhenlage von 1600 bis 2300 m giebt ihm den Charakter eines klimatischen Kurorts für den Europäer, die Fruchtbarkeit seines Bodens .sichert ihm eine grofse wirt- schaftliche Zukunft. 3. Das Savannen- oder Grasland um den kleinen Ruaha, zwischen 1400 und IGOO m Meereshöhe, mit kräftigem roten Lateritboden, in erster Linie für Viehzucht und Ackerbau geeignet, klimatisch dem Europäer zuträglich. Die Luft ist bei dem starken, über die weite Hochfläche frei hinstreichenden Winde häufia; kalt zu nennen. Der Wasserreichtum des Landes ist bedeutend, da jede Mulde und Schlucht einen Wasserlauf enthält. 4. Eine gemischte Zone: Gras- und Ackerland, von steilen Felsketten durchsetzt, die Landschaft im weiten Umkreise von Tringa. Die Charakteristik der vorigen Zone gilt auch für diese. 5. Die weite Grasebene des oberen Laufes des grofsen Ruaha, das Land Uljena. Sie hat nur 1000 m und darunter Meereshöhe, wird zum Teil überschwemmt, ist fruchtbar, aber ungesund und für dauernden Aufenthalt des Europäers nicht zu empfehlen. Wir finden somit das Land in zwei tropische und drei sozusagen europäische Kulturzonen geteilt. Von den letzteren wird hier nur die Rede sein, da an tropischen Gebieten in unserer Kolonie kein Mangel ist und wir sie nicht so weit von der Küste entfernt zu suchen haben. Die oben aufgeführten Zonen von 2. bis 4. können dreist als ein Gebiet für deutsche Besiedelung be- zeichnet werden, und deshalb verdienen sie genauere Beachtung. Nicht laut genug kann das Lob des herrlichen Gebirgslandes erschallen. Was man vom deutschen Waldgebirge Schönes sagen mag, das findet sich auch hier: frische, kräftige Bergluft, entzückende Rund- und Fernsichten über grüne Kuppen und Flächen, soweit nur das Auge reicht, Waldbestand in verschiedenster Form vom jungfräulichen Urwald bis zum 2 m hohen undurchdringlichen Ur- — Ol — 1)uscli, iji dem Brombeere, Farnkraut und 1'huja Jeden an die Heimat erinnern, feuchter schwarzer Humus in bedeutender Stärke, endlich in jedem Tli;ile klares, rieselndes Qnellwasser, häufig Wasserfälle und hübsche Strudel bildend, in den zalilreichen Kesselthälern, die noch des Abzugs harren, allerdings auch Sumpf- bildungen. Dies Gebirge ist fast menschenleer, da der Neger die Kälte und die Ein- samkeit nicht liebt. Die Anhänger des Quawa sind nur zwangsweise und vor- übergehend hier angesiedelt. Das Land harrt der fieifsigen Hand und vor allem des Pfluges, da es bis jetzt — wo überhaupt — nur von der Hacke des Negers »angekratzt« ist. "Was mufs dieser Boden hervorbringen, wenn er einmal wirklich umgedreht wird ! Jetzt werden hier oben Mais, Bohnen, Ulesi,* ) Viasi,**) Yams und Tabak gebaut. Das Rindvieh gedeiht sehr gut. Versuche müssen mit Weizen und Kartoffeln angestellt werden, wie dies in der Station Irin»a l)ereits mit bestem Erfolg geschehen ist. Eine deutsche Bauernfamilie wird hier selbst arl)eiten können, sich gut vom Boden ernähren und durch wachsenden Viehstand und Viehhandel AVohlstand erwerben können. ICigene Arlieit ist erforderlich, denn Arbeiter sind nicht vorhanden, die Wahehe würden sich höchstens zum Viehhüten, aber nicht zum Bestellen des Landes verstehen. Im Bedarfsfalle wären aus den nördlicheren Landschaften Wanyamwesi und Wasa- gara einzuführen, die sich als Landarbeiter eignen. Voraussichtlich wird sich der Europäer hier gut akklimatisieren können und für seine Gesundheit nicht mehr als irgend anderswo zu fürchten haben. AVas ihm die Tropenlandschaft nicht ei-sparen kann, ist die starke Insolation, die kräftige Wirkung der Sonnenstrahlen von D bis 4 Uhr. Dagegen ist aber eine richtig angepafste Kopfbedeckung ein wirksames Schutzmittel. Mit diesem bedeckt, vermag er den Tag über seiner Arbeit nachzugehen, so gut wie wir Tag für Tag in der vollen Mittagstimde im Schweifse unseres Angesichts die steilsten Berge hinaufgeklettert und hinuntergesprungen oder gelaufen sind. Das Gegengewicht gegen die Tageswärme l)ilden die kühlen, ja kalten Nächte, deren Wirkung so erfrischend und belebend auf den Körper, besonders auf das Nervensystem ist. Wir mufsten jeden Abend, sobald die Sonne zur Neige ging, ein grofses Wachtfeuer entzünden und safsen dicht um dasselbe geschart. Die Teller waren bei der Abendmahlzeit so kalt, dafs uns Suppe und Sauce sofort darauf erstarrten. Im Zelt waren die Nächte bitter kalt, und alle Umhüllungen und Decken schützten nicht vor dem Frieren im Feldbette. Wev zum zweiten Male Uhehe besucht, wird sich sicher ganz europäisch ausrüsten und kleiden, ein wollener Schlafsack wird wie bei unseren deutschen Manövern höchst er- wünscht sein. Wenn man hier auch von einer Regenzeit spricht, die von November bis Mai dauern soll, so ist doch festzustellen, dafs wir in den Bergen im Juli und August, also den trockensten Monaten, fast jeden Tag leichten Regen, mindestens Nebel und das Gefühl feuchter Luft hatten. Der kräftige Pflanzenwuchs ist die Folge dieser wohlthätigen Naturerscheinung. Diese zahlreichen Niederschläge wie die kühlen Nächte zwingen den Ansiedler dazu, sich ein festes, dichtes Haus zu bauen, wozu die einstöckige Tembe der Eingeborenen das beste Vorbild bietet. Aus Holz und Lehm hergestellt, sehr warm, schnell und einfach herzu- richten, entspi'icht sie besonders den ersten Anforderungen des Ankommenden. Selbstverständlich wird der Kulturmensch auf Glasfenster, auf Herd und Rauch- fang Anspruch machen, und dafür mufs gesorgt w^erden. *) Eleusinehirse. **) Batate. — 62 — Die wichtige Frage, ob aiicli in diesem gesunden Hochlande das Malaria- üebei- endemisch ist, ist bei der kurzen Frist unserer Landesbesetzung noch nicht gelöst. Es läfst sich jedoch kaum annehmen, dafs unter den gegebenen Klima- und Lebensbedingungen hier dauernd Fieber herrschen solle. Die Station und die Mission Iringa sammeln fleifsig Material über diesen Punkt, doch läfst sich noch kein Urteil fällen, da die jetzt im Lande weilenden Deutschen durch Märsche, Expeditionen, Strapazen aller Art zuviel Gelegenlieit zur Aufsammlung^ von Fieberkeimen gehabt haben, um als Anlialt für eine Gesundheitsstatistik zu dienen. Was hier von der grofsen Gebirgszone gesagt ist, gilt mit geringen Ab- änderungen auch für die Grasland- und die gemischte Zone. Liegen beide weniger hoch als die Waldberge, so wird dort die Luftwärme weseutlich durch den freien, starken Luftzug gemäfsigt, der über die von Wald ganz entblöfsten Wellen streicht. Hier ist durchweg roter Lateritboden vorhanden, der überall^ wo er nur von der Negerhacke geritzt ist, üppig gedeihende Schamben trägt. Auch hier also ein dankbares Feld für Versuche mit europäischem Getreide, Gemüse, Obstsorten nach Analogie derjenigen in Iringa. Das ganze hier in Betracht kommende Ansiedelungsgebiet wird mit Ausschlufs von Ubena auf etwa 10 500 qkm geschätzt, wovon vielleicht 5000 auf Bergland, 5500 auf Grasland entfallen. Dies sind über eine Million Hektar. Mag sich der deutsche Unternehmungsgeist an dieser Kraftprolje ver- suchen! Das Erste, das zu tliun erforderlich, wird sein, sachverständige, tüchtige Landwirte herauszuschicken und Musterfarmen anzulegen, um nach jeder Richtung Versuche anzustellen; AVohnungs- und Gesundheitsverhältnisse, Ge- treidesorten und Viehrassen, Ackergeräte müssen ausprobiert werden. Die günstigsten Bodenlagen sind auszusuchen. Ein Regierungsdampfer wird dem- nächst den Rufidji von der Mündung bis zu den Pangani-Schnellen (200 km) befahren. Von dort mufs eine Transportstrafse, noch besser Schmalspurbahn, nach derjenigen Stelle des oberen Ulanga angelegt werden, wo dessen Scliiff- barkeit durch Felsbänke unterbrochen wird. Dies ist südlich Ngalioma der Fall, so dafs das ganze Dreieck, das der Ulanga beschreibt, für die Schiiffahrt ausfällt. Diese Strafse mufs an der heutigen Fährstelle bei Mkamba den Ulanga überschreiten und ist, da sie quer durch trockenes Dorneiipori geht, auf die un- bedingt notwendigen Wasserstellen der fünf Tagesetappen zu untersuchen. Endlich bedarf es eines flacligehenden Heckraddampfers für den oberen Ulanga, der zerlegt bis Ngahoma gebracht und hier ins Wasser gelassen wird. Alsdann ist der lVans])ort bis an die Uhehe-Berge gesichert, da selbst die Zuflüsse des Ulanga, der Mgeti, Kihansi u. a. noch für gröfsere Boote schiffbar sind. Die Kolonisation selbst setzt dann am besten unmittelbar am Ende dieser Wasser- strafse, oben im Gebirge, etwa in der Gegend von Perondo ein. Aaelleicht geben diese Zeilen einige Anregung in dem angedeuteten Sinne. Viel A^er- suche, viel Erproben, viel Beobachten und Berechnen ist noch notwendig, che die Idee in die That umgesetzt werden kann. Landwirtschaftliches aus Deutsch- Südwestafrika. Herr F. Gessert aus Inachab schreibt uns: Das Impfen bei trächtigen Kühen hat meistens zur Folge, dafs dieselben verwerfen und auch meist danach sterben. Ein starker Regen füllte Anfang Oktober die Dämme im Naina- Lande. Bei Inachab stehen jetzt Sorghum, — 63 — Kaiikgut (MeloneiJ, Kürbisse etc.) uml Sonnenblumen (zur ülgewinnung) am besten. Mais läfst zu wünschen übrig, für Weizen scheint es zu heifs zu sein. Eine grofse Plage bilden die Vögel, welche selbst durch das Geschrei der Hottentotteukinder nicht zu vertreiben sind, früher waren es die Mäuse, welche aber jetzt durch Katzen vertilgt sind. Geheimrat Koch über die Tsetsekrankheit und das Texasfieber in Deutsch -Ostafrika. In der letzten vorjährigen und der ersten diesjälu-igen Nummer des Deutschen Kolonialblattes finden sich zwei wichtige Berichte über die erwähnten Vieh- seuchen, denen wir Folgendes entnehmen: , Nachdem vor vier bis fünf Jahren die Rinderpest auf ihrem Zuge von den Somaliländern nach Südafrika den gröfsten Tlieil des Schutzgebietes ver- iieert hatte, hörte man von gefährlichen Viehseuchen im Innern nichts mehr, und es scheint sich der Viehstand in den meisten viehzüchteuden Gebieten der Kolonie in erfreulicher Weise wieder gehoben zu haben. Nur an der Küste kamen immer noch Seuchenausbrüche vor, denen viele Rinder zum Opfer fielen. Trotz der Bemühungen des Kaiserlichen Gouvernements, welches immer von neuem frische Tiere herbeischaffen liels, kam die Viehzucht im Küstengebiete deswegen nicht vorwärts. Über diese Seuchen herrschte Ijis jetzt vollkommenes Dunkel; man wufste nicht, ob es sich nur um eine oder um verschiedene Krank- heiten handele, ob die Krankheit aus dem Innern gebracht werde oder ob sie an der Küste entstehe. Durch die mikroskopische ü'ntersuchung des Blutes von erkrankten und der Krankheit erlegenen Tieren liefsen sich diese Fragen glücklicherweise sehr bald beantworten, und es ergab sich, dafs das Viehsterben an der Küste durch zwei verschiedene Krankheiten, nämlich durch das Texasfieber und durch die Surra- oder Tsetsekrankheit bedingt wird. Nach den Veröftentlichungen des Dr. Bruce über die Tsetsekrankheit in Südafrika, nach dem, was ich an den Präparaten aus Togo gesehen habe, und nach den Mitteilungen, welche mir der langjährige üntersucher der Surra in Indien, Dr. Lingard, gemacht hat, kann ich keinen wesentlichen Unterschied zwischen den an verschiedenen Orten l^eobachteten Tsetse- und Surrakrankheiten erkennen und mufs dieselben vorläufig für identisch halten. Die Krankheit wird bedingt durch einen Parasiten, welcher im Blute der erkrankten Tiere lebt und von einem Tiere auf das andere durch stechende Insekten, in Südafrika und in Togo durch die Tsetsefliege, übertragen wird. Wie die Übertragung in Lidien stattfindet, ist noch nicht mit Sicherheit ermittelt, aber höchst wahrscheinlich geschieht es dort ebenfalls durch Stechfliegen. Der Parasit, eijie Trypanosomaart, ist zwei- bis dreimal so lang als der Dm-chmesser eines roten Blutkörperchens. Er hat eine fischähnliche Gestalt und treibt sich mit lebhaften, schlängelnden Bewegungen zwischen den Blutzellen umher. Ich habe ihn niemals im Innern von Zellen gesehen. Er ist farblos, nimmt aber Anilinfarben an." Koch fand im Ganzen 26 Tiere, die an Surra litten, doch ist die wirkliche Zahl der kranken Tiere eine viel gröfsere, sehr viele Rinder sterben aucli schon auf dem Transport zur Küste oder bald nach ihrer Ankunft. Die Krankheit zeigt auch parasitenfreie Zwischenperioden, bei denen die Untersuchung natürlich keine sicheren Resultate ergeben kann. Es stellte sich nun die wichtige That- sache heraus, dafs sämtliche erkrankten Tiere aus Iringa stammten; dort ist — CA — iiher wie in ganz (Jhelie nichts von der Surrakranklieit bekannt, im Ge.i^enteil gedeiht das A'ieh dort vorzüglich. Hingeg-en ist aller Wahrscheinlichkeit nach das Thal des Ruaha-Flusses, wo sich kein Vieh halten läfst, der Sitz der Krank- heit und der Ort der Infektion für das an die Küste getriebene Vieh, analog dem Zambesi in Südafrika, welcher Flufs wegen der dort herrschenden Tsetse- krankheit Yiehtransporte völlig nnmöglich macht; möglicherweise bilden auch andere Flufsuiederungen Surraherde. In Südafrika glaubt man, dafs Büffel und Antilopen die [nfektiousquelle für die Rinder bilden; wo diese verdrängt wurden, wich auch die Tsetsekrankheit. Man versucht jetzt Viehtransporte auf anderen "Wegen von Iringa nach der Küste zu bringen. Auch Pferde, Elefanten und Kameele leiden in Indien an der Surrakrank- heit, ebenso sind Hunde und Ratten empfänglich, ob auch Esel, ist nicht sicher. An der Küste Ostafrikas selbst scheinen die Bedingungen für die Infektion nicht vorhanden zu sein, die Surrakrankheit wird daselb.st von dem infizierten Vieh nicht weiter übertragen, vermutlich weil die Tsetsefliege oder andere zur Übertragung der Parasiten geeignete Insekten fehlen. Es bedarf deshalb da- selbst keinerlei Isolierungs- oder Desinfektionsmafsregeln, noch auch irgend- welcher Beschränkungen in Bezug auf Verwertung des Fleisches und der Haut der erkrankten Tiere. Die in Dar-es-Saläm in einem hohen Prozentsatz der ge- fangenen Ratten konstatierten surraäbnlichen Parasiten gehören offenbar einer anderen Art an, das Kopfende läuft in einen spitzen, schnabelartigen Fortsatz aus, auch sind sie länger und schlanker und lassen sich nicht auf andere Tiere übertragen; hingegen sind die Ratten, selbst die mit ditsem Parasit behafteten, für Infektion mit echter Surrakrankheit empfänglich. Ist also die Surrakrankheit an der ostafrikanischen Küste nicht endemisch, sondern tritt immer nur eingeschleppt auf, so ist das Texasfieber in Ostafrika geradezu auf die Küstengebiete lieschränkt und tritt nicht im Innern auf. Ein grosser Prozentsatz der von dem Binnenlande ungetriebenen Rinder erliegt da- selbst dieser Krankheit, welche nach ihren klinischen und anatomischen Sym- ptomen, nach Blutbefund uiid Leichenerscheinungen durchaus mit dem typischen Texasfieber Nordamerikas übereinstimmt. Derselbe birnenförmige Zwillings- parasit „Pyrosoma bigeminum" wurde in den roten Blutkörperchen gefunden. Im übrigen ist die Krankheit auch in Südafrika, Australien, Italien, in den Donauländern etc. heimisch, überall aber ist wie in Ostafrika das Vieh der Texasfiebergegenden ziemlich immun, dagegen zeigen Rinder, die aus anderen Gegenden kommen, dort nach einigen Wochen die Krankheit, wobei etwa ein A^iertel bis ein Drittel zu Grunde geht, während die übrigen, nachdem sie sich erholt haben, für die Zukunft geschützt sind. Die Infektion soll durch Zecken vermittelt werden, und zwar scheint es überall dieselbe Art zu sein, die aiich in Ostafrika in Menge gesammelt wurde. Bis jetzt beschränkt sich das Texasfieber ausschliefslich auf die Küsten- gegenden Ostafrikas und Mafias und ist daselbst schon seit Generationen be- kannt, dagegen hört die Krankheit im Hinterlande schon wenige Meilen von der Küste auf; Koch glaubt die Erklärung darin suchen zu sollen, dafs ein viele Tagereisen breites Stück Landes folgt, in welchem infolge der Raubzüge der Massais so gut wie gar keine Rindviehzucht getrieben wird (sollte die Ur- sache nicht doch mehr in klimatischen A'erhältnissen, z. B. Lebensbedingungen der Zecke etc., zu suchen sein? Red.). Jedenfalls kommt Alles darauf an, dafs das endemische Gebiet des Texasfiebers keine weitere Ausdehnung nach dem Innern zu gewinnt, es ist zu diesem Zwecke schon ein Verbot gegen den Trans- port von Küstenorten nach dem Innern erlassen worden. Ferner soll das aus — 65 — dem Timern zu Schlaclitzwecken herangebrachte Vieh iu zwar küstennahen, aber immunen Orten verbleiben, bis es wirklich gebraucht wird; es mufs dann natürlich mödichst bald geschlachtet werden; für Dar-es-Saläni ist die 20 km entfernte ViehstatiuJi Pugu als Hammelstelle für das Inlandvieh in Aussicht genommen. Im Anschlufs hieran mag noch erwähnt werden, dafs die Rinderpest jetzt auch in Britisch -Centralafrika.. das bisher verschont geblielieji ist, aufgetreten ist, und zwar zuerst in den Distrikten West-Schire und ßu(j; auch das Wild wird von ihr ergriffen und soll massenhaft in der sogenannten Elefantenmarsch, einem von der Verwaltung zur Konservierung der wilden Tiere bestimmten Reserve, der Rinderpest erliegen; wir wollen nur hoffen, dafs die Krankheit nicht von Südwesten her abermals in unser Schutzgebiet eindringt, das sich gerade von den grofsen Verlusten vor vier liis fünf Jahren zu erholen beginnt; jedenfalls würde es wünschenswert sein, wenn Herr Stabsarzt Dr. Kohlstock, der seine Rückreise über Ostafrika angetreten hat, wie in Südafrika, so auch hier die Al)wehrmafsregeln im voraus organisierte und wenn Iinpfkurse ein- gerichtet würden. Zum Schlufs müssen wir auf die wenig bekannte Thatsache aufmerksam machen, dafs die im vorigen Jahrgang des Tropenpflanzers (S. 225) kurz erwähnte Tickpest (Zeckenkrankheit) in Queensland, die aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Texasfieber identisch ist, mit importiertem australischen Vieh auch in den Bismarck- Archipel gelangt ist und dort dem freilich recht geringen Vieh- bestand im vorigen Jahre bedeutende Verluste zugefügt hat. Wir werden in einem der nächsten Hefte auf Grund von queensländischen und kapländischen Berichten ausführlicher auf diese für unsere Kolonien wich- tigen Krankheiten zurückkonnnen. Vortrag des Kaiserlichen Landeshauptmanns Major Leutwein über Deutsch-Südwestafrika. In dem gi-ol'sen Saale des Kaiserhofes zu Berlin hielt am 14. v. Mts. der Kaiserliche Landeshauptmaim Major Leutwein einen Vortrag über Deutsch- Südwestafrika. Der Redner gab im ersten Teile seines A^ortrages einen Überblick über den Stand der Kolonie am Tage seines Eintreffens in derselben (Januar 1894) bis zum Antritt seines Heimatsurlaubes im Sommer 1897. Im zweiten Teile l)eliandelte er die wirtschaftliche Entwickelung von Deutsch- Südwestafrika und zwar unter Zugrundelegung dreier Gesichtspunkte, nämlich: 1. der Ansiedelungsfähigkeit des Landes; 2. der Wahl der Ansiedler und 3. der Art und Weise der Lumgriffnahme der Ansiedelung der Kolonie. Was die Ansiedelungsfähigkeit des Landes betrifft, so ist dieselbe, wie Major Leutwein darlegte, aufserordentlich günstig für die Anlage von Vieh- züchtereien im Grofsen. Ackerbau würde sich dagegen, von einzelnen Land- strichen al)gesehen, nicht rentiere)!. Bezüglich der Wahl der Ansiedler würden sich, wie der Redner hervorhob, als solche am besten eignen: a) Afrikander (d. s. die in Südafrika geborenen Abkömmlinge ein- gewanderter weifser Eltern); b) die in den benachbarten Distrikten wohnenden holländischen Buren; c) die deutschen Bauern und d) die ausgeschiedenen Mitglieder der deutschen Schutztruppe. — m — Hier betonte Major Leutwein, (lafa mau den Ansiedlern nicht dringend genug ans Herz legen könne, dafs sie, um im Schutzgebiete vorwärts zu kommen, dies nur durch ernste, andauernde Arbeit erreichen könnten, und dafs dagegen Leute, die mir aus Abenteurergelnsten nacli dem Schutzgebiet gingen, dort nichts zu hoffen hätten. Den Einwanderern müssen in der ersten Zeit günstige Bedingungen zur Ansiedelung geboten werden. Die Bedingungen kann aber nur der gewähren, der Hoheitsrechte in der Kolonie besitzt. Kolonisationsgesell- schaften sind hierzu aufser Stande, solange dieselben danach trachten, aus der Einwanderung selbst ein Geschäft zu machen. Augenblicklich, so betonte Major Leutwein am Schlüsse seines Vor- trages, haben wir den Zeitpunkt erreicht, an dem sich die politischen Gegen- sätze durch die wirtschaftlichen ablösen. Es ist daher notwendig, dafs man das, was man besitzt, nicht nur zu erlnilteu sucht, sondern danach trachtet, das- selbe zu vermehren; dann werden wir gewifs bei den nachkommenden Ge- schlechtern in dankbarer Erinnerung bleiben. B Aus fremden Kolonien. TA _ . aI <-4«< Branntwein aus Bananen und Mangos in Gabun. Nach Herrn Chalot, Direktor des A^ersuchsgartens zu Libreville,*) wird in Gabun ein vorzüglicher Branntwein aus der Banane coclion du Gabon, einer sehr zuckerreichen Art Plantane, hergestellt. Man nimmt drei kleine Friicht- stücke mit je etwa 20 Bananen, läfst sie gelbreif werden, legt sie in ein 50 Liter fassendes Gefäfs, das man mit Wasser füllt, und läfst sie drei Tage fermentieren, indem mau die Masse jeden Morgen umrührt. AVenn das Fruchtmus zu Boden sinkt, deckt man das Gefäfs zu und destilliert den Alkohol ab; durch eine zweite Destillation reinigt man ihn. Im Mittel erhält man aus den drei Fi'achtbüscheln 2.20 Liter Branntwein. Aus Mangos macht man nach den Mitteilungen der Alissionare Branntwein, indem man dieselben ganz reif sammelt und in einem mit Löchern versehenen Gefäfs zerquetscht, so dass der Saft ausläuft, mit etwas AVasser (ein V^iertel des Saftes) wird nachgespült; dann überläfst man den hierdurch etwas verdünnten Saft einer zwei- bis viertägigen Gärung, wobei ein deutliches Geräusch ent- steht; wenn dieses nicht mehr hörbar, ist die Gärung zu Ende und man kann ab- destillieren. Bei der Keinigung des Alkohols durch eine zweite Destillation thut mau Holzkohle in nicht zu kleinen Stücken in den Recipienten; angeblich soll hierdurch das in dem ersten Destillat enthaltene ätherische Öl absorbiert werden. Der erste stofsweise übergeliende Alkohol enthält noch ätherisches Öl und mufs wieder in den Destillierkolben zurückgegossen werden. Die Destillation wird fortgesetzt, bis der Alkoholometer bis auf 5° gefallen ist, dann werden die Destillate gemischt, da die ersten zu stark, die letzten zu schwach sind. Aus 200 Litern Mangosaft werden 60 Liter 54 gradigen Branntweins gewonnen. ^) Revue des Cultures Coloniales L, p. 108, 15L — 67 — Die Opiumproduktion in Victoria (Australien) stellt nach Mitteilungen des ^Ohemist and Druggist of Australasia" (1897, No. 8 imd 10) im Begriff, völlig zu versiegen. Im Jahre 1892 waren 26 Acres mit Mohn bestellt, von denen 314 Ibs Opium geerntet wurden, 1893 vergröfserte sich das Areal auf 50 Acres mit 7G2 Ibs Ertrag. 1894 dagegen wurden nur 6 Acres bestellt und der Ertrag sank auf 81 Ibs. Im nächsten Jahr fiel die Opiumernte gänzlich aus und 1896 wurden wieder 4 Acres unter Kultur gesetzt, welche 10 Ibs Opium ergaben. Diese auffallende Thatsache erklärt sich in folgender Weise. Da der Zoll für importiertes Opium in Victoria 20 sh pro Ib beträgt, erzielten die Pflanzen an Ort und Stelle den hohen Preis der importierten Droge : 27 bis 30 sh pro Ib. Als nun 1893 der hohe Opiumertrag den lokalen Bedarf von etwa 400 Ib p. a. bei weitem überschritt, wurde der Überschufs ausgeführt, zum Teil nach London, wo trotz der anerkannt vorzüglichen Qualität der Ware Jiicht mehr als 8 sh 6 d pro Ib gezahlt wurden. Über den beträchtlichen Ausfall verstimmt, gaben die Pflanzer die Mohnkultur auf. Busse. JV ■ >>>>»>>>»» ./^. Vermischtes. ■V t^c/ Grüne Guttapercha. Unter diesem Titel schreibt die „Gummi-Zeitung" am 19. November 1897 Seite 51: „Es ist schon viel über die Extrahierung der Guttapercha aus den Blättern des Baumes nach dem R igole sehen A^erfahren geschrieben worden, und erst neuer- dings wurde dieser Erfindung in mehreren Zeitschriften ein recht ungünstiges Prognostikon gestellt, während andererseits früher darüber sehr optimistische Meinungen herrschten. Wer hierin Recht hat, mufs die Zukunft lehren, That- sache ist jedenfalls, dafs das Produkt dieses Verfahrens gegenwärtig in gröfserem Mafsstabe auf den Markt gebracht und der Industrie angeboten wird. In den Vereinigten Staaten fanden einige schon vor Monaten exportierte Sendungen des neuartigen Rohstoffs günstige Aufnahme.*) Für Europa ist es die bekannte Firma H. P. Moorhouse, Paris, welche den Generalverkauf der »Grünen Guttapercha« übernahm. Dieselbe schreibt über den Artikel: »Die grüne Guttapercha ist der Extrakt aus den Blättern der Isonandra, des Baumes, welcher bisher durch Anzapfung oder Fällung die beste Handelsguttapercha lieferte. Das Produkt hat den Vorzug: 1. dem Käufer stets gleichmäfsige Qualität zu garantiereu, 2. die Arbeit des Reinigens, welche den Einkaufspreis um 15 bis 20 pCt. erhöht, völlig zu ersparen. Im übrigen verbindet die Ware dieselben Eigenschaften der bisher gebräuchlichen Gutta- percha mit einer aufserordentlichen Festigkeit und Elastizität, wodurch sich da& industrielle Gebrauchsgebiet des Stoffes wesentlich festigen und erweitern wird. — Die grüne Farbe, welche von dem in den Blättern enthaltenen Chlorophyl herstammt, kann leicht durch die gewöhnlichen chemischen A'erfahren geändert *) Nach freundlicher Mitteilung der Redaktion der „Gummi-Zeitung" be- richtete neuerdings eine Fabrik bereits über gute Erfahrungen mit dem Pro- dukte, wenn auch nicht ganz in dem Sinne des Schreibens der Firma Moorhouse. — 68 ~ oder entfernt werden. Sein- plastisch, dabei sehr fest, läfst sich die grüne Guttapercha beliebig biegen, ohne zu In-echen, man kann sie in dünnste Platten auswalzen, sie liefert die genauesten und zartesten Abdrücke und widersteht dabei der Wirkung des Wassers ebenso wie den schärfsten Säuren. .Selbst nachdem sie durch die Benutzung zerstört, verbraucht oder zerstückelt ist, repräsentiert sie immer noch einen Wert von etwa 25 pCt. des Einkaufspreises. Die französische Telegraphenverwaltung hat, um ein Urteil über die Brauch- barkeit des Produkts zu gewinnen, die neue Guttapercha zur Herstellung eines Tiefseekabels verwenden lassen, und die mit den empfindlichsten Apparaten angestellten Experimente haben konstatiert, dafs in Bezug auf Kapazität und Isolierung die aus Blättern extrahierte Guttapercha bessere Besultate lieferte, als sie bisher mit anderer erstklassiger Ware erzielt wurden. — Die grüne Guttapercha verarbeitet sich rein sowohl als auch gemischt genau wie die ge- wöhnliche Rohware mit nur dem einen Unterschiede, dafs wegen ihrer Reinheit und Homogenität beim Mischen äufserst vorsichtig verfahren und eine etwas er- höhte Temperatur — 100 bis 120° R. — angewendet werden mufs. ' Es bleibt nun den Fabrikanten anheimgestellt, durch Versuche zu ergründen, ob die grüne, aus Blättern extrahierte Guttapercha wirklich als der Messias der Guttaperchaindustrie anzusehen ist." Soweit die „Gummi-Zeitung"; wir haben in Heft 11 des vorjährigen „Tropenpflanzer" S. 289 einige der in die ÖfiFentlichkeit gedrungenen Notizen über die Gewinnung der Guttapercha aus Blättern zusammengestellt. Sollte der Stoff einen dauernden Markt finden, so würde auch an die deutschen Kolonien die Frage herantreten, um bei der dann zweifellos folgenden Umwandlung der Guttaperchagewinnung nicht zurückzubleiben. Die Frage würde die sein: 1. lassen sich auch die Blätter der in unseren Kolonien vorhandenen Guttapercha ejithaltenden Bäume in gleicher Art verwerthen, 2. lassen sich die besten Gutta- perchabäume in der dann wohl sieher zuerst versuchten Niederwaldkiiltur in unseren Kolonien kultivieren? Während es zweifelhaft erscheint, wie die Ant- wort auf die erste Frage ausfallen wird, dürften wir nach Analogien als sicher annehmen, dafs die zweite Frage für Kamerun und Neuguinea mit einem positiven „Ja" beantwortet werden wird. Da es für alle Fälle wünschenswert erscheint, schon jetzt diese Vorfragen in Angriff zu nehmen, werden wir dem- nächst das über die Kultur der Giittaperchabäume bisher Bekannte zusammen- zustellen versuchen. \^ S- Eine angeblich neue Baumwollsorte. In den letzten Monaten ist wiederholt in verschiedenen nordamerikanischen Zeitungen die Rede gewesen von einer neuen Baumwollpflanze, welche erstaun- liche Erträgnisse liefern soll und geeignet scheine, eine vollständige Umwälzung der Baumwollkultar herbeizuführen. Die Berichte über diese Pflanze sind mehrfach in deutsche Zeitungen ükernommen worden und liaben auch hier in den beteiligten Kreisen Aufsehen erregt. Nach einer Mitteilung der New- Yorker H.-Z. hat ein amerikanischer Reisender, H. D. Carroll, vor einigen Jahren in Centralafrika eine Baumwollpflanze entdeckt, deren Qualität und Massenerträgniss ihm dermafsen imponierte, dafs er ein Quantum Samen nach den Vereinigten Staaten mitbrachte. Mit demselben sind seit dem Jahre 1895 Versuche im Staate Georgia gemacht worden. Die Pflanzen haben sich seitdem so stark vervielfältigt, dafs man für das nächste Jahr bereits umfassende An- pflanzungen in Aussicht nehmen konnte. Die neue Sorte erreicht bei viel geringerer Sorgfalt, als dies für die bislier gebaute Art nötig ist, eine Höhe — 09 - von 1-2 bis 14 Fnfs, während die bisherige Art nur 3 bis 6 Fufs hoch wird; auch ist die afrikanische Art gegen Eegen viel widerstandsfähiger. Die zahl- reichen Fruchtkapseln liefern eine Baumwolle von ausgezeichneter Qualität, trotzdem die Versuche l)isher auf mittelmäfsigem Boden unternommen wurden; an Quantität bringt die afrikanische Sorte mehr als dreimal so viel, als auf der gleichen Fläche von der amerikanischen Sorte erzielt wird. Dafs eine der- artige Fruchtbarkeit, welche ermöglicht, die bisher in Nordamerika produzierte Baumwolle auf dem dritten Teil der bisher dazu nötig gewesenen Fläche zu gewinnen, eine völlige Umwälzung in der Baumwollkultur bedeutet, ist klar. Andererseits wird natürlich auch eine ungeheure Preisreduktion der Baumwolle eintreten. Nach einer anderen, dem „St. Louis Journal of Agriculture" entnommenen Mitteilung soll der Ertrag der neuen Baumwollsorte fünf- bis zehnmal so grofs sein als von den bisher gebauten, und an Qualität soll sie durchaus mit der Sea-Island- Baumwolle konkurrieren. Der Same hatte bisher noch den enormen Preis von 5 Cent pro Stück, doch ist er jetzt nach der diesjährigen Ernte zu 1 Dollar pro 100 Stück zu haben. So weit die uns zugegangenen amerikanischen Nachrichten I Dieselben sind allerdings so erstaunlich, dafs man gut thun wird, zunächst erst die weitere Entwickelung der Versuche abzuwarten, ehe man irgend welche Hoffnungen daran knüpft. Der Bericht über die Herkunft der neuen Sorte hat zudem so viel Unwahrscheinliches an sich, dafs man mit ziemlicher Sicherheit annehmen kann, dafs irgend etwas dabei nicht in Ordnung ist. Es heifst, die neue Soi-te sei aus Centralafrika gebracht worden; nun ist aber die Baumwollpflanze und ihre Benutzung den Eingeborenen in so vielen Gegenden des tropischen Afrikas seit langer Zeit bekannt, dafs es hüclist unwahrscheinlich ist, dafs eine so ertrag- reiche Sorte, wie die von Carroll gefundene, bisher unbekannt oder auf einen geringen Yerbreitungsbezirk Ijeschränkt geblieben sein sollte. In Ostafrika haben die Araber den Anbau der Baumwolle bis weit ins Innere verbreitet; das Gleiche ist von Westen her in den portugiesischen Besitzungen südlich des Kongo geschehen. Von Norden lier ist die Kultur der indischen Baumwolle längs des oberen Niles eingedrungen, und ebenso ist in den Sadanstaaten die indische Baumwolle ein wohlbekiumtes Gewächs. Es wäre also höchst erstaun- lich, wenn eine derartig fruchtbare Baumwollart bisher den Reisenden und Botanikern entgangen sein sollte. Nun liegt aber die Möglichkeit vor, dafs es sich gar nicht um eine neue Sorte, sondern um die „baumförmige Baumwolle". Gossypium arboreum L., handelt. Die Angalje, dafs die Pflanze eine Höhe von 12 bis 11 Fufs erreiche, spricht sehr für diese Vermutung. G. arboreum ist im tropischen Afrika einheimisch und wird hier und noch mehr in Vorder- indien von den Eingeborenen gebaut. Sie unterscheidet sich von den übrigen Arten hauptsächlich durch den baumförmigen Wuchs, durch die Form der Blätter und die roten Blüten. Die Bekleidung der Samen ist ähnlich der- jenigen von G. hirsutura, der amerikanischen Upland-BaumwoUe, d. h. es ist aufser der langen Wolle noch ein kurzer, grünlicher Filz vorhajiden, welcher sich schwer vom Samen lostrennt. Der Anbau von G. arboreum ist sowohl in Afrika als auch in Indien stets ein beschränkter gewesen, da die Qualität und die Quantität der Wolle weder mit der von G. herbaceum, noch gar mit den beiden amerikanischen Arten G. barbadense, der Sea-Island-Baumwolle, und G. hirsutum, der Upland-Baumwolle, konkurrieren kann. Hauptsächlich findet mau G. arboreum in der Nähe der indischen Klöster angepflanzt, weil die davon gewoimene Wolle zur Anfertigung der Kleider für — 70 — die Priester benutzt wird oder wenigstens wurde. Im Welthandel hat das Produkt der baumförmigen Baumwolle niemals eine KoUe gespielt. Sollte sich die Vermutung, dafs die soviel Aufsehen erregende neue Sorte mit G. arboreum identisch ist. als richtig erweisen, so wird man gut thun, die Hoffnungen, welche sich an den Anbau derselben geknüpft haben, sehr stai'k herabzusetzen; denn es ist nicht anzunehmen, dafs auch durch die allerdings so hochstehenden amerikanischen Kulturmethoden sich von G. arboreum ein für den Handel brauchbares Produkt erzielen läfst. G. Hamburg als KafFeemarkt. Einer der ersten Kaffeemcärkte der Welt ist jetzt Hamburg, wie überhaupt Kaffee der Hauptartikel des hara burgischen Handels ist. Dement- sprechend hat der Umsatz im Laufe des letzten halben Jahrhunderts einen grofs- artigen Aufschwung genommen. In diesem Zeitraum hat die Kaffeeeinfuhr sich vervierfacht; sie belief sich in 1848 erst auf 35 8 Millionen Kilogramm und war 1896 auf 141.4 Millionen Kilogramm gestiegen; ein gleich grofses Quantum war noch in keinem Jahre zuvor eingeführt worden. Die Haupteinfuhr findet immer von Santos statt, aufserdem bestehen die Zufuhren aus Costarica und Guatemala, Laguayro und CuraQao, Domingo, Rio Maracaibo und Savanilla, Ostindischem, Portorico, Bahia und Ceara, sowie anderer Sorten Kaffee. Hamburgs KafFeeinfuhr repräsentierte 1896 einen Wert von 20572 Millionen Mark gegen allerdings 226^/4 Millionen Mark im Vorjahre — eine natürliche Folge der rückläufigen Preiskonjunkturen des Artikels. Entsprechend der erfreulichen steten weiteren Ausdehnung des heutigen Kaffeehandels hat sich auch das Lager in Hamburg immer mehr vergröfsert. Es belief sich bei Beginn des Jahres lb97 auf reichlich 20 Millionen Kilogramm und hatte damit ungefähr die einfache Höhe des Lagerbestandes von 1848 erreicht. Die Ausfuhr seewärts hatte im Jahre 1896 einen Wert von 76Vr, Millionen Mark. Die bedeutendsten Abnehmer waren Schweden mit 17 Millionen Mark, altpreufsische Ostseehäfen IV/ö, Norwegen 8V2, Dänemark 8, Triest 7, Bremen 6. A'ereinigte Staaten 4^/2, Belgien B^/'s, russische Ostseehäfen 8^/5, Niederlande l''/io und Grofsbritannien l^/ö Millionen Mark. Weit beträchtlicher ist dagegen die Kafifeeausfiihr mittelst der Bahnen und per Schiff auf der Oberelbe, deren Wert sich 1896 auf 112 Millionen Mark belief. Die Umsätze am Hamburger Terminmarkt haben sich 1896 annähernd auf derselben Höhe wie im A^orjahre gehalten, insgesamt wurden verbucht 3 006 000 Säcke gegen 2 926 000 Säcke 1895. („Vossische Zeitung«.) — I— f Neue Litteratur. +• L' Aloes americajn (Agave) et ses di ffereiits produit.s par A.-L. Pinart et H. Bourgeois. Paris 1896, Librairie africaine et coloniale, Joseph Andre et Co. 120. 79 s. Es ist dies eine Beschreibung der Kultur der Agave americana und der Gewinnung ihrer für die mexikanische Bevölkerung so wichtigen Produkte. Die A^erfasser haben offenbar ihre Studien über diese Kulturpflanzen an Ort und Stelle gemacht oder doch wenigstens die einheimische, sonst wenig zugäng- liche Litteratur über diesen Gegenstand benutzt, so dafs das kleine AVerk eine — 71 — Menge von Tbatsachen enthält, die in luisereu gewühnlicheu Handbüchern kaum zu finden sein dürften. Es handelt sich dabei im wesentlichen um drei Pro- dukte, die Pulque, den jAiezcal und die Fasern. Die Pflanze selbst ist in Mexiko unter dem einheimischen Namen metl oder dem spanischen maguey ))ekannt und ihre Kultur und Benutzung reicht bis in die ältesten Zeiten zurück. (Cortez fand den Genufs der Getränke schon vor unter Beobachtung offenbar sehr alter Gebräuche, besonders bei Festlichkeiten.) Die Pulque oder richtiger Tlalchique ist bekanntlich ein bierartiges Getränk, welches gewonnen wird durch Ausschneiden des Gipfels der Pflanze, kurz vor der Bntwickelung des Blütenschaftes; der in dem enstandenen Becken sich sammelnde Saft giebt nach kurzer Gärung das in Mexiko so aufserordentlich beliebte Getränk. Mezcal oder Tequita ist dagegen ein Branntwein, welcher durch Destillation der gerösteten Agavenköpfe erhalten wird. Auf die Gewinnung dieser beiden Ge- tränke sowie auf ihre chemische Zusammensetzung gehen die Verfasser aus- führlich ein. In dem dritten Al)schnitt des Buches beschreiben dieselben die verschiedenen behufs Gewii-uumg der Magueyfaser konstruierten Maschinen, die im wesentlichen dieselben sind, welche man in Yukatan und Westindien zur Gewinnung des Sisalhanfes benutzt. Auf botiinische Fragen sind die Verfasser in dem Buche nicht eingegangen. Es ist nämlich keineswegs erwiesen, dafs die Pulque und Mezcal liefernde Pflanze wirklich die Agave americana ist; neuerdings ist die Ansicht aus- gesprochen worden, dafs die Pflanze die A. Salmiana sei. Eine genauere Feststellung dieser Frage würde von grofsem Interesse sein, auch ob A. mexicana von A. americana als Art verschieden ist. und ferner, inwieweit noch andere Arten von Agave hierbei in Betracht konmien. In Bezug auf die Faser darf wohl hier noch darauf aufmerksam gemacht werden, dafs die Maguey- oder Pitafaser früher nicht im stände gewesen ist, neben dem Sisalhanf sich eine Stelle auf dem Weltnuirkt zu eroljern; sie wird hauptsächlich nur in ihrem Produktionslaude verwendet. Dies liegt vielleicht a])er nicht an der geriiigeren Qualität der Faser selbst, sondern einmal an der mangelhaften und rohen Zubereitung durch die Eingeborenen und noch mehr daran, dafs die Faser ofienbar überall nur als Nebenprodukt gewonnen Avird. Man läfst die Pflanzen stehen bis zur beginnenden Entwickelung des Blütenschaftes, weil nur In diesem Alter eine Gewinnung der Pulque und des Mezcal möglich ist; dann sind aber die Blätter entschieden zu alt zur Herstellung einer feinen und ge- schmeidinren Faser, wie wir sie am Sisalhanf kennen. G. Haupt - Preiscourant des Saat-Etablissements von Joseph Klar. Berlin C, Linienstrafse No. 80. Der soeben erschienene Preiscourant für 189H besitzt wieder eine reich- haltige Rubrik für Kolonialpflanzen, d. h. tropische und subtropische Frucht-, Nutz- und technische Pflanzen. Es befinden sich darunter auch viele, die in unseren Kolonien noch nicht oder nur in einzelnen Exemplaren eingeführt sind, z. B. sollte man in Südwestafrika Acacia senegalensis (Senegal-Gummi), Cappai'is spinosa (Kapern), Cytisus proliferus albus ('J'agasaste), llumex hymenosepalus (Canaigre) versuchen, in Ostafrika Achras Sapota (Sapotille. Frucht), Anona cheri- molia (Zimmtapfeli, Persica gratissima (Advogatobirne), Pogostemon Patschouli (Patschuli), Reana luxurians (Theosintegras), Passiflora edulis und quadrangularis (Passionsblume, herrliche Frucht), C'roton sebiferum (Talgbaum); in den Berg- gegenden Eryobothria japonica (Frucht). Hovenia dulcis (Fruchti, Aralia papyri- fera (Mark, für künstliche Blumen). Erythroxylon Coca (Cocain), Laurus Camphora — 72 — (Kamplieri etc. Für Kamerun würde z. B. l'imenta officinalis (Nelkenpfeffer), HaematoxylonCampechianum (Blutholzbauni), Jacaraudamimosaefülia(Jacarunda), Swietenia Mahagoni (Maliagoiii), Bertholletia excelsa (Paranufs) unter anderem in Betracht kommen. + Personalnotizen. +• Herr B. Perrot hat die Ausreise nach Ostal'rika angetreten, wo er in Lindi wieder die Leitiuig der Perrotsehen Kaffee- und Kapokpflanzung über- nehmen wird. Geheimrat Koch hat sich nach Kwai in Hochusambara begeben, um dort Untersuchungen über das Texasfieber anzustellen. Stabsarzt Dr. Kohlstock hat Südwestafrika verlassen und kehrt über Südostafrika zurück. Der Kulturtechniker und Landmesser Gaertner sowie der Yerinessungs- gehülfe AYohlgemuth sind in den Dienst der kaiserlichen Landeshauptmann- schaft von Südwestafrika getreten. Kolonial -Wirtschaftliches Komitee. (Anfragen und Auskünfte.) F. W. F., Hamburg. Ein Buch, welches speziell die Pflege und Pflanzung des Kautschukbaumes behandelt, giebt es noch nicht. In der demnächst erscheinenden zweiten Auflage des ..Semler", IL Band, wird die Kautschuk- kultur eingehend behandelt. In der nächsten Niimmer unserer Zeitschrift werden wir mehrere Artikel über Kautschuk bringen. F. G., In ach ab. Über die Verwendung der Samen des dort „Melkbosch" genannten Euphorbienstrauches zur Olfabrikation ist uns bisher nichts be- kannt geworden; doch erscheint es uns recht wahrscheinlich, dafs die Samen dieser Euphorbiacee ein brauchbares Öl liefern. Es wäre für uns von grofsem Interesse, wenn Sie uns eine Probe einsenden würden, unter gleich- zeitiger Angabe, zu welchem Preise der Samen franko Hamburg geliefert werden könnte; wir würden den Samen dann auf seinen Olgehalt prüfe^ und den Wert feststellen lassen. ICs ist nicht ausgeschlossen, dafs dies ein Exportartikel werden könnte, Avenn dersell)e in genügender Quantität er- hältlich ist. Leider ist uns ein spezielles A'ertilgimgsmittel für Vögel, welche die Getreidefelder plündern, nicht bekannt; die gewöhnlichen Mittel, Vogel- scheuchen etc., werden Sie zweifellos kennen. A'ersuchen Sie es einmal init Klappern, die an über die Felder gezogeiien Schnüren befestigt sind, die Hottentottenkinder können sie ja von den "Wegen aus in Bewegung setzen. Es Märe von Interesse für uns, wenn Sie uns von den verschiedenen Arten Getreide und Samen ( Sonnen) ilumen, Kürbis, auch Narras^i Prolien einsenden wollten. M. G., Buea. Welclie Maschinenfabrik liefert Handmähmaschine für hohes, starkes Steppengras, 1 m breit mähend? Die Maschine mufs leicht handlich sein und eventuell Reparaturen, Schärfen der Messer u. s. w. an Ort und Stelle durch eingeborene Handwerker geschehen können. T. W. T., Hamburg. Eine Pflanzungsgesellschaft wünscht Samen von Caffee stenophylla Don. zu beziehen — 1* - Anzeigen. Anzeigen (die zweigespalteue Petitzeile oder deren Raum 2ö Pfennig) werden vom Sekretär des Komitees, Th. W 11 eigens, Berlin, unter den Linden 47, sowie von jedem Annoncenbüreau entgegengenommen. Arthur Koppel Ceiitralhaus: Berlin NW 7, Dorotheenstrasse 32. Transport des Zuckerrohrs durch Zugtiere. ^ ' *)? - < f y,, Vertrieb von Erzeug- nissen der deutschen Kolonien unter Aufsicht hervorragender Mit- giiedserdr deutschen Kolonial-Gesellschaft. Eingetragene Schutzmarke. Deutsches Koloiiialliaus Bruno Anteluiami, Hoflieferant Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs von Meckleiib.-Schwerin. 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B. in England die India- Rubber Co. of Mexico mit einem eingezahlten Kapital von 406 000 Pfd. Sterl. und 200 000 Pfd. Sterl. Obligationen, die Colonial Rubber Estates (Limited) mit 100 000 Pfd. Sterl. Kapital, die ihren Wirkungskreis in Westafrika sucht, die Columbian India Rubber Exploration Company (Limited) mit einem Kapital von lV2Mill. Dollars für Bolivien, dagegen ist die British India Rubber and Exploration Company (Limited) mit 200 000 Pfd. Sterl. Kapital, die nördlich von Cape Coast Castle 500 engl. Quadratmeilen für Kaut- schukkultur erwerben wollte, anscheinend nicht zu Stande ge- kommen. Ferner wirft sich die ursprünglich zum Zweck der Kaflfee- kultur am Isthmus von Tehuantepec gegründete nordamerikanische Mexican Gulf Agricultural Co. (Kansas City) mit einem Kapital von 100 000 Dollars jetzt auch auf die Kultur von Kautschuk, und endlich ist auch in Hamburg eine Kautschukplantagengesellschaft im letzten Jahre zu Stande gekommen, wie denn auch mehrere Liberiakaflee- pflanzungen in Togo und Deutsch -Ostafrika, sowie in englischen und französischen Kolonien, Kautschuk als Schattenbäume pflanzen. Die Regierungen beginnen ernstlich sich mit der Kautschukkultur zu befassen, die mexikanische Regierung bezahlt den Eigentümern des Kautschukdistriktes Llano de Juarez 3 Cts. für jeden gepflanzten und eine gewisse Höhe erreichenden Kautschukbaum als Prämie (mit einer Grenze erst bei 15 Millionen Bäumen); Nicaragua hat im letzten Jahre (wie Costa- Rica, freilich erfolglos, schon früher) Ver-. böte der Ausfuhr wilden Kautschuks erlassen und ermutigt die Kultur, — 74 — so dafs viele Kaffeepflanzer der Paci fischen Küste Iteabsicbtigen, demnächst zur Kautschukkultur überzugehen; auch die englische Regierung von Ceylon und Queensland läfst jetzt durch ihre land- wirtschaftlichen Berater ernstlich die Frage der Kautschukkultur untersuchen, kurz in der ganzen Welt steht die Kautschukfrage jetzt im Vordergrunde des Interesses. Die Schwierigkeit des Bezuges guter Saat steht freilich augenblicklich noch der allzuschnellen Aus- breitung der Kultur hindernd im Wege; hat doch der Saatmangel (namentlich von Parakautschuk) sogar dahin geführt, dafs ein fran- zösischer Handelsgärtner Godefroy-Lebeuf (Paris: 4, Impasse Girardon) in diesem Monat einen speziellen Sammler nach dem Amazonasgebiet zu schicken beabsichtigt, nur um Heveasamen und -pflänzlinge für die Subskribenten zu erlangen. Bei dieser Sachlage ist es natürlich auch die Pflicht unserer Zeitschrift, sich eingehend mit der Frage zu beschäftigen, damit nicht das deutsche Kapital, wie so häufig, wieder das Nachsehen hat, indem es erst dann ordentlich in die Bewegung eintritt, wenn es entweder überhaupt zu spät ist, oder doch die grofse Konjunktur vorbei und so zu sagen der Rahm abgeschöpft ist. Klar ist die Frage der Rentabilität von Kautschukpflanzung noch keineswegs, und wir haben uns deshalb bemüht, über die einzelnen in Betracht kommenden Punkte von speziellen Sachverständigen Auskunft zu erhalten. In dieser Nummer werden wir einiges davon zum Abdruck bringen; die Urteile von anderen Sachverständigen, die Stimmen der kolonialen und technischen Presse des Auslandes, sowie genaue An- gaben über die einzelnen für die Kultur in Betracht kommenden Kautschukpflanzen fnebst Abbildungen), müssen wir auf spätere Nummern dieser Zeitschrift verschieben. Hoffentlich gelingt es uns, durch diese Erörterungen zur Klärung der Kautschukfrage beizu- tragen und den Lesern ein anschauliches und zutreffendes Bild des augenblicklichen Standes der Angelegenheit zu verschaffen. Wg. Die Kultur der Kautscliukpflauzen. Von Prof. Dr. K. Schumann. An den allermeisten Orten der Erde, insonderheit aber in Afrika, mufs die Kautschukgewinnung als ein Eaubbau angesehen werden; unbekümmert um das Geschick der ausgebeuteten Gewächse, dringen die Sammler in neue Gebiete ein, um auch sie auszusaugen, und nur durch die Erschliefsung bisher unbebauter Länder wird jene erhöhte Ausfuhr des Rohproduktes ermöglicht, welche in der Gegenwart nachweisbar ist. Zwar sorgt in einzelnen Distrikten eine üppig — 75 — schafiende Natur für sclmellereu Nachwuchs, in anderen Gegenden aber gewähren die irrationell und übermäfsig beanspruchten Ge- wächse keine Verjüngung. An gewissen Örtlichkeiten, welche noch in neuster Zeit überraschende Mengen von Kautschuk lieferten, sind die reichlich fliefsenden Mengen versiegt, und üppig grünende Wälder wurden binnen wenig mehr als Jahresfrist abgetötet und verödet. Diese Umstände legen den Gedanken nahe, dafs einmal die Zeit kommen mufs, in welcher nicht blofs die Ausbeutung der wild- wachsenden Bestände von Kautschukpflanzen Afrikas in durchaus rationelle Bahnen geleitet werden mufs, sondern auch der Kultur dieser Gewächse die höchste Aufmerksamkeit zu schenken sein wird. Für das erste Verfahren fehlten die Vorbilder keineswegs. Die Gewinnung jener grofsen Mengen des geschätztesten Roh- produktes, des Parä-Kautschuks, beruht auf der verständnisvollen Schonung der Bäume durch technisch geschulte Arbeiter. Aber auch in Senegambien werden an gewissen Orten die Lianen einer Landolphia seit vielen Jahren in regelmäfsigem Umtriebe mit ab- gemessenen Schonzeiten angezapft. Nach dem mündlichen Berichte des Besitzers sind die Körper dieser nicht hoch aufsteigenden, sondern horizontal kriechenden und sich auf das dichteste durch- flechtenden Schlinggewächse wie mit zahllosen Pockennarben dicht bedeckt Der Kultur von Kautschukpflanzen haben sich bis jetzt kaum zu überwindende Schwierigkeiten entgegengestemmt. Für alle die- jenigen, welche einmal gesonnen sein sollten, dem Anbau derselben näherzutreten, wird es in hohem Mafse erspriefslich sein, dieselben kennen zu lernen, und ich halte es deswegen für geboten, einen geschichtlichen Überblick über die Versuche zu geben, welche angestellt worden sind. Aus Mifserfolgen sollen wir Gewinn ziehen; der Erfolg ist doch nur ein Kind der Erfahrung. Sind bisher die Erfolge ausgeblieben, so steht kein Umstand dagegen, dafs neue Versuche doch alle Schwierigkeiten überwinden und dafs endlich das erwünschte Ziel erreicht wird. Der Ruhm, die erste Anregung auf dem Gebiete der Kautschuk- kultur gegeben zu haben, gehört dem botanischen Garten von Kew. Das auswärtige Amt in London schickte nach Antrag des Direktors jenes Gartens einen Reisenden nach dem Amazonenstrom, um die Samen des Parä-Kautschukbaumes (Hevea brasiliensis) zu sammeln. Um das Jahr 1876 gelang es Mr. H. A. Wickham am Tapajos etwa 70 000 Samen der Pflanze zu erlangen. Die Keimfähigkeit aller Euphorbiaceen, zu denen jener Baum gehört, ist wegen ihres reichen Olgehaltes von beschränkter Dauer, deswegen kann das Resultat der Keimung, welches S^i pCt. betrug, noch als befriedigend — 76 - angesehen werden. Durch geeignetere Verpackung der Samen hat man gegenwärtig, da man die Pflanze nicht selten in den Tropen aus Samen heranzieht, noch bessere Erfolge erzielt. Jene Keim- pflanzen wachsen binnen kurzer Frist so weit heran, dafs sie in Kästen, die wie kleinere Treibhäuser konstruiert sind (Wardsche Kästen), eingepflanzt zum Versand gelangen konnten. 1900 Stück wurden nach dem botanischen Garten von Peradeniya auf Ceylon gebracht, den sie in vorzüglicher Verfassung erreichten. Diesem in grofsem Mafsstabe ausgeführten Unternehmen war in Kew schon ein kleinerer Versuch vorangegangen. Markham, der sich um die Kultur der Chinabäume unsterbliche Verdienste erworben hat, übergab schon 1873 dem Garten einige hundert Samen des Parä-Kautschukbaumes, von denen aber nur einige keimten; die Pflanzen wurden nach Kalkutta gebracht, wo sie sich wenig günstig entwickelten. In Ceylon dagegen zeigten jene oben erwähnten Pflanzen ein äufserst üppiges Wachstum, so dafs das Unternehmen zu den gröfsten Hoffnungen berechtigte. Der Baum liefs sich durch Stecklinge leicht vermehren, und Peradeniya sah sich bald in der Lage, auch einer umfangreichen Nachfrage gerecht werden zu können. In der That wurden die Pflanzen ein sehr begehrter Gegen- stand. Die sich immer fühlbarer machende Krisis im Handel mit der Chinarinde erheischte an vielen Stellen einen baldigen Ersatz der Chinabäume durch eine andere wertvolle Nutzpflanze: in Ceylon entstanden Kautschukplantagen. Auch in Tenasserim zeigte sich der Baum den Vegetationsbedingungen gegenüber so günstig, dafs er als völlig akklimatisiert betrachtet werden konnte, kurz, überall beobachtete man sein üppiges Gedeihen und hegte die schönsten Erwartungen. Sie alle aber wurden durch die folgenden Erfahrungen auf das Grausamste getäuscht! Der Baronet W. J. Scaton liefs während der nassen Jahreszeit 1889 in Tenasserim die Bäume an- schlagen, erzielte aber gar kein Resultat, weil die spärlich fliefsende Milch nicht aufgesammelt werden konnte; die heftigen Regengüsse wuschen die Thonkammern, die zur Gewinnung der Flüssigkeit an den Bäumen angebracht worden, weg. Vom 22. bis 28. November desselben Jahres, in der trockenen Jahreszeit, wurden 42 kräftige Bäume angezapft und bis zum äufsersten Mafse ausgebeutet. Hierbei belief sich die Gesamtmenge der Milch auf 12 englische Unzen d. h. noch kein deutsches Pfund, ein Ertrag, der selbst vorausgesetzt, dafs die Milch den besten Kautschuk gegeben hätte, mit den Kosten der Gewinnung in gar keinem Verhältnis stand. Erheblich bessere Resultate erzielte Trimen mit dem Para- Kautschukbaum in Peradeniya; doch können dieselben nur durch - 77 — zufällige Verhältnisse begünstigt entstanden sein, denn trotz des grofsen Eifers, mit welchem sich die ceylonesischen Plantagen- besitzer der neuen Sache widmeten, wird bis auf den heutigen Tag nach mehr als zehn Jahren kein Kautschuk aus Ceylon exportiert, ja die probeweise angelegten Pflanzungen wurden fast alle wieder niedergeschlagen. Die gröfsten Erwartungen hegte man von einer anderen Pflanze, welche in ihrer Heimat einen zwar nicht sehr ansehnlichen aber doch gut verwendbaren Kautschuk liefert. Die sogenannten Cearä- Scraps werden von Manihot Glaziovii gewonnen, einer Pflanze, die mit der bekannten Cassade Westafrikas, dem Manioc Südamerikas nahe verwandtschaftlich verbunden ist. In Ceara giebt dieses baum- förmige Gewächs bei der Verwundung reichliche Mengen Milchsaft, der während des Herabrinnens fest wird und jene Scraps liefert. Die Kultur der Pflanze aus Samen ist so einfach, dafs man sie bei ihrer aufserordentlichen Schnellwüchsigkeit als Schattenpflanze vor- geschlagen und verwendet hat. In dieser Hinsicht hat sie den Parä-Kautschukbaum noch weit übei-trofien. Als nun bekannt wurde, dafs dieser Baum die Stammpflanze eines so wichtigen Produktes sei, wandte man grofse Sorgfalt an, um ihn in Mengen heranzu- ziehen. Alle Berichte aber über die Gewinnung des Saftes lauteten im höchsten Mafse ungünstig, und die Produkte, welche mir von dem kultivierten Manihot Glaziovii vorgelegen haben, glichen grauem, brüchigem Leder, hatten aber nicht eine Eigenschaft guten Roh- kautschuks. Die Erfahrungen, welche man mit dem Anbau anderer Kautschuk- bäume, namentlich auch mit dem Ule (Castilloa elastica) gemacht hat, der in dem tropischen Audengebiet und in Mittelamerika ein gutes Rohprodukt liefert, waren keineswegs bessere, so dafs vor- läufig kein anderes Urteil über die Kultur als das eines Fehl- schlags abgegeben Averden kann Wenn nun auch, wie oben erwähnt, das dringende Bedürfnis des Anbaues noch keineswegs vorliegt, so darf doch die Angelegenheit nicht aus dem Auge gelassen werden. Ich erachte vielmehr als eine wichtige Aufgabe unserer botanischen Gärten in den Kolonien, dauernd den Anbauversuchen die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Zunächst wird man dahin streben müssen, den jungen Baum für die Kultur zu gewinnen, welcher den vorzüglichen Silk Rubber von Lagos geliefert hat. Man wird seine Lebensbedingungen genau zu ermitteln haben, damit er in rationeller Weise ausgebeutet werden kann, und damit seine vollkommene Ver- nichtung, die in Lagos eingetreten ist, umgangen wird. Auch die afrikanischen Kautschuklianen werden sorgfältig auf ihre Bestand- teile zu prüfen sein, um diejenigen Formen zumal aus der Gattung - 78 — Landolphia festzusetzen, welche die besten Produkte geben. End- lich werden auch diejenigen Kautschukbäume, welche sich bisher in der Kultur durchaus widerstrebend, ja wertlos bewiesen haben, von neuem unter Bedingungen zu versetzen sein, welche denen in ihrer Heimat gleich sind. Wir wissen ja, dafs sich alle Pflanzen mit besonderen Säften gegen veränderte Lebensbedingungen äufserst empfindlich erweisen; deswegen wird man mit gröfster Sorgfalt danach streben müssen, ihnen die heimatlichen, klimatischeo, meteoro- logischen und Uutergrundverhältnisse zu gewähren. Wir dürfen mit Recht vermuten, dafs Manihot Glaziovii in den trockenen Gebieten unserer Kolonien, welche den heimatlichen Standorten besser ent- sprechen, geeignetere Existenzbedingungen finden wird als in den dunstgeschwäugerten Ländern, die ihm bisher als neuer Aufenthalt geboten wurden. Wenn uns berichtet wird, dafs Hevea brasiliensis jedes Jahr einer Überschwemmung ausgesetzt wird, welche nicht selten 10 m Höhe erreicht, so ist es auch notwendig, für ihre Kultur Orte zu wählen, die in der gleichen Vegetationsperiode eine Über- flutung erfahren. Nur unter Berücksichtigung aller einschlagenden, wichtigen, äufseren Verhältnisse wird die Aussicht wachsen, dafs die Kulturen der Kautschukbäume dermaleinst in einen gedeihlichen Zustand kommen. Der Kautsehiikkonsura im Verbältnis zur Produktion. Die Hauptmotivierung der Anhänger von Kautscliukpflanzuugen bestellt in dem Hinweis auf den wachsenden Konsum einerseits (vor allem infolge der Fahrradindustrie), auf die in Aussicht stehende Erschöpfung der Produktions- quellen andererseits. Die gewaltige Zunahme des Kautsehukkonsums kann natürlich von niemandem geleugnet werden, da die Statistik zu deutlich spricht, hob sie sich doch allein für Deutschland (Guttapercha ist mit eingerechnet) von 1890 bis 1896 von 3889 auf 8280 Tonnen (letztere im Wert von 34,8 Mill. Mark); die Erschöpfung der Produktionsquellen hingegen ist eine Streitfrage, die mit Sicherheit sich augenblicklich noch nicht lösen lassen wird; hier steht eine Ansicht der anderen gegenüber, und wir werden in einer späteren Nummer dieser Zeitschrift die wichtigsten Urteile des In- und Auslandes zugleich mit eigenen Untersuchungen zusammenstellen, um den Lesern behülflich zu sein, sich selbst eine Meinung hierüber zu bilden. Leichter kontrollierbar hingegen ist die Frage, ob die augenblickliche Steigerung der Produktion mit derjenigen des Konsums gleichen Schritt halte, und um hierüber ein sachverständiges Urteil zu hören, haben wir uns an einen Kautschukmakler gewandt, der uns in liebenswürdiger Weise folgende Auskunft erteilte, aus der deutlich hervorgeht, dafs in der That augenblicklich die Pro- duktion (namentlich der mittleren Qualitäten) hinter den Anforderungen des Konsums zurückbleibt. Das letzte Jahr war für den Gummihandel ein sehr lebhaftes. Die Preise für Rohgummi bewegten sich fast die ganze Zeit in auf- — 79 — steigender Linie und auch heute ist noch nicht abzusehen, wie weit die Steigerung- gehen wird. Besonders lebhaft war die Hausse für Mittelsorten, während die feineu Qualitäten, also speziell Para, ziemlich stetig blieben und erst in letzter Zeit ebenfalls folgten, so dafs wir heute schon bei einem Preise von 4 sh und darüber per Pfd. engl, für fine Para angelangt sind. Diesen Preis haben wir seit dem Jahre 1890 nicht gesehen. Während aber damals die enorme Steigerung durch eine wilde Spekulation hervorgerufen war, deren Folgen ja auch nicht ausblieben und sich in dem enormen Rückgang (bis 2 sh 6 p) im Jahre 1891 dokumentierten, liegt die Sache jetzt doch wesentlich anders. Der Konsum für Rohgummi ist in Europa und Nordamerika ganz bedeutend gestiegen, sowohl für die Zwecke der Fahrrad-, als auch der elektrischen Industrie, die beide einen ungeahnten Auf- schwung genommen haben und beide bedeutende Abnehmer für Gummifabrikate geworden sind. Während nun aber die Zufuhren in Paragummi ziemlich gleich blieben und dazu noch die immer bedeutender werdenden Ankünfte vom Kongostaat kommen, dessen Gummi an Qualität dem Para- gummi ziemlich nahe kommt, sind die Zufuhren von Mittelsorten geringer geworden. Lagos, Liberia, Goldküste und Accra, die in früheren Jahren grofse Quantitäten sandten, sind in ihrem Export aufserordentlich zurückgegangen. Es rächt sich jetzt der dort be- triebene Raubbau, so dafs die Küstendistrikte nur noch wenig produzieren. Es mag ja sein, dafs das Innere im Stande ist, noch viel Gummi zu liefern, aber es fehlen eben noch die Transport- mittel, um ihn ohne zu grofse Kosten an die Küste zu schaffen. Für diesen Ausfall ist kein Ersatz geschaffen, und so machte sich denn die Steigerung der Preise zu allererst bei diesen Sorten bemerkbar. Schliefslich kamen die Preise für die besseren Sorten denen für Para so nahe, dafs das Verhältnis aufhörte, ein natür- liches zu sein, und infolgedessen die Preise für Para auch immer mehr in die Höhe gingen. Wie gesagt, ist es schwer abzusehen, wie sich die Verhältnisse im Gummimarkte gestalten werden. lieber Kautschuksurrogate. Für die Frage der Rentabilität von Kautschukpflanzungen ist es von der gi-öl'sten Bedeutung, ob der Kautschuk auch noch für längere Zeit einen wichtigen Handelsartikel bilden wird; nichts ist sicherer, als dafs die Kautschukpflanzen erst nach einer längeren Reihe von Jahren Erträge geben; man raufs also das Kapital auf viele Jahre hinaus festlegen. Kein vernünftig rechnender Mensch — 80 - würde dieses thun, falls grofse Wahrscheinlichkeit voi'handen ist, dafs die Chemiker schon bald zu einem vollgiltigen und allen Ansprüchen genügenden Ersatzmittel zu gelangen Aussieht haben. Die Redaktion hat deshalb Herrn Dr. R. Henri ques, einen bekannten Chemiker und speziellen Sachverständigen der Kautschukbranche um Auskunft in dieser Frage gebeten und in sehr liebenswürdiger Weise folgenden ausführ- lichen Bericht darüber erhalten: Sehr geehrter Herr Doktor! Sie fragen bei mir au, ob und inwieweit die wachsende Fabrikation sogenannter „Kautschuksurro- gate" die Ausbreitung der Kautschukgewinnung hindere und für den Plantagenbau von Kautschukpflanzen von Bedeutung werden könne; zugleich ersuchen Sie um eine kurze Nachricht über die Fabrikation dieser Surrogate. In der That, die Herstellung von organischen Ersatz- oder richtiger Füllmitteln für den Kautschuk hat in den letzten Jahren rapide zugenommen, um so mehr, je dringlicher das Bedürfnis nach billigen, wenn auch nicht für die Ewigkeit haltbaren Gummiwaren geworden, zugleich aber auch, je bedeutender der Preis der guten Rohware gestiegen ist. Von einem eigentlichen Ersatz des Kaut- schuks läfst sich aber da nicht reden, etwa in dem Sinne, wie die Margarine die Butter, der Strafs den Brillanten oder die Papiermasse das Holz ersetzt. Gummiwaren, die überhaupt keinen Kautschuk, sondern lediglich organische Ersatzstoffe desselben enthalten, kennen wir noch nicht, so oft auch behauptet wurde, dafs dieselben jetzt endlich erfunden seien, und dafs der Bezug des überseeischen Natur- produkts nunmehr bald aufhören könne. Es handelt sich vielmehr bisher nur darum, verschiedene organische Stoffe den Gummiwaren in allerdings zuweilen sehr erheblicher Menge einzuverleiben, ebenso wie denselben ja auch anorganische Beimischungen, wie Kalk, Kreide, Schwerspath, Zinkweifs, Bleioxyd, Schwefel und so viele andere Substanzen beigemischt werden. Sind doch fertige Gummi waren, die nur 10 bis 20 pCt. Kautschuk, daneben aber oft viel mehr sogenannte Kautschuksurrogate enthalten, und die dann allerdings auch weit billiger einstehen als die unvermischte Rohware, keines- wegs selten. Vor den anorganischen Füllmitteln haben die organi- schen vor allem die so viel gröfsere Ähnlichkeit mit dem Kautschuk voraus: sie sind leichter als Wasser, besitzen eine gewisse Feder-, wenn auch nur wenig Zagelastizität, und sind von den Atmosphärilien und von chemischen Reagentien nur schwer angreifbar, allerdings weit leichter als der so resistente Kautschuk selbst. Trotzdem aber die Fabrikation dieser Ersatzstoffe neuerdings unleugbar gewaltig zugenommen hat, ist daraus eine Gefahr für den Kautschukhandel doch nicht im mindesten abzuleiten. Es genügt, auf die von Jahr zu Jahr wachsende Yerbrauchsziffer der Rohware, — 81 — auf die schon zuweilen vorhandene Knap]>heit des Marktes und auf die gerade in den letzten zwei Jahren unheimlich steigenden Kaut- schukpreise hinzuweisen^ um alle Besorgnisse in dieser Hinsicht zu zerstreuen. Sollte es aber einmal gelingen, durch Plantagenbau erhebliche Mengen guten und vor allem auch billigen Rohproduktes den europäischen und amerikanischen Märkten zuzuführen, so würde gerade dadurch eine erhebliche Einschränkung der Surrogatindustrie gewährleistet sein, denn jeder Fabrikant wird, von der Preisfrage abgesehen, selbst eine Mittelqualität von Kautschuk dem besten zur Zeit erhältlichen Surrogat vorziehen. Allerdings dürfen Sie es dem Chemiker nicht verdenken, wenn er die Hoffnung ausspricht, dafs es dereinst gelingen möge, die natürliche, von weither importierte Rohware durch eine gleich gute künstliche, im Inlande erzeugte zu ersetzen — einstweilen aber sind wir von diesem Ziele leider noch weit entfernt. Von den organischen Ersatz- oder Füllmitteln für Kautschuk spielen eine gröfsere Rolle lediglich die speziell Kautschuk- oder Ölsurrogate benannten Stoße, die auch unter der Bezeichnung Factis (von gomme factice hergeleitet) im Handel sich befinden. Man unter- scheidet zwei wesentlich von einander verschiedene Körperklassen, die weifsen und die braunen Factis. Die ersteren, schwach gelblich gefärbte, krümlig -lockere, elastische Körper, sind in der Kälte her- gestellte Additionsprodukte von fetten Ölen — vor allem Rüböl — und Chlorschwefel. Sie finden in erster Linie für helle Kautschukgegen- stände, für wasserdichte Überzüge, für die sog. Patentgummi waren und andere Zwecke eine weitgehende Verwendung. Die braunen Factis, die zumeist in grofsen dunkelbraunen elastischen Platten, aber auch in gemahlenem Zustand in den Handel kommen, werden durch Kochen von fetten Ölen mit Schwefel erzeugt. Sie finden sich in mannig- fachster Zusammensetzung und Art im Markte und erfreuen sich in letzter Zeit steigender Beachtung und Beliebtheit. Wenn ich sagte, dafs nur diese Klassen organischer Substitute zur Zeit eine bedeutendere Rolle in der Kautschukindustrie spielen, so nehme ich allerdings stillschweigend eine andere derartige Klasse einstweilen hiervon aus. Es ist dies der Kautschuk selbst oder vielmehr die Kautschukabfälle. Schon in der Fabrikation fallen von den fertigen Mischungen und Waren nicht unbedeutende Mengen von Abfällen, teils noch unvulkanisiert, teils bereits vulkanisiert, also in Schwefelverbindungen übergeführt, ab. Die ersteren, die noch die weiche, plastische Beschaffenheit der Rohware aufweisen, können ohne weiteres in die Fabrikation zurückgenommen und anderen Massen eingewalzt werden. Die letzteren dagegen, die nicht mehr die Eigenschaft besitzen, in der Wärme zu erweichen, gehen darum — 82 — doch nicht verloren. Sie werden grofsenteils fein gemahlen — es bezieht sich das sowohl auf Weich- als auf Hartgummiabfälle — und dann unverändert frischen Mischungen zugesetzt. Es hat aber seit jeher auch nicht an Bestrebungen gefehlt, sie wieder vom Schwefel zu befreien und in den unvulkanisierten Zustand zurück- zuführen. Es ist dies Problem noch weniger wichtig für die Fabriks- abfälle, als für die im Gebrauch bereits abgenutzten Waren, die zwar ihren Gebrauchswert durch Formveränderung, Durchlöcherung, Unansehnlich- oder Brüchigwerden verloren haben, einen gewissen Materialwert aber noch immer repräsentieren. Diese w^ieder in die Fabrikation zurückzuführen und nutzbar zu machen, ist ein äufserst wichtiges Problem. Es ist nun bis heutigen Tages nicht gelungen, vulkanisierten Gummi wieder zu entvulkanisieren. Dagegen hat man seit mehreren Jahren — zuerst in Amerika — angefangen, derartige Abfälle von Fremdsubstanzen, vor allem von den Faserstoffen, die den Gummigaloschen, wasserdichten Stoffen etc anhängen, dann aber auch von einem Teil der anorganischen Füllstoffe und überschüssigem (freiem) Schwefel zu befreien, ihnen unter teilweisem Zusatz von Ölen etc. ein gewisses Elastizitätsvermögen wiederzugeben und sie so zu befähigen, wiederum walzbar und bearbeitungsfähig zu werden. Jetzt werden bereits in grofsen Mengen alte Gummigaloschen, aber auch verbrauchte Pneumatiks und ähnliche Gegenstände gesammelt, auf- gekauft und nach einem Regenerationsprozefs als reclaimed rubber^ regenerierter Kautschuk oder unter anderen Bezeichnungen wieder an die Gummi fabriken abgegeben. Einstweilen ist dieses Material von nicht allzu grofser Güte und deshalb von beschränkter Anwen- dung. Sollte es aber einmal gelingen, den vulkanisierten Kautschuk wirklich zu entschwefeln und, ohne dafs das Kautschukmolekül energisch angegriffen oder zerstört würde, in den Urzustand zurück- zuführen, so würde das eine grofse Ersparnis an Rohkautschuk be- deuten und von weit gröfserem Einflufs auf den Markt werden, als es die Fabrikation anderweitiger Surrogate ist und je werden kann. Hoffentlich genügen Ihnen diese kurzen und doch vielleicht schon zu weitgesponnenen Notizen, die vielleicht einzelnen Lesern Ihres interessanten Blattes etwas Neues sagen könnten. In dieser Hoffnung verbleibe ich Ihr ganz ergebener Berlin, Februar 1898. Dr Rob. Henri qu es. — 83 — Über die Ausführung von Vermessungen und Mvellenients am Kameruugebirge. Von E. Friede i'ici (Kamerun). Jeder Pflanzer, welcher einem geordneten Betriebe vorsteht, mufs, um sich und seinen Auftraggebern Eechenschaft über seine Thätigkeit ablegen zu können, alljährlich die neu angelegten Flächen vermessen, kartieren und berechnen. Er mufs häutig Wege mit einem gleichmäfsigen Gefäll abstecken und kann leicht in die Lage kommen, Ent- oder Bewässerungen vorzunehmen. Einige Vorkennt- nisse im Feldmessen und Nivellieren sind ihm also unerläfslich. Ver- fasser dieses hatte Gelegenheit, am Fufse des Kamerun-Gebirges spezielle Erfahrungen zu sammeln, deren Mitteilung einigen Kollegen in ähnlichen Lagen vielleicht willkommen sein wird. Zu der ersten Vermessung der damals etwa 200 ha grofsen Bimbia-Pflanzung stand uns eine kleine Boussole und eine Flagg- leine zu Gebote, die auf 20 m Länge je nach der Witterung um 80 cm differierte. Dafs die nach diesen Messungen gezeichneten Polygone nicht zum Schlufs kamen, wunderte uns nicht, jedoch setzten wir die Differenz mehr auf Kechnung der fehlerhaft ge- messenen Längen als auf die der Winkelbeobachtungen, zumal die probeweise vorgenommene Berechnung der Polygonwinkel aus den Azimuthen in einem Vieleck von 41 Punkten zufällig fast genau die richtige Winkelsumme nach der Formel 2(n — 2) R ergab. Aufserdem genügte die angefertigte Skizze den Anforderungen unserer Auftraggeber, und so beruhigten wir uns vorläufig, nachdem wir die Differenz durch Parallelenkonstruktion l)eseitigt hatten. Als später verschiedene neue Wege und eine Feldbahn durch die alten Bestände gelegt werden sollten, hielten wir es für wünschens- wert, eine genauere Karte anzufertigen, und versuchten zunächst mit einer gröfseren Boussole und einem Stahlmefsband ein besseres Re- sultat zu erreichen. Dies gelang uns jedoch nicht, und da die Längen jetzt mit vorschriftsmäfsiger Genauigkeit doppelt gemessen waren, konnte der Fehler nur an den Azimuthai winkeln liegen. Wir nahmen nun einen Mefstisch und setzten, obgleich wir ohne Springstände arbeiteten, über jeden Winkelpunkt probeweise die Orientierungsboussole an die Nordlinie. Jetzt zeigte die Nord- nadel aufser der für das Kamerun-Gebiet und für das betreffende Jahr bekannten westlichen Mifsweisung von 13° 29' Deviationen von häufig 2 bis 3° auf einen Winkelpunkt. In der Nähe eines mit Wellblech gedeckten Schuppens war die Abweichung noch erheb- licher. Der Grund zu der überall differierenden Deviation kann nur in der verschiedenen Anziehung des stellenweise stark eisenhaltigen — 84 — Bodens der Vorberge und in der Masse des Kamerun-Gebirges selbst liegen. Da es nicht angängig ist, sie zu kontrolieren, sind alle reinen Boussolenmessungen in derartigen Gegenden noch ungenauer als in der Ebene. Wenn kleinere gut übersiclitliche Flächen vorliegen, arbeitet man am genauesten und einfachsten durch Linienmessung unter Er- richtung von Senkrechten mittels Winkelspiegels, jedoch, wird man selten mit dieser Methode auskommen. Ein guter Theodolith liefert auch genaue Arbeit, jedoch nimmt sowohl die Ablesung der Winkel, als auch die Berechnung der Azimuthe und das Aufschlagen der Ordiuaten ziemlich viel Zeit in Anspruch. Wir können deshalb die Anwendung des Mel'stisches am meisten empfehlen. Man darf allerdings nicht mit Springständen arbeiten, denn dann ei'hält man ebenso ungenaue Eesultate, wie bei der Boussole, sondern man orientiert nur auf dem Anfangspunkt das Mefstischblatt nach Norden und benutzt auf jedem Winkelpunkt die Rückwärtsvisur, die möglichst laug über das Mefstischblatt aus- gezogen sein mufs, damit man das Diopterlineal oder die Kippregel genau anlegen kann. Da nun eine hölzerne Platte sich in den Tropen zieht und wirft, so empfiehlt es sich, einen eigens für die Tropen hergestellten Mefstisch zu benutzen, wie ihn neuerdings z. B. die Firma Otto Fennel Söhne in Kassel liefert. Wir führen diese Firma hier an, nicht um grade für sie Reklame zu machen, obgleich sie uns immer gut bedient hat, sondern weil wir glauben, dafs die Angabe einer Bezugsquelle manchem Kollegen willkommen sein wird, und lassen hier die kurze Beschreibung eines für die Tropen geeigneten Mefstisches folgen. „Der Mefstisch besteht aus einer ebenen Alumiuiumplatte von 45X45 cm, an deren Rändern Holzleisten zum Feststecken des Zeichenpapieres angebracht sind. Die Befestigung dieser Mefstisch- platte auf dem Dreifufs erfolgt durch drei Knöpfe, und es kann dann der Mefstisch um die Vertikalachse des Dreifufses grob und fein gedreht und auch festgeklemmt werden. Die Befestigung des Drei- fufses auf dem Stativ erfolgt durch Schraul)enstange. Das Stativ selbst hat einen runden Kopf aus Bronze und Beine aus bestem Eschenholz, so dafs es von grofser Standfestigkeit und Dauerhaftig- keit ist." Hat man gröfsere Flächen von komplizierten Formen zu be- rechnen, so empfiehlt sich die Anschaffung eines Amslerschen Polar- planimeters, durch dessen Gebrauch man sehr viel Zeit spart. Sonst genügt das Zerlegen der Flächen in Dreiecke auf dem Mefstisch- blatt und die Berechnung nach abgegrifi"enen oder gemessenen Höhen und halben Grundlinien. — 85 — Bei der Ausfülirung von Nivellements bedienen wir uns seit langer Zeit nur noch des Boseschen Instrumentes, da wohl mit keinem anderen bei ausreichender Genauigkeit so rasch gearbeitet werden kann. Es ist ein Pendelinstrument, welches aus einem Messingrahmen besteht, dessen untere Seite stark beschwert, und dessen obere Seite mit einer Aufhängevorrichtung versehen ist. Die eine vertikal herabhängende Seite, an welcher sich das mit doppeltem Nonius versehene verschiebbare Okular befindet, ist mit einer prozentualen Einteilung vom Nullpunkt auf- und abwärts ver- Boseschea Nivelliei'instruraent. sehen. Dem Nullpunkt gegenüber liegt der Horizontalfaden des Objektivs. In gleicher Höhe befindet sich die horizontale Mittel- linie der zu dem Instrument gehörenden Zieltafel. Der Deutlichkeit halber fügen wir eine dem Katalog von Otto Fennel Söhne in Kassel entnommene Abbildung bei. — 86 - Will man einen Weg mit gleiclimäfsiger Steigung bergan führen, wird der Nullpunkt des Nonius auf dem bestimmten Teil- strich unter dem Nullpunkt der Einteilung festgestellt, und man weist dann durch Seitwärtswinken dem Träger der Tafel den Platz, an welchem Okular, Horizontalfaden und Mittellinie der Tafel sich in einer graden Linie befinden. Da die Entfernung der Stationen hierbei gleichgültig ist, geht die Arbeit sehr rasch von statten. Um die Erdarbeiten möglichst zu beschränken, läfst man bei etwaigen Schluchten den Tafelführer an dem Rücken und in der Vertiefung Aufstelluug nehmen, wodurch die Schlucht schlangeuartig durch- schnitten wird. Ist die Terrainfalte sehr tief und schmal, empfiehlt es sich jedoch zuweilen, sie zu überbrücken, man läfst dann nur die Aufstellung in der Vertiefung aus und visiert von dem einen Eücken nach dem anderen meist mit totem Gefäll. Dafs man die Stationen von einer zur anderen vorrückend durch augenfällig geschälte Stäbe bezeichnet, brauchen wir wohl nicht anzuführen. Im dichten Ge- strüpp des Urwaldes mufs man einige (etwa 4) Arbeiter mit Busch- messern vorausschicken, die das Unterholz etwas lichten. Man dirigiert diese Leute leicht von seinem Platz aus. Stöfst man auf ganz starke Bäume in der Visierlinie, so umgeht man sie am besten mit etwas geringerem oder totem Gefäll, wenn man sie nicht roden läfst. Gegengefäll soll man unter fast allen Umständen vermeiden. Hat man einen Sattel vor sich, über welchen man den Weg mit Hülfe eiuer Serpentine am Hang führen will, so steckt man von unten anfangend eine Wegestrecke mit Steigung an der Wand ab, dann begiebt man sich auf den Sattel, stellt den Nonius auf den- selben Teilstrich über dem Nullpunkt, also auf Fall, und ermittelt so den Punkt, an welchem sich die beiden Linien schneiden. Hier giebt man der Biegung der Serpentine ganz geringes Gefäll, etwa 3 bis 4 pCt., damit das Umwenden der Wagen gefahrlos von statten gehen kann. Im allgemeinen darf man nie über 10 pCt. hinausgehen, da Lastwagen stärkere Steigungen nicht gut herauf- gebracht werden können. Mit 10 pCt. kann man jedoch noch un- besorgt arbeiten. Soll man einen alten Weg mit wechselndem und stellenweise zu steilem Gefäll korrigieren, so ermittelt man das für den Durch- stich nötige Gefällprozent auf folgende Weise: Man notiert die in bestimmten gemessenen Entfernungen ab- gelesenen Gefällprozente, berechnet dann die Höhe jeder Station über oder unter dem Anfangspunkt und stellt so den Höhenunter- schied des Anfangs- und Endpunktes und unter Berücksichtigung der Entfernung hieraus das Gefällprozent für einen Durchstich zwischen beiden fest, Trägt man nun das Nivellement womöglich — 87 — auf Millimeterpapier auf, so kann jeder intelligente Geliülfe leicht die nötigen Erdbewegungen mit Hülfe des Boseschen Instrumentes ausfiihren lassen. Zum Auftragen wählt man zweckmäfsig fiir die Höhen z. B. den Mafsstab 1 : 100, für die Entfernungen 1 : 1000, oder ähnliche Verhältnisse je nach den vorliegenden Dimensionen. Natürlich kann man sich auch wie bei anderen Instrumenten die für jede Station, die mit Niveaupflock und Nummer versehen wird, nötige Ab- oder Auftragimg des Bodens berechnen und danach die Erdarbeiten ausführen. Auch hierbei hat man an dem gezeichneten Profil der Strecke eine gute Kontrole, indem man die berechneten Vertiefungen und Erhöhungen mit den abgegriflenen vergleicht. Bei Ent- und Bewässerungen arbeitet man meist mit ganz ge- ringen Gefällprozenten, bezw. mit Bruchteilen von solchen. All- gemeine Regeln lassen sich für diese subtilen Arbeiten nicht aufstellen, man kann nur sagen, dafs hier Sorgfalt vor Schnellig- keit geht. Die Kultur des Kamplierbaunis. In No. 6 dieser Zeitschrift findet sich ein kurzer Hinweis auf die Versuche, den Kampherbaum in portugiesischen Kolonien zu kultivieren. Die Notiz, aus der Feder von A. F. Moller (Coimbra), schliefst mit den Worten: „Es mag dies eine Richtschnur für Anpflanzungen dieses wertvollen und zukunftsreichen Baumes am Kameriinpik bilden." Im Anschlufs hieran sind die Anleitungen, welche Lyster H. Dewej^ im Cirkular No. 12 des Un. St. Depart. of Agricult. zur Kultur des Kampher- baumes giebt, von grofsem Interesse. Hiernach hat der Baum ein lindenartiges Aussehen; er wird 60 bis 100 Fuss hoch bei 20 bis 40 Zoll Stamindurchmesser und besitzt schöne, immergrüne Blätter und kleine, weifsliche oder grünliche, in Rispen angeordnete Blüten und einsamige Beerenfrüchte. Der Kampherbaum ist in Ostasien (Cochinchina, Japan, Formosa) heimisch vom 10. bis 30. Grade nördlicher Breite und vom 105. bis 130. Gi'ade östlicher Länge, und zwar besonders in tropischen und subtropischen Gegenden. Angebaut findet sich der Baum teils als Nutz-, teils als Zierpflanze in Madagaskar, Buenos Ayres, Ägypten, auf den Canarischen Inseln, in Südfrankreich, Italien. Californien, Südcarolina, Alabama etc. In zehn Jahren nach der Aussaat wird der Baum unter günstigen Bedingungen 30 Fuss hoch, bei 6 bis 8 Zoll Stamm- durchmesser. Die wertvollsten Produkte des Baumes sind der Kampher und das Kampheröl. Die A^'erwendung des Kamphers ist eine vielseitige und darf hier wohl als bekannt vorausgesetzt werden. Das Kampheröl ist in der Lack- und Toilettenseifenfabrikation im Gebrauch. In Japan und China dient es auch zu Beleuchtungszwecken. Als ornamentale Pflanze findet sich der Kampherbaum häufig in der Umgebung der japanischen und chinesischen Tempel. Das Holz ist fest, gelb, politurfähig und bildet ein wertvolles Material zur Herstellung von allerlei Behältern, welche den Angriff'en von Insekten widerstehen sollen. Auch die Blätter und jungen Zweige dienen als insektenwidrige Mittel, indem man — 88 — sie einfach in die betreffenden Räume legt. Aus den Beeren bereiten die Japaner und Chinesen eine Art Talg. Zur erfolgreichen Kultur gehört vor Allem, dafs die Wintertemperatnr nicht niedriger als 20° F. (etwa 6° C.) wird. Vorzuziehen ist ein sandiger und gut drainierter Boden, welcher zur Zeit der Trockenheit künstlich bewässert werden mufs. Während der Zeit des Wachsturas sind mindestens 15 Zoll Regen erforderlich, in der Trockenzeit noch mehr. Der Baum braucht stickstoff- haltigen Dang, dessen Natur aber von der Art des Bodens abhängig gemacht werden mufs. Man kann in dieser Hinsicht die Kultur der Orange zum Vorbild nehmen. Kampherbaum, Cinnamomum Camphora. Der Baum wird aus Samen wie aus Stecklingen gezogen, in der Regel aber aus Samen. Diese werden im Oktober und November geerntet und nach dem Trocknen in weifsem Sande oder ähnlichem Material aufbewahrt, um sie bis zum nächsten Frühjahr frisch zu erhalten. Im März gelangen sie zur Aussaat. Hierzu eignet sich am besten ein guter, sandiger Lehm, zu einem Drittel mit verrotteten Blättern vermischt. Die Saatbeete müssen feucht, aber nicht zu - 89 — nafs gehalten und bei sehr warmem Wetter und gleichzeitigem Sonnenschein beschattet werden. Die beste Bodentemperatur ist 70 bis 75° F. (etwa 22'' C). Im April werden die Pflanzen umgesetzt. Zum Verpflanzen an den definitiven Ort eignen sich um besten die zweijährigen Sämlinge, die etwa 20 bis 40 Zoll hoch sind. Über die Art des Anpflanzens wie über das beste Alter, in welchem die Bäume abgeschnitten zu werden pflegen, liegen noch keine genügenden Erfahrungen vor. Man kann in Abständen von 10 Fuls pflanzen und dann die etwa 10 Jahre alten Bäume ausholzen, oder man pflanzt in grölseren Abständen und fällt die Bäume in deren höherem Alter. In Florida hat man mit Erfolg Kampher aus Blättern*) und Zweigen von weniger als 20 Jahre alten Bäumen gewonnen; 77 Pfund dieses Materials gaben 1 Pfund Kampher. Die Bäume vertragen starkes Ausschneiden ohne Beeinflussung ihres Wachstums. Die gröfste Menge Kampher enthalten die alten, stärkeren Wurzeln; der Stamm, die Zweige, die Blätter enthalten absteigende Mengen. Erfrorene Kampherbäume entsenden reichlich Wurzelschöfslinge, dasselbe geschieht gleichfalls bei ab- geschnittenen Bäumen. Der Kampher wird in den Wäldern von Formosa, Fukien und Japan fast ausschliefslich aus dem Holze der Stämme, Wurzeln und stärkeren Äste destilliert, und zwar hi sehr primitiver Weise. Am geschicktesten verfährt man in der Provinz Tosa in Japan. Hier werden die Bäume gefällt, das Holz wii-d in Stücke geschnitten und in eine hölzerne Röhre gebracht, die an der Basis 20 Zoll Durchmesser besitzt und gleich einem altmodischen Butterfasse spitz ausläuft. Der perforierte Boden des Fasses pafst dicht auf eine eiserne Wasser- pfanne, die auf einem gemauerten Herde steht. Die Eöhre hat einen gut passenden Deckel, welcher behufs Beschickung mit neuem Material entfernt werden kann. Sie ist 6 Zoll dick, mit Erde umgeben, um eine gleichmäfsige Temperatur zu erzielen. Ein Bambusrohr verbindet die Röhre dicht unter deren Spitze mit dem Kondensator. Dieser besteht aus zwei hölzernen Röhren ver- schiedener Gröfse. Die gröfsere ist zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, welches kontinuierlich zu- und abläuft, die kleinere taucht in das Wasser und wird durch den an ihren äul'seren Wänden heraln'ieselnden Wasserstrom gekühlt. Der obere Teil dieser Röhre wird in der Regel mit Reisstroh beschickt, an welchem der Kampher ankrystallisiert, während sich das Öl auf dem Wasser ansammelt. Bisweilen läi'st man Öl und Kampher auf der Oberfläche des Wassers sich ansammeln und trennt beide Produkte später durch Filtrieren oder Auspressen durch Reisstroh. Nach etwa 12 Stundeji ist die Röhre mit dem Destillat gefüllt; man entfernt dann die Späne und trocknet sie, um sie als Heizmaterial zu ver- wenden, und beschickt den Apparat von neuem. 20 bis 40 Pfund Holz geben 1 Pfund Rohkampfer. Die wesentlichsten Grundbedingungen bei dieser Dar- stellungsart sind: das Innehalten einer gleichmäfsigen Temperatur und der Ausschlufs von Metallen. Diese primitive Art der Darstellung ist natürlich sehr verbesserungsfähig; insbesondere kann durch sorgfältige Zerkleinerung des Materials und durch An- wendung zweckdienlicher Destillierapparate die Ausbeute wesentlich erhöht werden. Vielleicht tragen die vorstehenden Zeilen dazu bei, die Aufmerksamkeit kolonialer Kreise auf den Kauiplierbaum und dessen Kultur zu richten. Dr. S. *j Auch nacii anderen amerikanischen Berichten können, die Blätter zur Kamphergewinnung verwandt werden. Dies könnte eventuell von grofser Be- deutung für die Kampherkultur unserer Kolonien werden, da die Blattproduktion in den feuchten Berggegenden der Tropen das ganze Jahr hindurch vor sich geht; auch beim Thee hat man bis 10 Ernten gegen 3 in den Subti'open. Wg, ^>^ >^> ^> ^::)^>^> c — 90 — r^ '. VI Aus deutschen Kolonien. -^^/^ ^:< :c:<: < ^<:c ■ Die deutsch -afrikanischen Schutzgebiete im Jahre 1896/97. Der offizielle Jahresbericht über die Entwickelung der deutschen .Schutz- gebiete im Jahre 181»6/!l7 enthält natürlich nicht viel auf die Landwirtschaft der Kolonien Bezügliches, was den liCsern dieser Zeitschrift neu ist, immerhin ist eine Reihe von Daten von Interesse und wert, hier wiedergegeben zu werden. In Togo sind jetzt alle Arten der Kautschukgewinnung verboten, welche den Bestand der Pflanzen selbst gefährden; die Gewinnung von Kautschuk ist nur der einheimischen Bevölkerung ohne weiteres gestattet, sonst nur gegen eine jährliche Gebühr von lOOU Mk. zulässig; das A'orschufsgeben an eingeborene Kautschukproduzenten ist verboten. Auffallend gering ist die Vergi-öfserung der Pflanzungen; ausgepflanzte Kaffeebäume gab es im Berichtsjahre in den sechs in Betracht kommenden Plantagen der Küste 91000 gegen 85 000 im Vorjahre, Jvokosnufspalmen auf fünf Plantagen 61000 gegen 50 000 im Vor- jahr^ Erfreulich ist dagegen, dafs die Plantagengesellschaft Kpeme 50000 Pflänz- linge in Saatbeeten stehen hat und ihren Bestand in diesem Jahre auf das Doppelte erhöhen will. Von allgemeinem Interesse ist, dafs der Liberia-Kaffee die ganz au fserord entliche letztjähri^e Dürre, welche die Trockenzeit auf zehn Monate verlängerte, gut überstanden hat. Als Nebenkultur ist in den Küsten- gegenden - Plantagen überall der Cearakautschuk verbreitet (die Gebrüder d'Almeida besitzen schon 6000), der bei dem geringen Regenfall in der Küstengegend Togos dort auch weit bessere Ghancen hat wie in dem über- feuchten Kamerun. Der Export von Palmöl, Palmkernen und Kautschuk ist in dem Berichtsjahre bedeutend gegen das Vorjahr zurückgeblieben (hauptsächlicli infolge des Ausbleibens der kleinen Regenzeit), Kautschuk soll mehr gesammelt, aber mei.st nach dem englischen Hafen Quitta gebracht worden sein, dagegen ist der Export von Kaffee, Kopra und Kokosnüssen sowie Palmblättern bedeutend gestiegen, ferner wird als ein neuer Export 5700 kg Agobeams aufgeführt. In Kamerun hat vor allem die Lösung der Arbeiterfrage bedeutende Fortschritte gemacht; neben den Balis sind auf den Plantagen gegen 600 Yaunde- Arbeiter beschäftigt, auch Mayumba- Leute aus dem französischen Kongogebiet sind engagiert. Im botanischen Garten von Victoria gedeiht der Kakao Mciter ganz vorzüglich, ein zweijähriger Baum aus Ceylon hatte schon fünf Blüten und vier Früchte in guter Entwickelung, an einem Baum der .San Thome-Sorte wurden nicht weniger als 338 in guter Entwickelung befindliche Früchte gezählt. Es wird Kakao von Guayaquil (seit 1892), Trinidad (seit 1893), San Thome, Vene- zuela, Caracas (seit 1894), Ceylon (seit 1895) und verschiedene Trinidad- Sorten (seit 1897) kultiviert. Der arabische Kaffee wächst fast zu üppig, so dafs manche Bäume umknicken, auch Liberia-Kaffee wächst vorzüglich, 106 Sack Kakao ä 58 kg und '22 Sack Kaffee ä 45 kg konnten versandt werden; feriier •die erste Sendung Kardamom, die sehr günstig beurteilt und entsprechend bezahlt wurde. Die Vanille hat sehr reichlich angesetzt, einzelne Ranken hii.tten 60 bis 80 vollkommen ausgewachsene Sclioten. Aus all diesen Angaben ergiebt sich wieder, welch ein Vorzugsgebiet der Fufs des Kamerun -Gebirges darstellt. Sehr anzuerkennen ist, dafs der Leiter des Gartens auch einheimischen Pflanzen seine Aufmerksamkeit widmet, und z. B. auch die Kamerun -Pflaume (Canarium Saphu) als Alleebaum anzupflanzen gedenkt; die Kickxia-Anpflanzung — 91 — (iiirfte wohl nach den neueren ungünstigen Erfahrungen unterbleiben, für Corchorus capsularis ist zweifellos das schöne Land zu schade, hingegen sollten die verschiedenen Mahagoni-, Roth- und Ebenhölzer, Irvingia, Trichoscypha, Kola, Treculia, Myrlanthus, Monodora, Coula, Pentaclethra, Telfairia in V'ersuchs- kultur genommen werden. Von besonderem Interesse ist der Erfolg mit der .Spargelknltur, soweit bekannt, das erste Mal, dafs er in den Gärten der west- afrikanischen Küste geerntet worden ist; dabei war er sehr zart und schmack- haft. Die Bergstation Buea hat sehr schöne Erfolge mit Kartoffeln erzielt, von Mais wurden gröfsere P]rnten erwartet, auch der Weinbau läfst das Beste hoffen. Die in fast gleicher Höhe wie Buea befindliche Plantage Günther in Soppo Ijant arabischen Kaffee, soll aber die Unkosten der erstell Jahre durch Zwischen- kulturen von Mais, Kartoffeln, Sojabohnen und Gemüse teilweise decken. Was den Export betrifft, so haben die ausgeführten Quantitäten der meisten Waren, Palmöl, Palmkerne, Ebenholz, Elfenbein, Kakao, Kaffee, Kolanüsse, Kopal, gegen das Vorjahr zugenommen, Palmkerne, Kakao und Kopal sogar recht bedeutend. Kautschuk hingegen wurde in geringerer Menge ausgeführt, ebenso hat der Tabakexport um ein weniges abgenommen. Besonders ausführlich und übersichtlich ist die Landwirtschaft Ostafrikas in der Denkschrift behandelt; wir können uns liier im Referat etwas beschränken, da vermutlich Herr Professor Woliltmann. der augenblicklich in Ostafrika weilt, uns ))ald Ausführlicheres und Neueres wird mitteilen können. Wichtig ist der Hinweis auf die Schädlichkeit des Waldl)renneus. „Alljährlich, oft zweimal oder mehr, brennt die gröfsere Hälfte der bewachsenen Bodenfläelie ab. Damit ist für weite Gebiete die natürliche Selbstiiufforstung ausgeschlossen, und statt des Steppenwaldes gewinnt der dichte Busch überall an Raum. Darunter leiden dann Mieder die Wasserverteihuig und mit ihr die Kultivierbarkeit der Flächen überhaupt." Es ist uns lieb, in dieser offenbar wohl von Dr. Stuhlmann her- rührenden Notiz die aiicli von uns wiederholt betonte Möglichkeit der Selbst- aufforstung gi-ofser Teile Deutsch -Ostafrikas bei Abschlnfs der Brände voraus- gesetzt zu sehen. \"on anderer Seite wird alles Heil in einer künstlichen Aufforstung der Gebiete gesucht, und diese mag wohl auch für die regenarmen Steppenlandschaften des Innern notwendig sein, für die Savanneiilandschaften der Küste sowie für die Berghänge dürfte sie sich alier aller Wahrscheinlichkeit nach als unnötig herausstellen, wodurch sicher grofse Kosten in der Zukunft erspart werden können. — Schwer ist (wie übrigens überall in den Tropen) die Einführung verbesserter Werkzeuge und neuer Feldfrüchte. Man hofft, dafs nach Einführung der Hüttensteuer der gewünschte Anbau der Erdnufs sich heben wird; ebenso legt man zur Sefshaftmachung der iCingeborenen. wodurch schon allein intensivere Landwirtschaft bedingt wird, grof'sen Wert auf das Anpflanzen von Kokosbäumen. Die Regierung suchte auch durch eingeborene Wanderlehrer (im Bezirk Mikindani), durch Anlegung von zwei Musterdörfern hei Dar-es-Salära, durch Verteilung von Kaffeesaat, durch Zuschüsse zur Anlage einer Zucker- ])resse bei Mohorro die Landwirtschaf'c der Eingeborenen zu heben. — Die Heuschreckenkalamität hat ziemlich aufgehört, die Ernten waren meist günstig, in ländi sind z. B. in dem zweiten Quartal 18!I7 967 000 Ibs Sorghumhirse exportiert worden, die Küste von 'l'anga bis Dar-es-Saläm, Sansibar und der Süden bis zur Delagoabay wird von dort versorgt, es ist die Kornkammer unseres Schutzgebietes. Reis hingegen wurde daselbst trotz der guten Lokalitäten aus Furcht vor den Heuschrecken wenig gebaut. Die Indolenz verhindert die I^eute auch, den genügsamen, ertragreichen und von Heuschrecken verschonten Sesam anzubauen, obgleich das Hinterland kaum anders ist als das von — 92 — Mozambique und ll>o, vou welch letzterem Platz z. li. eine einzige Firma 2000 Sack Sesam verschiffen konnte. Die Jumbeji im Süden sind jetzt au- gehalten, darauf hinzuwirken, dafs jeder Schambenbesitzer ein Drittel seines Landes mit Sesam bestellt. Die europäischen PflanznngsunteruehmungeM lial)en im Berichtsjahr grofse Fortschritte gemacht, es wui-den in dem Zeitraum 1. Juli 1896 las 1. Juli 1897 allein im Bezirk Tanga ausgepflanzt 578 000 arabische Ivaff'eebäume, 250OO Liberia-Kaifeebäume und 107 000 Kokospalmen, so dafs sich die Zahl der Kaffeebäume verdoppelt, die Zahl der Kokospalmen um die Hälfte vermehrt hat; es waren Mitte 1897 in dem Bezirk l)epflanzt: 585 ha mit arabischem, 120 ha mit lil)erischem Kaffee und 38G0 ha mit Kokospalmen. Hs arbeiteten da- selbst 10 Pflanzungsunternehmungen (darunter 2 Einzelunternehmer) auf 23 Pflan- zungen, von denen 8 (1 Vanille- und 7 Kokosplantagen) an der Küste liegen, 14 Kaffeepflanzungen in Handel, und 1 Lil>eriapflanzung in Bondei; es waren zur Zeit etwa 5000 Arbeiter auf den Pflanzungen und ;\n der Bahn ))eschäftigt, darunter nur noch 100 Asiaten. Es scheint sich eine regelmäfsige Arbeits- wanderung der Wassukuma und Wanyamwesi herauszubilden, ähnlich wie sich ja auch in Ceylon die Arbeiter grofsenteils aus Südindien rekrutieren; docli liefern auch die umwohnenden Waljondei, Waschambaa und Wasegua brauch- bare Arbeiter, sehr gut sind auch die als Arabersklaven nach der Küste gekommenen Manyemas, hingegen sollen die bei Tanga wohnenden Wadigos gänzlich ungeeignet sein. Ln allgemeinen stellt sich der Lohn (einschl. Posclio) auf 12 Rupien monatlich. — Auch die Plantage Sakarre in Westusambara leidet nicht an Arljeitermangel, Ende Juli 1897 waren schon 170000 Kaö'eepflanzen im Felde, nur 5000 davon Liberia. — Auch Versuche mit Thee, Kakao, Zimt, Kardamom, Betelnufs, süditalienischen AVeinen werden auf den Plantagen ge- macht, besonders Thee und Kardamom scheinen gut zu kommen; Kartoffeln und (jremüse gedeihen durchweg gut. Die Vanillepflanzung der Tanga- Gesellschaft litt leider durch eine Überschwemmung seitens des austretenden Mkulumusi ziemlich Viedeutend. Im Bezirk Pangani waren wie im vorigen Jahre drei Unter- nehmungen mit vier Plantagen thätig, im Bezirk Bayamoyo nach wie vor nur die Pflanzung bei Kitopeni, in Lindi Perrot, in Mikindani ist zu dem Plantagenunternehmen des Herrn v. Quast die neue Kokospflanzung des Herrn Pfrank in Sudi hinzugetreten; auch im 'I\ingagebiet sind neue gröfsere Unter- nehmungen in Bildung begriffen. Zum Schlufs Averden die Regierungs[)flanzungen besprochen. Der Versuchs- garten bei Dar-es-Saläm dient wegen des ungeeigneten Terrains jetzt nur als Pflanzselrale für die Anlagen und Alleen. In der Agavenkultiir auf Kurasini bei Dar-es-Saläm zeigen die 110 000 Pflanzen (100 ha) von Fourcroya gigantea ein prächtiges Wachstum, sie werden aus den Bulbillen des Blütenschafts in Saatbeeten gezogen, fast alle kommen an, Schaden thun nur die Krähen und Ratten, nach sechs Monaten wurden sie (vor allem in den Regenjierioden) in 3x3m Abstand ausgepflanzt; von Zeit zu Zeit wird gejätet; nach etwa zwei Jahren können die 2.2 kg schweren, 1)is 1.85 m langen, bis 22 cm breiten und an der Basis bis 6 cm dicken Blätter geerntet werden. Wurzelschöfslinge treibt die Fourcroya fast nie; es wird durchweg eine stachellose Varietät gepflanzt; dazwischen werden Kokospalmen gepflanzt für den Fall, dafs der Versuch mit Agaven resultatlos sein sollte. Die Maschinen, Extraktor und Bürstenmaschine sowie eine lOpferdige Lokomobile sind in Mauritius bestellt. Mit Sisal-Agaven konnten nur kleine Versuche gemacht werden, da es schwer hält, unverdorbenes Saatgut zu erhalten; auch hat Mexiko einen grofsen Exportzoll darauf gelegt. - 93 — Beachtenswert sind die AnpflanzAingsversuche vonTeak an den verschiedenen Stationen, Pflanzen von 1^>^>:>:>■>^ > -r/^. <:<^C^<:b sich nicht eine Möglichkeit finden läfst. in unserm klimatisch für die Frucht- kultur so überaus bevorzugten Kamerun-Schutzgebiet eine rentable Fruchtkultur zu entwickeln. Als Analogon seien hier einige Daten über den Fruchthandel Jamaikas gebracht. Während früher Zucker der Hauptex])ortartikel dieser Insel war, war 1895/96 das Produkt schon bei weiten) durch den Fruchtexport überholt. Während die Insel für 195 459 Pfd Sterl. Zucker und für 1(54 000 Pfd. Sterl. Rum ex])ortierte, betrug in dem genannten Jahre allein der Bananenexport schon 316 650 Pfd. Sterl. (= 4 220 796 Fruchtstände); dazu kamen noch 169 794 Pfd. Sterl. Orangen. 37 774 Pfd. Sterl. Kokosnüsse, 5882 Pfd. Sterl. Trauben. 118 Pfd. Sterl. Pom])ehnusen, 120 Pfd. Sterl. Mandarinen, 5 585 Pfd. Sterl. Limonellen und Limonellensaft, 524 Pfd. Sterl. Ananas, 291 Pfd. Sterl. Kolanüsse. 212 Pfd. Sterl. Tamarinden- und aJidere Früchte, zusammen also für etwa 537 000 Pfd. Sterl. Früchte, also ein Drittel des auf 1 873 105 Pfd. Sterl. lierechneten Gesammt- exportes der Insel. Die Früchte gehen hauptsächlich nach Nordamerika, und zwar auf ganz l)esonders hierfür eingerichteten Dampfern. Aufserdem werden noch exportiert für 359 039 Pfd. Sterl. Blauholz. 284 821 Pfd. Sterl. Kaffee, 90 046 Pfd. Sterl. Piment. 50 328 Pfd. Sterl. Ingwer. 3649 I'fd. Sterl. Cigarren und 197 ]'fd. Sterl. Tabak. Kautschukpflanzen von Süd -Angola. Kürzlich habe ich aus Ilandha in Süd-Angola (Distrikt Benguella) von Herrn Theodoro Jose da Cruz einige interessante Notizen über Kautschuk erhalten: — 97 — ' 1. Carpodiiius lanceolatvis (Otaramba) findet sich in grolsen Quantitäten in den weiten, wenig erforschten und gering bevölkerten Gegenden von Chipollo. zwischen dem Fluls Cubango'^) und dem Gebiet von Cahima (Quanhama). 2. Eine vielleicht zur Gattung I.andolphia gehörige noch unbekannte Schlingpflanze liefert den Isewohnern von Quitengues, Hanha, Ganda, Quissange und Sellis einen sehr guten Baudelskautschuk, der in Kugeln von 100 bis 400 g nach Catumbella und Benguella gebracht und von dort nach Lissabon importiert wird. Es ist eine Schlingpflanze, die an den Flüssen Cubal, Lutira, C'oporolo, Bongo etc. wächst; sie findet sich auch in den feuchten und humusreichen Wäldern der Gebirgsabhänge; die älteren Pflanzen haben in der Regel einen Stamm von 3 m Höhe und 40 cm Umfang; die Zweige sind etwa 5 m lang. Früher machteu die Neger von Hanha zur Kautschukgewinnung mit dem ]\Iesser nur Schnitte in den Stamm, wobei der Milchsaft an der Luft coagulierte, jetzt aber haben sie das vandalische System der Quibocus, Lutchages und GunguUas angenommen und schneiden die Pflanzen ganz al», um allen Milchsaft zu gewinnen; sellist die Wurzeln reifsen sie aus. Holz und Wurzeln werden in kleine Stücke geschnitten und dann stark gestampft, worauf die Masse auf ein Drahtsieb gelegt und mit Wasser begossen wird, wobei die Holzteile foi't- geschwemmt werden, während der Kautschuk liegen bleibt. Eine natürliche Folge ist die, dafs in den 1)evölkerten Gegenden von Hanha diese Pflanze schon recht selten ist, man trift't fast nur noch rhachitische Wurzelschöfslinge. Zweifellos werden überhaixpt die Landolphias in einigen Jahren in vielen Gegenden der Distrikte Benguella und Mossamedes seltene Pflanzen sein. A. F. 31 oll er (Coimbra). • »>»»»>>» ff- .y^ Vermischtes. <«c/2 Mill. Frcs. importiert wurden, von denen 34 771 kg im AVert von 2 712 000 Frcs. in den Konsum gelangten; dafs ferner die gesamten Einten der französischen Kolonien, d. h. 74 19.j kg, auf französischen Schiffen nacli Frankreich gingen: der gröfate Teil des künstlich aus Coniferin hergestellten N'anillins komme aus Deutschland, und es ko.ste das Kilo in Frankreich 1,50 Frcs., obgleich die Stärke des Aromas 50 mal so grofs sei wie das der \'anille. Während Vanille 416 Frcs. Zoll pro lOO kg bezalile, käme die äquivalente Menge Vanillin für einen Wert- zoll von 5 pCt.. vermehrt um den Alkoholzoll von 10 Liter pro Kilogramm des Produktes, ins Land, so dafs dem Fiscus ein Zoll von üf)er 400 Frcs. hierdurch entginge. Er wolle kein Einfuhrverbot wie beim Saccharin, aber eine für die Vanilleproduzenten gerechte Besteuerung. — Bei der protektionistischen Zu- sammensetzung des Parlaments dürfte die Annahme des Gesetzentwurfes kaum zweifelhaft sein, doch wird vermutlich das Gesetz die Pflanzer nur vom Regen in die Traufe bringen, indem sich voraussehen läfst, dafs Vanillin in Zukunft in Frankreich hergestellt werden wird. Gründüngung' als Mittel gegen Hemileia und Dürre. Einem vom A'erkaufssyndikat der Kaliwerke uns zur Verfügung gestellten Briefe des Herrn A. Brunn er, Helyanna-Landen, Palembang, Sumatra, vom 2. November 1897 entnehmen wir Folgendes: „Mit der Versuchsdüngung wurde begonnen, und ist die erste Düngung bereits durchgeführt. Ich bemerke vorläufig, dafs die Gründüngung mit Indigo, mit Kaffeefrucht- fleisch und mit Alang- alang durchgeführt wurde. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dafs die Gründüngung hier auf diesem Lande von eminentem Vorteile ist. Bäume, die infolge von Hemileia vastatrix am Al>- sterben sind, kann man mit einer sich rasch folgenden zweimaligen Gründüngung wieder zu neuem Ijcben erwecken. So locker der Buden hier ist, wenn es geregnet hat, so hart wird derselbe bei andauernder Trockenheit, trotz beträchtlichem Sandgehalt. Ich habe Ihnen auch bereits mitgeteilt, dafs ich, um die Wirkung der Trockenheit zu mildern, die Erde unter den Pflanzen mit einer Schicht Alang-alang bedeckt habe. Die Wirkung ist eine sehr befriedigende; wir hatten von Mai bis Ende September wieder Trockenheit, im August sogar nur 2i) mm Regen, und die Bäume sahen die ganze Zeit über ganz dunkelgrün aus, von Blattkrankheit keine Spin-, welche sich gerne bei viel Regen und grofser Trockenheit einstellt; die Bäume strotzen vor Gesundheit. Das regelmäfsige Begiefsen einer Anzalil Pflanzen, welches ich vornehmen liefs, um Anhalts- punkte bezüglich der Wünschbarkeit künstlicher Bewässerung zu erhalten, förderte bis jetzt kein besseres Resultat zu Tage als die oben berührte Vor- — 99 — kehrung-, dieselbe kann also die künstliche Bewässerung ersetzen und ist ein billiges Surrogat für dieselbe, da mit Eintritt der Regenzeit der halb verfaulte Alang-alang untergehaekt wird und so als vegetabilische Düngung dient." Statistisches über Tabak. Nach einer Aufstellung der „New -Yorker Handelszeitung- beträgt die labakproduktion der Erde nicht viel weniger als 1000 Millionen Kilo. Etwa ein Viertel hiervon (240 Millionen) fällt auf die Vereinigten Staaten, dann folgt Britisch-Indien mit etwa 175 Millionen Kilo, alle übrigen Länder produ- zieren unter 100 Millionen Kilo, nämlich Rulsland 70, Österreich -Ungarn 65. China (?) 50, Deutschland 35, die europäische Türkei, Kuba und Niederländisch- indien je 30, Brasilien 27, Japan 22, die Philippinen 20, Persien 18, die asiatische Türkei 15, Kap 10, Bosnien und Herzegowina i), Kolumbien 5, Belgien 4 bis 5, Algier und San Domingo 4, Argentinien, Paraguay. Mexiko, Portorico, Australien, Holland, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Ceylon je 3 Millionen; die übrigen Länder, darunter auch Italien, Schweden, Dänemark, Schweiz, Portugal etc.. unter 3 Millionen Kilo. Es geht aus dieser Berechnung hervor, dafs augenblicklich etwa ein Drittel der Weltproduktion auf die eigentlichen Tropen fällt, nämlich Britisch - Indien (175), Kuba und Niederländisch-Indien ije 30), Brasilien (24), Philippinen (20). Kolumbien (5), San Domingo (41 Mexiko, Portoriko und Ceylon (je 3). Auch der Jahresverbrauch an Tabak per Kopf der Bevölkerung ist recht verschieden, Holland steht mit 6^4 Pfund per Kopf an der Spitze, sodann folgen Belgien mit 5, Türkei mit 4, Amerika mit 3^/ar-Xelken 2-^/-i d notiert; doch unterlag die Preisbewegung in den letzten Monaten des vorigen Jahres bedeutenden Schwankungen, und die Beurteilung der .Marktlage wird um so schwieriger, je mehr in London das Termingeschäft in Nelken kultiviert wird und die Spekulation die Hände im Spiel hat. Thatsache ist jedenfalls, dafs nach Aufhebung der Sklaverei auf Zanzi))ar und Pemba die Produktionsver- hältnisse ganz andere geworden sind, so dafs es mit den jetzt lange Zeit in Geltung gewesenen billigen Preisen der Nelken für immer vorliei sein dürfte. Es wurden in London eingeführt Vorräte in LoJidon vom 1. Januar bis 31. Dezember, am 31. Dezember. 1892 19 245 Kolli 1893 32 528 1894 41 153 „ 1895 55 Ü94 „ 1896 20 431 , 1892 28 307 Kolli 1893 36 238 . 1894 57 644 ,. 1895 81 517 „ 1896 79 608 , Im Jahre 1897 hat die Einfuhr bedeutend abgenommen, hatten doch schon die Ankaufte in Zanzibar vom J. September 1896 (als Anfang der Erntei bis Ende April einen Rückgang in der PJrzeugung von 50 "/o g^gcii das Vorjahr erkennen lassen. Merkwürdig erscheint das jetzt völlige Fehlen von Nelken- stielen an den ^lärkten. Natürlich ist das Nelkenöl hierdurch aucli im Preise gestiegeji, wenngleich die l'reise schon jetzt nicht mehr zu den Preisen des Rohmateriales im richtigen Verhältnis stehen. Das Nelkenöl wird alier noch weiter im Preise steigen, wenn die vorhandenen grofsen Bestände von Nelken einigermafsen gelichtet sein werden. Zum Schlufs sei noch angeführt, was die Firma Heinrich Haensel über die Zimmtkultur in Kamerun sagt; nach Abdruck der wichtigsten Stellen des darü))er handelnden Artikels von Dr. Preuss im „Tropenpflanzer" heilst es: ,.^ran kann mir wünschen, dafs die A'' ersuche fortgesetzt werden und von Erfolg sein möchten, an Absatz wird es nicht fehlen. "Wenn damit dem, man kann wohl sagen, AVeltmonopol Ceylons etwas Ablnmch geschieht, könnte das der Allge- meiulieit nur nützen. Soljald Kaneel ans Kamerun an den Markt konnnt, wird seine Verarbeitung auf ätherisches Öl nicht auf sich warten lassen." AVg. Neue Litt erat nr ül^er Rohrzucker. Eingegangen sind von der Zuckerjjrüfuugsstation in Ostjava die zusammen einen stattlichen Band ausmachenden 1897 erschienenen Nummern 36 — 44; die meisten der Abhandlungen sind von Dr. L. Zehntner, zwei von Herrn J. I). Kobus, eine von Dr. A. W. Nanninga, sowie der Jahresbericht für 1896/97 \on Dr. J. H. Wacker. Es ist niciit möglich, diese im Archief vo(n- de Java- Suikerindustrie 1897 zuerst erschienenen Arbeiten ausführlicher zu Ijespreclien, es sei nur erwähnt, dafs die Arbeiten von Dr. Zehntner sich hauptsächlich auf die tierischen Schädlinge beziehen; in einer Übersicht über die tierischen Feinde des Zuckerrohres auf Java (No. 37) werden nicht weniger als 98 Sehäd- — 102 — 1iii. über das Jagua (Steinnufsi, wovon 1890 allein aus der Pfarrei Jipijapa über eine Million ('entner nach Hamburg verschifft wurden (S. 193); jährlich werden in Guayaquil 200000 ('entner Kakao verladen, ferner jiuch riesige Eamlmsrohre (als sogenannter (jruaya(|uilbambus berühmt), Bau- und Farbhölzer, unglaubliche :Mengen von Bananen, Orangen, Kokosnüssen, Mangos, ferner Panamahüte, Pitagarn. Tabak, Tamarinde, Pflanzenwachs, Kautschuk, Zuckerrohr, Branntwein (S. 192). Interessant ist ferner, dafs es gerade die arme und stejipenhafte Halbinsel St. Helena ist, auf der die feinen Panamabüte her- gestellt werden, die auf den Antillen und in Europa so sehr geschätzt sind; ihren Namen haben sie, weil sie über Panama kommen, gemacht werden sie dort nicht. Das Kohmaterial, das sogenannte Stroh, von den Blättern einer Toquillo genannten palraenartigen Pflanze (Carludovica palmata) stammend, wird hauptsächlich aus der viel feuchteren, nördlich angrenzenden Provinz Manabi bezogen. Der Durchschnittspreis eines Hutes ist 3 bis 9 Mk., das billigste Stoppelgeflecht kostet 1.50 Mk., die feinsten Sombreros hingegen, an denen vier bis fünf Monate gearbeitet wird, kosten 300 bis 450 Mk. Der Präsident Garcia Moreno verehrte dem deutschen Kaiser Wilhelm I. einen Hut, der an Ort und .Stelle 1000 Mk. kostete. Wg. -f-f Personalnotizen. +-^— Regierungsrat Dr. F. Stuhlmann. Chef der Aliteilung für Landeskultur in ])eutsch- Ostafrika, ist auf Urlaub nach Europa zurückgekehrt. Kolonial -Wirtsoliaftliclies Komitee. (Anfragen und Auskünfte.) St. 0., F i seil b ach. In Bezug auf den von Ihnen eingesandten ßüsselkäfer, der die Blätter des I^iberiakafifees bei Tanga abfrifst, und der sich nach der Bestimmung des Ooleopterologen des zoologischen Museums, Herrn Kolbe, als Systates poUinosus Gerst. herausstellte, hal»e ich weiter nach- gef(n-scht, konnte aber keine auf diesen Käfer bezügliche Angabe finden. Dagegen fügt in Ceylon ein anderer nicht schwarzer, sondern mit goldgrünen Schuppen dicht bedeckter Rüsselkäfer, Arrhines destructor Nietn., in der trockenen Zeit local dem Kaffee sehr grofsen Schaden zu, indem er fast sämnitliclie Blätter abfrifst und jedes Jahr neu erscheint. Absammeln und Abschütteln des Käfer.s ist das einzige Gegenmittel. In der im vorigen Jahre erschienenen, demnächst aucli von uns zu liesprechenden ausführlichen Arbeit von Dr. Koningsberger über die tierischen Feinde der Kaffeekultur auf Java wird kein Blattrüsselkäfer erwähnt, ebensowenig in Raouls „Culturc du Cafeier" sowie in der anierikani.schen I.iitteratur ülier den Kaffee; es scheinen also gerade ))eim Kaffee so viele Schädlinge lokale Feinde des Kaffees zu sein, die sonst auf anderen Pflanzen zu leben gewöhnt sind. Die Hauptsache wird auch bei diesem Schädlinge sorgfältiges Absuchen sein, die Anwendung von Sclnveinfurter Grün erscheint mir gerade beim Kaffee (namentlich bei trockener Bereitung) nicht ganz iinl)edenklich; eher würde ich Versuche init der l)ekannten Seifen -Petroleumemulsion anraten. In vier Liter fast kochenden Wassers löst man 250 g einer beliebigen Seife und giel'st in die warme .Mischung vier bis acht Liter Petroleum, rührt um, — 104 — bis die .Masse beim Abkülileii rahiiiartig wird; die Ij(')suiig hält sich und wird vor dem Gebrauch mit der neun- bis zwölffachen Menge Wassers vei*- dünnt und mit einem Zerstäuber auf die Bäume gespritzt; aucli mit Tabak- wasser wird man wohl schon Erfolge erzielen. Wg. F. G.. In ach ab. Was die A'ertilgung der die Felder i)lündernden Vögel be- trifft, so sollen nach einer Notiz in der ^Agricultural Gazette (jf New South Wales" diejenigen derselben, die Früchte essen, dadurch leicht getödtet werden können, dal's man ein wenig Strychnin in zerschnittene Früchte thut und letztere an die Zweigenden von Bäumen steckt. Vergiften von Korn hat deshalb ungünstige Resultate ergeben, weil die Vögel nur das Innere des Korns fressen; es wird deshalb versuchsweise voi'geschlagen, entweder das Korn in einer Lösung von Strychnin in Essig einzuweichen und den Essig' nachher verdunsten zu lassen, oder aber eine ^lischung von Mehl mit Strychnin oder Arsenik mit dem Korn zu mengen. G. S., Surinam. Das Gehalt eines Pflanzungsleiters ist je nach Lage und Gröfse der Pflanzung vei-schieden. Dasselbe beträgt zwischen 10 000 bis 20000 Mark, aufser einer Dividende von dem erzielten Gewinn. Kleinere Pflanzungen ))ezahleu natürlich im Verhältnis weniger. J)as Anfangsgehalt eines Aufsehers beträgt etwa 3000 bis 4000 Mark l)ei freier AVohnung und freier Aus- und Heimreise, vorausgesetzt, dafs dersellie seinen Kontrakt innehält. E. K., Hamburg. Eine Hamburger Firma offeriert eine Partie Kameruji- Kardamom. Frühere Partien bereits zu ätherischen Ölen verarbeitet. ß. W., Magdeburg. Das Holz vom Bullet tree (auch Beefwood oder Pferde- fleischholz) ist eines der schwersten und härtesten Eisenhölzer und wird hauptsächlich zur Instrumentenfabrikation verwendet. Diese Pflanze ist nur im tropischen Amerika heimisch. Die gleiche Bezeichnung „Pferde- fleischholz" hat auch das Holz der Maugrove, welche für die ostafrikanisehe Küste von gröfster Wichtigkeit ist, da sie fast der einzige Baum ist, welcher in gröfseren Beständen auftritt. Das Gewicht des Holzes ist 70.5 Pfd. engl, per Kubikmeter, und dürfte die Heizkraft unsern besten Brennhölzern wohl gleichkommen. ^Vg. -i-f Marktbericht. +^— Hamburg, I.März 1898. Kaffee geht immer mehr im Preise zurück. Für beste Liberia-Ware ist nicht mehr als M 31. — für 50 kg zu Tnachen. Kakao. Der ^Larkt ist flau. Für Kamerunkakao wurden Ji 70. — bis 73. — je nach (Qualität bezahlt. Kolanüsse. Je nach Qualität JC 32. — bis 37. — . Ingber. Sehr starke Nachfrage. Kleinere Posten zu JC 20.— verkauft. Kopra. Fest. Westafrikanisches JC. 10.— bis 13.50, ostafrikanisches JC. 13. — bis 15.50 nach Qualität. Erdnüsse. Ohne Geschäft. Geschälte Mozambique nom. .^ 12.25 bis 12.— . Sesamsaat. Preise unverändert, buntes Mozambique ofC 12.25 bis 12.—. Palmöl. Ruhig. Lagos nom. 0/^:21.-, Kamerun ^18.87 V2,Togo./^18.75bezahlt. Palmkerne. Fest und steigend. Lagos-Kamerun M 10.82V2 bezahlt, Togo jfC 10.50 bis 10.55, Lil^eria JC 10.55 bis lO.GO. Gummi elasticum ist sehr fest und würden Kamerunsorten J^ 250.— liis 270. — bedingen. Piassava. Die Nachfrage ist eine rege und sind die Preise noch gestiegen. Cape Palmas- Ware .K 19.— bis 20.—, Grand-Bassa unverändert .iC 18.—. Ebenholz. Nach gutem Holz ist Nachfrage und wird je nach Qualität JC 5.— bis 7.50 bezahlt. Mahagoni. Nach gutem Holz herrscht rege Nachfrage. Helles und fehlerhaftes Holz lagert in Mengen und ist unverkäuflich. El f enb ein. 15- bis lÖpfündige Kamerun-Zähne JC 7.12V2 l>is 7.25 für 1/2 kg- — 1^ — Anzeigen. Anzeigen (die zweigpspaltene retit/eilo oder deren Raum 25 Pfennig) werden vom Sekretär des Komitees, Tli. Wilckens, Berlin, Unter den Linden 47, sowie von jedem AnnoncenbUrean entgegengenommen. Arthur Koppel Centralhaus : Berlin NW7, Dorotheenstrasse 32. rSiräiSES^^ ::'::s!l'i«i!liilim;ili,; Transport des Zuckerrohrs durch Zugtiere. Vertrieb von Erzeug- nissen der deutschen Kolonien unter Aufsicht 1^ hervorragender Mit- glieder der deutschen Kolonial-Gesellschaft. l'-r' "^ BRUNO «KTELMHN. "•>. Eingetragene Schutzmarke. Deutsches Kolonialhaiis Bruno Antelmanii, Hoflieferant Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs von Mecklenb.-Schwerin. Haupt- und Versandgeschäft: BERLIN C. 19, Jerusalemerstrasse 28. Fernspr.: Amt I. 937. Zweiggeschäft: BERLIN W., 62, Schillstrasse 16. Fernspr.: Amt IX. 7244. Kakao, Schokoladeu, Kaffees, Vanille, Zigarren, Liköre. — Etknologrika, Karten, Photographien, Kolonial - Litteratur. Q-nckf/idlUöf n-n • Kanienin-Kakao: Pfd. M. 2.—, 9 Pfd. je M. 1.90. OpUZJldfll Ict lull. Kola-Likör: i/iFk ~ lasche M. :}.50, i'2Fla8cheM.2.- O'A GaranherfDeüfscIiesKölooialproJükf. Wamerun Kamerun KabGesellsdiayamliün). üeberall zu haben. i»t»igiirT!fltllirT TTT^fTTTTTiillrllllYTTT^rTTTTYlllIlllI | III Ii; lIir;riII»III I XTTTITrrTTITTT i ; » IIIl J TTTVTTTTX 3l ll »iTli;3iiii V. Tippelskirch & Co. BEHLIN NW. 7. Xeustädtisclie Kireliistraisse 15. Spezialgeschäft für Ausrüstungen aller Art nach überseeischen Ländern, insbesondere auch vollständige Ausrüstungen für Reisen nach den Tropen und für Gesellsehafts-Reisen. Sachgemässe Zusammenstellungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und nach dem [Jrtheil erfahrener Reisenden werden auf Wunsch angefertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und Dauer der Reise erbeten. Da Tropenanzüge nur nach Maass gefertigt werden , ist bei Ertheilung von Bestellungen hierauf eine Lieferfrist von einigen Tagen erforderlich. Preislisten stehen zur Verfügung. 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Die Firma versendet franko Preislisten und Proben, sowie jeden Auftrag von Mk. 20,00 an. Verantwortlich für den wissenschaftlichen Teil des „Tropenpflanzer* Dr. 0. Warburg, Berlin. Verantwortlich für den Inseratenteil Th. Wilckens, Sekretär des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees. Verlag und Eigenthum des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn in Uerlin SW12, Kochstr. 68—71. DER TEOPENPFLANZEE. ZEITSCHRIFT FÜK 2. Jahrgang. Berlin, April 1898. No. 4. Danipfsägeniühleii für die Kolonien. Von Th. Hoech. Auf S. 27 des „Tropenpflanzers" wird erwähnt, dafs Schnittholz VOD Schweden in waldreiche deutsche Kolonien eingeführt wird. Hierzu mögen einige Bemerkungen gestattet sein. Für Ansiedelungen in der Wildnifs bilden Bretter und Draht- nägel die wichtigsten Baustoffe. Wände, Dächer, Thüren und Möbel lassen sich kunstlos aus Brettern zusammennageln, und Pfosten, Balken und Dachbinder können aus Brettern zusammengesetzt werden, während die Bohlenform sich auch einzeln als Balken oder Sparren verlegen läfst. Nächst der Herstellung von Verkehrswegen ist die Gewinnung billigen Schnittholzes das beste Förderungsmittel junger Ansiedelungen. Mau braucht nun nicht nach nutzbaren Wasserkräften, deren Einrichtung übrigens selten billig ist urtd stets der Örtlichkeit be- sonders angepafst sein mufs, für die Anlage eines Sägewerks zu suchen; man wähle den schablonenmäfsigen Dampfige triebe dessen Einrichtungen fertig bezogen werden können. Die Abfälle dea Säge- betriebes sind viel gröfser als die Holzmenge, welche zur Heizung des Dampfkessels erforderlich ist. Das Sägewerk speist sich selbst und erzeugt daneben noch Berge von Abfall, die nutzlos verbrannt werden müssen Billiger Preis des Kessels ist daher viel wichtiger als eine gute Anordnung desselben behufs Ausnutzung des im Über- masse vorhandenen Brennstoffes. Transportfähigkeit des Kessels und der Maschine ist die zweite Grundbedingung, damit man sich mit der Anlage an beliebiger Stelle niederlassen und dem Schlaggebiete folgen kann. Nur bei gröfseren Sägewerken an einem schiffbaren Flusse oder einer Eisenbahn lohnt es sich, ständige Anordnungen des Werkplatzes zu treffen und Schnittholzbahnen nach den zurück- weichenden Waldgrenzen anzulegen. 1 — 106 — In Nordamerika baben die in den Wäldern zerstreuten Säge- atiülen ga-nz einfacne Dampfkessel mit drei bis zehn weiten Feuer- robren. Waösei i-uhrenkessel würden sich noch leiebter als die ge- nommen Walzenkessei in vveglosen Gegenden befördern laasen. Die Vereinigung von Kessel und Maschine und d\e fahrbaren Lokomobilen, haben wieder andere Vorzüge, Die technischen Fragen sind aber nicht so schwerwiegend wie die wirtschaftlichen, und diese k(>nnen nur nach mehrfacher Erfahrung für jede Weltgegend ge.-^ondert in zweckraäfsiger Weise gelöst werden. Die Herstellung ganzer Dänipfsäge werke mit allem Zubehör für die Kolonien sollte von einer deutschen Fabrik zu eintr Sonder- aufgabe gemacht werden, und die grofsten kolonialen- Gesellschaften miifsten bereit sein, durch frühe Bestellungen einen Teil des not- wendigen Lehrgeldes zu tragen Nirgends mehr als in Kolonien geht Probieren über Studieren. Zu jeder übers Meer gesandten Anlage sollte die Fabrik auch den Maschinisten stellen, wie es z. B. lie englischen Maschinenfabriken für die maschinellen Anlagen der rheepHanzungen in Ostindien thun. Ein solches Verfahren liegt im Nntzen der bestellenden Ptianzungsgesellschai't, der Maschinenfabrik und der auswanderungslustigen Techniker. Mögen bald [liegende" Sägewerke zahlreich nach den Kolonien gehen, um grofse wirtschaftliche V\ erte vor der Vernichtung zu bewahren und für die raschere Entwickelung der Kolonien nutzbar ZB luacheii. Kaffeeball in Paraguay. Vodi Widler Krüger. Im Hinblick auf die groi'se und stetig zunehmende Bedeutung, welche der KaflFeebau für unsere kolonialen Besitzungen gewonnen hat ist eine kurze Darstellung der Art und Weise der Anpflanzung und Gewinnung des Kaflees in Paraguay, wo diese Kultur ebenfalls ziemlich neuen Datums ist, vielleicht nicht ohne Int^iriresse. Im Anfange der sechziger Jahre wurden zuerst durch die Jesuiten KaÖ'eepilanzungen in gröfserem MaJästabe angelegt; die günstige Entwickelung öer Plantagen wui'de aber durch deti 1869 ausgeb\'oche];en Krieg stark beeinträchtigt, und im weiteren Ver- laufe des Kriesres. der den völligen Ruin der Landwirtschaft zur Folge hatte, gingen die Pflanzungen wieder ein. Erst in diesem Jahrzehnte haben einige Kapitalisten wieder angefangen, den Kafiee- bai! im Grofsen zu betreiben. Eine weseiitliche Unterstützung wurde — 107 — ihnen hierbei durch die Regierung der Republik zu teil, welche in richtiger Erkenntnis der Wichtigkeit der Sach^j den PÜanzern für jede ujngesetzto und angegangene Kaffeepflanze eine Prämie vo.a 30 Centavos bewilligte und noch bewilligt. Als Saatgut M'urde vorwiegend brasilianischer Kaffee eingeführt, welche!' aber jetzt schon durch im Lande selbst gewonnenen ver- drangt ist. Die Anpflanzung geschieht in Baamenbeeten in der Weise, dafs je zwei Bohnen in Zwischenränmen von etwa einem Fufs in Löcher von 4 big 6 cm Tiefe gesteckt werden; die Beete werden mit einer Überdachung aus Palmenblättern versehen, welche zwar die Sonnenstrahlen von den jungen Pflanzen abhält, aber dem Tau das Eindrinoen »estattet, Diese Verdachung wird sieben bis acht Monate nach der Aussaat, d. h. im Februar oder März, wiöder ent- fernt. Das Umsetzen aus der Muttererde in die Pflanzung selbst geschieht in der Weise, dafs man die jungen Pflanzen, um die Saug- wurzeln nicht zu verletzen, etwa '^/'i m tief mit der umgebenden Muttererde aushebt, in Kästen zu den Kaffeelöchern transportiert und sorüfältiff einsetzt. Die Kati:eelöcher werden in 2 m Zwischen- räum und 3 m Abstand voneinander angelegt, zwischen den Kafl^e- iöchern werden Bananen oder Ricinus angepflanzt. Nachdem der Kaffee je nach den Witterungsverhältnissen acht Monate bis ein Jahr in der Pflanzung gestanden bat, entfernt man je die zweite Bananen bezw. Ricinuspflanze, um der Sonne mehr Zutritt zu den Pflanzen zu gewähren. Es empflehlt sich übrigens, die Anpflanzung von Ricinus mög- lichst zu vermeiden, weil der Same der Pflanze sich über die ganze Fläche der Kafleepflanzung verteilt und so ein immer erneutes Reinigen des Hodens erforderlich macht. Vermeidet man diesen letzteren Nachteil durch Einsetzung der Banane, so hat dies auch andererseits noch den Vorteil, dafs man au der Banane selbst ein vorzügliches Fütterungsmaterial für Schweine etc. gewinnt. Wenn im dritten Jahre der Baum ertragsfähig wird, so ist vor all«n Dingen zu verhüten, dafs er zu sehr in die Krone schiefst; zu diesem Zweck wird die Krone beschnitten, hierdurch der Baum gekräftigt und veranlafst, mehr in die Breite zu gehen, wodurch sein Erii'Hg bedeutend steigt Leider kommt der Kafleo ganz un- regelmäfsig zur Reife, und es müssen daher die reifen Bohnen einzeln gepflückt worden, ein Cbelstand, der, besonders bei der augenblicklich bestehenden Schwierigkeit, genügendes Arbeiter- personal zu bekommen, die Ernte über Gebühr mühsam und iang- Avierig erscheinen läfst. Im letztvergangenen Jahre hat man die oben geschilderte Anpllanzungsmethode im Interesse der Arbeitsersparnis dahin modi- 1* — 108 — fiziertj dafs man den Saatkaffee direkt in Pflanzlöcher, je drei Bohnen in eines, brachte, die letzteren mit Strohkappen bedeckte und nun nur darauf zu achten hatte, dals der Boden in der Um- gebung der Löcher absolut rein gehalten wurde. Die bisher mit diesem Verfahren er^Jelten Resultate sind durchaus gute zu nennen, da von dem so gepflanzten Kaffee mehr als 70 pCt. gut angegangen ist. Als Saatkaffee verwendete man, und dies hat sich als durchaus zweckmäfsig erwiesen, Früchte, deren äufaere Hülle schon am Baum einzutrocknen begonnen hatte. Nur eine einzige eigentliche Krankheit des Kaffees kennt man in Paraguay, den „Kaffeewurm", der unmittelbar über der Erde sich in der Rinde des Baumes festsetzt und so ein allmähliches Absterben desselben herbeiführt. Als Mittel gegen diesen Schädling hat sich bisher eine Lösung Aon Kalk und Salz in Wasser am besten be- währt, welche in das rings um den Baum bis zu den ersten Wurzeln gelockerte Erdreich geschüttet wird. Es ist anzurathen, es nicht bei einer einmaligen Anwendung dieses bewährten Mittels bewenden zu lassen, sondern dasselbe nach 14 Tagen noch einmal zu wieder- holen. Wie zweckentsprechend diese Behandlungsweise thatsächlich ist, dürfte daraus erhellen, dafs durch sie fast ganz eingegangene und vermeintlich dem sicheren Verderben geweihte Bäume noch gerettet worden sind. Es erübrigt nun nur noch, einige wenige Worte über das weitere Schicksal des geernteten Kaffees und den für ihn erzielten Preis zu sagen: Die gepflückte Frucht wird auf dem Dörrapparat getrocknet, sodann einem je nach der Sonnenwärme zwei bis drei Tage währenden Nachtrocknungsprozels im Freien unterworfen und hierauf in die Kaffeeschälmaschine gebracht, welche die eigentliche Bohne von ihren Hüllen trennt und Hüllen und Bohnen selbst- thätig voneinander sondert. Jetzt ist der Kaffee endlich so weit, in Säcke verpackt und zum Verkauf gelagert zu werden. Der augenblicklich in Paraguay erzielte Preis ist gegenüber dem brasilianischen Kaflee ziemlich hoch, da für den letzteren 18 bis 20 Mk. per Aröba (= 25- Pfund), für den ersteren dagegen 23 bis 24 Mk. in Paraguay selbst (Asuncion) gezahlt werden. Über die Grenzen des Landes ist der Paraguay-Kaffee noch nicht ge- drungen, doch ist zu hoffen, dafs bei sorgfältiger Pflege und reger Weiterarbeit auf diesem Gebiete auch seinem Export noch eine grofse Zukunft winkt. Zum Schluls ist es wohl auch von Interesse, die Höhe und Art der Besoldung der Kaffeearbeiter kennen zu lernen. — 109 - Es erhalten: die Frauen . . 30 bis O.oO Centavos am Tage ohne Kost, „ Männer . . 0.80 ,, 1.00 Peso „ „mit „ „ ., . . l.Oü „ 1.50 „ r V ohne „ (1.00 Peso -- 6B Mk. = 100 Centavos.) Doch kommt baares Geld selten genug zur Auszahlung, da die Leute verpflichtet sind, Nahrungsmittel, Stoffe etc. aus dem mit der Pflanzung verbundenen Yerkaufsgeschäft zu entnehmen. Cber tropische Böden und ihre Bearbeitong. Von Professor Dr. M. Fesca. Die Veranlassung zu den folgenden Ausführungen gab eine briefliche An- frage des Herrn Gessert in Cassel an die Redaktion des , Tropenpflanzer" um Auskunft über zur Bearbeitung eines sehr harten Lehmbodens in Namaland geeignete Pflüge. Es sind nun aber die Anforderungen, welche die tropischen Böden an die Bearbeitung stellen, je nach ihrer Entstehung und der daraus resultierenden Beschaffenheit so verschieden, dals es mir angezeigt erscheint, zunächst mit einigen Worten die wesentlichsten Eigentümlichkeiten der Boden- bildung in den Tropen und Subtropen zu erläutern. Die unter den Bewohnern der gemäfsigten Zone weit verbreitete Ansicht, dals in den Tropen eine sorgfältige Bodenbearbeitung nicht erforderlich sei, um dem Boden reiche Ernten abzugewinnen mufs als eine durchaus irrtümliche hingestellt werden; der dii-ekte wie indirekt^; Einflufe des tropischen Klimas auf die Bodenbildung liefert vielmehr vielfach ein Bodenmaterial, welches nicht DIU' eine gründliche Lockerung erfordert, sondern derselben aucTi mehr Schwierig- keiten bietet, als dies bei den Böden der gemäfsigten Zont; der Fall ist. Wesentlich verschieden ist bereits der Verlauf des Verwitterungsprozesses in den Tropen und in der gemäfsigten Zone. In der gemäfsigten Zone bewirkt ein langer frostreicher Winter eine weitgehende mechanische Zerstörung des festen Gesteins, welches besonders durch das in Ritzen und Sprüngen eindringende Wasser beim Gefrieren desselben gesprengt und so an seiner Oberfläche in einen losen Gras verwandelt wird, dessen chemische Zersetzung bei der niedrigen Sommertemperatur nur langsam vor sich geht, wie dies beispielsweise die dilu- vialen Ablagerungen der norddeutschen Ebene zeigen. Nicht nur die losen Sande, sondern auch die an zerriebenen Schlammmaaseii reichen Lehme dieser Gebilde cler Eiszeit schliefsen zahlreiche, vielfach noch gänzlich unzersetzte nordischen Eruptivgesteinen entstammende Mineralkörner von Feldspathen, Amphibolen etc. ein. In ganz anderer Weise geht die Bodenbildung in den Tropen und Sub- tropen vor eich, wo Fröste überhaapt nicht odei* doch nur sparsam auftreten, während das ganze Jahr hindurch, oder doch einen grofsen Teil desselben, hohe Temperaturen herrschen und dabei periodisch oder auch wohl ununter- brochen gröfsere oder geringere Regenmengen fallen Hier spielt die mechanische Zerstörung des Gesteina eine nur untergeordnete Rolle, in vollständig frostfreien Ortlichkeiten beschränkt sich dieselbe fast ausechlielslich auf die erodierende Thätigkeit des Tagewassers, dagegen ist die chemische Zersetzung eine sehr weitgehende, und wii- finden daher vielfach das feste Gestein ohne wesentliche - HO - SfroktHrveräiiderung- hie zw bedeiiteiKler Tiefe, oft bis zu 10 ni und tiefer zer- setzt. Aufser von dem Gelialte dieses zersetzten GesteinsmHferialea an Pflanzen- nährstoflen ist, du stets Wärme in reichliclieni Mafse geboten wird, die Frucht- barkeit sowie die weitere LFmbildung desselben in erster Linie abhängig von der Alenge der Niedei-sc klage und ihrer Verteilung-. Uei hinreichendem Regenfalle entwickelt sich auf genügend nährstofl*- i*eichem Hoden bald üppiger Urwald, welcher weiterhin eine bodi^nverbessernde Wirkung auf seine Geste! miuterlage aul'sert. Eine mächtige obere Bodenschicht wird von Fflanzenwurzeln vollständig durchsetzt, zahlreiche l)is zu erheblicher Tiefe eindringende Baumwiirzeln bewirken eine J.>oekemKg; wie sie sieh durch Bo.denl)eai'beitung überliiiupt nicht herstellen läi'st. Unter deni Schatten der Baumkronen wird iiei reiehlicher Feuchtigkeit und Wärme die /iersetzung der Wurzelreste und des die Bodenoberfläche bedeckenden Laubes gelördert, es bildet sich Humus, welcher weiterhin anf die Lockerung des Bodeup, besonders nber !ils Iteguliitor der Bodenfeuchtigkeit günstig wirkt. Es wird iiber auch die Pflanzenernahrung direkt geföi'dert; die in den Tropen zahlreichen f Legu- minosen- Bäume und .Sträncher bereichern durch ihre Symbiose mit Bakterien den Boden direkt an »Stickstoff, und auch auf die Form und \' erteil ung der mineralischen Nährstoffe w"'irkt die Waldvegetation günstig ein. Die obere Bodenschicht wird durch aus gi'ofserer Tiefe stammende Nährstoffe bereichert, und es findet unter dem günstigen Verlaufe der Zersetzungsprozesse im Boden tna.'isenhafte Bildung von Doppelsilicaten und Uumusverbindungen statt, welche letzteren Kali im absorbierten Zustande enthalten, auf die Aufschliefsung und A'ertheilung der Phosphorsäure im Boden wirken etc. Ein solcher Ui-wald)>oden ist wegen seiner Lockerheit und Wegen seines Nährstoflreichtums, besonders da er die Nährstoffe in den Pflanzen leicht zu- gänglicher und bekömmlicher Form enthält, (ür die »neisten tropischen Kulturen weitaus der günstigste. Ist die allerdings mülievolle Arbeit des Waldrodens volibracht. so ist die weitere Bearbeitung des ]>odens kebie besonders schwierige, so lange es gelingt, demselben seine günstige Konstitution durch hinreichende Beschattung zu erhalten. Weit ungünstiger ist der V^erlauf der Bodcnbildnng auf unl>ewaldeten Flächen. Das Fehlen des Waldes kann verschiedene Ursachen haben, es kann dies durch Nährstoffmangel des Bodens oder durch Reliefverhältnisse, welche das Wasser abführen, bevor es den Boden hinreichend befeuchtet hat. aber auch durch unzureichende Niedei\schlitgniengen bedingt sein. Die für die physikalische und chemische Konstitution des Bodens so günstige Humusbildung hndet in den Tl'0i>e7i und Subtrt>pen auf unbewaehsenem oder auch nur ungenügend be- wacbsenerh Boden nicht statt; auch auf den Grusflächen bildet sich infolge un- o-enügendei Beschattung keine Humusdecke, da auch der gi-asbestandene Boden nach heftigem liegen zn schnell austrocknet. Von den unbew^aldeten Boden sind die wenig frnchtbareu Sandböden, welche leicht zerset/.bare Pflanzennährstoffe liefernde Mineralien, wie Feldspath, Amphibole etc.. entweder überhaqpt nicht oder in nur geringur Menge enthalten, diejenigen, welche sich leichter bearbeiten lassen, wegen ihrer Lockerheit auch wenig Bearbeitung erfordern und die Niederschläge schnell und bis m be- deutender Tiefe aufnehmen. Der leichteren Kultur wegen giebt man daher Vielfach den Sandböden trotz ihrer geringen Fruchtbarkeit vor weit nälu'stoff- rf-icheren Lehmböden den Vorzug, wie das auch nuch der Mitteilung des Herrn Ferdinand Gesserf") im Naraalande der Fall ist. Die von dem amerikanischen 1 .Deutsche Koh^nialzeitang" 1880. No. 9, S. 81. — lU — Nationa<ükononven.Ciirrev vertretene Ansicht, dafs zuerst nicht der am meisten produktive, sondern d<-T am leichtesten kultivierbure Boden in KuUur ie bisher im Friratbesitz belindüche, auf Kosten eines Syndikates be- triebene Planiage Sakarre i)i Westusambara, naln? Lutindi (1284 rn liber don -Meere, Temperatur zwischen ll° und 27''-' 0.), soll in eine Aktiengesellschaft nmgewandelt werden. Sie besitzt ein aus reichem ürv. ald bestehendes, gut be- wässertes, zusjunmenhängendes, die Form eines langgeritreckten Rechteckes be- sitzendes Areal von 5000 ha, wovon 2000 käuflich erworben, aOÜO sof if9 Jahre in Erbpacht liberlucioen sind; ausgepflanzt sind bisher UiOOOO l'äuma arabischen raid 5000 Bäume liberischen Kattees, währeiid der grofsen Regenzeit sollen noch weitere 140 000 Bäume ausgeset/.t werden, gerodet und vorbereitet bezw. bepHanat öind im Ganzen 150 ha, 2C0 Arbeii,er sind im Durchschnitt beschäftigt. Kur {lälfte in Monats-, zur Lfälfte in Tageslohn, das Arbeiterangeb.ot ist viel gröfser, auch ist in Sakarre ein gut besuchter Wochenmarkt. Die Entfernung von der K liste beträgt 120 km, von der projektierten Eisenbahnstation Korogwe 25km, ein 2 ni breiter ^Verbindungsweg nach Korogwe ist bereits fertiggestellt. An Gebäuden stehen zwei provisorische Wohnhäuser für Europäer, sechs gi-ofte Arbeiterhäuspr, ein Magq,zin sowie Stallung für Grpfs- und Kleinvieh, An Europäern sind aafser dem Leiter, HeiTn.IUich, noch zwei Europäer auf der Plantage th-atig Die in der Anlage des Prospektes mitgeteilten Berichte des Botanikers Dr. J. Buch- wald über das Land, des Finanzdirekiors Dr, v. Bennigsen und des Regicrnngs- r.äts Dr. Stuhlmann über die Pflanzung lauten recht günstig, auch be/.eicluiete letzterer in seinem Vortrag an» 2o. März die Flantage Sakarre als sehr schon und das Land als aufserordentlich gut Das Kapital täoll 1 Million M^a-k in UH)0 Aktien ä lOOo Mk. betragen. Das Besitzrecht poII durch Zahlung von ■100 000 Mk., zur ITälfte baai-, zur Hälfte in Aktien, an die bisherigen Besitzer erworben werden,- so dafs ein Betriebskapital von. GOOOOO Mk, übrig bleibt Die auf einer Pflanzung voT. ötiOOOO Bäumen (also etwa 250 ha) basiereVuU Ertraigsberechnung derf Ptospektes ergiebt eine Verzinsung des voÜbezahlten Kapitals von mehr als 30p('t. vom Jahre 191 •;> ab. so dafs seiltet bei unvorher- gcselienen Zufällen oder Vevniehrung der Kosten und Verminderung des zu Grunde gelegten KatFeep^-eises (80 Pfg. pro Pfund ist in der Berechnung an- genommen) diu ileutabilitat, günstig zu setJi scheint. - 115 - Usambara-Kaffeebaugesellscliafl. Die ^u^pfianzunj? weitefev Kaffeesträucher ^sarde 1891 sehr ei-schwert und eingeschränkt, weil dos aeltdem wieder aufgelmhene CouvenitiineDtögebot der Oesinfuienin-- der KafTetisaat hezw dessen fehlerhafte Aiis)uimir,g bedrtuerlicbev- weise einen Mangel an Setzungen erzeugte, so dafs die grofse Regen/ejt rnr wenig uusgenur,zt werden konrft« und weil in der kleinen Regenzeit der Regen fast vollständig aosbiieb. Trctzdeiu ist es geglückt, ^v^ Laufe des Jahres HOriOO Bänineben auszusetzen und diidurch den Banrn estand erheblich zu er- höhen. Die Vorarbeiten für die An.späanJ-ung in der grot't^ta Regenzeit 183^ sind in uusgedehutem Mafso gefordert woi-rltn, so dafs eine sehr bedeutende- Mehrung des Baumbestandes m Ännsicht steht imd mit .Sicherheit erwartet werden d:irf, da Setzlinge in den Saatbeeteii in au.^reichender Menge znr Ver- fügung stehen xind Arbeiter ;6ich m wachsender Zahl einüiiden. Das Ge'icihen der ansgepflanzten Baume ist vortrefflich and mheilVt reiche Erträge, d.-* sirdi in dieaem Jahre 'die Zahl der fruchttragenden Bäume schon auf 65000 erhöiit haben wird Schädlinge machen sieh wenig henteri wofür ein Gut ge- pachtet werden soll. Schon vor Jalu-eafdst w^ren .jn den deutschen Kolonien auf den Plantagen etwa 7} Wid^ehaftshearate thätig, weiche Zahl in .spätestens fünf Jahren auf das Doppelte gestieg-on sein wird Aach die -Missionen, Fak- toreien und Regierungsanstalten haben Wirtschaftsbeamte nötig, wofür mit der Zeit noch mindestens .50 Stellen in Betracht kommen, ao dafs in fünf bis sieben Jahren wenigstens 200 Stellen mit dusgebildeten jungen Leuten zu besetzen - 116 — sind, wozu nocii die im Au^^laiid, z. B, Südbi'aBilien, sowie im überöeeischer. Handel ihr FortkoBnnen suclieadeu Leute liinziikorainen. -— Der Arbeitsplai), über deu wir später ausführlid; berichten werden, ist von Prof. Dr. VV^ohlt- manu aufgestellt; die Koloiünlsohule ist als luterjiat für etwa 40 Zöglinge and mit zweijährigem Lehrkursus gedacht, und zwar in dem klimatisch und wirt- schaftlich besonders dafür geeigneten Eheinthal. Das Hauptgewicht ist aui' praktische Unterweisung gelegt. Der Lebr[ilan umfafst Religion, Mission, Kultur- geschichte, Kolonisation, deutsehe und fremde Völkerkunde, Naturwisöeuschaft, neuere Sprachen und Suaheli, Ackerbau, Tiehzucht, landwirtschaftliche Buch- führung, Wein- ujid Obstbau, tropische Landwirtschaft etc. Dazu kommen zeit- weilige Kurse für Hygiene, Handwerker etc., sowie Vorträge der Dozenten der Universität Bonn und der Akademie Poppelsdorf. Seine Majestät der Kaiser hat in Anerkennung der Bedeutung des geplanten Werkes und zur Anregung der privaten Förderung 50CK) Mk. für diese Kolonialschule gespendet. e ___f/" — — ' ^ VI « - >»)> :.>^>^>;>> AiJK (leiitsclieii Kolonien. Nj±s±Sf±^ ^ —1A_ «^ ^-— -^ Die wirtschaftliche Lag>e Deutsch-Südwestafrikas. Einer unserer ältesten Kolonisten in Deutsch-Südwestafrika, Herr O. Seidel, hat kürzlich seine neunjährigen Erfahrungen darüber in einer sehr lesenswerten kleinen .37 Seiten umfassenden Broschüre „Deutschlands erste Kolonie" izu be- ziehen von 0. W. C. Busch, Hamburg, Luisenhof i veröfifentlicht, in der die Geschichte und wirtschaftliche Entwickel'.ing in klarer nnd packender Weise ge- schildert wird. Von Bedeutung ist vor allem, wa? er über das Gerücht ..sagt, dafs in Deutsch - Südwestafrika Diamanten gefunden seien; er selbst hat 140 000 Morgen Land in dem Diamantendistrikt gekauft nnd bereits Schürfungen vornehmen lassen. Die Untersuchung der nach Kapstadt und Kimberley ge- sandten Erde ist äufserst günstig ausgefallen, und es werden daher in Kürze wohl auch bergmännische Unternehmungen ins Leben treten. Von Guano werden schon jetzt jährlich ca. 8000 Tons, Robbenfelle ca. 4000 Stück ausgeführt, erstere zahlen 35 Mk. Ansfuhrzoll per Tonne, letztere 1 Mk. per Stück. Uns interessiert hier natürlich am meisten, was Herr Seid§;l über die Zukunft der Agrikultur sagt, und g^ben wir den betreffenden Abschnitt hier wörtlich wieder. „Ein grofser gar nicht genug zu schätzender Wert unserer Kolonie liegt jedoch zu allernächst in den ausgezeichnetüu Weideplätzen und dem für Ackerbau äufserst günstigen Boden hinter dem Sand^artel an der Kaste. Wasser ist auch überall in genügender Moige vorhanden, man mufs eben nur Brunnen gi-aben; ich habe bereits 4 solcher Brunnen angelegt und habe stets Wasser bekommen. Einer ist sogar in sandigem, dünigem Boden und ebenso wie ein zweiter, der von unten bis oben in Feleen gesprengt ist, bei allerdings 36 Fufs Tiefe ergiebig. Auch durch Dämme kann man für viele Monate Wasser auffangen, denn unser wunderbar schöner, ewig blauer Himmel öffnet während der Monate Dezember bis Mai auch dann und wann seine Schleusen. Ich habe 1894,95 21 Tage mit 182 mm und 1895 96 18 Tage mit 123 mm Regenhöhe beobachtet; allerdings hatten wir auch schon Jahre mit über 350 mm und solche mit ca 70 mm. Auf jeden Fall regnet es aber nicht häufig geiiUg, um Ackerbau ohne künstliehe Be- wässerung unternehmen zu können. Bb sind früher schon Versuche im Getreidebau gemacht worden, und alle mit äufserst günstigera Resultat. Ein ganz inter- — 117 — essanter Fal) i^t mir auf Keetmanshoop begegnet Es sind jetzt ungefähi- 4 Jahre her, äafs der Häuptling deä Platzes eines Tages dem Füttern meiner Pferde mit Hafer zusah, und im Laute des Gespräclis inachte ich ihn darauf aufmetkisam, dai's durch Saniinelu und Säen des an die Erde fallenden Hafers jemand einen ganz uetteu Yerdiejist erzielen konnte. Ich war erstaunt, ala danach regelinäfsig beim Füttern ein Hottentotte erschien und den daneben fallenden Hafer aufhob: aber noch mehr verwunderte ich mich, als ich einea Tages durch den Häuptling aufgefordert vurde, seinen Garten, wie er es nannte, anzusehen. Hier standen ca. 500—600 Q Meter prachtvoller, üppiger Hafer, allerdings ziemlich dünn ; abev; wie man mir sagte, waren dazu auch nur einige Liter Aussaat verwendet worden; immerhin wurden ca 1900 Pfund recht schöner, voller Hafergarben geerutet. Für uns Weifse war es, wie bereite erwähnt, der Kriegsunruheu wege]i bis jetzt nicht niöglich, grofwere Versuche auf diesem Gebiete zu machen, man mufste sich mehr auf Gartenfrüchte btächränteu, und nach dieser Richtung sind sehr nette Erfolge zu verzeiclmen. Es wächst alles, namentlich aber geben Rankengewächse ganz enormen Ertrag. Kartoüeln kann man zwei-, sogar dreimal im Jahre pflanzen; zur Sommerzeit mufs man aüerdiag'd SaatKartoffeln von der Kapkolouie verwenden, da unsere deutschen zu der 2eit nur ins Kraut wachsen. Rettig, Rothe Beet, Blumenkohl etc. gedeihen in einer selteneji Pracht. Ebeiiso geben Feigen und Wein eine reiche Ernte; auch andere Frr.chtbäume, als: Aepfel, Birnen, Pfirsiche, Orangen, Granaten etc. gedeihen orilhint. Mit Kirschen und Zwetschen sind, soviel ich weifs, noch keine Versuche gemacht worden Erd- beeren hat man, wie ich hörte, auf Windhoeck einmal gepflanzt, doch sind sie in der grofeen Sommergiutfi eingegangen, da sie leider gerade zur Sommerzeit gepflanzt waren. Hier müfste also für Schatten gesorgt werden. Alle Gem.üse- arten kann nun jährlich dreimal, Bohnen, Erbsen, Melonen, Gurken und aiideie Rankengewäthse dagegen nur zweimal säen. Wenn ich nun auch nicht behaupten will, dals wir konkurrenzfähige Konservenfabriken drüben etablieren können, wenigstens nicht in den nächsten Jahren, so lange wir keinen Bahnverkehr zur Küste haben, so glaube ich doch, dafs ein rationell betriebener Obst- und Ge- müsebau eine ganz ausgezeichnete Kapitalanlage ist, namentlich da man ihn neben Getreidebau im Grofsen betreiben könnte. Wir sind bia jet'-t beim Be- züge von Mt'hl leider beinahe völlig von der Kapkolonie abhängig. Mit deutschem Mehl, wenn auch in Fässern mit Blecheinsatz verpackt, haben wir nur scblechte Erfahrungen gemacht; es mufs daher unser erstes und ernstes Bestreben sein, uns auch in diesem wiciitigen Verbrauehsartikel von der Kapkolonie frei zn machen. Aber auch in anderer Beziehung ist Getreidebau zur absoluten Not- wendigkeit geworden; das Wohl und Wehe der Kolonie hängt mitunter davon ab. Was würden wir z. B. thun, wenü uns die drohende Gefahr der Rinderpest auch im Süden unserer Kolonie wirklich heimsuchen sollte? Hier giebt es noch keine Eisenbahn, und es ist wohl auch in den nächsten Jahren nicht auf eine solche zu rechnen. Ohne Frage würde zunächst untei- den Eingeborenen eine grofse Hungersnot ausbrechen, die Kolonie würde um Jahre in der Entwickeluug zurückgebracht werden, die Arbeit vieler entbehruugsreiclier Jalire würde ver- loren sein. Da wir Deutsche nun aber nicht so leicht das einmal Erworbene hergeben und an der uns zur neuen Heimat gewordenen Scholle mit derselben Liebe wie an unserem alten Vaterlande hängen, so müsaen wir Mittel suchen, um all solchen Bedrängnissen in Zukunft ruhig begegnen zu können. Deshalb ist der Getreidebau notwendig. Neben den bereits angeführten landwirtschaftlichen Erträgnissen -- 118 — spielt der Tabakbau eine gvoisc Rolle es iöt mir «ur ein Farmer bekannt, der deh Tubakbau früher in etwas grolserem Stile betrieb; exportiert hat derselbe aber nichts davon, fler Ertrag der ca. 6 — 800O Pilaiizen geniiürte nur, um einige Aufträge de'- nacfisTwohnenden Kaufleute zu befriedigen. Um sein Unternehmon gröfser auszndohaen, dazu feblten ihm die Slittel. Jetzt ist der Betreffende gan? wegge:wgen. Tabak gedeiht atisgezeichnet, und es ist aufrichtig zu bedauern, däfs sich noch niemiuid aus.schliefslich mit Anbau desselben in der Kolonie befafst. Tobak -vyiirue ein für die betreffenden Pflanzer r^cht gewiniibringen{|er Exportartikel werden." '\Va3 über die Viehzncht gesagt wird, ist den Lesern dieser Zeitschrift im allgemeinen schon durch den Aufsatz des Herrn Dv. Dove bekannt; Herr Seide) schätzt den ;ragenblicklichen Bestiind an Eindern im Schutzgebiet aui" 300000, davon fallen auf die Damaras ca. "200 000. Von absteckenden. Krank heilen kennt man diiiben (abgeseüeu natürlich von der Rinderpestr^) nur die Lungen^euche, gegen vrelche sich die Impfung am besten bewährt hat: man nimmt ein Stückclien 24 Stunden lang gewässerte Lunge eines an der Lungen- Mouche gestorbenen Ochsen und impft es ca, 1 Zoll über der Schwanzspitze des zu impfendeai Tieres mittelst eines SchujLles durch das Fell uad verbindet die Steile mit Leinwand. Nach einigen Tagen :^eigt sich eine Schwellung des Sehwnnzeb, and nach weiteren 14 Tagen fällt, das unterste Ende desselben ab. Öall- und Blutseuche treten zwar auch zuweilen recht stai-k auf, sind aber be- deutend weniger ansteckend al.-:i Lungenscuehe. Die Pferde, die einer sehr ver- besseruügsfähigen, häfslicheii, kleinen, temperamentlosen, aber gemigsameu, aus- dauevndea und kistongsfähigen Race angeJioren. leiden vor allem an der sog. Pferdesterbe, die zwischen Dezember und Lude April auftritt; es giebt nur wenige sterbefreie ITätz'e, sie liegen meistens lO bis 15 Meilen von der Küste; hierhin mufs man die Pferde während der Zeit schicken. Die Füllen müssen Glocken tnigen zum Schutz gegen die Leoparden, die sonst grosse Verheerungen unter denselben anrichten. Kleinvieh 'darf maji nicht, wie die Rinder, vollständig frerndfn Wächtern anvertrauen; hierauf ist teih\eise das Scheitern der Schal- zuchtunternehniung von Herrn Hermann in Ciibub mit zurückzuführen. J^err Seidel selbst übergab früher einmal einem Eingeborenen 400 Stück Kleinvieh, und nach zwei Jahren \\aren anstatt der dreifachen Anzahl kaum noch 100 Stiiek vorhanden. Durch den Mifsei-folg Hermanns haben sich wohl manchp abhalten lassen. Versuche mit Wollschaten zu machen, doch ist dazu absolut kein Grund vorhanden. Namentlich Namaland eignet sich gan^ ausgezeichnet zur Zucht. *) Über die Kinderpeft liegen neuere Jjerichte sowohl aus dem Norden als nach aus dem Süden des Gebietes vor. So schreibt der Missionar Krem er aus Shaub mi Otavidistrlkt, es stehe fest, dafs die Verluste in vielen .Gegenden auf 80, ja !'0 vom JTundeit gekommen sind, dafs viele Po.sten von lOUOO bi? 15000 Tieren fast ganz .ausgestoiben sind. Zum Teil hat die Seuche gr-ji'se Bungei-sriDi herbeigeführt, die F.-achtpi-eise sind bif ins Unglaubliche gestiegen, eine Früchtsenduag von Swakopmund bis Shaub hat allein 17^8 .Mk. gekostet, riameat)ioli unter den nruien Bergdaniaras ist die Not gix>fs. Nach Nachrichten aus Otjinibingue ist auch dort die Not grofs; viele erwerben sich zwar durch den Bahnbau den n(iUgst.en Lebensunterhalt, aber mehr noch finden keine Be- schäft/igung. Unter dem wenigen Vieh, das die Pest gelassen,, räumte auch noch die Ijingeuseuehe auf Nach dem Süden hingegen war die Rinderpest noch nicht hingedrungen, dagegen ist die (mpfniiü- schiittwei.«:e jetzt . endlich bis "VVarmliad gelangt; da die Galle sich nicht länger als IS Stunden hält, nmfsten nämlich viele Stationen zur Gewinnung von Galle eingerichtet werdeji. Man hat. durchweg rechr günstige Resultate mit der Impfun»' erzielt, auf der Station Gabi^ a. B. sind von 2.30 geimpften Rindern nach zwölf Tauen nur drei ein- Red. ^ — 110 -^ nnd mflu könnte liier diestibcn sc'höiK'n Erfnlge 55U verzeichnen haben, wie in Natal, Oranje-Pve^igtaat €tc. Neben den Wollschafen vürde es sich nllcrdings auch iiusgezeiciinet lohnen, Angora-Ziegen zu :<üchtfcii, -»welche ebenso wie die WöUachfife in der Kapliolonie billig zu Icaufen sind und reichen ilaurerfrag, ea 6 Pfund pro Stück «nd Schur, ergeben. Aufsei* den bereits -angeführten Tieren lustfen sich auch rincli Straufse züchten. Einige Teile unseres Schutz- gebietes eignen Siich ganz vorziigiicli dazu. An Haustieren -würde es ßich lohnen, BchVveine aud Hühner in giöfseref Menge zu halten, beide Tiere brauchen sehr wenig gefüttert zo werden, da sie sich ebenfalls durch FekU'utt.er ernähren können. Schweinefleisch sowie Eier werden init horrenden Preisen drüben bezatilt. Es ist aufser Jeder Frage, dafs rationeil betriebene Viehzucht eelit gewinnbringend ist. Schon jetzt existiert ein absoluter Mangel-an Kleinvieh zu Schlachtzwecken, und auch Schlacht-Uchsen sind recht rar; Tor acht Jahren «ahlte man z. B. für einen Hamrael der 8() Pfund wog, 10 Mk., heute ist mau schon sehr zufrieden, wenn man für diesen Preio iö bis 45 Pfund Gewicht erhält. W^is die Preise des Rindviehes anbetrifit, so ist der Wert eines Ochsen (^jährig) zwischen 50 und CO Mi<., der einer Kuh ebensoviel, dereines ö jährigen Ocheen ca. 00 bis 100 Mk. Von den EingeJborenen kann man oft Jährige Kälber für 15 bis 20 Mk. kaufen. Der Preis der Pferde variiert zwischen 240 bis 400 Mk., aubiiahinsweisu steigt er auch wohl auf 50Ö Mk. Dr. Stulilmann über die wirtschaftliclie Entwiekelung Deutscli - Ostäfrika s. Am 23. März hielt Regierungsrat Dr. F. Stnhlmanu, Direktor dec Ab? teilung der Landeskultur in Deutsch-Ostafrikn, in der Deutschen KolouialgeseÜ- schaft (Abteilung Berlin Charlottenbui-g') iiri grofsen dichtgefülitenSaaie des Hotel Kaiserhof zu Berlin einen durch Projektionsl>ilder unterstützten sehr l*elehrendeu Vortrag .,Über die wirtschaftliche Entwickelung Dentsch-Ostaft-ikaa", der den Zuhöreni ein scharf unirissenes, auch in den Einzelheiten vortreti'lich durch- gearbeitetes und 'lie allerneuesten Regierungsberichte uui fassendes Bild der Entwickelung und jetzigen wirtschaftlichen Grundlage dieses hervorragenden Schutzgebietes gab. Es ist eine wirkliche Freude, au.s dem Munde eines so sach- kundigen and für die v.irtschaftliche Entwickelung des ihm anvertrauten Ge- bietes trotz der besehrankten ihm zur Verfügung gestellten Mittel so rastlos nnd segensreich wirkenden Munnes dasjenige in abgei-undtter, lebendiger Dar- stellung unter Vorfahrung von natnrwahren Abbildungen zu vernehmen, was sonst nur durch mühsiimcs Studium der verschiedenen Regierungsberichte und Kolonialzeitschrifteji abstrahiert werden kann, und vor allem hat es für den wahren Kolonialfreund etwas Beruhigendes, wenn trotz der durchaus sachlichen und nüd.'teriien Beurteilung der thatsächlichen Lage durch e-iiien an der wirtschaftlichen Entwickelung in so enünentem Maasse ttilnelnnendeu Mann dennoch so viel Erfreuliches zu bcrichren bleibt. Bei der hervorragenden Be- deutung dieser Ausführungen wollen wir über den Vortrag ausführlicher refe- rieren, als wir es in der R^-gel zu thun pflegen Nach einer kurzen geschichtlichen Übersieht, in der die Goldgewinnung der semitischen Volkerschaften im südlicheren Ostäfrika in der grauen Vorzeit sowie die spateren Einllüsse der Araber. Pnrtusiiesen, Inder geschildert wurden, kam der Ivedner auf die wirtschaftliche Entwickelung dieses Jalu-hunderts zu sprechen, die mit den etu-opä Liehen EiulHisfeen von Mauritius und Bourbon aus begann, von wo 3806 die Gewürznelkenknitur nach Sansibar gelangte, die 1S39 schon emen flxjwt voa 9000 FriLsilah lä o5 l'fuiid) ergab ; 1638 begannen die Handels- — 120 — vertrage der europäischeu Mächte mit dem Sultanat Sansibar, 1844 die Missions- niederiassungen und gleiclizeitig die Handelsthätigkeit deuteebe)- Finnen auf SaubiDar, während der Handel an der Kiiste sehor; dMinals, wie auch noch heute, in den Händen von Arabern «nd naraeutlich Indei-n lag, was sich auch in Zu- kniift kaum ändern dürfte, da ein iiKÜeeher nandelsbefliesener mit 200 bis 30l) Mk. im Jahre auskommt, während ein Europäer der Firma auf 6000 bis 7000 Mk. zu stehen kommt. Die neuere Geschichte, die 1884 vou Dr Peters erlangten Schutzyei'träge über vier Landdchaften, die Einrichtung eines ßernfs- konsulates in Sansibar. Einrichtmig der Zollverwaltang von 1888, der Aufstand, die Übernahme durch das Reich 1891 wurden gleichfalls kurz besprochen, während dann die Einrichtung und Arbeitsteilung das Gouvernements und der Post- verwaltung ausföhrlieher erörtert warde. Bemerkenswert ist die Ansicht des Y ertragenden, dafs auf abseJibare Zeit nur die küsteiyiahen (hegenden sowie die durch Flüsse und eventuell zu bauende Eisenbahnen g,ufge3chL..-denen Land- schaften wirtschaftlich in Betracht kommen, für Plantagenbetrieb neben dem schon stark in Angriff genommeneji üsarabara noch Ng"uru, üsagara, Siid-Pare, während üluguru hierfür zu schroft" «nd «teil zu sein scheint. Für eui'upäische Besiedelung kommt West-Usambara, Uhehe und das Nyassaland in Betracht. Sehr befriedigend ist der Einfiufs auf den Sklavenhandel; der Skiaven- esport, der 1862/63 in Kilwa aliein etwa 18 000 Seeleu betrug, hat fast ganz aufgehört. Man soll sich aber hüten, die Aufhebung der Sklaverei zu forcieren die Entwickelung mufs langsam gehen; allein im vorigen Jahre konnten vom Gouvernement 1200 Freibriefe ausgestellt werden; durch die radikale Aufhebung der Sklaverei auf Sansibar wäre, wenn sie streng durchgeführt würde, die Nelkenkaltur stark gefährdet, da die arabischen PflaTi.^er kein Kapital zur Be- zahlung des Tagelohnes besitzen; vielleicht wird sich die englische Regierung zur Ennäfsigung der jetzt 30 pCt. des Wertes betragenden Nelkenausfahrsteuer, einer Haopteinnahme der Verwaltung, entschliefsen müssen. Auch die Sicherheit hat in Deutseh-Ostafrika enorm zugenommen, nahe der Küste ist die Achtung vor der Regierung sehr gi'ofs, die Hauptverkehrswegö nach den Seen kann man fast ohne Waffen zurücklegen, nach dem Kilimandscharo genügt der Spazierstock, Uhehe macht freilich vorerst eine Ausnahme, Die am 1. April in Kraft tretende Hüttenbesteuerung soll nur dort eingeführt werden, wo es auf gütliche Weise geschehen kann. Ein Hauptzweck ist, die Eingeborenen zur Mehrprodnkt'ioji, namentlich von Ölfrüchten, anzu- regen, da der Sesamexport des Sücfens,. wie auch die Kautschukausfulu* von Dar-es-Saläm stark zurückgegangen ist, wahrscheinlich eine Folge des Zusammen- ströraens der Bevölkerung in die Städte, wo lohnendere Arbeitsverhältnisse gegeben sind. Auch die wissenschaftliche Erforschung des Landes hat gi'ofse Resultate erzielt, wie die schon fertig vorliegenden botanischen und zoologischen Teile des grofsen Sammelwerkes über Deutseh-Ostafrika zeigen 5 neuerdings ist eine botanisch-zoologische Expedition für die Hochländer des Nyassagebietes geplant; Dr. Maurer richtet ein Netz von meteorologischen Stationen ein, und von einer Reihe von Plätzen besitzen wir schon jetzt längere Beobachtuugsreihea: mittlere niedrigste höchste Zahl der jälirliche Temp. Temp. Temp. Regentage Regenmenge Dar-es Saläm 1. Dez. 95 bis 1. Dez. 96 25,6'- C. 17,5^ C. 33,4^ G. 140 1144 mm Tanga 1, Dez. 95 bis 1. Dez. 90 25,9 19,2 33,6 142 1997 Kwai (Mochusambara) (1897 2430 mm) 1600 m üb. M. 16,5 6,5 26,5 143 1100 — 121 — Die jährliclie Regenmenge erreichte in Kwankorö (Haudei) im Jahre Ofi/97 die külosaalo Menge von 339Ü mni, dagegen hat Liudi (im Süden i nur einen liegen tall von 865 mm. "Was die Mineralschätze des Landes betrifft, so kommen die beiden bis 4 ui mäctitigen Kohlenflötze 30 km vom Nyassa erst znr Aneuntzung in Frage, v\enn dei- Bedarf der Dampfer auf dem See ein grösserer gew'orden sein wird; die Nutzbarmachung des Glimmers ist Gegenstand der Untersuchung, über das Vorhandensein und die Ergiebigkeit der angeblich im Süden des Victoriasees vorhandenen Goldlager, zu deren eveiitueljer Nutzbarmachung sich ein Syndikat gebildet hat, ist Siclieres nicht bekannt.*) Die Thätigkeit der Regierung mufs sich darauf beschränken, systematisch den geologischen Aufbau des Landes zu studieren, da das Kontrollieren der Gerüchte über das Vorhandensein nutzbarer Mineralien nur zn zwecklosen Hin- und Herzügen führt. An der hervorragenden Bedeutung Sansibars als Handelsplatz wiid der Aufschwung Deutsch-Ostafrikas nur dann etwas ändern, wenn der Schwer- punkt in Plantagenbuuprodukten liegen wird, betrug doch der Handelsverkehr Sansibars mit der deutsclien Küste 1892 bis 1894 noch nicht den vierten Teil des gesamten Handelsverkehrs (8 520 237 Rupie)i gegen 36 452 490 Tluplen). ebenso betrug 1893,94 die gesamte Ein- und Ausfuhr der ganzen deutschen Küste kaum den vierten Teil der Ein- und Ausfuhr der kleinen Insel San.sibar (12 669 00Ü Rupien gegen 45 750000 Rupien,'. Auf die Gesundheits Verhältnisse ist das Hospital in Dar-es-Sahim von günstigem Einöufs, wies doch die Poliklinik im letzten Jahre die kolossale Be.-suclisziffer von 6000 auf; auch in Tanga wird ein neues Hospital gebaut, Saiiatorien werden errichtet in Lutindi (Westusambara, 1200 m üb. M.) und auf einer Koralleninsel vor Tanga; ob das Prinzip richtig ist, werden die For- sclnTUgen Dr. Kochs in Westusambara erweisen. Ein Fortschritt ^\ud auch die jetzigen Wohnhäuser der Europäer aus Korallenkalk im Verhältnis zu den früheren aus leichtem Fachwerk, der nächste Schritt wird aber der sein müssen, Bungalows herzustellen nach englisch- und bolländisch-iiidischeni Muster an Stelle des jetzigen Kasernieruugssystems. Die Missionen machen sich in wirtschaftlicher Beziehung verdient durch Einführung von Kulturgewächsen, Unterricht der Zöglinge und oft auch der umgebenden Bevölkerung in Handwerkskünsten sowie Übernahme und An- siedelung von überwiesenen oder freigekauften früheren Sklaven. Schulen befinden sich in Tanga, Bagamoyo und Da'-es-Saläm, in den beiden letzteren unterrichten auch indische Lehrer, in Tanga und Bagamoyo Werden auch Negerkinder in Pension genommen, wodurch Stabilität im Besuch erzielt wird, da oft schon sechsjährige Kinder sich ihren Lebensunterhalt seibat erwerben müssen. Weit fortgeschritten ist die Karten- und Roatenaufualime, an der sich die meisten Offiziere beteiligen. Das grofse, aus 30 Blättern bestehende, von 45 Mitarbeitern zusammengestellte, von Professor Dr. Kiepert bearbeitete Kartenwerk Ostafrikas (1:300 (>00') ist schon zur Hälfte fertig; ein Geograph ist beschäftigt, die Ausdehnung des deutseh-ostüfrikanischen Gebietes fest- zustellen, zwei Expeditionen machen genauere Aufnahmen in üsambara, die eine mit 300 Arbeitern die weitere Vermessung, die andere die genaue Ti-ian- gulation der Gebiete der einzelnen Gesellschaften; nächstens soll auch das *) Von privater Seite wii-d uns mir.geteilt, dafs die her übergesandten Proben einen Goldgehalt aufweisen der demjenigen der besten Minen Transvaals nicht nachsteht, vielleicht ihn sogar übertrifft. " Red, 2 — 122 — Riifidjidcltu in AngriÖ jrenomincn werden Der dritte Teil der Landesaufiialinie wird in der Herstellung eines Katasters bestehen, z.unäc)ist in Dav-es-Saläm. Vom Landbesitz gekört ein nnveriiältnisinafsig grofser Teil der Deutscli- Oötafrikauiselien Gesellschaft infoige der Ablösung der Holiei tsrechte und durcii die Eisen-batinkon Zession; sie hat bereits 250000 ha okkupiert vor allem ist es ein 10 Seemeilen breiter Ktistenstricli. auch in Mafia, ferner Usagara, Useguha und ükamic aber auch die Pllanzüngsgesellschaften beanspruclien meist so viel Land, dafs die Bebauung v.eit über ihre Kräfte geht, ist doeh zur Nutzbar» macliung von einem Urwaldgebiet von 800 ha für Kaffee schon ein Kapital von annähernd einer Million Mark erforderlich. Als FI an tagen arbeit er eignen sich die Neger vorzüglich, so dafs die teueren asiatischen Arbeiter nach nnd nach entlassen werden; schon jetzt arbeiten 5000 Neger in Handel, teilweibc mit auf viele Monate laufenden "\' er- tragen. Selbst alte Javapflanzer sind erstaunt über die Geschicklichkeit und Anstelligkeit der Neger. Als Lohn wird bezahlt li)Vi Rnpien (ä- 1' '3 Mk.) einschl. der Yerpflegungskosten für 30 Tage; Sache der Pfliinzervereinigung in Tanga wird es sein, Mafsregeln gegen das in-die-Höhe-schrauben der Löhne 6\i treffen. Von der U^ambara-Eiaenbahn sind bisher nui- die ersten 42 km (bis >rahe5a! fertiggestellt^ die Eisenbahn ist ein Toreo, da bei Benutzang derselben durch HinschaiTuug der Träger an den Endpunkt die Fracht nicht billiger kommt als dm-ch Trägertransporf. von der Kiiste. Die Bahn mufs unbedingt weitergeführt werden, und zwar bis nach Westusarabara, denn nur wenn die Bahn vollendet i?t, läfst sich diese Landschaft für europäische Ansiedelung er- sehliefsen. Auf den verschiedenen Plantagen sind bis jetzt angepflanzt l'/4 Millionen Bäume arabischen Kaffees auf 600 ha, in der nächsten Periode soll eine weitere Million ausgesetzt werden. Die Bäume werden in 6 Fufs Abständen gepflanzt, in Baloa auf Terrassen. Während die Ileniileia im September 1896 sehr viel Schaden verursachte und so reichliche Sporen entwickelte, dafs bei einem Gang durch die Pflanzung dev weifse Anzug ganz gelb wurde, standen die Plantagen „ein Jahr später so viel besser, wie sich nicht träumen liefs" ; der Schaden dürfte wohl nur darin bestehen^ dals die Pflanzen einige Jahre früher zu tragen aufhören und also früher durch neue ersetzt werden müssen. Im letzten Jahre wurden schon über 2000 Centner KaÜ'ee geerntet; entgegen der Angabe der Pflanzer, dafs der Baum auf 1 Mark zu stehen komme, zeigen die Pflanzuiigen der D, 0. A. G , die bis Ende 189G IVi— IV2 Millionen Mark gekostet haben, wogegen 500 000 Bäume gepflanzt wurden, dafs der Baum auf 3 Mark zu stehen kommt. Macht man die jiötigen Abstriche für die als Lehr- geld zu betrachtenden Fehler und teuren ersten Erfahrungen, so durfte 2 Mark pro Baum nie richtige Kostenverallschlaguug sein. — Von Liberiakaffee- bäumen ist jetzt rund V2 Million ausgepflanzt, vielleicht werden es in diesem Jahre oekenzeit (Mai— Juli) die Blätter ab, so dafs es nicht an der nötigen l^tuheperiode felilt. Auch Kaffee gedeiht noch dort oben, wenngleich er in der Kaltezeit leidet, 30 erholt er sich doch. Kuh- und Ziegenstall sind schon fertig, ebenso die Meierei mit Separator etc., die Erbauung einer Mühle und Sägemühle ist das weit,erhin zu erstrebende Ziel, hnmerhiii ist das der Besiedelung zugä.'.igliche Gebiet klein, 20' \'ortrefnichen Häfena wegen, des einzigen an der J\strolabe-Bai, als Station erhalten bleiben. Fi-s sind daselbst etwa 2600 Kokospalmen vorhanden. Der Bestand soll mit den vorhandenen Arbeitskräften erv/citert werden. Stephansorl, nugenblicklich die Haupistation, hat: *:'inen ziemlich be- deutenden Aufschwung genommen. Die Tubakernte. die wegen der anh;ilipnden i^'ockenheit wenig Erfolg versprach, hat, eine über Erw:u'Ten i:ute Qualität er- gaben. , Helle, bräunliche und helHVihle Farben, zugiges Blatt, zart und leicht. Qualität und Brand , tadellos." Ks kamen ßOG Ballen — f'<3 960 Pfund zum "Veragiaid.- 1§97 5ind 79 300 Pfujid. geerntet worden, deu) Bericht nach von ebenlfaJls sehr guter Qualität. A-ufser der Tu.wakskultur haben in Stephan<=ort die «ndei'en Kulturen rege Fortsclu'itte gemacht, ünlera das abgeerntete 'J'abaklanJ mit Baomwolie und Kokospalmen^ KafiPee, Faser- aind Kautschukpflanzen besetzt wird. .Bis zum Mai waren 163 ha mit Baumwolle und Kokospalmen bt-pi!anzt. You der Erstlings- ernte kamen 8000 Pfan4 Baum*Wwüe, bereits /um Versand. An Kokospalmen ■waren bis Ende Mai *27GiOO vorlaauden. Kapok, der BauutwoUenbaum, wird in gi'öfseren Mengen lieranj^ezogen. 2 ha »mä mit Bamie bestellt. An !Nähr- ptlauzen werden hauptsächlich Mais und Fjavddy (Keis). lerner Tavo, Bananen, Bataten und Ananas gebaut. Der in grbfserem Maf3Stabe angepflanzte Liberia-Kaifeti, bis Oktober 33 400 Bä.unichen, hat sich bi.';her nicht den Erwartungen entsprecliend ent- wickelt. Von weiteren Kulturen sind zu nenneo: Oastilloa elastica 5>>0, Hevea brasiliensis 450, Isonaudra gutta- j'feffer ujid Ji;J:iküo. In Erimahafer, findet sich ein Bestand v.on i'lOO Kokospalmen, i,n Constantinhafen sind etwa 7000 derselben vorhanden- en Nutzhölzern, die sich einer steigenden Beliiibtheit erfrouen, w-urden SO ebin A.fzeUtt bijuga und 50 cbin Calnphyllum inophyiilum ausgeführt. - Der Afbeiterbe.itaud hat sich von ilTo au ('926 vermindert: a' bestand .<^ut ChiueseUf Javanen, Melanesen und Papuas (Jabinis). Höchst erire«iläc,h Mi ^'CT Umstand, dafs einige Melapeeen sowie Javanen und Ciiinesea an der Astrolalv-Bai an- sässig geworden sind. Der Viehbestand betrug in Stephaiisoji und tM-iedrich - VVilhelmshafeti 166 Stück Bindvieh, teils siamesischer und bengali.'^ciier Hei-kunft, teils Zebus. Die Ansiedlung des im A-origen Johr verstorbenen Herrn L. Kärnbach a\yf der Insel Sp.iuson, Berlinliafen. ist in deu Besitz der Kompagnie über- gegangen. Dieselbe hat in O.ii".- Umgebung mehrere 1Vade?itationcn eingerichtet und weitere Handelsniederlassungen in Aussicht genommen. In Herbertshöhe (Bismarck-Jirchipel) waren bis Ende Oktober 502 ha benftunzt und zwar: mit Kokospalmen, beziehentlich Baumwolle und Kokos- palmen 470 ha, Liberii'.katt'ee 12 h:i. Kapok 20 ha; auch wurden Mais, Yani's und Taro {i,ezogen. Die ersten Kokospalmen begannen zu tragen und ergaben — 127 — 3532 kg Kopra. Der Bestand an KoTcospalmen betrug 4G200, der Viehbestand; 5 Pferde, 43 Stück Rindvieh und 16 Stück Schwarz vieh. Die erste Banmwcilernte. Mai — Juli, hat durch Regen gelitten. Ed kamen 14 780 Pfund zum Versand. Der Ausfall der zweiten Ernte wird günstiger beurteilt. — Kaffee gedeiht gut. — Die Arbeiterzahl betrag 556, ausscliliefslicu Melanesen, In Be7.ug auf die Gesundheitsverhältnisse i.st unter den Arbeitern auf Kaiser Wilhelms- Land eine bedeutende Besserung gegen früher eingetreten, Malaria-Erkrankungeu sind stark zurückgegangen, Dysenterie im letzten Halb- jahr ganz erloschen. Im Bismai'ck-Archipel sind die Gesundheitsverhältnlsse dauernd giinstige, doch macht sich hier im Gegensatz zu Kaiser Wilhelms-Land ein Vorherröchen der Dysenterie liemerkbar. "Von den anderen Firmen im Bisrnai'ck-Archipel wurden nach dem Jahres- bericht von 1896 17 830 kg Baumwolle geerntet und 2367 Tonnen Kopra ver.?chifft. Zur weiteren Erforschung des 1896 entdeckten Ramu-Flusse.s und Unter- suchung des Bismarckgebirges auf das Vorkommen von Gold ist eine Expedition, bestehend aus den Herren Ernst Tappe nbeck. Hans Klink und Eobert Philipp, entsandt worden*) Die mitgeteilten Ergebnisae der Regenmeasmig.M\ im Jahre 1896 zeigen die gewaltigen Unterschiede, die zwischen der Gazellea-Halbiusel (2300 mm) und Astrolabe-Bai (2961 mm) einerseits und dem Osten des Schutzgebietes, Simbanc (4307 mm), Sattelberg (4949 mm'i andererseits bestehen, Einige hochinteressante und M-ertvoile Artikel über die ReclitsfJi- schaunugen und Verhältnisse der Melanesier und Papuas schliefsen das IniialN- reiche Heft. L Die Marshall-Inseln im Jahre 1897. Aus dem „Amtlichen Jahresbericht über die Entwickelung der deutschen Schutzgebiete" habtii wir noch einige Notizen über dies weltabgeschiedene und Ideine Schutzgebiet zu bringen, welches, wie bekannt, nur aus einer Doppelreihe kleiner Atolle bestehi. die, aus Korallenkalk aufgebaut, nur wenig Raum für gröfsere Kulturen bieten. Ein beträchtlicher Teil der luaeln ist mit Kokos- palr^en bestanden, und es kann sich „für eine weitere Entwickelung in wirt- schaftlicher Beziehung nvv um vermehrtes Pflanzen von Kokospalmen und dadurch bedingte gröfsere Ausfuhr von Kopra handebi. Um diese Erträge zu fördern, ist im Jahre 1894 eine Verordnung erlassen, die in wenigen Jahren schon gute Früchte tragen wirchiedenon Pflanzervereinigungen, z B die Sumatra Tabakpflanzer, die Java,- Kafleepflanzev etc., je einen Gelehrten für ihre Zwecke in Buitenzorg arbeiten lassen, denen die R*;gievung die Arbeitsräumlichkeiten und die vielen- Hülfs- , mittel einer so grofaen Zentrale, wie dtr Buitenzorger botanisch« Garten sie bietet,^ 2UV Verfügung stellt. In dem hiev jtu besprechenden Buch werden die Schild- und Blattläa?=e, Cicadeh und Wanzen, ferner von den Zweiflüglern der kaffceblattbohrev (Oscinls coffeae), sowie Baetrocera conformis, deren Larve im Beereiiflei«ch der Kaffeefrucht lebt, dann die vielen Schmetterlinge, die Grad- nnd Npi2fl«^r]er, jowie dixi vielerlei Käfer behandelt Für Ostafrika kommt vor "allem in Betracht die weifse Laus (mealy bug\ auch als Wurzellau^^ bekannt, die .sowohl sn den jan/i-en Zw'd^s\i und grünen Beeren als an den "Wurzeln viel - 132 — Schaden thut. Als iiatürlicbe Feinde dieser sowie der gi-ünen und braunen Scbildlaiis kommen Fliegen, Schlupfwespen und die Larven von Sonneiikäfern (Coc(:ine)lidae) in Betracht; eine der letzteren besitzt sogar ähnliche mehlige Ausscheidungen wie die weifse Laus. Als Bekäropfungsmittel dient vor allem Tabakswasger, dann die S. 103 dieser Zeitschrift besprochene Seifen-Petrolenm- emulsion, ferner ein Seifen-InsektenpulverextraVt, den man durch zweitägiges Aasziehen von 1 Unze Insektenpulver durch 2 bis 21/2 Unzen Spiritus und 1 Unze Ammoniak erhält; dann fügt man 2 Liter Wasser hinzu und atellt die verschiedentlich umzurührende Flüssigkeit 2 Tage lai;g in die Sonne und filtriert sie durch ein Tuch, indem man den Rückstand gut ausprefi^t. 25 g dea Extraktes mit 25 g grüJier Seife in 1 Liter Wasser geben ein vortrefflickes, auch für gröfsere Insekten gut dienliches BeaprenguJigsmittel. Gute Aufsicht der Pflanzungen und Entfernung der Inlektionszentren scheint aber jedem kiinst- lichen Vertilgungsmittel vorzuziehen zu sein. Ob die Termiten dem Kaffee unmittelbar schädlich sind, glaubt Koniaigs- berger bezweifeln zu sollen, da sie mit Vorliebe nur tote oder schwache Pflanzen angreifen, gesunde Baume nur in seltenen Ausnahmefällen Recht schädlich sind bekanntlich auch in Ostafrika wie in Java and anderswo die Engerlinge, deren Bekämpfung nach van Gogh im vorigen Jahr- gang dieser Zeitschrift (S. 226) schon behandelt wurde. Von parasitischen Pilzen hält auch Konings berger vorläufig noch nicht viel, die Resultate mit Einspritzungen von Schwefelkohlenstofl^ Benzin und Gasolin in die Erde scheinen in den Tropen nicht so gute Resultate zu geben wie in Europa, jedenfalls be- dürfen auch die Instrumente einer Vervollkommnung. Das Abfangen der Käfer ist sehr nützlich, wenn die benachbarten Pflanzer es sämtlich chun; die Ein- geborenen verstehen sich vorzüglich auf den Fang, zumal da manche Sorten sogar geröstet gegessen werden. L^m die Käfer anzulocken, wei'den die Stämme der Schiittenbäüme oder eingesetzte Pfähle mit spanischem Pfeffer bestrichen Die Käfer werden mit koehendem Wasser oder Schwefelkohlenstoff getötet und dienen, am besten die in Dunggruben mit Kalk und Erde zeraetiteu, als Dünger. Zum F.ingen der Engerlinge empfiehlt Dr. Koningsberger, in der IVockenzeit das Unkraut etwas wachsen zu lassen und es bei Beginn der Regen reihen- weise mit etwas Erde gemischt zwischen die Bäume zu bringen, denn die Weibchen legen ihre Eier ara liebsten in zersetzte vegetabili>;che Masse ab. Ist die Zahl der Engerlinge in diesem Unkraut dann so grofs, daffe Kinder und Frauen sie bei mäfsigem Lohn sammeln wollen, so rentiert es sich. Dieses Absuchen ist durchaus dauernd fortzusetzen, bei zeitweiligem Nachlassen verliert man in wenigen Monaten, was man in Jahren gewonnen hat. Schliefslich kommt noch die Ableitung durch andere Pflanzen in Betracht, die darauf beruht, dafa die jiingen Enger- linge lieber die Wurzeln krautiger Gewächse essen; das Waehsenlassen von Unkraut ist nach anderer Richtung hin gefährlich, besser ist es, unschädliche Pflanzen besonders zu dem Zweck auszusuchen, namentlich Compositen dürften sich wohl hierzu eignen, speziell die im grofsten Teil der Erde verbreitete Galinsoga j^arviflora. — Die WiUIsehweine wühlen hauptsächlich den Boden auf, um den Engerlingen nachzuspüren, deshalb sollte man sie schonen, wo sie es nicht zu arg treiben. Zum Schiufa wird auch der grofse Dadapbohrer 'Batocera Hector! besprochen, dessen Larve in vielen Holzarten, namentlich aber in Erythrinaarten «ohr schädlich ist. Man holt die Larven mit aui Ende hakig gebogenem Draht oder sogar mit Bambus aus den Löchern oder man entfernt die Rinde und spritzt Creolinlosung i20 bis 25 g in 1 Liter Wasser g^at geschüttelt' in die Löcher, doch vermögen — 133 — nur die jungen Ijarven nacli auswärts durch die engen Löcher hei-iiusznkoDiTiien, Ferner fängt niiin die tagsüber an den Stämmen und Zweigen ruhig sitzenden Käfer, aach die Krähen helfen mit, die besonders den Hinterleib <]er Käfer zu schätzen wissen. Auch soll mau beim Beschneiden die ^tV'unden mit Teer bestreichen. Vor allem sollte man die nur selten von dem Küfer befallene Dadap solo an Stelle der Dadap serep anpflanzen, obgleich dies auch seine Schattenseiten hat, da der Baum in manchen Gegenden nur zehn bis zwölf Jalire anshält und auch weit leichter beim Angriff des Bohrkäfers eingeht, doch wird er andererseits nicht wie der Dadap serep von Affen entlaubt. Wg. Wakker en Went. De Ziekten van het Suikerriet up Java, die nicht door Dleren veroorzaakt worden; met 2ö Platen. üitgegeven voor rekeuing van het Proefstation Oost-Javu de Passoeroean en van het Proefstation voor Snikerriet in West-Java te Kagok-Tegal Boekhandel en Drukkerij voorheen E. J. Brill. Leiden 1898. S. 217 gr. 8«. — Kin vorzüglich ausgestattetes, höchst wertvolles Buch, in deni all das, was die verschiedenen Rohrzucker-Untersucbungsstationeu Javas im I^aufe der Jaln-e in Bezug auf die parasitischen und konstitutionellen Krankheiten des Zucker- rohre3 herausgebracht haben, in übersichtlicher und klarer Weise unter Hin- znfügang neuer Forschungen zusammengestellt ist: auf den Inhalt im ein'/,elnen einzugehen, würde zu weit führen, zumal die Zuckerrohrkultor in unseren Kolonien ja jetzt erst im Beginn ist, Europäer zu interessieren: sollten im Pangani-Zucker- rohr irgend welche Krankheiten sich fühlbar ntachen, so wird es vor allem .wichtig sein, dies schöne Werk zu konsultieren. Dr. L Zehnt n er. J)e Wevervogels in het Suikerriet op Java (Ploceus manjan Horst',) mit 2 Photographien und 1 Figur im Text. Mededeel. van het Proef- station Oost-Java 2. Serie Nu. 46. (Archief voor de -Java-Suikerindustrie 1898, Aufl. S.) 1808. van Ingen, Soerabaia, Seiten 15, gr. 8«. In dieser kleinen Broschüre wird der Schaden, den die Webervögel am Zuckerrohr verursachen, indem sie die Blätter zum Zwecke des Nestbaues be- nutzen, in Zahlen geschildert und abgebildet, auch wird die Lebensweise und der komplizierte Nestbau sow-ie die Vertilgungsfrage dieser auch für den Jieisbau so schädlichen Vögel ausführlich erörtert. Als Abwehmiittel dient neben dem Schiefsen das systematische Absuchen der Nester, sowie das n'ächlliche, durch reihenweises Vorrücken bewirkte Abfangen der durch Lärm aufgeschreckten Vögel mittelst Katcher oder Fischschöpfnetze; meist wurden mit 10 Netzen 4(X) bis 500, zuweilen soüar 60<) bis 700 Stück pro Abend gefangen, im ganzen in zwi^i Pflanzungen 10 209,, wovon das Stuck mit 1 Cent bezahlt wurde. Zur Vergiftung eignet sich vor allem Strychnin, wozu der unenthülste Ilejs (die Webervögel rühren geschälten Reis nicht an) bis zum Bersten in Wasser ge- kocht wird, um dann in eine Strychnwilösung (1 Gramm auf '/ü Liter Wassei , 24 Stunden gelegt und hierauf wieder getrocknet zu werden. 4 bis 5 Körner töten einen Webervögel; man streut den Reis am besten auf Bretter, die auf über die Reisfelder etwas herausragende Pfähle genagelt werden, doch mufs man die Stellen wechseln, da die V^el bald mi^strauisch werden, -Abkochungen von Tubawurzel (Derris) und Peron (Anamirta oocculns) hatten geringeren Erfolg, Cjankalium macht den Reis nach kurzer Zeit feucht und ist .auch nicht ganz geruchlos. Yio', D' ■- nu — — -r|-+ Personalnotizen, -f • i Dr. P. J'rt'urs, Direktor det» botaiiisclien Gcirtens Viciona (Knineruns wird uin die Mitte des Jahres eine Reise nach Mittel- und Südamerika machen mit denj .-^ipozielleii Zweck des Studiunis der dortigen Kakaokultur. Dr. F. Da ("erl, der besotiders durcii seine Püngimgsvei-suche in BeHug auf Kaffee rühmiicliäf. bekannte Direktor des fnstituto agronninico von tS. Paulo (J-jrasilien^ v.'eilt jetzt auf Urlaub in Europa und hat am 15. März im Klub der Laudv/irte einen höcb.>t gehalt\^olleu Vortrag über „Das Wesen der ti'opischen Landwirtschaft'' gehalten, in welchem er die ti*opXi?ohe Landwirtschaft an den für die europäische Landwirtschaft geltenden Theorien prüft, die beiderseitigen Vorzüge und Scbatteuäeiten ins richtige Licht rückte und die verschiedenen Formen der Rente der tropischeü Landwirtschaft eingehend besprach. Da mehr die Theorie der tropi jachen Landwirtschaft als die Praxis diskutiert wurde, müssen wir uns auf das Wenige hier beschränken, und verweisen eventuelle Lnteressenten auf die ausführlichen „Nachrichten aus dem Klub der Landwirt** zu Berliii" (S^VV. Ziminerstrafse 00/91). Sehr erfreulich ist es, von De. Dafert zu erfahren; dafa er ein gröfseres Werk über die Kaff^ekultur unter der Fuder hat, ein Thema, welches er auch am 23. März in Amsterdam in einer gröfseren Versammlung von Katfeei)iteressenten zu behandeln übernommen hatte. Dr. Rieglcr wird de^nnäehst im Auftrag der Regierung die Rei^se nach Togo in Westafrika antreten, wird wahrscheinlich nach der Station Sansanne Mangu kommen, um dort Kulturen anzulegen. Dr. 0. Warburg, der Herausgeber dieser Zeitschrift, ist vom preufsischen Kultusministerium zum Professor ernannc worden, Kolonial -Wirtschaftliches Komitee. (Anfragen und Auskünfte.) tv. A.. Kassel. Bisher wird Kokosfaser hauptsächlich aus Britisch -Ostindien ausgeführt. Sie kommt als Mattfibre, Bürstenfibre und Kokosgarn in den Handel. Der Preis für Mattfibre stellt sich auf 10 bis 15 Mk. für 50 kg, derjenige lur BürstenGbre auf 20 bis 30 Mk. für 50 kg. Mattfibre wird speziell zur Mattenfabrikation, Kokosgarn zur Tau- und zur Mattsnfribrikation verwendet, Bürstenfibre wird, wie schon der Name sagt, zur Bür.steni'abrikation verwendet. L. C, Karlsruhe. Die Zwergpalme (Chamaerops humllis) findet sich nirgends in den deutschen Kolonien, das, was man in Ostafrika als Zwergpalme be- zeichnet, ist eine Zwergform der Dumpalme (Hj'phaene). An anderen Palmen fehlt es nicht, doch kommt kaum eine für die Verwertung al.-i Crin vögetal in Betracht. Die naTnentlreh im Südseeschutzgebiet und Ostafrika massenhafte Kokospalme kann gar nicht in Frage konim.en, die Atap- oder Nipapalme so\\ ie die Saijopalme be&itzen zwar sehr widerstandsfähige Blattfiedern, doch sind Versuche mit Verarbeitung zu Crin vogetal bisher nicht gemacht, es sind auch keine Fächer- sondern Fiedevpalmen, beide nur in Neu-Guinea und im Bismarcki-irchiptl häufig. In Westa.Prika hji'iet bich im Togogebiet vielfacih die Delebr oder Borassusp.alrae, eliw Fäeherpaime, deren Blätter Jetzt auch zu Strohflechtereien in steigendem üilafse exportiert werden. Sie ist aber für die Crin vegetal- r'.. ^- 135 -- BoreiUuig Wiiiirschebilicdi nicht massenhaft gflnug nahe bei der Küste vor- handen; das Crkiche gilt für 0.st«1ci!^ 136 Anzeigen. Aaitei^en (die zwRigespaltene Petit/t-iie orier deren Baiiiri 25 Pfeiioig') iverden vom Sekretär des Komitees, Th. Wilckeiis, Berlin, Unier den Linrlpn 47. sowie von jcdetii Annoncenbüreaa öiitjiegeagenomnien. Arthur Koppel Centralhaus: Berlin NW 7, Dorotheenstfasse 32» 'JVansport des Znckerrohrs durch ZuG:tie!-e. Vertrieb von Erzeug- nissen der deutschen Kolonien nnter Aufsicht hervorragender Mit- glieder der deutschen Kolonial-Geselischaft. Eing-itjagene Schutzmarke Deutsches Eolonialhaus Bruno Autelnianu, Hoflieferant Sr. Karl. Hoheit des Grossherzoofs von Mecklenb.-Schwei'in. Kaupi- und Versandgeschäit: BERLIN C. 19, Jerusalemerstrasse 28. Fernspr.; Amt I. 937. Zweiggeschäft: BERLIN W., 62, Schillstrasse 16. Fernspr: Amt IX. 7244. Kakao, Schokoladen, Kaffees, Yauille, Zigarren, Liköre. — . Ethnolo^iku, Karten, Photographien, Kolonial - Litteratur. Q-nQf/ialiiöfQYi- Kanioruu-Kakao: Pfd. M.2.— 9 Pfd. je M. 1.90. Opc^lctlllcilüll. Kola-Likör: i/i Flasche M. 3.50. V2FlascheM.-2.— . DER TROPENPFLANZEK. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWIRTSOHAFT. 2. Jahrgang. Berlin, Mai 1898. No. 5. Eine Versuchsstation für Tropeiikiiltureii iu Isamhara. Von Dr. Hindorf. Seit langen Jahren ist von verschiedenen Seiten wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, in unseren Kolonien land- wirtschaftliche Versuchsstationen ins Leben zu rufen. In der deut- schen Kolonialzeitung von 1890, No. 21, habe ich dieses Thema eingehend behandelt, und ich bin hier ganz im allgemeinen für die Anlage solcher Versuchsstationen in unseren verschiedenen Kolonien eingetreten. Heute komme ich mit einem ganz bestimmten Vorschlag, dahin gehend, in Usambara eine Versuchsstation fiir Tropeukulturen baldigst ins Leben zu rufen, ähnlich der vortrefflichen Anlage, Avelche Kamerun in dem botanischen Garten in Victoria besitzt. Deutsch- Ostafrika bedarf einer solchen Versuchsstation um so mehr, als dort die Zahl der von Weifsen betriebenen tropischen Pflanzungen und die Höhe des darin angelegten Kapitals erheblich gi'öfser ist als in unseren anderen Kolonien, und als eine weitere Vermehrung und Ausdehnung der Pflanzungsunternehmungen dort zweifellos in der nächsten Zeit stattfinden wird, so dafs, bei der grofsen Zahl der noch offenen Fragen und den vielen Schwierig- keiten, denen der Pflanzungsbetrieb in Deutsch- Ostafrika gegenüber- ö^ö"- steht, die Mitwirkung einer grofsen wissenschaftlich-praktischen Versuchsstation bei deren Lösung von gröfstem Nutzen und dringend notwendig ist. Diese Versuchsstation, von vornherein grofs angelegt und nach grofsen Gesichtspunkten organisiert, mufs in Deutsch -Ostafrika der Mittelpunkt für die wissenschaftlichen botanischen Forschungen, für praktische Kulturversuche und für alle möglichen praktisch -wissen- schaftlichen Untersuchungen auf dem Gebiete des tropischen Land- wirtschaftsbetriebes werden. Sie mufs deshalb in einem der Haupt- pflanzungsgebiete Deutsch- Ostafrikas angelegt werden, an einem 1 — 138 — leicht erreichbaren Punkte, wo Boden, Klima und Höhenlage den Betrieb der meisten Kulturen des tropischen Tieflandes und zugleich der meisten tropischen Gebirgskulturen gestatten. Einer der geeignetsten Punkte für diese Versuchsstation ist zweifellos das mittlere Sigi-Thal etwas oberhalb von Lungusa, also etwa dort, wo der Sigi aus den eigentlichen Handel -Bergen heraus- tritt; eine gerade Linie, von der Pflanzung Derema nach Herue gezogen, würde den Sigi etwa an der Stelle schneiden, die als Mittelpunkt des Gebietes gelten kann, das ich im Auge habe. An dieser Stelle liegt der Sigi etwa 400 bis 450 m über dem Meere, und in starkem Fall stürzt er hier auf einer langen Strecke als ungestümer Gebirgsflufs seine Wassermassen über mächtige Felsblöcke zu Thale. Die eigentliche Thalsohle ist hier meist nicht sehr breit, da eine Anzahl niedriger Hügel die weite Sigi -Mulde ausfüllt; aber dennoch würden sich hier leicht an mehreren Punkten am Sigi selbst und auf den ihn begleitenden niedrigen Hügeln Örtlichkeiten finden lassen, die nach Beschaffenheit und Gestaltung des Bodens, in Bezug auf Wasserversorgung, Windschutz und sonst in jeder Beziehung für die Versuchsstation bestens geeignet sind. Es würde ein zusammen- hängendes Gebiet von ungefähr 100 ha Gröfse für die Versuchs- station erforderlich sein, da ihr der nötige Raum zu freiester Ent- faltung gesichert werden mufs. Die Höhe dieses Gebietes über dem Meere würde sich etwa zwischen 400 und. 500 m bewegen. Hier gedeihen also sowohl die Kulturen des heifsen tropischen Tieflandes, als auch die meisten tropischen Gebirgskulturen. Sollte es erwünscht sein, wegen einzelner Kulturen noch höher hinauf zu gehen, so ist es ein Leichtes, in nächster Nachbarschaft auf den Handel -Bergen in Höhen von 1000 bis 1200 m eine Nebenstation einzurichten oder auch auf einer der benachbarten Pflanzungen die betreuenden Ver- suche auszuführen oder ausführen zu lassen. Sollen andererseits Kulturen versucht werden, für die das Klima des niedrigen Hügel- landes Bondei und ähnlicher Buschsteppengebiete Deutsch -Ostafrikas pafst, so bietet die von mir empfohlene Lage der Versuchsstation an der Grenze zwischen Handel und Bondei ohne weiteres die Möglichkeit, in mäfsiger Entfernung von der Hauptstation in dem den Handel -Bergen vorgelagerten flachgewellten, niedrigen Hügel- lande für diese Zwecke geeignete Örtlichkeiten zu finden. Die für die Versuchsstation vorgeschlagene Stelle liegt so recht im Mittelpunkt des zur Zeit wichtigsten Pflanzungsgebietes von Deutsch -Ostafrika. Auf den Handel -Bergen wird in unmittelbarer Nachbarschaft auf einer Anzahl grofser Pflanzungen vor allem ara- bischer Kaffee gebaut, daneben Cardamom, Thee und einiges andere, und in den tiefer gelegenen Thälern Kakao und LiberiakaÖee. In — 139 — dem ostwärts nach der Küste zu vorgelagerten; zum Teil gut ange- bauten und dicht bevölkerten niedrigen Hügelland werden von Europäern Pflanzungen von Liberiakaflfee, Kokospalmen, Tabak, Vanille, Baumwolle, Sisalagaven u. a. m. betrieben, und die Ein- geborenen bauen hier in grofsem Umfange Mais, Reis, Hirse, Maniok, Bananen, Kokospalmen, Zuckerrohr, Tabak und vieles andere. Diese centrale Lage ermöglicht es den verschiedenen Pflanzungsunterneh- mungen, sowohl denen der Europäer als denen der Farbigen, dauernd in enger Fühlung mit der Versuchsstation zu sein und von ihr viel- seitigen Nutzen zu ziehen; sie ist aber vor allem wichtig für die Versuchsstation selbst, denn sie erleichtert ihr in hohem Mafse die Erreichung ihrer Zwecke und Ziele. Jede derartige Versuchsstation wird ihre Aufgaben in erster Linie und fast ausschliefslich aus den Bedürfnissen des Landes bezw. des Landesteiles erhalten und ent- nehmen, in dem sie liegt. Damit sich ihr wichtige und dankenswerte Aufgaben von selbst aufdrängen, und damit sie solche Aufgaben selbst leicht suchen und finden kann, mufs sie also stets in enger Berührung mit zahlreichen Pflanzungsbetrieben verschiedener Art stehen. Es ist daher als ein besonderer Vorteil zu betrachten, wenn man den Ort für eine solche Anstalt so wählen kann, dafs sie in- mitten vieler verschiedenartiger Pflanzungsbetriebe liegt^ sowohl der hohen und mittelhohen Lagen, als auch des Tieflandes, sowohl feuchter als auch trockener Gebiete, und wenn sie ferner sowohl die Interessen der europäischen Pflanzer als auch gleichzeitig die der Eingeborenen zu berücksichtigen hat. Damit wachsen die Auf- gaben und der Arbeitskreis der Versuchsstation sehr ins Grofse, aber zugleich auch die von ihr ausgehenden Vorteile und Segnungen. Selbstverständlich kann eine einzige Versuchsstation, und wäre sie auch noch so grofsartig angelegt und noch so vortrefl:'lich orga- nisiert, bei weitem nicht für ein so grofses Gebiet wie Deutsch- Ostafrika genügen. Der Hau})tstation müssen in verschiedenen Teilen des Landes Nebenstationen, deren Zahl mit der Zeit zu vermehren sein wird, zur Seite gestellt werden. Diese Nebenstationen werden sich in erster Linie der Lösung der besonderen Aufgaben zuzuwenden haben, die die betreffende Landschaft an sie stellt. Zur Zeit arbeiten bereits mehrere solcher Stationen in Deutsch-Ostafrika mit bestem Erfolge, so die Agavenpflanzung Kurasini, die Tabak- pflanzung Mohorro, der Versuchsgarten in Dar-es-Saläm, die Kultur- station Kwai in Westusambara. Von diesen hat die letztere, in einer Meereshöhe von etwa 1700 m gelegen, vor allem die Aufgabe, A'ersuche mit nordischen Kulturpflanzen zu machen und Beobach- tungen über die Möglichkeit der Ansiedelung von weifsen Acker- bauern zu sammeln. Zugleich stellt sie in dieser Höhe Versuche — 140 — mit tropischen Gebirgskulturen an, und sie wird nach dieser Richtung hin sicher noch ein weites Feld segensreicher Thätigkeit finden. Für die meisten Tropenkulturen ist Kwai zu hoch gelegen. In Kurasini und Mohorro sind bisher recht befriedigende Ergebnisse mit den dort betriebenen Kulturen erzielt worden , aber diese Stationen eignen sich ihrer ganzen Einrichtung nach und vor allem der örtlichen Verhältnisse wie ihrer Lage wegen, ebenso wenig zu grofsen, vielseitigen Versuchsanstalten, wie der sehr bescheidene Versuchsgarten in Dar-es-Saläm. Sie können noch nach dieser oder jener Seite hin ausgebaut werden, aber trotzdem bleibt das Bedürfnis nach einer grofsen Versuchsstation für Tropenkulturen in üsambara bestellen, und ich hoffe daher, dafs schon in den nächstjährigen Etat für Deutsch-Ostafrika eine ausreichende Summe für die Vorarbeiten zu dieser Versuchsstation und für die erste Einrichtung selbst ein- gesetzt wird. Der wichtigen praktischen Arbeiten, die dieser Station harren, ist Legion. Nur einige seien hier herausgegriÖen. Scheinbar un- wichtig und doch von der gröfsten Bedeutung für die Kolonie ist es, dafs bessere Bambussorten eingeführt werden. Die in Deutsch- Ostafrika vorhandenen Bambussorten sind wenig brauchbar für den Hausbau und für ähnliche Zwecke. Wenn man warten will, bis ein Privatmann oder eine Pflanzungsgesellschaft die erheblichen Kosten und Mühen auf sich nimmt, einige der vorzüglichen Bambussprten aus Bombay, Ceylon, Java oder Japan einzuführen, so wird man sich wohl noch lange mit dem geringwertigen ostafrikanischen Bambus begnügen müssen. Hier sollte das Gouvernement eingreifen. Ähnlich verhält es sich mit der Arengpalme, deren Kultur und Ein- führung für Europäer nicht lohnt, die aber für die Eingeborenen ein höchst wertvoller Baum ist. Eine andere sehr schätzbare Bereicherung für Ostafrika wäre die allgemeine Einführung der westafrikanischeu Ölpalme. Ferner wäre es sehr wünschenswert, wenn der bisher auf Sansibar und Pemba so blühende Nelkeubau auch auf dem gegen- überliegenden Festlande Eingang finden wollte, sei es auf Pflanzungen von Europäern oder von Arabern und anderen Farbigen. Für diese Kultur, ebenso wie für die des Muskatnufsbaumes, eignen sich wahr- scheinlich der Fufs der Handel -Berge und manche andere Örtlich- keiten unserer Kolonie sehr gut, und hier findet die Versuchs- station eine dankenswerte Aufgabe. Sie würde ferner der Einführung und der Kultur von Kautschuk und Guttapercha liefernden Bäumen, sowie auch der Erhaltung und sachgemäfsen Ausnutzung der in üsambara häufigen Kautschuklianen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und Versuche anzustellen haben mit der regelrechten Kultur dieser Kautschuklianeu. Hiermit liefse sich vielleicht eine bessere Forst- — 141 — Verwertung und -Verwaltung verbinden, die vor allem auch nacb Mitteln und Wegen sucben müfste, die wertvollen Holzbestände Usambaras nutzbar zu machen. Um eine bessere Verwertung der weiten Buschsteppengebiete herbeizuführen, ist der Anbau von Gerber- akazien und von verschiedenen Agavenarten möglichst zu befördern. Eine besonders segensreiche Thätigkeit kann die Versuchsstation dadurch ausüben, dafs sie die Eingeborenen zu Verbesserungen aller Art bei ihrem Feldbau anhält. Am meisten ist wohl der Reisbau unserer ostafrikanischen Neger der Verbesserung bedürftig, und wer sie ganz allgemein dazu bringen könnte, ihre Reisfelder so sorgsam zu bearbeiten, zu bestellen und zu bewässern, wie dies der Javaner thut, der hätte sich ein unendliches Verdienst erworben. Aber auch sonst läfst ihr Ackerbau vieles zu wünschen übrig: an Stelle gering- wertiger Sorten von Bananen, Mais, Hirse, Sesam müfste man ihnen gute Spielarten aufzwingen, die Zahl ihrer Feldfrüchte mufs man vermehren, indem man sie anhält, Erdnüsse, Sesam und ähnliches viel mehr als bisher anzupflanzen- auch zum vermehrten Anbau oder zur Neueinführung von Handelsgewächsen, von denen Tabak, Agaven, Betelpalmen und Betelpfefter genannt seien, mufs man sie veranlassen Diese Aufgaben würden europäischen oder auch farbigen Hülfskräften zufallen, die der Versuchsstation hierfür zur Verfügung zu stellen sind, und die an ihr den nötigen Rückhalt und Ausgangspunkt haben. Viele Versuche würden zweckmäfsigerweise von der Versuchs- station in Gemeinschaft mit den benachbarten Pflanzungsunter- nehmungen vorzunehmen sein, so besonders mancherlei Versuche zur Feststellung der besten Pflanzweiten, Versuche über Düngung, Beschattung, den besten Zeitpunkt für die Ernte, über mancherlei Pflanzenkrankheiten, Spielarten etc. Auch bei Einführung von neuen Maschinen und Geräten könnte aus dem Zusammenwirken von Versuchsstation und Pflanzern oftmals Erspriefsliches hervorgehen. Die Versuchsstation würde in allen diesen Dingen und noch in vielen anderen in Usambara ein weites Feld für eigene ßethätigung und für fruchtbare Anregung finden. Das wären zunächst einige der praktischen Aufgaben und Ziele der Versuchsstation, die natürlich beträchtliche Aufwendungen, viel Arbeit und eine ganze Anzahl europäischer Hülfskräfte erfordern. Aufser den für den praktischen Betrieb erforderlichen Einrichtungen müssen der Versuchsstation natürlich alle zur Lösung ihrer Aufgaben erforderlichen wissenschaftlichen Hülfsmittel, Laboratorium, Mikro- skopiersaal, Bibliothek, Sammlungen, wissenschaftliche Instrumente und so weiter zur Verfügung stehen. Aber auch darüber hinaus sollte man der Wissenschaft hier eine Stätte einräumen und vor allem mit der Versuchsstation einen grofsen botanischen Garten — 142 — verbinden, in dem im Laufe der Jahre alles in systematischer An- ordnung zusammengetragen wird, was die Pflanzenwelt der Tropen und Subtropen an geeignetem Material bietet; dieser botanische Garten wäre mit allen Einrichtungen zu versehen, deren heute die Botanik zu ihren Forschungen bedarf. Geeignete Vorbilder für eine solche Versuchsstation besitzen wir ja bis zu gewissem Grade in unseren heimischen landwirtschaft- lichen Versuchsstationen und botanischen Gärten, noch mehr aber in den grofsen botanischen bezw. Versuchsgärten von Buiteuzorg auf Java, Peradenia auf Ceylon, Singapore, und anderen mehr. Besonders der grofsartige botanische Garten von Buitenzorg mit dem dazu gehörigen Versuchsgarten (Cultuur-tuin), und mit den anderen damit verbundenen Anstalten kann uns in Bezug auf die ganze Anlage, Einrichtung und Betrieb unserer Versuchsstation in vieler Hinsicht als Muster dienen, und wir sollten nicht versäumen, diejenigen, die zu leitender Mitarbeit bei der Anlage und Organi- sation unserer Versuchsstation berufen werden, zuvor gründliche Studien in Buitenzorg, Peradenia und ähnlichen Anstalten machen zu lassen. An der von mir für die Versuchsstation vorgeschlagenen Stelle sind alle Bedingungen gegeben, um die Station und den botanischen Garten auch landschaftlich zu einer grofsartig schönen Anlage zu machen: wildströmendes Wasser, hohe Berge, mächtiger Urwald mit üppigster Tropenvegetation. Wenn hier die Kunst des Pflanzers und Gärtners noch helfend eingreift, so wird sich leicht etwas schaffen lassen, was sich den herrlichen, vielgepriesenen Gärten von Buitenzorg, Singapore oder Peradenia nicht nur an die Seite stellen kann, sondern sie noch übertrifl't, denn keiner von ihnen liegt landschaftlich so schön, wie dieser Teil des Sigi-Thales. Von Tanga aus ist das Gebiet mit Hülfe der Eisenbahn bequem in einem Tage zu erreichen, und in einigen Jahren wird man, wenn die Wege noch weiter verbessert und fahrbar gemacht sein werden, in wenigen Stunden von Tanga aus die Versuchsstation erreichen können. Dann werden, so wie jetzt ein Besuch von Peradenia oder Buitenzorg oder des botanischen Gartens in Singapore das Ent- zücken aller Reisenden bildet, auch die zahlreichen Reisenden, die Tanga berühren, sich den Besuch unserer Versuchsstation nicht entgehen lassen, und jeder wird hoch befriedigt von dem Ausflug zurückkehren. Auch im Hinblick darauf, dafs diese Versuchsstation und der botanische Garten nicht nur günstig für ihre Aufgaben, sowie für die Pflanzer und die wissenschaftlichen Reisenden, sondern dafs sie auch leicht zugänglich und bequem für alle Besucher liegen soll, ist daher die vorgeschlagene Ürtlichkeit für die Anlage der Station zu empfehlen. - 143 — Etwas über Saatbeete. Von Hermann Rackow (Kamerun). Wenn ich mir über diesen Gegenstand zum Zwecke des Mei- nungs- und Erfahrungsaustausches an dieser Stelle etwas zu sagen gestatte, so mufs ich vorweg erklären, dafs das Kapitel ein bei Weitem nicht „alles umfassendes" sein kann, wie dies in der Natur der Sache liegt, indem wir tropischen Ackerbauer doch mehr Spezialisten und daher im grofsen und ganzen auf weniger Kultur- gegenstände zugeschnitten sind als unsere nordischen Kollegen, Diese Thatsache nun für mich in Betracht gezogen, kann es sich hier nur um Kaffee, Kakao und Tabak handeln. Die Anzucht der Kaffeesämlinge im Samenbeete ist zwar nicht absolut notwendig, geschieht aber meistens, da der Kaffeebaum zu denjenigen Gewächsen gehört, welche sich anfänglich nur sehr langsam entwickeln und deren Pflege daher eine schwierige ist, wenn die Ansaat gleich ins freie Feld gemacht wird, ganz davon ab- gesehen, dafs sich erfahrungsmäfsig ein verschulter Baum bei weitem besser entwickelt als ein auf seinem Standort angesäter. Die Anzucht kann nun in zwei verschiedenen Methoden aus- geführt werden, und zwar, indem die Saat direkt in die Erde oder in mit Erde angefüllte Blumentöpfe gesteckt wird. Welche Methode den Vorzug verdient, darüber läfst sich streiten: Die Ansaat in Töpfen hat zwar den Vorteil, dafs der Sämling mit dem vollen Ballen umgepflanzt, also gegen Wurzelentblöfsung geschützt werden kann, indefs halte ich diesen Vorteil im Verhältnis zu der durch die Beschaffung der Töpfe entstandenen Kostspieligkeit für viel zu klein, um dieser Methode das Wort zu reden, indem der Kaffeebaum durchaus kein so empfindliches Gewächs ist, wie häufig angenommen wird — eine Behauptung, welche ich noch durch ein Beispiel aus meiner Praxis erhärten will: Durch einen Nachbarn wurde mir mittelst Bootes eine kleine Anzahl Kaffeebäumchen übersandt, welche in einer offenen Kiste als ein Gemisch von Erde, Seewasser und Bäurachen ankamen, indem die See während der Fahrt so schlecht wurde, dafs das Boot Wasser übernahm und die schwarzen Boots- leute nicht daran dachten, die Bäumchen besonders zu schützen. Da ich dieselben dergestalt für unbrauchbar hielt, blieben sie noch mehrere Tage lang in der Kiste und der Sonne ausgesetzt liegen, bis sie einer meiner Angestellten aus purem „Privatvergnügen" aus- pflanzte und die Freude hatte, dafs sie alle miteinander wuchsen. — Wenn mir nun auch nichts ferner liegt, als einer derartigen Be- handlung des Pflanzmaterials das Wort zu reden, so glaube ich doch meinen Zweck erreicht d. h. die geringe Empfindlichkeit des Kaffeesämlings gegen Wurzelentblöfsung nacligewiesen zu haben. — 144 — Die InangTiffnahme der Anlage von Saatbeeten besteht nun darin, dafs an einer, womöglich von hohen Bäumen schwach be- schatteten Stelle eine den Verhältnissen entsprechende Fläche Landes gut gesäubert und bis zur Pulverisierung 20 cm tief aufge- lockert wird. Diese Fläche ist alsdann durch schmale Steige in Al)teilungen zu zerlegen, welche die Saatbeete bilden, wobei stets darauf Bedacht genommen werden sollte, dafs die Breite derselben 1 m nicht iibersteigt, und zwar im Interesse einer bequemen Pflege. Empfehlenswert ist es, den Beeten einen Rahmen zu geben, ent- weder von Stangen oder von aneinander gereihten Steinen, welche vor jenen insofern einen Vorzug haben, als sie nicht verfaulen. Bei dieser Art der Herstellung macht sich noch ferner der Vorteil geltend, dafs man die Steige etwa 20 cm tief ausheben und die hierbei gewonnene lockere Erde über die Beete ausbreiten kann, während die Steige auch zugleich als Abzugsgräben bei schwerem Regen dienen, zu welchem Zwecke natürlich um die ganze Anlage ein kleiner Graben gezogen werden mufs, welcher wiederum mit einem wirklichen Abzugsgraben in Verbindung zu bringen ist. Würde man dagegen die Steige ohne die gedachten Rahmen tiefer legen als die Beete, so hätte dies zur Folge, dafs die Ränder der- selben durch die Arbeiter bei der Pflege, sowohl wie durch die Wirkung schwerer Regengüsse bald zerfallen und die nächststehenden Pflanzen gefährdet würden. Sind nun diese Vorarbeiten beendet, so ist das Beet sauber einzuebnen und bei Anwendung eines Gartenseils mit flachen, schmalen Furchen der Länge nach zu durchziehen, in welche das Saatgut in regelmäfsigen Abständen zu legen und sodann schwach mit Erde zu bedecken ist. Ein tiefes Einbringen des Saatgutes ist unter allen Umständen zu vermeiden, weil der Kafi^ee dies durchaus nicht verträgt. Um aber wiederum ein Blofsschwemmen des Saat- gutes durch den Regen zu vermeiden und dasselbe vor der Sonne zu schützen, empfiehlt es sich, das Beet mit Baumblättern oder feinem Orase zu bedecken, bis die Pflanzen zu Tage treten. Es Avird durch diese Mafsregel auch die Notwendigkeit für das Bewässern wesentlich eingeschränkt. Was den Abstand anbelangt, in welchem die Sämlinge zu stehen kommen sollen, so ist dabei ein Unterschied zu machen, ob „liberica" oder „arabica" in Frage kommt. Für die erste Sorte sollte die Entfernung nach beiden Richtungen hin mindestens 20 und bei der zweiten 15 cm betragen. Indes kommt es dabei wesentlich darauf au, wie alt der Pflänzling werden soll, bevor er dem Beete entnommen wird. Ist ein höheres Alter vorgesehen, so — 145 — mufs natürlich die Entlernung gröfser bemessen sein als bei einem niedrigeren. Trotzdem die Kaffee- und die Kakaokultur eine grofse Ähnlich- keit miteinander haben, so gilt fiir die Anzucht des Pflanzmaterials für letztere das meiste, was oben von dem Kaffee gesagt wurde, nicht. Die also hiernach bestehenden Unterschiede werden zunächst durch den Umstand gezeitigt, dafs der Kakaobaum sich bei weitem schneller entwickelt als der Kaffeebaum, er also der besonderen Jugendpflege nicht so lange bedarf als jener, weshal]» es weniger darauf ankommt, dafs die Pflanzen gleich über eine gröfsere Fläche, also von Hause aus über das Kulturgelände statt über eine kleinere — das Samenbeet — verteilt sind. Ein fernerer Unterschied tritt hier auch noch insofern in die Erscheinung, als der Kakaobaum, im Gegensatz zum Kaifeebaum, das Verpflanzen nur sehr schlecht verträgt, falls damit eine Wurzelentblöfsung verbunden ist, weshalb die Anzucht von Kakaosämlingen unter allen Umständen in Töpfen oder sonstigen Vorrichtungen geschehen mufs, welche ein Ausheben des Sämlings mit dem Ballen gestatten. Kommen Töpfe zur An- wendung, so müssen dieselben verhältuisraäfsig tiefer sein als die gewöhnlichen Blumentöpfe, da der Kakao bekanntlich sehr wenig Faserwurzeln, aber eine sehr lange Pfahlwurzel treibt. Statt thönerner Töpfe lassen sich auch, wo sie an Ort und Stelle billig her- gestellt werden können, weitmaschige Körbe verwenden, in welchen die Sämlinge beim Auspflanzen belassen werden, wodurch das Aus- einanderfallen des Ballens vermieden wird, was bei dem Heraus- nehmen der Pflanzen aus den Körben nicht immer der Fall ist. Indes ist auch bei den Töpfen darauf zu achten, dafs dieselben nicht zu flach sind, da andernfalls die lange Pfahlwurzel durch die Maschen dringt und sich mit der Erde unter dem Korbe verbindet: denn es ist absolut notwendig, die angesäten Körbe bis an den Eand in die Erde zu versenken, da es anderswie nicht möglich sein würde, die Erde in densel])en so gleichmäfsig feucht zu halten wie es die keimende Kakaosaat verlangt. Übrigens gilt das auch bei der Anwendung von Töpfen. Was die Tiefe der Töpfe sowohl wie die der Körbe anbelangt, so mufs dieselbe mindestens 15 cm betragen. Die Ausfüln-ung der vorgedachten Art der Anzucht geschieht nun am besten in folgender Weise: Eine Fläche Land, deren Breite am zweckmäfsigsten gleich wie beim Kaffee aus Gründen der be- quemeren Pflege ebenfalls nicht über 1 m breit bemessen sein sollte, ist zu klären, 20 cm tief aufzulockern und mäfsig anzufeuchten. Mittelst eines zugespitzten Pfahles, welcher einen etwas gröfseren Durchmesser haben mufs als die Pflanzkörbe liezw. Töpfe, werden — 146 — in den wie vorgedacht präparierten Boden, so dicht wie möglich nebeneinander, Löcher von etwa 20 cm Tiefe getrieben, mu in dieselben die zuvor mit Erde angefüllten Töpfe etc. zu stellen. So- dann wird jeder Topf mit einer Kakaobohne angesät, und zwar in der Weise, dafs dieselbe mit dem breiten Ende nach unten in die Erde gedrückt wird, da sich an diesem der Wurzelkeim befindet und die Bohne in der Erde erst eine Wendung machen mufs, wenn dieser nach oben gerichtet würde, was stets zur Folge hat, dafs die Pflanze schon krüppelhaft zu Tage tritt. Die Erde in den Töpfen ist gut festzudrücken, während sie aber die Saat nur schwach be- decken darf. Bei Anwendung von Töpfen mufs die Erde etwas „bindig" sein, um soviel wie möglich später das Auseinanderfallen der Ballen, beim Herausnehmen des jungen Bäumchens zu ver- meiden; ein Umstand, welcher also bei Anwendung von Körben fortfällt. Da der Kakaobaum Schatten beansprucht, und zwar in der ersten Zeit seiner Entwickelung am meisten, so ist die vorbe- schriebene Anlage oder — wenn man will — das Beet mit einem Schattendache zu versehen, welches am besten in der Weise her- gestellt wird, dafs man zu beiden Seiten des Beets in Abständen von etwa 2 m Pfähle in die Erde treibt, welche oben in Gabeln auslaufen, um in dieselben Stangen zu legen und diese wieder mit Stäben von der Dicke eines Besenstieles quer über das Beet hinweg zu verbinden. Die Stäbe müssen so dicht nebeneinander gelegt werden, dafs höchstens ein Raum von 1 cm zwischen je zweien bleibt. Ein solches Dach erzeugt einen Wanderschatten, wie er der aufkommenden Kakaosaat am besten zusagt. Die weitere Pflege derselben besteht also dann in einer peinlichen Reinhaltung vom Unkraut sowie einer den jeweiligen Witterungs Verhältnissen an- gepafsten Bewässerung, wobei daran erinnert sein mag, dafs der Kakaobaum in jedem Stadium seiner Entwickelung grofse An- forderungen an die Boden- sowohl wie die Luftfeuchtigkeit stellt. Komme ich nun endlich zu dem dritten Teil meines Programms — dem Tabak, so stofse ich insofern auf Schwierigkeiten, als sich bei einem solchen „Allerweltsgewächs" nur schwer eine Beschreibung des Gegenstandes machen läfst, welche einen totalen Überblick über denselben gewährt, zumal wenn der Rahmen so eng ist, wie der hier zur Verfügung stehende; denn es liegt wohl auf der Hand, dafs die Handhabung der Sache auf der Insel Cuba eine andere sein mufs als in Brasilien und dort wieder eine andere, als in Westafrika, von den nordischen Tabaksbaugegenden ganz zu schweigen. Aber gerade ist es wiederum dieser Umstand, welcher — 147 — dieses Thema geeignet macht, als Gegenstand des Erfahrungs- austausches zu dienen. Hatten wir es in den beiden vorhergehenden Abschnitten mit der Anzucht perennierender Gewächse zu thun, so haben wir beim Tabak, als einer einjährigen Pflanze, also von Hause aus mit anderen Faktoren zu rechnen, wobei noch der Umstand besonders ins Ge- wicht fällt, dafs, in welcher Gegend es auch sein mag, der Tabak eine bestimmte Jahreszeit für seine Vegetation hat. Da nun selbstverständlich jeder verständige Tabaksbauer peinlich darauf Bedacht nehmen wird, die beste Vegetationszeit für die Anpflanzung zu wählen, aber vor derselben mit Pflänzlingen versehen sein mufs, so ergiebt sich daraus, dafs er dieselben sozusagen unter abnormen Verhältnissen, also ähnlich wie daheim die Treibhausgewächse züchten mufs. Diese Erwägungen schickte ich voraus, um, nunmehr zu der Sache selber übergehend, mich um so kürzer fassen zu können. Bei der Anlage der Tabaksbeete spielt die Auswahl des Platzes eine grofse Rolle, und zwar ist in erster Linie darauf zu achten, dafs sich in unmittelbarer Nähe keine grofsen Bäume befinden, durch welche das Beet beschattet werden könnte. Sodann darf der Platz nicht geschützt liegen, sondern in einer Gegend, welche dem Luftzuge stets zugänglich ist, weil die junge Tabakssaat viel von allem möglichen Ungeziefer zu leiden hat, welches bekanntlich geschützte Orte den luftigen vorzieht. Dafs ferner bei der Aus- wahl des Platzes die Bonität des Grund und Bodens in Frage kommt, versteht sich wohl von selbst. Ist unter Beachtung aller dieser Vorbedingungen die Wahl für den Platz getroffen, so ist derselbe zu säubern und, falls es sich um die Anlage mehrerer Beete handelt, in Streifen von je 1 m Breite zu zerlegen, von welchen abwechselnd der eine als Beet und der andere als Steig zugerichtet wird. Diese Zurichtung geschieht am besten in derselben Weise, wie sie im Abschnitt für den Kaffee beschrieben ist. Die Breite von 1 m für die Steige empfiehlt sich, weil die Beete mit einem Schutzdache versehen sein müssen, welches mindestens 25 cm an jeder Seite über das Beet hinwegragen mufs, so dafs zwischen je zwei Beeten doch nur eine Passage von V^ m übrig bleibt. Eine wichtige Rolle spielt bei der Tabaksansaat die Düngung; denn, mag auch der Boden noch so nahrhaft sein, so wird er den Ansprüchen, welche die junge Tabakssaat in Bezug auf die Menge der Nährstofte stellt, doch niemals genügen, um ein kräftiges Pflanzmaterial zu erzeugen. Es kann das auch keineswegs wunder nehmen, da es sich hier nicht um ein normales Vegetieren, sondern um ein „Treiben", d. h. ein schnelles Entwickeln einer grofsen Menge Gewächse von ein und - 148 — derselben CJatturig auf einer verbältnismäfsig kleinen Fläche handelt. In Bezug- auf die Frage, welcher Düngersorte der Vorzug zu geben ist, kann man verschiedener Ansicht sein, weil dabei nicht nur die von der Pflanze beanspruchten Nährstofte in Frage kommen, sondern auch solche Bestandteile, welche erwärmend oder lockernd auf den Boden einwirken, also Klima und Boden])eschaffenheit eine Rolle spielen. Meiner Erfahrung nach ist in den Tropen vor allen anderen Düngersorten dem Guano oder dem Geflügeldünger der Vorzug zu geben, und zwar bei Anwendung in flüssiger Form, indem das Beet vor der Ansaat einige Male kräftig übergejauclit wird und später dem Giefswasser kleinere Mengen dauernd beigegeben werden. Vor der Ansaat ist das Beet sauber einzuebnen, und zwar am besten mit der Hand, indem die Erde soviel wie möglich pulverisiert wird, wes- halb dieselbe möglichst trocken sein mufs. Ist dies geschehen, so kann zum Ansäen geschritten werden. Einer gleichmäfsigen Ver- teilung wegen ist der Samen mit Sand oder Asche zu vermengen. Letztere verdient insofern den Vorzug vor jenem, als sie sich besser von der dunklen Erde abheilt und der Säer daher besser übersehen kann, ob er gleichmäfsig sät oder nicht. Bezüglich des Quantums des Saatguts im Verhältnis zur Saatfläche lassen sich natürlich für alle Fälle passende Zahlen nicht angeben, da es dabei vor allen Dingen auf die Keimfähigkeit des Samens ankommt. Hält man indes einen solchen von 60 bis 70 pCt. Keimfähigkeit für einen normalen, so dürfte pro Quadratmeter ein Gramm als die richtige Menge zu bezeichnen sein. Nach geschehener Ansaat ist das Beet mittelst einer harten Walze oder eines Brettes zu glätten, wobei die Samenkörner ihrer Kleinheit entsprechend genügend tief in die Erde kommen. Hier- nach ist das Beet mäfsig anzugiefsen. Ein ganz wichtiger Bestandteil eines Tabakbeets ist das Schutz- dach, dessen zweckentsprechende Herstellung unter Umständen mit Schwierigkeiten verknüpft sein kann, und namentlich für den Fall, wo es als Schutz gegen schweren Regen und auch gegen die heifsen Sonnenstrahlen dienen soll, während aber die Tabakssaat den milden Sonnenschein nicht entbehren kann. Es mag nun wohl Tropenländer geben, in welchen in der betreffenden Zeit keine so schweren Regen fallen, dafs sie der Tabaksaat verderblich werden, in welchem Falle also ein einfaches Dach, bestehend aus einem Gerüst mit darüber gelegten Palmenblättern, Schilf etc., genügt, um einen zweckdienlichen Wanderschatten herzustellen. In Gegenden aber, wie beispielsweise das nördliche Kamerungebiet, in welchen zu jeder Jahreszeit schwere Regen zu erwarten sind, kann eine solche Einrichtung nicht in Frage kommen. Vor allen Dingen — 149 — handelt es sich hier um eine Schutzvorrichtung, die in möglichst kurzer Zeit in und aufser Funktion gesetzt werden kann, worin aber gerade die Schwierigkeit besteht. Ich habe nach dieser Rich- tung hin die verschiedenartigsten Versuche gemacht, ohne dabei eine Methode entdeckt zu hal)en, von welcher ich sagen könnte, dafs sie als besonders empfehlenswert zu bezeichnen wäre. — Eine bequemere Handhabung bietet allerdings Segelleinwand, welche, an beiden Enden mit einem runden Stabe versehen, sich sehr schnell auf- und abrollen, also in verschwindend kurzer Zeit von einem Arbeiter über das Beet ausbreiten bezw. von demselben entfernen läfst, während aber ihre grofsen Anschaffungskosten und ihre geringe Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse sie dennoch nicht geeignet für den fraglichen Zweck macht. Die in Indien „Attap" und in Westafrika „Bambu" genannten Matten aus Palmenblättern haben wiederum den Mangel, dafs sie vom Winde vom Gerüst herabgeweht werden und die Bedingung nicht erfüllen, schnell ge- wechselt werden zu können, da jede einzelne Matte in die Hand genommen werden mufs, um sie vom Gerüst zu entfernen bezw. auf dasselbe zu legen. Als das beste Material hat sich meiner Er- fahrung nach, das Wellblech für den besagten Zweck erwiesen, da es einmal aufserordentlich haltbar ist und zum Andern auch nicht mit dem Mangel behaftet ist, wie er sich bei den gedachten Matten geltend macht, während ich doch nicht behaupten möchte, dafs es allen Forderungen entspricht, welche man an ein Material zu dem besagten Zweck stellen könnte. Die Chiiiariiuleiikiiltur in den portugiesiseli-westafrikaniseheu Kolonien. Von Ad. F. Moller, Inspektor des botanischen Gartens zu Coimbra. Im Jahre 1864 wurden auf Empfehlung von Welwitsch die ersten Pflanzen von Cinchona nach S. Thome geschickt. Es war damals der verstorbene Ratsherr Jos6 da Silva Mendes Leal Kolonialmiuister. Leider sandte man aber Pflanzen von Cinchona Pahudiana, einer Spezies von sehr geringem Wert. In den Jahren 1869, 1870 und 1871 schickte die Direktion des botanischen Gartens der Universität Coimbra viele Pflanzen nach S. Thom(5, gröfstenteils der Cinchona succirubra Pav., einige auch der C. Condaminea Humboldt (C. officinalis Lin ex. p.) angehörend. Bis 1879 haben sich die Pflanzer (Roceiros) von S. Thome' wenig um diese Bäume bekümmert. Von 1878 bis 1885 war die grofse Krise im Handel von Kaflee, der beste Kafiee von S. Thome — 150 — wurde damals bezahlt mit nur 3000 Reis*) und weniger für die Arroba**). Da der Kaffee damals nur sehr geringen Gewinn abwarf, erinnerten sich die Pflanzer der hochgelegenen Zone der Insel der Cinchona und begannen Anpflanzungen davon zu machen. Sie erbaten Pflanzen und Samen von der Direktion des botanischen Gartens von Coimbra, und von 1879 bis 1884 wurden viele Pflanzen und Samen in die Kolonie geschickt, und zwar von folgenden Spezies: Cinchona Condaminea Humboldt (C. officinalis Lin. ex. p.), C. laucifolia Mutis, C. micrantha Ruiz et Pav., C. cordifolia Mutis, C. caloptera Miq., C. Hasskarliana Miq., C. calisaya Ruiz et Pav., C. calisaya Ruiz et Pav. (anglica), C. calisaya Ruiz et Pav. (javanica), C. Ledgeriana Moens, und C. suceirubra Pav. Die meisten der Samen stammten aus dem botanischen Garten von Buitenzorg auf Java. Grofse Anpflanzungen wurden nun auf S. Thome gemacht, und dazu mufste man viele Wälder zerstören. Die wichtigsten Anpflanzungen wurden gemacht in den Rogas Bom Successo, Macambrara, Santa Maria, Traz-os-Montes, Minho, Pouso Alto, Monte Cafö; sämtlich mehr als 900 Meter über Meereshöhe gelegen. Ich habe zwar auch einige Anpflanzungen gesehen auf einer Höhe von 700 Metern und noch niedriger, aber der Wuchs war nicht sehr üppig. Unter 1000 Meter wird nur Cinchona suceirubra gepflanzt, doch wächst auch diese Art erst über 900 und 1000 Meter in S. Thome wirklich vortrefflich. Da C. suceirubra in S. Thomd viel rascher wächst als die anderen Spezies, so pflanzt man diese Art am meisten an, und zwar bestehen die grofsen Anpflanzungen hauptsächlich aus dieser Spezies. Von 1880 bis 1887 wurden in S. Thome ca. 1 600 000 Cinchona- bäume gepflanzt, meistens, wie gesagt, Cinchona suceirubra. Nach 1887 sind nur noch sehr wenige Anpflanzungen von Cin- chona in S. Thomö gemacht, weil der Handelswert der Rinde aufser- ordentlich fiel. Die Pflanzer bauen an Stelle dessen seit einigen Jahren wieder mehr Kaffee und versuchen die Kultur von Kautschuk- bäumen; unter 600 Meter Meereshöhe werden vor allem Kakao- bäume gepflanzt. Im chemischen Laboratorium der Universität Coimbra sind mehrere Analysen von den Cinchona-Rinden in S. Thome gemacht worden und zeigen, dafs sie an Alkaloiden eben so reich sind, wie die besten Riuden von Amerika, Indien, Java und Ceylon. Vor Jahren haben einige der gröfsten Besitzer von Ciuchona- Pflanzungen auf S. Thome eine Chinin-Fabrik in der Nähe von *) 1 Mark = 240 Reis. **) 1 arroba = 15 Kilo. — 151 — Lissabon gegTÜiidet. Diese Gesellschaft heifst Luso-Africana. Das von dieser Fabrik hergestellte Chinin ist sehr gut. Als ich 1885 in S. Thomö war, sah ich, dafs die jungen Cinchona-Pflanzen sämtlich aus Ablegern oder Senkern gezogen werden. Man benutzte hierzu die niedrigsten Zweige, welche, nach der Erde abgesenkt, in wenigen Wochen Wurzeln hatten. Auf diese Weise verschafften sich die Pflanzer in sehr kurzer Zeit viele kräftige und schöne Cinchonas zum Auspflanzen. Die beste Zeit, um die Ableger zu machen, war am Anfang der Regenzeit, Mitte September. Von S. Thome aus sind auch schon junge Cinchonas nach Kamerun, Fernando Po und Gabon geschickt worden, um dort aus- gepflanzt zu werden. Ich glaube, dafs die Pflanzer nicht gut thun, wenn sie sich ganz von der Cinchona-Kultur abwenden. Über 1200 Meter Meeres- höhe setzen die Kafleebäume schon wenig Früchte an, und gerade dort wachsen die Cinchonas ausgezeichnet. Nur mufs man vorsichtig sein mit der Zerstörung der Wälder. An einigen Stellen von S. Thome ist Regen und Feuchtigkeit viel geringer geworden als früher, als Folge der Vernichtung der Wälder. In einigen RoQas mangelt es schon in der Gravana^) an Feuchtigkeit, so dafs die Kakaofrüchte kaum reif werden, indem sie vorzeitig abfallen. In Folge hiervon sind jetzt die Ro(;eiros schon viel vorsichtiger in Bezug auf die Zerstörung der Wälder als früher; ebenso auch auf Principe. Der botanische Garten von Coimbra hat auch Cinchonas (Pflanzen und Samen) nach Cabo Verde geschickt. — Die ersten im Jahre 1869, 1870 und 1871, später von 1878 bis 1884. Sie gingen nach den Inseln St. Antäo, Fogo, S. Thiago und S. Nicolau. Am Cabo Verde ist die Kultur der Cinchonas aber unbedeutend geblieben. Auf der Insel Principe sind auch Versuche gemacht, al)er mit schlechtem Erfolg, weil die Berge nicht die rechte Höhe für Cinchona-Kultur besitzen. Nach Angola hat der botanische Garten von Coimbra- gleich- falls einige Pflanzen und Samen von Cinchonas geschickt, aber mit schlechtem Erfolge, weil die Pflanzer sich wenig darum be- kümmert haben. *) Gravana nennt man in S. Thome die trockene Zeit von Mitte Mai bis Mitte September. — 152 — Feldbahnen in den Kolonien. Feldbahnen für Zuckerplantagen und -Fabriken. Die starke Konkurrenz , welche Zuckerrüben und Zuckerrohr sich gegen- seitig machen, haben die in den beiden Industrien thätigen Kräfte in den letzten Jahren mehr als bisher veranlafst, auf Mittel zu sinnen, ihren Betrieb zu vei'billigen. Die Wege, welche man hierzu einschlug, waren von zweierlei Art: Die einander nahe gelegenen Fabriken, welche nach veraltetem System arbeiteten, wurden zu einer grofsen Centralfabrik verschmolzen, oder die einzelne Fabrik mufste für sich allein sehen, durch intensivere Ausnutzung der jeweiligen Verhältnisse lohnendere Resultate zu erzielen. In beiden Fällen bildeten die Feldbahnen ein wesentliches Mittel zur Erleichterung der vorliegenden Aufgaben. Als die Ingenieure der Fabrik von Arthur Koppel, welcher wir die dem Artikel beigegebenen Bilder verdanken, vor zehn bis zwölf Jahren nach Kuba kamen, waren gerade in Kuba die Bestrebungen der Gründung von Central- fabriken lebhaft im Gange. Die C'entralfabriken, welche Rolir zur Yerarbeitung von einem Umkreise von 20 bis 30 km zu beziehen hatten, sahen keinen anderen Ausweg als die Benutzung der transportablen Bahnen, und nachdem man in der ersten Zeit schmale Spurweiten und die auch in einigen südamerikanischen Ländern üblichen, in Fig. 1 wiedergegebenen Wagen, welche eine Ladefähigkeit %WMg. 1. Transport von Zuckerrohr durch Arthur Koppel'sche Bahnen in Südamerika. von 12(X) bis 1500 kg Zuckerrohr haben, in Anwendung gebracht hatte, ging mau s])äterhin zur Verwendung der gröfseren Spur von 762 mm sowie gröfserer Wagen über. Den hauptsächlich in Kuba angewandten Wagen sehen wir in Fig. 2. Hier lag noch ein besonderer Vorteil für die Zuckerpflanzer darin, dal's sie ihre Produkte direkt bis nach dem Hafen ohne Umladung schaffen konnten (indem sie diese AVagen einfach als Güterwagen benutzten), da nämlich die kubanischen 2. Transport von Zuckerrohr durch Arthur KopiiL'l'sciie Baliuen auf Kuba. 153 Hauptbahnen zumeist ebenfalls die Spur von 762 mm haben. Der Betrieb auf den grofsen Plantagen fand teils mit Ochsen, teils mit Lokomotiven, auf den Hauptbahnen nur mit Lokomotiven statt. Diese intensive Bewirtschaftung ermüglichte es der Insel Kuba, noch vor sechs Jahren eine Produktion von 1 ^lillion Tons Zucker aufzuweisen (während dieselbe in den jetzigen für Kuba schrecklichen Zeiten auf ungefähr den zehnten Teil zurückgegangen ist). In Ägyiiten werden äluiliche Wagen wie Fig. 2, jedoch mit eisernen Eungen, sowohl von der Daira Sanieh als auch den dort bestehenden Privat- fabriken in grofser Anzahl angewandt. Auch hier wird das Rohr zu den grofsen Central fabriken auf 30 km und mehr transportiert, nachdem es zum Teil schon eine Strecke auf dem Nil entlang befördert worden ist. (Fig. 3.) 3. Transport von Zuckerrohr durch Artliur Koppel'sche Bahnen in Ägypten. In Hawaii, das in der letzten Zeit stark mit in den Wettbewerl) eingetreten ist, pflegt man gleichfalls Feldbahnen in gi-öfserem Mafse anzuwenden, und zwar werden auf den transportablen Strecken die "Wagen durch Maultiere zu den festen Linien befördert und von da durch Lokomotiven weiter verfrachtet. In den bergigen Gegenden Hawaiis werden dagegen Drahtseilbahnen angewandt. In den Holländischen Kolonien konnte man sich erst schwer von der Be- nutzung der alten Üchsenkarren auf Landwegen trennen, und einen letzten Ver- such, diese wenigstens teilweise beizubehalten, sehen wir in Fig. 4 dargestellt. Die Arthur Koppeische Fabrik hatte auf Wunsch einiger Besitzer eine Vor- richtung konstruiert, vermittelst welcher die vom Felde auf Schmalspurgleis an- kommenden Zuekerrohrwagen auf die Landstrafsenfuhrwerke aufgeladen werden konnten (also eine umgekehrte sogenannte Fuhrwerksbahn). Einen grofsen Ab- satz hat diese Einrichtung aber nicht gefunden, weil man mehr und mehr dazu überging, das Hauptbahnnetz wie auch eine Anzahl Kleinbahnen auszubauen. 2 154 — 4. Transport von Zuckerrolir durch Artliur Koppel'sche Bahnen in Java. Der für Haiitl- und Ochsenbetrieb in Java stark gebräuchliche Wagen ist hierneben in Fig. 5 dai'gestellt. In die Seitenwände lassen sich Rungen aus Holz einstecken, durch welche das Rohr festgehalten wird. Je ein solcher Wagen wird von zwei Ochsen gezogen, welche hier ein besonders vor- zügliches Zugmaterial abgeben. In gi'ofsen Betrieben findet naturlich auch hier die Verwendung der Lokomotive mehr und mehr Eingang. In Louisiana sind seit einigen Jahren die Feldbahnen ebenfalls in An- wendung gekommen, nachdem die Zeitung „The Louisiana Planter'' verschiedene Male die Verwendung anempfohlen hatte. Im Anschlufs an die Feldbahnen verwenden die sehr praktischen Amerikaner mechanische Umladevorriclitungen, welche es ermöglichen, den ganzen Inhalt eines kleineren Wagens in einen solchen mit gröfserer Spurweite auf einmal umzuladen. Innerhalb der Fabriken werden natürlich in den verscliiedenen Ländern halbfertige und fertige Produkte in eigens dafür konstruierten "Wagen zum Transport von Massecuite etc. befördert. In den englischen Kolonien hat sich dieses moderne Transportmittel noch nicht allgemein eingeführt, doch giebt es einige Gesellschaften wie die Colouial Sugar Refinery Co., welche allein über 200 km Geleise und über 1000 Wagen etc. im Betriebe hat. Es dürfte dies mit die gröfste Anlage der Welt sein. — Übrigens ist man auch in Deutschland schon lange zur ausgiebigen Benutzung von Feldbahnen übergegangen. Gelegentlich einer Diskussion über die deutsche Zuckerindustrie äufserte ein praktischer Landwirt im Hildesheimer Vereinsblatt, dafs mit der Feldbahn 150 Centner Rüben sich leichter transportieren liefsen als 40 Centner mit den Ackerwagen und dafs sich durch riclitige Anwendung von Feldbahnen der Achsentransport vom Acker zur Fabrik statt 17 Pfg. auf G Pfg. i)ro Centner Rüben stelle. In der That giebt es auch in Deutschland schon einzelne Zuckerfabriken, welche 60 bis 70 km schmalsjjurige Bahnen im Betriebe liaben. Bei dieser Gelegenheit sei kurz auf ein eiiischieniges System hingewiesen, welches in verschiedenen Fachschriften besprochen wurde. Dasselbe ist zwar originell, hat sich aber in der Praxis nicht bewährt, was am besten daraus — 155 — "hervorgeht, dals mehrere Pflanzungen, die es sieh aus Frankreich hatten kommen lassen, sich nachher in Deutschland das Material zur Umwandlung der ein- schienigen in eine zweischienige Bahn nachbestellten. Die Wagen der einschienigen Bahn werden durch das Transportmittel (Mann, Pferd etc.l zu gleicher Zeit gezogen und im Gleichgewicht gehalten. Auf diese Weise kann aber immer nur ein Wagen transportiert werden. Ein solcher Transport hat also vor demjenigen durch Schiebkarren nicht viel voraus und bleibt eine halbe Sache. Dagegen hat eine andere Neuerung bessere Aus- sichten, welche in dem Betrieb von Feldbahnen mit elektrischer Kraft besteht. Melirere Zuckerfabriken in Europa liaben solchen aufgenommen, und es ist nicht ausgeschlossen, dafs späterhin auch in den Kolonien sich Gelegenheit zu vorteil- hafter Anwendung desselben bietet. B. o»>^:^^>^:»^ ff- ji^V. Pflaiizuugsgesell Schäften. \^ ■V 7\ «<««i^:<.: ' Pflanzung „Günther Soppo", G. m. b. H. Unter diesem Namen ist die bisher seit Anfang 1897 von Herrn Günther in Soppo am Kamerun -Gebirge betriebene Pflanzung in ein Gesellschaftsunter- nehmen verwandelt. Die Pflanzung umfafst 2000 ha Land, welches nach Prof. Dr. F. Wohlt- mann einen der besten Böden des Kamerun-Gebietes enthält. Das Kapital beträgt 300 000 Mk. Gesellschafter sind die Herren Seine Durchlaucht Prinz A 1 f r e d z u L o e w e n s t e i n , Dr.